• #1

Gleichberechtigung in der Partnerschaft. Ein Missverständnis?

Liebe Foristen,

ich lese hier ja gerne quer durch die Themen, die mich interessieren, durchaus ein breites Spektrum. Dabei treffe ich ja immer wieder auf sich wiederkehrende Dinge, wenn es um Beziehungen/Partnerschaften geht. Warum diese nicht funktionieren? Welche Seite was falsch macht? Was Must-Haves sind und was No-Go's.
Wenn man das Ganze mal runter bricht, kann sich durchaus folgendes Bild ergeben:

Partnerschaften funktionieren oft nur dann, wenn sich die Seiten ihrer Rollen bewusst sind. Zumindest, wenn es um Beziehungen geht, wo viel Alltag gelebt wird, die klassischen also.

Historisch gab es eben immer ein klares Rollenbild, sicher patriarchalisch geprägt und wahrscheinlich auch nicht optimal. Aber warum? Weil die Männer die entsprechende Verantwortung für eine harmonische Partnerschaft nicht wahrgenommen haben und es auch nicht mussten. Heute müssen sie das und machen es oft trotzdem nicht. Aber auch, weil sie gar nicht die Chance bekommen.

Gleichberechtigung, Beziehung auf Augenhöhe. Natürlich. Ich denke aber, es ist besser, wenn sich bewusst von beiden für ein gewissen Ungleichgewicht entschieden wird. In welche Richtung auch immer. Ein Bedürfnis nach einem Dom-Sub-Verhältnis ist sicher nicht nur auf dem Gebiet der BDSM vorhanden. Aber gerade dort ist es elementar, dass der Dom eine große Verantwortung wahrzunehmen hat und dies auch tut.

Problem ist irgendwie, dass viele moderne, weltoffene Frauen ja einen starken Charakter als Mann wollen. Diese sind aber oft nicht die submissiven Typen. Und die sehen sich dann ihrer Rolle beraubt.
Freundschaften funktionieren, weil die Gleichberechtigung nicht zu großen Reibungen führt, da es eben keinen Alltag gibt. Im Job gibt es den und da gibt es auch Hierarchien, damit es funktioniert. Die können ausnutzend oder verantwortungsvoll wahrgenommen werden, eben wie in einer Partnerschaft.

Wie seht ihr das?

m,43
 
G

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  • #2
Das Problem fängt dann an, wenn Kinder da sind und die Frau, die ehemals einen guten Beruf hatte und dort nicht mehr hineinkommt, beruflich und "beruflich-sozial" (d.h. sie ist jetzt nicht mehr mit Kollegen zusammen), zurückstecken muss. Dann gibt es nach einer Weile ein riesiges Gefälle, das vorher nicht da war. Das führt zu Schwierigkeiten.

Mit Beziehung auf Augenhöhe (ohne Kinder) hatte ich vorher nie ein Problem: jeder macht sein Ding, hat seine Kollegen, Freunde und ein Leben/Hobbys mit dem Partner. Vertrauen ist die Basis. Und jeder muss ein Stück kompromissbereit sein.

Dom-Sub? Jeder hat seine Stärken auf unterschiedlichen Gebieten….also ist jeder mal Dom oder Sub! Ich denke, das ist Charaktersache: der eine kann das zulassen, der andere nicht. Deshalb funktioniert jede Zweisamkeit ein bisschen anders.

Verallgemeinern kann man das nicht. Wie man was haben kann, hängt vermutlich auch mit der Ursprungsfamilie zusammen.
 
  • #3
Über dieses Thema denke ich auch nach.
Was ich bei 95% bei der klassischen Rollenverteilung in meinem Umfeld gesehen habe, war folgendes:

