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Gast

  • #1

Glaubt Ihr an die große Liebe?

Ich kenne meinen Freund seit ca 5 Jahren. Und unsere Beziehug ist toll? normal? durchschnitlich? besonders? Keine Ahnung (es gab einige aufs und abs und gibt es noch, aber ich möchte ihn um keinen Preis der Welt eintauschen).

Jetzt lese ich hier ständig, wie schnell Menschen sich trennen, weil nicht alles perfekt ist und habe den Eindruck, dass viele im Grunde denken, Liebe fällt einem einfach zu - und wenn der Input (= Liebe die ich bekomme) kleiner wird als der Output (= Liebe die ich gebe), dann trenne ich mich eben ... oder suchen einfach immer weiter nach der eierlegenden Wollmilchsau (oder eben dem perfekten Partner - was auch immer das sein soll).

Ich persönlich finde eher, dass Liebe (oder eben eine Beziehung) einiges an "Arbeit" erfordert - und das es das perfekte (Beziehungs-)leben eher nicht gibt.

Wie seht Ihr das? Was sucht Ihr?
 
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Gast

  • #2
Gute Frage,

vielleicht gibt es die und einige warten darauf 10-20 Jahre oder länger.. Einige "erarbeiten" sich die Liebe und einige nehmen Alibi-Beziehungen. So ist das manchmal. Ich persönlich hatte in meinem Leben bisher eine Beziehung, wo ich total in die Frau verliebt war und dadurch Dinge übersah, viel gekämpft habe und es passte einfach nicht. Dann hatte ich Beziehungen, die waren eher so "lala"...

Jede Beziehung heisst auch arbeiten an sich, der Partnerschaft und dem Partner. Nur warten, dass es funkt und so immer bleibt, reicht nicht aus.
 
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Gast

  • #3
Ich glaube, dass das Gerede um und die Träume von der großen Liebe sehr viel mehr Schaden als Nutzen gebracht hat. In vielen Köpfen stecken Hollywood-Film-Klischees, die in keiner Weise der Wirklichkeit entsprechen.

Es gibt keinen perfekten Menschen, keine perfekte Beziehung. Man kann aber eine für sich selbst perfekte Beziehung mit zwei unperfekten Menschen leben. Ich glaube auch, dass viele Menschen irgendwann nicht mehr genügend das schätzen, was sie haben und sich dann trennen. Oder sie haben Probleme mit sich selbst, z. B. eine Midlife-Crisis und dann werden Fehler und Schwächen beim Partner gesucht - und natürlich auch gefunden. Schlimmerweise wird dann oft noch behauptet, es seien immer und auf jeden Fall beide an einer Trennung schuld. Was ich ganz vehement bestreite, dafür gibt es zu viele Ausnahmefälle, in denen einer bewußt oder unbewußt das Ende ganz alleine herbeiführt.

Was ich aber nicht teile an Deiner Ansicht oder einfach anders umschreiben würde, ist das notwendige "Arbeiten" an einer Beziehung. Da "Arbeit" für die meisten Menschen u. a. auch negativ belegt ist, passt es meines Erachtens nicht in das Beziehungsvokabular. Ich empfinde es nicht als Arbeit, in einer Beziehung beinahe täglich Kompromisse zu schließen, den anderen nach seiner Meinung zu fragen, mich nicht nur nach mir selbst zu richten. Auch treu zu sein empfinde ich nicht als Einschränkung, sondern als etwas Selbstverständliches. Ich glaube, wenn 2 Menschen sich lieben und den festen Willen haben, zusammen zu bleiben, dann tut man auch was dafür. Wenn man das als Arbeit bezeichnet, ok. Aber ich kann mit dem Begriff irgendwie nichts anfangen.
 
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Gast

  • #4
Hier die FS: Danke für die Antworten.

Nachdem ich #2's Antwort gelesen habe möchte ich vielleicht etwas das Wort "arbeiten" erklären. Ich meine damit natürlich nicht Arbeit an und für sich, deshalb hatte ich das ja auch in "" gesetzt. Mir ging es mehr um die Schicksalserwartung oder das "ich selbst hab ja gar keinen Einfluss drauf".

Letztlich denke ich genau wie #2 - wenn ich wirklich ernsthaft an einer Beziehung interessiert bin, dann treffe ich täglich Kompromisse treffen, treu sein, an mir feilen. Mir ist kein anderes Wort als "Beziehungsarbeit" eingefallen, vielleicht kann man das auch Beziehungs-Hygiene oder vollkommen anders nennen.

