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  • #1

Hält Beziehung ein Studium Ü40 aus?

Geschieden, seit Jahren aber mit LG, ein Teenagerkind, zwei kleine Unternehmen als Inhaberin - und jetzt beabsichtige ich zu studieren. Ich habe das Gefühl, endlich etwas für mich tun zu müssen, statt ständig nur zu funktionieren. Wer hat dies im "hohen Alter" von Ü40 auch gewagt - und gewonnen? oder verloren?
 
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  • #2
Ich würde mit 40 nicht mehr studieren. Wozu? Mußt du dir nochmal selbst was beweisen? In diesem Alter sollte man doch solangsam gefestigt sein und das Gröbste hinter sich haben.
 
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  • #3
Liebe FS,

hast du neben Teeniekind und den zwei Unternehmen plus LG immer noch Zeit und Kraft zu studieren?

Meinst du wirklich, dass dich das Studium endlich glücklich machen wird? Ich denke eher nein.

Solange du dein Leben als nur funktionieren empfindest, anstatt ein Teeniekind, zwei hoffentlich gut laufende Unternehmen und einen hoffentlich guten LG als Glück zu empfinden, hoffentlich dazu gesund zu sein, dann fehlt dir irgendwo anders was.

Vielleicht hilft ein Praktikum in einer Obdachloseneinrichtung oder so. Danach wirst du die Welt aus ganz anderen Augen sehen und dich viel glücklicher mit dem schätzen, was du hast und was du erreicht hast.

Was willst du mit dem Abschluss des Studiums dann erreicht haben? Jünger wird man auch nicht, ich merke es seit 3 Jahren extrem.

Ich geniesse die Freiräume die ich habe, um mehr für meine Gesundheit usw. zu tun. Vielleicht frische ich später mein Englisch noch mal richtig auf, aber ansonsten reicht die Kraft halt nicht mehr so doll für alle möglichen Dinge.

Ich bin in reinem mit mir, freue mich auf neue Dinge, bin offen dafür und vor allen Dingen bin ich zufrieden mit mir und meinem Leben. Ich habe mehr erreicht, als ich je gehofft habe.

w 49
 
  • #4
Wenn es das ist was du tun möchtest, dann solltest du es tun!

Es ist falsch andere um ihre Meinung darüber zu fragen - es ist nur endscheidend was du möchtest.
Der einzige mit dem du das besprechen solltest ist dein Partner.
 
  • #5
Eine Frau absolvierte mit 45 eine dreijährige Ausbildung (exam. Altenpflege) vgl. einem Studium.
= samstags Ganztags-Schule - sonntags viel schriftliche Hausarbeit zuhause.
Die Ausbildung war fast Alles Theorie, denn die Praxis konnten die Teilnehmer bereits.

Neben Vollzeit-Job in der Pflege, Haushalt und Ehemann. Ein Kind (16) noch zuhause.
Nicht, weil ihr langweilig war, sondern um mehr Geld zu verdienen.
Es war schwer, aber sie schaffte Alles, auch die Prüfungen.
Die Ehe hielt das gut aus. Da gabs weit größere Probleme zu bewältigen.
 
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  • #6
Ich würde mit 40 nicht mehr studieren. Wozu? Mußt du dir nochmal selbst was beweisen? In diesem Alter sollte man doch solangsam gefestigt sein und das Gröbste hinter sich haben.
Wäre das Arbeitsleben ein Fußballspiel, dann wäre mit 40 noch lange nicht Halbzeit-Pause.

Mit 40 hast du noch 27 Arbeitsjahre vor dir. 4-5 Jahre Studium und 22 Jahre als Akademiker mag für manchen angenehmer und lohnender erscheinen als noch 27 Jahre im Ausbildungsberuf.

