• #91
Die Treue ist m. E. sehr wichtig. Ohne Treue kann man keine Familie gründen. Wie soll das gehen? Wie kann ich jemandem vertrauen, wenn er mich hintergeht, mich anlügt und mir ständig falsche Informationen gibt.
Treue ist etwas anderes als sexuelle Exklusivität.
Eine untreue Freundin im Sinne von illoyal, verlogen, diebisch etc will ich natürlich auch nicht.
Auf der anderen Seite - ich halte Diskretion beim Seitensprung für wichtig. Die "unausgesprochene Wahrheit" ist doch gar nicht so übel. Details will ich nicht wissen, ob sie sich mit einer Freundin oder dem Lover trifft, ist doch egal.
Dass es einen "Ersatzmann" gibt - damit werde ich irgendwann leben müssen. Ist halt so, wenn die Freundin viel jünger ist als Mann selbst.

Je weniger Illusionen man sich macht, desto weniger kann man enttäuscht werden. Denn der grösste Part der Enttäuschung ist der, dass ich mich selbst getäuscht habe.
 
  • #92
Ok ich gestehe @Lebens_Lust hat mit der Monogamie natürlich völlig recht.
Da ich nicht die einzig Überlebende meiner Beziehungen bin, geht es bei mir nicht um Monogamie sondern um Treue, sexuell wie auch emotional.
Ein Thema wo ich weit weg bin vom Pauschalisieren. Das sollten die Partner miteinander klären und sich da einig sein, bzw werden.
Ich für mich kann sagen, dass ich mich da geändert habe und mir eben Offenheit wünsche. Ich kann mir und meinem Partner nicht das Recht auf Sex nehmen.
Würde sich mein Partner zb bei mir beschweren, weil wir keinen bzw zu wenig Sex haben...Kann und sollte ich das immer ernst nehmen.
Damit würde ich in Klausur gehen...Mag ich, nur mir fehlt etwas
Mag ich nur nicht mit ihm oder lieb ich ihn aber mein Körper will keinen Sex mehr.
Kann und sollte für mich auf jeden Fall besprochen werden.
Ich kann zwar heute nicht sagen, dass ich in einem Club daneben sitzen würde und 5,3 oder 6,0 hochhalten.
Aber nie sag ich noch mal nie ...
Nur ich möchte eben Offenheit!
 
  • #93
Mich nervt nur wieder mal die Intoleranz mancher Foristinnen. Es gibt eben unterschiedliche Sichtweisen dazu.
Ja. Die gibt es. Du bist in bestimmten Dingen auch absolut intolerant ( kommt das nur mir so vor, gerad beim Thema Sex und Treue)
oder warum regt es Dich so auf, dass Du immer wieder Deine Theorie so verteidigst?:)
Ich denke nicht, dass man eine Entscheidungsgewalt hat, wenn man Treue für sich als Bedingung für eine Beziehung anstrebt.Ich rede schon gar nicht mehr von Monogamie, weil das in meinen Augen Wortklauberei ist. Jeder weiß, was gemeint ist, ohne dafür die wissenschaftliche Definition zitieren zu müssen.
So, um nun das Ding mit der Entscheidungsgewalt...ich fordere Treue von meinem Partner, so weit so gut. Ich kläre das zu Beginn der Beziehung. Er sagt ja und Amen. Der Sex schläft ein. Liegt es an mir , an ihm? Man weiß es nicht. Es gibt viele Gründe, den Sex auszuklammern (machen Männer und Frauen).
Der Partner dann geht fremd, weil es keinen Sex gibt. Nun....dann ist die Beziehung einfach vorbei für denjenigen, der Treue möchte. Ist doch logisch.
Was genau soll in so einer Situation nun so heilig gesprochen werden, dass derjenige, der Treue fordert, es nicht mehr darf (wenn er z.B. keine Lust auf einen ungewaschenen Mann hat oder was weiß ich was, gibt doch tausend Gründe), weil er dann die "Entscheidungsgewalt" hat? Er sagt doch letztendlich nur....ich möchte Treue. Wenn die nicht stattfindet, kann er doch gehen. Genauso wie der, der sich durch "Entscheidungsgewalt" manipuliert fühlt. Auch der kann doch einfach die Beziehung beenden? Der sagt dann einfach, dass er auf Sex nicht verzichten will und geht einfach.
Wo ist das Problem?
Achja, für mich ist Treue auch wichtig. Und wenn ich keine Lust mehr auf meinen Partner habe, trenne ich mich. Falls das noch wichtig ist.
W
 