Letztlich kommt es für mich drauf an sich in einer Beziehung nicht einfach treiben zu lassen sondern sich auseinanderzusetzen und aufeinander einzugehen. Und diesen Anteil sehe ich tatsächlich als Arbeit, weil es Engagement benötigt, eventuell auch "lernen" und vor allem reden.
 
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Gast

  • #5
Hier die FS: Danke für die Antworten.

Letztlich denke ich genau wie #2 - wenn ich wirklich ernsthaft an einer Beziehung interessiert bin, dann treffe ich täglich Kompromisse treffen, treu sein, an mir feilen. .
Doch wenn der Partner die große Liebe ist, ist es kein Kompromiss mehr sondern das freiwillige eingehen auf die Wünsche der/des Geliebten.

Und ja, es gibt die große Liebe; sie ist aber nur schwer zu finden, schwer zu halten, und oftmals leider nur einseitig!

m52
 
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Gast

  • #6
Die große Liebe gibt es immer wieder. Leider sind viele Menschen viel zu unreif oder zu egoistisch
um dieser gerecht zu werden. Liebe wird von denen fälschlicherweise über aktuelle Gefühle definiert. Diese dummen Holzköpfe richten viel Schaden an und jammern am lautesten um sich selbst. Die verletzten Partnerinnen oder Partner haben oft jahrelang zu ringen um die Verletzungen zu verkraften die von solchen ausgegangen sind.
 
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Gast

  • #7
FS, ich sehe es ganz genau wie du! Ich kann dir in jedem Punkt nur voll zustimmen.

Die große Liebe, die gibt es nicht, die entsteht langsam mit der Zeit, indem ein Paar gute und schlechte Zeiten miteinander durchlebt.Besonders bei Letzterem hapert es bei vielen Paaren und sie trennen sich voreilig, obwohl die Beziehung mit etwas Arbeit sehr gute Chancen hätte, weiter zu bestehen.

Diejenigen, die sich gleich trennen, nur weil nicht alles perfekt ist, sollten ihre Anspruchshaltung genauestens überdenken.
 
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Gast

  • #8
Doch wenn der Partner die große Liebe ist, ist es kein Kompromiss mehr sondern das freiwillige eingehen auf die Wünsche der/des Geliebten.

Und ja, es gibt die große Liebe; sie ist aber nur schwer zu finden, schwer zu halten, und oftmals leider nur einseitig!

m52
Das kann ich voll und ganz unterschreiben. Die große Liebe ist mir (50) zweimal begegnet, und zwar mit der gleichen Frau. Nachdem ich die große Liebe einmal mutwillig verspielt hatte und danach nur noch mäßig gute Beziehungen hatte, habe ich eine andere Frau geheiratet, ganz einfach, weil sie beschlossen hatte, dass ich sie heiraten sollte und deshalb schwanger geworden ist. Ich habe dann viele Jahre lang an der Ehe und an mir "gearbeitet", ohne Erfolg. Geschieden worden bin ich schlussendlich doch - was gut so war und viele Jahre früher hätte erfolgen sollen. Mit meiner wiedergefundenen großen Liebe muss ich nicht "arbeiten", wir verstehen uns gut und das fast immer und sogar heiße Diskussionen sind (zumindest am Ende) schön und das seit ganz langer Zeit. Die große Liebe ist durch nichts - kein Geld, keine Sicherheit, keine Gewohnheit etc. - zu ersetzen. Es gibt nur Viele, die sie nie wirklich kennengelernt haben und sie deshalb für ein Märchen halten und einige, denen Gewohnheit und der Spatz in der Hand wichtiger als Lebensglück sind.
 
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  • #9
Ich glaube schon an die große Liebe, aber die große Liebe glaubt anscheinend nicht an mich ...

m/45
 
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  • #10
Doch wenn der Partner die große Liebe ist, ist es kein Kompromiss mehr sondern das freiwillige eingehen auf die Wünsche der/des Geliebten.
Sei mir nicht böse, lieber Gast Nr 4, aber genau diese Anspruchshaltung halte ich persönlich für äußerst unrealistisch und mal Tacheles gesprochen: für ein modernes Märchen.

Liebe ist kein Selbstläufer. Aber je besser das Paar zusammen passt, desto leichter ist die "Arbeit" an der Beziehung, desto weniger muss man eben an der Beziehung "arbeiten". An sowas wie Mr. oder Mrs. Right, mit dem oder der die Ehe einfach immer reibunglos läuft, ohne Kompromisse, daran glaube ich nun mal nicht.
 