Meine Mutter hat schon vor 20 Jahren noch mit 55 eine neue Ausbildung begonnen, weil es ihr wichtig war, und sie war bis zur Rente zufrieden und anerkannt in ihrem Beruf.

m
 
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  • #7
Ja. Eine Beziehung hält ein Studium aus. Wegen einer Beziehung nicht zu studieren, wäre ein schlechter Grund. Du tust was für dich, also auch was für deine Entwicklung als Person. Nur Mut und nur zu. (w 46)
 
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  • #8
Also mit Ü40 noch mal Studieren um das eigene Ego zu befriedigen? Macht keinen Sinn. Wenn du fertig bist, bist du ohnehin zu alt für den Arbeitsmarkt. Außer du willst damit angeben, nach dem Motto ich habe schließlich Studiert.

Und ob das die Beziehung aushält, musst du deinen Partner fragen. Aber ich könnte besseres mit der knappen Freizeit anfangen. Geld ist nicht alles. Aber es soll ja Leute geben die unbedingt Status brauchen. Wir haben doch schon genug Studierte Taxifahrer.
 
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  • #9
Natürlich geht es mir von außen betrachtet gut - Kind gesund, ich gesund, LG gesund und Beziehung alles gut, Geschäfte, nun ja, wie Selbständigkeit eben so läuft, mal besser, mal schlechter, einerseits ständiger Kampf, aber ich kann davon leben. Selbstverständlich versuche ich mir vorzunehmen, mir mein Glück vor Augen zu halten und darzustellen. ABER, je älter ich werde, um so mehr Probleme habe ich mit meinem Selbstwertgefühl. Andere haben studiert, ich hatte zwar die Voraussetzungen, aber familiär nicht die Möglichkeiten. Ich habe schon immer für meine Anerkennung mehr kämpfen müssen, habe nebenberuflich Weiterbildungen gemacht und selbst finanziert, nur weil mir ein akad. Grad fehlt. Andere hatten weniger drauf, haben aber trotzdem die Lorbeeren geerntet oder die besser dotierten Jobs bekommen. Ich bin es leid, immer irgendwie ein Mensch zweiter Klasse zu sein - nur weil mir ein Titel fehlt. Ich kann auch nicht in der Rolle der tollen Mutter aufgehen - denn 1. muss ich Geld verdienen, mein LG versorgt mich nicht und 2. will ich keine Gluckenmutter sein. Also fehlt mir auch hier die Bestätigung. Ich habe manchmal das Gefühl, ich müsste mein Leben neu organisieren. Danke schon jetzt für eure Postings, FS
 
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  • #10
Ja, eine Beziehung kann ein spätes Studium aushalten. Entscheidend ist das Verhältnis der Beziehung, das Studienfach, das Interesse des Partner an dem Thema usw. Die Beziehung kann auch noch besser werden, da Frau evtl. für ihren Partner auch attraktiver wird,
Liebe FS, wenn ein Studium deine Lebensabsicherung nicht gefährdet, kann ich dich, aus eigener Erfahrung, nur dazu ermuntern.
w 50+, die mit ü40 noch ein Studium abgeschlossen hat - und das für sich nur positiv bewerten kann.
 
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  • #11
Wenn Du wirklich aus Eigeninteresse das Studium machen willst, dann tu es. Falls es danach zum Broterwerb mit verbessertem Einkommen sein soll, vergiß es. Du wärst frühestens mit 43 fertig, mit Master bist Du 45. Du hast auf diesem Gebiet keine Berufserfahrung und konkurrierst mit erfahrenen Akademikern in Deinem Alter und jungen Absolventen. Mach die Augen auf, welcher Chef wählt Dich in dem Alter, dessen einziger Vorteil der hohe Erfahrungsschatz, den Du nicht hast, ist? Junge AN sind anspruchsloser, flexibler, billiger. Dort kannst Du widerum nicht mithalten. Alles hat im Leben seine Zeit, das ist leider so. Und eine Umschulung ist wieder was andres als ein Studium.

