• #1

Gefühlter Zeitverlust durch die Beziehung. Wie jetzt damit umgehen?

hallo , ich fast 7 Jahre Single und bin seit 1 Jahr wieder in einer Beziehung. Wir wohnen getrennt, aber sehen uns fast täglich und schlafen fast immer beeinander.
Mein Problem dabei würde ich so beschreiben: Sehr oft, vor allem, wenn wir uns nichts zusammen vorgenommen haben, "vertrödeln" wir unsere Zeit. Ich "kann" in ihrer Gegenwart nicht die Dinge machen, die ich spontan gerne machen würde. Bei ihr nicht, weil ich da meine Sachen haben (z.B. meine Bücher, das Klavier, eigenen Laptop) und ich würde auch nie einfach private Telefonate führen. Bei mir nicht, weil ich denke, Sie hat dann nichts, womit Sie sich beschäftigen kann, wenn ich einfach tu, wonach mir ist.
Ich hasse es auch, in ihrer Gegenwart meinen Wohnungsputz zu machen oder aufzuräumen. Das will ich alleine machen und dabei im Radio oder Musik hören, was mir gefällt.
Es fängt schon an beim Aufstehen, denn sie läuft morgens langsam auf Betriebstemperatur, ich bin meist 5 Minuten nach dem Aufwachen fit.

Es ist nicht so, dass sie einfordert, dass wir uns miteinander betätigen müssen, auch nicht unterschwellig. Nur ich habe das Gefühl, unhöflich zu sein, wenn ich quasi sage: Du bist hier mein Gast, aber guck selbst, wie du deine Zeit füllst. Oder wenn ich sage: Danke, dass ich bei dir sein konnte, aber jetzt ist es mir zu langweilig hier, ich muss woanders hin, um dies und jenes zu tun.

Ein Problem ist auch, dass wir nicht dieselbe Musik hören können, meine macht sie nervös, ihre deprimiert mich oder macht "aggressiv". Bei Radiosendern ist es ähnlich.

Es ist nicht so, dass wir uns nichts zu sagen hätten, haben wir genug und tauschen uns auch über alles aus, wir haben tollen Sex und lachen viel, wir essen täglich zusammen und spielen Spiele zu zweit.
Aber irgendwann ist genug gegessen, gespielt und gesagt.

Wer kennt sowas? Wer weiß guten Rat?
 
  • #2
Also, solange ich mit meinem Freund noch getrennt gewohnt hab, haben wir uns nicht jeden Abend und jede Nacht gesehen. Eben aus diesem Grund. Man hat dann auch Sachen, die man für sich macht und wenn der andere immer da ist, aber nicht dort wohnt, dann fühlt man sich für ihn verantwortlich. Ich denke, darüber könnte man aber bestimmt auch reden, wenn ihr ansonsten einen guten Draht zueinander habt, oder? Vielleicht geht es ihr ja auch so und dann lacht ihr drüber und seid ab sofort entspannter?
Wir sind recht schnell zusammengezogen und ab da hatte ja jeder seine Sachen und jeder hat dann ganz normal seins gemacht, wenn ihm danach war, das hat hervorragend funktioniert. Ist aber auch nicht bei jedem so. Ist sie ein Mensch, der eigene Hobbys hat oder sich allein beschäftigen kann? Dass ihr da ähnlich tickt, darauf kommt es wohl auf Dauer an.
Das mit der Musik - gibt es da wirklich gar nichts, was ihr beide gern hört? Könnt ihr nicht eine neue Musikrichtung entdecken, die ihr dann eben hört, wenn ihr zusammen seid und sonst hört jeder halt seins? So ein Problem hatte ich ehrlich gesagt noch nie. Aber ich mag es eh nicht, wenn die ganze Zeit Musik oder Radio läuft. Wenn ich lese oder Fotos bearbeite oder Japanisch lerne, kann ich nebenher keine Musik leiden. Bei uns in der Wohnung hört mein Freund dann einfach mal im anderen Zimmer, seinem Arbeitszimmer Musik, oder auch mal über Kopfhörer.

w, 36
 
  • #3
Euer Alter wäre noch ganz hilfreich.

Ganz klar: Ihr passt nicht 100% zusammen.