Der Mann macht Karriere, verdient das Geld. Die Frau zieht dahin, wohin der Mann aufgrund seiner Karriere ziehen will, und bekommt irgendwann Kinder und ist zu Hause. Selbst wenn keine Kinder da waren, gab es auch Fälle, wo die Frau mitgezogen ist, damit der Mann Karriere machen kann.
Der Mann war in allen Fällen Akademiker und erwartete das auch, dass die Frau wie ein funktionierendes Teil seiner selbst mitzieht. Die Frauen waren teilweise Akademikerinnen, teils Arzthelferin usw.
Und jetzt kommt das Aber. Die Männer waren wie Jungs. Gehalt top, wesensmäßig noch bei Mutti. Und was hat Mutti als Liebe gezeigt? Richtig, sie hat an ihrem Jungen rumgenörgelt und ihn kontrolliert. Und genau das machen auch die Frauen. Die müssen das auch, weil sie Angst haben müssen, verlassen zu werden und nichts zu haben. Deswegen ist es auch so wichtig, durch eine Heirat eine Absicherung zu kriegen. Und die Männer wollen das auch, dass ihre Frauen so sind, weil sie das mit Liebe gleichsetzen. Statt Verantwortung für ihr Gefühlsleben zu übernehmen und nicht so zu leben, als seien sie noch Teenager, können sie, was das betrifft, weiter so sein wie früher.
Also ergibt sich die schöne Symbiose von der Frau, die dem Mann die Sicherheit gibt, nicht wegzulaufen durch ihre Abhängigkeit, und die allerdings ihren Mann fest im Griff hat durch emotionale Manipulation. Genau das hält diese Beziehungen zusammen, die in den Rollen erstarrt ist.
Das Problem kommt erst dann, wenn die Frau sich fragt, was sie mit ihrem Leben angestellt hat und noch schlimmer kontrolliert, zickig oder depressiv wird. Oder auch, wenn es dem Mann nicht mehr gefällt, wie ein kleiner Junge zurechtgewiesen zu werden.
Die haben sich nun unbewusst zu dieser Rollenverteilung entschieden. Wenn man das bewusst macht, müsste man entspannt hinnehmen, dass man die Zukunft nicht voraussehen kann und genau wissen, was man in der Gegenwart will. Ich denke, das setzt einen starken Charakter voraus und die Fähigkeit zu Kompromissen.
 
G

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  • #4

Wie ich das sehe?
Es gibt zu wenig wirklich dominante Männer (bitte versteht mich nicht sexuell...). Nicht mal 10%. Es gibt dafür eine große Masse an Pseudos, Schauspieler, PUA, Frustrierte, Leute die zuviel Ratgeberliteratur lesen, ewig Suchende....

Einen wirklich natürlich führungsstarken und souveränen Mann zu finden = 6er im Lotto.

Viele verwechseln Dominanz auch mit cholerisch oder ähnlichem. Und ich rieche leider auch sofort, wenn das Auftreten aufgesetzt ist und im tiefen inneren der Mann voller Zweifel.

Tja.

w
 
  • #5
Ich merk schon, dass wird der Abschluss- Thread des Jahres :D

Klassische Rollenverteilung: Alle ackerten und halfen auf dem Feld, sogar
6jährige, um die Familie zu ernähren. Auch die Frau. Die Kinder wurden
von Oma und sonstewem gehütet.

Der Feminismus und die Industrialisierung verschoben das ganze erst
zu "Frau kann am Herd bleiben". In nicht industrialiserten Kulturen
(z.B. Russland) war es normal dass Frauen weiterhin harte Männerberufe hatten.

Am Herd bleiben war sozusagen die erste Entlastung des Feminismus.
Deswegen geht es beim Feminismus nicht um "weg vom Herd"
sondern um das erweitern der Möglichkeiten. (Viele Frauen verzichten
"komischerweise" auf die harte Karriere im so bösen Patriarchat,
weil es dann doch nicht so cool ist, wie die Berater-Emanze es beim Girls-Day
vorschwärmte)

"Niemand darf etwas sagen, wenn ich mich für Herd, halbtags oder die
Karriere (inkl. Karrierebooster Frauenquote) entscheide" Das ist der Tenor.

Das erweitern der Rechte, bei gleichzeitiger Beschneidung der Pflichten.
Einmalig eigentlich in der Geschichte.
 
  • #6
Ganz ehrlich, mit "Dom", "Sub" und dem ganzen Zeug kannste mir wegbleiben - was soll der Quatsch! Auch der größte Dom (Du meinst doch nicht sicher automatisch, daß dies die Männer sind???) hat seine schwachen Seiten auf Gebieten, wo er eben keine Ahnung von hat.
Partnerschaften funktionieren nicht dann, wenn sich die Partner ihrer Rollen bewußt sind, sondern wenn die Charaktere sich mit ihren Vorzügen und Schwächen einander ergänzen. Das gilt beruflich genauso wie privat.
Wenn jetzt ein Mann käme und meint, hier den Chef raushängen lassen zu müssen würde ich ihm die Tür zeigen. Auf Machtspiele privat reagiere ich allergisch, dafür reicht mir mein Job mit den diversen Knalltüten, die gelegentlich in die Schranken gewiesen werden müssen.
 
