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Gast

  • #1

Gibt es Menschen, die nur glücklich sein dürfen?

Und gibt es Menschen, die nur unglücklich sein müssen?
Ich frage deshalb, weil ich schon so viel Sch**** in meinem Leben erfahren habe, dass ich mir immer dachte, irgendwann muss es doch endlich besser werden! Aber kaum tut sich ein kleines Quentchen Glück auf, ist es mit Sicherheit so, dass es nach kurzer Zeit wieder zerrinnt in meinen Händen.
Zwischenstand derzeit: kein Partner, keine Familie, seit fast 5 Jahren unglücklich verliebt in einen verheirateten Mann, komme nicht los, gute Freundinnen werden rarer, und in meinem neuen Job, in dem ich endlich so glücklich war, stehen gravierende ungünstige Veränderungen an.
Meine Motivation für den Lebenskampf ist auf dem Nullpunkt. Alle Bemühungen scheinen umsonst zu sein. Ist es so, dass manche Menschen ein Leben lang einfach nur ein großes Plus bekommen und andere ein dickes Minus?
w
 
G

Gast

  • #2
Ähhh, dickes Minus? So weit ich sehe, bist Du gesund, hast ein passables finanzielles Auskommen und wohnst in einem guten Land. Bitte sei etwas dankbar, für das, was Du hast! m43.
 
G

Gast

  • #3
lol - ich weiss was Du meinst, es gibt Phasen, in denen man einfach keinen Sinn mehr sieht oder keine Kraft mehr hat... Allerdings sind die Situationen, in denen man sich wiederfindet, immer subjektiv betrachtet, Ergebnis Deiner Einstellung zu den Dingen. Objektiv betrachtet gibt es tatsächlich IMMER eine Lösung. Manchmal kommt man nicht darauf, weil man die eine mögliche Lösung nicht wahrhaben will, und sich die Veränderung erst einstellt, wenn man seinen Standpunkt ändert. Kleines Lebensgeheimnis: das ist sowieso das einzige worauf man Einfluss hat: den eigenen Standpunkt zu den Dingen ändern. In Deinem Fall zum Beispiel würde ich mir Gedanken machen, warum ich seit 5 Jahren eine (no offense!) Einbildung zu einer "Beziehung" mit mir herum schleppe, bei der ich sicher sein kann, dass es nichts wird. Vielleicht ist es Dir insgeheim ganz recht so? Ich will mir da kein Urteil erlauben, ich kenne Dich und die Situation nicht - aber ich weiss, dass in meinem Leben die schlimmsten Situationen plötzlich in einem anderen Licht erscheinen, wenn ich andere Blickwinkel zulasse, die mir erstmal nicht geheuer sind, oder die sich so gut vor mir verstecken, dass es eine Weile braucht, bis ich darauf komme.
good Luck!
 
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Gast

  • #4
Sehe ich auch so. Wer gesund ist, halbwegs gutaussehend, mit Job und in einem hoch entwickelten Land geboren wurde, darf eigentlich nicht meckern.

Wirklich gut geht es vermutlich nicht mal 5 % der Weltbevölkerung und gerade mal 20 % der Bevölkerung in den entwickelten Ländern.
 
  • #5
Das siehst du wohl etwas zu schwarz. Steigere dich da jetzt nicht rein. Es wird auch wieder besser.
 
L

LilaLaunebär

  • #6
Meiner Meinung nach ist das eine Frage der Einstellung. Ich möchte Dir, liebe FS, nicht zu nahe treten, aber es hört sich so an, als ob Du in Selbstmitleid versinkst. Da kannst Du Dir nur selbst raus helfen! Jammern hilft nicht, jetzt heißt es, die Backen zusammenkneifen und nach vorne schauen!
Ich weiß nicht, wie alt Du bist, aber es kann sich noch so viel auftun im Leben! Ich bin 29 und dachte immer, ich bin glücklich. Ich hatte 8,5 Jahre einen Partner, Familie und Kinder in Aussicht, er verdiente gut, ich war glücklich in meinem Studium und Job, auch erfolgreich, hatte viele liebe Freunde, eine tolle Familie. Das wäre ja Dein fettes Plus. Dann war Schluß und von einem auf den anderen Tag fühlte ich mich wie Du jetzt wahrscheinlich. Das wäre dann Dein Minus. Aber ich habe nicht aufgegeben und auch wenn ich jetzt keinen Partner und nicht viele Freunde (bin umgezogen) habe, wenn ich jetzt finanziell unsicher da stehe, so weiß ich doch jetzt, dass ich es selbst in der Hand habe, wie glücklich ich bin.
Also geh raus und lebe, komm von dem Mann los, lerne neue Leute kennen und kümmer Dich um Dich selbst! Wie #1 schon sagte, Du bist gesund, hast einen Job, Sicherheit und eine Menge Erfahrung und das ist mehr als die meisten! Kopf hoch!
 
