H

Hannah

  • #31
Als Kinderlose kann ich jetzt besonders schlau daherreden..
.. ich finde Prügelstrafen in jedem Fall völlig unsinnig und wenig zielführend. Außerdem denke ich, dass die Beziehung zwischen den beteiligten Personen einen dauerhaften Schaden dadurch bekommen kann.
Verbal kann auch einiges schief laufen..da ist im Einzelfall eine Ohrfeige weniger schlimm, als stundenlanges Bestrafen.
Trotzdem, versucht ohne auszukommen, im schlimmsten Fall schlägt sonst das " Kind" zurück wenn es älter und kräftiger ist.
Schon mal davon gehört, dass Pflegebedürftige von ihren Kindern geohrfeigt werden..
 
  • #32
@#28: Danke für Deinen Beitrag -- er ist aufrichtig, realistisch und gibt die Praxis sehr gut wieder. Ich denke, wenn alle Eltern wie Du handeln würden, dann wäre Gewalt an Kindern kein Thema mehr und viele Kinder würden sich eine Mutter wie Dich wünschen!
 
G

Gast

  • #33
Ich finde Schläge ins Gesicht einfach nicht akzeptabel. Gerade Ohrfeigen können nach hinten losgehen (Auge, Ohr und Nase können auch getroffen werden, ja es gibt wirklich Leute, die einseitig taub davon geworden sind, kommt zwar sehr selten vor, aber wenn es passiert, dann könnte ich mir das nie verzeihen). Außerdem kann das auch einige Zeit wehtun, was nicht heißt, dass ich für stundenlanges bestrafen oder andere Schläge bin. Ohrfeigen gelten auch als besonders demütigend, eine Freundin hat es einmal so ausgedrückt: "da ist es ja besser, die Fresse poliert zu bekommen." Das hat mir wirklich zu denken gegeben, denn das war nicht aus dem nichts dahergesagt.

Wenn Kinder pflegebedürftige Ohrfeigen, kommt das auch nicht von ungefähr. Damit will ich solche Taten keinesfalls entschuldigen, denn kranke Menschen zu schlagen, ist für mich das absolut schlimmste...

Es ist ein schwieriges Thema, aber man sollte es ohne Gewalt wenigstens versuchen.
 
S

susann

  • #34
wer sich ganz bewusst vornimmt seine Kinder nicht zu schlagen,der kriegt es auch hin. Aber das muß zuerst mal im Kopf klar sein.Wenn diese "Option"nämlich nicht zur Verfügung steht, dann muß man sich sehr sehr viel mehr Gedanken um Kindererziehung und Wertevermittlung machen.. Schläge wird eigentlich immer dann eingesetzt wenn man nicht mehr weiter weiß. Je kompetenter man selber ist je weniger muß man zu diesem Mittel greifen. Ich hatte eine liebevolle Mutter aber einen launischen Vater, der gern mal zuhaute. Das Ergebnis war, dass ich meine Mutter sehr liebte und vor meinen Vater eigentlich nur Angst hatte. Ich denke, dass Schläge (egal wie kräftig) kein Gehorsam oder Respekt zur Folge hat, sondern nur Angst produziert. Außerdem ist jeder Schlag auch eine Erniedrigung, sowohl für den Täter als auch für das Opfer. Wir Erwachsene wollen nicht geschlagen werden, warum sollte das bei unseren Kindern ein gerechtfertigtes Erziehungsmittel sein? Ich habe auch einen kleinen Rabaucken,der mich häufig an meine Grenzen bringt, aber ich glaube, dass er so ein großes Vertrauen zu mir hat,hat auch damit zu tun, dass er nie die Erfahrung Schläge zu bekommen machen musste. Ich möchte von dem Menschen mit dem ich lebe,den ich liebe und vertrauen nicht geschlagen werden- egal was passiert.
 
