• #1

Gleichgeschlechtliche Liebe - immer noch gesellschaftlich verpönt?

Wie steht Ihr dazu? Klar heißt es überall: Wir sind tolerant, homosexuell..na und? Dennoch frage ich mich, ob es wie mit der Emanzipation ist: Alle finden es zwar gut, wenn Frauen auch einmal die männliche Rolle übernehmen, aber das unterbewusste Rollenverständnis und die Aufgabenverteilung Mann ist für die leibliche Ernährung verantwortlich und Frau für die Kindererziehung ist doch unterbewusst noch vorhanden und wird gelebt (durch einige Studien belegt). Mich würde hier also interessieren, ob gleichgeschlechtliche Liebe jemals so etabliert werden kann in unseren Köpfen, dass wir nicht zweimal hinschauen, wenn wir ein händchenhaltendes oder knutschendes Männerpärchen sehen...Was meint Ihr?
 
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Gast

  • #2
Jeder wie er will und kann, doch bitte nicht versuchen, andere zu missionieren oder um Absolution zu bitten. Wild knutschend ist sicherlich nicht jedermanns/jederfraus Sache. Zudem hat Homosexualität aus meiner Sicht nichts mit dem von dir angeführten Rollenverständnis oder damit zu tun, ob Frauen männliche Rollen übernehmen sollen oder nicht. Das sind zwei völlig unterschiedliche Themen, die ebenso differenziert betrachtet werden müssen. Wenn du so leben willst, tu es und werde glücklich. Wenn du ausgegrenzt und gemobbt wirst, geh in die Offensive, erwarte aber nicht, dass jeder Akzeptanz zeigt. Toleranz dürfte vielfach bereits genug sein.
 
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Gast

  • #3
Wenn ich als Hetera auf der Straße Frauen mit Frauen, Männer mit Männer händchenhaltend/ küssend sehe, finde ich das normal. Ich finde das in keinster Weise komisch, das war bei mir allerdings schon immer so, obwohl ich auch nicht bisexuell bin. Eine Liebe zwischen Gleichgeschlechtlichen ist gleichwertig mit Liebe zwischen Heteros und sollte toleriert werden, damit es jedoch dazu kommt, muss man gleichgeschlechtliche Paare kennenlernen und sie verstehen lernen.
Ich denke, gleichgeschlechtliche Liebe wird sich etablieren. Was ich wirklich wichtig finde, ist, dass gleichgeschlechtliche Paare, die Kinder bekommen, für die Kinder sowohl weibliche als auch männliche Vorbilder/ Bezugspersonen (Tante, Onkel, Großmutter usw.) bereithalten. Für die Entwicklung eines Kindes ist das unerlässlich. Das wäre übrigens auch mein Ratschlag für alleinerziehende Mütter, bei denen auch Vaterfiguren vorhanden sein sollten.
Einige intolerante Menschen wird es jedoch auch in Zukunft geben...
w 32
 
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Gast

  • #4
Für mich ist es vollkommen normal solch ein Paar zu sehen. Wenn ich sehe, dass sich 2 Männer küssen schaue ich schnell weg, weil es für mich nicht gut aussieht und bei Frauen schaue ich extra hin, weil ich es geil finde, aber ansonsten weiß ich echt nicht wie man damit Probleme haben kann. Es gibt genug Heteros, die für den Fortbestand der Menschheit sorgen.
 
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Gast

  • #5
In manchen Gegenden sind homosexuelle Pärchen eher Exoten, in Großstädten gehören sie einfach dazu. Wenn mir in der Kleinstadt, in der ich seit ein paar Monaten lebe, ein knutschendes Männerpaar auffällt, bin ich ein klein wenig überrascht, weil man dies hier selten sieht. In der Großstadt, in der ich studiert habe, fand ich diesen Anblick normal.
Ich kann gleichgeschl. Liebe gut akzeptieren, habe auch mit einigen Homosexuellen im täglichen Leben zu tun.

Ich glaube übrigens, dass das o.g. Rollenverständnis: Frau = Mutter, Mann = Versorger von vielen Menschen gern angenommen wird und nicht prinzipiell als schlecht dargestellt werden sollte.
Ich wäre sehr gern für einige Jahre Hausfrau und Mutter. Ich empfinde das weniger als anerzogen, Teil einer typisch weiblichen Sozialisation etc., sondern ich wünsche es mir selbst.
 