m, 40
 
  • #12
Liebe FS,

du schreibst, dass du etwas für dich tun möchtest, aber irgendwie scheinst du zu zweifeln ob ein Studium dafür das Richtige ist. Muss es denn unbedingt ein Studium sein? Kann es nicht auch was anderes sein, eher in Richtung Hobby? Sport? Etwas Handwerkliches und/oder Kreatives?
An was für ein Studium hast du denn gedacht? Wäre es ein Fernstudium? Hätte das etwas mit deinem Beruf zu tun, oder wäre es etwas völlig anderes, was du wirklich nur für dich tun möchtest.
Ich finde es generell gut, dass du auf deine Bedürfnisse achtest, aber ein Studium kostet eben viel Zeit und Energie. Wenn du wirklich nur etwas für dich machen möchtest, weil du deinen Horizont erweitern möchtest, kann ich die sogenannte Gastvorlesungen vorschlagen. Du gehst einfach zur Uni, sagst du möchtest gerne Gasthörer sein, zahlst einen Obolus und kannst dann ganz entspannt in der Vorlesung sitzen, dich weiterbilden, und das ganz ohne den Stress mit Referatsvorbereitung, Hausarbeiten schreiben etc.
 
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  • #13
Andere haben studiert, ich hatte zwar die Voraussetzungen, aber familiär nicht die Möglichkeiten. Ich habe schon immer für meine Anerkennung mehr kämpfen müssen, habe nebenberuflich Weiterbildungen gemacht und selbst finanziert, nur weil mir ein akad. Grad fehlt. I

Ich bin es leid, immer irgendwie ein Mensch zweiter Klasse zu sein - nur weil mir ein Titel fehlt.
Liebe FS, ich glaube hier reicht vollkommen einige Stunden bei einer guten Psychotherapeutin.

Wenn du dein Selbstwertgefühl über ein Studium und einen akadm. Grad definierst, dann tust du mir leid.

Du hast im Leben bisher viel geleistet, du kommst gut zurecht, du hast sehr viel. Erkenne das doch an und nicht das, was du angeblich brauchst, um endlich anerkannt zu werden.

Glaube uns, du wirst auch ohne Studium von den richtigen Leuten anerkannt, wenn du dich selbst erst erkannt hast. Vorher wird das nichts. Von den Menschen, die sich nur über Studium und Titel definieren, oder dicke Autos usw., brauche ich garantiert keine Anerkennung, weil das sowas von oberflächig und dumm ist.

Mir ist ein Mensch ohne Studium, aber mit viel Herz und einer guten Kommunikation, der mich als Mensch sieht, egal ob mit oder ohne Studium, viel lieber.

w 49, die studiert hat und dazu zwei abgeschlossene Berufsausbildungen hat
 
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  • #14
Mach es wenn du es möchtest. Ich studiere im Moment bin 43 habe einen Lauser von 13 einen Ex der im Ausland lebt. Einen LG. habe ich nicht. Eine Beziehung sollte so was aushalten, mein Ex war damals dagegen, als ich Abendschule machte. Aber es hat funktioniert, war damals auch berufstätig und selbständig. Heute bin ich immer noch selbständig und werde 2014 meinen Abschluss machen. Wünsch dir Mut, Kraft und ja es ist ein tolles Gefühl, wenn du Klausuren schreibst und bestehst. Also ab in Höhrsaal mit dir.

W43
 
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  • #15
Wenn es dein Herzenswunsch ist, dann tu es.
Aber einen Punkt halte ich für wichtig: Du schreibst, dass du dich nicht für voll genommen fühlst, hast sowas wie Minderwertigkeitsgefühle, wirst benachteiligt (das kann ich mir gut vorstellen). Aber das alles ist dann, wenn das Studium hart wird, ziemlich sandiger Boden fürs Durchhalten.
Ich rate dir (und allen jüngeren Studenten auch), dir ein ZIEL zu setzen. Also: Was genau willst du dann nach deinem Abschluss machen? Wofür genau willst du dich durch Fächer quälen, die dir weder liegen noch Spaß machen (die gibt es bei jedem Studiengang).
Ein möglichst klares Ziel wird dir helfen, den langen steinigen Weg zu schaffen, und nicht doch noch alles hinzuwerfen, "weil es ja nicht unbedingt sein muss".
 
