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  • #31
Natürlich schadet es! Ich erziehe meine Kinder NICHT mit Gewalt, denn ich möchte keine Idioten heranzüchten, die sich vor allem zu fürchten haben! Ein Kind hat man zu fördern im Selbstbewusstsein und nicht zu schlagen.
Ich möchte, dass meine Kinder eines Tages im höchsten Chefsessel sitzen und was zu sagen haben in der Welt und keine Angst vor Schlägen und Worten anderer Menschen haben, sondern sich fruchtlos und selbstbewusst vor anderen Leuten durchsetzen können.
Meine Kinder sollen keine Grenzen kennen.
Meine Kinder dürften überall herumspringen, wo sie wollen und sich austesten und den Ton angeben dürfen. Ich will keine dummen Esel erziehen und ich will NICHT, dass meine Kinder so gemobbt werden, wie ich als Kind damals gemobbt wurde, weil ich zu schüchtern und ängstlich war. Sollen andere Leute ihre Kinder beklappsen und beschlagen wie sie wollen. Die bekommen dann halt ihre gestörten, missbrauchten Kinder, wie das heute so üblich ist. Schau dir die heutigen 30 jährigen an. Eine ganze Generation an scheinbar verängstigten, orientierungslosen, unselbstständigen Opfern, die scheinbar auch alle irgendwie unter Missbrauch und verkorkster Erziehung litten.

Und schau dir doch mal richtig die alten, verbitterten, gehässigen, schwer umgänglichen Leute von früher an, die nichts Schönes im Leben erfahren haben. Sie gönnen ihren eigenen Kindern meistens auch nichts schönes im Leben, außer einer Tracht Prügel, "schuften" bis man kaputt und buckelig ist und bloß keine eigenen Wünsche und Träume im Leben verwirklichen. Was anderes zählt doch bei diesen Menschen gar nicht mehr. Die haben doch gar keine Lebensfreude und gönnen sie den anderen doch auch nicht! Die Kinder werden dann oftmals genauso oder leiden massiv darunter und werden selbst psychisch Zurückgezogene und verängstliche Persönlichekeiten!


Schau sie dir doch mal richtig an, die Leute, die früher körperlich gezüchtigt und psychisch gelitten haben. Geh doch mal aus eigenem Interesse in ein Altersheim oder zu deinen eigenen Großeltern, sofern du noch welche hast, und setzt dich mit denen tagelang hin und lass dir was von deren Lebensphilosophie erklären! Bitte nicht nur 2 Stunden zum Kaffee trinken, und dann wieder abhauen, weil es einen nervt, sondern wirklich intensiv und dauerhaft. Aber soll ich dir was sagen? Das würde dich selber nerven, weil du ganz genau weisst, wie schlimm das ist, was die Menschen früher erlebt haben und dass man mit diesem Menschen heute fast nicht mehr zusammenleben kann.

Was denkst du, warum in Deutschland niemand mit seinen Eltern und Großeltern zusammenleben will? Die Leute sind früher ganz anders erzogen worden, das man seinen eigenen Kindern nicht zumuten will.
 
  • #32
Als Kind waren für mich Schläge so normal, daß ich Mitschülern angeboten habe, erstmal mit zu mir nach Hause zu kommen, wenn sie im Diktat ne 3 gebaut hatten. Völlig entgeistert war ich, daß die überhaupt nichts zu befürchten hatten und auch nicht verhauen wurden, selbst in kinderreichen Familien nicht!
Fakt ist auch, daß heutzutage ein Kind mit solchen Hämatomen, wie ich sie mitunter im Sportunterricht hatte, ein Fall für einen Arzt wäre.
Ich habe mich nicht wirklich damit beschäftigt, ob ich da einen Schaden davon getragen habe oder nicht. Es war eben so und ganz normal für mich.
Meine Söhne haben auch so 2 oder 3 Mal was auf den Po bekommen, in Situationen, wo lange Diskussionen mit ihnen zu ihrem sicheren Tod geführt hätten (Straßenverkehr, rumklettern auf einer Brücke, Autotür öffnen bei 120 km/h auf der Autobahn). Und natürlich haben sie da geweint, aber ich habe sie beide noch und wir können uns darüber heute unterhalten.
Und jetzt, wo sie erwachsen sind, reagieren sie auch mit Verständnis.
 
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  • #33
Meine Eltern haben manchmal Gewalt angewandt. Ob es geschadet hat? Das kommt darauf, was man darunter versteht. Es hinterließ bei mir keine bleibenden körperlichen oder psychischen Schäden. Aber es beschädigte die familiären Bande irreparabel. Bereits als Kind empfand ich Körperstrafen als zutiefst falsch, und die Schläge meiner Eltern führten dazu, dass ich sie als amoralische, schwache Menschen betrachtete, denen ich keinerlei Respekt schuldete. In der Schule und bei Nachbarn war ich vorwiegend als freundliches, höfliches Kind bekannt, doch meinen Eltern gegenüber war ich widerspenstig und abschätzig. Als ich ein Teenager wurde, begann ich die Gewalt zu erwidern. Das machte den Schlägen ein Ende, aber es machte sie nicht ungeschehen. Ich habe sie nie vergessen und ich habe sie nie verziehen.