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Gast

  • #6
"Mich würde hier also interessieren, ob gleichgeschlechtliche Liebe jemals so etabliert werden kann in unseren Köpfen, dass wir nicht zweimal hinschauen, wenn wir ein händchenhaltendes oder knutschendes Männerpärchen sehen...Was meint Ihr?"

Ich denke, das passiert automatisch, wenn man es öfter sieht.
Also, ich find das jetzt schon nicht mehr sonderlich spannend, dass ich da extra drüber reden muss, aber je häufiger, umso unbedeutender.

Zu deinem Mann-Frau Aspekt, ich persönlich möchte eigentlich auch gern für meine zukünftigen Kinder da sein und die klassisch weibliche Rolle gefällt mir. Daran sehe ich jetzt nichts Schlechtes.
 
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Gast

  • #7
Manchmal könnte man denken, wer nicht bi oder homo ist, ist out...was ich nicht gut finde.
Homos müssen ja nicht geächtet werden, aber wirklich normal ist es nicht, es passt nicht in die Evolution... Es ist eher ein Irrtum der Natur. Aber wer seine Meinung so sagt, wird schnell als Rassist ect. gesehen.
 
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  • #8
zuerst war es für mich als Landei ungewohnt, gleichgeschlechtliche Paare zu sehen - hier in der Großstadt ist das aber nicht so ungewöhnlich. Mein Chef ist sogar mit einem Mann verheiratet, und macht daraus keinen Hehl. Mein ehemaliger Abteilungsleiter war ebenfalls mit einem Mann zusammen - ich hatte damit kein Problem. Auch im Kollegenkreis gibt es mehrere mehr oder weniger bekennende Schwule, und eine Lesbe. So what? Einige davon wären sicher ganz tolle Väter, ich hätte auch kein Problem damit, wenn sie Kinder hätten. Ist mir lieber, als wenn jemand - egal ob homo oder hetero - wahllos durch die Betten vögelt.
 
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Gast

  • #9
@2
Hat die Wissenschaft in der letzten Zeit irgend einen Durchbruch geschafft, von dem ich nichts mitbekommen habe?
> "Was ich wirklich wichtig finde, ist, dass gleichgeschlechtliche Paare, die Kinder bekommen,
> für die Kinder sowohl "...
Wie soll das den funktionieren. Ich dachte immer, mit "dazu gehören zwei" waren zwei Geschlechter gemeint.
Monthy Python hat das Thema Kinder und normabweichendes sexuelles Verhalten ja auch schon in einer Szene in "Das Leben des Brian" thematisiert.

FS scheint gewöhnliches Verhalten als Reaktion auf ungewöhnliches Verhalten (hingucken) für einen Akt der Ausgrenzung zu halten. So weit würde ich nicht gehen.
Homosexualität wird immer ungewöhnlich bleiben aus dem einfachen Grund, dass sie evolutionär gesehen schlicht und einfach extrem gravierende Nachteile hat.
 
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Gast

  • #10
@8 Hier 2:
Eine Freundin von mir hat ein Kind mit ihrer Lebensgefährtin! Sie hatten sich so sehr ein Kind gewünscht, was ein guter Freund wusste und "geholfen" hat. Sie hat mit diesem Freund (schwul!) ein Mal GV gehabt, für den klar war, dass er nie eine Familie haben und sich um Kinder kümmern wollte. Sie wurde schwanger und die Familie ist glücklich. Die Kleine ist jetzt 5 Jahre alt.
 
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  • #11
@4
Nur weil es nicht in die Evolution passt ist es nicht unnormal. Kann sich die Natur irren? Ist sie nicht einfach so wie sie ist?
 
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  • #12
Macht doch alle,was Ihr wollt.Fühlt Euch gut dabei.Das ist der Schlüssel zum Glück.
Ich arbeite mit vielen Menschen zusammen.
Und die sind -weiss Gott sehr unterschiedlich.
Ich habe mich anfangs auch ein bisserl schwer damit getan.
So it goes.Offen sein.Und nicht zu schnell bewerten-Das ist und bleibt meine Devise:)
w.
 
