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  • #1

Gibt es sie wirklich, die Bindungsangst?

Und wenn ja: tritt sie immer während einer Beziehung ein, wenn diese fester wird?
Oder gibt es auch solche Bindungsängstler, die sich gar nicht erst auf Beziehungen einlassen, die sich davon machen, sobald sie merken, dass sie sich verlieben?
Sind sie dann trotzdem verliebt und zeigen es nur nicht oder trampeln sie ihre Gefühle regelrecht nieder?
 
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  • #2
Ich halte die sog. Bindungsangst für ein Hirngespinst bzw. eine bequeme Art und Weise das eigene Versagen auf den Partner zu projezieren. Den Partner zu Beziehungs-unfähig zu zu deklarieren lenkt wunderbar von der eigenen Unfähigkeit ab. Nein, ich glaube, es gibt handfeste Gründe, eine engere, feste Partnerschaft nicht einzugehen: Diesen schaut man halt nicht gerne ins Gesicht. Deshalb die Erklärung über eine sog. Bindungsangst.
 
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  • #3
Bindungsangst ist das Synonym für dumme Ausrede.
Kaum Einer oder Eine hat wirklich Bindungsangst. Es gibt es,klar. Aber eher selten.

Bindungsangst ist auch ein Grund, um jemanden auf Abstand zu halten, warm zu halten.
Frau suchte die Schuld bei sich, bis rauskam, dass sie ihm nie gefallen hat.
Und er gewartet hat, bis etwas besseres kam.

Liebe Frauen und Männer,lasst Euch nicht veräppeln.

w-52
 
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  • #4
Ja, ich meine es gibt Bindungsangst, sogar sehr ausgeprägt.
Typ Mann, getrennt/geschieden, gut ausgebildet +/- 20 Jahre verheiratet, Kinder aus dem Haus, Alleinverdiener, evtl. Noch-Unterhaltszahler.

Ich meine, dieser Typ Mann hat es besonders schwer sich auf etwas Neues einzulassen.
Die neue Frau sollte die (nicht zu leugnenden) Vorteile der EX haben, jedoch nicht deren Nachteile.

Sie sollte gutes Geld verdienen, aber nicht zu viel.
Mit seinen Kindern muss sie umgehen können, sollte selbst keine/wenig Verpflichtungen haben.
Nicht nochmal eine nörgelnde `Putzfrau` im Mutti-Typ, gelernte Arzthelferin, zukünftig nur noch schlau, schlank und sexy.

Nicht zu sexy, dann könnte die `Neue` schon durch zu viele Hände gegangen sein. Im Bett wird nach jahrelanger Flaute jetzt eine `Handgranate` gewünscht.

Wie Jerry Hall (ex Mick Jagger ) überspitzt einmal sagte: Sei für Deinen Mann Hausfrau, Geliebte, Freundin, Hure, Putzfrau, Modell und Kindermädchen.

D.h. eine diffuse Vorstellung von Realität, Wirklichkeit und Midlife Crisis in Einklang mit fehlender Toleranz führt meines Erachtens in eine Sackgasse. Sie führt zu nicht `loslassen können`,
Bindungsangst und entstehenden und doch wieder zertretenen Gefühlen.

(w45)
 
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  • #5
Wenn es sie wirklich gäbe, hieße es nicht hier an anderer Stelle:
"Warum haben Männer so schnell eine Neue?"

Bindungsangst ist Unwille und fade Ausrede.
 
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  • #6
In der Psychologie gibt es den Bereich der Bindungsforschung. Jeder Mensch entwickelt in der Kindheit einen bestimmten Bindungsstil. Es gibt den sicheren, aber auch 3 Sorten von unsicheren Bindungsstilen. Einer davon ist der unsicher-vermeidende. Menschen, die diesen Bindungsstil inne haben vermeiden tatsächlich tiefere Beziehungen, aber dies unbewusst. Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, aber diesen müssten ca. 10-15 % der Bevölkerung haben. Also nicht ganz so wenige.

w21
 
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  • #7
Ich denke, es gibt Bindungsängste. Die meisten Menschen sind sich dessen nicht bewusst, sondern nur ihrer Rationalisierungen ( z.B. ich liebe die Freiheit, er/sie ist nicht die Richtige usw ). Sie haben somit kein Problembewusstsein. Bindungsängste sind eine sehr fundamentale Charaktereigenschaft der Betroffenen, die in alle Lebensbreiche durchdringen kann. Ihre Ursache liegt oft in früher Kindheit, also tief im Unterbewusstsein.

