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Gast

  • #1

Gibt es wirklich so viele Langezeit-Ehen / -Beziehungen ohne Sex?

Liebe "Gemeinde" ;-),

gerne würde ich Eure Erfahrungen und Meinungen lesen:
Auf meiner Partnersuche (ich, W, 47, ein (großes) Kind) begegnet mir am häufigsten folgende Konstellation, und zwar unabhängig von dem Charakter der SB, in der ich schaue:
Mann in einer festen Beziehung, sehr offen, erzählt ohne Umschweife und Scheu darüber, dass in seiner Ehe oder Beziehung GAR KEIN Sex oder nur noch Sex, wenn die Dame einen kleinen Schwipps hat oder nur noch zweimal im Jahr oder nur noch in einer ganz bestimmten Stellung, aber bloß nicht mehr anders ...usw. usw. stattfindet. Ergo: War die Liebe noch so groß am Anfang, war man auch noch so verliebt und heiß aufeinander, irgendwann scheint nicht mehr viel übrig zu bleiben, als eine "Wohngemeinschaft", wie mal ein Mann mir über seine Lebenssituation schrieb.

Das ist mir jetzt so überdurchschnittlich häufig passiert, dass ich mich frage, ob das eine Art Gesetz ist, dass der Sex in Langzeit-Bindungen flöten geht?

Wie man sieht, wird Ausgleich von Männerseite (und nur von der kann ich berichten) öfter mal mit außerhäusigem Sex versucht.

Ich frage mich aber vielmehr, was denn eigentlich mit diesen Frauen passiert ist?

Was meint Ihr?

Ist das

- nicht wahr, was die Männer erzählen?
- einfach hinzunehmen, dass Frauen in Langzeitbeziehungen einfach keine Lust mehr auf Sex haben und diese Energien anders ausgleichen
- vielleicht so, dass die Männer es nicht mitkriegen, dass die Frauen selbst ihre durchaus nicht eingeschlafene Lust längst woanders und mit jemandem anderen befriedigen?

Ich kann mir das kaum vorstellen, dass eine Frau, die 20 Jahre verheiratet ist und mit ihrem Mann eigentlich eine harmonische Beziehung führt, im Alltag ganz vertraut mit ihm umgeht und es durchaus nicht immerzu Streit gibt, wirklich keinen Sex mehr WILL?

Was macht so eine Frau denn mit ihren Lüsten und Phantasien?

Was meint Ihr?
 
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Gast

  • #2
Ich hatte selbst solche Beziehungen in früherer Zeit. Das Problem war nicht ich, sondern der Mann der mir trocken ins Gesicht sagte, er wäre ja ach so impotent, ihm wäre Sex nicht so wichtig oder gar, er wäre sexuell asexuell oder er wäre untenrum hässlich. Alles erlebt. Das waren dann aber Fälle, wo es von Anfang an nicht klappte.
Warum sollte das Problem die Frau sein? Die meisten Frauen sind attraktiv genug und haben viele Verehrer. Mir ging es auch so. Hässlich bin ich nicht. Ich war immer sehr schlank, jung, gepflegt und hätte jeden Mann fürs Bett haben können. Vermutlich hat das meine festen Männern abgeschreckt.
 
M

Mooseba

  • #3
Bei uns sind es jetzt schon ein paar Monate. Ich habe einfach keine Lust, zuviel im Kopf und zuwenig Ruhe in mir. Ob es besser wäre, wenn meine Freundin deutlich weniger auf den Rippen, weiß ich nicht, denn den Fall kenne ich ja nicht.

(m,31)
 
G

Gast

  • #4
oder nur noch in einer ganz bestimmten Stellung, aber bloß nicht mehr anders ...usw. usw. stattfindet.
So war das mir, fand ich nicht schön. Da war die Beziehung aber insgesamt auch sehr eintönig geworden, was die Frau aber als harmonisch empfand.

Ich habe mich dann aber lieber scheiden lassen mit allen finanziellen und nervlichen Belastungen.

m
 
G

Gast

  • #5
Da fällt mir spontan ein:
Ehepaar ist 20 Jahre verheiratet. Sagt der Mann eines Abends zu seiner Frau: Wir könnten mal wieder miteinander schlafen, wir hatten nun schon seit 6 Monaten keinen Sex mehr.
Sagt sie: DU hattest seit 6 Monaten keinen Sex mehr

Ich denke, es ist falsch, langjährige Ehefrauen als sexlose Wesen hinzustellen. Meist wollen sie schon noch Sex, aber eben nicht mit ihren langweiligen Männern. Beide haben Lust auf Sex, aber es stimmt nicht mehr zwischen den Beiden und jede schiebt die Schuld auf den Anderen.
Männer wollen meist unkomplizierten, schnellen Sex zum Abspannen. Frauen wollen Romantik und ein wenig Drumrum, bei ihnen ist der Weg das Ziel.
Da viele Männer Jäger sind, legen sie die Energie lieber in den Aufriss einer neuen Frau als in die Pflege der eigenen Ehe und Frauen verzichten lieber auf Sex mit dem Ehemann als dass sie einen lieblosen Sex haben.