Ein Kind zu schlagen, bedeutet ihm Schmerzen bereiten zu wollen. Ich würde nicht einmal einen Hund schlagen, wenn er ungehorsam war. Ein Hund bittet nicht darum, dass man ihn aufnimmt. Der Besitzer entscheidet sich dafür, obwohl er wissen muss, dass ein Hund ihn nur rudimentär versteht und richtig und falsch ungenügend differenzieren kann. Es kommt vor, dass ein Hund einen Befehl nicht befolgt oder mit dem Bellen nicht aufhören will. Es kann sogar vorkommen, dass er die neuen Lederschuhe zerlegt oder auf den Teppich macht. Wer seinen Hund nicht ohne Schläge händeln kann, ist ein unfähiger Besitzer, und wer ein Kind nicht händeln kann, obwohl es zumeist sogar mehr Verständnis und weniger Kraft als ein großer Hund besitzt, der ist als Elternteil unfähig und verstößt gegen das Recht auf Unversehrtheit eines Menschen. Ich schlage auch keinen Erwachsenen, bloß weil ich mit ihm in Streit gerate, und die meisten hier dürften das ähnlich sehen, obwohl eine Ohrfeige für einen Erwachsenen wohl selten ein traumtisches Erlebnis darstellen dürfte. Was macht es also annehmbar, ein Kind zu schlagen? Dass es ein Kind ist, macht es nicht richtiger. Es macht es bloß einfacher.

26, w
 
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  • #34
Gewalt hat viele Gesichter und man kann einen gelegentlichen Klaps auf den Hintern nicht mit Verprügeln oder körperlichen Züchtigungen vergleichen. An was viele nicht denken, ist psychische Gewalt, die auf Dauer tief gehende Schäden hinterlassen kann. Liebesentzug usw. Zudem kommt es immer auch auf das Kind selber an. Ein sensibles Kind erlebt Gewalt anders als ein robusteres.
Die Frage ist meines Erachtens zu breit gefächert und aus meiner Sicht grundsätzlich mit einem klaren Nein zu beantworten. Was Kinder aber definitiv brauchen sind Grenzen und nicht ellenlange Diskussionen über alles und jedes. Das Leben ist eine Geben und Nehmen und jedes Kind muss lernen, dass sein Handeln Konsequenzen hat, im Guten wie im Schlechten.(Damit meine ich nicht Gewalt) Sein Kind zu lieben, bedeutet nicht, sich von ihm auf der Nase herum tanzen zu lassen, sondern es zu führen und es auf das Leben in freier Wildbahn vor zu bereiten. Ups, bin etwas abgeschweift.....
 
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  • #35
obwohl eine Ohrfeige für einen Erwachsenen wohl selten ein traumtisches Erlebnis darstellen dürfte.
26, w

Muss da schnell ein Veto einlegen: Ein Schlag ins Gesicht IST für einen Erwachsenen genau so deftig wie für ein Kind. Selber vor drei Tagen erlebt, aus einem nichtigen Grund heraus, Anzeige läuft und ich habe Albträume...Komischerweise hatte eine Ohrfeige für mich als Kind keine solche Auswirkung, weil das für mich normal war.

w, 37
 
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  • #36
An FS:

Ich finde, eine Watsch'n darf schon ausgeteilt werden. Aber nur, wenn diese sich ehrlich verdient wurde !!!!

Ich gestehe hiermit, früher schon gerne mal meine Eltern provoziert zu haben, oder Schwesterchen solange geärgert zu haben, bis sie heulte. Wenn ich es übertrieben habe (im Nachhinein - ganz klar ausprobieren, wie weit ich gehen konnte) - knallte es schon mal eine und das war dann die Mauer, die man vorgesetzt bekam. Mit Recht !

Kann also sagen, die wenigen die ich kassiert habe, waren zu Recht und in Ordnung. Gibt evtl. auch Kinder, die nicht so provozierend waren wie ich es war, aber das ist eine andere Sache. Ich würde selber aber nur im äußersten Notfall welche austeilen sondern eher zu Fernsehverbot, halbe Stunde aufs Zimmer etc. greifen.

w,40
 
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  • #37
Ich (w, 29) bin der Meinung, dass ein Klaps oder ne Ohrfeige noch keinem geschadet haben. Alles andere ist weichgespültes, antiautoritäres Sozialromantikgesülze. Kinder dürfen sich nicht alles erlauben, sondern brauchen klare Grenzen.

Erwachsene dürfen sich auch nicht alles erlauben und wenn Erwachsene eine Grenze überschreiten, dürfen sie nicht geschlagen werden.
Nach der zitierten Logik müsste man die Prügelstrafe für Erwachsene einführen: Statt Geldstrafe ein paar Stockhiebe, weil das ganze weichgespülte, liberale Rechtsystem Rücksicht vor der körperlichen Unversehrheit nimmt.
 