G

Gast

  • #35
@24 (bin #21):..ach weisst Du, ich sehe es ja selbst daheim bei meiner kleinen Schäferei (ca. 110 erwachsene Tiere) den Unterschied zwischen verängstigten und ruhigen Tieren: mit verängstigten Tieren kann man nicht unbedingt vernünftig arbeiten und sie lernen oft nicht so gut, was man als Mensch denn gerne hätte, was sie tun sollen. Merke ich besonders dann, wenn ich Arbeiten habe, bei denen der unmittelbare Kontakt mit den Tieren nötig ist. Etwa bei der Klauenpflege oder wenn ich sie medizieren ( und damit festhalten) muss. Eine richtig nervöse Herde hatte ich mal vor drei Jahren. An diesem Tage wurden sie geschoren und ich hatte niemanden, der mir half. Fangen, festhalten, medizieren und anschliessend auf die Scherbank setzen (waren zwei Leute) - alles allein! Seitdem habe ich immer noch die Auswirkungen einer massiven Sehnenzerrung, die bis heute nicht vollständig abgeheilt ist. Wäre mein Vater etwas geduldiger mit ihnen umgegangen (auch wenn sie manchmal ein S...haufen sein können), wäre mir das wahrscheinlich erspart geblieben. Im Grunde siehst Du also, dass da der Sprung von Tier zu Mensch nicht so gross ist, wie man manchmal glaubt...
@22: Ich danke Dir erstmal für Deine Empfehlungen, sehe mir das mal an und lasse mich da überraschen (wie ein kleines Kind ;-) ). Du scheinst ja sehr viel davon zu verstehen; bist Du vielleicht sogar fachkundig? Vielleicht gehe ich auch her und lege meine EP-Suche doch erstmal auf Eis. Manchmal habe auch ich noch meine "Anwandlungen"...
 
  • #36
Wer sein Kind schlägt (auch der" Klaps oder die "Ohrfeige") hat in dem Moment die Kontrolle verloren.Das kann naturlich mal passieren,aber ich versuche dies unbedingt zu vermeiden. Eltern die ihre Kinder bewußt und regelmäßig schlagen sind für mich unakzeptabel.
 
G

Gast

  • #37
Ohrfeige und generell alle Schläge an den Kopf gehen GAR NICHT. Wer schonmal eine bekommen hat, weiß, was eine "kleine" Ohrfeige schon für eine Gewaltauswirkung hat. Ganz ganz schlimm.
Gegen einen auch gerne mal etwas kräftigeren Klaps auf den Hintern, oder ein tüchtiges Zupacken am Oberarm ist in meinen Augen nichts einzuwenden.
Insbesondere mit kleinen Kindern kann man noch gar nicht diskutieren, da sie das Verständnis noch gar nicht haben. Ein Klaps sagt manchmal mehr als tausend Worte und ist wesentlich effektiver und nervenschonender. Kinder wollen und brauchen Grenzen. Ich sehe die körperliche Bestrafung auch nicht als Kontrollverlust, sondern als kurzen schnellen Hinweis, wo es lang geht, oder wo das Kind die Grenzen überschritten hat.
Je älter die Kinder werden, desto weniger brauchen/sollten "körperliche Züchtigungen" angewendet werden. Meine Erfahrung.
 
  • #38
zu #36 Ich habe eien 4 jährigen Sohn und "diskutiere" auch nicht mit ihm herrum . Es gibt aber genug Möglichkeiten auch ohne körperliche Gewalt Probleme zu lösen .Der einfachere Weg ist noch lange nicht der Bessere.
 
G

Gast

  • #39
Absolut nicht und jedem dem das passiert, sollte sich schämen. Kinder sind viel hilfloser als Erwachsene und haben auch nicht den Verstand von Erwachsenen... Also sind die Eltern absolut in der Pflicht solche Handlungen zu unterlassen. Hier gibt es Foren, wo es darum geht, dass wenn Männer Frauen schlagen oder Frauen Männer sie sich trennen sollen. Ein Kind kann sich nicht von seinen Eltern trennen, die es absolut liebt. Die Frage finde sollte garnicht mehr zur Diskussion stehen.
 
  • #40
Kinder sind NICHT hilflos! Klar sind sie uns körperlich unterlegen!
Allerdings kann man es ganz gut hinbekommen, auch ohne den berühmte Klaps auszukommen.
Hier heisst das Zauberwort Konsequenz! Und den Kindern auch mal zu zeigen, wenn sie sich völlig daneben benommen haben. Auch ganz Kleine bekommen schon mit, wenn Mama völlig sauer mit ihnen ist!
Allerdings gehört es auch zu meinen Alpträumen, meine Kinder hauen zu wollen und dann ist plötzlich meine Hand gelähmt. Ich habe als Kind sehr oft Prügel bekommen.....nicht im Affekt, sondern einer hat festgehalten und der andere mit dem Kochlöffel drauf gehauen, den ich mir vorher selber aus dem Schubfach holen mußte.......
Glaubt mir......ich habe es nicht fertig bekommen, eines meiner Kinder zu hauen....aber durchgesetzt habe ich mich immer!
 