Erst, wenn die betroffenen Menschen, immer wieder unter den selben oder bestimmten auftretenden Verhaltensmustern anfangen zu leiden oder sich anfangen zu fragen, wieso eigentlich immer das selbe, hat derjenige die Möglichkeit, an sich zu arbeiten und sich zu verändern. Sofern die Betroffenen natürlich wollen. Man kann sich natürlich auch auf diesem Wort und Handlung ausruhen ( scheint vielen Betroffenen erstmal bequemer zu sein ) Sollten die Betroffenen jedoch an sich arbeiten und etwas verändern wollen, ist dies eine grosse Aufgabe für sie. Die meisten von ihnen, nehmen sich dann professionelle Hilfe und erarbeiten sich so neue Handlungsmöglichkeiten.
 
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  • #8
#3 hat es perfekt beschrieben. Es gibt sie, die Bindungsangst. Ich habe es selbst erlebt. Insbesondere tritt sie bei dem betrogenen Partner auf. Er muss lernen loszulassen und obwohl er eigentlich die Beziehung nicht beenden will. Dieses Gefühl, betrogen worden zu sein, führt zu einer Angst sich auf eine neue Beziehung einzulassen. Auch wenn man weiß, dass man die Fehler nicht dem neuen Partner unterstellen darf, schwingt die Angst unterbewusst doch mit. Das betrifft übrigens Männer und Frauen.
 
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  • #9
Ich kenne Bindungsangst als "Fluchtreflex", sobald es enger bzw konkreter wird.
Darüber habe ich (w) mit meinem Bekannten gesprochen, weil es ihm auch so geht und er es erwähnt hat.
Jetzt kommen wir gut zurecht und können offen ansprechen, wenn wir eine Zeitlang nur freundschaftlich auf der Stelle treten wollen bevor wir den nächsten Schritt wagen. :)
 
  • #10
Natürlich gibt es sie!

Ich war immer diejenige, die alleine zu Recht kam, die Fäden ihres Lebens fest in der Hand hielt und Beziehungen, auch emotional intensive, hatte- aber bitte auf Abstand.

Dann ließ ich mich nach langer Anlaufzeit auf einen Mann ein, bekam von beiden gewünschte Kinder- und es stellte sich heraus, dass er komplett überfordert war, in eine extreme Krise geriet, sich nur noch in Arbeit stürzte und mich mit sehr kleinen Kindern, eines davon chronisch krank, in einer fremden Stadt alleine ließ.

Ich habe dann den faktischen Schlussstrich gezogen und mich mehr als zehn Jahre nur auf die Kinder, Arbeit und Freunde konzentriert. Ganz langsam konnte ich mich dann wieder ein wenig öffnen, aber die Männer damals hatten eigentlich keine Chance an mich heranzukommen. Meine Tochter wurde dann wieder schwer krank, ich verliebte mich unglücklich (Fernbeziehung, typisch) und konnte Männer jahrelang nur mit viel Abstand ertragen.

Jetzt, mit meinem Partner, geht es, ich kann viel mehr Nähe zulassen, mein Fluchtreflex ist fest weg - aber immer noch mit Schwierigkeiten, ich fühlte mich teilweise um und um gekrempelt - aber so unglaublich toll dieser Mann ist, ginge es der inzwischen alleine lebenden Tochter nicht viel besser, hätte er auch extreme Probleme an mich heran zu kommen. Ich weiss nicht, ob er die Geduld haben könnte - ich war früher sicher unzumutbar, wusste dies und konnte dennoch Nichts daran ändern.

Nein, Leute, sicher ist das manchmal dummes Geschwätz- aber ganz sicher nicht immer.
 