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  • #38
Kinder mit 1-3 Jahren haben bisweilen die gleiche kognitive Fähigkeit wie ein grosser Hund.. Dementsprechend hat das "Ausdiskutieren" in diesen Jahren in etwa den gleichen Wert wie das "ausdiskutieren" mit einem Hund... der Hund merkt zwar DASS jemand mit ihm spricht, aber weder was der will noch ob es gut oder schlecht war...

Ach du liebe Zeit. Soll das jetzt Plädoyer dafür sein, einjährige Kinder zu schlagen oder ist das ein Scherz? Oder hast du selbst keine Kinder?
Niemand erwartet, Probleme mit kleinen Kindern auszudiskutieren. Als Eltern hat man aber die Möglichkeit seine Mißbilligung eines bestimmten Verhaltens auch ohne Schläge zum Ausdruck zu bringen. Man kann z.B. Schimpfen...
 
  • #39
Ach du liebe Zeit. Soll das jetzt Plädoyer dafür sein, einjährige Kinder zu schlagen oder ist das ein Scherz? Oder hast du selbst keine Kinder?

ich bin immer wieder erstaunt welche Schlussfolgerungen aus simplen Sätzen gezogen werden können.. wer sagte etwas von Schlägen? *staun*

Niemand erwartet, Probleme mit kleinen Kindern auszudiskutieren.

eine nicht unerhebliche Menge an Sachliteratur sowie ein Haufen frischgebackener Mütter tun, oder implizieren genau das..

Als Eltern hat man aber die Möglichkeit seine Mißbilligung eines bestimmten Verhaltens auch ohne Schläge zum Ausdruck zu bringen. Man kann z.B. Schimpfen...


... was so ziemlich mein Punkt war.. Missbilligung durch den "Eindruck" zum Ausdruck bringen.. ein kurzes und deutliches "STOP" im Moment des Blödsinns, wirkt wesentlich besser als ein "Gerd-Matthias-Florian, was haben wir gelernt was wir nicht tun dürfen?"...
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
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  • #40
Einmal habe ich in meinem Kinderzimmer gespielt und bekam plötzlich von hinten eine Ohrfeige von meiner Mutter ohne Vorankündigung. Ich weiß gar nicht mehr warum. Meine Mutter hat mich öfter geschlagen aber dieses von hinten ohne Vorwarnung fand ich besonders schlimm.

Ich habe viel darüber nachgedacht, warum ich so viele Schläge bekommen habe und meine Freunde nicht, obwohl ich viel weniger Quatsch gemacht habe als meine Freunde. Ich verstehe es bis heute nicht.

Jedenfalls sitze ich heute (30 Jahre später) in Restaurants und sonstwo immer gerne mit dem Rücken zur Wand und dem Eingang im Blick, so fühle ich mich sicherer. Ich will so etwas niemals wieder erleben.

Hatte ich die Ohrfeige damals verdient? Ich denke eigentlich nicht. Ich habe immer alles versucht, es meinen Eltern recht zu machen, zumal sie ja sehr streng waren.

Zu meinen Prügeleltern habe ich keinen Kontakt mehr. Mein Vater hat in seinen letzten Jahren und insbesondere vor seinem Tod angeblich viel geweint, weil seine Söhne keinen Kontakt mehr zu ihm haben wollten.
So ist das halt. Wenn du als Kind und Jugendlicher dauernd geschlagen und verprügelt wirst, dann stirbt die Liebe zu den Eltern ab und dann bist du irgendwann nur noch froh, mit diesen Leuten nichts mehr zu tun zu haben.
 
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  • #41
[Chat gelöscht]
Was wirkt, das kommt völlig auf das Kind an. Wenn Eltern ihren Kindern die Regeln erklären und damit erfolgreich sind, was bedeutet, dass die Kinder sich sozial verhalten, was gibt es dann [...] daran auszusetzen?

Ich denke, am besten ist es individuell auf ein Kind einzugehen, und nicht angeblich allgemeingültige Regeln zu befolgen.
 
  • #42
Ohrfeigen verletzen noch mehr psychisch, als körperlich = die Seele wird besonders getroffen.
Es ist der Schlag ins Gesicht - wörtlich. Dem man schutzlos ausgeliefert ist.

Das eigene Kind auch noch heimtückisch von hinten ins Gesicht zu schlagen, halte ich für besonders niederträchtig. So ein Kind sollte selber zum Jugendamt gehen, und seinen Elternteil anzeigen.

Wenn Kontrolleure vom Jugendamt kamen, waren meine Eltern stets sehr dicht an mir dabei, um mich zu kontrollieren. Damit ich nichts sage, was für meine Eltern unangenehm werden könnte ?
Denn nach meinem Kinderheim (Durchschnitt eine Ohrfeige pro Quartal dort) wurde es zuhause noch schlimmer.
 
  • #43
Mir schnürt sich der Magen zusammen bei diesen Schilderungen...

Ich selbst bin äußerst gewaltarm aufgewachsen - vielleicht einmal kräftig am Oberarm gepackt, wirklich garnichts Schlimmes - aber ein Nachbarsjunge wurde regelmäßig von seinem Vater geschlagen.

