• #1

Haben Männer mehr Fetische als Frauen?

Ich habe den Eindruck, dass Männer mehr - bzw. mehr Männer - Fetische oder ungewöhnliche sexuelle Vorlieben haben als Frauen.

Könnt ihr das bestätigen, oder unterliege ich einer Täuschung? Gehen Männer vielleicht nur offener damit um?
 
  • #2
Ich denke:
Männer bilden die extreme in allen Belangen -> bedingt durch XY Chromosom und Testosteron.
Frauen schwimmen meist in der Mitte, passen sich aber auch gern an, wenn der geliebte Mann in irgendeiner Weise vom Mainstream abweicht.

Aber selbst dann, Männer kommunizieren das einach stärker nach außen.
 
  • #3
Ich glaube, viele Frauen wollen ihre sexuellen Vorlieben nur einfach nicht zu genau wissen und ausleben schon gar nicht. Sie sind auf Zurückhaltung gedrillt. Wenn man dann sieht, was äußerlich ganz biedere Damen an erotischer und pornografischer Literatur konsumieren, lieber Herr Gesangsverein! Nicht umsonst sind die eBook-Umsätze in der Sparte Erotikliteratur für Frauen die höchsten.
Der Rest wird sublimiert in dem der reine Trieb umphantasiert wird in den hehren Ritter, der die Dame versorgt, umsorgt, beschenkt, rettet und entführt. Auch da lohnt es sich, zwischen den Zeilen zu lesen.
Außerdem genießen es viele Frauen, selbst der Fetisch zu sein...
Ich finde das auch folgerichtig. Obsessives Ausleben von Nischensexualität steht der Möglichkeit einer Beziehung meist diametral entgegen. Die Entscheidung Fetisch oder Beziehung wird von den meisten Frauen pro Beziehung fallen.
 
  • #4
bei Frauen steht beim "Fetisch" eher der "ästhetische Wohlfühlfaktor" vorne, bei Männer die simple Befriedigung.
 
  • #5
Jetzt kann man natürlich lange darüber philosophieren, was "ungewöhnliche sexuelle Vorlieben" überhaupt sind. Ich glaube jedoch nicht, dass mehr Männer als Frauen dazu neigen.

Ich glaube eher, dass Frauen im Durchschnitt passiver und anpassungswilliger sind, oft wollen sie ihre eigenen Bedürfnisse auch gar nicht weiter erkunden. Ob sie Angst vor der eigenen Phantasie (d.h. vor sich selbst) oder vor den Reaktionen ihrer Partner und dem Umfeld haben ist sicher von Fall zu Fall verschieden. Unsicherheit und mangelndes (sexuelles) Selbstbewusstsein führen dann dazu, dass frau sich im "sicheren" sexuellen Mainstream einrichtet. Erst wenn vermeintlich ungewöhnliche Dinge ebenfalls Mainstream werden, wagt sie es, sich damit zu befassen. Die aktuellen Bestsellerlisten führen schließlich auch zu steigenden Umsätzen bei Peitschen und Co.

Männer erlauben sich selbst möglicherweise mehr sexuelle Phantasie und tragen das auch mehr nach außen - schließlich müssen sie die passende Frau dafür einwerben. Für sie ist es auch allgemein akzeptierter und normaler, sich für "krasse" Sachen zu interessieren.

Übrigens sehe ich es nicht so, dass seltenere sexuelle Vorlieben und Partnerschaft sich diametral gegenüber stehen. Die potentielle Zielgruppe ist zwar kleiner, aber heutzutage ziemlich gut vernetzt und sehr kommunikativ.
 
G

Gast

  • #6
Was nun im Einzelnen unter "Fetische und ungewöhnliche sexuelle Vorlieben" fällt, darüber lässt sich allerdings wirklich sehr trefflich spekulieren ... tatsächlich darf man aber durchaus davon ausgehen, dass Frauen ebenso davon träumen und auch daran beteiligt sind wie Männer. Das weibliche Interesse an einschlägiger Literatur bringt nicht nur ein theoretisches Interesse zum Ausdruck, sondern weist zweifellos auf vorhandene Neugier und auch Bereitschaft hin.

Vielleicht ist es aber so, dass Männer in der Außenwahrnehmung deshalb "auffälliger" erscheinen, da sie dabei insgesamt eher die aktiven und offensiven Parts übernehmen, Frauen dagegen eher die passiveren Rollen spielen. Ich denke, dass gerade etwas ausgefallenere Sexualpraktiken die klassische Mann-Frau-Rollendifferenzierung weitaus deutlicher widerspiegeln als Normal-Sex. Das gilt in der Logik selbst für Domina-Spiele, nur werden hier temporär die Rollen vertauscht. Diese finden aber in aller Regel nicht im öffentlichen Raum statt. Dagegen reichen z.B. SM-Praktiken, bei denen die Frau eine unterwürfige Rolle übernimmt, durchaus auch in die (Halb-)Öffentlichkeit.

Hinzu kommt, dass gerade Kleidung mit tendenzieller Fetisch-Option (z.B. Korsetts, extreme High-Heels) bei Frauen im Rahmen eines extravaganten modischen Outfits durchaus einen alltagstauglichen Charakter hat. Bei Männern ist die Unterscheidung hier weitaus trennschärfer und eine entsprechende Zuordung damit offensichtlicher.
 
  • #7
Vielen Dank für die interessanten Meinungen.

Ich hatte "ungewöhnliche sexuelle Vorlieben" bewusst etwas schwammig gelassen, denke aber, dass schon relativ "normale" Vorlieben und Wünsche, z.B. AV, vor allem zu mindest verbal vom Mann ausgehen ...
 
G

Gast

  • #8
denke aber, dass schon relativ "normale" Vorlieben und Wünsche, z.B. AV, vor allem zu mindest verbal vom Mann ausgehen ...
Das ist schon richtig. Das lässt für mich aber keine Rückschlüsse auf ein etwaiges geschlechtsspezifisches Ungleichgewicht bei Fetischen und ungewöhnlichen Vorlieben, sondern ist die logische Fortsetzung des weit verbreiteten weiblichen Wunsches nach Passivität und Abtretung der Initiative an den Mann. Das fängt bei der Beziehungsanbahnung an und geht dann eben weiter bis ins Bett.

Um das Ganze mal etwas ketzerisch auszudrücken: Der zu Recht vielgescholtene Macho-Spruch ("na, die will das doch nicht anders!") hat insofern einen wahren Kern, als Männern tatsächlich nichts anderes übrigbleibt, als sich in dieser Hinsicht aus dem Fenster zu lehnen und die Frau mit dieser Art Wunsch zu konfrontieren. Wartet der Mann nämlich darauf, dass die Frau ihre Wünsche äußert, wird er lange warten. Das Ergebnis ist dann die verzerrte Wahrnehmung, dass Fetische bei Männern häufiger vorkämen als bei Frauen.
 
G

Gast

  • #9
Ja, wahrscheinlich ist das so. Männer neigen stärker zu Fetischen als Frauen, was wahrscheinlich in erster Linie daran liegt, dass das sexuelle Verlangen biologisch gesehen beim Mann stärker ausgeprägt ist als bei der Frau. Das mag klischeehaft und heute auch nicht mehr politisch korrekt klingen, ist aber aus meiner Sicht Realität. Das führt eben auch dazu, dass Männer stärker zu sexuellen Extremen und Störungen der Sexualpräferenz neigen (Exhibitionismus, Voyeurismus, Fußfetischismus, Urophilie, Pädophilie usw.).