• #31
Ich kenne das aus dem Bekanntenkreis und finde es höchst befremdlich. Wie oben schon jemand geschrieben hat: Es geht hier keineswegs um die Privatsphäre der Paare untereinander, sondern um die der dritten involvierten Seite. Wenn ich mit jemandem in Social Networks bekannt bin, heißt das nicht, dass ich auch mit seinem/ihren Partner bekannt sein möchte. Wenn ich ev. vertrauliche Mails schreibe, will ich nicht, dass sie automatisch von Angehörigen gelesen werden können. Dass ich diesen Fusionierungsanspruch, der sich als demonstratives "Wir haben keine Geheimnisse voreinander" tarnt und wie eine Monstranz vor sich hergetragen wird, ohnedies nicht nachvollziehen kann, steht auf einem anderen Blatt. w,48
 
  • #32
Ich finde klar definierte Familien-Accounts oder -emailadressen ok.

Die Nutzung des Accounts des Partners fände ich seltsam und nur in Ausnahmesituationen verständlich, zb. wenn gerade eben das eigene Handy oder der PC kaputt gegangen ist und eine wichtige Info zu verschicken ist.
 
E

Elissa

  • #33
Die meisten scheinen extrem vertrauensselig zu sein. Wenn ich einer Person etwas mitteile (egal ob elektronisch oder wie auch immer) geh ich davon aus, dass er oder sie das weitererzählen könnte (dem Partner, einer anderen Freundin oder Tante Lisbeth). Wenn ich jemanden bitte, eine Information vertraulich zu behandeln, kann ich nur hoffen, dass er meine Bitte respektiert. Redeverbot kann ich niemandem erteilen.That´s life. Die meisten Tratsch- und Klatschgeschichten entstehen, weil die Leute Vertraulichens eben nicht vertraulich behandeln. Da kann man zwar über den Sinn einer weiteren Freundschaft nachdenken und diese gegebenenfalls beenden, aber dann ist das Kind bereits in den Brunnen gefallen. Ich kann aber auch nicht nachvollziehen, warum man einer Freundin über seine Menstruationsbeschwerden mailt oder whatsappt (# 25 Andriana). Da nimmt man (frau) ´ne Schmerztablette oder legt sich ´ne Wärmflasche auf den Bauch und gut ist. Das muss die Welt doch nicht wissen.
 
M

Meeresrauschen

  • #34
Ich stimme Andriana zu. Wenn ein Paar einen gemeinsamen Account nutzt, muss der auch so gekennzeichnet sein, damit eine 3. Person weiß, dass beide Partner hier mitlesen und antworten. Ich wusste ja nicht, dass meine Tante den Account meines Onkels nutzt. Es ist auch egal ob es hier um Onkel, Tanten, Bruder oder andere Personen geht.
Es geht doch ums Prinzip: das Vertrauen ist erloschen und ich werde keine allzu privaten Texte mehr schreiben.
Ich selbst möchte auch nicht, dass mein Partner in mein Handy schaut. Es ist meine Privatsache und ich würde umgekehrt auch nicht in seinen Sachen schnüffeln.
Ich denke, dass in einer Beziehung, in der beide Partner alles vom anderen lesen/sehen/wissen dürfen, etwas nicht stimmt. Das eigene Ich wird aufgegeben und somit auch die eigenen Privatsphäre und die eigenen Bedürfnisse.
 
  • #34
Ich Wenn ein Paar einen gemeinsamen Account nutzt, muss der auch so gekennzeichnet sein, damit eine 3. Person weiß, dass beide Partner hier mitlesen und antworten.
In der Realität wird es in der Regel so sein, daß dies bei Personen mit denen vertrauliche / intime / persönliche Nachrichten ausgetauscht wird, bekannt sein dürfte.

Ich gestehe, daß mir der Aspekt der "dritten Person" so nicht bewusst war. Das liegt aber daran, daß es weder für mich - noch in meinem kompletten Freundes- und Bekanntenkreis - üblich ist, tiefergehende Probleme (Stichwort Menstruationsprobleme) über dieses Medium auszutauschen. Dafür gibt es das persönliche Gespräch oder das Telefon, wo ich es für ein Zeichen von Respekt ansehe, sich für die Probleme des anderen ungestörte Zeit zu nehmen.