Seine Mutter war ebenfalls beteiligt, sie schwärzte ihn oft an, dann wurde ein Tribunal abgehalten und die Strafe mittels eines Gürtels vollzogen.

Einfach nur übel, der Junge war sozial völlig gestört als Kind und ist es jetzt auch als Erwachsener noch. Natürlich konnte er keine Frau finden mit diesem Verhalten, er hat sich dann eine Dame importiert und - das finde ich respektabel - wohl seinen Sohn gewaltfrei erzogen.
 
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  • #44
Muss da schnell ein Veto einlegen: Ein Schlag ins Gesicht IST für einen Erwachsenen genau so deftig wie für ein Kind. Selber vor drei Tagen erlebt, aus einem nichtigen Grund heraus, Anzeige läuft und ich habe Albträume...Komischerweise hatte eine Ohrfeige für mich als Kind keine solche Auswirkung, weil das für mich normal war.

w, 37

Ich wollte damit nicht sagen, dass sich eine Ohrfeige auf einen Erwachsenen nicht traumatisch auswirken kann, aber ich gehe davon aus, dass die meisten Erwachsenen davon keinen bleibenden Schaden erfahren. Dennoch wird das unsägliche Argument "Eine Ohrfeige schadet ja nicht." üblicherweise nicht angewandt, wenn es um Konflikte zwischen Erwachsenen geht. Kaum einer würde hierzulande auf diese Art argumentieren, würde es sich beispielsweise um ein Problem zwischen Ehepartnern handeln. Wer von den Schreibern, der sich hier für Körperstrafen einsetzt, würde es wohl akzeptieren, wenn sein Partner seinen Standpunkt in einem Streit mit einem Schlag ins Gesicht unterstreicht?

26, w
 
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Mooseba

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  • #45
Ich (w, 29) bin der Meinung, dass ein Klaps oder ne Ohrfeige noch keinem geschadet haben. Alles andere ist weichgespültes, antiautoritäres Sozialromantikgesülze. Kinder dürfen sich nicht alles erlauben, sondern brauchen klare Grenzen.
Stimmt ja, historisch gesehen wurden Grenzen sehr oft nur mit Gewalt gesetzt. Aber so wie man heute politische Konflikte mehr und mehr gewaltlos löst (Embargo, Verhandlungen), so ist das auch in der Familie glücklicherweise der Fall. Selbstverständlich brauchen Kinder Grenzen - aber ohne Gewalt, Eltern 2013 sollten dazu fähig sein. Ich nehme da Kalle in #19 als gutes Beispiel.
Literatur gibt es dazu noch und nöcher und die besteht bei weitem nicht nur aus Kuschelpädagogik.
 
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  • #46
Ich (w, 29) bin der Meinung, dass ein Klaps oder ne Ohrfeige noch keinem geschadet haben. Alles andere ist weichgespültes, antiautoritäres Sozialromantikgesülze. Kinder dürfen sich nicht alles erlauben, sondern brauchen klare Grenzen.

Eine Ohrfeige schmerzt nicht nur körperlich, sie brennt noch viel tiefer in der Seele.
Es ist eine sehr große Demütigung der Person, die geohrfeigt wird. Für Kinder genauso wie für Erwachsene.
Empfindest du es denn nicht so, jedesmal, wenn dein Partner dich ohrfeigt? (Ich gehe jetzt mal davon aus er tut es regelmäßig und für dich ist das in Ordnung, da du diese Art der Durchsetzung gegen körperlich schwächere ja als legitim empfindest).

Ich vertrete da eine andere Meinung.
Der moderne Mensch sollte eigentlich dieses Erbe aus der Steinzeit langsam abgelegt haben, dass der körperlich Stärkere seinen Willen eben mit Gewalt durchsetzt.
Schlagen ist primitiv.
Einen Menschen den man liebt, den schlägt man nicht. Und eine Ohrfeige tötet sehr viel von der Liebe und dem Vertrauen eines Kindes gegenüber der schlagenden Person.
Insbesondere, wenn es Erwachsene sind, die ein wehrloses und ausgeliefertes Kind schlagen.

Schrecklich, dass es in unserer zivilisierten Welt immer noch so zurückgebliebene Neandertaler gibt, die in einem Kind ihr persönliches Eigentum sehen, dass sie nach Belieben mißhandeln können. Die Quittung werden sie bekommen, wenn diese Kinder erwachsen sind und sich abwenden. Aber dann sie die Kinder auch noch böse, weil sie ja so undankbar sind...

In einem anderen Thread liest man gerade von einem Mitarbeiter eines Altersheimes, dass viele alte Menschen von ihren Kindern kaum oder gar nicht besucht werden. Man sollte diese mal fragen, wieviele von ihnen ihre Kinder früher geschlagen haben.
Ich denke, da liegt die Ursache begraben.

Eltern, die ihre Kinder in Liebe großziehen werden auch ein Leben lang zurück geliebt.
Eltern die schlagen säen Hass und Abneigung.