Aber trotzdem glaube ich, dass 90 % der Männer, die schreiben "meine Frau will keinen Sex mehr", in Wirklichkeit mindestens 1 x pro Woche mit ihrer Frau schlafen - anscheinend vergessen sie das nur sehr schnell wieder.
Was sollen sie denn sonst schreiben, wenn sie eine Affaire suchen? Sollen sie schreiben "ich schlafe zwar mit meiner Frau, aber zusätzlich noch eine Freundin wäre schön". Darauf lässt sich kaum eine Frau ein. Also lügt man, dass sich die Balken biegen und hofft auf die Naivität und das Mitleid der Frauen.
 
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Gast

  • #6
Liebe FS,

ich hatte auch einmal so ein Date mit einem sehr intelligenten, gutaussehenden und gebildeten Mann, desen Ex-Ehefrau nach der Geburt des ersten und einzigen Kindes keinen Sex mehr mit ihm wollte. Das war auch der Grund, weshalb diese Ehe letztendlich auseinander ging. Die ganze Geschichte hat er mir am ersten und einzigen Date erzählt, was mich sehr abschreckte und ich mich nicht mehr mit ihm traf. Auch hatte er mir von diversen Liebeleien danach erzählt, in etwa so "Frau XY hat mich dann wieder zum Manne gemacht". Was soll man davon halten als schnell die Flucht zu ergreifen?!

w, 41
 
G

Gast

  • #7
Meist ist es doch so, dass Frauen Ü50 wenig bis gar keinen Sex mehr wollen. Alles andere dürfte die große Ausnahme sein. Warum ist denn wohl ein großer Teil der Kunden im Bordell verheiratet und Ü50.
 
M

Mooseba

  • #8
Meist ist es doch so, dass Frauen Ü50 wenig bis gar keinen Sex mehr wollen. Alles andere dürfte die große Ausnahme sein. Warum ist denn wohl ein großer Teil der Kunden im Bordell verheiratet und Ü50.
Hier schreiben doch viele Frauen im besagten Alter, dass es eben nicht so ist. Und wenn ich mal spät abends auf dem Heimweg das Rotlichtviertel durchquere, sehe ich da vor allem junge Türken und andere Morgenländler.
 
G

Gast

  • #9
Es gibt anscheinend Arten von Beziehungen, die wir uns gar nicht vorstellen können. Ein Freund von mir hatte mit Mitte 30 vier Jahre lang eine Beziehung ganz ohne Sex!!! Ich konnte das überhaupt nicht glauben, als er mir das erzählt hat. Die Frau war anscheinend asexuell oder hatte aus irgendwelchen Gründen keine Lust. Und er hat das mitgemacht und ist auch nicht fremdgegangen. Irgendwann ist die Beziehung dann allerdings gescheitert, da das für ihn trotz aller Liebe kein Leben war.
 
G

Gast

  • #10
ob das eine Art Gesetz ist, dass der Sex in Langzeit-Bindungen flöten geht?

Ich frage mich aber vielmehr, was denn eigentlich mit diesen Frauen passiert ist?
Liebe FS,
Du kennst nur die Sicht der Männer. Ich hatte auch so eine Ehe und als ich dann ging, konnte es von außen keiner verstehen, weil doch nie Streit war.
Aus Sicht der Ehefrau: ich war Vollzeit berufstätig, in einem wesentlich qualifizierteren und anstrengenderen Beruf als mein Ex. Er war wenig unterstützend für mich, er selber konnte sich über mangelnde Unterstützung durch mich nicht beklagen. Ich habe alles gemacht: gearbeitet, 80% des Haushalts, 100% des Gartens, Urlaubsplanungen und Buchungen, das ganze Familien- und Sozialleben bis in seine Familie organisiert ....
Wenn er nach Hause kam, legte er sich aufs Sofa und stand auf, wenn das Essen auf dem Tisch stand (ich kam später nach Hause als er). Ich war einfach ausgezehrt, chronisch übermüdet. An so einem Mann ist nichts erfreuliches mehr, nichts attraktives. Der ist ein Energievampier, an Deiner Lebensenergie.
Den begehrst Du dann nicht mehr, denn Du bist nur noch mit schaffen befasst. Ich habe noch nicht mal bemerkt, dass ich keinen Sex mehr habe.

