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Apollo

  • #61
An #59

Das sind keine "Knigge-Regeln", liebe Frederika, sondern europäische Standards (also nichts Außergewöhnliches), die du von mittlerer Mittelschicht bis zur Aristokratie in ganz Europa antreffen kannst. Etwas Verräterisch finde ich schon die süffisante Herablassung über solche wichtigen Verhaltensweisen, die, wenn sie fehlen, die anders geartete gesellschaftliche Herkunft offenbaren und sehr negativ ankommen bei jenen, die darauf wertlegen. Die Art, wie man sich benimmt, ist ein Statement für und gegen etwas zugleich.
 
G

Gast

  • #62
Alex

Bei allen Vorstellungen, was spießig ist oder nicht oder darüber ob sich die Eine oder der Andere "alt" fühlen gilt doch aber, nur wer die Regeln kennt, kann sie brechen!

Soll heißen, dass ich bspw. aus beruflichen Gründen oft Protokollseminare etc. besuchen musste - in der Tat wirkt vieles davon antiquiert und verlangt an dieser Stelle von allen Beteiligten ein sozial-intelligentes Verhalten / eine sozial-intelligente Anwendung.

Bei mir ist es so, dass mir mein Benehmen (Tür, Stuhl, Mantel, zuhören, was gewählt wurde und die Bestellung aufgeben...) gar nicht mehr auffallen, weil sie irgendwie total „drin sind“. Aber es wird mir dann oft als Feedback gespiegelt, dass es wohl gut ankommt. Ich kenne Menschen, die kaufen sich Bücher darüber, wie Sie Ihren Partner besser verstehen können, wie sie an die Seele ihres Haustieres kommen und, und, und - nur für mich kaufen sich die Menschen gefühlt zu wenig Literatur darüber, wie man(n) gesittet miteinander umgeht oder zelebrieren Halbwissen.

Irgendwie scheint es oft, dass wir den intuitiven Umgang miteinander verlernt haben - im Internet übertrieben freundlich und in der Realität...

Also, viel Spaß
 
  • #63
@#60: Alles klar. ;-) Nicht jeder gehört zur Aristokratie, sag ich da mal so einfach. Und steht ihr auch nicht näher, weil er deren Regeln nachäfft.

Was ist denn Deine Meinung und Begründung zum Treppenproblem. Das hast Du interessanterweise ausgelassen...
 
G

Gast

  • #64
Zu guten Manieren gehört für mich neben dem allen was hier so geschrieben steht auch eine gepflegte und manierliche "Streitkultur" - oder auch "anderer Meinung sein"
man hoffe und vertraue, dass dies wohl in der ersten Verliebtheit erst gar nicht erscheint -


Zunächst gehört Empathie, bedingungslose positive Wertschätzung und Kongruenz zu guten Manieren - dann ergibt sich alles andere von allein -
 
G

Gast

  • #65
Wenn das Beurteilungsraster wie bei Alexandra schon im Ansatz falsch ist (Treppenregel), wird es jeder stilsichere Mann schwer haben bei ihr. Aber das war ja dann auch ein Kriterium für den Mann.
 
G

Gast

  • #66
Hallo
Meine persönliche Stellungnahme:
Ich möchte wissen, dass der Mann, mit dem ich ausgehe, sich zu benehmen weiß, aber das möchte ich nicht vorgeführt bekommen. Es ist in Ordnung, wenn er sich auskennt und Benimmregeln geschäftlich benötigt, aber, wenn jemand mir die Tür öffnet, mich chauffiert oder mein Bier bezahlt, habe ich das Gefühl, er unterstelle mir eine Unfähigkeit. Ich nehme das keineswegs als Höflichkeit wahr. Ich freue mich, wenn beide Geschlechter respektvoll miteinander umgehen.
 
G

Gast

  • #67
Als ich den Rüpel kennenlernt, dachte ich erst, der sei "witzig" kokett, ein bisschen frech
wie Brad Pitt eben nicht konventionell, gut im Bett,
als er dann mit einer sms die einjährige Beziehung einfach wegknipste, obwohl noch jede Menge Konzerte, gemeinsame Einladungen und Klamottentransfer bestand, fand ich das
nicht mehr witzig und
muss rückblickend sagen, dass ich seitdem die Rüpel links liegen lasse
 
  • #68
#65 du bestellst ernshaft bier?
 
I

Ingeborg

  • #69
Jessasmaria Thomas - (m)ein Landsmann!! -.... dieses Thema haben wir schon ausgiebig diskutiert (gehört jetzt auch garnicht zum Gentleman oder Rüpel!)! Ich denke, Du möchtest provozieren!? *g* JA, es gibt Frauen, die ernsthaft Bier bestellen und auch genießen. Du trinkst eben Deinen Almdudler, na und? Jedem das Seine!
Nix für ungut!
 