T

Toi et moi

  • #94
Treue ist etwas anderes als sexuelle Exklusivität.
Eine untreue Freundin im Sinne von illoyal, verlogen, diebisch etc will ich natürlich auch nicht.
Auf der anderen Seite - ich halte Diskretion beim Seitensprung für wichtig. Die "unausgesprochene Wahrheit" ist doch gar nicht so übel. Details will ich nicht wissen, ob sie sich mit einer Freundin oder dem Lover trifft, ist doch egal.
Dass es einen "Ersatzmann" gibt - damit werde ich irgendwann leben müssen. Ist halt so, wenn die Freundin viel jünger ist als Mann selbst.

Je weniger Illusionen man sich macht, desto weniger kann man enttäuscht werden. Denn der grösste Part der Enttäuschung ist der, dass ich mich selbst getäuscht habe.
Ich sehe es anders. Nein, man muss nicht damit leben, wenn der Partner/Partnerin fremd geht. Ok, ein ONS, einen kleinen Ausrutscher muss ich nicht wissen aber wenn ich systematisch betrogen werde, dafür habe ich absolut keinen Verständnis. Auch nicht, wenn der Altersunterschied sehr groß ist. Was ist das für eine Beziehung, wenn eine der wichtigsten Säulen in einer Partnerschaft komplett wegfällt. Es bleibt nicht nur bei einer Affäre sondern es entwickelt sich nebenbei weiter und irgendwann möchte die Affäre Frau auch einen Teil von dem Kuchen oder am Besten alles und die alte Struktur muss wegen ihr ausweichen. Es fängt immer mit einem Ausrutscher an und entwickelt sich weiter. Deshalb bin ich nach wie vor für sexulle Exklusivität und damit verbundene Treue und wenn es nicht mehr möglich ist, dann möchte ich Bescheid wissen und selbst entscheiden können/dürfen, ob ich damit einverstanden bin. Schließlich möchte jeder einen Partner haben und keinen WG-Mitbewohner. Das tue ich mir nie wieder an.
 
  • #95
Ich sehe es genau so wie @Blindfisch in #92. Wenn der Sex einschläft (lustig) sollte man Gemeinsam die Ursache erforschen. Ist eine Lösung des Problems aussichtslos kann man es beenden und auch verstehen. Das ist Fair und macht es für die Beteiligten um einiges erträglicher als hintergangen zu werden. Treue ist für mich heute ein Grundpfeiler einer Beziehung. Und ich fange gerade dann erst bei mir selbst an, diesem Pfeiler die für mich notwendige Festigkeit zu geben. Das ist mir sehr Wichtig. Heute! Das der Partner so denkt kann und will ich nicht beeinflussen. Zeigt sie diesbezüglich andere Züge wird/ist es nicht mehr meine Partnerin. Da mache ich weder bei mir noch bei einer Partnerin einen Kompromiss. Aber ich gestehe jedem anderen Menschen seine eigene Sicht und Lebensweise zu. Ich muss ja nicht mitmachen.
m46
 
  • #96
Ich denke nicht, dass man eine Entscheidungsgewalt hat, wenn man Treue für sich als Bedingung für eine Beziehung anstrebt.
Was Gewalt hier soll, weiss ich nicht.
Eine Bedingung deinerseits erfordert deine Entscheidung - nämlich die, diese Bedingung stellen zu wollen.
Mir ist meine Freundin mehr wert als der Sex. Ja, ich mag sie um mich rum haben.
Und ja, mir tun die Menschen leid, die so unfrei sind, an einem Dogma festhalten zu müssen. Jeder darf das - aber in meinem Leben nicht.
 
  • #97
Was ist das für eine Beziehung, wenn eine der wichtigsten Säulen in einer Partnerschaft komplett wegfällt.
Das ist eben die Frage die sich jedes Paar im Fall des Falls stellen muss.
Es gibt sowohl Männer als auch Frauen, die nach einer schweren Krankheit keinen Sex mehr haben können. Will man seinen Partner dann verlassen, weil er aus gesundheitlichen Gründen keinen Sex mehr haben kann?
Ich denke in jüngeren Jahren wird man darüber anders denken als im Rentenalter.
 