s.o. Das ist meine Geschichte und sie ist wahr. Kann gut sein, dass mein Ex, die Story seinen Affären erzählt hat, und dass es wirkte, dass das seine Aufreisserstory war, der arme unverstandene Mann. Viele Frauen haben ja eine soziale Ader bis hin zum Masochismus. Diverse Frauen, die er vielleicht so angegraben hatte, wollten mit ihm zusammen sein.
Immer wenn ich ihn vor die Wahl stellte, sich zu entscheiden, entschied er sich für mich. Bis ich mich dann mal entschied und seitdem ist er der Ex. Er hatte zwar ein paar Frauen, aber nichst dauerhaftes. Die haben ihn alle verlassen, weil er im Alltag eben doch nicht so toll als Partner ist und auch nicht im Bett. Das weiß ich aber erst, seit ich einen anderen habe. Vorher dachte ich, ich bin schlecht im Bett.

einfach hinzunehmen, dass Frauen in Langzeitbeziehungen einfach keine Lust mehr auf Sex haben und diese Energien anders ausgleichen
- vielleicht so, dass die Männer es nicht mitkriegen, dass die Frauen selbst ihre durchaus nicht eingeschlafene Lust längst woanders und mit jemandem anderen befriedigen?
s.o. ich war so ko, dass ich garnicht mitbekommen habe, dass ich keinen Sex mehr habe, d.h. auch kein Bedürfnis nach einem anderen Mann. Vom fremdgehen halte ich rein garnichts. Also habe ich mich getrennt und ein paar Jahre später hatte ich einen sorgfältig ausgewählten enuen Partner. Ich habe seit 5 Jahren als ü50erin in einer Fernbeziehung mehr Sex als ich im Alter von 30-45 Jahren insgesamt in einer Ehe hatte. Und Spass daran habe ich obendrein.

Fazit: Wenn die Frau keine Lust mehr hat, steht sie nicht mehr auf ihn. Wenn sie es merkt, geht sie. Du kannst ihn also gern "trösten".
 
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Gast

  • #11
Oh ja, das gibt es. Genau so geht es mir, W. Eine schöne, harmonische Kumpel-Ehe. Wir verstehen uns wunderbar, nur leider habe ich seit Jahren keine Lust mehr auf ihn - bei ihm ist sie irgendwann dann auch vergangen. Ich liebe ihn als Bruder und Freund, aber gerade diese Art von Liebe ist - für mich - leider das Gegenteil von Erotik. Trotzdem möchte ich ihn nicht missen, er ist meine bessere Hälfte.Ihm geht es genauso! Mir ist Liebe ohne Sex immer noch hundermal lieber als Sex ohne Liebe, dafür bin ich überhaupt nicht zu haben. Ganz ohne Zweifel lieben wir uns, und ganz ohne Zweifel ist es eine Art von Liebe geworden, in der Erotik nicht mehr möglich ist. Muss dazu sagen, wir sind einander in vielem sehr ähnlich, wir könnten wirklich auch Geschwister sein. Wir haben auch schon sehr viel schlimmes gemeinsam durchgestanden. Das verbindet. Und wir waren immer sehr ehrlich zueinander. Wir haben schon oft über das Problem geredet und schon vor langer Zeit eine offene Beziehung vereinbart in dem Sinne, dass jeder eine tolle Gelegenheit nutzen darf od. sich Freund bzw Freundin "zulegen" darf. Das hat aber leider nicht gut geklappt, weil wir beide niemand geeigneten gefunden haben (wir möchten trotzdem beide nicht leichtfertig einfach so ohne Gefühle Sex suchen, auch nicht in einer Nebenbeziehung). Ich hatte eine Affäre, habe mich sehr verliebt (er war auch unglücklich verheiratet), aber obwohl es im Bett sehr schön war, haben wir ansonsten überhaupt nicht zusammen gepasst und es hatte jeder so seine Probleme mit der Sache, er hat mich dann auch am Ende sehr kalt abserviert, somit habe ich dabei viel mehr verloren als gewonnen. Tja, und wohin man mit seiner Lust und seinen Phantasien geht? Dahin wohin auch Singles gehen. Ins eigene Bett und "selbst ist die Frau/der Mann". Bordell bzw. Escort-Service od. Swinger-Club kommt für uns beide nicht in Frage. Wir haben jetzt das Problem, dass wir uns beide jeweils eine Nebenbeziehung mit Niveau suchen müssen - das ist fast ein Ding der Unmöglichkeit. Aber man kann sich doch nicht einfach trennen, weil man keinen Sex mehr hat, wenn alles andere gut passt und man auf jeden Fall zusammen glücklicher ist, als man es als Single wäre! Wir streiten selten. Es ist ein Dilemma. Für mich war der Affärenversuch sehr verhängnisvoll, da ich mich total verliebt hatte und ich weiß nicht ob ich jemals ganz darüber hinweg komme. Jedoch wäre es mit dem Anderen und mir schon allein aufgrund der ganzen Umstände, auch bei ihm, nicht gegangen. Außerdem waren wir wohl zu verschieden. Ausschließliche Sex-Treffen ohne sonstige Kommunikation od Unternehmungen hätten aber auch der Affärenfreund und ich nicht gewollt. Genauso wenig, wie man wirklich erklären kann, weshalb man auf jemanden Lust hat, kann man erklären, weshalb man auf jemanden keine Lust (mehr) hat. Aufgrund meiner Situation habe ich größtes Verständnis für all die Männer, mit denen Du geredet hast. Sie werden in der Mehrheit nicht lügen.
 
