• #1

Gibt es noch Menschen, die Beziehungen mit Gefühlen und nicht rational angehen?

Ich lese hier in letzter Zeit sehr oft, dass die meisten sehr kalkuliert und rational an Beziehungen ran gehen. Es werden Kriterien abgecheckt, man muss sich erst einmal in einem monatelangen "Bewerbungsprozess" bewähren, auch sexuell.

Bei mir lief es bisher immer ganz anders: Ich habe mich in den Menschen als Person verliebt, immer bevor etwas körperliches lief. Die Verliebtheit kam einerseits durch den Charakter und natürlich auch dadurch, dass ich den jenigen attraktiv fand. Sie kam nie durch äußere Umstände (Gehalt, Status, Alter etc.) zustande. Es war einfach die Person an sich.

Dann war ich mir auch immer vorher sicher, dass ich den jenigen wollte und die "sexuelle Performance", egal wie die ausfiel, hat nichts daran geändert. Denn der Sex war toll, da ich der Person, in die ich verliebt war, nah sein konnte.

Ich habe, seit ich hier im Forum lese, so langsam das Gefühl, dass ich fast die einzige bin die so an Beziehungen ran geht. Ist es wirklich so, dass alle so komplett rational an Beziehungen ran gehen?

W31
 
G

Gast

  • #2
Nein, ist es nicht. Ich wundere mich auch immer wieder über einige Antworten, bin aber überzeugt, dass trotzdem viele die Person für eine Beziehung in den Vordergrund stellen. Die Ansichten sind hier z.T. radikal und ich bin auch nicht überzeugt, dass jeder, der hier eine rationale Meinung vertritt, dies 100%ig durchhalten kann. Natürlich gibts die Kandidaten, die auf Status, Äußerlichkeiten oder gewisse Sachen schauen, die sie für wichtig halten. Das macht wohl irgendwie jeder Mensch bis zu einem gewissen Grad. Aber man muß es mit dem Menschen langfristig gut aushalten können, wenn man eine erfolgreiche Beziehung möchte. Da nützen mir 1,85 Meter Körpergröße, athletischer Körper, Wespentaille, Haus oder Porsche recht wenig dabei. Mir ist bei einigen Schreibern hier allerdings schon klar, warum sie sich schwer tun, jemanden geeignetes zu finden, wenn sie tatsächlich das leben, was sie hier schreiben. Ich würde mich aber an deiner Stelle nicht an diesem Forum orientieren. Das hat nur einen wirklich guten Unterhaltungswert. Ernst nehmen kann ich hier so einiges nicht. Von daher schätze ich dich als eher normal ein, wenn Du so agierst.
 
E

EarlyWinter

  • #3
Liebe Blümchen lass dich bitte nicht von irgendwelchen komplett gefrusteten Menschen verunsichern. Hier gebe ich persönlich was Männer-Rückmeldungen betrifft, nur auf die Meinung von genau zwei Herren etwas, nämlich Ars_Vivendi und Neverever. Alles andere sind irgendwelche zickigen, frustrierten, eiskalten und aggressiven Statements, oder total abgehoben oder realitätsfremd, die selten für die Fragestellung hilfreich sind. Es gibt genug Menschen, die sich nach echter Zuneigung sehnen und weder jemanden ausnutzen wollen noch kontrollieren noch irgendwas unverbindliches anstreben, um sich bloß nix zu vergeben wenn sie mal Gefühle zeigen oder gar jemanden lieben würden. Sicher ist deren Einstellung eine Folge von Erfahrungen aber die haben wir alle hinter uns und die Frage ist immer nur, wie findet man die gesunde Balance zwischen sich nicht nochmal ausnutzen und verar.... lassen und komplett abblocken und einen Hass gegen das andere Geschlecht entwickeln. Die Phase hat jeder von uns mal aber der Unterschied ist eben, ob es eine Phase ist oder ein Zustand.
Allerdings kann der Sex auch mit jemandem, den man liebt ziemlich schlecht sein ;) aber wenn beide lieben dann kann man darüber sprechen und dann kann es eben toll werden. Man muss sich ja aufeinander einspielen. Das kapieren Viele nicht und sortieren die Frau / den Mann nach dem ersten Mal aus wenn es nicht 100% das war, was sie wollten. Ich kenne niemanden, der anhand einer Glaskugel ermitteln kann, was der andere sich wünscht, in keinem Lebensbereich, übrigens. Dafür müssen beide den Willen und die Bereitschaft haben, es zusammen zu lösen und einen gemeinsamen Weg zu finden. Anstelle von "das ist NoGo, weg damit. Next please".
Also, die Frage alleine ist ja schon rhetorisch denn es gibt alles. Es müssen nur die Richtigen zusammen finden.
 
A

Ars_Vivendi

  • #4
... sehr kalkuliert und rational an Beziehungen ran gehen. Es werden Kriterien abgecheckt, man muss sich erst einmal in einem monatelangen "Bewerbungsprozess" bewähren, auch sexuell.