G

Gast

  • #7
Du lebst - und das zählt. Wenn es dir nicht gut geht, schau' dir deine Umgebung an und frage dich ob du dort richtig bist. Dir kann niemand helfen, nur du dir selbst. Du bist selbst dafür verantwortlich, dass dir Gutes widerfährt. Und nochmal: du lebst, mach' das Beste draus. Glücklich ist, wer die Welt schätzen weiß und dankbar für alles was das Leben bietet. Die Kleinigkeiten vom Sonnenstrahl bis zur Schneeflocke - wenn du dich magst, können dich die anderen mal gernhaben !
Zum Beispiel der verheiratete Mann, entschuldige aber damit machst du dich selbst unglücklich ...
 
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Gast

  • #8
Ich weiß, es klingt inzwischen nun wirklich abgedroschen und ist ein alter Hut: Alles eine Frage der Sicht- und Darstellungsweise. Ich könnte wetten, viele Leute sind in einer ähnlichen Situation wie du und finden trotzdem jeden Tag etwas, an dem sie sich freuen können. Ich bin Langzeit-Single, wäre lieber in einer Partnerschaft, deshalb auch nicht 100 % glücklich, aber ich mache das beste draus. An manchen Tagen fühle ich mich wie das bedauernswerteste Geschöpf unter Gottes Himmel, an anderen Tagen könnte es mir kaum besser gehen, weil ich interessante Dinge tue, die mir Spaß machen, positives Feedback bekomme und meine kleinen persönlichen Erfolge habe.
Ich glaube einfach, man muss bewusst dafür sorgen, dass es einem jeden einzelnen Tag gut geht. Wenn es mir nicht so gut geht, nehme ich mir vor, jeden Abend fünf schöne Dinge aufzuschreiben, die ich am Tag erlebt habe, einfach, um mir dieser schönen Erlebnisse bewusst zu werden. Meistens klappt es auch. Und wenn nicht, arbeite ich tagsüber darauf hin, dass ich meine Liste füllen kann ;-)
 
  • #9
Wer sich sinnvoll beschäftigen kann, auch in seiner Freizeit, braucht keine Mitleid heischenden Fragen zu stellen.

Entschuldige bitte, liebe FS, aber ich denke, du hast gar keine Ahnung, was Menschen aushalten müssen, denen es wirklich schlecht geht und die allen Grund hätten, unglücklich zu sein.

Falls du finanziell dazu in der Lage bist, mache mal ein paar Reisen in außereuropäische Länder und schau dich um. Wenn du dann noch immer das Gefühl hast, vom Leben benachteiligt worden zu sein, hast du echt Grund zur Sorge. Denn dann läuft in deinem Leben wirklich Einiges schief.

Es geht übrigens auch billiger, wenn man z. B. mal mit offenen Augen durch die sozialen Brennpunkte des eigenen Standortes geht. Es ist wirklich nicht schwer, Menschen zu finden, denen es wirklich schlecht geht.

Die Beschreibung deines Status ist überhaupt nicht besorgniserregend - jedenfalls noch nicht. Sie zeigt eher mangelnde Aktivitäten deinerseits (Langeweile, zuviel Zeit zum grübeln?)
 
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Gast

  • #10
...mir geht's ähnlich wie dir...Waisenkind, nicht rechtzeitig geschafft den Richtigen zu finden für Kinder, keinen Partner, Job sehr wackelig. Es war schon immer so, dass mir andere glücklicher vorkamen und ich mir benachteiligt. Ich glaube auch nicht, dass es nur subjektiv ist. Allerdings bedingt auch die subjektive Einstellung die objektiven Ergebnisse....

Schon in der Bibel heisst es: dem der hat, dem wird hinzugetan!!

Klar: diejenigen die viel Liebe und Sicherheit bekommen haben als Kinder, die haben einen ganz anderen Stand im Leben, sind selbstbewusster, gehen sicherer auf Menschen und Situationen zu etc., etc. Der glückliche Anfang setzt sich i.d.R. fort. Genauso, wie ein unglücklicher Anfang.