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Gast

  • #12
Männer wollen meist unkomplizierten, schnellen Sex zum Abspannen. Frauen wollen Romantik und ein wenig Drumrum, bei ihnen ist der Weg das Ziel.
Da viele Männer Jäger sind, legen sie die Energie lieber in den Aufriss einer neuen Frau als in die Pflege der eigenen Ehe und Frauen verzichten lieber auf Sex mit dem Ehemann als dass sie einen lieblosen Sex haben.
Das mag für ein bestimmtes Milieu vielleicht gelten, bei den ü40 Familienvätern die ich kenne, die voll im Berufsleben stehen und Frau und Kinder zu Hause haben, ist da keine Energie mehr für die Jagd, irgendeinen "Aufriss" nimmt man schonmal gar nicht und bei Feiern ist die Frau ja auch meistens dabei bzw. die Leute wissen, dass man verheiratet ist.

Ich verstehe aber die Logik in deinem Post insgesamt auch nicht, weil ich es nicht so erlebe, dass man sich nur mal eben irgendwo in der Singlebörse anmeldet und man dann mit normaler Energie in ein paar Tagen eine Frau "aufreißt".

Entweder der Post bedient nur irgendwelche Klischees oder ich lebe in einer komplett anderen Welt.

m
 
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Gast

  • #13
Auch ich kenne es nur andersherum - Frau will, er nicht (oft, weil er nicht kann). Gibts übrigens auch bei jüngeren Paaren (mit hübschen, gertenschlanken Frauen), wenn er ständig vorm PC sitzt und onaniert, während sie darum betteln muss, mal gev***lt zu werden.
 
G

Gast

  • #14
Also ich bin m 33 kenne einige Erfahrungen von anderen Männern,dass ihre Frauen keine Lust mehr haben und hab das selber auch erlebt. War 11 Jahre mit einer Frau zusammen die letzten 2 Jahre hatten wir überhaupt kein Sex, da wurde es mir zu blöd und bin gegangen. Für sowas bin ich zu jung und die vier Jahre zuvor hatten wir auch nur 1-2mal Sex im Jahr und auch da hatte sie nicht wirklich
Lust zu. Wurde aber dennoch nie Müde sich ein Kind von mir zu wünschen. Wie 'ne Frau oder auch ein Mann mit mitte 20 aber auch mit 30 oder 40 keine Lust auf Sex haben kann ist mir schleierhaft.

Meine Konsequenz daraus ist, ich bleib Single da hab ich langfristig öfters Sex als in einer Beziehung und wenn ich doch irgendwann mal in einer Beziehung landen sollte, kommt nur noch eine LAT- Beziehung in Frage. Die kann man unkomplizierter beenden und mir kann niemand erzählen das er mich liebt aber Monate lang kein Sexuelles verlangen nach mir hat.
 
G

Gast

  • #15
Liebe Alle, die hier geantwortet haben, hier meldet sich die Fragestellerin.

Ich möchte mich ganz herzlich bedanken! Es waren ja teilweise sehr persönliche Antworten - und das hat mich berührt!!

Ich habe verstanden, dass es meistens zum Absterben des Sexuallebens kommt, weil einen als Paar der Alltag überrollt, sowohl in den Dingen von außen, Arbeit, Verpflichtungen, als auch in der Entwicklung als Paar. Und dass unausgesprochene Unzufriedenheit mit dem Eheleben mit hineinspielt in das Nicht-Mehr-Begehren. Bis in zur Respektlosigkeit und zum Überdruß an der Partnerin.

Ich grübele halt immer noch ein wenig daran herum, aber ich sehe auch, dass das letzlich sehr individuell ist und das jedes Körnchen aus dem Leben der Beziehung in den Sex mit hineinspielt.

Was ich bemerkenswert finde, ist, dass man als während der Ehe sexlos gewesene Frau seine Sexualität später mit einem anderen Partner wiederfinden kann. Das ist doch hoffnungsvoll!

Und das es auch umgekehrt ist! Dass Männer genauso Sexverweigerer sind, bzw. dazu werden können. Hier wäre eine anschließende Frage, was eine Frau tut, die den begehrten Sex von ihrem Mann nicht mehr bekommt, also "von der Bettkante geschubst wird".