Nach einem Jahr sollten dich solche Dinge eigentlich noch nicht großartig stören, so dass du hier um Rat fragen musst.
Ich würde mich trennen, weil solche „Differenzen“ nach einigen Jahren nur noch schlimmer werden. Es klingt so, als ob ihr gewisse Dinge in der Kennlernphase nicht angesprochen habt bzw. darüber hinweg gesehen habt. Das sollte man nicht machen. Morgenmuffel finde ich zum Beispiel ganz schlimm und würde so jemanden direkt in der Kennlernphase aussortieren. Auch das mit dem unterschiedlichen Musikgeschmack finde ich schwierig. Ich finde es schön, wenn man gemeinsam auf Konzerte gehen kann Und auch bei gemeinsamen Autofahrten möchte ich keine Kopfhörer benutzen müssen. Es sind vielleicht jetzt noch Kleinigkeiten für dich, aber ich spreche aus Erfahrung, irgendwann macht so etwas aggressiv.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #4
Kann ich voll gut verstehen, so ging es mir öfters mit Freunden und Bekannten, mit denen ich mich getroffen habe: einerseits hat man Spaß zusammen, andererseits kommt man nicht zu seinem Kram. Auch jetzt in meiner Beziehung ist es mir wichtig, Zeit für mich alleine zu haben, weil ich, genau wie du, manche Dinge einfach lieber alleine mache, sei es Aufräumen oder das Beantworten von Mails. Mein Freund ist aber berufsbedingt nur jede zweite Woche in der Stadt. Das ist perfekt. Wenn er da ist, sehen wir uns täglich, wenn er weg ist, habe ich meine Ruhe für meinen Kram. Ich denke, ihr sollte euch ebenfalls nicht jeden Tag sehen. Viele Beziehungen laufen besser, wenn man auch mal was alleine macht. Dann hat man sich auch wieder mehr zu erzählen und freut sich mehr aufeinander. Vielleicht kannst du es irgendwie so einrichten, dass du in der Woche auch zwei, drei Tage nur für dich hast? Sonst ist es einfach zu viel.
 
  • #5
Ja, kann ich sogar verstehen. Dann organisiere das doch so, dass Ihr Euch nicht täglich seht, jedem seinen Freiraum.

Ich sehe meinen Partner eine Nacht ab Mittwochabend auf Donnerstag, von Freitagabend auf Samstagmittag. Und dann kommt er Samstagnacht bis montagfrüh zu mir. 4 Nächte beisammen und drei nicht. Das gibt ihm und mir genug Freiraum.

Gerade Menschen, die sehr individuell und autonom sind, die brauchen ihren Rückzugsort und ihren Freiraum. Dort tanken sie auf und erholen sich. Das ist doch völlig okay. Doch in diesem Fall sollte man sehr gut überlegen, ob man überhaupt jemals zusammenziehen will. Kläre das, denn wenn sie langfristig eine Familie gründen will, dann ist es passee für Dich.

Nun hatten wir noch den Pfingstmontag zusammen, waren bei seiner Mutter. Und schon merkte ich, wie er etwas unleidig wurde, er hatte irgendwie das Gefühl, er sei bewegungsunfähig, so ähnlich wie Du.

Nur ist die Frage, wie Du ihr das, nachdem sich das so eingespielt hat, verklickern willst, ohne, dass sie beleidigt ist. Da braucht es sehr viel Fingerspitzengefühl. Aber ich würde Dir raten, es zu tun, dann wird auch Eure Beziehung gewinnen.
 
  • #6
So ganz verstehe ich das nicht. Seid ihr beide arbeitslos oder warum hockt ihr dauernd aufeinander? Wenn beide 8 Stunden am Tag arbeiten gehen plus Weg zur Arbeit und zurück, dann jeder für sich seinen Haushalt macht und seinen Hobbys nachgeht, dann bleibt doch unter der Woche nicht mehr viel Zeit, die man gemeinsam verbringen kann. Am WE sieht es natürlich anders aus. Trefft euch einfach seltener und nur zu bestimmten Unternehmungen.
An den FS: Stell dir vor, ihr würdet zusammen wohnen. Da müsstet ihr ja auch Lösungen finden bezüglich des individuellen Freiraums (Musik etc.). Insgesamt scheint es mir, dass es zwischen euch insgesamt nicht passt. Auch wenn der Sex gut ist ... Sex ist eben nicht alles.
 
  • #7
Nun,
ich kann Dir nur sagen, wie wir es machen - bei uns ist es aber von Vorteil sehr nahe beieinander zu wohnen.

