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Gast

  • #1

Handhabbarkeit unterschiedlicher Ordnungsvorstellungen?

Ich (w, 34) bin seit über einem Jahr mit meinem Partner zusammen und bislang sehr glücklich. Ich bin sehr ordnungsliebend, meine Wohnung ist stets aufgeräumt und sauber. Mir war klar, dass er insgesamt nicht so ordentlich ist. Wenn wir längere Zeit zusammen waren (WE, Urlaub), hat er aber seinen Kram immer weggeräumt, und wir haben zusammen sauber gemacht. Nun war ich erstmals ohne Vorankündigung in seiner Wohnung (habe Schlüssel), weil ich eine Überraschung für ihn deponiert habe. Was ich sah, war das totale Chaos – für mich hygienisch bedenklich, z.B. lagen auch benutzte Taschentücher und Wattestäbchen und getragene Unterwäsche herum. So ein Chaos will ich in unserer gemeinsamen Wohnung nicht erleben. "Living apart together" ist für mich aber auf Dauer keine Option. Besteht die Chance, dass er im Zusammenleben ein Mindestmaß an Ordnung hält? Kann man sich Ordnung angewöhnen? Oder sollten wir nicht zusammen wohnen? Aber wie kann dann unsere Partnerschaft auf Dauer aussehen?
 
  • #2
Würde mal sagen er wird etwas ordentlicher und Du etwas unordentlicher und beide toleranter, dann geht das schon. Er ist mit Deiner für ihn "übertriebenen" ordnung sicher auch genervt nur is es für ihn kein scheidungsgrund.
 
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Gast

  • #3
Jeder von euch muss dann Kompromisse eingehen, sonst sehe ich schwarz. Bzw. die Alternative ist, du räumst auf und er macht Unordung. Das wird jedoch dir auf Dauer nicht gefallen. Ihr müsst ganz offen darüber reden und von Anfang an festlegen, wie es laufen soll - und dies dann auch durchhalten, was für beide schwer wird.

Auf jeden Fall solltet ihr eine Putzfrau beschäftigen, die wöchentlich oder 14tägig bei euch putzt und auch etwas aufräumt. So bekommt ihr alles etwas besser in den Griff, weil dann aufgeräumt werden muss und du aber nicht die Putzfrau für ihn bist. Wir leben auch als LAP, mein LG ist zwar in seiner Singlewhg. gewohnt aufzuräumen und auch zu putzen und zu waschen, aber wenn er in einer Partnerschaft zusammen lebt, ist er es gewohnt, dass die Frau alles macht. Und da ich 20 Jahre Ehe hinter mir habe, bin ich dazu nicht mehr bereit. Daher beim Zusammenziehen was ggf. in nächster Zeit ansteht, auf jeden Fall eine Putzfrau und seine Hemden zum bügeln weggeben.
 
G

Gast

  • #4
Ich (w) erlebe es umgekehrt.

Mein Lebensgefährte ist superordentlich und supersauber, er macht den größten Teil des Haushaltes ohne zu murren - so blitzartig und gründlich wie er, das schaffe ich sowieso nicht, sagt er, er mache es lieber schnell selber. Auch waschen und bügeln. An seine Hemden darf ich sowieso nicht ran, das kann er am besten ...

Ich weiss, dass mich so manche Frau darum beneidet - aber ich habe oft ein schlechtes Gewissen.

Einkaufen, kochen, Spülmaschine ausräumen, das ist meine Domäne.
Immerhin kann ich wirklich gut kochen, da tobe ich mich dann aus.
 