Letztlich sind für das Entstehen einer Beziehung Gefühle der Auslöser. Ob sie Bestand hat, liegt sicher auch an "rationalen" Kriterien. Die sehe ich durchaus auch beim Charakter, bei einer kompatiblen Lebenseinstellung, gemeinsamen Interessen, sexueller Kompatibilität. Ich finde, Du siehst das zu schwarz-weiß, allerdings ist es beim Online-Dating sicher so, dass die rationalen Kriterien erstmal überbewertet werden, weil die Profile voll davon sind.
Die Aussagen in Online-Foren nehme ich für das richtige Leben nicht übermäßig wichtig, sie liefern bestenfalls Anhaltspunkte.
 
  • #5
Nein Blümchen, so ist es nicht. Wenn du dich in jemand verliebst, dann laufen bei dir eine riesige Menge an unbewussten Prozessen ab, die aussortieren, in WEN du dich verliebst. Manche Menschen haben sich diese Kriterien einfach nur ein bißchen bewußter gemacht als du.
 
  • #6
Hier gebe ich persönlich was Männer-Rückmeldungen betrifft, nur auf die Meinung von genau zwei Herren etwas, nämlich Ars_Vivendi und Neverever.
Ob man dann so eine Sicht der Männer bekommt die representativ ist (und ich hab den Eindruck genau das suchen viel Fagesteller, ob männlich oder weiblich) wage ich zu bezweifeln. Ich mache mir die Welt, widi wie sie mir gefällt.
Natürlich sind Eigenheiten diese speziellen Mediums zu berücksichtigen.
 
G

Gast

  • #7
Ich bin da genauso wie du. Und das ist nicht nur im Forum so, kenne genügend memsche die nicht mit ihrem Herzen entscheiden
 
G

Gast

  • #8
Hier gebe ich persönlich was Männer-Rückmeldungen betrifft, nur auf die Meinung von genau zwei Herren etwas, nämlich Ars_Vivendi und Neverever. Alles andere sind irgendwelche zickigen, frustrierten, eiskalten und aggressiven Statements, oder total abgehoben oder realitätsfremd, die selten für die Fragestellung hilfreich sind.

Indem man alle anderen als Geisterfahrer abqualifiziert und nur seine eigene Meinung und die zweier berüchtigter Herren hier als relevant darstellt, outet man sich nicht als qualifizierte Ratgeberin, sondern als jemand, der nach dem Pippi-Langstrumpf-Prinzip verfährt.

Bekanntlich sind Menschen, die sehr emotionsgesteuert sind, nicht unbedingt die größten Geistesleuchten, da ist meist nicht viel Ratio, die es zu verdrängen gilt. Das Klientel, welches Groschenromane verschlingt, wird man nicht unbedingt in Kreisen von Denkern finden.

Bekanntlich lernt nur der Kluge aus den Erfahrungen der anderen, der Rest verteufelt Meinungen, die nicht in sein Weltbild passen, denn die Törichten machen diegleichen Fehler immer wieder.

Gerade bei der Partnerwahl gehen die meisten viel zu emotionsgesteuert vor. Es sind nämlich nicht die ratiogesteuerten, die auf Loverboys, Heiratsschwindler und Goldgräberinnen hereinfallen (wie z.B. Ars_Vivendi, der sogar eine Kurzehe mit einer derartigen Dame eingegangen ist), sondern diejenigen, die zu emotionsgesteuert handeln.

Ob jemand sich ein sexuelles Fiasko mehrmals antun will oder gleich erkennt, dass bei dem betreffenden Objekt Hopfen und Malz verloren ist, das sollte man doch tunlichst jedem selbst überlassen und dies nicht verurteilen, weil man selbst lieber hofft und harrt, anstatt konsequent zu selektieren. Auf der Wiese der Hoffnung weiden bekanntlich viele Narren.

FAZIT: Das Problem ist nicht, dass viele zu ratiogesteuert vorgehen, sondern dass es meist lediglich bei dem Vorsatz bleibt und wenn dann die Hormone ins Spiel kommen, dann sind alle guten Vorsätze und NOGOs vergessen. Es wird i.d.R. nicht zu viel, sondern noch viel zu wenig ratiogesteuert gehandelt.

Ich empfehle Literatur zu Emotionstheorien und Handlungstheorien aus der Sozialforschung zu lesen, Liebes-, bzw. Groschenromane zu meiden und nicht gerade auf diejenigen zu hören, die bereits eine eindrucksvolle Biographie des Scheiters aufweisen können, wenn man nicht in die nächste Grube stürzen, bzw. sein Leben verdummen will.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
G

Gast

  • #9
Natürlich geht kaum einer rational an eine Beziehung. Nur bringt gewisse Lebenserfahrung mit sich, dass man eben mehr erkennt als früher. Du kannst an den Verhaltensweisen von Menschen erkennen, welchen Reifegrad sie haben. Die, die über einem liegen, nicht, aber auf jeden Fall, das, was du schon kennst und als "Stress, den man nicht mehr braucht" identifiziert hat.