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  • #11
Liebe FS,
ehrlich gesagt, hatte auch ich mit meinen mittlerweile 55 Jahren, kaum noch Hoffnung, hier fündig zu werden.
Im tiefsten Innern, um an Deinbe Frage zu kommen, hatte ich allerdings stets die Hoffnung auf dieGroße Liebe.
Zwischendurch hatte ich ständig Phasen von Partnerschaften mit vielen Zugestaändnissen, Kompromissen und glaubte, dqss dererlei Zugeständnis ebe zum Partnerschaftsgeschäft gehört.
Nun habe ich die "große Liebe", die Du hier in Frage stellst, mit Recht, gefunden und bin auch noch nach mehreren Jahren gewiss, dasser es ist.
Höre bittw nicht auf, an die große Liebe zu glauben,
sagt Dir ein ziemlich ungläubiges Weib.
 
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  • #12
... Liebe ist kein Selbstläufer. Aber je besser das Paar zusammen passt, desto leichter ist die "Arbeit" an der Beziehung, desto weniger muss man eben an der Beziehung "arbeiten". An sowas wie Mr. oder Mrs. Right, mit dem oder der die Ehe einfach immer reibunglos läuft, ohne Kompromisse, daran glaube ich nun mal nicht.
Liebe FS
Ich finde, oben genannte Beschreibung trifft es sehr gut. Mir ist aber auch aufgefallen, dass sich die Menschen heute viel zu schnell trennen. Der Mann ist krank...sie will ihr Leben nicht mit Pflegen vergeuden, also nichts weg, die Partnerin entspricht nicht mehr dem ehemaligen Schönheitsideal....hopp, ins nächste Bett und so weiter. Das sind jetzt natürlich krasse Beispiele... Immer weniger Menschen sind zu Kompromissen bereit und wollen sich nur die Rosinen heraus pflücken, sich selber verwirklichen usw.
Für mich gibt es die eine, grosse Liebe nicht. Jede Beziehung ist wichtig und in dem Moment, wo man sie eingeht, die grosse Liebe, sollte es wenigstens sein. Da sich aber jeder Mensch verändert, ändern sich auch seine Prioritäten im Verlauf der Jahre. Im besten Fall mit einem Partner, mit dem man "einfach" grundsätzlich auf der gleichen Ebene schwingt oder dann heisst es eben: Beziehungsarbeit, Standortbestimmung. Was nicht verloren gehen darf, sind gegenseitiger Respekt, Hochachtung, Anstand und Ehrlichkeit und natürlich Liebe, die vielleicht auch mal etwas verschüttet wird, aber dennoch, wenn beide wollen, wieder frei gelegt werden kann.
 
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Gast

  • #13
Ich habe meine große Liebe gefunden oder sie mich? Wer weiß? Wir haben beide nicht gesucht, aber uns dennoch gefunden.

Ich hatte zuvor bereits mal tief geliebt, aber bei ihm ist es einfach anders. Es gibt kein "wenn" oder "aber". Wir ergänzen, respektieren uns und gehen aufeinander zu. Wir sind uns gegenseitig "der Fels in der Brandung" - stehen füreinander ein - hört sich kitschig an, ist aber so und macht den Alltag um wunderschön. Er liebt mich, ich liebe ihn - ein tiefes Gefühl der Verbundenheit. Es ist wunderschön.

Jaaaa und manchmal sind wir unterschiedlicher Meinung, ärgern uns über den anderen, aber eines verlieren wir nie voreinander - den Respekt / die Achtung. Der Alltag holt alle früher oder später ein, aber es liegt an uns, was wir daraus machen.

Er lässt mich, wie ich bin. Bei ihm bin ich - einfach ich. Deswegen habe ich ihn geheiratet, weil ich mir sicher war - so sicher, wie man sich eben sein kann.
 
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Gast

  • #14
ich gluabe an die große Liebe.... aber es heißt auch an einander arbeiten....
in meiner 20j Ehe hat das genau nicht funktioniert. Aber es war im Nachhinein nicht die große liebe...

dann kam sie überrraschend.... meine große Liebe.... für sie kämpfe ich als Frau länger... aber er ist der Mann, der mein Herz berührt hat.... und ich wwerde für ihn kämpfen, weiterhin...