  • #98
Mußt Du @Lebens_Lust fragen, der hat das Wort reingebracht.
Ja, ich entscheide mich ganz bewußt für eine Bedingung, weil ich weiß, wie ich leben möchte und wie nicht. Das betrifft auch Beziehungen. Ich entscheide ja auch, unter welchen Bedingungen ich arbeiten möchte und unter welchen Bedingungen ich meine Klamotten hergestellt haben möchte oder unter welchen Bedingungen die Hühner leben, deren Eier ich esse.
Und ja, mir tun die Menschen leid, die so unfrei sind, an einem Dogma festhalten zu müssen.
Was gibt es denn da leid zu tun, denkst Du, man vermisst was? Sind wir alle unmündig, die wir so denken? Es sind doch gerade diese Entscheidungen, die ein erwachsenes Leben ausmachen. Eine Summe aus Erfahrungen, Gedankengängen, gelebten Beziehungen, Selbstreflexion.
Wie kommst denn Du dazu, da jemanden bevormundend als unfrei darzustellen?
Man kann durchaus sagen, okay, ich will so nicht leben. Aber das Leben anderer Leute bewerten? Schwierig irgendwie.
Ich führe ein glückliches Leben mit meinen ganzen Bedingungen:)
Ich fühle mich sehr frei, meine Entscheidungen zu treffen.
Das man nun nicht zu jedem paßt, das ist ja wirklich nicht so schlimm.
W
 
T

Toi et moi

  • #99
Das ist eben die Frage die sich jedes Paar im Fall des Falls stellen muss.
Es gibt sowohl Männer als auch Frauen, die nach einer schweren Krankheit keinen Sex mehr haben können. Will man seinen Partner dann verlassen, weil er aus gesundheitlichen Gründen keinen Sex mehr haben kann?
Ich denke in jüngeren Jahren wird man darüber anders denken als im Rentenalter.
ja, ich kann diese Situation verstehen aber das ist eine Ausnehme. Wenn die Beziehung vollkommen asexuell ist und ein Partner keine sexuelle Beziehung mehr möchte oder kann, dann ändert sich die Situation aber trotzdem denke ich, dass es fair wäre so viel Respekt zu zeigen und den Partner zu informieren. Solche Sachen kommen immer raus, es bleibt nicht verborgen. Plötzlich kommt einen Brief von der Rivalin oder ein Telefonat oder ein Foto, das zufällig rumliegt.....Da ist dann besser für allen Beteiligten offen und ehrlich mit der Situation umzugehen. Für mich gibt es keine Legimitation für einen Betrug.
 
  • #100
Ich denke in jüngeren Jahren wird man darüber anders denken als im Rentenalter.
Ja, ich denke auch, dass sich die Einstellung zu sexueller Exklusivität sich im Laufe des Lebens wandelt (auch schon vor dem Rentenalter:)). Im klassischen althergebrachten Familienmodell - Frau Hausfrau und Mutter, Mann Familienernährer - dürfte fremdv*** tatsächlich eine böse Bedrohung sein. Zu gross wäre die (theoretische) Gefahr für die Frau, den Ernährer zu verlieren und das Leben völlig umkrempeln zu müssen.

Du hast, liebe @Ariadna, unlängst in einem anderen Beitrag geschrieben, dass Sex selten wirklich und wahrhaftig gut sei. Kann ich unterschreiben. Sex wird wahnsinnig überbewertet. Meistens ist es nur Triebabfuhr oder eine Egogeschichte, häufig reichlich merkwürdig. Kann durchaus gut tun, qualitativ aber nie und nimmer mithalten mit gutem Sex in einer guten, vertrauten Beziehung.

Frau 50
 
  • #101
@Babar. Ich finde auch, dass Sex wahnsinnig überwertet wird, obwohl ich Sex sehr mag. Aber sexuelle Exklusivität zur kausalen Bedingung einer Beziehung zu machen, könnte ich mir nicht vorstellen.