G

Gast

  • #41
Gewalt gehört nie zum Kindererziehung. Selbst meine (schwierige) Tieren lerne ich gewaltlos und ohne schimpfen das zusammenleben. Ich habe noch nie ein Kind geschlagen und bin stolz darauf!
Schlagen hat mit Machlosigkeit zu tun und nicht wissen wie mann ein Kind erzieht. Fehlen von die richtige Empathie, einleben in die Welt von ein anderes Wesen. Auch teilweise sadismus. Abreagieren auf ein schwaches Wesen. Grauenhaft. Krankhaft. Schwach!
Kinder lernen auch von Eltern, wenn du was schlechtes machst, machen Sie das auch. Die Schule der Physische Gewalt? Nee, dann lieber vormachen wie mann immer ruhig bleibt, weggeht wenn es eskaliert, ablenkt mit interessante Sachen und immer spaß hat miteinander. Die Schule ohne Gewalt, die Friedliche intellligente und empathische Schule. Da wo die Kinder gerne lernen.
 
G

Gast

  • #42
Ich denke, dass in extremen Fällen auch mal Körperlichkeit angebracht ist. Ich könnte mir aber nicht vorstellen, ein Kind ins Gesicht zu schlagen (Ohrfeige). Da ist bei mir einfach eine Hemmschwelle vorhanden.

Außerdem kommt es auch auf die Situation und das Verhältnis zu den Eltern an. Ich habe von meinen beiden Eltern Ohrfeigen bekommen. Bei meiner Mutter (zu der ich immer ein gutes Verhältnis hatte) war das keine große Sache und ich weiß heute auch gar nicht wirklich mehr etwas davon. Bei meinem Vater war es anders. Zu ihm hatte ich kein so gutes Verhältnis. Und bei seinen Handlungen war eben teilweise auch zu merken, dass es - auch wenn es nicht unbedingt sehr weh tat - durch reinen Sadismus motiviert war. Mittlerweile lebt er nicht mehr. Und gerade deshalb fallen mir diese Sachen meist ein, wenn ich an ihn denke, Sowas sollte man auch immer berücksichtigen, wenn man sein Kind schlägt. Das kann nämlich auch die Beziehung zu ihm nachhaltig beeinflussen und beeinträchtigen.

w26
 
  • #43
Physische Gewalt ist ein Akt des Terrors und gehört mit Sicherheit NICHT zur Kindererziehung. Über die Jahre hinweg hat sich diese Form des Terrors leider in den Köpfen der Menschen festgesetzt. Viele Erwachsene haben sich als Kinder schrecklich gefühlt, der Gewalt ihrer Eltern ausgesetzt gewesen zu sein. Das Gehirn formatiert dies dann in "es ist doch alles okay, alles in Ordnung" um - wenn man es überspitzt sagen will: ein "kleines" Stockholm-Syndrom.

Wer sein Kind liebt, tut ihm keine Gewalt an, sondern sucht den Dialog und begleitet sein Kind auf seinem Weg der Entwicklung. Jegliche Form von physischer Bestrafung stellt in meinen Augen Psychoterror dar, gesellschaftlich als "Kavaliersdelikt" gesehen. Gewalt dient nur dazu, seine Kinder gefügig und leicht verwaltbar zu machen - es ist der bequeme Weg. Schläge ins Gesicht - verniedlichend als "Ohrfeige" oder "Backpfeife" bezeichnet, sind nichts anderes als tiefste Demütigung, Hiebe ins Antlitz, einen sehr verletzlichen Teil des Körpers.

Wer seinem Kind das antut (und auch noch behauptet, es hätte ihm nicht geschadet), der liebt sein Kind nicht, denn er gönnt ihm nicht das Recht auf körperliche Unversehrheit. Niemand - und ich wiederhole: N.I.E.M.A.N.D !!! hat das Recht, einem Kind oder überhaupt einem anderen Menschen körperliche Gewalt anzutun - es sei denn aus Notwehr. Das wird aber in der Kindeserziehung kaum der Fall sein.

Wer sein Kind ernst nimmt, wird daran interessiert sein, es auf seinem Weg zu begleiten - auch einmal Strenge walten zu lassen, aber nie in Form von körperlicher Gewalt. Trotzende Kinder und Kinder in der Pubertät können nichts dafür, dass sie so ticken, wie sie ticken - ihre Gehirne wachsen und das macht sie eben unausstehlich. Das heißt nicht, dass man sich alles bieten lassen soll, ganz im Gegenteil - Kinder brauchen die Reibung mit ihren Eltern, die Auseinandersetzung, die Regeln und das Brechen der Regeln - und die daraus resultierende Konsequenz, es dient der Reifung und der Erkenntnis. Vielleicht machen sich die Ohrfeigenbefürworter einmal die Mühe, sich in ihre eigene Kindheit zu versetzen und das Gefühl der Ohnmacht und der Beschämung noch einmal selbst zu durchleben - wenn man sich traut...