Bei mir lief es bisher immer ganz anders: Ich habe mich in den Menschen als Person verliebt, immer bevor etwas körperliches lief.
Warum sollte das bei den meisten anderen so anders sein?
Ich sehe einen Mann und weiß, mit dem könnte ich Sex wollen. Dann sehe ich mir an, wie er ist und dann überlege ich, welche Schwierigkeiten sich in meinem Leben ergeben könnten. Z.B. wenn der Mann sich gerade in Trennung befindet, Kinder hat usw.
Wenn man sich vorsichtig annähern kann, ist das gut, dh. wenn noch nicht klar ist, dass sich verliebt wurde. Denn wenn man es einmal offenbart, wird das schnell eine Dynamik, dass man nicht mehr genügend Zeit hat, darüber nachzudenken, was man wirklich will. Und schon sitzt man und wartet umsonst, weil die Exfrau dazwischenfunkt und der Mann das nicht durchschaut.
Also ich überlege mir genau, ob ich eine Beziehung eingehe und was ich will, und wenn ich total verliebt bin, gehe ich die Verbindung zwar ein, aber verliere nicht aus den Augen, wie es mir damit geht und ob das passiert, was ich schon einmal hatte: Ich habe für die Beziehung mein ganzes Leben versucht umzustellen, nur um sie zu erhalten. Das bereue ich zutiefst, denn ich habe mir damit beruflich einen richtigen Bock geschossen.
Und da Du Dein Augenmerk auf das Sexuelle gelegt hast: Bei mir war es nicht kompatibel. Die Beziehung war trotzdem schön und sehr wichtig, aber eben nur bis zum Zeitpunkt der Erkenntnis, dass das Sexleben nicht funktioniert. Ab da kamen langsam Zweifel, ob ich so weiterleben will.
Es ist schön für Dich, wenn Du einen guten "Riecher" hast mit Männern, die auch sexuell für Dich toll sind. Denn kennst Du diesen Frust in Beziehungen nicht. Manche Menschen konnten sich aufgrund ihrer Vergangenheit nicht so frei entwickeln und hatten dementsprechend auch keine Möglichkeit, sexuelle Erfahrungen zu machen und "Treffsicherheit" darin zu entwickeln, wenn sie sich einen Partner suchten. Diese Menschen werden sehr genau drauf gucken, ob es sexuell schön ist, weil sie das in der Vergangenheit nicht hatten und ihre Jugend auch nicht nachholen können.
w45
 
  • #10
Guten Morgen,

es scheint nur so, weil sich hier, in diesem kleinen Forum, diese Geschichten ballen und einige hinter dieser Anonymität ihr zerbröseltes Herz pflegen..
Das Suchen nach einem Partner im Internet erfordert ein gewisses Feingefühl und da man diesen Menschen, real vorerst nicht sieht, so wie im richtigen Leben, orientiert man sich an Äußerlichkeiten, um für sich in etwa ein Bild zu zimmern. Die Liebe orientiert sich aber nicht an solchen Dingen, sie fällt dort hin, wo es ihr paßt ;-) Im Internet zäumt man meist die Pferde von hinten auf und wenn das nicht klappt, dann wendet man sich schnell ab.
 
A

Ars_Vivendi

  • #11
Es sind nämlich nicht die ratiogesteuerten, die auf Loverboys, Heiratsschwindler und Goldgräberinnen hereinfallen (wie z.B. Ars_Vivendi, der sogar eine Kurzehe mit einer derartigen Dame eingegangen ist), sondern diejenigen, die zu emotionsgesteuert handeln.

Das ist zweifellos richtig. Die Mischung macht es, mit "ratiogesteuert" (und das bin ich normalerweise sicher) kannst Du reinfallen (denn keine Beziehung funktioniert nur mit objektiven Kriterien), mit "emotionsgesteuert" (das war ich in dem Fall) auch. Das Leben ist dazu da, Erfahrungen zu machen, die sind manchmal bitter, wenn man mitten drin steckt wie ich vor ein paar Monaten, dann helfen sie längerfristig weiter. Mit meinem "Reinfall" tue ich mich leichter, ein paar Dutzend Tausend Euro sind mit etwas Abstand kein wirkliches Drama, wer emotional richtig reinsaust, dürfte eher länger Probleme haben wie viele Frauen hier, denen offensichtlich Männer "Liebe" vorgegaukelt haben, um sie ins Bett zu bekommen. Dann ist das Vertrauen in Emotionen weg, das ist nicht so einfach auszugleichen wie "rationale" Aspekte.
 
G

Gast

  • #12
Gerade bei der Partnerwahl gehen die meisten viel zu emotionsgesteuert vor. Es sind nämlich nicht die ratiogesteuerten, die auf Loverboys, Heiratsschwindler und Goldgräberinnen hereinfallen.
Das halte ich für einen Irrtum. Gerade die rationalen haben manchmal keinerlei Ahnung von ihrer Gefühlswelt und machen emotionale "Anfängerfehler". Kein Bauchgefühl und wenn dann eins, dem sie misstrauen. Keine Frau mit Bauchgefühl leiht einem Mann, den sie gerade kennengelernt hat, einen Haufen Geld. Da überschwemmen die Gefühle das rationale Denken, weil man die Gefühle immer so schön unter Kontrolle gehalten hat.