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  • #16
Liebe FS, Lass Dir hier nichts einreden. Ich bin eine Befürworterin vom lifelong learning und bin jetzt mit fast 37 mit meinem Master fertig. Arbeitgeber habe ich schon und bin soviel glücklicher als vor dem Master. Also, Du willst es, mache es. Es gibt immer Kritik, egal was Du machst aber weltoffene tolerante Menschen werden Dich in Deiner Entscheidung nur bestärken. Ich finde sie super! Alles Liebe, w36
 
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  • #17
Danke erstmal für die vielen Postings. Das Studienfach baut auf meinem derzeitigen Job als Selbständige auf und natürlich muss ich während des Studiums weiterarbeiten - wie soll ich sonst leben, viel Reserven habe ich nicht. Mein LG hat grundsätzlich nichts dagegen, gibt aber zu bedenken, dass ich bei den Studenten nie wirklich dazu gehören werde, 1. wg. meinem Alter (ich könnte ja die Mutter sein), 2. weil ich natürlich ein ganz anderes Leben führe und entsprechend Verpflichtungen habe und 3. bei weitem nicht so unbeschwert leben kann. Und er macht, wie der ein oder andere hier auch, mir wenig Hoffnung, dass ich dadurch mehr Anerkennung erfahren werde.

Ich entgegne ihm dann (mag nicht ganz fair sein, ok) : kann nur von einem Mann kommen, der studiert hat und damit NIE das Problem hatte, darzustellen, als Frau und Mutter ohne Studium trotzdem ihre Frau in der Selbständigkeit mit eigener Agentur stehen zu müssen!

In meinem Elternhaus ging es nur darum, einen Beruf zu haben, dann zu heiraten und Kinder zu bekommen - und damit grundsätzlich versorgt zu sein und vielleicht nebenbei etwas zu arbeiten. Ich hingegen arbeite schon mein ganzes Leben, trotz Heirat, trotz Kind - und habe mich immer selbst versorgt. Daher auch das Gefühl des "funktionierens".

Ich bin jetzt wirklich hin und hergerissen, auch natürlich wegen der Dreifachbelastung und der Finanzierung.
 
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  • #18
Ich bin jetzt 50 geworden und mache jetzt ein masterstudium und bin dabei ziemlich glücklich. Es ist eine hohe Herausforderung, macht aber viel Spaß. Ausprobieren.
 
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  • #19
@ ehemals Studierende Ü40 - darf ich bitte noch tiefer gehende Fragen stellen?!? DANKE:

- wie habt ihr Euch (und ggf. zusätzlich noch die eigenen Kinder sowie Rente, usw.) finanziert während des Studiums?
- wie ist es Euch ergangen während des Studiums auf dem Campus? - ich bin nicht der Kumpel-Turnschuhtyp, sondern eher Typ Powerfrau mit Business-Stil
- wurdet ihr voll integriert und auch akzeptiert als Studentin?

@Kirsche - Gastvorlesungen mögen zwar ganz nett sein - es bringt mir aber doch keinen Abschluss / Titel. Eines meiner Hobbys erfülle ich mir mit der zweiten Selbständigkeit - da achte ich schon auf mich.

Ach ja, und Ehrenamt habe ich 25 Jahre lang gemacht - dafür ist mir mittlerweile aus verschiedenen Gründen meine Zeit zu schade. Diese möchte ich nun wirklich für mich nutzen.