  • #7
Ja, ich habe u.a. einige Frauen und Paare kennengelernt, die keine Gleichberechtigung in der Partnerschaft wollen.
Sondern z.B. einen herrschenden Mann, und die Frau als dessen Untergebene.
- Der Familienernährer und -bestimmer - und das "Heimchen am Herd"
- Der Pascha - und seine Dienerin
- Das Macho-Schwein - und sein Opfer.
Vereinzelt aber auch umgekehrt: Die dominierende Frau - und der schwache Mann, der gehorcht.
Diese Leute brauchen diese Strukturen, sonst klappt es nicht mit ihrer Beziehung, und sie sind unzufrieden. Das ist kein Rollenspiel, die meinen das ernsthaft.
Ich trete stets für Menschlichkeit, Gleichberechtigung, Anstand, gegenseitigen Respekt und Wertschätzung in einer Beziehung ein. Aber dies wird von vielen Frauen nicht als charakterliche Stärke, sondern als Schwäche verurteilt. Nun,... dann halt eben nicht.

Wer sich als Frau vom Mann (lebenslang) unterdrücken lassen, und ihm unterwerfen will - bitte sehr. Da bin ich der "falsche" Mann dafür. Weil ich nicht so ein Mann sein will. Und die Partnerin nicht so behandeln will.

Ich erlebte zufällig, wie ein junger Ehemann seine Ehefrau barsch unterdrückte, bereits fünf Tage nach ihrer Hochzeit. Und im Video ein Ehepaar auf dem Standesamt, wo der Mann gleich nach dem Ja-Wort handgreiflich wurde, gegen seine Ehefrau.

Ich kann solche Verhältnisse nicht verstehen, aber konnte sie wenigstens erleben und mühsam glauben, daß es sowas wirklich gibt. Und BEIDE Partner das so wollen. Aber sowas würde ich nicht als "Liebe" bezeichnen. Nun, so hat Jede/r seine eigenen Ansichten.

Und falls es ihnen mal zu heftig wird -> Flucht zu Freunden, Verwandten, Nachbarn oder ins Frauenhaus. Als Verschnaufpause. Und danach ggf. wieder zu ihrem Peiniger zurück. Weil sie seine Untaten inzwischen vermissen.

Ich kenne ein Paar, daß sich immer wieder streitet, und gegenseitig handgreiflich bis gewaltsam wird. Aber die wollen keine Hilfe oder Polizei - sondern die wollen das so praktizieren. Kosename:"Du Schwein !"
Oder ein junges Ehepaar, wo der Mann mal wieder seine Frau gewürgt hat. Aber die gewürgte Ehefrau verlangte verzweifelt unter Tränen von der Polizei, ihren Ehemann sofort wieder frei zu lassen. Also "auf Wiedersehen" ... bis zur nächsten Würge-Attacke.

Diese Frauen sind so - und wollen das so - und ich gewöhne mir inzwischen jedes Mitleid ab. Der Streit und die Gewalt, oder zumindest diese Strukturen/Rangordnung, scheint die "Würze" ihrer Beziehung zu sein.
 
  • #8
ich lese hier ja gerne quer durch die Themen, die mich interessieren, durchaus ein breites Spektrum. Dabei treffe ich ja immer wieder auf sich wiederkehrende Dinge, wenn es um Beziehungen/Partnerschaften geht. Warum diese nicht funktionieren? Welche Seite was falsch macht?
m,43

Ich denke es ist gut wenn keiner der Partner unnötig lange aus dem Berufsleben aus scheidet.

Das bringt:
- Achtung vor sich selbst
- Achtung durch den Partner
- eine nicht stärker als notwendig holprige Erwerbsbiographie
- Interesse auf beiden Seiten die eigene Entwicklung im Blick zu halten
- ähnlich hohe Rentenanwartschaften

Am besten finde ich es wenn beide Seiten ( wenn sie es sich leisten können und wollen) gleich verkürzt arbeiten gehen.

Dann haben sie mehr Zeit die sie zusammen mit sich und ihren Kinder verbringen können.