Ich bin übrigens keine "Verheirateten-Trösterin". Ich betone in den SBs stets, dass ich keine Verbindungen mit Gebundenen eingehe. Und trotzdem werde ich angeschrieben - und das Geständnis darüber, dass eigentlich eine Affäre mit dem Ziel "Sex" außerhalb der Ehe gesucht wird, kommt dann später, eingebunden in die Geschichte eines vernachlässigten Mannes. Da höre ich manchmal ganze Lebensgeschichten.

Danke also noch von mir Langzeit-Beziehungs-Unerfahrener an Euch alle und alle guten Wünsche!
 
G

Gast

  • #16
Habe ich erlebt in einer langen Beziehung, lange Phasen ohne Sex und ohne Lust, dann aber wieder ein Aufleben und wieder intensive Phasen. Wenn die Beziehung ansonsten stimmt und eine Zärtlichkeit, liebevolles Miteinander weiterhin da bleibt, ist das glaube ich normal, wenn man sehr lange zusammen ist. Ich finde es aber erstaunlich, dass die Lust dann auch plötzlich wiederkommt, auch wenn ich manchmal selbst nicht mehr dran geglaubt habe und dann ist es doch wieder so aufregend, neu und vertraut zugleich. (w, Mitte 40)
 
G

Gast

  • #17
Entweder Frau und Mann wollen und brauchen Sex - oder nicht. Jede/r ist selbst dafür verantwortlich. Genauso dafür, darüber zu sprechen, wenn man selber oder der andere gerade keinen Sex haben kann, warum auch immer. Und beide sollten, so denke ich, offen sein, jegliche Konsequenz zu tragen, je nach aktueller oder andauernder Konstellation.
Ich habe mich nach 6 Jahren ohne Sex mit meiner Frau (sie konnte nicht) von ihr getrennt.
Meine Erfahrungen sind die, dass Sex für viele Frauen als Thema belastet ist und von allen anderen Kommunikationsformen des Alltags abgespalten. Kenne viele Frauen, die erfolgreich sind, sehr humorvoll, gefühlsbetont bei vielen Themen - aber sexuell erregt können die nicht sein. Vielleicht hängt es mit der Erziehung zusammen, den Hormonen, mangelndes Selbstbild, Prinzenwünschen, falsch verstandener Emanzipation oder was auch immer. Kenne wenige Frauen, die Sex als ein ganz normales Bedürfnis beschreiben wie alles andere auch. Manchmal denke ich, sie können sich heute immer weniger fallen lassen und sich einem Mann auch körperlich öffenen in ihrer "neuen Rolle" als selbstbewusste emanzipierte Frauen.
Beziehungen ohne Sex gibts sehr häufig, dass weiß ich sicher nach unzähligen Gesprächen mit vielen Freunden und Freundinnen. Und die Belastung und die Traurigkeit ist bei einem meist riesengroß, genauso wie die Versuche, verantwortungsvoll damit umzugehen. Locker erzählt kaum jemand vom Sex. Schade.
 
G

Gast

  • #18
Also ich kann als Mann (51) #10 nur zustimmen, ich bin über 20 Jahre verheiratet mit einer Frau die nicht mit mir schlafen will und sich jahrelang Sex bei einer Nebenbeziehung geholt hat, während sie mir völliges Deinteresse vorgespielt hat....
Und eigentlich führen wir eine gute Ehe, genau so wie #10 es beschreibt, unbegreiflich!
Und genau so führte die Affaire meiner Frau in das Chaos, weil sie sich verliebt hat und er sie nur
im Bett wollte.
Selber habe ich auch eine Nebenbeziehung versucht, aber ohne Liebe komme ich nicht klar,
nur Sex ist mit zu wenig.
Warum wir uns nicht trennen? Das überlege ich schon lange, richtig unglücklich scheine ich nicht zu sein.
Ich beschreibe das jetzt nur, werten kann ich es irgendwie nicht, aber sicher ist, sowas gibt es!
 
G

Gast

  • #19
Bei uns sind es jetzt schon ein paar Monate. Ich habe einfach keine Lust, zuviel im Kopf und zuwenig Ruhe in mir. Ob es besser wäre, wenn meine Freundin deutlich weniger auf den Rippen, weiß ich nicht, denn den Fall kenne ich ja nicht.
Nein, dann wäre es sicher nicht besser, denn wie Du selbst sagst, liegt es ja an Dir, dass Du Sex und Deine Verpflichtungen nicht kombinieren kannst. Was sollte sich daran ändern, wenn sie weniger auf den Rippen hätte?

Im Gegenteil, wenn solch ein Mann richtig guten Sex mit einer Frau hat, dann beschwert er sich, dass er zu wenig Ruhe für die Arbeit hat.