Darüber solltest du mal nachdenken, wenn du dein Kind das nächste mal schlägst.
 
  • #47
Kinder, die geschlagen werden, verstehen meist gar nicht,warum das mit ihnen passiert. Sie könnten nicht begreifen, wieso die Eltern ihnen wehtun. Die Folgen der Gewalt wirkten noch lange nach. Gewalt ist immer schlimm, weil es mit körperlichen Schmerzen verbunden ist. Das ist auch für Erwachsene nicht schön, aber Kinder können nicht verstehen, warum man ihnen Schmerzen zufügt. Sie sind kognitiv - also vom Kopf her - gar nicht so weit,das nachzuvollziehen. Schläge entstehen ja häufig auch sehr impulsiv, so dass selbst die Eltern nachher oft nicht wissen, warum. Die Schläge haben gesundheitliche und seelische Folgen. Meistens wird auch das Selbstwertgefühl der Kinder sehr geschädigt. Sie fühlen sich nicht geliebt und können das Gefühl der Geborgenheit verlieren. Kinder lernen durch diese Erfahrungen, dass Schläge okay sind und geben dieses Muster dann als Erwachsene an ihre Kinder oder andere weiter. Das wirkt sich später auf ihr Privatleben aus. Jemand, der mit Schlägen aufwächst, kann meist keine normale Beziehung zu anderen aufbauen. Sie versuchen dann wahrscheinlich auch den Partner runterzusetzen, um sich selber wieder groß, stark und mächtig zu fühlen. Man sollte generell keinen Klaps geben und auch nicht auf die Finger hauen. Alles, was den Kindern wehtut,sollte man unterlassen. Das Gedächtnis fängt zwar erst später an, doch irgendwo im Unterbewusstsein bleibt das stecken. Zudem ist jede körperliche Gewalt gegen Kinder mit einer großen Enttäuschung verbunden. Sie beziehen das erst einmal auf sich: "Ich habe etwas gemacht, das nicht in Ordnung ist." Sie fühlen sich als Versager. Es ist für Kinder auch eine große Demütigung, gerade wenn sie eine Ohrfeige ins Gesicht kriegen. Gewalt fängt aber auch schon verbalen, mit ewigen Schimpfwörtern, die sie zu hören bekommen wie "Du Taugenichts" oder "Du bist nichts wert". Auch verbale Gewalt ist für Kinder sehr schlimm. Wenn jemand etwas Verletzendes sagt, kann sich das wie ein Peitschenhieb anfühlen.

Ganz wichtig: Immer mit den Kinder reden, reden, reden.Kinder verstehen das mit Worten besser, auch wenn sie kleiner sind, als mit Taten. Man sollte den Kindern immer eine Erklärung abgeben. Bestrafen im psychologischen Sinne bedeutet nicht, Schmerzen zuzufügen. Natürlich muss man Kindern auch Grenzen setzen. Man kann ihnen auch mal eine Belohnung wegnehmen.Dann dürfen sie abends mal nicht in ihrem Lieblingsbuch lesen oder müssen mal früher ins Bett. Wichtig ist es, mit den Kindern zu reden und ihnen Konsequenzen aufzuzeigen."
 
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  • #48
Ich habe 3 Kinder großgezogen und es gab in all den Jahren nicht eine einzige Situation die Gewalt erfordert hätte, weder physisch noch psychisch. Ich gehe auch heute noch dazwischen, wenn ich fremde Eltern dabei erwische ihren Kindern Gewalt anzutun, armselig.

M49
 
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  • #49
Ich würde mir wünschen, gegen Gewalt gegen Kinder würde wenigstens so vorgegangen wie gegen das Rauchen oder gegen Prostitution.
Also das man das gesellschaftlich immerhin kritisch diskutiert und teilweise ächtet.
 
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  • #50
Kinder schlagen als Erziehungsmaßnahme? Absolut indiskutabel. Es ist einfach überhaupt nicht in Ordnung, Gewalt gegenüber Schwächeren anzuwenden, erst Recht nicht, wenn es Schutzbefohlene sind, die keine Chance haben, sich zu wehren. Ich habe eine Freundin, die mit geistig behinderten Kindern arbeitet. Ihr Großvater, um die 80, meinte auf ihre Beschreibungen, dass manche Kinder mit geistiger Behinderung mit 14 eben erst lesen könnten wie mit 6 nur, damals in der Schule wären Kinder, die zu faul zum lernen gewesen seien, eben einfach ein paar Mal geschlagen worden. Wirklich, tolle Option. Wenn meine Freundin das machen würde und Maßstäbe von normalen Schulen anwenden würde, wären die Kinder nach, hm, ein, zwei Wochen tot.
 
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  • #51
Gewaltanwendung ist ein absolutes Armutszeugnis.

Es gibt Leute, die rechtfertigen Gewalt, weil ein Kind "schlimm" sei, z. B. weil ein Kind schreie.

Es werden alao lautes Schreien und Gewalt entgegengesetzt.