Wenn Du Deinen Emotionen vertrauen kannst, weil Du es in der Kindheit lernen durftest und sie Dir nicht ausgeredet wurden, damit irgendwelche Familienmitglieder geschont werden oder das Kind unbequem ist, dann kannst Du Dich auch auf Dein Gefühl verlassen und fällst eher nicht rein auf Lügner. Gibt immer Ausnahmen, aber allgemein sind Opfer von Schwindlern plötzlich Sklaven ihrer Gefühle, die noch nie irgendwer so ausgelöst hat. Und diese Betrüger sind äußerst firm darin, mit ihren Gefühlen und denen anderer umzugehen. Sie sind den Opfern darin überlegen.

Ohne rationales Denken allerdings wird auch die gefühlsgetriebene Person kaum glücklich werden.

Wenn du dich in jemand verliebst, dann laufen bei dir eine riesige Menge an unbewussten Prozessen ab, die aussortieren, in WEN du dich verliebst. Manche Menschen haben sich diese Kriterien einfach nur ein bißchen bewußter gemacht als du.
So würde ich das auch sehen, wenn ich auch denke, dass manche Menschen wirklich nur rational an Beziehungen rangehen und sich z.B. in den "verlieben", der am meisten Geld hat, Beziehung als Job.

Aber wenn man bedenkt, dass auch Heiraten kaum aus Liebe geschieht, sonden aus ökonomischen Überlegungen und Absicherungsabsichten, Rollenaufteilungen, kriegt doch jede Beziehung einen rationalen Beigeschmack, zumindest irgendwann.

Und wenn der Emotionale irgendwann rausfindet, dass die Beziehung nicht mehr in sein Leben passt, fällt er eben dann seine rationale Entscheidung und beendet die Beziehung. Was noch vor Monaten großes Gefühlsleben war, scheitert am Alltag und an den Lebenswegen.
Vielleicht können das manche einfach vorher sehen, bevor sie in diese Beziehung gehen, weil sie weitsichtiger sind?
 
G

Gast

  • #13
Ich bin Beziehungen in meinem Leben stets so angegangen wie Du und bereue das rückblickend auch nicht!

Ich denke, die meisten Personen in diesem Forum sind entweder ein Fake, oder so "gestört", dass es kein Wunder ist, das viele von Ihnen quasi Dauersingles sind! Dieses Forum spiegelt (zum Glück) nicht die Realität wieder, lass Dich davon bitte nicht verunsichern.
 
G

Gast

  • #14
Meiner Ansicht nach werden alleine schon in der Fragestellung zwei verschiedene Dinge in einen Topf geworfen.

Das mit dem Verliebtsein, das geht bei vielen relativ schnell -bei mir auch- und da Verliebtsein naturgemäß etwas Emotionales ist, kann ich hierbei keine Kälte oder Berechnung feststellen.

Andererseits ist es doch so, dass viele Menschen sich aus einer bloßen Verliebtheit heraus in eine Beziehung stürzen, ohne vorher abzuchecken, was auf sie zukommt. Dazu gehört für mich schon eine Abklärung der Lebensumstände und - einstellung, schließlich sind wir alle keine 20 mehr. Wenn das als kalt, rational und berechnend empfunden wird, dann bitte schön, aber ich schütze mich damit vor Energiefressern. Ich sehe das so: Ich als mitteleuropäische Frau kann durchschnittlich 83 Jahre alt werden. Im Moment bin ich 33. 50 Jahre sind ne ganze Menge, die mir durchschnittlich noch verbleiben. Diese kann ich mir so schön wie möglich gestalten, oder sie mit Leid, Elend oder Kummer füllen. Ich denke es leuchtet ein, dass ich letzteres nicht will. Insofern habe ich selbst in der Hand, wen ich mir in mein Leben hole und wen nicht. Dies bedarf nun mal einer Prüfung. Verliebtsein ist kein Garant für eine schöne Beziehung, daher sollte man nicht blauäugig jedem Gefühl nachgeben. Ich nenne das Verantwortung für sich selbst übernehmen.
W33
 
  • #15
Letztlich sind für das Entstehen einer Beziehung Gefühle der Auslöser. Ob sie Bestand hat, liegt sicher auch an "rationalen" Kriterien. Die sehe ich durchaus auch beim Charakter, bei einer kompatiblen Lebenseinstellung, gemeinsamen Interessen, sexueller Kompatibilität.
Das sehe ich genauso. Ich bin auch ein emotionaler Mensch - bei mir kommt immer erst die Gefühlsebene, da muss die Sachebene manchmal geduldig warten. Jetzt bin ich Ü40 und habe im Laufe meines Lebens erfahren, dass ich FÜR MICH erst einmal in vielen Bereichen (im Beruf z.B. nicht) ausgiebig die Gefühlsebene "bedienen" muss (ohne großen "Schaden anzurichten") und mich anschließend auf die Sachebene begebe. So sehe ich das auch in Hinsicht auf Beziehungen. Erst die Gefühle, aber auch die Sachebene abchecken - das gehört für mich irgendwie zusammen und hat nichts mit Kälte/Berechnung zu tun.
 
  • #16
Ich lese hier in letzter Zeit sehr oft, dass die meisten sehr kalkuliert und rational an Beziehungen ran gehen. Es werden Kriterien abgecheckt, man muss sich erst einmal in einem monatelangen "Bewerbungsprozess" bewähren, auch sexuell.