Obiges sollte der Standard werden wenn man zusammen zieht, Kinder bekommt oder gar heiratet.

m45+
 
  • #9
Ganz ehrlich, mit "Dom", "Sub" und dem ganzen Zeug kannste mir wegbleiben - was soll der Quatsch! ... Auf Machtspiele privat reagiere ich allergisch, ...
Ich sehe das genau so. Partnerschaft ist kein Macht- oder Rollenspiel, und keine Politik. Es ist kein Unterordnen, und kein Pochen auf Rechte, unabhängig davon ob sie gleich sind, oder nicht.
Die Partnerschaft zwischen Mann und Frau ist ein 2er-Team, verbunden durch ein starkes emotionales Band. Es ist eine innige Lebens- und Wirtschaftsgemeinschaft, und die Vorraussetzung für eine intakte Familie. In einer Familie gibt es keinen Verlierer, weil alle auf den anderen achten, und jeder auf sich selbst.
 
A

Ars_Vivendi

Gast
  • #10
Pauschalaussagen zu dem Thema finde ich sehr schwierig.

Rein grundsätzlich bedeutet Gleichberechtigung in der Gesellschaft für mich zunächst mal, dass wir den historischen Zustand, dass Frauen keine ausreichende Ausbildung bekommen und daher darauf angewiesen sind, vom Mann versorgt zu werden, zum Glück überwunden haben.

Und selbstverständlich bedeutet es auch, dass man im Alltag Entscheidungen gemeinsam trifft und dabei "gleichberechtigt" ist. Im Grund ist eine Partnerschaft dadurch heute praktisch gesehen wie eine "gute Freundschaft" (aber natürlich weitergehend), in der man ja auch keine "Machtspielchen" betreiben muss. Das sollte eigentlich unter erwachsenen Menschen selbstverständlich sein.

Für Frauen hat das den Vorteil, dass sie sich nicht mehr in eine Abhängigkeit begeben müssen, für Männer den, dass sie auch von der entsprechenden Verantwortung entlastet sind. Grundsätzlich ist jeder für sein Leben selbst verantwortlich und kann selbst entscheiden und mit der Ausbildung beeinflussen, wie es verläuft. Seit mehreren Jahrzehnten weiß jede Frau, dass sie statt "Haushalt lernen" auch die Möglichkeit hat, Unternehmensberaterin zu werden. Und jeder Mann weiß, dass er genauso Kindergärtner mit geringerem Einkommen werden kann, weil beide zum Lebenunterhalt beitragen.

Unterwerfung, Machtspielchen, Dominanz, "bewusstes Ungleichgewicht" gehören für mich nicht in eine Partnerschaft (außer beide finden das prickelnd).
Männer- und Frauenrollen schon, aber die sind heute eben anders als vor 40 Jahren und haben nichts mehr mit "Frau putzt und kocht" und "Mann schafft Geld heran" zu tun.

Mit meinen 47 Jahren suche ich keine Frau mehr, um Kinder großzuziehen. Ich wünsche mir eine Partnerin "auf Augenhöhe", also mit ähnlichen Lebensvorstellungen und ähnlichem Lebensstil. Und diese Frau sollte für sich die Rahmenbedingungen geschaffen haben, um so leben zu können, wie es ihren Vorstellungen entspricht. Das gehört für mich zu "Gleichberechtigung", denn wenn eine Frau diese Chancen und Rechte nicht nutzen kann, ist das für mich ein erhebliches Defizit. Das möchte ich genauso wenig ausgleichen wie eine Frau vielleicht meine emotionalen oder charakterlichen Defizite ausgleichen möchte. Denn da wird ja hier auch selbstverständlich zu "wirf ihn raus" geraten.
 
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Gast

Gast
  • #11
Ich merk schon, dass wird der Abschluss- Thread des Jahres :D

Ja, Du hast recht, früher haben die Frauen auch hart gearbeitet! Aber es waren nur die Frauen in den armen Familien - bei den Reichen, da haben die Frauen auch früher nicht gearbeitet. Gerade in den Dörfern haben die meisten Menschen einen Hof bewirtschaftet und nicht wirklich einen Job gehabt. Es wurde alles in Eigenleistung hergestellt.

Nach dem Krieg gabt es dann die Trümmerfrauen, sie mussten die ganze Arbeit machen, weil es kaum Männer gab.

Danach, als der Wohlstand kam, wurde halt aufgeteilt - Frau=Herd, Mann=Beruf.