Dennoch kann man sich weiterentwickeln. Möchte behaupten, dass ich heute eine ganz andere bin als noch vor 10 Jahren, viel selbstbewusster, viel gelernt. Ich lerne zwar noch Männer kennen, die nicht frei sind und trotzdem bereit wären, etwas mit mir anzufangen - ABER ich tue es nicht mehr! Bleibe statt dessen lieber alleine. Dennoch muss ich feststellen, dass meine emotionale Reife immer noch nicht altersentsprechend ist - im Vergleich mit gleichaltrigen Frauen habe ich meist das Gefühl, viel jünger zu sein! Lange war auch das das Problem, dass ich immer nur viel jüngere Partner anzog, mit denen keine Familiengründung in Frage kam...
Weiss nicht, ob dich das auferbaut. Ist halt die Wahrheit. Du bist nicht die Einzige.
w
 
  • #11
Liebe FS, tut mir ja leid für Dich.

Aber von alleine wird nix besser, Du musst schon was dafür tun. In Deiner Aufstellung lese ich nix vin Dingen die Dir einfach so passieren wie eine Erbkrankheit oder der Tod von Partner/Eltern etc.

erklärt sich aus
seit fast 5 Jahren unglücklich verliebt in einen verheirateten Mann, komme nicht los,
das hast Du selbst in der Hand, wenn nötig mit der Hilfe eines Therapeuten
Freundschaften werden einem auch nicht geschenkt, sei selbst eine gute Freundin dann werden Sie auch nicht rarer
und in meinem neuen Job, in dem ich endlich so glücklich war, stehen gravierende ungünstige Veränderungen an.
Auch hier hast Du die Wahl, die Veränderungen mitgestalten oder erleiden. Wenns keine Möglichkeit gibt mitzugestalten- Job wechseln.

Es gilt immer noch der alte Spruch: Hinfallen ist keine Schande, aber liegen bleiben. Steh auf!

Vielleicht macht Dir das Beispiel einer guten Freundin etwas Mut: Alle Allergien die man so haben kann, mit 17 schwanger geworden, der Typ Alkoholiker- Scheidung, der nächste auch ein Griff ins Klo, nächste Scheidung, der nächste toll -kommt bei einem Unfall ums Leben, dazwischen noch eine schwere Krankheit... Sie ist immer wieder aufgestanden und hat für sich und das Kind gekämpft. Hat selbst das Leben in die Hand genommen und ist nun in der Liebe angekommen, ist Abteilungsleiterin, hat das Kind zu einem anständigen Erwachsenen erzogen und ist immer noch bestens gelaunt.

Nur geschenkt hat Sie das alles nicht bekommen.
 
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Gast

  • #12
Glück? Glück kann man in der Lotterie haben. Aber ein glückliches Leben haben fast alle von uns, wir müssen es nur sehen und zulassen.
Du kannst alles, was dir geschieht von 2 Seiten sehen - positiv und negativ.

kein Partner, keine Familie:
Unglück oder Glück? Kommt doch auf die Partnerschaft an, kann sein, dass du als Single besser dran bist. Stell dir vor, du hättest einen Mann, der dich betrügt oder schlägt.

Unglücklich verliebt in einen verheirateten Mann? Na, das liegt doch in deinen Händen. Schieß ihn in den Wind, dann bist du frei für eine glückliche Liebe in einen SIngleman und dann hast du auch wieder Energie für Freunde. Freunde werden nicht einfach so rarer, für Freundschaften muss man etwas tun. Das ist kein Glück oder Pech.

Job? Na, du hast einen Job. Das ist doch toll. Was daraus wird, zeigt die Zukunft.

Du siehst alles viel schwärzer als es ist. Aber glaube mir, es gibt viele Menschen, denen es schlechter geht, die aber glücklicher sind.
Geh doch mal zum Arzt, vielleicht hast du einfach leichte Depressionen oder einfach nur einen Winter-Blues.
 