Eine solche schriftliche Kommunikation ist für mich in diesen Fällen auch relativ "sinnbefreit":
  • viel zu zeitaufwendig (Minuten für das Tippen vs. Sekunden für das gesprochene Wort)
  • hochgefährlich was Missverständnisse und ungewollte Zweideutigkeiten angeht.
Ich denke, dass in einer Beziehung, in der beide Partner alles vom anderen lesen/sehen/wissen dürfen, etwas nicht stimmt.
Das kommt darauf an, wie Beziehung definiert wird - als eine "Gemeinsamkeit zweier Menschen" oder als "Ich plus noch jemand". Hier sehe ich eher Beziehungsfähigkeit als im Müllrunterbringen.

Es ist ja nicht gesagt, daß dann auch alles gelesen / gesehen / gewusst wird - es sollte nur die Möglichkeit dazu bestehen. Extremes Beispiel: Partner liegt nach Unfall kaum ansprechbar im Krankenhaus und kein Zugriff auf Nichts.
 
  • #34
Die meisten scheinen extrem vertrauensselig zu sein. Wenn ich einer Person etwas mitteile (egal ob elektronisch oder wie auch immer) geh ich davon aus, dass er oder sie das weitererzählen könnte (dem Partner, einer anderen Freundin oder Tante Lisbeth). Wenn ich jemanden bitte, eine Information vertraulich zu behandeln, kann ich nur hoffen, dass er meine Bitte respektiert. Redeverbot kann ich niemandem erteilen.That´s life. Die meisten Tratsch- und Klatschgeschichten entstehen, weil die Leute Vertraulichens eben nicht vertraulich behandeln. Da kann man zwar über den Sinn einer weiteren Freundschaft nachdenken und diese gegebenenfalls beenden, aber dann ist das Kind bereits in den Brunnen gefallen. Ich kann aber auch nicht nachvollziehen, warum man einer Freundin über seine Menstruationsbeschwerden mailt oder whatsappt (# 25 Andriana). Da nimmt man (frau) ´ne Schmerztablette oder legt sich ´ne Wärmflasche auf den Bauch und gut ist. Das muss die Welt doch nicht wissen.
Na wenn alle das so locker sehen mit Vertraulichkeit wie du, braucht die Menschheit wirklich keine Intimsphäre.
Ich erwarte schon, dass meine Mitmenschen auch mal eine Information für sich behalten können. Ich erwarte auch, dass ein erwachsener Mensch hin und wieder das Feingefühl besitzt selber zu wissen, was nicht unbedingt für die ganze Menschheit gedacht ist...
 
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  • #35
Also bei älteren Leuten ist es doch schon sehr fortschrittlich, wenn sie überhaupt einen Mailaccount haben. Und natürlich haben die in der Regel nur einen, so wie sich die meisten verpartnerten Menschen auch nur einen Briefkasten und einen Festnetztelefonanschluss miteinander teilen. Ich glaube, manche Singles hier überschätzen einfach ihre Wichtigkeit und die Wichtigkeit ihrer "Geheimnisse".

"Ich erzähle dir -am besten noch ungefragt-die intimsten Dinge von mir, aber deinen doofen Partner will ich nicht kennenlernen und der darf es nicht wissen"- entschuldigung, aber wie albern und kindisch ist das denn bitte ?! Das ist doch einfach nur nervtötend, wenn sich so ein Mensch in eine bestehende Beziehung drängt und den Mangel an eigener sexueller Intimität mit einem Übermaß an "mentaler" und "geschriebener" Intimität, womöglich noch ohne explizite Aufforderung zu kompensieren versucht.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendjemand mit dir um deinen Partner konkurriert. Ich kann mir aber sehr wohl vorstellen, dass man aus Scham dem Freund verschweigt, dass alles kontrolliert wird. Das hat auch nichts mit Singlesein zu tun. Auch in einer Beziehung erwarte ich, dass ich meinen eigenen Bereich habe. Ich habe eher den Eindruck, dass jemand unter extremer Kontrollsucht und Verlustängsten leidet, wenn er sogar meine Nachrichten, mein Handy und meine Post kontrolliert. Manche sind dermassen im Wahn gefangen, dass der Partner noch nicht mal die Tür zur Toilette schließen darf... Mir muss doch als erwachsenen, reifen Frau bewusst sein, dass mein Partner hin und wieder mit einem Freund über Sachen textet, die für mich nicht gedacht sind oder einfach nur uninteressant sind. Sorry, aber wenn mein Partner mit mir liiert ist, sind seine Freunde es nicht! Eine gesunde Beziehung basiert auf Vertrauen - nicht auf Kontrolle...
 