Es gibt, viele Aspekte die Du in Deiner sehr einfachen Zusammenfassung nicht bedacht hast oder nicht bedenken möchtest.

Wie und warum eine Partnerschaft funktioniert, muss jedes Paar für sich entscheiden. Was heute der große Unterschied zu früher ist - heute braucht man keinen Partner keine Beziehung um überleben zu können. Heute ist es einfach gesellschaftsfähig, dass man auch als Frau nicht immer einen festen Partner hat. Wir sind alle viel ICH bezogener geworden, weil unser Überleben dadurch nicht mehr gefährdet ist. Wenn gerade Frauen Sex haben müssen sich keine ungewollte Schwangerschaft riskieren, wenn sie nicht verheiratet sind. Man kann selber entscheiden, wann und ob man ein Kind bekommt. Durch diese Tatsachen entstehen andere Probleme, die frühe nicht da waren, weil alle sich zusammen rissen (Frauen vielleicht etwas mehr als Männer).

bigger, das worüber Du Dich hier künstlich aufregst - nicht nur die Frauen haben jetzt diese Rechte, Männer habe sie doch auch! Kein Mann wird mit einer Knarre dazu gezwungen eine Frau zuheiraten. Das Problem, über das Du dich aufregst, ist, dass die Frauen nicht zu Deinen Bedingungen mit Dir was anfangen wollen. Du findest Deine Bedingungen für angemessen und gerecht aber kaum eine Frau tut das. Darum sind aber nicht die heutigen Frauen verzogen oder sonnst noch was.

Genauso kann eine Frau sagen - die heutigen Männer, sind alle not geil und unreif.

Hmmm... welche Seite hat jetzt recht... natürlich die meine ;-)


Moderation: Nebenthema entfernt. Vielen Dank für Ihr Verständnis.
 
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wahlmünchner

Gast
  • #12
Wieder mal ein Thema in dem einfach viele bunte Begriffe wie sexuelle Spielregeln wie SM, Arbeitsstrukturen, Stärke und Schwäche und in den Antworten Feminismus und Politik hineingerührt werden.
Da kann! meiner Meinung nach kein sinnvoller Gesprächsverlauf zu erwarten sein bei derartiger Eintopfkocherei..
Abgesehen davon, das jede Beziehung anders funktioniert ( oder eben nicht) verstehe ich nicht, wieso das immer versucht wird zu analysieren?
Schaut euch doch einfach um. Nicht nur in eurer kleinen Freundeskreiswelt sondern allgemein:
Es gibt verschiedenste Ausführungen von Beziehung.
Wichtig ist, das sich beide einig sind.
So einfach. In manchen Kulturen wird einem oder beiden Partnern, die Aufgabenverteilung von der Religion oder der Gesellschaft aufgedrückt.
Ist das eine Alternative?
Mir gefällt die Antwort von Arthur (Antwort 8), dem ist nichts hinzuzufügen.
 
  • #13
Schön geschrieben, ars_vivendi. Da sind viele Punkte dabei, die ich ja genauso sehe und auch für mich möchte. Und um gleichmal einigen anderen Beiträgen den Wind aus den Segeln zu nehmen: Es geht mir hier nicht um Dom/Sub und Unterwerfung etc und all die negativen Begleiterscheinungen, die so etwas mit sich bringt. Auch nicht, dass vornehmlich dem einen Geschlecht die eine und dem anderen die andere Rolle zugeteilt wird.
Erfahrungen/Wissensstand zeigen ja aber schon, dass Frauen eben bestimmte Wesenszüge haben (Mutterinstinkt z.b.), und Männer eben andere. Und zu denen passen eben oft eher geführte Rollenbilder bzw. führende. Es geht hier auch nicht um die Ausprägung.

Wie gesagt. Ein großes Thema ist die Verantwortung und ein anderes, dass trotz Augenhöhe sich bewusst entschieden wird, ein gewisses Ungleichgewicht zu leben. Denn wie ja schon oben erwähnt, bestehen heute ja diese Abhängigkeitsverhältnis zum Glück ja nicht mehr, aus denen zwangsläufig Rollen entstehen.
Um es vielleicht mit einem allgemein gehaltenen Beispiel auszudrücken. Eine weltoffene, gebildete, selbstbewusste sich selbstversorgende Frau möchte einen dementsprechenden Partner auf Augenhöhe. Wenn sie diese Lebensweise 1:1 mit in die Partnerschaft bringt, wird diese eher funktionieren, wenn der Mann aber jemand ist, der sich diesem Wesen gerne fügt. Das sind dann aber nicht unbedingt Männer, die in der Zielgruppe der Frau liegen. Die gewünschten Männer haben ein natürliches Bedürfnis auf eine Männerrolle, z.B. umsorgen (versorgen), Familienoberhaupt etc, Entscheidungsträger. Und dann knallt es eben, weil sie das nicht so möchte und er es nicht gewohnt ist und sich nicht in seinem Wesen wiederfindet.