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Gast

  • #13
@9 hier 8
Du hast da etwas falsch verstanden: Das Kind hat Deine Freundin mit dem schwulen guten Freund. Ihre Lebensgefärtin hilft ihr bei der Erziehung, im Gegensatz zum Vater.
Falls Deine Freundin jemals in Geldnöte kommen sollte, oder ihre Tochter in der Pubertät feststellt, dass sie ihr Taschengeld erheblich aufbessern kann indem sie Unterhalt von ihrem Vater verlangt, dann wird dieser recht schnell feststellen, dass auch der Staat das mit der Verwandtschaft genau so sieht.
Und falls die Lebensgefährtin Deiner Freundin (Gott behüte) jemals in die unangenehme Situation geraten sollte Blut, Knochenmark, Nieren oder sonstige lebendspedefähige Körperteile zu benötigen, dann wird sie auch feststellen, dass die Chance, in ihrem "Kind" einen kompatiblen Spender zu finden ebenso gross ist, wie bei einer zufällig herausgepickten Person von der Strasse.
So sehr Sie sie liebt, sich kümmert und sich verantwortlich fühlt: Es bleibt ein (genetisch) fremdes Kind.
 
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Gast

  • #14
Titelfrage: Nein, gleichgeschlechtliche Liebe ist nicht mehr gesellschaftlich verpönt, jedenfalls nicht mehr seit der 68er-Generation.

Mehr ist nicht nötig, dazu zu sagen. Außer vielleicht, dass ich dieses ostentative, intensive Rumgeknutsche mit aneinander Rumgefingere in der Öffentlichkeit sowieso nicht leiden kann - weder bei Heteros noch bei Homos. Das wirkt vorpubertär-albern und irgendwie nach "...seht her was wir können! Wir haltens gleich nicht mehr bis zuhause aus..."
Aber ein Küsschen/Kuss in Ehren kann niemand verwehren. Und Händchenhalten ist auch ok.
 
  • #15
Oh wie ich diese politische Korrektheit hasse.

Also Homosexualität ist für mich nicht normal und wird es auch für die meisten Menschen niemals sein. Man lernt, dass man es zu tolerieren hat und ein Rassist ist, wenn man ehrlich sagt, was man meint. Aber tief im Innern ist es doch für die meisten heterosexuellen Menschen irgendwie abstoßend und abnorm.

Natürlich soll jeder leben, wie er will, und es ist absolut richtig, genau dies zu ermöglichen und durchzusetzen. Aber man muss Unnormales eben auch nicht zu Normalen schönreden oder hinheucheln. Normal ist es nicht.
 
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Gast

  • #16
@Frederika
Wer hat hier etwas von Rassist geschrieben?

Wie es tief im Inneren der Menschen aussieht, kannst Du sicher nicht wissen. Und wenn dem so ist, dass die meisten Heteros Homosexuelle als abstoßend und abnorm sehen, dann sollte man bestrebt sein ein Umdenken herbei zu führen. Selbst wenn man zum Entschluss kommt, dass es nicht normal ist, was soll man mit der Erkenntnis anfangen?

Ich bezeichne Homosexualität auch deshalb als normal, weil es in der Tierwelt ebenfalls solche Paarbildungen gibt. Demnach wäre es recht überraschend, wenn es bei den Menschen anders wäre.
 
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Gast

  • #17
Man hat homosexuelle Bekannte, Freunde, Arbeitskollegen etc. gewöhnt sich daran und blendet es aus. So wie man allerdings wieder darüber nachdenkt was diese Menschen hinter verschlossenen Türen machen, wird einem der Abscheu wieder bewusst.

Wie könnte das, wovor man sich bei sich selbst ekeln würde, jemals normal werden? Die gängigen Moralvorstellungen sowie moralischen Institutionen werden ihr Übriges tun um dieses zu verhindern.
 