Bei mir lief es bisher immer ganz anders: Ich habe mich in den Menschen als Person verliebt, immer bevor etwas körperliches lief. Die Verliebtheit kam einerseits durch den Charakter und natürlich auch dadurch, dass ich den jenigen attraktiv fand. Sie kam nie durch äußere Umstände (Gehalt, Status, Alter etc.) zustande. Es war einfach die Person an sich.

Dann war ich mir auch immer vorher sicher, dass ich den jenigen wollte und die "sexuelle Performance", egal wie die ausfiel, hat nichts daran geändert. Denn der Sex war toll, da ich der Person, in die ich verliebt war, nah sein konnte.

Ich habe, seit ich hier im Forum lese, so langsam das Gefühl, dass ich fast die einzige bin die so an Beziehungen ran geht. Ist es wirklich so, dass alle so komplett rational an Beziehungen ran gehen?

W31
Ich kann Dich beruhigen. Ich bin rund 20 Jahre älter als Du und bei mir verhalten sich die Dinge keinen Deut anders - nur, dass ich vielleicht besser aufpasse, bevor ich "große Gefühle" zulasse. Bei mir ist es also Emotion, gefiltert durch den Verstand. Aber primär Kalkül? So was habe ich bislang - im RL selten, bei EP und hier im Forum dafür umso öfter - nur von weiblicher Seite erlebt.

(Dabei ist klar, dass ich keine partnerschaftlichen Erfahrungen mit Männern habe - also über die andere Seite der Medaille nur aus meiner ganz persönlichen Perspektive berichten kann.)

Und zum Sex kann ich nur sagen, dass ich von den hier berühmt-berüchtigten "Probefahrern" (gleich welchen Geschlechts) nicht sonderlich viel halte. Mit einer geliebten Frau (o.k., die Zahl ist doch recht überschaubar) kann es eigentlich gar keinen schlechten Sex geben.
 
G

Gast

  • #17
Hallo Blümchen1,
mir m/37 geht es zur Zeit genauso wie Dir. Ich habe auch das Gefühl, dass (in meinem Fall bei Frauen) fast immer eine innere Checkliste abgearbeitet wird. Wie beim Autokauf.
Schön zu lesen, dass es noch Menschen gibt, die nicht so sind. Vor allem, da du eine Frau bist!
In meinem Fall ist es z.B. so, dass ich schon immer jünger ausgesehen habe (jaja, ich weiß, das behaupten die meisten hier. Ist aber tatsächlich so bei mir). Früher habe ich so gut wie keine Chance gehabt bei Frauen, da ich bis ca. 28 wie 17 ausgesehen habe. Für Männer nicht gerade lustig.
Und jetzt ist es so, dass ich immer gerne auf 30 bis 32 geschätzt werde. Und dann? Ja dann interessieren sich gerne 22 - 25 jährige Frauen für mich. Sie lernen mich kennen, finden mich interessant, flirten mit mir und die innere Checkliste wird abgearbeitet. Sportlich bin ich, guter Job, Akademiker.....
Und dann kommt die Sache mit dem Alter....
Die Gesichtszüge entgleisen.....
Und heutzutage wird das nicht mal mehr charmant auf indirekte Weise kundgetan.
Nein, es wird direkt gesagt, und auch noch unverschämt kommentiert. Erst letztes WE passiert. Mir wurde direkt gesagt, dass ich ca. 2 Jahre zu alt wäre. Also 10 Jahre sind ok, aber 12? Soviel zum Thema Checkliste und Rationalität. Ich meine, wenn ich einen Menschen mag und er mir gefällt, dann stelle ich doch keine mathemisch genau definierten Intervalle auf! bis 10 Jahre ok! größer 10 Jahre? Sorry, Pech gehabt, Intervall überschritten......Das ist doch krank! Und das von einer Dame, die Mitte 20 war und ich eigentlich auf eher Ende 20 geschätzt hätte.....
Von daher kenne ich den Sachverhalt, von dem du sprichst. Aber nicht alle Menschen sind so.
 
  • #18
Nein ist es nicht. Es gibt sie noch! Die Gefühlsmenschen! Ich bin so jemand. Enttäuschung kann jeden treffen. Ob mit Gefühl oder rational denkend. Alle.
M44
 
  • #19
Ich bin der Threaderstellerin unendlich dankbar für ihren Beitrag!

Auch mir ist es bisher immer so gegangen, dass ich jemanden kennen gelernt habe, den ich am Anfang nur sehr sympathisch fand. Man hat immer mehr und mehr Zeit miteinander verbracht. Irgendwann hatte man das erste Mal Sex (ohne das zu besprechen) und irgendwann war man zusammen (auch ohne formale Abklärung).

Dieses formalistische Abhaken von Anforderungen oder das Sezieren von SMS, die vielleicht in einer stressigen Situation entstanden sind, gab es bei mir nie. Das würde mir auch jeden Spaß nehmen und eher an beruflichen Umgang (Lieferantenauswahl, Bewerbungssituation) erinnern.
 
S

Stierchen

  • #20
Bei mir lief es bisher immer ganz anders: Ich habe mich in den Menschen als Person verliebt, immer bevor etwas körperliches lief. Die Verliebtheit kam einerseits durch den Charakter und natürlich auch dadurch, dass ich den jenigen attraktiv fand.
Wenn ich es recht in Erinnerung habe, dann verliebt man sich, weil man auf psychischer Ebene zusammen passt. Lukas Michael Möller sagt: "Unbewusstes erkennt Unbewusstes irrtumslos." Diese Theorie finde ich persönlich einleuchtend, da es einen ja aus heiterem Himmel erwischen kann, ohne dass man den anderen kennen muss.