G

Gast

  • #5
Ich empfehle jeder Frau die sich mit einem Mann einlassen will den mal unangekündigt in seiner Wohnung zu besuchen. Das ist sehr aufschlussreich. Vorher würde ich (währe ich eine Frau) den nicht mal anfassen.--
Das habe ich einer entfernten Bekannten vor einigen Jahren ebenfalls dringend geraten.
Er "hatte einen guten Job, eine Wohnung mit der Adresse xy, ein Auto..." alles hörte sich toll an.
Heraus kam das er in einer Wohngemeinschaft für Ex-Häftlinge wohnte, keine Arbeit hat und finanziell total abgebrannt war. Er hatte nur die Klamotten die er mit sich herum trug.---
Es muss meiner Meinung nach schon ein ziemliches Wunder passieren das Dein Partner in einer gemeinsamen Wohnung längerfristig trotz aller Beschwöhrungen für Ordnung sorgt bzw. erst keine Unordnung oder schlimmstenfalls Dreck aufkommen lässt. m
 
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Gast

  • #6
1.) Ihr könnt die gemeinsame Wohnung oder das gemeinsame Haus ein wenig "aufteilen", so dass er ein oder zwei "Schlamper-Zimmer" für sich hat, Du bekommst ein oder zwei "Reinst-Räume" ;-) für Dich und die gemeinsam genutzten Räume werden so ordentlich und sauber gehalten, dass jederzeit Freunde zu Besuch kommen könnten. Also ordentlich und sauber, aber nicht ungemütlich steril.
2.) Dann zusätzlich noch eine Putzfrau.
3.) Etwas Toleranz auf beiden Seiten, wie #1 bereits sagte.

Dann müsste es eigentlich perfekt sein.
 
M

Mooseba

  • #7
Kann man ihn da nicht zum Üben bewegen? Also ich bin auch nicht die Definition von Ordnung, aber auf Hygiene achte ich sehr und ich schaffe mit etwas Überwindung immer den Zustand, den man gern als Grundordnung bezeichnet. Wenn die Liebe für dich da ist, ist die Bereitschaft zum Ordnungstraining vielleicht größer und du musst ihn nur motivieren. Sei liebenswürdig hartnäckig.
m, 28
 
G

Gast

  • #8
m48
Mal aus der Sicht eines Ordnung hassenden Manns:
Das wird sehr schwer für Ihn. So eine Aufräum- und Putzteufelin ist für einen normalen chaotischen Mann der totale Stress. Mann bemüht sich, aber mann wird es nie schaffen Ihr Niveau zu erreichen. Und dann fängt Sie wahrscheinlich auch noch an zu meckern und zu klagen, dabei hat man doch eine ganze halbe Stunde der wertvollen Zeit mit diesem nutzlosen Aufräumen vertan und Sie ist immer noch nicht zufrieden. was hätte man doch Schönes mit der Zeit anfangen können.
Weiterhin ist es oft so, dass ordnungsvielende Menschen nicht nur die Wohnung ordendlich organisieren, sondern oft auch das ganze Leben. Damit käme ich überhaupt nicht klar.
"hygienisch bedenklich" wird es erst wenn Sachen die noch genutzt werden sollen und welche die weggeschmissen werden sollen sich vermischen. Besonders wenn es um Lebensmittel geht.
Dreckige Wäsche und benutzte Taschentücher auf einem Haufen sind zwar kein schöner Anblick, aber auf gar keinen Fall "hygienisch bedenklich".
Ich bedauere den Mann schon jetzt.
 
G

Gast

  • #9
Falls ihr zusammenziehen wollt, dann vorher vereinbaren, wie ihr es mit der Sauberkeit und Ordnung in der Wohnung halten wollt. Du musst auch kompromissbereit sein.
Und für ihn einen Plan z.B. wann er was machen soll. Dies hat mit meinem Freund, der damit einverstanden war, super geklappt.
 
G

Gast

  • #10
Ich (w) habe es auch gern sauber, putze gern. Würde mich aber nicht als zwangsgestört bezeichnen. Denn, auch bei mir gibt es Tage, in denen ich aus meiner Unterwäsche "aussteige" und diese erst mal liegenbleibt, im Bad oder sonst wo. Wer soetwas noch nie ! gemacht hat, der möge sich bitte zu Wort melden. Ich finde es überhaupt nicht schlimm (hygienisch bedenklich) wie #7, denn schließlich "lebt" man ja in der Wohnung und hat kein Museum. Im Übrigen habe ich schon sehr oft von männlicher Seite Stories gehört, die sich über die hygienischen Gepflogenheiten von Frauen unterhielten, nämlich in den Zeiten während die Frau ihre Periode hat. Da flog wohl auch das eine oder andere durch die Wohnung. Und das finde ich eklig und hygienisch nicht gerade lecker.
 