Lieben Dank für eure Gedanken, Erfahrungen und Anregungen - FS
 
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  • #20
Ein Studium lohnt sich immer! Egal wie alt du bist. Das Durchschnittsalter der Deutschen liegt bei etwa 45 Jahren!
Du musst Folgendes bedenken:

- Deine Rente ist alles andere als sicher, weil Hr. Schäuble & Co. alles nach Griechenland, Italien oder sonstwohin geschickt haben!

- Der demographische Wandel in Deutschland wird dich zwingen bis ins tatsächlich hohe Alter zu arbeiten!

- Das menschliche Gehirn lernt bis zum Eintritt des Todes. Das bedeutet lebenslanges Lernen ist möglich!

- Warum richtest du dich nach Normen einer Gesellschaft, die längst weltweit als unflexibel gilt?

Wenn dein Mann wirklich zu dir steht, wird er dich verstehen und unterstützten.

Also: Nur Mut! Fang an zu leben!
 
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  • #21
@ ehemals Studierende Ü40 - darf ich bitte noch tiefer gehende Fragen stellen?!? DANKE:
- wie habt ihr Euch (und ggf. zusätzlich noch die eigenen Kinder sowie Rente, usw.) finanziert während des Studiums?
- wie ist es Euch ergangen während des Studiums auf dem Campus? - ich bin nicht der Kumpel-Turnschuhtyp, sondern eher Typ Powerfrau mit Business-Stil
- wurdet ihr voll integriert und auch akzeptiert als Studentin?
FS
Hier ist nochmal die # 9:

1. Kinder hatte ich nicht, finanziert habe ich mein Studium mit freiberuflicher "Teilzeit-Arbeit". Ich hatte allerdings meinen Mann im Hintergrund, der nachdem er erst gegen ein Studium war, bereits nach dem 1. Semester voll hinter mir stand. Als die Immatrikulation anstand, bin ich einfach losgefahren, d.h. die Uni lag in einer anderen Stadt, ca. 100km entfernt. Ich habe zu Hause gewohnt und bin gependelt. Das ist m.E. auch eine Voraussetzung, um Beziehungsärger zu vermeiden. Mein Mann hat später gemeint: "nur gut, dass du auf mich nicht gehört hast".

2. ich bin eher der Turnschuhtyp. Unangenehm aufgefallen bin ich nicht, mit 40 sieht man ja eher aus wie Mitte 30 und dann ist der Altersunterschied schon nicht mehr so groß. Ich hatte, auch in Arbeitsgruppen, keine Probleme. Studis sind in der Regel tolerant! Die WiWis laufen doch auch im Businessstil, zumindest zu meiner Zeit, mit Babour Jacken auf dem Campus herum.

3. auch die Profs hat das Alter überhaupt nicht gestört, im Gegenteil, einige Ältere beleben das Seminar gelegentlich sogar.

4. ich war mit meinen Studiengegenstand schon Jahrzehnte vorher in Berührung gekommen. Dennoch war das Vorwissen nur die Basis - und es gab mir schon zu Beginn meines Studiums die Gewissheit, dass ich das richtige Studienfach gewählt habe.
Ein spätes Studium macht m.E. auch nur dann Sinn, wenn man später etwas damit anfangen kann. Ich würde z.B. als Ü40 nicht Jura studieren und Wirtschaftswissenschaft auch nur dann, wenn ich wüsste, dass ich hier freiberuflich tätig sein könnte.

Wie das mit der bereits vorhandenen Beziehung letztendlich ausgeht, kann dir vorher niemand sagen. Ich hatte letztendlich einen toleranten Mann und wohl auch eine gute Portion Glück.
Für mich bedeutet das vorhandene Studium einen Mehrwehrt an Lebensqualität, vielleicht sollte ich auch noch dazu sagen, dass ich im kulturellen Bereich freiberuflich tätig bin.
 