Jetzt bedeutet dies aber nicht, dass dies der Garant für eine harmonische Beziehung ist. Wenn man zu viel Ungeklärtes aus seiner Kindheit hat, dann wird man unter Umständen immer wieder in einer neuen Partnerschaft mit seinen altbekannten Problemen konfrontiert werden.

Für mich ist es so, dass ich mich verliebt haben muss, um eine Beziehung eingehen zu können. Da ich nun auch nicht mehr ganz frisch bin, habe ich gelernt, meinen Kopf einzuschalten. Damit siegt vielleicht auch mal die Vernunft über die Verliebtheit. Im Übrigen halte ich Sex-Tests auch nicht für sinnvoll. Aber ich kann Sex und Liebe auch nicht trennen.
 
  • #21
Ach wie nett, die meisten outen sich hier als Gefühlsmenschen, die viel Gefühl investieren und zur wahren Liebe fähig sind - würg - einige Männer haben hier außer sexuellen Kontakten leider nichts zustandegebracht, gerade diese faseln von Gefühlen, wohl eher von Trieben, wäre zumindest ehrlicher.

Wenn alle immer sooo gefühlsbeladen sind, sollten die Beziehungen ja eigentlich halten, denn Liebe bekämpft bekanntlich alle Hindernisse.

Leider schreiben hier en masse, Geschiedene, Gescheiterte, Dauerdater ohne Erfolg etc. - soviel zum großen Gefühl.

Fazit: Bei soviel Gefühl muss ich gleich heulen, da ich unter anderem auch meinen Verstand befrage, denn dieser hat am Ende meist das letzte Wort, wenn sich das große Gefühl verabschiedet hat.

Die meisten Partnerschaften von Männern ausgehend, basieren nicht auf Gefühl, sondern auf Pragmatismus und irgendwas sexuellem, stimmt beides und die Frau passt in dieses Raster - wird was wie Beziehung angedröselt bis zum Austausch, denn sowas ist immer austauschbar.

Frauen sind anders gefühlsdrögig, sie schauen auf den Status, stimmt der verlieben sie sich ehrlich oder scheinheilig. Keine Frau verliebt sich in den ewigen Hartz IV-Empfänger.

Tut mir leid, aber da bin ich absolut rational und vor allem real.
 
G

Gast

  • #22
Ich habe... so langsam das Gefühl, dass ich fast die einzige bin die so an Beziehungen ran geht. Ist es wirklich so...?

Nein, ist es nicht, bzw. abhängig von dem Umfeld in dem Du Dich bewegst. Ich bin noch nie mit einem Mann eine Beziehung eingegangen, in den ich nicht verliebt war.
Aber, ich bin nicht mit jedem Mann eine Beziehung eingegangen, in den ich verliebt war und der auch wollte. Abhängig von den Lebenserfahrungen weißt Du, was Aussicht auf eine gute Beziehung hat und was trotz aller Verliebtheit zum scheitern verurteilt ist. Mit letzterem fange ich garnicht erst an, sondern ziehe mich schnell zurück un zwar genau deswegen:
Diese kann ich mir so schön wie möglich gestalten, oder sie mit Leid, Elend oder Kummer füllen. Ich denke es leuchtet ein, dass ich letzteres nicht will.

Meine Offenheit in der Begegnung mit anderen hängt vom Umfeld ab. Im RL sammelst Du ja erst mal Erfahrungen mit dem anderen und dann kommt das Verlieben, wie Du selber schreibst:
Die Verliebtheit kam einerseits durch den Charakter und natürlich auch dadurch, dass ich den jenigen attraktiv fand.

Online sind jede Menge Paarungswillige, aber nur wenige Partnerschaftswillige unterwegs. Da sind zuviel emotionale Offenheit und zuwenig Ratio ein Kummergarant.

Bei mir sieht es vielleicht auch nach abchecken aus, aber ich stehe auf intelligente Männer, nie nicht nur schlau schwatzen können, sondern "Watt im Kopf" zielgerichtet einsetzen. Dazu halte ich viel von Zuverlässigkeit und einem Mindestmaß an Belastbarkeit (kein Jammerlappen).
Sorry, dass so zu sagen: aber mit der Grundausstattung kann man in unserer Gesellschaft garnicht erfolglos sein. Demzufolge gilt mein Interesse Männern, die erfolgreich sind. Ich brauche sie nicht, weil ich dumm oder faul bin, sondern mein Einkommen reicht mir dicke.
Darüber hinaus habe ich mit erfolglosen Männern extrem schlechte Erfahrungen gemacht, habe also keinen Grund, mir sowas nochmal anzutun, auch nicht, wenn ich mich verlieben sollte.
Ich verpasse vielleicht eine schöne kurze Liebe, aber ganz sicher noch viel mehr langanhaltendes Leid.
 