Ich denke, dass es in vielen Fällen an den Männern liegt. Ich als Frau hatte den Fall noch nicht, und kann ihn mir schwer vorstellen.
 
G

Gast

  • #20
Also lügt man, dass sich die Balken biegen und hofft auf die Naivität und das Mitleid der Frauen.
Dabei ist es total unattraktiv, wenn ein Mann als jemand herüberkommt, dem die eigene Frau den Sex verweigert, der aber trotzdem bei ihr bleibt. Es wirkt im übertragenen Sinne so kastriert, langweilig und phlegmatisch. Ich kann absolut nicht glauben, dass DAS dazu beiträgt, eine Frau zur Affäre herumzubekommen.

Mich würde eine Affäre reizen, wenn ich das Gefühl hätte jemanden zu verführen, der eigentlich schon alles hat, der es eigentlich nicht braucht, und nicht so einen armen Mann, der seit Jahren sexlos lebt. Seit wann ist Mitleid attraktiv?

Ich glaube, dass manche Männer, die einen auf Mitleid machen, überhaupt keine Ahnung von Frauen haben, und eben auch nur von einer mitgenommen werden, die gerade keinen anderen hat. Attraktiv ist so ein armer Wurm, der einem etwas vorjammert in keinster Weise.
 
G

Gast

  • #21
Ich denke nicht, dass das Problem die Frauen speziell sind. Ich kenne lauter Frauen in Beziehungen oder Ehen, die sagen, sie müssen es sich täglich mit "Spielzeug" selber machen, weil der Mann einfallslos und desinteressiert ist und viele Männer mit über 40 auch nicht mehr so richtig können. Insbesondere wenn sie Raucher sind und sich ungesund ernähren. Da ist nach 15 Minuten Sex Schluss und es folgt auch keine zweite Runde, Vorspiel oder Nachspiel oder sonstiges Interesse für Gefühl, Romantik, Zärtlichkeit oder Berührungen.

Dabei sind das Frauen, die sicher keine Stellung verweigern würden, sondern sich wirklich wünschen, mal ordentlich rangenommen zu werden und von sehr viel mehr träumen, als der Mann sich vorstellt. Aus Rücksicht zum Mann schweigen nur viele Frauen. So ist das halt.

Es wäre also hilfreich, wenn Männer viel mehr reden würden. Denn ohne ordentliche Kommunikation läuft nun mal nichts. Ich kenne keine Frau, die eigentlich nicht sehr gerne über Sex redet und vieles ausprobieren würde. Aber die meisten Frauen haben Angst vor Zurückweisung und als nervende Zicke abgestempelt zu werden. Insbesondere wenn der Mann einmal sagt, er kann nicht, weil er STress auf der Arbeit hat oder zu müde ist, ird wohl keine Frau einen zweiten Versuch wagen, ihn noch mals zu "belästigen". Also bitte liebe Männer, viel mehr Aktivität von eurer Seite zeigen!! Männer sind im Allgemeinen immer so derart passiv - egal ob es ums Reden oder Lieben geht.
 
G

Gast

  • #22
Ich denke nicht, dass das Problem die Frauen speziell sind. Ich kenne lauter Frauen in Beziehungen oder Ehen, die sagen, sie müssen es sich täglich mit "Spielzeug" selber machen, weil der Mann einfallslos und desinteressiert ist und viele Männer mit über 40 auch nicht mehr so richtig können.
(...)
Ich kenne keine Frau, die eigentlich nicht sehr gerne über Sex redet und vieles ausprobieren würde.
Ich war viele Jahre mit einer Frau zusammen, wo die Libido bei ihr viel schwächer ausgeprägt war als bei mir und wo Gespräche über Sex oder Ausprobieren völlig unmöglich waren und wo außer "Blümchensex" nichts möglich war.

Danach habe ich eine Frau kennengelernt, die sich sehr über ihren ex-Mann beschwerte, weil dieser sie nicht befriedigte. Die Frau war aber völlig passiv!

Ich persönlich glaube, dass wenn man es als Mann geschafft hat eine Frau zu bekommen, die man liebt und die sexuell aufgeschlossen ist und mit herumexperimentiert, dann hat man es geschafft.
 
G

Gast

  • #23
Meine Frau redet nicht gerne über Sex und mochte auch noch nie gerne etwas neues ausprobieren. Seit ein paar Jahren haben wir nur noch 1 bis 2 mal pro Jahr Sex. Für mich ist das unerträglich und ich denke oft daran, ob ich mich scheiden lassen sollte. Aber nur wegen Sex? Bis auf den Sex führen wir eine gute Ehe. Sie ist für mich zu wenig erotisch. Ich habe schon lange aufgehört zu sagen, was mir gefallen würde. Sie fand es verletzend und wollte, dass ich sie so liebe wie sie ist. Ich weiss nicht was ich machen kann.
 