Es wäre doch leichter, wenn sich beide bewusst machen, dass die eine Seite sich zurücknehmen kann, ohne Schaden oder Lebensqualität zu fürchten und die andere verantwortungsbewusst in den Wind stellt und auch weiß, wo die Grenzen sind. Sicher kann das auch mal vertauscht werden. Aber oft ist die Gleichberechtigung damit verbunden, dass beide am Ruder sein wollen und es dann schwer wird, den Kurs zu halten.

Und seien wir doch mal ehrlich. Als Frau hat man ja durchaus das Geschick, es so aussehen zu lassen, als hätte der Mann alles im Griff, steuern aber am Ende trotzdem selbst.
Ich habe halt den Eindruck, dass es heute aber vorgekaut wird, Mädels, nicht nachgeben, zeigt wer ihr seid. Ihr seid moderne Frauen. Immer schön Kontra. Das ist sicher auch okay, aber nicht unbedingt schlau.
 
A

Ars_Vivendi

Gast
  • #14
Um es vielleicht mit einem allgemein gehaltenen Beispiel auszudrücken. Eine weltoffene, gebildete, selbstbewusste sich selbstversorgende Frau möchte einen dementsprechenden Partner auf Augenhöhe. Wenn sie diese Lebensweise 1:1 mit in die Partnerschaft bringt, wird diese eher funktionieren, wenn der Mann aber jemand ist, der sich diesem Wesen gerne fügt.

Und seien wir doch mal ehrlich. Als Frau hat man ja durchaus das Geschick, es so aussehen zu lassen, als hätte der Mann alles im Griff, steuern aber am Ende trotzdem selbst.
Ich habe halt den Eindruck, dass es heute aber vorgekaut wird, Mädels, nicht nachgeben, zeigt wer ihr seid. Ihr seid moderne Frauen. Immer schön Kontra. Das ist sicher auch okay, aber nicht unbedingt schlau.

Eine moderne Frau, wie ich sie mir wünsche, braucht deswegen nicht einen Mann, der sich "fügt". So wie ich bei Freunden meine klare Meinung habe und genauso Kompromisse finden muss (da "fügt" sich auch keiner), finde ich das in einer Partnerschaft auch wichtig. Wenn Frau dauernd aus Prinzip Kontra gibt, weil sie meint, als gleichberechtigte Frau Machtspielchen spielen zu müssen, soll sie sich den passenden Mann dazu suchen. Mich nicht.

Eine gebildete, selbstbewusste Frau wird nach meiner Überzeugung auch heute noch mit einem ihr in dieser Hinsicht unterlegenen Partner auf Dauer Probleme bekommen. Ebenso wie ich ganz ehrlich früher auch mit einer deutlich besser gebildeten Frau ein Problem gehabt hätte. Deswegen habe ich auch nie eine entsprechende Partnerin gehabt, umgekehrt haben einige meiner weniger gebildeten Partnerinnen aber auch das Problem gehabt, dass sie ständig meinten beweisen zu müssen, dass sie "auf Augenhöhe" sind. Darüber kann ich mir aber vorher Gedanken machen und mir das dann beim Kennenlernen ansehen.
 
