G

Gast

  • #1

Habe ich keine Muttergefühle?

Viele meiner Freundinnen, die in meinem Alter sind (ich bin 28) bekommen derzeit Kinder oder haben zu mindest den Wunsch danach. Ich fühle mich aber noch überhaupt nicht danach eine Familie zu gründen.
 
G

Gast

  • #2
liegt meistens daran, dass du entweder noch verbissen anderen zielen hinterher rennst oder du einfach einen partner brauchst der die die sicherheit gibt, dass du es kannst und dir dadurch keine nachteile entstehen.
Viele lassen sich auch von der "sei ein mann" frauenphilosphie wie sie gerade in mode ist abhalten, die ihnen die unabhängigkeit/freiheit zur zwangsvorstellung werden lassen und da ist der gedanke an ein kind natürlich gift fürs gemüht.
 
  • #3
Hm, ich glaube das kommt bei Frauen zu ganz unterschiedlichen Zeiten und Du brauchst Dir da keine Sorgen zu machen. Meistens kommt der Kinderwunsch auf, wenn alles andere im Leben geregelter wird: Die Ausbildung ist längst abgeschlossen, ein fester Partner gefunden, beruflich alles in trockenen Tüchern. Gerade akademische ausgebildete Frauen erreichen so einen Zustand erst viel später und haben noch viel mehr Träume und Pläne (gerade auch beruflich, Wohnortwechsel, einen Hausbau) als dass der Gedanke an Kinder aufkommt.
 
H

helvy

  • #4
Ich bewundere Frauen, die sagen, für mich ist es einfach noch nicht dran, eine Beziehung zu führen oder eine Familie zu gründen. Wenn Du den Wunsch nach einem Kind (noch) nicht verspürst, dann ist das eben bei Dir so und bei den anderen ist es halt anders. Meine Bewunderung hast Du!
 
G

Gast

  • #5
ich bin auch 28 und in meinem Freundeskreis ist noch niemand verheiratet oder hat Kinder. Über Schwangerschaft habe ich mich mit meinen Freundinnen zwar schon öfter gesprochen aber mehr als über etwas, das noch fern in der Zukunft liegt. Es ist wahrscheinlich zufall, dass deine Freundinnen jetzt alle Kinderwünsche bekommen oder sie stecken sich damit gegenseitig an.
 
G

Gast

  • #6
ich denke, jeder muss seinen eigenen weg finden und wenn eine frau noch nicht oder überhaupt nicht an kinder denkt, bzw. welche haben will, ist das vollkommen ok.
 
G

Gast

  • #7
ich denke auch, dass es ganz stark darauf ankommt wo man gerade in seinem Leben steht. Ich bin 29 und habe erst letztes Jahr mein Studium abgeschlossen und jetzt seit nem halben Jahr den ersten richtigen Job. Meine beste Freundin, die gleich alt ist, steht seit ihrem 18. Lebensjahr voll im Berufsleben und ist seit 6 Jahren in einer festen Beziehung. Natürlich denkt sie eher ans Kinderkriegen als ich das tu.
 
G

Gast

  • #8
Entspann Dich. Ich fand Kinder auch furchtbar bis ich dreißig war. Auf einmal ertappte ich mich dabei, wie ich fremden Dreijährigen auf der Straße nachblickte... das regelt die Biologie von alleine. :eek:)
Tu das, was für Dich im Moment richtig ist. Jeder hat da andere Vorstellungen. Meine Erfahrung ist allerdings, daß es ein Fehler ist, auf den richtigen Zeitpunkt für Kinder zu warten. Den gibt es nämlich nicht. Wenn man sucht, spricht immer was dagegen. Laß es einfach auf Dich zukommen und gibt der Natur und dem Zufall eine Chance.
 
G

Gast

  • #9
Ich bin 33 und ich hatte noch nie Muttergefühle. Es gibt so viel im Leben zu erleben, zu lernen und zu erfahren, dass ich mir nicht vorstellen kann, mich für die nächsten 18 Jahre nach einem Kind zu richten. Schon mal daran gedacht? Jede Frau muss mit sich selbst abmachen, ob sie bereit ist, ihr Leben einem anderen Menschen zu widmen und ihm beim aufwachsen zu zusehen oder nicht. Denn darum geht es. Eine gute Mutter zu sein, bedeutet mehr oder weniger, seine eigenen Interessen für sein Kind ein Leben lang hinten an zu stellen und es nicht überwiegend an andere abzuschieben (Tagesmutter, Adoption, Großeltern). Das mag egoistisch klingen, aber noch egoistischer ist es, entweder unüberlegt/ungewollt schwanger zu werden oder sich erst im nachhinein mit seiner Rolle als Elternteil auseinander zu setzen.