Genauso abstrus fände ich es, festzulegen, dass mein Mann nur essen darf, was ich gekocht habe oder nur ins Kino darf, wenn ich auch dabei bin. Einmal auswärts essen oder mit dem Kumpel ins Kino und die Beziehung wäre vorbei - denn das würde ich mir ja als stolze Frau doch nicht bieten lassen, ich wäre wütend, enttäuscht und das Vertrauen wäre weg - lächerlich, oder?
Genauso ist es beim Sex. Man nimmt doch dem Partner nichts, nur weil man "es" auch mal mit wem anders macht - der Partner ist und bleibt die Nr. 1.

Und wer braucht denn sexuelle Exklusivität? Doch nur ein Mensch, der sich von vergleichbaren Angeboten bedroht fühlt. Also eine(r), der befürchten muss, dass, wenn er seinem Partner die Wahl ließe, diesen verlieren würde.
Für mich ist es gerade Ausdruck der Treue, trotz der Wahlmöglichen, die ich habe, mich dennoch immer für meinen Mann zu entscheiden. Denn das, was unsere Beziehung ausmacht, ist doch durch einen bisschen außerhäusigen Spaß nicht zu bedrohen - dafür ist unsere Bindung viel zu stark.
 
  • #102
Und wer braucht denn sexuelle Exklusivität? Doch nur ein Mensch, der sich von vergleichbaren Angeboten bedroht fühlt.
Das ist doch Quatsch und ein Totschlagargument von Menschen, die ihre Überzeugung leben wollen und anderen diese aufdrücken wollen. Wenn jemand diese Überzeugung nicht teilt, ist er (oder sie) eben das Problem oder hat irgendwelche Störungen. So einfach kann man sich die Welt machen.
Wenn zwei sich finden, die so leben wollen wie @noreia, ist doch alles in Ordnung. Da paßt es.
Wenn noreia auf jemanden treffen würde, der diese Art der Beziehung ablehnt, dann paßt es nicht. Es sei denn, noreia bequasselt denjenigen so lange, bis er selber denkt, er wäre nicht normal oder/und hätte Angst vor Vergleichen oder sonst eine Störung.
Es kann doch eigentlich nicht so schwer sein, diejenigen, die Treue möchten, einfach in Ruhe zu lassen, wenn man selber weiß, dass man nicht exklusiv leben möchte.
Oder hat da derjenige ganz egoistische Motive, wenn er (oder sie) sich darüber hinwegsetzt? Will den anderen trotz anderer Haltung (be)halten?
Weiß man nicht.
Voraussetzung für alles ist aber ja Kommunikation. Wenn ein Paar nicht über dieses Thema redet, kann man die Haltung des anderen nicht kennen.
W
 
  • #103
Was gibt es denn da leid zu tun, denkst Du, man vermisst was? Sind wir alle unmündig, die wir so denken?
Ein Dogma ist eine Lehre, die Anspruch auf absolute Gültigkeit erhebt.
Ja, ich halte Menschen, die einem solchen anhängen für absolut unfrei. Weil sie sich selber nicht das Recht nehmen, ihre Entscheidungen täglich neu zu treffen.
Wenn du für dich sexuelle Exclusivität haben willst, weil du dich damit wohler fühlst - ok, so will ich nicht leben.
Wenn du sexuelle Exclusivität als absolut gültig und richtig für alle ansiehst, dann bist du unfrei. Weil du deine Gedanken selbst in Ketten legst.
Ich bin mir sicher, du verstehst den Unterschied.
 