  • #15
Zitat von HommeFatale:
Eine weltoffene, gebildete, selbstbewusste sich selbstversorgende Frau möchte einen dementsprechenden Partner auf Augenhöhe. Wenn sie diese Lebensweise 1:1 mit in die Partnerschaft bringt, wird diese eher funktionieren, wenn der Mann aber jemand ist, der sich diesem Wesen gerne fügt.
Zustimmung. Genauso ist es auch umgekehrt, wenn der Mann sich vormacht, eine Frau auf Augenhöhe zu wollen, und eigentlich meint, dass diese sich ihm unterzuordnen hat.
Das ist kein geschlechtsspezifisches Problem. Das sind einfach Menschen, die nicht wissen: Wer A sagt, muss auch B sagen.
Es wäre doch leichter, wenn sich beide bewusst machen, dass die eine Seite sich zurücknehmen kann, ohne Schaden oder Lebensqualität zu fürchten und die andere verantwortungsbewusst in den Wind stellt und auch weiß, wo die Grenzen sind.
Genau. Aber wenn frau den Feind im Unterdrücker-Mann sieht oder mann meint, sein Feind wäre die Ausnutzer-Frau, klappt das nicht. Wenn ich das Sagen haben will in einer Partnerschaft, was Karriere angeht, kann ich nicht geizig sein, was den anderen angeht, der seine eben nicht mehr verfolgt, um mit mir zusammen zu sein und die Beziehung aufrecht zu erhalten. Das ist ja auch in meinem Sinne.
Aber oft ist die Gleichberechtigung damit verbunden, dass beide am Ruder sein wollen und es dann schwer wird, den Kurs zu halten.
Das ist für mich falsch verstanden Gleichberechtigung. Allerdings braucht man schon einen Partner, der im eigene Sinne entscheidet, wenn man ein Teil seines Lebens in seine Hand gibt (z.B. wo man lebt)
Und seien wir doch mal ehrlich. Als Frau hat man ja durchaus das Geschick, es so aussehen zu lassen, als hätte der Mann alles im Griff, steuern aber am Ende trotzdem selbst.
Das ist Geschlechterquatsch. Man kann das Geschick erwerben, sich nicht manipulieren zu lassen. Und das machen auch Männer, ich war mit einem zusammen, der über Manipulationen gearbeitet hat. Mein Vater ist auch so. Von daher mach besser keinen Unterschied mehr zwischen Mann/Frau, sondern zwischen Menschen und deren Methoden, ihren Willen durchzusetzen.
Ich habe halt den Eindruck, dass es heute aber vorgekaut wird, Mädels, nicht nachgeben, zeigt wer ihr seid. Ihr seid moderne Frauen. Immer schön Kontra.
Das ist genauso doof, wie den Männern einzuimpfen, dass sie das Sagen haben müssen. Alles falsch verstandene Emanzipation und überholte Männerrolle und dergleichen.
 
  • #16
Wieder einmal ein Thema, bei dem das Pferd von hinten aufgezäumt wird. Dazu nehme man(n) oder frau noch klassische Vorteile und schon entsteht eine Diskussion ins Nirgendwo.

Was verstehst Du unter Gleichberechtigung? Um jeden Preis? Auch mit Deinen Begrifflichkeiten für das Unter-, Ein- und Überordnen kann ich nichts anfangen.

Viel lieber würde ich hier etwas von Achtung, Respekt, Wohlwollen, Vertrautheit, Vertrauen, Sicheinbringen, Nehmen und Geben und Sein- und Bleibenlassenkönnen lesen.

Wenn ich meine Vorstellung einer Partnerschaft mal nüchtern ausdrücken darf: 1+1>2. Das können viele nicht fühlen und leben, denn es ist nicht selbstverständlich und wenn, verlernen es die meisten mit der Zeit. Deshalb funktionieren meiner Meinung Partnerschaften nicht lange/ewig. Denn die große Herausforderung ist einerseits selbst zu bleiben und andererseits durch den Partner mehr zu werden. Nur so kann es funktionieren.

Männer und Frauen können vieles gleich gut leisten, sollten und müssen es aber nicht zwangsläufig. Die Gesellschaft(liche Norm) wirkt darüber hinaus als Katalysator, auch weil es beide Geschlechter zulassen oder (extrem) negieren.

Alles andere sind (hier) hilflose Erklärungsversuche und Ausreden.

Es wäre schon viel gewonnen, wenn man etwas tut, lebt oder zuläßt, weil man so ist wie man ist und man dies selbst so möchte und nicht weil man glaubt anderen/m genügen zu müssen.

Schlußendlich geht es nicht um die große Weltpolitik sondern um die Einstellung zweier Menschen zueinander und so viel (Entscheidungs)Freiheit haben wir. :)

Wenn ich von den vielen Hilfs- und Zwangskonstruktionen, die als Synonym für Partnerschaften erhalten müssen, hier lese, kann einem schon Angst und Bange werden.

m46
 
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