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  • #11
Natürlich gibt es Bindungsangst und zwar bei beiden Geschlechtern. Abhängig von früheren Erfahrungen usw.
Wenn jemand was an den Augen hat, geht er zum Augenarzt, aber von Psychologie meint jeder etwas zu verstehen, obwohl das nicht der Fall ist. Jeder schmeisst mit psychologischen Begriffen um sich als Ausrede für alles Mögliche. Das ist en vogue. <- mod >
 
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  • #12
Früher dachte ich, dass Bindungsangst grundsätzlich eine Ausrede sei, die von Leuten gebraucht wird, wenn sie mit jemandem lockeren Sex ohne Verpflichtung eingehen möchten. In solchen Fällen sehe ich das immer noch so.

Wenn aber ein Mensch schon über 30 oder sogar über 40 Jahre alt ist und noch nie eine andere Person geküsst hat (geschweige denn "mehr") obwohl es Gelegenheiten gab (die meistens von dieser Person aus gingen), dann mache ich mir schon Gedanken ob vielleicht etwas nicht in Ordnung ist.
 
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  • #13
Ich empfehle hierzu folgende Bücher:" JEIN" und:" Nah und doch so fern"!
Die Bücher beschreiben sehr anschaulich, WIE ausgeprägt Bindungsangst sein kann und in wie vielen Facetten sie sich bemerkbar machen kann.
Es gibt Menschen, die sich mit Arbeit zuschütten um dann immer dem Partner gegenüber zu zeigen:" ich habe leider ganz wenig Zeit für Dich, weil ich lange arbeiten muß"!
Diese Menschen vermeiden zu viel Nähe - indem sie Arbeit vorschieben.
Es gibt auch Menschen, die verlieben sich Hals über Kopf, stürzen sich in die neue Beziehung und wenn sie spüren, der Partner hat sich emotional auf sie eingelassen, dann bekommen sie Panik, Angst, der Partner könnte ihnen emotional zu nahe kommen und somit gefährlich werden und sie ziehen sich panikartig zurück.
Der Partner kann damit meist gar nicht umgehen, weil dieser Rückzug ganz plötzlich kommt!
Man erkennt es oft an der Historie eines Menschen!
Bindungsphobiker sind selten verheiratet, hatten im Leben meist sehr, sehr viele Beziehungen, können sich schlecht auf etwas und jemanden festlegen, sind meist schrecklich unzuverlässig und auch unpünktlich.
Sie spüren meist, dass etwas mit ihnen nicht "stimmt", dass sie anders sind, aber eingestehen wollen sie es sich oft nicht - dann sind die Partner schuld.
Nur sehr wenige lassen sich professionell helfen!
Im Grunde genommen scheitern Partnerschaften mit Bindungsphobikern meist an ein und demselben Punkt:"
der/die Partner(in) wollen heiraten oder zusammenziehen, eine Familie oder Lebensgemeinschaft gründen. Der Bindungsphobiker soll sich festlegen."
Da er das meist nicht kann (und will), wird er vom Partner verlassen, der dann schwer enttäuscht ist dass er keine Zukunftsperspektive geboten bekommt und tief verletzt ist, es persönlich nimmt, denn meist wurde er zuvor sehr lange absichtlich hingehalten!
Es ist immer dasselbe "Spiel" - wäre es ein Film - so wäre es eine Dauerwiederholung - nur mit wechselnden Gesichtern!
Natürlich gibt es schwierige Fälle und es gibt die Bindungsangst in etwas schwächerer Form!
Es gibt sie und sowohl der Betroffene, als auch der Partner leiden ganz massiv darunter.
Ich habe es hautnah bei einer guten Freundin erlebt. Ihr damaliger Partner hat 2 Mietverträge platzen lassen weil er es nicht geschafft hat mit ihr zusammenzuziehen.
Der Mann sagt heute, 15 Jahre später, dass er noch nie mit einer Frau zusammengelebt hat und die dauerhafte Nähe eines Menschen nicht ertragen kann.
Er ist bis heute alleine.
Sobald ich das Gefühl habe, ein potentieller Partner könnte Angst vor zuviel emotionaler Nähe haben, bin ich ganz ganz ganz schnell weg !
w.
 
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  • #14
Bindungsangst - was soll das ?

Es gibt Bindungsunwilligkeit, meist aufgrund stattgehabter Erfahrungen.

@#12 - wegen ein bißchen Sex muß man nicht unbedingt zusammen leben.