Für alles braucht man eine Prüfung, ein Zeugnis, ein amtliches Dokument. Nur in der Erziehung der Kinder darf man frei nach Laune hemmungslos seine Launen an den Kindern ausleben. Nicht selten benimmt man sich in der Familie buchstäblich "wie die Axt im Walde" - nach außen zeigt man heile Welt und Biedermeier. Wieso dann nicht dem Fremden, der einem den Parkplatz vor der Nase wegnimmt, mal aus dem Auto holen und eine batschen? Der könnte sich ja wehren, was? Bei Kindern hingegen muss man dies nicht befürchten? Sind ja nur die eigenen Kinder, denen kann man ruhig mal eine klatschen, aus reiner Elternliebe? Mann Mann Mann...
 
G

Gast

  • #44
Es ist absolut erschreckend, wie viele Leute hier noch Gewalt verherrlichen...und wie man sagen kann, dass Kinder nicht hilflos sind. Kinder sind sehr wohl hilflos, wenn nicht gerade ein Außenstehender mitbekommt, dass ein Kind misshandelt oder geschlagen wird. Kinder die ihre Eltern lieben, werden Schläge entweder als normal erachten oder verängstigt sich nichts anmerken lassen wollen. Kinder wissen nicht, an welche Instutionen sie sich wenden können bzw. welche Konsequenz es nach sich zieht, wer ihnen wirklich hilft usw. Erwachsene können viel eher einschätzen welche Konsequenz es nach sich zieht, wenn man bestimmen Leuten etwas erzählt oder sich an Hilfseinrichtungen wendet - die auch nur das beste für die Familie wollen. Ich will keine Gewalt zwischen 2 gesunden Erwachsenen verherrlichen, aber es geht absolut nicht, sich an Schwächere oder Hilflosen zu vergreifen. Und wer sowas toleriert, der denkt nicht nach und ist emotionskalt. Bitte erinnert euch daran, Kinder sind euer Fleisch und Blut, euer Abbild, Ihr habt sie euch erwünscht. Sie sind, als sie auf die Welt kamen euch in mit einem absoluten Vertrauen begegnet und ihr prägt sie zu dem was sie werden...
 
G

Gast

  • #45
Meine Meinung über körperliche Gewalt bei der Erziehung deckt sich mit vielen anderen hier: Es gehört nicht in die Erziehung hinein und ist ein Zeichen von Schwäche.
Die Verfechter, die meinen, in extremen Fällen sei das schonmal angebracht und eine Ohrfeige hinterlasse einen "größeren Lerneffekt", zeigen damit, dass sie sich in den extremen Fällen eben nicht anders zu helfen wissen und dann hilflos reagieren. Welchen Lernerfolg soll denn eine Ohrfeige bringen? Und wenn der Lernerfolg so groß ist, warum darf er in der schulischen Erziehung nicht auch eingesetzt werden? Schließlich hat auch die Schule einen Erziehungsauftrag. Nur weil es nicht die eigenen Kinder des Lehrers sind, frei nach dem Motto: Mit meinem eigenen Kind darf ich das schließlich?? Mein Kind gehört mir??
Was sind denn extreme Fälle für euch? Ich denke, die normalen Eltern-Kind-Konflikte, die natürlich in der Pubertät ansteigen und die Kinder verbal auch mal ausrutschen lässt, kann man immer anders lösen. Klar, es ist schwierig und anstrengend und eine Ohrfeige ist viel einfacher verpasst. Aber Kinder zu erziehen ist anstrengend, bei dem einen Kind mehr, bei dem anderen weniger. Ich will niemanden verurteilen, dem einmal die Hand ausrutscht und der dann merkt, dass das nicht ok war. Aber wer schlagen als Mittel der Erziehung sieht, will es sich so einfach wie möglich machen unter dem Deckmäntelchen des Lernerfolgs und dem "Mir hat es schließlich auch nichts geschadet".
Was auch immer extreme Fälle für euch sind: Wer es soweit kommen lässt, hat als Eltern vorher schon was falsch gemacht. Und die Kinder für die Fehler ihrer Eltern büßen lassen, indem sie geschlagen werden, ist unfair.
Das Verhalten der Kinder ist der Spiegel der Erziehung ihrer Eltern.

