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Apollo

  • #1

Glaubt ihr, daß es den Geschlechterkampf gibt?

Gibt es ihn wirklich? Oder ist er ein Mythos? Wenn es ihn gibt, woran macht sich das im wirklichen und der medialen Welt bemerkbar? Ist er notwendig? Oder überflüssig und eher künstlich konstruiert plus extra angeheizt? In gesellschaftlicher Hinsicht: Wäre die Frauenbewegung des 19.Jahrhunderts als eine Form des Geschlechterkampfes zu bezeichnen? In privater Hinsicht: Betrachtet ihr eure Außeinandersetzungen mit eurem Partner/eurer Partnerin als seine harmlosere Variante?
 
A

Apollo

  • #2
Korrektur vom Fragesteller:

Leider in der Eile habe ich vergessen eine Löschung zu korrigieren, also: Es sollte heißen "im wirklichen Leben und der medialen Welt".
 
P

Prickel63

  • #3
Nein, so etwas gibt es nicht !! Allerdings gibt es schon unterschiedliche Eigenschaften, die mehr oder weniger Arbeit erfordern, wenn man eine harmonische Beziehung führen möchte.
Aber an so vielen Dingen im Leben muss man arbeiten, weshalb sollte das hier anders sein und keinen längerfristigen Erfolg nach sich ziehen ? Also ...
 
G

Gast

  • #4
Ich finde der Geschlechterkampf hat uns Frauen sehr viel gebracht: wir können jetzt ein Ikea-Regal selber aufbauen, wissen dass Formel 1 keine mathematische Übung ist, können Männer im Job ausstechen, können Kinder erziehen, ausserdem sind wir immer sexy, hübsch und einfühlsam ;-))

Nein, "Geschlechterkampf" klingt schon entsetzlich. Natürlich gab es vereinzelt Frauenbewegungen, die sich gegen die Männer stellten. Aber deren Zulauf war eher gering. Den Frauen, die sich in früheren Jahrzehnten für die Gleichberechtigung eingesetzt hatten, ging es nicht um den Geschlechterkampf (so ein blödes Wort haben wohl die Medien erfunden), sondern um Zulassung zu gewissen Berufszweigen, um Mitsprache in der Politik und um die Reduktion der Abhängigkeit vom Mann als Ernährer. Und diese gesellschaftliche Veränderung hat auch tatsächlich stattgefunden.

Also wenn jemand eine Beziehung führt und diese zum Anlass nimmt, einen Geschlechterkampf zu führen, ist das schon sehr eigenwillig. Eine Beziehung sollte doch etwas Konstruktives sein und kein Kampf.
 
A

Apollo

  • #5
Einwand, Gnädigste!
Den Begriff gab es schon im 19. Jahrhundert. Auch Nietzsche verwendet ihn. Hat also nichts mit unseren Medien zu tun.
 
A

Apollo

  • #6
Geschlechterkampf kann man vielleicht auch so verstehen: nicht als Kampf gegen-einander, sondern um-einander.
 
G

Gast

  • #7
@#4: Der Ursprung der Medien lässt sich bis ins 12. Jahrhundert zurückverfolgen, periodische Medien gibt es seit dem 16. Jahrhundert...... Wenn du es so sehen willst, dann tobt der Geschlechterkampf bereits seit dem Spätmittelalter (ist also keine Erfindung von Nietzsche), vor allem innerhalb und zwischen den Nobelfamilien der damaligen Zeit. Was Intrigen und andere Machtspiele betraf in der damaligen Zeit, waren sich Frauen und Männer durchaus ebenbürtig.

Ich bin trotzdem der Meinung, dass sich das Wort "Geschlechterkampf" in der Neuzeit vor allem durch die Massenmedien verbreitet hat und nicht durch die Literatur. Und ich bin ferner der Meinung, dass Massenmedien durchaus die Massen manipulieren und Wertvorstellung prägen und nicht die Literatur und/oder Philosophie.

Apollo - jetzt im Ernst: warum soll der Austausch zwischen Mann und Frau in irgendeiner Form ein Kampf sein? Egal ob gegen-einander oder um-einander oder für-einander. Im Beruf arbeite ich mit Männern und nicht gegen sie. In der Freizeit treffe ich mich mit Kollegen zum Gedankenaustausch und nicht zum Kampf. Mit einem Partner möchte ich eine konstruktive Beziehung und kein Schlachtfeld. Trotzdem stehe ich für meine Mitarbeiter ein, kümmere mich um meine Freunde und nehme Rücksicht auf die Bedürfnisse meines Partners - ganz kampflos!
 
G

Gast

  • #8
Um es mal aus der psychologischen (archaischen) Sicht einer Frau zu beschreiben: Ich will doch wissen, ob ein Mann stark genug ist, seine Familie nach außen zu verteidigen (wenn ich durch Schwangerschaft, Geburt und Kinderbetreuung zeitweise ausfalle) und gleichzeitig beherrscht genug, seine Aggression nicht auf Mitglieder (Kinder) seiner Familie zu richten. Am schnellsten erfahre ich das, wenn ich ihn povoziere - in aller Freundschaft, versteht sich. Außerdem entsteht durch Reibung Wärme und durch die anschließenden Friedensverhandlungen erfährt man mehr über den Partner und nähert sich weiter an. Von den Friedensfeiern will ich hier gar nicht schreiben.
 
G

Gast

  • #9
Ja, den Geschlechterkampf gibt es (leider!). Spätestens wenn ich einmal persönlich auf Alice Schwarzer treffe, dann wird er auch sichtbar.
Jens