  • #11
So wie Du schreibst, ist er ja, wenn Ihr zusammen seid, rücksichtsvoll und hält Ordnung. Das ist zunächst ein sehr gutes Zeichen. Vielleicht mußt Du ihn daher auch nicht umkrempeln. Männer sind oft anpassungsfähiger als man denkt. Ihnen ist Ordnung in der eigenen Junggesellenwohnung oftmals nicht so wichtig, wie daß genügend Bier im Kühlschrank ist. Gleichwohl können sie, sobald sie mit jemandem zusammen sind, Ordnung halten. Trifft sicher nicht auf alle Männer zu, aber Dein Exemplar scheint ja grundsätzlich zur Ordnung in der Lage zu sein. Übrigens kenne ich auch Männer, die an der Unordnung ihrer Partnerin verzweifeln.

Bei mir war es früher auch extrem unordentlich, wenngleich nicht schmutzig. Mittlerweile habe ich selbst den Anspruch, mit fünf Minuten Vorwarnung jederzeit Besuch empfangen zu können. Man kann seine Ordnungsgewohnheiten also auch ändern.

Ansonsten stimme ich meinen Vorrednern zu: Wechselseitige Rücksicht und Toleranz, und zwar auch in die Richtung, daß auch ein gewisses Maß an Unordnung zu akzeptieren ist; ferner eine Putzfrau. Den Vorschlag, daß jeder einen Raum hat, indem er schalten und walten kann, wie er will, finde ich nicht schlecht. Das funktioniert aber nur bei ausreichend großem Wohnraum. Die meisten Leute können sich aber nicht den Luxus leisten, daß sie zwei Zimmer gänzlich aus der Gemeinschaftsnutzung herausnehmen können.
 
  • #12
ich putze NICHT gerne - aber noch ungerner versinke ich im Chaos. Deshalb versuche ich immer einen halbwegs normalen Standard zu halten (nicht einfach mit Stall am Haus, drei Hunden und Katze im Haus...). Ein Partner, der dieses Gefüge durcheinanderbringen würde, müßte schon willens und fähig sein, zweimal wöchentlich eine Haushaltshilfe zu organisieren und finanzieren, oder eben sein Chaos selbst beseitigen. Das kann er sich aussuchen - ich bin auf alle Fälle NICHT dafür zuständig.
 
G

Gast

  • #13
1.) Frage einfach IHN (statt uns) genau dieselben Fragen wie oben:

"Besteht die Chance, dass Du im Zusammenleben ein Mindestmaß an Ordnung hältst? Kannst du dir Ordnung angewöhnen? Oder sollten wir nicht zusammen wohnen? Aber wie kann dann unsere Partnerschaft auf Dauer aussehen?"

2.) Parallel dazu überlege:

Besteht die Chance, dass Du im Zusammenleben ein Mindestmaß an Unordnung tolerierst? Kannst du dir eine Lockerung deiner bisherigen Ordnung angewöhnen? Oder solltet ihr nicht zusammen wohnen? Aber wie kann dann eure Partnerschaft auf Dauer aussehen?"

Wenn du deine Antworten (2.) gefunden hast, erübrigen sich entweder die Fragen (1.) an deinen Partner oder ihr werdet euch ehrlich, kreativ und konstruktiv austauschen können, wie ihr mit eurer Verschiedenartigkeit leben könnt und wollt, ohne das zur Kampfarena werden zu lassen.
 
G

Gast

  • #14
naja wenn ihr zusammenzieht solltet ihr wirklich über die Putzfrau nachdenken - mit dem was die beiden Singlewohnungen mehr kosten sollte das drin sein. Es braucht aber wirklich eine, die jeden tag kommt
 
  • #15
@FS
Ich will mal das Ganze umdrehen:
Besteht die Chance, dass DU im Zusammenleben ein entspannteres Verhältnis zur Ordnung entwickeln könntest?