Und so einen Schwachsinn, dass ein paar Schläge eventuell Menschen vor dem Zuchthaus bewahrt hätten, habe ich noch nie gehört. Wie bist du denn drauf, Apollo?
Für die Erziehung der Kinder kannst du doch den Staat nicht verantwortlich machen! Die Verantwortung tragen ganz allein die Eltern. Und wer nicht in der Lage ist, seine Kinder alleine zu erziehen, sollte keine bekommen! Leider bekommen gerade solche Eltern mehrere Kinder und beschweren sich dann hinterher. Die Hilfe, die sie dann bekommen, nehmen sie auch nicht immer an. Bevor der Staat eingreift, muss eine Menge vorher passiert sein.
Dass man rechtzeitig Grenzen setzen muss, damit gebe ich dir Recht. Aber es kommt immer darauf an, wie man diese Grenze durchsetzt. Jedenfalls niemals mit Gewalt. Konsequenz ist das Zauberwort, und zwar schon im Kleinkindalter, dazu gehört jedoch auch ein respektvoller und liebevoller Umgang auf beiden Seiten.
Und es geht auch nicht nur um die Rechte der Eltern. Wer Rechte hat, hat auch Pflichten. Und leider nehmen viele Eltern diese Pflichten nicht wahr, fordern aber gleichzeitig ihre Rechte lautstark ein.
Wenn ein Mensch im Zuchthaus landet, haben einzig und allein die Eltern versagt, niemand sonst.
 
G

Gast

  • #46
Welchen Lernerfolg soll denn eine Ohrfeige bringen? ... Was sind denn extreme Fälle für euch? ... Ich will niemanden verurteilen, dem einmal die Hand ausrutscht und der dann merkt, dass das nicht ok war ...
Heranwachsende proben immer zuerst den Aufstand bei den eigenen Eltern (evtl. noch bei den Lehrern) bevor sie sich damit an Fremde heranwagen. Hier müssen klare Grenzen gesetzt werden. Wenn alle anderen Erziehungsversuche nicht zum Erfolg fühern, dann kann im Affekt auch eine Ohrfeige fallen. Der Lernerfolg einer Ohrfeige ist das unzweifelhafte Statement für das Überschreiten der Persönlichkeitsgrenze, und jeder einzelne von uns hat seine ganz persönliche Grenze an der er sich körperlich zur Wehr setzen wird, sei es persönliche Herabwürdigung, der verbale Angriff unter die Gürtellinie, ein tätlichen Angriff, oder eine andere Herabwürdigung wie Anspucken, mit Gegenständen werfen oder dergleichen mehr.

Ich bin mir sicher, den meisten Eltern tut es direkt nach der Ohrfeige leid, aber wenn sie sich nicht mehr anders zu helfen wußten, dann geschah es trotzdem in bester Absicht. Eine Ohrfeige zur rechten Zeit ist sehr viel harmloser als ein Faustschlag ins Gesicht von einem Fremden - und glaube mir, wenn pöbelnde Jugendliche mit Fremden so umgehen würden wie mit den eigenen Eltern, es würde so manchen schweren Hieb setzen, insebesondere ab 16 in Clubs und Diskotheken. Dort haben Jugendliche definitiv keinen Welpenschutz mehr.

Heranwachsende Menschen müssen lernen, dass die Provokation anderer Menschen zu Konsequenzen führt und dass nicht jede Reaktionen vorhersehbar ist. Manchmal eskalieren Situtationen auch unvermittelt in Gewalt und sind dann kaum noch beherrschbar.
 
  • #47
Eine schlimmere Demütigung für ein Kind, als eine in die Fresse zu bekommen - sei es eher eine schwache der Mutter oder eine kräftige des Vaters ( welch absurde Differenzierung) - ist schwer vorstellbar. Mann hat in diesem Fall als Vater völlig versagt und/oder ist nicht in der Lage, sich zu beherrschen. Körperliches Durchsetzen sollte ein absolutes Tabu sein.

Auch bei Rabauken (meiner war so einer, ich weiss also , wovon ich spreche) sollte ein schneidender Ton, der auf baldige Sanktionierung hinweist, in jeder Altersstufe genügen. Die Sanktionierung muss dann aber auch konsequent erfolgen, denn nur schmerzhaft gelernte Lektionen sind wirklich gelernte Lektionen. Geht aber auch alles ohne Gewalt, bei der Tierdressur klappt die positive Verstärkung ja auch besser als die negative. ;-)

So long,
m/43
 
G

Gast

  • #48
Ist es nicht so, dass derjenige, der keine andere Antwort mehr hat als Gewalt nur seine eigene Schwäche zugibt und damit die selbst in der eigenen Kindheit erfahrenen Schläge weitergibt und das dann als noch als gerechtfertigt ansehen muss. So tief sitzen also Prügel.