  • #23
Liebe Blümchen,
Bei mir ist es so: Mein Gefühl sagt mir, wen ich attraktiv/interessant/liebenswert etc. finde. Mein Verstand hilft mir danach aber zu entscheiden, ob es mir langfristig gut tun oder schaden könnte, mich ernsthaft einzulassen. Da ich eine Vorliebe für unkonventionelle Typen habe und manchmal seltsame Herren getroffen habe, bin ich froh, dass mir mein Verstand inzwischen hilft und mich frühzeitig warnt. Wobei, vielleicht ist das auch Intuition, die da gewachsen ist, und nicht nur meine Ratio.
Was ich nie tun würde: Mir mit dem Verstand einen Mann aussuchen nach Schema X und hoffen, dass das Gefühl dann schon noch kommt. So herum funktioniert es überhaupt nicht bei mir.
 
  • #24
Bekanntlich sind Menschen, die sehr emotionsgesteuert sind, nicht unbedingt die größten Geistesleuchten, da ist meist nicht viel Ratio, die es zu verdrängen gilt. Das Klientel, welches Groschenromane verschlingt, wird man nicht unbedingt in Kreisen von Denkern finden.

So ein Quatsch! Große Geister und Denker haben sich, was ihr Liebesleben betraf, schon immer genauso bescheuert, verrückt, überemotional (und ähnliche Bezeichnungen mehr) verhalten, wie der ganz normale Durchschnittsmensch oder das kleine Licht. Zum Beispiel hatte Goethe ja wohl einiges am Laufen mit der Damenwelt und das ist nur ein Beispiel von tausenden!
 
  • #25
Tut mir leid, aber da bin ich absolut rational und vor allem real.
Ja, wir wissen es ja alle hier langsam.
mindestens 1,95m, immer Anzug tragend (auch im Bett?), Banker mit hohem Einkommen, 10 Jahre jünger und athletisch (weil du es dir erlauben kannst mit deinen Ü50, weil du noch schlank bist und Pumps trägst) dunkles und volles Haar muss er haben......ach ja, auch kein Bart.....
Und aus diesen Eigenschaften resultiert natürlich auch ein toller Charakter, da ja jeder Mann der kleiner ist und kein volles Haar hat kein Premiummensch ist, sondern ein mieser Giftzwerg....
Wir wissen es mittlerweile......
Also ich orientiere mich neben gewisser äußerer Attribute auch noch an menschlichen Eigenschaften. So absolut rational und realistisch möchte ich nicht sein, und auch nicht werden. Ich bin ein Mensch, und möchte einer bleiben, und kein gefühlloser Roboter sein.
 
G

Gast

  • #26
Ich würde es etwas anders formulieren. Dass nach Gehalt, Status oder starren optischen Kriterien gewählt wird, beobachte ich weniger - vielleicht umfeldbedingt. Ich habe aber den Eindruck, dass ziemlich viele Menschen sich für jemanden entscheiden, für den sie eher freundschaftliche als romantische/erotische Gefühle haben. Man kommt zusammen, weil man sich gut versteht, gemeinsame Interessen und ähnliche Ziele hat, gute Gespräche führen kann; der "Funke" ist aber nicht so richtig da. Man wählt eher mit dem Kopf als mit dem Herzen (oder Unterleib - der bei vielen Menschen eng mit dem Herzen zusammenwirkt).

Ich bin hin- und hergerissen, was meine Einstellung zu dieser Herangehensweise angeht. Einerseits bin ich romantisch veranlagt; liebe es, verliebt zu sein und würde dieses Gefühl in einer Beziehung ungern missen wollen. Auf der anderen Seite zeigt die Erfahrung, dass gerade die Geschichten, die mit Herzflattern & Co. beginnen, oft schnell wieder auseinandergehen oder sich zu destruktiven Katastrophen-Beziehungen entwickeln. Ein ruhiges, harmonisches Leben mit einem verlässlichen, verständnisvollen Partner ist auch viel wert. Euphorische Glücksgefühle sind eh niemals von Dauer und führen oft zu umso tieferen Abstürzen - ist da nicht eine warme, stabile Zufriedenheit die bessere Wahl? Ein sicherer Hafen, in dem man sich geborgen fühlt?

Ich tendiere fast dazu, das zu bejahen. Aber ... das Thema Sex. Im Gegensatz zu dir denke ich, dass Sex eher UNTER- als überbewertet wird. Gerade Frauen scheinen öfters Beziehungen einzugehen, ohne wirklich sexuelle Anziehung zu verspüren. Was wohl oft mit fehlender, oder nur gering ausgeprägter, Verliebtheit einhergeht. Und Sex ist nun mal elementarer Bestandteil einer Beziehung, wenn nicht gerade beide Beteiligten asexuell sind. Vor allem Männer sehen dies so und sind verletzt und enttäuscht, wenn die Partnerin kaum Sex will.

Ich gehöre zu den Frauen, die Sex und Liebe schlecht trennen können. Ohne verliebte Gefühle entwickle ich kein Bedürfnis nach Sex. Schon aus dem Grund kommt eine Beziehung ohne romantische Verliebtheit nicht wirklich in Frage. Denn ohne Begehren wird eine Beziehung für mich zur Qual. Ich könnte das nicht, wenn der Mann oft Sex will und ich ihn entweder ständig zurückweisen oder es lustlos über mich ergehen lassen muss.
 