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  • #22
Liebe FS, ich w42, seit 4J Alleinerzieherin, 3 Kinder Teenageralter, Vollzeitjob, Leitende Pos, studiere seit September berufsbegleitend JUS - es ist anstrengend, ich stosse an meine Grenzen ABER ich mache es eben aus der gleichen Motivation wie du es beschrieben hast - um etwas für mich alleine zu haben, über mich selbst zu bestimmen, ein Zukunfsziel zu haben - obwohl ich schon ein abgeschlossenes Studium habe, also viel Glück und Ausdauer!
 
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  • #23
Liebe FS, ich w42, seit 4J Alleinerzieherin, 3 Kinder Teenageralter, Vollzeitjob, Leitende Pos, studiere seit September berufsbegleitend JUS - es ist anstrengend, ich stosse an meine Grenzen ABER ich mache es eben aus der gleichen Motivation wie du es beschrieben hast - um etwas für mich alleine zu haben, über mich selbst zu bestimmen, ein Zukunfsziel zu haben - obwohl ich schon ein abgeschlossenes Studium habe, also viel Glück und Ausdauer!
Wow, ich frage mich nur, wo die Frauen die Zeit neben Vollzeitjob, leitende Pos und 3 Kinder im Teenageralter hernehmen? Wo bleibt Zeit für Einkaufen, Erholen, Haushalt, Kinder!, für Freundschaften usw.

Mir ist unangehm aufgefallen, dass die FS das Studium machen will, um endlich anerkannt zu werden. Da ist bei mir der Knackpunkt zu sehen.

Ob der LG das mitmacht, muss und kann die FS nur selber beantworten. Vielleicht hängt sie gar nicht so an an der Beziehung, bekommt auch nicht groß Anerkennung von IHM und sucht daher die Anerkennung beim angeblich glücklich machenden Studium.

Für mich sieht es eher eine Flucht aus, aber nicht nach einer Frau, die bei sich angekommen ist, die eigentlich ein gute Leben führt und zufrieden sein sollte.

Mir scheint irgendwo ganz tief im Inneren, was auch mit ihrem Elternhaus zusammen hängen könnte, was sie ja selber erwähnte, ist das wahre Problem ihrer Sucht nach Anerkennung zu suchen.

Vielleicht irre ich mich auch?

w
 
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  • #24
Du hast in Teilen schon Recht, es hat sicherlich etwas mit meinem Elternhaus zu tun. Ich weiß, dass ich leider keine Frau bin, die bei sich angekommen ist - eher fühle ich mich manchmal, als hätte ich mich verloren. Nur, was soll ich denn tun? Es ist nicht so einfach, nur zu sagen: Du hast doch a)b)c) also musst du glücklich und zufrieden sein. Mein LG ist seit ein paar Jahren mein größtes Glück und ich möchte ihn natürlich nicht verlieren. Er liebt mich so wie ich bin - für ihn muss ich nicht studieren, um einen höheren Stellenwert zu bekommen. Er kennt meine Power, all das was ich durch eigene Kraft, Willen und Kämpfen erreicht habe und auch meine Schwächen. Aber er würde mich verstehen, eben weil er mich kennt.

Danke allen, die hier Zeit für mich geopfert haben - ich werde weiter überlegen, Strategien ausarbeiten, Pläne schmieden - es ist ja mit meinem vielschichtigen Hintergrund nicht damit getan zu sagen: Ich studiere - da muss auch alles andere organisiert werden. FS
 
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  • #25
Du hast in Teilen schon Recht, es hat sicherlich etwas mit meinem Elternhaus zu tun. Ich weiß, dass ich leider keine Frau bin, die bei sich angekommen ist - eher fühle ich mich manchmal, als hätte ich mich verloren. Nur, was soll ich denn tun? FS
Liebe FS, laufe nicht weg, sondern bleibe stehe und schaue in dich hinein. Wenn du schon weisst, dass diese Defizite aus deinem Elternhaus kommen, kann eine Psychotherapie sehr gut helfen, um dieses, ich sage mal, Fehldenken, umzuprogrammieren. Hat bei mir wunderbar geholfen.