Auf Notwehr wird hier wohl keiner plädieren wollen, oder?
 
G

Gast

  • #49
Ohrfeige und generell alle Schläge an den Kopf gehen GAR NICHT. Ganz ganz schlimm.
Gegen einen auch gerne mal etwas kräftigeren Klaps auf den Hintern, oder ein tüchtiges Zupacken am Oberarm ist in meinen Augen nichts einzuwenden.
Insbesondere mit kleinen Kindern kann man noch gar nicht diskutieren, da sie das Verständnis noch gar nicht haben. Ein Klaps sagt manchmal mehr als tausend Worte und ist wesentlich effektiver und nervenschonender.

Also ich habe jetzt viele Beiträge gelesen und bin überrascht und schockiert gleichzeitig, wie hier über Kinder geredet wird!?
Ich sage nicht, dass mir nicht auch schon mal die Hutschnur geplatzt ist und ich die Kontrolle verloren hab und kräftiger zugepackt habe oder eins auf den Hintern gegeben hätte, aber in der Regel geht es prima auch ohne Gewalt.
Und AUSDISKUTIEREN würde ich auch mit 15jährigen nichts. Wenn ich nein sagen (und auch wirklich meine), dann wird nichts ausdiskutiert.Besonders kleine Kinder darf man nicht hauen!!! Wenn es gar nicht mehr geht, weil der Junior gerade im Wutanfall die Spaghetti an die Wand klatscht oder mit dem Löffel absichtlich ne Macke in den Antiktisch meiner Mutter haut, dann wird er nach einer Verwarnung oder 2en eben ins Bett verfrachtet. Und dann weiß er auch, dass er erst wieder rauskommen darf, wenn er sich beruhigt hat.
Mit dem 7jährigen wird eben eine Strafe ausgehandelt, wenn er dies oder das nicht tut oder sich daneben benimmt.
Aber auch wenn meine Kinder gerade mal frech, unverschämt, nervig oder so sind, dass ich sie in den Minuten spontan zur Adoption freigeben wollte: Sie merken auch ganz ohne Gewalt, wenn ich es ernst meine - und knapp 7 und 2 Jahre ist noch nicht so alt - und dann sind sie "ganz schnell wieder in der Spur". Liebesentzug wie z.B. nichts mehr miteinander sprechen, sich vor dem Schlafengehen nicht versöhnen o.ä. finde ich genauso schlimm.
Meine Kinder sind sehr gut erzogen, das höre ich überall immer wieder, obwohl sie wild sein können und beschäftigt werden müssen. Sie respektieren mich und ich sie. Klar gabs evtl. auch schon mal nen Klaps, aber das als adäquate Erziehungsmethode zu verwenden, find ich armselig.
Kann schon sein, dass ne Ohrfeige ab und an den jetzt schon Erwachsenen "ja auch nicht geschadet hat", aber wir leben nicht mehr in den 50ern!? Angeblich schadet es ja eben doch.
Ansonsten bin ich - wie auch The Sorcerer schreibt- ebenfalls für positive Konditionierung! Macht auch als Mama mehr Spaß.

w,39
 
G

Gast

  • #50
Körperliche Gewalt ist für mich nicht akzeptabel. Nicht zwischen zwei Erwachsenen und erst recht nicht zwischen Kindern und Erwachsenen. Ausnahmslos. Ich bin seit 12 Jahren alleinerziehend. Mir ist noch nie "die Hand ausgerutscht" oder gar Schlimmeres. Und mein Kind ist kein Engel...

Als erwachsene Person muss ich meiner Meinung nach fähig sein Konflikte gewaltfrei zu lösen. Mit dem Spruch "jeder macht mal Fehler" machen es sich viele zu einfach. Man kann in Extremsituationen die Kontrolle verlieren, ja - aber mehr als einmal darf einem das nicht passieren, finde ich.

Gleiches gilt natürlich auch für psychische Gewalt gegenüber Kindern, also Beleidigungen, Erniedrigungen usw. Mein Kind behandle ich so, wie auch ich behandelt werden möchte. Das ist oft genug stressig, nervenaufreibend und schwierig - aber nicht unmöglich.
 