Solche Leute haben sind schlicht mit den normalsten Dingen überfordert. Was sollen Lehrer sagen, wenn Kinder schreien? Betreuer von Schwererziehbaren? (Gut, auch da passieren unangemessene Dinge, aber nur, solange es nicht an die Öffentlichkeit gerät, wie man aus den entsprechenden Nachrichten entnehmen kann.)

Fakt ist, die Öffentlichkeit toleriert diese Gewalt nicht. Und manche Mutter oder Vater, die durch ein schreiendes Kind überfordert ist, sollte sich vielleicht mal eine anspruchsvollere Berufstätigkeit suchen, um ein bisschen die Verhältnismäßigkeit zu sehen. Nicht selten sind dies Menschen, die sich eigentlich unglaublich viel Zeit für die "Erziehung" nehmen, die dann zu solchen Mitteln greifen. Weil sie überhaupt nicht mehr belastbar sind.
 
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  • #52
Bei vorsätzlichen Grenzüberschreitungen war in meiner Kindheit und Jugend (80er/90er Jahre) eine Ohrfeige (leicht ausgeführt, ohne Bluterguss) mit anschließendem kurzem Zimmerarrest ("zum Nachdenken") die Konsequenz, wenn mündliche Ermahnungen nicht gezogen haben. Beispiel: Kind sitzt bei einer Familienfeier an der gedeckten Tafel und provoziert die Erwachsenen immer wieder mit Furzgeräuschen. Oder: Kind wird wiederholt (!) von der Polizei nach Hause gebracht, weil es trotz normalem Taschengeldbezug im Kaufhaus beim Klauen erwischt wurde.

Vorgekommen ist so eine Bestrafung ein- bis zweimal im Jahr und war aus heutiger Sicht vollkommen berechtigt und auch nicht entwürdigend. Dafür gab es jedoch nie Liebesentzug, Bloßstellungen, Beleidigungen und andere angeblich "gewaltfreie" Maßnahmen.

m35
 
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  • #53
Meine Kinder sollen keine Grenzen kennen.
Meine Kinder dürften überall herumspringen, wo sie wollen und sich austesten und den Ton angeben dürfen.
Also insgesamt kann ich dir zustimmen und Gewaltanwendung gegenüber Kindern geht einfach mal gar nicht.

Allerdings hat mich das mit den Grenzen stutzig gemacht. Ich habe im sozialen Bereich gearbeitet in dem ich mit vielen Jugendlichen zu tun hatte, die gar keine Grenzen kannten und niemanden respektierten. Damit macht man es dem Kind auch nicht leicht, da es nie lernt Grenzen, v.a. des Gegenübers zu erkennen oder zu akzeptieren. Dann wird es auch schweirig mit dem Chefsessel, da diese Jugendlichen sich schon vor Beginn ihrer "Karriere", selbst ohne richtigen Schulabschluss als "Chef" betrachten und sozial komplett inkompetent sind.
Ich denke Grenzen sind wichtig, doch sie können und sollen auch ohne Gewaltanwendung gezogen werden.

Ich wurde als Kind geschlagen (Eltern, Kindergarten), egal ob angeblicher "Klaps" , "Ohrfeige" oder anderes, ich habe mir alles gemerkt und es blieb hängen. Eine Ohrfeige empfand ich sogar als das schlimmste überhaupt. Oder geschüttelt zu werden, weil ich dann nicht atmen konnte. Für mich war jede Gewaltanwendung demütigend, ungerecht und hat mein Urvertrauen in meine Eltern bzw. Umwelt verletzt. Nicht nur verletzt, ich habe diese Personen nicht nur gefürchtet, weil ich wehrlos war, sondern gleichzeitig verabscheut dafür, auch meine Eltern innerlich. Mir war damals schon bewusst, dass es falsch ist, was diese Personen machen und ich war erstaunt wie ungerecht und dumm Erwachsene sein können. Ich kann mich noch sehr genau an meine allererste Ohrfeige erinnern, es war sehr traumatisch, ich war drei Jahre alt. Wer also hier meint, es mache nichts aus, der lügt bzw. belügt sich selbst.
 
  • #54
Ok, ich habe manchmals Hiebe bekommen (immer verdient) nach Euren Theorien müsste ich also einen schweren Schaden davongetragen haben.... Ok, darüber kann man streiten aber ich empfinde es nicht so

Dennoch habe ich meine Kinder nie geschlagen- das hab ich dann schon besser hinbekommen.

Aber
Meine Kinder sollen keine Grenzen kennen.
Meine Kinder dürften überall herumspringen, wo sie wollen und sich austesten und den Ton angeben dürfen. Ich will keine dummen Esel erziehen und ich will NICHT, dass meine Kinder so gemobbt werden, wie ich als Kind damals gemobbt wurde, weil ich zu schüchtern und ängstlich war.

Yep, solche hab ich schon als Schüler kennengelernt- das waren die mobber. Und später auch- ich muss Dir da eine Illusion nehmen- in einem Chefsessel hab ich solche nicht gesehen. Allerhöchstens als Chefle, aber spätestens wenn Sie dann die Grenzen gegenüber Ihrem Chef verletzt hatten war Feierabend (zumeist haben den dann aber seine Mitarbeiter vorher auflaufen lassen).