G

Gast

  • #13
Nein, ich glaube, bis auf wenige Details kommen die meisten Menschen ungefähr gleich viel Glück und Unglück ausgeschenkt.
Das beste Beispiel sind meine beiden Großmütter.
Die eine mußte die KInder fast allein aufziehen, weil ihr Mann für den Job immer unterwegs war und dann fast taub und und durch einen Unfall zusätzlich sehr krank pensioniert wurde. Alles, wovon sie träumten, Reisen ins Ausland, einen entspannten Lebensabend haben sie nicht wie erwartet bekommen. Durch den beruflichen Erfolg meines Großvaters lebten sie mit Wohlstand, der dann durch massive Verluste bei falschen Investitionen wieder zunichte gemacht wurde. Mit 78 saß sie mit kaputter Hüfte in ihrem kaum heizbaren Haus auch am Tag mit einem Mantel. Und hat Haltung bewahrt. Sie wollte keine Hilfe und sich bei niemand beklagen. Sie war selbstbewußt, anspruchsvoll und dankbar für ihr Leben.
Die andere wurde nach dem Krieg sehr krank und hatte immer wieder Rückfälle. Irgendwann war sie so sensibilisiert, dass jede gesundheitliche Störung ein großes Drama war, selbst eine Gallen-OP. Sie hatte einen wunderbaren, liebevollen Mann, der sehr früh starb. Danach mußte sie erstmalig im Leben arbeiten gehen, weil sie noch keine Witwenrente bekam. Ich habe diese Großmutter nur jammernd und klagend erlebt. Als ihr Mann noch lebte, als er tot war, als sich ihre Tochter um sie kümmerte, als sie gesund und als sie krank war. Sie wollte sterben, sie konnte und taugte ihrer Meinung nach nichts und hatte nur Unglück. Sie warf sich förmlich hin und verlangte, daß alle anderen ihr Leben regeln. Glück hat sie nie empfunden, weil sie alles, was glücklich machte, mit einer barschen Handbewegung abtat: Das sei sie nicht wert. Nun ist sie 92, sitzt im Pflegeheim und beschimpft die Pflegerinnen.
Ich ahbe alles, was ich mir m Leben erarbeitet habe, verloren und war jahrelang krank. Und es war eine segensreiche Erfahrung. Ich fange jetzt, mit fast 50 neu an und habe einen wunderbaren Partner gefunden.
Jeder hat Prüfungen im Leben. Und wenn du bei dir nur das Schlechte siehst und bei den anderen nur das Gute, hast du einen falschen Blick auf die Dinge.
Das mit dem fehlenden Partner hast du dir selbst eingebrockt. Ein verheirateter Mann blockiert einen. Jobprobleme haben wir alle. Freunde entfernen sich, dennLebensentwürfe ändern sich.
Und - bitte nimm es mir nicht übel - Menschen mit einer pessimistischen Lebenseinstellung sind nicht gerade sie angenehmste Zeitgenossen. Auch da gilt (und nicht nur bei den Reichen und Glücklichen) wer schon hat, dem wird noch zusätzlich gegeben. Versuche bitte dringend aus diesem Fatalismus und der Negativspirale rauszukommen!
 
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Gast

  • #14
Liebe FS

ich würde sagen teils teils.. Ich kenne Menschen die haben das Glück wirklich gepachtet..Alles was sie anfassen läuft rund..Manche tragen ständig schicksalsschläge mit umher..

Das Schicksal kam man dahingehend auch nicht beeinfussen..

Was man aber selber zum Thema Glücklich sein in die Hand nehmen kann ist etwas neues Kreatives anzufangen.

Durch kreatives tun entsteht neues in der Seele und das macht Glücklich.

Egal ob du ein neues Hobby anfängst, ein Musikinstrument erlernst, bestimmmte Länder bereist oder Du etwas anfängst was Du schon immer gerne tun wolltest..

Diese Dinge und positives Denken (so schwer es auch fallen mag) beinflussen das Glück das man selbst in der Hand hat.

Viel glück

m47
 
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Gast

  • #15
Liebe FS,

Glück und Pech sind zu einem sehr großen Teil nahezu gleich verteilt.
Allerdings kann es wenige Menschen geben, die relativ gesehen häufiger Glück oder Pech haben.

Beispiel:
Situationen wo Glück/Pech eine Rolle spielt über die Zeit verteilt als Sequenz.
Pech = 0
Glück = 1

000 = 1. Person (0x Glück)
001 = 2. Person (1x Glück)
010 = 2. Person (1x Glück)
011 = 2. Person (2x Glück)
100 = 2. Person (1x Glück)
101 = 2. Person (2x Glück)
110 = 2. Person (2x Glück)
111 = 2. Person (3x Glück)

Fazit auf 3 Situationen gesehen:
1 Person hat gar kein Glück in diesen drei Situationen
3 Personen haben nur 33% Glück
3 Personen haben nur 66% Glück
1 Personen hat in allen drei Situationen Glück
 
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Gast

  • #16
Liebe FS,

schon mal an eine Therapie gedacht? Ehrlich, überlege es dir gut.