G

Gast

  • #51
Physische Gewalt als Mittel zur Erziehung sind immer ein Zeichen von Schwäche.

Es kann einem mal die Hand ausrutschen mit einem Klapps auf den Po, aber Schläge ins Gesicht oder mit Gegenständen - d a s geht gar nicht.


m, 50
 
G

Gast

  • #52
"Meinem älteren Bruder ist das mal passiert, als er noch junger Student war; er war als Sohn von da an für 10(!) Jahre gestorben. Es bestand (kein Witz!!) tatsächlich in dieser Zeit kein Kontakt mehr! Der spätere Kontakt auf einer Feier wurde wohl irgendwie von Dritten wieder eingefädelt."

Ich verstehe nicht, warum für deinen Bruder der Kontakt nicht für alle Zeiten gestorben war?
Wenn ich solche Eltern gehabt hätte, würde ich sie nicht mehr kennen.

"Ja, alle politisch Korrekten sagen hier um Forum - no go! Und dann beklagen sie: "Früher waren Kinder anders. Da kriegtest du eine gescheuert, und lerntest daraus. Heute darf man so was nicht, und sieh nur, was in den Schulen usw. passiert, bla, bla, bla...""

Ich finde Respekt gegenüber den eigenen Kindern extrem wichtig, denn wo sollen sie es am Ende lernen? Respekt ist keine Einbahnstraße. Wenn ihnen von den Eltern Respektlosigkeit und Grenzüberschreitung (das fängt schon damit an, nicht an die Kinderzimmertür zu klopfen, sondern einfach hereinzuplatzen) vorgelebt wird, muss sich niemand darüber wundern wie es in den Schulen zugeht. Auch der Respekt vor fremdem Eigentum wird einem Kind nicht nahegebracht werden können, wenn die Eltern über die Sachen des Kindes beliebig verfügen. Dann wundert man sich, wenn ein Kind stiehlt und frech ist. Das ist nur ein Spiegel der Eltern. Und weil sie nicht mehr weiter wissen, greifen die Leute dann zu Gezeter und zu Schlägen..
 
M

Mooseba

  • #53
Durch physische - und sicher auch psychische, ist hier aber nicht das Thema - Gewalt bringen die Eltern den Kindern vor allem eines bei: Angst vor ihnen zu haben. Und viele Eltern schnallen das einfach nicht. Ich hoffe, dass ich das mal beherzigen werde, sollte ich mal Kinder haben.

Ich wurde selten (lässt sich wohl an einer Hand oder zwei Händen abzählen), dann aber heftig geschlagen von meinem Vater. Einmal ist ihm seine Hose runtergerutscht, weil er den Gürtel rausgezogen hat. Und er hat es sichtlich nicht bereut, sondern war schlicht der Meinung, dass ich es zu weit getrieben hätte und es keinen anderen Ausweg gegeben hätte. Das ich mich im Nachhinein für das schlechte Benehmen bei meiner Mutter entschuldigen sollte, ist völlig ok. Aber die (physische) Gewalt... Und das war nicht das Einzige von meinem Vater, anhand dessen ich gelernt hatte, Angst vor ihm und ein bis heute anhaltendes Autoritätsproblem zu entwickeln.

Es bleibt einem in der Erinnerung haften, wenn man selbst erlebt hat, wie andere von ihrem Vater geschlagen wurden, ein Cousin z.B. Ohne Scham vor den Augen anderer dem Kind eine schallende Ohrfeige zu verpassen, denn es ist ja normal. Oder wenn man erzählt bekommt, wie früher die Väter zugelangt haben (beispielhaft dafür Beitrag #21), bleibt einem die Reaktion im Halse stecken. Die Großeltern erzählen ja gerne noch, wie ihnen der Lehrer brutal mit dem Lineal oder einem Stock auf die Hände gedroschen hat und gleichzeitig sind sie froh, dass ihre Enkel das nicht mehr haben müssen.

Ich verbinde mit "erzieherischer" Gewalt gegen Kinder nur Negatives. Sie erzeugt Angst. Aber wir brauchen nicht mehr Angst als uns die Biologie sinnvollerweise bereits zugedacht hat. Dass Gewalt gegen Kinder nicht mehr so intensiv praktiziert wird wie früher, ist sicher auch ein Sieg der Freiheit, also dass das Verständnis von ihr bei den Menschen besser angekommen ist. Gewalt gegen Kinder findet oft dort statt, wo die Erziehung nach strengen Regeln verläuft, Freiheit gegenüber Pflicht eine stark untergeordnete Rolle spielt und diese strengen Regeln einen Mangel an Selbstvertrauen bzw. einen Wunsch nach Sicherheit ausdrücken. Man will mit dieser strengen, oft mit verräterischen Attributen wie "wertkonservativ" oder "bürgerlich" versehenen Erziehung auf der sicheren Seite sein. Aber Kinder machen dennoch am liebsten was sie wollen. Und dann können unsichere Eltern ihre Geduld verlieren.