Frauen haben es heute ohnehin viel schwerer als noch für 50 Jahren. Sie müssen nicht nur "ihren Mann" (das ist kein falsches "Ideal", das sind einfach soziale Erfordernisse) stehen und für ihren eigenen Lebensunterhalt sorgen, was früher Aufgabe des Mannes war, sondern auch Mutter sein und sind darüber hinaus mit den Unsicherheiten einer Beziehung konfrontiert. Jede 3. Ehe wird inzwischen geschieden und irgendwann steht Frau dann vielleicht mit dem Kind alleine da. Die Zeiten haben sich geändert und es wundert mich ehrlich gesagt, dass viele Frauen heute immer noch auf "Biegen oder Brechen" ein Kind in die Welt setzen wollen...

Wahrscheinlich ist es wie mit vielen Dingen auch ein gesellschaftlicher Zwang, irgendwann ein Kind haben zu müssen, sonst gehört man nicht "dazu". Zudem glauben viele Frauen die biologisch Uhr ticken zu hören und lassen sich von ihrem Freundeskreis panisch machen. Ich habe das bereits hinter mir und sollte ich wider Erwarten mit Anfang 40 doch noch schwanger werden, dann habe ich vorher wenigstens mein Leben gelebt. Denn nichts ist schlimmer, als schon mit Mitte 20 zu Hause bei Mann und Kinder zu versauern.

Man kann sich auch anders und sozialer einer Sache widmen, anstatt sein Genmaterial überall zu verbreiten, das angesichts steigender Allergien und Autoimmunerkrankungen in viele Fällen ohnehin nicht mehr taugt. Auch vor dem Hintergrund globaler Überbevölkerung scheint ein Kinderwunsch heute noch egoistischer den je zu sein. Fühle dich also frei zu entscheiden, dein Leben so zu gestalten wie du es möchtest, und lass dir nicht einreden, dass es "irgendwann auch bei dir soweit sein würde mit dem Kinderwunsch". Meiner Meinung nach hat man das schon immer, aber spätestens mit 25 oder nie. Ich kann jedenfalls glänzend damit Leben nie Mutter werden zu müssen :D
 
G

Gast

  • #10
Ich bewundere Frauen, die sagen, für mich ist es einfach noch nicht dran, eine Beziehung zu führen oder eine Familie zu gründen. Wenn Du den Wunsch nach einem Kind (noch) nicht verspürst, dann ist das eben bei Dir so und bei den anderen ist es halt anders. Meine Bewunderung hast Du!

Ja es ist eben so.Ich bin 41 und hatte noch nie Muttergefühle.Ich denke auch, das jede Frau mit sich selbst ausmachen muss.Ich finde wenn die Voraussetzungen nicht da sind, dann ist es besser keine Baby zu haben.
 
V

Vicky

  • #11
Du musst überhaupt keine Muttergefühle haben, so lange Du noch keine Mutter bist. Wenn Du aber schwanger werden solltest, dann hat die Natur es so eingerichtet, dass Du Dich bereits in dieser Zeit mental auf Dein Kind und Deine Rolle als Mutter einstellst. Im Übrigen hat auch nicht jede Mutter bereits bei / kurz nach der Geburt Muttergefühle. Bei nicht wenigen braucht es Wochen und Monate bis sie ganz in dieser Rolle angekommen sind. Aber bei so gut wie jedem kommen diese Gefühle dann doch - früher oder später.

Obwohl ich stets einen ganz latenten Kinderwunsch hatte, so war ich aber mit 28 - als Single - auch meilenweit von einem echten Kinderwunsch entfernt. Bei vielen - Männern wie Frauen - kommt ein richtiger Kinderwunsch erst dann richtig an die Oberfläche wenn auch ein passender Partner vorhanden ist. Vorher macht es ja auch keinen großen Sinn. Denn diejenigen, die - ohne einen Partner zu haben - einen starken Kinderwunsch haben, laufen Gefahr, voreilig zu handeln und sich einen Partner vor allem nach der Vater- oder Muttereignung zu suchen, nicht aber danach, ob dieser Mensch für sie selbst ein guter Partner wäre.
 
  • #12
Ehrich gesagt, beneide ich jede Frau, die offen zu diesen Dingen steht! Sie möchte keine Kinder und basta!
Allerdings sollte man sich rechtzeitig darüber klar werden, ob das auch echt so ist, oder die Gesellschaft einem dieses indoktriniert hat......
 
G

Gast

  • #13
Seit wann wird einem von der Gesellschaft eingeredet das man keine Kinder haben sollte, ich kenne nur das Gegenteil.
 
  • #14
Niemand muß ein Kind bekommen, auch nicht mit 30 und auch nicht, wenn das Studium abgeschlossen ist.
Ich finde Kinder unínteressant bis doof, erst so ab mindestens 10 gehts aufwärts.