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  • #36
Ich selbst möchte auch nicht, dass mein Partner in mein Handy schaut. Es ist meine Privatsache und ich würde umgekehrt auch nicht in seinen Sachen schnüffeln.
Ich denke, dass in einer Beziehung, in der beide Partner alles vom anderen lesen/sehen/wissen dürfen, etwas nicht stimmt. Das eigene Ich wird aufgegeben und somit auch die eigenen Privatsphäre und die eigenen Bedürfnisse.
Also ich gebe in meiner Beziehung gar nichts auf, schon gar nicht meine eigenen Bedürfnisse und ich bin mir ziemlich sicher das bei uns einiges besser läuft, als in Beziehungen in denen so ein Misstrauen herrscht. Jeder von uns hat Privatsphäre und die wird vom andern auch respektiert. Zusätzlich können wir uns vertrauen und jeder kann die Passwörter des anderen wissen, ohne Angst vor Spionage zu haben. Sorry bei so einer Einstellung läuft wohl eher etwas falsch. Aber jedem das seine. Hier herrscht ja allgemein häufig sehr viel Misstrauen gegenüber dem anderen. Eine glückliche Beziehung funktioniert in meinen Augen anders.
 
  • #36
Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendjemand mit dir um deinen Partner konkurriert. Ich kann mir aber sehr wohl vorstellen, dass man aus Scham dem Freund verschweigt, dass alles kontrolliert wird. Das hat auch nichts mit Singlesein zu tun. Auch in einer Beziehung erwarte ich, dass ich meinen eigenen Bereich habe. Ich habe eher den Eindruck, dass jemand unter extremer Kontrollsucht und Verlustängsten leidet, wenn er sogar meine Nachrichten, mein Handy und meine Post kontrolliert. Manche sind dermassen im Wahn gefangen, dass der Partner noch nicht mal die Tür zur Toilette schließen darf... Mir muss doch als erwachsenen, reifen Frau bewusst sein, dass mein Partner hin und wieder mit einem Freund über Sachen textet, die für mich nicht gedacht sind oder einfach nur uninteressant sind. Sorry, aber wenn mein Partner mit mir liiert ist, sind seine Freunde es nicht! Eine gesunde Beziehung basiert auf Vertrauen - nicht auf Kontrolle...
Mich würde wirklich interessieren was ein freiwillig gemeinsamer Account oder das gegenseitige besitzen der Passwörter mit Kontrolle zu tun hat?
Vielleicht kann das ja mal jemand erklären.
Die Frage war ob ein gemeinsamer Account ein Nogo ist, nicht ob Kontrolle ok ist. Aber anscheinend gibt es in den Köpfen von manchen hier das eine nicht ohne das andere.
Übrigens: auch ich gehe davon aus das vieles was man einer Person erzählt hinterher mit dem Partner besprochen wird. Bestimmt nicht alles und schon gar nicht wenn man um Vertraulichkeit bittet, aber mit Sicherheit einiges.
 