Elterliche Gewalt und allgemein eine zu große Strenge gegen Kinder wegen angeblicher Disziplin- bzw. Prinzipienlosigkeit führt bei den Kindern oft zur Angst vor der Freiheit. Eine Angst, die sehr viel Lebensqualität kostet in unserer heutigen Zeit.
 
M

Mooseba

  • #54
Passende Buchbesprechung zum Thema:

http://www.welt.de/kultur/history/article106216716/Kindesmissbrauch-beginnt-mit-Backpfeifen-zuhause.html
 
  • #55
[mod] Ich hatte als Alleinerziehende bestimmt genug Stress in meinem Leben aber niemals wirklich niemals habe ich auch die Hand gegen eins meiner Kinder erhoben. Schlagen ist wirklich das Letzte. Ich finde die Kommentare hier wirklich für eine Elite sehr erschütternd. w50
 
G

Gast

  • #56
@#54

Ich weiss nicht was das mit "Elite" zu tun hat oder nicht, aber es geht hier im gewissen Masse um bestimmte Erziehungsmodelle von denen ein Mensch glaubt das es hilfreich ist.

In einem gewissen Rahmen halte ich mal das berühmte "Versohlen des Hintern" eines Kindes für angebracht wenn es es wirkich darauf anlegt. Kindern muss auch deutlich Grenzen aufgezeigt werden.
Und wenn es das mit deutlichen Worten in wichtigen Dingen nicht mehr tut, halte ich das für angebracht.

Mir hat es auf jeden Fall nicht geschadet, und deswegen würde ich es evtl. auch bei meinen eigenen Kindern anwenden. Wohlgemerkt rede ich hier nicht von "Grün und Blau schlagen".
 
  • #57
@55: Zu spät, es hat Dir schon geschadet - nur, Du hast Dich damit abgefunden und das falsche Gewaltmuster von Deinen Eltern übernommen. Was blieb Dir auch anderes übrig, Deine Eltern, die Dich verprügelten, hast ja schließlich trotzdem lieb gehabt und ihr Fehlverhalten als "richtig" in Deine Verhaltensmuster aufgenommen...
 
  • #58
Gewalt jeglicher Art gegen Kinder ist eine Straftat und das zu recht. Es gibt nie einen Grund für physische Gewalt und es nützt vor allem auch gar nichts. Es ändert das Kind nicht und wird ihm auch keinen Respekt vor den altern beibringen. Ganz im Gegenteil, da Eltern damit nämlich respektlos gegenüber dem Kind sind und Kinder lernen vom Vorbild der Eltern. Konsequenz und klare Grenzen haben mit Schlägen nichts zu tun. Und ja, hilflos schlagende Eltern haben den Kindern schon immer geschadet und man sieht ja an vielen stellen, was daraus wird und welches sozialverhalten sie zeigen.
 
G

Gast

  • #59
Eine Ohrfeige oder einen Klaps auf den Hintern bei wirklich extrem unangebrachtem Benehmen halte ich für legitim. Es gibt für mich nichts Schlimmeres als diese antiautoritären, jungen Mütter, die, wenn sich das Kind z.B. in der Öffentlichkeit unmöglich benimmt, sagen: "Bitte,Julian, jetzt hör doch auf!" Hallo?! Da lässt man sich doch von den kleinen Biestern terrorisieren! Ich habe früher ab und zu auch mal nen Klaps auf den Hintern bekommen und es hat mir nicht geschadet und ich habe deshalb heute kein schlechtes Verhältnis zu meinen Eltern.
 
M

Mooseba

  • #60
Also mir hat es geschadet. Aber im immer noch sehr puritanisch geprägten Deutschland kann es mir scheinbar nur geschadet haben, wenn ich in der Gosse gelandet oder aus mir ein unverbesserlicher Gewaltverbrecher geworden wäre. Hat man Abitur und Hochschulstudium gepackt und einen interessanten Job, dann heißt es scheinbar automatisch, dass es einem nicht geschadet hat. So einfach ist es aber nicht.