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Gast

  • #18
Jeder darf so Leben wie er will, aber genau so wie Frederika schreibt muss das deswegen noch nicht jeder andere gut finden.
Wenn jemand ein tief religiöses Leben führen will dann hat er meiner Meinung nach auch das Recht dazu, aber ich finde und heiße so etwas nicht gut.
Wenn jemand jeden Tag in den Puff geht dann hat er meiner Meinung nach auch das Recht dazu, aber ich finde und heiße so etwas nicht gut.
Wenn jemand jedes Wochenende Komasaufen muss dann hat er meiner Meinung nach auch das Recht dazu, aber ich finde und heiße so etwas nicht gut.
Es gibt genug Sachen die ich nicht gut heiße und trotzdem jedem Menschen zugestehe genauso wie es genug Sachen gibt die ich mache die wiederum andere Menschen nicht gut heißen.
Ich spiele z.B. sog. Killerspiele, da gibt es sicherlich genügend Leute hier die wiederum das nicht gut heißen und auch diese Personen haben rein Recht dazu.

Wenn zwei Männer sich küssen dann habe ich das gleiche Recht das abstoßend zu finden wie sie ein Recht haben sich zu küssen. Wenn zwei Frauen sich küssen finde ich das nicht abstoßend sondern im Gegenteil erregend und auch dazu habe ich ein Recht.

Solange man das nicht versteht wird man sich immer von der Gesellschaft unterdrückt und ausgeschlossen fühlen.
 
  • #19
@#17: Ich finde Deinen Beitrag ausgezeichnet, denn er zeigt eigentlich, was Toleranz sein sollte und was eben nicht.

Toleranz bedeutet im Kern, andere gewähren zu lassen. #17 hat das genau beschrieben. Homosexuelle haben alles Recht der Welt, ihre Sexualität auszuleben und ich bin uneingeschränkt dafür, dieses Recht nicht nur zu gewähren, sondern durchzusetzen.

ABER, das bedeutet doch noch lange nicht, dass mir nicht schlecht werden darf, wenn ich zwei Männer miteinander rummachen sehe. Es schaudert mich, ich kann einfach nicht anders. Und das Recht dazu habe ich eben auch. Ich finde es abnorm und abstoßend.

Die überwältigende Mehrheit der Männer findet lesbisch Spielchen hübscher, bisexueller Frauen irgendwie erregend und ebenso findet die überwältigende Mehrheit heterosexueller Männer den Gedanken, mit einen Mann Küsse oder sexuellen Handlungen zu tauschen abstoßend und bei vielen ist schon der Gedanke daran abstoßend. So what? Daran kann man nichts ändern. Die Toleranz gebietet es, genau diese Gefühle auch zu hinzunehmen und auch zu erlauben, dass sie verbalisiert werden.

Nochmal, #17 hat den Nagel auf den Kopf getroffen.
 
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Gast

  • #20
Ok. Also deine Fragen sind:

1. "Gleichgeschlechtliche Liebe - immer noch gesellschaftlich verpönt?"

Das kommt wohl sehr auf den biographischen Hintergrund der jeweiligen Person an, die darauf antwortet. Wie du oben schon liest: in der Stadt weniger verpönt als auf dem Land, bei konservativ Denkenden mehr als bei Offenen usw. Das ist alles keine Wertung, sondern eine Tatsache. Als solches ist sie hinzunehmen. Ich persönlich gehe davon aus, dass es sehr lange braucht, bis Gesellschaft sich wandelt (die Inhalte sind dabei m.E. nach nicht bestimmend, sondern die Tatsache, dass Bewusstseinswandel nur über Generationen hinweg langsam vonstatten geht).

2. "Wie steht Ihr dazu?" Klar heißt es überall: Wir sind tolerant, homosexuell..na und? Dennoch frage ich mich, ob es wie mit der Emanzipation ist..."