  • #104
Und wer braucht denn sexuelle Exklusivität? Doch nur ein Mensch, der sich von vergleichbaren Angeboten bedroht fühlt. Also eine(r), der befürchten muss, dass, wenn er seinem Partner die Wahl ließe, diesen verlieren würde.
Im ernst? Liebe Noreia ich glaube begriffen zu haben wie deine Einstellung ist in diesem Punkt. Aber alle Menschen die diese Exklusivität brauchen um sich in der Beziehung Wohl zu fühlen, abzustempeln wie Minderwertigkomplexe Trümmerhaufen finde ich schon spannend.Es ist meine Lebenseinstellung heute. Ich habe beide Seiten erlebt und auch ja verschuldet. Meine Beziehungen waren immer mit dem "Grundgesetzt" der Exklusivität von beiden erwünscht, behaftet. Auch so in meiner letzten Beziehung. Ich habe vertraut und war "Angstfrei"! Und wurde dennoch enttäuscht. Und es tat mir weh, weil ich einen Menschen der mir sehr ans Herz gewachsen war, verlassen musste. Ich war nicht Krank, impotent oder Lustlos, weder bin ich unatraktiv oder sonst was, was mich abschreckend machen würde.Außerdem rieche ich zudem noch wie frisch gemachtes Popkorn. Ich akzeptiere jedem seine frei Entscheidung es anders zu halten. Völlig in Ordnung. Aber wenn ich und meine Partnerin zu Beginn einer Beziehung beidseitig erkläre, dass diese Exklusivität eine Grundvorraussetzung für eine Beziehung ist und somit eine Richtung vorzugeben und einer diese dann im Alleingang zwischendurch einfach ändert, ist das einfach nur Beschiss. @Tom26 hat das ja scheinbar auch im Vorfeld mit seiner Liebsten abgeklärt und die beiden haben sich auch auf eine Richtung festgelegt. Und zwar auf eine andere eben nicht so Exklusive haltung was das betrifft. Und auch das finde ich gut und das kann gut gehen. Jedem das seine. Aber halftere hier nicht alle Menschen als Seelische Krüppel ab, nur weil sie für sich einen Weg in diesem einen Leben gefunden haben der ihnen gutes tut. Dir spricht hier doch auch niemand ab ob du dich mit irgendwelchen Männern frei Schnauze einlässt obwohl du eine Partnerschaft hast. Dein Ding und wenn es Dich Glücklich macht, freu ich mich für dich. Also bitte meine Liebe.
m46
 
  • #105
Meiner Meinung nach hat sich Monogamie im Laufe der Evolution besser bewährt als wechselnde Partner, daher steckt es irgendwie - mehr oder weniger - in den meisten von uns drin. Eine Frau wollte die Sicherheit, dass der Mann um sie und die Kinder kümmert. Ansonsten wäre sie u.U. schutzlos gewesen. Wenn der Mann noch andere Kinder mit anderen Frauen hat, gehen Ressourcen verloren. Der Mann will eine treue Frau und damit die Sicherheit, dass die Kinder der Frau von ihm sind und er keine Kuckuckskinder großzieht. Dennoch gab es auch Männer die Kinder mit anderen Frauen hatten. Ob dann aber viele seiner Kinder der vielen Frauen überleben konnten... naja einige, aber nicht alle. Die besseren Überlebenschancen hatten Kinder der treuen Männer -> mehr Treue-Gene vererbt. Kuckuckskinder hingegen sind häufiger und sichern sogar die Vielfalt im Genpool. In diesem Sinn haben Männer in arabischen Ländern das Recht mehrere Frauen mit Kindern zu haben, sofern sie sie ernähren können. In unserer Modernen Welt mit Verhütung und berufstätigen Frauen (wobei Alleinerziehende immer noch oft von Armut betroffen sind!!!) kann man die Monogamie in Frage stellen. Aber dass es noch in uns steckt kann man wohl niemandem zum Vorwurf machen!
 
  • #106
Ich bin mir sicher, du verstehst den Unterschied.
Vielen Dank für diese Erklärung.Mir war das echt nicht bekannt:)
Mir ist es schon häufiger aufgefallen, dass Du ebenso wie einige andere genau das machen? Ihre Meinung ist die allein gültige, alle anderen sind unfrei, haben nur Verlustangst, sind gestört, etc.
Wie noreia auch. Das kommt bei mir sehr bestimmend und ja, auch intolerant gegenüber der Meinung anderer, rüber.
Wenn jemand so leben möchte, dass er Sex mit anderen haben möchte, bitte. Aber dann kann er doch andere, die nicht so denken, nicht als unfrei bezeichnen. Jede Bewertung ist da ganz einfach grenzüberschreitend. Wenn man Deine Haltung nicht hat, dann ist man unfrei. Wie kommst Du dazu, sowas zu sagen?
Ich bin sicher, Du verstehst jetzt, was ich meine. Oder?:)
W
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #107
Das liegt auch daran, was einen die Eltern und Großeltern vorgelebt haben. Wenn dann bei denen, die Monogamie üblich war, dann wird es auch bei einen selber so sein. Ab und zu scheren zwar einige aus den vorgelebten Muster aus, aber dies wird eher die Seltenheit sein. Bei mir ist aber nicht so und lebe dies so wie ich es aus der Kindheit kenne.
 