Ich war früher genauso drauf wie du, bist mir meine Therapeutin mich fragte, was ich eigentlich will. Ich habe alles geschafft, was ich wollte, aber bin immer noch unzufrieden. Immer mehr, immer mehr... das ist doch irgendwie krank.

Das war ein sehr besonderer Tag in meinem Leben. Da hat es Klick bei mir gemacht. Seitdem sah ich meine bisher geleisteten Erfolge aus einem ganz anderen Blickwinkel und habe mich im Laufe der Therapie immer mehr ein neues Selbstbild von mir aufgebaut. Ein gesundes Selbstbild.

Selbst wenn du das Studium machst, zu welchem Preis? deine Beziehung kann drunter leider, deine beiden Unternehmen auch und du weisst nicht, ob du nach dem Studium endlich das gesunde Gefühl hast, nachdem du dich anscheinend so sehnst.

Andere Menschen kaufen sich dicke Autos um Anerkennung zu bekommen, oder schicke Klamotten, Schmuck oder irgendwelchen anderen Schnickschnack der eigentlich gar nicht nötig ist. Die Seele kann davon nicht gesunden, im Gegenteil. Man bekommt durch diese ungesunden Verhaltensweisen noch mehr Probleme als vorher.

w 49
 
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  • #26
nochmal die 20

Liebe FS,
die Entscheidung für oder gegen ein Studium sollte auf Grund deiner intellektuellen und beruflichen Entwicklung basieren. Eine Psychologisierung gehört nicht zur Entscheidungsfindung.

Ein Studium ist auch nichts bedrohliches, es lässt sich gut bewältigen, dafür muss man auch nicht erst seine "Kindheit aufarbeiten".
Ich wünsche dir eine gute Intuition bei der Entscheidungsfindung.
 
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  • #27
Liebe FS, ich habe ein Studium mit 44 J. angefangen. Allerdings musste ich für meinen Lebensunterhalt nicht arbeiten. Unser Kind ging zu dieser Zeit aufs Gymnasium, mein Ehemann und ich waren uns einig, dass wir lebenslang die traditionelle Versorgerehe leben möchten. Überleg es Dir gut, ob Du neben der Selbstständigkeit genug Energie für ein Studium hast. Mein Selbstwertgefühl hat sich durch das Studium nicht verändert, ich hatte lediglich das Gefühl, meine Zeit sinnvoll und interessant zu gestalten. Mein Ehemann stand 100 % hinter mir. Da er oft erst später abends nach Hause kommt (Freiberufler), haben wir genau so viel oder wenig Freizeit zusammen verbracht wie auch ohne mein Studium.

Wenn Du weiterhin "funktionieren" muss wie bis jetzt, wird es durch ein Studium natürlich noch mehr. Wenn sich auf lange Sicht ein Studium für Dich lohnt (besseres Einkommen und/oder attraktivere Jobs), würde ich es machen. Nur um das Selbtswertgefühl zu stärken, ist es m.E. keine Lösung des Problems.

Wenn Dir ein Studium dazu verhelfen kann, weniger zu "funktionieren" und mehr Freiheiten zu haben, würde ich das gerne machen.
 
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  • #28
Liebe FS,
frag' Dich doch mal ehrlich, wozu Du studieren willst, was der Aufwand ist und inwieweit Du davon profitierst? Gewinnst Du fachlich oder willst Du nur Dein Ego mit einem akademischen Abschluß aufpolieren?
Gehst Du an eine private Fernhochschule, die kompatibel mit den normalen Arbeitszeiten ist, die frau so hat, gibst Du eine Menge Geld aus und bekommst auch keine bessere Ausbildung, als wenn Du ein paar Fachbücher liest. Den dort erzielten Abschluss nimmt niemand wirklich ernst.