<- mod >

m, 50
 
  • #15
Ja, bis hin zur psychisch (krankhaften) Gamophobie = Angst vor der Ehe

Diese Männer fühlen sich dann "verdammt / verurteilt" für (den Rest ihres Lebens) nur noch mit dieser einen Frau zusammenbleiben zu müssen. Oder empfinden eine feste Beziehung / Ehe wie ein "Gefängnis".
Und haben Ängste davor.
 
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  • #16
Ja, bis hin zur psychisch (krankhaften) Gamophobie = Angst vor der Ehe

Diese Männer fühlen sich dann "verdammt / verurteilt" für (den Rest ihres Lebens) nur noch mit dieser einen Frau zusammenbleiben zu müssen. Oder empfinden eine feste Beziehung / Ehe wie ein "Gefängnis".
Und haben Ängste davor.

Ich kann das schon irgendwie verstehen. Als Frau geht es mir nicht anders bzw. möchte ich einfach gut wählen mit wem ich mein Leben verbringe. Leider wird man dafür verurteilt und als bindungsphobisch hingestellt.
 
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  • #17
Das Buch JEIN habe ich auch gelesen und fand es sehr gut.Für mich noch zutreffender sind die Bücher von Robin Norwood, die Co-abhängigkeit beschreiben,Sucht, auch die Sucht,den anderen zu kontrollieren wird darin beschrieben. Der Partner soll mir gegeben, was ich als Mangel in der Kindheit, oder früheren Beziehungen erlebte. Es klappt so nicht.Reife Partner lassen einander in Liebe frei.Immer , wenn eine Verbindung dieser Grundlage entbehrt, kann sie nicht klappen.
Ich habe es so erlebt. Ich kam in eine "Mutterrolle", wollte unendlich diese Partnerschaft entwickeln, verbessern, erhalten, ein "tolles" Paar werden.Ist immer gescheitert.
Die Partner brachten dazu bei mir immer schwierigere Voraussetzungen mit,
auf Männer, die erkennbar nicht so schwierig waren, ging ich eher nicht ein, bot meine Freundschaft, nicht aber meine Liebe an.
Da war viel Angst bei mir vor Nähe, Verletzung, Enttäuschung.Und genau dies erhielt ich dann.
Ich konnte dieses Muster Schritt für Schritt, in langen Jahren immer wieder neuer Therapie durchbrechen.Bin darüber sehr, sehr froh .Ich glaube jetzt habe ich gute Voraussetzungen für eine Partnerschaft , die Nähe zulässt, und die Distanz aushält, und wieder in guter Weise überbrücken wird.Sex, so erkannte ich, ist dazu sehr wichtig, Zärtlichkeit,und erfüllende körperliche Vereinigung, die nicht "gewährt" wird, sondern wirklich gewünscht wird von mir, und erhalten bleiben muss in einer Partnerschaft, die gelingen will!
w51
 
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  • #18
die ganzen Bücher die sich hier irgendwelche Frauen empfehlen halte ich als Mann für unsinnig bis gefährlich - Küchenpsychologie richtet mehr Schaden an als das sie nutzt. Wie diese Frauen in RL aussehen und sprechen sehe in einschlägigen Lokalitäten in Berlin Prenzlauer Berg sowie in Frauen-Cafés und Papa-Läden in Berlin, Münster, Köln etc. - die übrlichen Verdächtigen eben!
Manchmal steht einfach die berufliche, finanzielle oder gesundheitliche Situation am Fortführen einer Beziehung - ohne Beamteneinkommen kann es mitunter schwierig werden tatsächlich vorhandene Zukunftspläne (Familiengründung) mit einem anderen Menschen umzusetzen. Gerade viele Frauen vermitteln verbal und durch ihre Handlungsweise, dass sie doch noch nach dem Traumprinzen Ausschau halten. Das schafft beim (noch) vorhandenen Partner Distanz und Unsicherheit bezg. gemeinsamer Zukunftsplanung; er geht logischerweise langsam auf Abstand.
Und dann gibt es Fällte in denen sich herausstellt dass beide doch nicht zusammen können. Das hat nichts mit Bindungsangst zu tun - es passt einfach nicht, basta
 
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