Nun ja, ich (w,57) hielt mich jahrzehntelang für eine sehr offene tolerante (Hetero-)Frau, akzeptierte selbstverständlich auch Homosexualität, heißt: störte mich weder an schwulen Männern, noch an Lesben und ging davon aus, dass meine Offenheit nicht aufgesetzt, sondern echt ist - - - bis zu dem Tag, an dem eine sympathische Frau mir gestand, dass sie sich verliebt habe. In mich. Freundlich, tolerant und offen dankte ich ihr für ihr Vertrauen (mir das zu sagen) und ich sei's nicht. Tags darauf musste ich mir eingestehen, dass ich die Frau nicht wirklich angehört hatte und ich kein Stück offen war, sondern in meiner freundlichen, ach so toleranten Haltung mich gar nicht erst erreichen ließ von ihrer Mitteilung.
Da bemerkte ich, wie ich mir - ohne mir dessen bewusst zu sein - etwas vorgemacht hatte, wie sich viele etwas vormachen, die da denken, sie würden akzeptieren, Nein, gar nicht. Das ist schöner Schein. Wenn's in die Nähe kommt, dann ist Aufrichtigkeit gefragt, egal, ob Mann oder Frau. Ich habe vieles in mir entdeckt, wovon ich nicht wusste. Ängste, Widerstände...
Hätte mir das davor jemand gesagt, ich hätte abgewinkt. War ich ja doch von meiner Toleranz überzeugt...
Ich hab's gewagt, mich einzulassen. Die erste und einzige Liebesbeziehung mit einer Frau. Sie dauerte nicht sehr lange. Sie hat mir aber eine Welt erschlossen. Die andere, bisher vermiedene. Dafür bin ich ihr (und mir selbst auch) sehr dankbar. Jetzt muss es kein Mann mehr sein, weil's anders einfach nicht denkbar ist. Und liebende Frauen sind nicht mehr für andere (weit weg irgendwo aber nicht in meiner Nähe) als Partnerinnen "toleriert" und in Wirklichkeit unmöglich. Das ist vorbei.
Als Partner suche ich einen Mann.
Und mittlerweile weiß ich: Liebe ist Liebe. Und es ist nicht mehr von vorneherein die Hälfte der Menschheit davon ausgeschlossen. Dass mein tolerantes Denken gar nicht so tolerant war, nur so schien, das hätte ich vor der Erfahrung nicht für möglich gehalten.. Mittlerweile höre ich's raus, wer wirklich offen ist und wer "so tut, als ob".

3. "Mich würde hier also interessieren, ob gleichgeschlechtliche Liebe jemals so etabliert werden kann in unseren Köpfen, dass wir nicht zweimal hinschauen, wenn wir ein händchenhaltendes oder knutschendes Männerpärchen sehen...Was meint Ihr?"
Wird wahrscheinlich noch lange, lange dauern, bis die unterschiedliche WERTUNG von gleich- und gegengeschlechtlicher Liebe in den Köpfen beendet ist.
Hat auch lange, lange gebraucht, bis keiner mehr Angst davor hatte, am Rand der Scheibe runter zu fallen und klar war, dass die Erde tatsächlich rund ist. Noch länger hat's gebraucht, bis es keine verrückte oder gefährliche Aussage mehr war, zu vertreten, dass die Erde um die Sonne kreist und nicht umgekehrt. Es gab Zeiten, da verbrannten Menschen Menschen, weil sie das für richtig hielten und öffentlich sagten. Es gab auch Zeiten, da verbrannten Menschen Menschen, weil sie homosexuelle Liebe für richtig hielten und das auch öffentlich zeigten. Das ist noch nicht lange her - und ich behaupte, dass dies noch immer seine (unbewusste) Wirkung hat - auch wenn gleich etliche hier aufschreien, dass dem nicht so sei und wie sehr toleriert oder wie verkehrt die gleichgeschlechtliche Liebe doch sei...

Nein, ich bin der Meinung, sie ist nicht verkehrt. Sie ist, was sie ist: die Liebe zwischen zwei Menschen gleichen Geschlechts. Daran ist nichts verirrt, nichts falsch und nichts krank.
Es ist, was es ist: Liebe.
 
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  • #21
@17
Der Unterschied zu den Beispielen ist bei Homosexualität, dass man sich diese nicht aussucht. Wenn ich in den Puff gehe, habe ich mich dafür entschieden. Wenn ich schwul bin, wurde mir das so in die Wiege gelegt. Killerspiele würde ich ebenso wenig als unnormal bezeichnen wie Homosexualität. Aber dass man beides jeweils abstoßend finden kann, ist natürlich richtig.
 