Ich lese, dass deine Lebenseinstellung nicht gesund ist und dich daher viel Pech verfolgt.

Kennst du das Sprichwort? Jeder ist sein Glückes Schmied? Da ist was dran, viel sogar. Ich arbeite beruflich mit vielen Menschen zusammen, denen es wirklich schlecht geht.

Deine Zeilen lesen sich nach einen kindlichen Erwachsen, der noch nicht verstanden hat, dass er selber viel zu seinem Glück beitragen kann.

w
 
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Gast

  • #17
"Die Welt besteht nicht nur aus Sonnenschein und Regenbogen. Sie ist oft ein gemeiner und hässlicher Ort. Und es ist ihr egal wie stark du bist. Sie wird dich in die Knie zwingen und dich zermalmen, wenn du es zulässt. Du und ich, und auch sonst keiner, kann so hart zuschlagen wie das Leben. Aber der Punkt ist nicht der, wie hart einer zuschlagen kann, es zählt bloß, wieviele Schläge er einstecken kann und ob er trotzdem weiter macht. Wieviel man einstecken kann und trotzdem weiter macht. Nur so gewinnt man!"

Verpönter Männerfilm, aber er hat nunmal sowas von recht...
 
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Gast

  • #18
Die Aussage, was Glück oder Pech ist, ist doch relativ.

Ich habe in der Pubertät meinen Zwillingsbruder bei einem Verkehrsunfall verloren
Leide durch den psychischen Schock seitdem an einer chronischen Krankheit. Wurde deshalb 4mal notoperiert. Bin seitdem 70% schwerbehindert. Hatte seit dem nie wieder eine Freundin. Bin jedoch weiter voll berufstätig und habe Abi und Hochschulabschluß.

Im Krankenhaus sagten mir die Ärzte nach der Not-OP: "Seien sie doch froh, alle Bettnachbarn haben Krebs, da geht es ihnen doch gut"

Ehrlich, mein Mitleid mit der FS hält sich in Grenzen.
 
  • #19
Und über ein ganzes Leben verteilt, hat ein durchschnittlicher Mensch etwa gleich viele Schlüsselsituationen in seinem Leben.

Wenn diese Situationen kommen, musst du vorbereitet sein, um sie wahrnehmen zu können. Dein Kopf und dein Herz müssen frei sein.

Die Situationen sind fest, der Kopf aber frei. Es gibt unheimlich viele Wege, die vor dir liegen. Du bist nicht gefangen. Du kannst aus deinem Unglück gehen, nur Mut.
 
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Gast

  • #20
Ob man sich glücklich oder unglücklich fühlt, hat ganz eklatant mit dem eigenen Anspruchsniveau zu tun. Früher hätten viele gesagt, dass ein Dach über dem Kopf und ein Teller Suppe Gück bedeute. Man erinnere sich mal an die Zeit von 1939 bis 1945! Man kann sich vorstellen, wie glücklich ein Überlebender von Stalingrad gewesen ist, auch wenn er dort ein Bein verloren hat.

Heute meint jeder, wenn er nicht eine Ramafamilie, einen Traumpartner, einen tollen Job und sonstige Konsumgüter hat, er sei unglücklich. Unglücklich kann man immer sein, auch mit dem tollsten Partner, einer Traumfamilie, einem Superjob u.ä., denn ein Haar in der Suppe läßt sich immer finden.

Viele sind in Partnerschaften unglücklich und trennen sich nur nicht, weil sie Angst haben, dass ihre Lage sich dann noch verschlechtern könnte (schlimmer geht immer), Familien sind die Brutstätte vieler Neurosen und Geld macht bekanntlich auch nicht dauerhaft glücklich.

Dauerhaftes Glück bedeutet zufrieden zu sein, rauschhafte extreme Glückszustände sind nicht von Dauer und haben meist leider ebenso extreme Tiefs zur Folge.
 