  • #24
Liebe FS,
Mangelnder Sex + Zärtlichkeiten in der Ehe sind häufig ein Vorbote bzw. die Vorstufe zur endgültigen
Trennung. Bin 16 Jahre verheiratet ( davon 2 getrennt lebend ). Es gab sicher Schwankungen
in der Häufigkeit und Intensität unseres Sexlebens aber es kam nie zum erliegen und war auch
befriedigend. Meine Frau war auch eine Einfühlsame Partnerin.
In den letzten 1,5 Jahren des Zusammenlebens wo sich die Krise immer weiter zuspitzte
war einfach mal tote Hose ( bei mir im wahrsten Sinne des Wortes ).
Der emotionale Background war einfach nicht mehr da, einige verzweifelte Versuche in der Kiste
waren grauselig, meine Frau wurde beleidigend. Zur Info weder sie noch ich sind Fremd gegangen.
Für mich war ab da klar dass die Trennung ansteht.
Wenn der grundsätzliche Respekt und der wünsch nach Nähe bei beiden Partner vorhanden ist,
und die Sexlose Zeit kurz ist, lässt sich die Leidenschaft vielleicht wieder entfachen.
Je länger der Zustand ohne GV andauert, desto weniger ist eine " Reparatur " möglich.
Dann beginnt der emotionale Abkoppelungsprozess. M 50.
 
G

Gast

  • #25
Insbesondere wenn der Mann einmal sagt, er kann nicht, weil er Stress auf der Arbeit hat oder zu müde ist, wird wohl keine Frau einen zweiten Versuch wagen, ihn noch mals zu "belästigen". Also bitte liebe Männer, viel mehr Aktivität von eurer Seite zeigen!! Männer sind im Allgemeinen immer so derart passiv - egal ob es ums Reden oder Lieben geht.
Hm. Einen weiteren Versuch sollte sie schon wagen, denn wie oft werden denn die Männer abgewiesen und sie probieren es immer wieder?
Dennoch - Dauerzustand sollte es keiner werden. Und wenn der Mann nicht "kann", so kann er ihr immer noch Befriedigung verschaffen. Für mich geht es bei Sex darum, dem Partner so viel Lust wie möglich zu bereiten. Und wenn ich einmal oder länger nicht "kann", so gibt es doch nahezu unendlich viele andere Möglichkeiten, der Partnerin sexuell in den Himmel zu schießen. m44.
 
G

Gast

  • #26
Eine Freundin von mir war mal mit Mitte 20 mit nem etwa gleichaltrigen Typen zusammen, mit dem es manchmal monatelang keinen Sex gab, einmal ca. 9 Monate nicht! Er sagte immer, das sei unhygienisch und "nur Mittel zum Zweck". Irgendwann ist sie dann mit nem anderen ins Bett und hat den Typen verlassen.
 
G

Gast

  • #27
Mein Ex wollte auch nicht mehr, nachdem wir ein Kind bekommen hatten. Er hatte sich auch vorher nie gehen lassen können und das wurde dann zementiert. Er wurde depressiv. Er fand sein Leben verkorkst und gab seiner Mutter, Schwester, Ex-Frau die Schuld, mir natürlich auch.

Was war mein Beitrag?
Ich wurde zur Überfrau. Hab das gemeinsame Büro alleine geführt, 80% des Haushalts erledigt, gekocht, ihn beim Sportschiessen geschlagen.. und ich bin ein schlechter Kamerad, weil es mir nicht leid tut.
Nach der Trennung hat er entdeckt, dass seine Vorhaut zu eng ist und hat das operieren lassen. Danach hat er mir lang und breit erzählt, dass er nun ganz anders fühlen könne. Das hat mich da schon lange nicht mehr interessiert. Seither hat er vier Freundinnen gehabt und lebt bei der fünften. Sie ist Krankenschwester. Er scheint nun glücklich zu sein. Wenn ich die beiden zusammen sehe, bekomme ich einen akuten Anfall von Schlafbedürfnis.

Es gibt Menschen, die passen nicht zueinander. Ich war nie in ihn verliebt, ausser in den typischen ersten drei Monaten. Ich hatte geglaubt, ich müsse einen potentiell guten Vater für die kommenden Kinder haben. Das war ein Irrtum. Sexuelles Interesse und Neugierde sind wichtig. Ich hatte Angst davor, fürchtete, ich würde 'unterliegen'.

Naja. Es scheint mir heute, als hätten wir einen latenten Machtkampf ausgefochten. Seine Verweigerung war seine Waffe. Meine war es, ihn zu überflügeln.
 
M

Mooseba

  • #28
Nein, dann wäre es sicher nicht besser, denn wie Du selbst sagst, liegt es ja an Dir, dass Du Sex und Deine Verpflichtungen nicht kombinieren kannst. Was sollte sich daran ändern, wenn sie weniger auf den Rippen hätte?