T

Toi et moi

  • #108
Für mich ist eine Partnerschaft immer mit Liebe und Vertrauen verbunden. Natürlich kann man Menschen in verschiedenen Formen lieben und man kann auch sich sexuell trotz aller Liebe zu anderen Menschen hingezogen fühlen. Die Frage ist nur, ob man das ausleben möchte. Was nimmt man in Kauf und was wird riskiert. Ich denke, dass auch hier Unterschiede gibt, ob eine Partnerschaft mit Ehe und gemeinsamen Finanzen, Kinder und das ganze Programm vorhanden ist oder einfach zwei Menschen zusammen sind, die nicht einmal zusammen wohnen, jede seine eigene Wohnung hat, sich ab und zu zum Sex und Essengehen und Smalltalk treffen.
Wenn ich mit jemandem zusammen bin, dann möchte ich, dass es ihm gut geht. Ich möchte, dass er glücklich ist und wenn sein Glück nur mit einer anderen Frau möglich ist, dann bin ich bereit mich zurückzuziehen aber ich bin nicht bereit unglücklich zu sein, damit zwei Menschen ihren Sex-Spaß haben. Da verzichte ich komplett auf das Ganze. Denn ich möchte auch glücklich sein und warum soll sein Glück wichtiger sein als mein Glück. Hier wird propagiert, dass der Sex überbewertet wird. Komischerweise, von Menschen, die nie davon genug bekommen oder nicht viel davon möchten und ich frage mich, wo bleibt das Bindeglied in einer nicht monogame Beziehung. Wenn weder Empathie eine Rolle spielt noch der Sex erfüllend ist. Ist das nicht besser, dem Partner sagen, dass man sich trennen möchte?
 
  • #109
"Entscheidungsgewalt". So, also in Anführungsstrichen. Oder habe ich jetzt irgendwas völlig überlesen?

Eine Frau wollte die Sicherheit, dass der Mann um sie und die Kinder kümmert. Ansonsten wäre sie u.U. schutzlos gewesen. Wenn der Mann noch andere Kinder mit anderen Frauen hat, gehen Ressourcen verloren. Der Mann will eine treue Frau und damit die Sicherheit, dass die Kinder der Frau von ihm sind und er keine Kuckuckskinder großzieht.
Ja, das ist die "alte" Sichtweise und ich habe das ja oben auch so geschrieben. Ressourcen gegen "keine Kuckuckskinder". Und ich lege auch Wert auf Treue in einer Beziehung. Aber die Zeiten haben sich geändert.
Im Grunde gibt es doch mittlerweile wenige wirklich monogame Menschen. Die meisten hier haben auch mehrere Beziehungen hinter sich. Frauen sind nicht mehr lebenslang "treu". Männer auch nicht. Und darum bin ich als Mann natürlich nicht mehr bereit, meine Ressourcen voll zur Verfügung zu stellen.
Wenn ich heute in einem Lebensabschnitt zu viele Ressourcen zur Verfügung stelle, schade ich mir für den nächsten. Ich habe keine Kinder. Das Thema Kinder ist auch für meine Partnerin keines mehr. Das ist eine andere Form von Beziehung als "Familie". Natürlich wirft man irgendwie die Ressourcen zusammen, aber eben nicht mehr so wie vor 50 Jahren. Und ich bleibe dabei: Treue gegen Sex ist für mich Teil einer Beziehung. Nicht absolut, aber eben doch grundsätzlich.
Die einzige Frage ist, wie ich damit umgehe. Die Antwort ist für mich: nicht durch heimliches Fremdgehen.
 
  • #110
Wir lesen hier immer wieder, dass diese Menschen dann irgendwann das Gefühl haben, "was verpasst" zu haben.
Ja, nur wenn man dann noch ein Stück weiterlebt und es mit Abstand betrachtet, denkt man das vielleicht nicht mehr, wenn man dafür hätte lügen müssen. Ich hab verpasst, meinen Partner zu besch... betrügen, sagt ja keiner, sondern er hat sich nur ENTSCHIEDEN, es nicht zu tun und bereut es jetzt (scheinbar, denn ich denke, dass Menschen, die nicht lügen wollen, sich genauso wieder entschieden hätten). Er hätte doch auch Schluss machen können mit der Beziehung und sein Leben so leben, dass er gar nichts mehr verpasst. Das Rumjammern mit der Erhaltung der Ehe ist es, was mich stört. Warum die nicht loslassen und loslegen mit dem aufregenden Leben?