  • #70
#68 Ingeborg, es ist schon eine benimm frage, da bier einen intensiven geruch hat. Genau so wie man keine stark knoblauchhaltigen speißen bestellt oder sich einen stinkkäse aufs brot legen läßt.
ich trinke noch nicht mal kaffe wenn mein date keinen kaffee mag. sorry, so wurde ich erzogen.
 
I

Ingeborg

  • #71
Also Thomas, jetzt übertreibst Du mit der guten Erziehung! Was darf denn frau überhaupt bei und mit Dir trinken?? Kein Bier, kein Wein und sogar kein Kaffee??? Kaffee!!!???? Riecht man(n)/frau da aus dem Mund? Habe ich noch nie gehört - aber frau lernt nie aus. Bleibt ja nicht mehr viel übrig: Wasser, Saft (da schmeckst Du nach Orange, Apfel etc.). Manno... bist ein bisschen schwierig!
 
  • #72
#70 Ingeborg, ich bin leidenschaftlicher kaffeetrinker also bei mir kein fehler, und wenn ich weiß, das frau keinen kaffee trinkt gehe ich in ein teehaus mit ihr.

diese ganzen sachen gelten normalerweise sowieso nur für den mann, der frau sollte es gar nicht auffallen. Wenn zb die frau ein bier bestellt und es ist mir wichtig, das maximum an symphatie herauszuholen, würde ich sogar ein bier mittrinken, nur um ihrem handeln normalität zu verleihen und eine gemeinsame handlung zu schaffen.
 
G

Gast

  • #73
oooooh Thomas, bist ja doch nicht so ein "Miesepeter", wie Du Dich so manchmal hier darstellst *g*! Hast ja richtig Pluspunkte bei mir gesammelt. ..... Bleib charmant mein Lieber... kein Kommentar ob Du Wert drauf legst oder nicht!
Ingeborg
 
G

Guest

  • #74
#50:

Dass der Herr nach der Dame die Treppe hinaufgeht, ist mir neu. Beim Runtergehen - ja. Wegen dem Umfallen bzw. Ausrutschen - ja.

Aber beim Raufgehen geht der Herr vorne oder seitlich, keinesfalls hinter ihr. Heraufgehen müsste die Frau mittlerweile können - auch mit Absätzen.
Es geht bei dieser Regel darum, dass insbesondere die rock- oder kleidtragende Dame ihre Reize von ihrer Begleitung nicht begutachtet haben will, nur weil eine Treppe bewältigt werden muss.

Und die Begleitung hat selbstverständlich auch kein Interesse, unter irgendwelche Röcke zu gucken - und geht deshalb vor.
 
G

Gast

  • #75
Mir tun wirklich die Männer leid! Die kennen sich ja gar nicht mehr aus, schliesslich sieht man der Begleitung ja nicht an, ob sie in den Mantel geholfen bekommen möchte oder dies als angestaubtes Getue einordnet.
Na klar kann ich meine Türen selber aufmachen. Ich kann auch eine Bohrmaschine selber bedienen und viele andere Dinge auch. Aber es ist doch schön, wenn ein Mann zumindest versucht, gute Manieren zu zeigen! Mir persönlich ist ein Mann lieber, der mir die Tür öffnet anstatt zuerst durchzugehen und sie mir in´s Gesicht fallen lässt (alles schon vorgekommen!). Was vergibt sich eine Frau dabei, dies mit einem Lächeln und einem "Danke" zu kommentieren! Ist doch nett!

Und ja, der Herr geht keinesfalls nach der Dame die Treppe hinauf.
 
  • #76
@#73: Genau so kenne ich die Regel auch, wie in #59 bereits gesagt habe.

Aber daran sieht man ja gerade die Antiquiertheit: Wenn die Regel Sinn ergeben soll, müßte die Dame gerade einen Rock anhaben. Geht sie wie der Herr in Hosen, dann kann man die Treppenregel ignorieren. Wer das nicht tut, handelt nicht etwa höflich, im Sinne von dem anderen das Leben angenehm machend, sondern nur formal-gezwungen, im Sinne von "egal warum, ich hab's so gelernt".

Viele Höflichkeitsregeln sind sinnvoll, z.B. Pünktlichkeit, nicht dazwischen zu reden oder die Tür aufhalten. Manche sind sinnvoll, wenn die Situation paßt, z.B. keiner Frau im kurzen Rock auf der Treppe direkt hinterher gehen. Aber warum sich steif an Regeln halten, wenn sie in der konkreten Situation eben gerade keinen Sinn ergeben?
 
G

Gast

  • #77
Die Regel, daß die dame zuerst die Treppe hochgeht, stammt noch aus einer Zeit, als man die Knöchel einer Frau nicht sehen durfte ...

