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Gundel

  • #1

Goldene Hochzeit, Midlife Crisis und Depressionen..

50 Jahre derselbe Mann..Kann das sein..Mit 16 Jahren den ersten Freund geheiratet und 50 Jahre treu geblieben..Gibt es so etwas überhaupt noch? Ist das ein veraltetes Beziehungsmodell? Sind die Personen in solchen Beziehungen eher depressiv als andere oder sind sie genau aus diesem Grunde zufriedener? Was meint Ihr? Gibt es hier vielleicht jemandem im Forum, der schon 50 Ehejahre auf dem Buckel hat?
 
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Gast

  • #2
Meine Eltern waren 65 Jahre verheiratet. Damals war das einfach üblich. Frauen hatten meist keinen Beruf und waren finanziell abhängig vom Ehemann.
Ob die Ehe glücklich war? Ich bin mir nicht so ganz sicher, denn meine Mutter musste immer zurückstecken, sie hat sich in allem meinem Vater untergeordnet. Erst jetzt, 3 Jahre nach seinem Tod, erkenne ich, dass meine Mutter eigentlich ein anderes Leben gewollt hätte.

Na ja, ich hätte auch ein anderes Leben gewollt, ich war 26 Jahre unglücklich verheiratet, habe mich dann scheiden lassen und bin jetzt zwar sehr zufrieden - ob ich aber glücklicher bin als meine Mutter? Ich weiß es nicht.
 
  • #3
Hallo Gundel,
wenn du dich mit deinem Partner langweilst oder fürchtest, depressiv zu werden, mußt DU etwas unternehmen. Mit 66 sollte man wissen, daß nicht der Partner für die eigene Unzufriedenheit zuständig ist.
 
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Gast

  • #4
Ich bin zwar nicht selbst betroffen, da erst 27, aber meine Urgroßeltern sind ein Beispiel. Die hatten im vergangenen Jahr sogar 60jähriges Jubiläum, gefeiert im Kreis von fast vollständig versammelten 4 Generationen. in einem gemieteten Schlosssaal. Vom Saalbalkon aus gab es großes Feuerwerk, die beiden saßen in der Mitte und hielten stumm und für sie selbstverständlich auch nach all der Zeit ihre Hände.

Was soll ich sagen, mein Urgroßvater ist vor Kurzem dann verstorben. Sie denkt nachwievor jeden Tag an ihn, spricht voller Sehnsucht, als solle er doch bitte wiederkommen. Was mir blieb ist die Erinnerung und ein bischen Weisheit mit auf dem Weg in mein Leben: Ich bin von Haus aus Pessimist und glaube nicht an die große Liebe. Schon garnicht für immer. Und doch haben mich die beiden, ohne je darüber zu sprechen, dass sowas nicht nur in Filmen vorkommt.
 
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Gast

  • #5
Viele Paare haben es nicht geschafft, Ihre Ehe mit allen Tiefen und Höhen durchzuhalten. Gerade in der Entschlossenheit, nicht mit einer Trennung die Probleme zu lösen, kann ein grosser ErfahrungsSchatz werden, mit sich und seinen Freiräumen zu arbeiten. Die totale Freiheit - wäre auch keine Liebesbeziehung ! (Meine Eltern sind seit 50J.zusammen) Sie haben es auch of schwer gehabt miteinander - und sie haben es immer wieder gewagt, alles auf die Reihe zu bekommen! Viel Arbeit - viel Fleiss!
 
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Gast

  • #6
Meine Eltern haben am 8. März Goldene Hochzeit. Am WE darauf wird groß gefeiert. Das ist z. B. so ein Tag der wirklich wenigen Tage, wo ich echt denke, wäre es doch schön mit einem Partner hingehen zu können.
Ich finde es toll, dass es Menschen gibt, die das schaffen. Leider hat es bei mir nicht geklappt und 50 Jahre werde ich mit fast 41 wohl auch nicht mehr hinbekommen, zumal noch kein neuer Mann in Sicht ist.
 
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Gast

  • #7
Es ist ganz einfach: mit dem eigenen Körper muss man "wohl oder übel" im Schnitt 70 Jahre verbringen, und man kann es sich nicht aussuchen. Dass man nach 50 Ehejahren "plötzlich" entdeckt, dass der Ehepartner doch nicht der richtige war, ist nach meiner Ansicht völlig absurd und der Verdacht liegt nahe, dass man das eigentliche Problem doch eher mit sich selbst hat. Wie hoch die Wahrscheinlichkeit liegt, dass man mit 70 Jahren depressiver ist als mit 20, darüber weiß ich nichts genaues. Aber anscheinend gibt es in jeder Altersstufe Herausforderungen.