Keine Grenzen heisst ja auch keine anzuerkennen die anderen für sich selbst gesetzt haben.

Ich würde mir das nochmals überlegen- oder bist Du einfach nur zu bequem Dir die Arbeit zu machen Deinen Kindern auch klarzumachen dann es Grenzen gibt? Das kann man diesen nämlich auch mit nicht-schlagenden Argumenten beibringen. Ist aber ein bisschen Aufwand
 
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  • #55
Zum einen ist es egal, ob MANCHE der Meinung sind, sie hätten keinen Schaden davongetragen, das widerspricht in keinster Weise der Tatsache, dass anderen einen Schaden haben können, ergo, Gewalt schädlich sein kann, und in schlimmer Form in jedem Fall ist.

Zum andern kann man unter Grenzen setzen ganz unterschiedliches verstehen. Eltern setzen ihren Kindern automatisch Grenzen, indem sie mit den Kindern zusammenleben. Es sind die gleichen Grenzen, die man jedem Menschen gegenüber hat, man lässt sich nicht schlagen, zu jeder Zeit stören, seine Sachen nicht kaputtmachen usw. So etwas muss man aber auch gar nicht als "Grenze" bezeichnen, sondern kann es auch sozialen Umgang miteinander nennen.

Das Problem bei Grenzen ist, dass manche einen sehr spießigen Blick davon haben, welche Grenzen man speziell Kindern setzen müsse, damit sie das "Prinzip Grenze" lernen. Das müssen sie aber nicht extra lernen, sondern lernen es automatisch dann, wenn es nötig ist. Sachen zerstören, geht z. B. nicht, dann wird das Gegenüber sauer. So lernt man.

Und wenn manche mit Beispielen von "schlimmen Kindern" kommen, die auch nicht erfolgreich werden, Erfolg kann man zum einen auf unterschiedliche Weise haben, zum anderen kenne ich zwanghaftes Grenzen setzen eher von einfachen Leuten, denen auch kein Streit zu schade ist, um ihr Prinzip durchzusetzen. Es gibt auch guterzogene Kinder, aus gut gesitteten Familien, die eben kein Grenzsetzprogramm haben, sondern ziemlich frei aufwachsen, und sich hauptsächlich im positiven Sinne an dem guten Benehmen der Eltern orientieren. Sie merken, wie man Konflikte klärt, wie man mit anderen umgeht usw., und zugleich haben sie ein Recht, ihre eigene Individualität zu entwickeln. Was auf keinen Fall notwendig ist, ist sich auf das Negative zu konzentrieren und möglichst pingelige Grenzen zu setzen, damit auch jedes Kind lernt, dass es Grenzen gibt, obwohl gar keine Notwendigkeit besteht.

Dass sie herumspringen, und ihren eigenen Ton entwickeln und auch mal den Ton angeben, finde ich überhaupt nicht schlecht. Das sind keine Grenzen, die man setzen muss. Zu viele Grenzen führen in der Tat zu begrenzten Menschen, die Angst haben, jemals eine Grenze zu überschreiten, etwas zu tun, dass sie nicht schon tausend mal geübt haben, usw. Und manche merken nicht einmal, in welchen Grenzen und Zwängen sie stecken. Ich kann somit die Vorposterin, die sich mit Grenzen zurückhält, bestens verstehen.
 
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  • #56
"Grenzen setzen" und Gewalt hat nichts miteinander zu tun. Der Mann, der mich gezeugt hat, war auch immer der Meinung, er würde nur "die Ordnung" durchsetzen und dafür bräuchten alle in der Familie mindestens alle zwei Wochen eine "ordentliche" Tracht Prügel sowie zwischendurch, wenn die Ordnung nicht eingehalten wurde z.B. als er einmal seinen Radiergummi nicht gefunden hat. Man glaubt nicht, wie verzweifelt ich nach dem Radiergummi gesucht habe. Irgendein anderer Radiergummi tat es natürlich nicht, weil es ums Prinzip, um die Ordnung ging. Nach Stunden wurde der Radiergummi dann im Aktenkoffer des Vaters gefunden.

Die erste Ohrfeige kam aber von der Mutter, als ich noch keine drei Jahre alt war. Kann mich auch noch sehr gut daran erinnern.