  • #22
man sollte hier mal festhalten, was normal ist:
wenn homo/bisexualität sich durch alle bevölkerungsschichten, alle rassen und nationen zieht, in etwa dem selben prozentualen anteil, selbst im tierreich vorkommt, dann ist diese form der sexualität normal! punkt!

ob man das nun mag, oder abstoßend findet, ist völlig irrelevat. es ist normal!

zur frage der gesellschaftlichen akzeptanz:
da würde ich sagen, dass homosexualität akzeptiert ist.
in bestimmten kreisen gilt sie als chick, in anderen kreisen als verpönt.

je konservativer eine schicht aufgestellt ist, umso eher wird homosexualität auf ablehnung stoßen, in liberalen schichten wird sie toleriert und voll akzeptiert werden.
 
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  • #23
Biologisch macht Homosexualität keinen Sinn. Es ist eine biologisch "verunglückte" Programmierung eines Menschen. Dieses wird tolleriert. Zur Einhaltung der Menschenrechte, zur Verminderung von seelischen Problemen der Betroffenen. Diese Tolleranz mag so lange funktionieren wie heterosexuelle Selbstverständniss ebenfalls tolleriert wird und nicht durch sehr aktives, aufdringliches homesexuelles zur Schau stellen dieses Lebens die Tolleranz strapaziert wird. Dann könnte ab einem bestimmten Punkt die die allgemeine, vermeindliche Tolleranz vermutlich sehr schnell wieder in Ablehnung und Sanktionierung umschlagen. Gleichgültig wie die Gesetzeslage sein mag. Das Vorhandensein von Homosexualität kann man als "normal" bezeichenen. Aber nur das Vorhandensein. Denn biologisch "normal" = sinnvoll ist es absolut nicht.--
Spätestens wenn ich auf einer Party von einem schwulen Mann angebaggert, oder noch schlimmer, angegrapscht werde, bekommt er laut und gut vernehmbar meine absolute Null-Tolleranz dazu zu hören. M 53J
 
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Gast

  • #24
@22
Was meinst Du mit zur Schau stellen? So wie es Heteros tun oder in stärkerem Maße als Heteros?

"Spätestens wenn ich auf einer Party von einem schwulen Mann angebaggert, oder noch schlimmer, angegrapscht werde, bekommt er laut und gut vernehmbar meine absolute Null-Tolleranz dazu zu hören."

Ich glaub es ist ziemlich egal, ob es biologisch normal ist. Es schadet ja keinem. Im Gegenteil, es hilft, denn ich denke, dass es zu viele Menschen auf diesem Planeten gibt und vorallem geben wird.

Bekommt ein Mann, der eine Frau angrapscht ebenso deine Null-Tolerenz zu hören?
 
  • #25
@#22
sind z.b alle sexpraktiken grundsätzlich biologisch sinnvoll?;-)
ist es biologisch sinnvoll, wenn man verhütenderweise sex hat?
warum sollen homosexuelle ihr leben nicht ausleben/zur schau stellen dürfen?
der heterosexuelle macho lebt seine welt doch auch entsprechend aus...

und wenn mich ein schwuler mal etwas anmacht...ich bin es gewohnt und es stört mich auch nicht besonders.
meistens ist es eher lustig, da bekannt ist, dass ich nicht schwul bin.

zu schön fand ich den blick von einem, mit meiner freundin befreundetes schwules päärchen, als ich als ihr freund vorgestellt wurde: im tuckigsten tonfall kam "das ist dein freund" und die augen klimperten...so kann das keine frau:))

wer sich über so etwas aufregen kann, der hat ein etwas verspanntes verhältnis zu seiner umwelt.
 