  • #37
Im Eingangspost ging es aber um einen gemeinsam genutzen Account und nicht um Kontrolle- alles andere interpretierst du dir zusammen. Und wer sich über die Toiletten-und Badgewohnheiten irgendwelcher vergebenen Paare Gedanken macht und diese meint kommentieren und interpretieren zu müssen- sorry, aber typischer Fall von bei Langzeit-Singles gerne mal auftretender Übergriffigkeit.
Vielleicht liest du mal zur Erinnerung deine Texte, die du hier hinterlassen hast, statt die deines Partners. :D

Meine Beziehung basiert weiterhin auf Vertrauen und Liebe. Wer sich seines Partners sicher ist, muss nicht kontrollieren und kann die Beziehung genießen. Mich würde es runterziehen, wenn ich wüsste, dass der Partner nur bei mir ist, weil ich ihn kontrolliere. Genau das ist Übergriffigkeit! Wäre lieber Single als mit einer Klette, die vor lauter Unsicherheit keine andere Meinung erträgt und wie ein kleines Kind wild um sich her schlägt. :D

Im übrigen ist Singlesein nichts schlimmes. Im Gegenteil! Ich habe Respekt vor Menschen, die in der Lage sind ihr Leben auch alleine zu leben und zu genießen. Das sind Menschen, die keine kranken Beziehungen erzwingen. ;-)

Wünsche dir von ganzem Herzen, dass du im Laufe deines Lebens die Gelassenheit findest! ;-)
 
  • #38
In meinem Bekannten-und Familienkreis haben ein paar Paare gemeinsame E-Mailaccounts - und dies, weil sie älter sind und sich manchmal auch fast zusammen hinsetzen müssen, wenn was mal wieder nicht klappt. Diese Paare haben seit 40 oder 50 Jahre gemeinsame Konten und alles, dort finde ich den gemeinsamen Account fast normal, gerade um mal Familienbilder usw. zu senden.
Ich schreibe dann Onkel und Tante auch direkt zusammen an, das passt für alle.
Aber wenn ich einer gleichaltrigen Freundin etwas schreiben würde dann wäre ich sehr erstaunt wenn der neue Partner direkt mitliest - und auch das ist mir einmal passiert! Er hat mich dann sogar auf mein gesundheitliches Problem angesprochen, ich habe sie dann darauf angesprochen und sie meinte, das wäre normal in einer Beziehung. Nun, für mich war es das nach 6 Wochen nicht, ich habe dann angerufen wenn ich von ihr was wollte und fertig.
Von dem her: ich kenne beides und respektiere es auch aber gemeinsamer Account geht nur bei alten Paaren.
 
E

Elissa

  • #39
Na wenn alle das so locker sehen mit Vertraulichkeit wie du, braucht die Menschheit wirklich keine Intimsphäre.
Ich erwarte schon, dass meine Mitmenschen auch mal eine Information für sich behalten können. Ich erwarte auch, dass ein erwachsener Mensch hin und wieder das Feingefühl besitzt selber zu wissen, was nicht unbedingt für die ganze Menschheit gedacht ist...
Ich sehe das nicht so locker.
Meine Lebenserfahrung hat nur gezeigt, dass viele Menschen das entsprechend locker sehen. Alles Mögliche wird weiter erzählt (natürlich immer gaaaanz im Vertrauen und nur der allerallerbesten Freundin, die es nur wieder ihrer allerbesten Freundin weitererzählt). Aus diesem Grund erzähle/maile ich ungern intime oder vertrauliche Dinge, sondern mache das meiste mit mir selber aus. Da bin ich vor bösen Überraschungen sicher.
 
  • #40
Ich sehe das nicht so locker.
Meine Lebenserfahrung hat nur gezeigt, dass viele Menschen das entsprechend locker sehen. Alles Mögliche wird weiter erzählt (natürlich immer gaaaanz im Vertrauen und nur der allerallerbesten Freundin, die es nur wieder ihrer allerbesten Freundin weitererzählt). Aus diesem Grund erzähle/maile ich ungern intime oder vertrauliche Dinge, sondern mache das meiste mit mir selber aus. Da bin ich vor bösen Überraschungen sicher.
Dann habe ich dich wohl falsch verstanden.
Da haben wir sicher alle schon mal schlechte Erfahrungen gemacht. Aber genau deshalb ist es mir wichtig nicht genauso schäbig zu werden. Wenn mir etwas anvertraut wird bleibt es auch bei mir. Und mein Partner weiß es zu schätzen. Der müsste sich doch irgendwann fragen, ob ich alles was ich von ihm erfahre genauso herumposaune...