Stabilität in der Familie finde ich wichtig. Aber auch Unehrlichkeit, ewig bedrückte und enttäuschte Mütter und Väter, die "ein Geheimnis" haben und deswegen komischer Weise fröhlich sind, während die Mutter das still erträgt, sind sehr schlecht für ein Kind. Also wenn schon so "selbstlos", dass man sich auch um sein Kind kümmert, dann EHRLICH und nicht mit der Mutter weiter zusammenlebend und einen auf netten Familienvater machend, während das ganze eine total vergiftete Atmosphäre hat und jeder mitkriegt, dass hier irgendwas nicht ausgesprochen wird.

Einigen wir uns auf "Treue" statt "Monogamie"?
Genau.
Die Monogamie ist für mich kirchlich, gesellschaftlich usw. aufgedrückt. Scheidung war und ist für manche "böse", losermäßig usw..
Die Treue dagegen ist für mich elementar, und das ist allgemein gefasst im Sinne von "nicht betrügen, nicht belügen". Jemand, der eine offene Beziehung vereinbart und mit diesen "Regeln" gut lebt mit seinem Partner, ist für mich auch treu. Egal, ob man das nun für machbar hält oder nicht.

Ich denke, dass wenn man schon denkt "jeder ist doch Egoist und jeder hat Angst, was zu verpassen", dann sollte das auch offen gesagt werden und endlich Schluss sein mit dem einerseits Verklären der Sexualität (das hält ja anscheinend kaum einer aus ohne und hier darf für viele auf keinen Fall was verpasst werden) und dann aber auch dem Geringschätzen der Sexualität (bei der Kompatibilität wird ja darauf fast nie geachtet, das scheinen Frauen immer noch als Tauschding zu sehen und bei Betrug heißt es "war NUR Sex", also was unwichtiges - warum dann den Partner deswegen aber verletzen?). Dann hört endlich dieses biedere Getue auf, man sei so ein guter Mensch, weil man sexuell "gut erzogen" ist und offiziell den Ehrlichen mimt, und diese Madonna-Hure-Sicht auf Frauen.
 
  • #111
Mir ist Monogamie in einer Beziehung sehr wichtig, sie gehört einfach dazu. Von offenen "Beziehungen" halte ich nichts, das sind für mich keine Beziehungen, sondern eher nur Affären. Einen Seitensprung würde ich niemals verzeihen. Ich mache es nicht und dies erwarte ich auch von meiner Partnerin.

An ganzen Antworten sieht man ja auch, dass die Polygamie die Ausnahme ist und da müssen diejenigen, die dies gerne hätten, noch sehr viel Überzeugungsarbeit leisten.:)
 
  • #112
Die meisten bisherigen Antworten hier idealisieren die "Liebe" ziemlich und beziehen Treue anscheinend auf das Körperliche.
Ich bin da vorsichtig: es gibt im Leben kein Schwarz und kein Weiß, deswegen ist es ja so fordernd. Das Leben bewegt sich fast immer in einer Grauzone, so auch wir als Menschen. Wir haben ein kulturell geprägtes Ideal von Liebe = Treue und Monogamie.
Wie jedes Ideal ist es aber ein nur von Menschen angestrebter Idealzustand, wie schaut es aber um den Natur- und Istzustand aus?
Ja, für mich ist der Mensch ein ganz besonderes Lebewesen, fähig dazu, Ideale zu entwerfen, anzustreben und sogar zu leben (wobei das immer nur an eigenen Wertmaßstäben orientiert ist), aber er ist nun mal auch Tier wie jedes andere.
 
  • #113
Hey,

für mich ist es eine Idee die aus der Not geboren worden ist um dem Nachwuchs die besten Chancen zu geben und noch dazu (vor allem für den Mann) sicher zu stellen das die Kinder auch von ihm sind (!) - aber diese Zeiten sind VORBEI! Frau ist nicht mehr auf uns Männer angewiesen und wir auch nicht mehr auf die Frauen (vor allem wenn man so wie ich keine Kinder möchte!)