  • #27
Rationale Weise: Entsteht leicht und oft, wenn Partnersuche via Internet etc.
Emotionale Weise: Entsteht eher, wenn direkte Partnersuche.

Unterschied: Der Anfang ist ganz unterschiedlich.
Internet: Zuerst das Profil = wie eine Bewerbung.
Direkt: Zuerst der persönliche Eindruck, und ob er Einen auch emotional anspricht.

Wer es emotional möchte, sollte sich auf die direkte Partnersuche konzentrieren.
 
  • #28
Bei mir sieht es vielleicht auch nach abchecken aus, aber ich stehe auf intelligente Männer, nie nicht nur schlau schwatzen können, sondern "Watt im Kopf" zielgerichtet einsetzen. Dazu halte ich viel von Zuverlässigkeit und einem Mindestmaß an Belastbarkeit (kein Jammerlappen).
Sorry, dass so zu sagen: aber mit der Grundausstattung kann man in unserer Gesellschaft garnicht erfolglos sein. Demzufolge gilt mein Interesse Männern, die erfolgreich sind. Ich brauche sie nicht, weil ich dumm oder faul bin, sondern mein Einkommen reicht mir dicke.
Darüber hinaus habe ich mit erfolglosen Männern extrem schlechte Erfahrungen gemacht, habe also keinen Grund, mir sowas nochmal anzutun, auch nicht, wenn ich mich verlieben sollte.
Ich verpasse vielleicht eine schöne kurze Liebe, aber ganz sicher noch viel mehr langanhaltendes Leid.

Klingt fast wie eine Herleitung aus der Mathematik. Na dann hoff ich mal dein Plan geht auf. :)

Ich persönlich bin weniger verwundert über die rationalisierte Partnersuche. Ich denke, sie ist ein logisches Ergebnis aus dem Ziel, das man versucht zu erreichen. Komischerweise sucht man ja nur noch "den Partner fürs Leben" oder "die ewige Liebe". Die Option auf 3 Lebensabschnittsgefährten in 15 Jahren wird ja schon von Anfang an gestrichen.
Daher muss man auch überlegen, was sind das für Menschen, die die ewige Liebe suchen. Charakteristisch ist bei Ihnen, dass sie scheinbar alle verletzt wurden in der Vergangenheit und jetzt diesen Fehler nicht nochmal machen wollen.
Das heißt also im Umkehrschluss ist diese vorgeschobene Rationalität nur ein Schutzmechanismus für die eigene sehr gefühlsbetonte Suche. Leider aber auch ein Schutzmechanismus, der sehr stark schützt und damit u.U. auch ein wenig im Weg steht.

Mein Appell wäre daher eher zu sagen, die Menschen müssten mal weniger emotional werden und ihre Gefühle besser in den Griff bekommen. Denn jeder wünscht sich eine Partnerschaft aber ist nie bereit auch das Risiko einzugehen, die Schmerzen zu ertragen, die eine Trennung mit sich bringt. Liebe will jeder, Trauer will keiner, dabei gehören die beiden Sachen zusammen.
Und solange die Menschen das nicht verstehen, werden sie auch mit ihren Gefühlen nie ins reine kommen und brauchen die "ewige Liebe", Sicherheit, Vertrauen und ein Netz mit doppeltem Boden.

Gruß m32
 
  • #29
Ich gebe umunwunden zu, daß ich rationaler geworden bin.
Die Frauen zwischen 27 - 30 checken mal subtiler, mal weniger subtil,
die harten Fakten zu Beruf, Einkommen, Status, Kinderwunsch bei eigener
Kinderlosigkeit, usw. ab. Da wird der Mann mit Durchschnittsberuf schnell aussortiert. Man will ja nicht die Ehefrau eines Müllmanns werden.

Die Männer, die im Auswahlprozess als gut befunden werden, die können dann
nach Aussehen und Alter auswählen. (Es ist ein Spiel mit zwei Spielern, dass
passt Frauen manchmal nicht in den Kram)

Das Betonen des Emotionalen dient letztendlich nur der Verschleierung des Marktwertes. Keiner soll bitte so genau hingucken, so kriegt jeder noch einen ab.
Das ist so wie die "inneren Werte". Sind sie nur schön genug, braucht der Rest nicht zu interessieren. So läuft Partnerwahl aber nicht.
 
  • #30
Im Grunde wird hier wieder das Problem der Online-Suche beschrieben. Katalogmentalität nennt man das inzwischen.

Wenn ich mich ganz normal verliebe oder jemanden intereressant oder gar anziehend finde, weiß ich normalerweise noch nichts inhaltlich über diese Person.

Das rationale Denken setzt viel später ein, wo es um Alltags- und Machbarkeitsfragen geht.

Wesentlich problematischer sieht es bei Leuten aus, die bereits derart schwerwiegende Beziehungsschäden haben, die nicht mehr so leicht zu korrigieren oder einfach nicht mehr zu korrigieren sind. Ich bin nicht dazu da, solche Härtefälle zu beheben. Da kann ich die Frau noch so sehr mögen oder mich in sie verlieben. Mir würde das im Alltag viel zu anstrengend werden.
 
Top