Er macht doch schon relativ viel, wenn ihr zusammen seid. Das ist ein gutes Zeichen. nun ist es an dir, auch ein gutes Zeichen zu setzen.
Seine Wohnung ist sein Bereich und außerhalb deines Einflusses.

Ordnung ist etwas sehr Relatives und macht nur Sinn, wenn man dadurch gewisse Vorteile hat, also, z.B. etwas schneller findet, Staubfänger eliminiert, Übersicht verschafft, Mangelhygiene vermeidet. Ordnung sollte zweckmäßig sein.
Manchmal ist es auch eine Frage der Ästhetik, aber auch das ist relativ.

Ordnung um der Ordnung willen (z.B. Der berühmte "Knick" in den Sofakissen, die parallel geordneten Teppichfransen ), kann auch etwas Terroristisches haben, das ich dir aber, FS, nicht unterstellen möchte.

Wenn dir das bei ihm zu wenig ist, ist es sicher besser, du suchst dir einen Gleichgesinnten.

Herzlichen Gruß einer mäßig Schlampigen, die als Partner viel lieber einen Chaoten als eine Pedanten hat.
 
  • #16
Nicht zusammen ziehen ! Zieht die ganze Beziehung runter und wird immer Thema sein. Sind Kinder geplant sollte man ehrlich sein. Die brauchen Vorbilder und Menschen die Ihr Leben auf die Reihe bekommen in einem gewissen Gleichklang. Meistens ist Unordnung Faulheit oder kalkuliert, das es schon jemand richten wird. Da passt schon die Einstellung zu vielen anderen nicht. Sollte sich der Partner so auch noch wohl fühlen, dann ist es eh bedänklich. Entweder wirklich akzeptieren oder trennen, alles andere ist nicht fair.
 
  • #17
Besteht die Chance, dass er im Zusammenleben ein Mindestmaß an Ordnung hält? Kann man sich Ordnung angewöhnen?
M.E. nur, wenn man, bzw. dein Partner, es selbst will. Wenn nicht, hat der ordentlichere Part das Nachsehen, weil das ästhetische Empfinden empfindlich beeinträchtigt ist.

Immerhin handelt es sich um einen (gemeinsamen) Rückzugsort, an dem man sich wohlfühlen und entspannen will vom "harten Alltag da draußen". Auf Grundsatzdiskussionen über pro/contra Ordnung und Sauberkeit hat man doch keine Lust. Beide Partner sollten daher m.E. nahezu gleiche Sauberkeitsansprüche haben, es sei denn, dem sauberen Part macht die Hinterherräumerei und -putzerei nichts aus.

Eine Putzfrau kann zwar die Situation etwas entschärfen. Aber du müsstest es dennoch aushalten, dass die Rotzfahnen mehrere Tage liegen bleiben, bis die Putzfrau sie beseitigt. Damit ist deinem Frust Tür und Tor geöffnet, während er den Dreck nicht "sieht" und er darauf bauen kann, dass du ihn beseitigst.

Wie sieht's mit Küche/Bad/Toilette aus? Eine Spüle oder Waschbecken mit bissl Kalkflecken ist was anderes als tagelang herumstehendes Geschirr mit angetrockneten Essensresten. Herum liegende Socken stören mich nicht und das ein oder andere Staubwuschel in der Ecke - geschenkt. Aber eine regelmäßig versch... Toilette wäre für mich ein No-Go. Dann doch lieber LAT.

Eine Wohnung muss m.E. nicht steril sein oder aussehen wie bei "Schöner Wohnen", aber die Hygiene muss schon stimmen.
 
  • #18
Ehrlich? Keine Chance. Er ist kein Kind, das du zur Ordnung erziehen kannst. Entweder findest du dich mit seinem Chaos ab oder aber damit, hinter ihm herzuräumen. Beides wird dich aber auf Dauer sehr wahrscheinlich frustrieren.
W, 52