Wenn Du an eine normale Hochschule gehst, nebenbei 2 Firmen führst, dein Kind erziehst und eine Partnerschaft führst, erzähl' mir bitte, wie Du das schaffst. Davon könnte ich echt was lernen.

An allem, was das Studentenleben im Präsenzstudium ausmacht, das gemeinsame Erarbeiten von Sachverhalten, Persönlichkeitsentwicklung, Partylife ... wirst Du kaum teilnehmen können, weil der Tag nur 24 Stunden hat und Du über 20 Jahre älter bist, als Deine Studienkollegen, d.h. für diese kein adäquater Interaktionspartner bist. Junge Menschen wollen von den älteren nicht mit deren Erfahrungsschätzen zugetextet werden -sie wollen selber erfahren und lernen. Ich habe sehr oft von jungen Studenten gehört, dass sie abgenervt sind, von Alt-Studenten, weil diese mit Lebenserfahrung vs. neues lernen gern Seminare zerlegen. Sie lassen diese Alt-Kommilitonen nicht teilnehmen und wollen meistens mit ihnen nicht zusammenarbeiten.
w, 55
 
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Gast

  • #29
Hört endlich mal auf jedem / jeder, der / die mal nicht nach der gesellschaftlichen Pfeife tanzen will, alles madig zu machen.

Selbst wenn die FS ein Studium nur macht, um das eigene Ego zu streicheln, was ist denn schon dabei? Sie hat Kinder erzogen, sie hat ihren LG unterstützt und ist somit ein wertvolleres Mitglied dieser Gesellschaft, als so mancher / manche anderer / andere!

Ich wünsche Dir viel Erfolg und Spaß beim Studium!
 
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Gast

  • #30
Liebe FS, anstatt viel darüber nachzudenken, wie es sein würde, wenn Du studieren würdest-schreibe Dich einfach ein und versuche es. Meistens merkt man bereits im 1.Semester, ob das Studium einem Spaß macht und in Deinem Alter, ob sich das Studium mit Deiner Lebenssituation vereinbaren läßt. Du kannst im Notfall immer mit dem Studium aufhören. Würdest Du es niemals beginnen, würdest Du immer denken, dass Du sehr viel verpaßt hast.

Nur um das Ego zu polieren, finde ich ein Studium sinnlos. Man muss bedenken, dass viele junge Leute einen Studiumplatz dringend brauchen, damit sie später ihr Leben finanzieren können. So finde ich es sozialer, dass diese jungen Menschen die Studiumplätze in Anspruch nehmen.

Übrigens kann man sein Selbstwertgefühl auf vielen anderen Wegen stärken als mit einem Studium. Die Annahme, man darf ein starkes Selbstwertgefühl haben, nur weil man Akademiker ist, ist natürlich falsch. Und das merkt die Umwelt auch. Deine Schilderung hört sich für mich so an, dass Du eigentlich ziemlich ausgelastet mit Deinem Leben bist und eher etwas für Dich brauchst, was Dich entlastet und nicht zusätzlich noch belastet. In jungen Jahren, ohne Kind und ohne die Notwendigkeit, ein Erwachsenenleben zu finanzieren, ist ein Studium natürlich keine Belastung. Wenn man aber wie Du zwei Unternehmen führen muss, um den Lebensunterhalt zu sichern-dann ist es natürlich anders.

Versuche es trotzdem und danach bist Du klüger. Eigentlich sollte Dein LG keine Bedrohung für die Beziehung sehen, wenn er Dich liebt. Übrigens ist er nur Dein LG, also kein Mann, der Dir nicht die Sicherheit und Verbindlichkeit einer Ehe bieten möchte-da ist es nachvollziehbar, dass Du nach Wegen suchen muss, wie Du dich weiterhin selbst versorgst-ein Studium könnte Dir dabei auch helfen.