Die große Liebe heißt auch Arbeit.... Liebe, die sich jeden Tag erhält.... Dankbarkeit, Freude u dGlück, zu sehen, wenn man neben dem Mann nachts einschläft... und jeden Morgen miteinander aufwacht - dankbar, freudig mit dem Gefühl: alles richtig zu machen und zu fühlen...
Das habe ich erfahren... wunderbar...
w 47
 
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Gast

  • #15
Ja, die große Liebe gibt es.Leidenschaftlich, verliebt auf Dauer.Habe es nie als Arbeit empfunden.Sondern als zueinanderfinden, sich besser verstehen, sich näher kommen.Im besten Fall lernt man auch durch den anderen, über sich selbst hinauszuwachsen.Im besten Fall ist der andere die größte Herausforderung an die eigene persönliche Weiterentwicklung.w43
 
  • #16
An die große Liebe glaube ich (m,50) immer noch, und träume manchmal nachts davon.
Frei und innig lieben können, ganz gleichberechtigt auf "gleicher Augenhöhe". Ohne oberflächliche und übertriebene Ansprüche. (Bisher erging es mir wie #10.)

Das "Problem" dabei ist, daß man anfangs die große Liebe meistens nicht erkennt. Sondern erst im Laufe des kennenlernens sich abzeichnen oder gar entstehen könnte.

Eine Beziehung/Ehe ist nicht nur "ich liebe dich" sagen. Nicht Trauschein, Ringe, etc.
Sondern die Liebe jeden Tag aufs Neue beweisen und bestärken. So das Beide überzeugt sind, daß es Liebe ist.
 
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Gast

  • #17
Liebe FS,

ich glaube, dass es in der Liebe und Beziehungen vieles gibt, was funktioniert.
Natürlich gibt es sehr wohl den großen Knall, bei dem man sofort denkt: DER IST ES! Ich habe das erlebt! Wir waren allerdings damals einfach noch zu jung, um für immer zusammen zu bleiben.
Aber ich sehe das auch in meinem Bekanntenkreis: Manche haben einfach ihren Soulmate gefunden. Da ist die Beziehung auch keine große Arbeit. Es funktioniert, weil es Liebe, gegenseitiges Verständnis und Respekt gibt. Als ich einige Jahre mit o.g. Freund zusammen war, musste ich immer schweigen, wenn meine Freundinnen über ihre Männer herzogen - denn ich konnte nichts dazu beitragen. Ich hatte keine Kritikpunkte - einfach keine!
Dann gibt es natürlich auch Beziehungen, die Arbeit sind. Man muss Kompromisse machen, sich annähern, sich aneinander reiben, und durch Konflikte vielleicht ab und an auch auf eine neue Beziehungsebene kommen.

Ich kann nicht sagen, dass eine Beziehung immer Arbeit ist oder dass es immer Ups and Downs gibt - vielleicht im Leben an sich, aber ich kenne Beziehungen, die sind einfach schön.

Leider ist es eben so, dass man im ALter zwischen 30-35 eben irgendwann den Partner heiratet, den man dann eben gerade hat. Weil man erstens keine Lust mehr zum Neu-Suchen hat, weil man eine Familie will, weil man sich schon aneinander gewöhnt hat und weil es ja bei anderen angeblich auch nicht immer rosig ist.
Ich kann aber nach eine gescheiterten Ehe sagen: Eine Ehe funktioniert nur, wenn beide wirklich und ehrlich dasselbe wollen. Wenn beide ein Team sind und miteinander "arbeiten".
Wirkliche Liebe ist keine Arbeit. Und ich rede jetzt nicht von der Leidenschaft und dem Sex einer Neu-Beziehung, sondern von tiefer Liebe über Jahre hinweg.
Aber: Wie oft findet man das schon??
Die Alternative ist dann eben doch harte Beziehungsarbeit.

w,39
 
  • #18
Ich glaube an die Liebe. Und es ist NICHT egal, mit wem wir zusammen sind. Einen zu mir passenden Partner (dem ich nicht oft genug in die Augen schauen kann, der auf einer ähnlichen Wellenlänge schwimmt wie ich, ähnliche Werte, Ziele und Überzeugungen hat uvm.) kann ich lieben, andere mögen oder schätzen, mehr aber nicht. Schwärmerei ist etwas Kurzfristiges.
Liebe ist für mich, wenn ich diesen Menschen so sehr mag, dass ich mit ihm lieber als mit anderen zusammen sein möchte, dass ich wegen ihm auf Rechthaberei verzichte, ihm sein Leben angenehm machten und ihn glücklich sehen möchte. Liebe ist, mich jeden Tag, an dem ich ihn sehen darf, auf ihn zu freuen.
 