Allgemein mag ich die Idee nicht sonderlich, da ich auch gerne mal ein paar sexuelle Fantasien ausleben möchte (u.a. der Dreier in seinen beiden Spielarten!) und hier Eifersucht etc. nur hinderlich ist!

Außerdem möchte ich keine Kinder d.h. ist einer der Hauptvorteile für mich sowieso dahin!

Was nicht heißt das ich keinen Wert auf Vertrauen in einer Beziehung lege (Everything goes - aber nur solang beide davon wissen und es abgenickt haben, denn damit ist es kein Betrügen wenn man mit wem anderen Sex hat!), aber das kann man meiner Meinung nach auch haben wenn man seinen Partner/Partnerin nicht "in Ketten legt" indem man die Fantasien z.B. mit festen anderen Partnern (z.B. einem 2ten Pärchen!) auslebt oder gleich eine 3er/4er Beziehung führt (klingt für mich nach einem Traum!)
 
  • #114
Unsere menschlichen Beziehungen sind eigentlich schon auf Lebenszeit angelegt. Es sei denn, die Liebe zerbricht vorzeitig.
Und auch die Treue ist eigentlich das Versprechen, nicht einseitig aus der Partnerschaft auszubrechen, Ein Treuebruch mit nachfolgender Trennung vom alten Partner ist und bleibt eben doch ein Treuebruch. Monogamie heißt: einer kann sich in Sachen Treue blind auf den anderen verlassen.
 
  • #115
Der Unterschied zwischen den besagten Formen der Unabhängigkeit liegt darin, dass z.b polygame Menschen darauf abzielen sich von äußeren, gesellschaftlichen Zwängen loszulösen. Der wahre Freigeist aber, will sich auch von seinen zum Teil tief verwurzelten Inneren Zwängen lösen. Ersteres ist lediglich eine Frage des Mutes, und stellt bei weitem nicht die selbe Herausforderung dar. Seine Gefühle wahrzunehmen und sie gleichzeitig voll unter Kontrolle zu behalten, indem man ihre Ursprünge ergründet und erkennt dass es die sexuelle Energie ist die uns zu allen erdenklichen (egoistischen) Taten antreibt, wird dazu führen diese Triebenergie sublimieren und in völlig unabhängiges und selbstloses Handeln umwandeln zu können.
 
  • #116
Unsere menschlichen Beziehungen sind eigentlich schon auf Lebenszeit angelegt.
Das stimmt zwar, aber als die Ehe sich im Abendland als dem heute noch geläufigen Verständnis nach etabliert hat, betrug die Lebenserwartung ca. 38 Jahre; von der gesunden Lebenserwartung gar nicht erst zu reden.

Die Ehe mit lebenslanger Monogamie der Ehepartner zu verknüpfen, war in der griechisch-römischen Antike nicht erwartet. Die Ehe legalisierte dort nur die Abstammung der Kinder und Rechte bzw. Pflichten der Ehepartner gegeneinander bei Rechtsgeschäften.
 
  • #117
Wäre für mich nicht möglich. Kann mir nicht vorstellen, 10 Jahre oder mehr mit nur einem Partner Sex zu haben.. das entspricht einfach nicht meiner persönlichen Natur.

Diese Frage kann man sowieso nicht mit einem JA oder NEIN beantworten. Es gibt Menschen die können so leben, andere nicht. Es ist z.B bekannt, dass in verschiedenen Ländern in Südamerika der Mann nebst seiner Frau noch mehrere Geliebte hat (kein Vergleich zum Islam, da dieses Verhalten von den Frauen nicht goutiert wird).
Mag ein Tabuthema sein, aber es entspricht nun mal der Wahrheit. Es ist auch bekannt, dass sehr viele Familienväter und ich meine sehr viele, des öfteren Bordelle heimsuchen, obwohl zu Hause die Frau sitzt.

Man könne jetzt behaupten, dass dies falsch wäre, oder diese Sorte von Mensch nichts dazugelernt hat. Aber es einfach nur ein Fakt der sich nicht geändert hat und sich auch nicht ändern wird.