Im Gegenteil, wenn solch ein Mann richtig guten Sex mit einer Frau hat, dann beschwert er sich, dass er zu wenig Ruhe für die Arbeit hat.

Ich denke, dass es in vielen Fällen an den Männern liegt. Ich als Frau hatte den Fall noch nicht, und kann ihn mir schwer vorstellen.
Was soll man dann ändern? So ein Gelaber. Und immer liegt es an den Männern. Denn die Frauen sollen wir ja so lieben und v.a. begehren wie sie sind.
Nein, ich glaube, es liegt oftmals an den überhöhten sexuellen Ansprüchen der Frauen. Männer wollen v.a. Sex und keinen Gottesdienst, haben spätestens nach 15 Minuten keine Lust mehr, die Ejakulation zurückzuhalten und wollen danach liebend gern schlummern. Aber man merkt hier schon, wie abwertend Frauen diese Wünsche beschreiben, somit gibt es auch keine Chance auf ein Entgegenkommen.
Sex ist Spaß? Für mich kaum. Man muss aufpassen, dass man nicht zu früh oder überhaupt mal kommt, die Erektion muss gehalten werden, am besten noch mit Kondom, und zugleich soll man "sich fallen lassen" (ich kann's bald nicht mehr lesen). Na klar. Vielen Männern gelingt das vielleicht, mir nicht. Und ich werde mich deswegen nicht in irgendeine Behandlung begeben - in meinem Alter. Manche Dinge muss ein Mann einfach können - ohne Übung, ohne Medizin. Dann bin ich eben keiner.

(m,31)
 
G

Gast

  • #29
Nein, ich glaube, es liegt oftmals an den überhöhten sexuellen Ansprüchen der Frauen. Männer wollen v.a. Sex und keinen Gottesdienst, haben spätestens nach 15 Minuten keine Lust mehr, die Ejakulation zurückzuhalten und wollen danach liebend gern schlummern....
Sex ist Spaß? Für mich kaum. Man muss aufpassen, dass man nicht zu früh oder überhaupt mal kommt, die Erektion muss gehalten werden, am besten noch mit Kondom, und zugleich soll man "sich fallen lassen" (ich kann's bald nicht mehr lesen). Na klar. Vielen Männern gelingt das vielleicht, mir nicht.
Eben. Vielen Männern gelingt das. Und hier geht es doch nicht um einzelne, denen es nicht gelingt. Es ist doch uns Frauen relativ egal, ob ein einzelner Mann sich deshalb in die Therapie begibt. Aber deshalb bitte keinen Vorwurf an die Frau, wenn sie sich einen anderen Mann sucht.

Es ist doch ganz einfach, es muss passen, und wenn es nicht passt, oder man derjenige ist, der zu keiner passt, dann bleibt man eben alleine.

Ich werde jedenfalls weiterhin meine Ansprüche haben. Klar, werte ich das ab, wie Du Sex beschreibst, da es mir nicht zusagt. Ich kann aber auch darauf verzichten, eine Abwertung zu verbalisieren, und jedem seine Lust und Unlust überlassen, wenn das nicht gerne gehört wird. Den Frauen gefällt so etwas nunmal nicht. Und sie verbringen dann wohl lieber die Zeit mit einem Mann, der passt, anstatt ihre "Ansprüche herunterzuschrauben".

Es ist jedenfalls auch möglich, in Langzeitbeziehungen und Ehen weiterhin Spaß zu haben.
 
G

Gast

  • #30
Es gibt anscheinend Arten von Beziehungen, die wir uns gar nicht vorstellen können. Ein Freund von mir hatte mit Mitte 30 vier Jahre lang eine Beziehung ganz ohne Sex!!! Ich konnte das überhaupt nicht glauben, als er mir das erzählt hat. Die Frau war anscheinend asexuell oder hatte aus irgendwelchen Gründen keine Lust. Und er hat das mitgemacht und ist auch nicht fremdgegangen. Irgendwann ist die Beziehung dann allerdings gescheitert, da das für ihn trotz aller Liebe kein Leben war.
Ich habe das 6 Jahre vollzogen... Trennung war dann einfach notwendig. Ich habe sehr häufig sowas erlebt. Heute bin ich seit ein paar Monaten wieder in einer Beziehung... und es geht von vorne los. Nicht mal offen und unverklemmt reden können viele Frauen, ohne verallgemeinern zu wollen. Ich bin gefrustet und echt verzweifelt, wenn es in über 20 Jahren kaum moglich erscheint, eine Frau zu finden, mit der Mann über Sex locker sprechen kann und ihn einfach hat mit allen Facetten. Und ich werd nicht mehr so einfach den ganzen Zusammenzieh-Turn mitmachen.