  • #19
Ich glaube insofern an die grosse Liebe, als dass eine Liebe zwischen zwei Menschen wirklich sehr gross und tief werden kann und das hat mit 'Liebe auf den ersten Blick' meistens nicht viel zu tun.
Auch wenn uns diese Mähr bis heute so aufgetischt wird.

Dies ist für mich nicht mit Verliebtheit gleichzusetzen, das wird doch fast immer verwechselt.
Der Schmuh aus Hollywood, Bollywood, Romanen und Co. haben damit nichts zu tun!

Liebe ist das was über bleiben KANN, wenn die Verliebtheit gegangen ist und manchmal wächst die Liebe wohl auch ohne Verliebtheit heran.

Ich denke auch, dass die Anspruchshaltung an die Liebe auch viel zu gross ist, vor Allem muss sie perfekt sein, wie auch der Partner heute perfekt sein muss, weil sonst kann man ja nicht lieben.

Liebe hat für mich auch nichts mit 'rosa Brille' zu tun, sondern eher mit ganz viel Klarsicht und dem Wissen um die Fehler und Schwächen des Anderen.
Die Akzeptanz des Anderen in seiner Gesamtheit und das Wissen darum, dass der Partner eben nicht die alleinige Aufgabe hat, mich glücklich zu machen und ich dies auch gar nicht von ihm verlange, weil ich selber aus mir heraus zufrieden sein kann.

Wer eine gute Partnerschaft will, sollte sich auch entsprechend im Griff haben und ja, es bedeutet für mich auch die Bereitschaft im 'Wir' zu denken, zu handeln und zu agieren und das 'Ich' auch mal zurück zu stellen, ohne es völlig zu vernachlässigen.

Der Partner ist nicht der Kratzbaum für meine Defizite und Eitelkeiten und er ist nicht dafür da, dass er die Bühne bereithält, auf der ich mich präsentieren kann und jederzeit zum Applaus bereit ist.

Denn genau die Vorstellungen haben doch die meisten Menschen, genährt durch eine überromantische Vorstellung von Liebe, die letztlich über die Verliebtheit nie hinausgekommen ist.

Deshalb kommen auch viele gar nicht damit klar, wie sich die Gefühle ändern und trennen sich, meistens nach 2-5 Jahren.
Liebe ist aber nun mal eben nicht die ständige Achterbahnfahrt, sondern der tiefe ruhige Hafen, der Sicherheit bietet, so er von zwei souveränen Menschen bewohnt wird, die genau wissen, was sie einander haben und bedeuten und auch bereit sind, ihren Teil zur Pflege der Liebe/Beziehung beizutragen, womit wir wieder bei dem Thema 'Arbeit' sind.
Ich finde nichts falsch daran, zu sagen, dass eine gute Partnerschaft auch Arbeit bedeutet.

Für wirkliche Liebe halte ich die meisten Menschen ohnehin für viel zu unreif und Ich-bezogen. Und ich glaube auch, dass wirkliche Liebe, schon immer rar, zunehmend seltener wird, weil die Menschen zunehmend oberflächlicher, anspruchsvoller und perfektionistischer werden.

Liebe ist letztlich auch eine Entscheidung, eine Entscheidung für einen Menschen, für einen gemeinsamen Weg. Nicht mehr und nicht weniger!
 
  • #20
Früher dachte ich durchaus es gibt nur diese "eine" große Liebe im Leben.
Aber das ist Unfug. Ich glaube der Mensch kann im Leben mehrere Große Lieben haben.
Wenn du immer die richtigen Partner dafür triffst, kann man viele große Lieben haben.
Ich z.B. möchte keine "kleine" Lieben haben im Leben.
Entweder ich liebe, oder ich liebe nicht.
Das Leben und die Liebe wurde nicht in Hollywood entdeckt!

m47
 
  • #21
Moin,

eine ganz interessante Frage finde ich, wie sich Liebe zu Gewohnheit, oder meinetwegen zu Vertrautheit verhält. Für viele Menschen (oder vielleicht für alle... ) ist der "Flash" OHNE Vertrautheit erstmal besonders stark. Ideal ist vielleicht ein starker "Flash", der dann in gelingende und sich immer besser anfühlende Vertrautheit übergeht. Insgesamt scheint mir aber der "Flash" für große Liebe (hm, ich glaube eher nicht an "die" große Liebe) nicht wirklich wichtig.

manchmal