Bei mir hatte das ganze bewirkt, dass ich unheimliche Angst hatte, etwas falsch zu machen.
Als ich dann nach dem Abitur zu Hause ausgezogen bin und eine Ausbildung gemacht habe (natürlich Banklehre, weil der Vater Banklehre "sehr ordentlich" fand), hatte ich nach ein paar Wochen das erste Ausbildungsgespräch mit meinem ersten Ausbilder und der sagte: "Sie dürfen Fehler machen. Das gehört dazu." Fand ich sehr nett von ihm.

m
 
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  • #57
Auch mir haben Schläge als Kind massiv geschadet, auch wenn es sicherlich nicht oft vorkam. Aber ganz habe ich das nie überwunden und leide bis heute darunter. Ich finde es grundfalsch ein Kind zu schlagen, egal aus welchem Grund! Grenzen setzen, bzw. ein Kind zu erziehen geht auch ganz anders. Letztlich muss man vor allem ein gutes Vorbild sein. Mein Sohn wollte bspw. in der Kita beim Essen rumlaufen. Konnte ich mir nicht erklären, denn zu Hause bekommt er nur was zu Essen, wenn er im Hochstühlchen sitzt. Bis mir auffiel, dass er häufig mich sieht, wenn ich zwischendurch mal eben in aller Eile was esse. Klar habe ich ihm dann auch mal ein Stück in den Mund gesteckt.... Seither essen wir alle nur noch am Tisch (wir auch). Nach zwei Wochen hatte sich das Problem komplett erledigt. Ich denke Eltern sollten öfter bei sich selbst anfangen. Ist natürlich nicht ganz so leicht und bequem wie draufschlagen..... w 40
 
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  • #58
Bei mir hatte das ganze bewirkt, dass ich unheimliche Angst hatte, etwas falsch zu machen.
... nach ein paar Wochen das erste Ausbildungsgespräch mit meinem ersten Ausbilder und der sagte: "Sie dürfen Fehler machen. Das gehört dazu."

Fehler machen zu dürfen, finde ich eine sehr wichtige Lehre. Angst vor Fehlern lähmt, und die, die gelernt haben, Mut zu Fehlern zu haben, sind viel aktiver und erfolgreicher in dem, was sie tun, als solche, die zu kleinlichen Zwängen erzogen wurden, (wenn sie diese nicht irgendwann überwinden).

Letztlich muss man vor allem ein gutes Vorbild sein. (...) Ich denke Eltern sollten öfter bei sich selbst anfangen. Ist natürlich nicht ganz so leicht und bequem wie draufschlagen.

Sehe ich auch so. Eine Vorbildfunktion ist viel wichtiger als Strafen. Deshalb ist Schlagen paradox. Die Kinder lernen: Wenn einem etwas nicht passt, man sich nicht durchsetzen kann, schlägt man drauf oder rastet aus. Andere, sozial adäquatere Techniken werden dann als Kind nicht gelernt.

Es ist sowieso ganz und gar sinnlos, ein falsches Verhalten zu bestrafen und kein positiveres, richtiges entgegenzusetzen. Vielleicht fehlt dem Kind ja auch einfach die Alternative zu dem unerwünschten Verhalten. Vor allem die muss man mal vermitteln.
 
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  • #59
Natürlich ist es indiskutabel, Kleinkinder zu schlagen. Das ist ein Zeichen der Hilflosigkeit und oft dem Umstand geschuldet, dass das Kind im Alltag möglichst perfekt zu funktionieren hat.

Es macht hinsichtlich der Strafe aber einen großen Unterschied, ob das Kind Fehlverhalten zeigt, weil es etwas nicht besser kann oder weiß (z.B. vierjähriges Kind uriniert nachts manchmal noch ins Bett) oder ob es vorsätzlich wider besseres Wissen handelt (z.B. zwölfjähriges Kind beleidigt eigene Mutter mit Fäkalausdruck unterster Schublade). In letzterem Fall finde ich es absolut richtig, wenn das Kind auf der Stelle Konsequenzen spürt (am besten gleich in Form einer saftigen Ohrfeige von der Beleidigten). Insofern stimme ich Gast 51 zu. Antiautoritäres Ausdiskutieren ist dann wohl eher nicht zielführend.

Unsere Rechtsordnung sieht ja schließlich für das Kind später auch Strafen bei vorsätzlichem Fehlverhalten vor.

m
 
M

Mooseba

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  • #60
Keine Grenzen heisst ja auch keine anzuerkennen die anderen für sich selbst gesetzt haben.
Na dann ist ja alles gut mit mir. Uns wurden Grenzen gesetzt. Verbunden mit Belehrungen moralischer Natur: "Du musst so leben. Du darfst dies nicht. Wie die anderen leben und ihre Kinder (die heute deutlich gelassener und erfolgreicher sind als ich) erziehen, ist falsch. Es geht im Leben eh immer um Richtig oder Falsch." Die Grenzen der Freiheit waren stets wichtiger als die Freiheit selbst. Ich bin sehr freiheitsbefüwortend, aber ich bin eigentlich froh, wenn ich wenig Auswahl habe. Das ganze noch verbunden mit Ängsten und kaum Antrieb. Dafür bin ich ein Meister darin, wenn es darum geht, sich zu etwas zu zwingen. Da würde ich so manche hier schlagen. Aber das Gut-drauf-sein kann man nicht erzwingen. Und das An-sich-arbeiten, was ja hier so oft empfohlen wird, ist für mich auch nur ein Sich-zwingen, ein Sich-quälen, Leiden, aber kein Spaß. Ich habe vor allem gelernt, dass es im Leben nicht um Spaß und Freude geht. Mir wurde gesagt, dass man sich gefälligst zu freuen hat.
 
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