Ich habe trotzdem ein Kind bekommen. Es war kein Unfall, sondern gewollt und geplant. Ich dachte immer, die Gefühle kommen schon noch und ich hab das gemacht, weil das unsere Gesellschaft so vorsieht und erwartet und ich damit auch. Niemand hat mich unter Druck gesetzt, ich fand das einfach normal...

Es war ein Höllentrip, vor allem das erste Jahr. Es wurde langsam besser, als ich mit ihr reden konnte, so ab drei und dann wurde es langsam immer besser.
Jetzt ist meine Tochter 16 und ich bin wieder frei !!! UND HABE EINE TOCHTER ! Wenn ich gewußt hätte, was auf mich zukommt, hätte ich das NIE gemacht. Gut, daß ich es nicht im Entferntesten abschätzen konnte, was es bedeutet, ein Kind zu haben.
 
  • #15
"Gut, daß ich es nicht im Entferntesten abschätzen konnte, was es bedeutet, ein Kind zu haben." Hallo Frau Frei - wenn alle es abschätzen könnten, so gäbe es keinen Nachwuchs mehr :) Wenn ich heute mit 48 noch einmal 20 wäre, so würde ich garantiert alles anders machen - vor allen Dingen würde ich auswandern, nicht mehr in "festen Siedlungen" leben, sondern so wohnen, wie ich es möchte - mal hier, mal dort - work and travel mein Leben lang. Die Muttergefühle kamen bei mir erst, als ich das Baby dann nach seiner Geburt gesehen habe - vorher war da nichts, Null. Man muss keine Kinder bekommen, nicht jeder empfindet Drang, sich replizieren zu müssen - das Leben kann auch so wunderbar und erfüllend sein, wenn man bestimmte Leidenschaften, wie z.B. die Kunst oder die Fotografie hat. Was mich heute abschrecken würde, wäre die Tatsache, dass man gelebt wird und wieder mit dem ganzen Schulkram konfrontiert wird - Dinge, die ich persönlich gern hinter mir gelassen habe. Ist das Kind dann geboren, geht der ganze Mist los - "Kita" (wie ich das Wort nicht mag...), Schule - und ein damit "regelmäßiger Tagesablauf" - der mir persönlich unglaublich auf den Geist geht und einem die ganze Kreativität rauben kann. Das Rumgehocke auf Elternabenden, das Bla-Bla von anderen Eltern, man zieht sich an sinnfreien Nichtigkeiten hoch, oh Mann... Das sollte man sich dringend überlegen und darüber muss man sich klar werden - so schön es ist, ein Kind zu haben, so ätzend ist das staatlich verordnete Drumherum. Ich habe meine "Pflichten" erfüllt, sicher - aber wenn ich heute noch einmal 20 wäre - mit dem Wissen von heute - so würde ich weit weit weit weg abhauen und durch die Welt tinkern - mal hier arbeiten, mal dort - und mich dort so lange niederlassen, wie lange und wo es mir gefällt. Ich würde LEBEN - und nicht von einem System im Rahmen von "Normen" gelebt werden. Von mir aus auch in Grönland oder in der Antarktis - aber dieses Ameisen-Lemming-System, das würde ich nicht mehr antun wollen... Man kann auch kinderlos glücklich sein!
 
  • #16
@MonaPax: bei mir war es nicht so sehr das Drumherum, obwohl ich Elternabende und Mütter-Blabla-Spielplatzgespräche auch ätzend fand, sondern viel konkreter das Kind selbst. Meine Muttergefühle kamen nicht nach der Geburt, ka, ob die inzwischen angekommen sind. Was ist denn das genau und wie fühlt es sich an ?

Meine Tochter ist schon der wichtigste Mensch für mich, aber diesen kompletten Altruismus, also das Wohl des Kindes über mein eigenes zu stellen, habe ich nie empfunden.
Ich kann und konnte auch immer sehr gut ohne sie sein, keine Sehnsucht. Ich wußte ja, es geht ihr gut und sie kommt zurück, warum also vermissen ?
Niemals auch diese gern beschriebene innere Verbundenheit. Ich wußte nie, was sie wollte, wenn sie schrie oder etwas derartiges.

Übrigens: in den USA hättest du dein Globetrotterleben führen können, da darf man seine Kinder selbst unterrichten. Auf sowas würde ich nun gar nicht stehen. 1. bin ich sehr seßhaft, brauche das also nicht und 2. wäre sie dann ja den ganzen Tag bei mit gewesen.

Man sieht also, unsere Motive sind sehr unterschiedlich. Egal: der Kern ist, daß niemand sich unter Druck setzen lassen soll, von wem oder was auch immer, ein Kind zu bekommen.