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Gast

  • #26
#6+#14+#16
-es gibt in der Tierwelt sehr wohl Bi,- und Heterosexualität. Sich Sorgen über den Fortpflanzungswillen bei fast 7 Milliarden Menschen zu machen, erübrigt sich wohl..
-abstoßend und abnorm? Wenn man Berichte über Domina-Studios liest/schaut, DORT finde ich einige ABSTOSSENDE und ABNORME Sexual-Vorlieben ( übrigens von heterosexuellen Männern zumeist in höheren Positionen gegen viel Geld erkauft...wobei SM eher eine "milde" Variante zu sein scheint...und sie sind Eure Ehemänner und Chefs...)
- nicht nur, dass es niemanden etwas angeht, was andere Menschen in gegenseitigem Einverständnis hinter verschlossenen Türen miteinander machen: gibt es Oral,-und Analverkehr nur unter Homosexuellen? Das wußte ich nicht...
Ich finde es beschämend, hier im 3.Jahrtausend eine Debatte über sexuelle Anziehung/Vorlieben ect zuführen und anders-Denkende/Handelnde als "nicht normal" zu bezeichnen. Und zugleich 2 sich küssende Frauen als erotisch anziehend, 2 Männer hingegen als abartig zu bezeichnen.
Homosexualität ist so alt wie die Menschheit und daher AUCH eine normale Sache,- nicht mehrheitsfähig, aber keineswegs un-normal.
( P.S.: ich gehöre wohl zu den "normalsten" unter den "normalen" Meschen: rein hetero)
W,50
 
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Gast

  • #27
@20: Du vermischt gerade Veranlagung und Handlung. Killerspiele zu spielen ist eine Handlung, Homosexuell zu sein ist eine Veranlagung. Homosexualität auszuleben ist eine Handlung, Killerspiele zu mögen ist eine Veranlagung.
Wenn schon dann muss man gleiches mit gleichem vergleichen. Ein Mensch mit homosexueller Veranlagung hat sich diese nicht ausgesucht, das ich Killerspiele mag hab ich mir auch nicht ausgesucht.
Auch habe ich es mir nicht ausgesucht das ich küssende Männer als abstoßend empfinde und küssende Frauen als erregend.

Der Punkte in dem es mir um meinen Beitragt ging ist der das kein Mensch jemals für alles was er tut eine allgemeine Zustimmung aller Menschen haben kann und noch wichtiger diese ist auch einfach nicht notwendig solange diese einen tolerieren.
Wenn man aber meint man bräuchte den Segen der gesamten Menschheit dann wird man sein Leben lang gegen Windmühlen kämpfen und sich sein eigenes Glück verbauen.
 
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Gast

  • #28
Lieber Fragesteller, meiner Meinung nach ist zumindest unter vernünftigen, gebildeten Menschen die gleichgeschlechtliche Liebe nicht verpönt sondern als gleichwertig anerkannt. Es gibt ja große, herausragende Dichter und Denker, die "ihresgleichen" liebten. Wer ein wenig nachdenkt, weiß, dass es wichtig ist überhaupt einen anderen Menschen zu lieben, unabhängig vom Geschlecht.
Wer kann u.a. die Werke von Oscar Wilde schätzen und gleichzeitig die gleichgeschlechtliche Liebe ablehnen?

Nun habe ich, bin leider eine Kulturpessimistin, jedoch den Eindruck, dass gewisse Bildungsstandards immer mehr verloren gehen und wage nicht mir auszumalen, was dies gesamtgesellschaftlich, u.a. in Hinsicht auf die Akzeptanz gleichgeschlechtliche Liebe, bedeuten könnte.

Ich gebe zu, dass mir in dieser Hinsicht die Zuwanderung von aus meiner Sicht unzivilisierten Personen Sorgen macht.

w/48
 
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Gast

  • #29
Mein Gott, haben sich Hetereos, die sich ekeln, wenn sich ein homosexuelles Paar küsst,eigentlich schon mal Gedanken darüber gemacht, wie ekelig es für einen Homosexuellen sein muss, wenn er tagtäglich mit küssenden, pop...den "normalen Paaren", ob nun im TV, Kino, oder in der Öffenltichkeit konfrontiert wird?
Aber im Gegensatz zu den meisten Heterosexuellen, TOLERIERT er dies nicht nur, sondern AKZEPTIERT dieses, weil jeder Homosexuelle weiß, wie es sich anfühlt ausgegrenzt zu werden...
Übrigens, was ist schon normal?! Normal ist eine Ideallinie, auf der sich garantiert keiner von uns bewegt, da gibt hier und da Ausschläge nach oben oder nach unten, und zwar bei jedem Menschen.