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Gast

  • #21
Kommt mir sehr bekannt vor, habe auch lange so gedacht und mich immer als Opfer der Umstände gefühlt. Das passiert, wenn man das Glück nach Außen abgibt und es von da verlangt.
Tatsächlich befindet sich das Glück aber gar nicht z. B. bei dem Mann im Außen den du schon 5 Jahre begehrt. Es fängt in deinem eigenen Kopf an. Ein japanischer Weiser hat schon
im 13. Jhd. festgestellt, das man auch die Hölle in seinem eigenen Körper suchen kann. Man muss nicht erst die Erde aufwühlen oder woanders suchen. Sie existiert direkt in einem selber. So ist das auch mit dem Glück. Schönheit, Gesundheit, der Partner, Geld, der Job. Das sind alles Dinge, die morgen weg sein können. Du musst also etwas sichereres schaffen. Das macht dich unabhängig und dann hört das auf, das du dich als Pechvogel fühlst. Das gelingt nur, wenn du deine eigene innere Einstellung veränderst. Meine Erfahrung, ich habe das inzwischen aber schon bei einigen Menschen genauso funktionieren sehen. Das wichtigste ist immer in Aktion bleiben. Nur dann kann sich etwas verändern.
 
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Gast

  • #22
Ich finde das immer wieder lustig - es gibt echt unglaublich viele Menschen, die das Pech regelrecht anziehen - woran liegt das ? In der Wertschätzung sich selbst gegenüber, mit sich selbst im reinen zu sein - gesellschaftsunabhängig, nicht etwas zu WOLLEN, sondern zu SEIN. Aber das verstehen viele Menschen einfach nicht, sondern sie "drücken" sich regelrecht in Situationen rein, die für sie gar nicht bestimmt sind - sie forcieren Lebenssituationen, die nicht auf natürlicher Basis bestehen, sie "kämpfen" für etwas und wollen immer mehr, als sie grade haben. Genauso wird es eben nichts.

M,29
 
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Gast

  • #23
Ich bin weiblich, Ende vierzig, mein Vater war alkoholkrank und hat mich missbraucht. Meine erste große Liebe ist von jetzt auf gleich verschwunden, vermisst. Geborgenheit habe ich in einer Ehe gesucht, die zum Schluss sehr unglücklich war. Nach Trennung hatte ich mit enormen finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen, bekam Krebs und psychische Probleme.

ABER:
Ich habe es geschafft! Irgendwie habe ich immer gedacht... ich bekomme das Leben hin! Irgendwann scheint wieder die Sonne! Ich habe zwei tolle Kinder, eine gute Familie, echte Freunde,einen guten Job und ich liebe das Leben. Wenn es mir schlecht geht, singe ich ganz laut "Denn ich liebe das Leben" - obwohl ich Schlager eigentlich hasse!

Nun drohe ich meinen Job zu verlieren - aber auch dann wird sich eine neue Tür öffnen! Jeder Tag hat auch etwas Gutes, man muss es nur sehen und fühlen!

Suche Dir was kreatives, schreibe alles Gute auf!!

Ich bin auch seit der Trennung (vor vier Jahren) alleinerziehend Single, ohne Kindesunterhalt und mit nicht gerade viel Geld! Aber ich lebe, die Vögel beginnen zu zwitschern und die ersten Blumen knospen...

Also, nimm das Leben wie es kommt und freu Dich drauf!
 
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Gast

  • #24
Liebe FS
Ich kann Deine Gedanken gut nach voll ziehen. Manchmal hat man einfach nicht mehr die Kraft, positiv zu denken. Selbstmitleid hat auch Platz im Leben, darf aber nicht zur Gewohnheit werden. Was Du auf keinen Fall machen darfst ist, Dich mit anderen Menschen zu vergleichen! Du wirst immer jemanden finden, dem es subjektiv besser geht und jemanden, dem es schlechter geht. Darum gefallen mir viele Aussagen meiner VorschreiberInnen nicht. Wer sagt denn z.B., dass ein Mensch in einem 3. Welt-Land nicht absolut glücklich sein kann oder Krebs schlimmer ist als irgend eine andere Krankheit? Es gibt nirgends eine allgemein gültige Universalliste!
Was ich Dir aber mit Bestimmtheit sagen kann, und zwar aus langjähriger Eigenerfahrung: Alles im Leben hat einen Sinn und Zweck und das Wichtigste ist, nicht stehen zu bleiben. Versuch, in allem die Chance auf einen Neuanfang zu sehen. Es gibt kein Plus oder Minus, sondern nur das, was wir daraus machen. Ändere das, was Du ändern kannst, alles andere lass auf Dich zukommen und mache das Beste daraus!
Viel Kraft :)