Ich stimme denjenigen zu, die meinen, daß man ja nicht gleich ein Etikette-Seminar braucht, bevor man zu einem Date geht! Aber gutes Benehmen und Manieren sprechen für mich für Weltgewandheit und eine gute Kinderstube! Daher sind für mich Schmatzen, Reden mit vollem Mund und Schlurfen auch absolute Killer, was das Thema Beziehung (in welcher Hinsicht auch immer) angeht.
 
G

Gast

  • #78
@76
Danke! Deine Antwort kam meiner Frage zuvor: Um unter Röcke zu sehen hätte sich Freiherr von Knigge schon *sehr* tief bücken müssen - die Begründung konnte es also so nicht stimmen.

@35
Einspruch!
Also als ich mal eine Zeit lang in England wohnte ist mir ganz besonders das allgegenwärtige "pardon me" in jeder möglichen und unmöglichen Situation aufgefallen. Das war schon fast nervig. Bis heute hege ich den Verdacht, wenn ich einem wildfremden Briten auf der Straße einen Tritt verpasst hätte, hätte er sich entschuldigt meinem Fuss im Weg gestanden zu sein. In Deutschland ist die "Entschuldigunsdichte" erheblich geringer.

@all
Es wäre sehr wichtig hier mal klar zu sagen, welche Ausgabe des Knigge denn nun die allein seligmachende ist. Meines Wissens hat sich der Inhalt dieses Gesetzbuches in jeder Ausgabe geändert - ist für jeden vernünftigen Verleger mit Marketingambitionen ist das ja auch eine Selbstverständlichkeit.
 
G

Gast

  • #79
"Rüpel" sind schon seit dem Mittelalter überholt! Und mit so einem im Bett kann man auch nichts anfangen.Es gibt ohnehin leider genug Männer, die glauben, dass ein Porno die ideale Lernoberfläche für den Umgang mit Frauen ist.

Mann sollte einfach höflich und zuvorkommend sein. Und vor allen Dingen authentisch. Aufgesetztes"Möchtegern-Gentelman-Gehabe" fällt jeder Frau sofort auf!
 
G

Gast

  • #80
Anerzogene Verhaltensweisen

Die Bezeichnung als Gentleman an sich ist schon daneben, denn diese stammt aus einer Zeit vor Emanzipation und Gleichstellung, aus einer Zeit in der es Männerberufe und Frauenberufe gab, einer Zeit in der Männer die Frauen noch in den Himmel heben mussten um Respekt und Achtung zu zeigen.
Fakt ist Frauen wollen Gleichheit, aber wollen sie auch gently sein?
- eine Frau die dem Mann den Stuhl zurecht rückt?
- eine Frau die dem Mann die schweren Einkaufstüten abnimmt?
oder mein Lieblingsbeispiel:
- eine Frau die ihren Mantel über die Pfütze legt, sodas der Mann trockenen Fußes laufen kann?
Eben nicht, es ist einfach eine anerzogene Verhaltensweise der alle Männer entsprechen sollen.
Angenommen der Begriff und die Definition Gentleman würden nicht existieren, wie würden sich Mann/Frau in der heutigen Zeit verhalten um dem anderen zu gefallen?
Beantworte dir selbst diese Frage und du weist wie du dich zu verhalten hast.

an alle die nicht an anerzogene Verhaltensweisen glauben folgender Test:

6 x 7 = 42
3 x 5 = 15
8 x 4 = 30
3 x 9 = 27
6 x 2 = 12

was fällt dir auf?



wie den anderen 99% wird dir aufgefallen sein das nur 1 Ergebnis falsch ist, denn nur 1% der Menschen würden zuerst die richtigen Ergebnisse zählen
 
G

Gast

  • #81
Mir ist es sehr wichtig, dass ein Mann ein Gentleman ist und nicht vorübergehend um zu beeindrucken einen Gentleman "spielt". Im Gegenzug ist es auch unerlässlich eine Lady zu sein oder ladylike zu Handeln!
 
V

VirginiaWoolf

  • #82
@#77 Ich bin für das Original: Über den Umgang mit Menschen, 1788
Späteres ist zum großen Teil nur Aufgesetztes (Manager-Knigge).
Benehmen im Ausland entsprechend der da vorherrschenden Sitten ist allerdings wichtig,
nur dafür sollte man nicht den Namen "Knigge" missbrauchen.
@all
Ich mag auch als selbstbewusste Frau, dass mir ein paar "altmodische", höfliche
Gesten von den Herren entgegengebracht werden
Ich mag ganz und gar nicht, wenn mir die Studiosi(w, m) die schweren Türen/Schwingtüren
vor den Kopf knallen und ich überall, vor allem, in Restaurants, Zügen... ständig
Zeuge dauerhafter, intimer Telefonate von Männlein oder Weiblein sein muss.