Wir reden miteinander, wir stimmen uns ab - und so gibt es die Thematik nicht.
Wir haben beide Familie, Haus, Garten, Ehrenamt, Sport, wofür wir Zeit benötigen.
Nehmen wir uns, und wenn eine*r Zeit für sich braucht, auch kein Thema.
Wir sehen uns ja eigentlich täglich, und wenn es dann mal ein Abend nicht ist, geht die Welt nicht unter.

Was passt, ist dass wir das gleiche Nähebedürfnis haben, uns aber gleichzeitig wichtig ist, Eigenes zu haben. Und dass wir beide ehrenamtlich engagiert sind, hilft auch.

Und dann reicht der Zuruf, Du, heute mag ich Couch alleine, oder - Du, wollen wir noch einen Absacker auf der Terrasse.

Irgendwann wollen wir zusammen ziehen, abbrach das wird funktionieren - es war auch in den Urlauben kein Problem, dass mal jede*r für sich was gemacht hat.

Redet miteinander, vielleicht hat sie das gleiche Problem.

W,50
 
  • #8
Ich lebe seit einigen Jahren in einer LAT-Beziehung - und das klappt gut, ohne Stress. Wir sehen uns etwa alle zwei Wochen (es liegen einige hundert Kilometer zwischen uns), dann verbringen wir 3-4 Tage und Nächte zusammen. Da die Abstände unserer Treffen also recht groß sind, freuen wir uns immer auf die gemeinsame Zeit, unternehmen sehr viel miteinander, sind bei Freunden oder die bei uns.
Aber: wir haben beide eine jeweils recht große Wohnung, so dass jede/r von uns in der anderen Wohnung ein eigenes Zimmer hat. Ich bewahre dort meine (Land-)Utensilien (Gummistiefel, Wanderschuhe ...) auf, er - bei mir in der Stadt - hat hier in seinem Schrank seine Ausgehsachen für's Theater o.ä. Ich schlafe gerne am Nachmittag eine Stunde, das wäre für ihn fast eine Höchststrafe. Will ich stundenlang mit einer Freundin telefonieren, oder in Ruhe arbeiten (wir sind beide Freiberufler) ziehe ich mich in mein Zimmer zurück. Für die Sauberkeit in seiner Wohnung ist er verantwortlich, für die in meiner bin's ich. Das erledigen wir, wenn wir jede/r bei uns alleine sind.

Meist sind wir, einmal zusammen, untrennbar.

Ich würde dir dringend raten, dass ihr euch seltener seht. Vielleicht einen Plan für gemeinsame Begegnungen zusammen aufstellt. Das kann durchaus liebevoll vonstatten gehen, ohne dass sich eine/r von euch zurückgesetzt fühlt. Natürlich halten auch wir uns nicht akribisch an die vereinbarten Termine, manchmal kommen auch dringende Gefühle dazwischen und wir MÜSSEN uns einfach sehen. Darüber freuen wir uns dann doppelt!
Nicht umsonst entscheiden sich viele Paare (das sind dann meist die Älteren, die schon andere Erfahrungen gemacht haben) für getrenntes Wohnen (aber zusammen lieben).
 
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  • #9
Ich denke, das Problem ist, dass du sie nicht als deine feste Freundin betrachtest, sondern als Freizeitpartnerin. Nach einem Jahr Dauerhocken ist man nicht mehr der Gast, sondern ein Teil des Lebens, unabhängig davon, ob man zusammen lebt oder nicht. Du willst dagegen nur bestimmte Zeit mit ihr verbringen und danach wieder Tür zumachen und "dein Kram" erledigen. Du fühlst dich oder willst bei ihr nicht willkommen sein und behandelst sie genauso. Unterschiedlicher Musikgeschmack ist kein Grund, Beziehung infrage zu stellen, die wenigsten Paare hören gleiche Musik, seien wir ehrlich, Männer und Frauen sind nun mal in vielen Sachen unterschiedlich. Aber wenn dich schon ihre Musik aggressiv macht, eigentlich das, was zu ihr gehört (du musst es nicht mögen, aber wenigstens akzeptieren), dann fürchte ich, dass deine Gefühle für sie nicht hundertprozentig authentisch sind.
 
  • #10
Naja das Problem ist, dass ihr den anderen nicht Alltagspartner seht, sondern eher als Gast.

Wo ist das Problem, jeweils ein Stück beim anderen einzuziehen?

Bücher kann man einen Vorrat mitnehmen, am Laptop kann man einen Gastaccount für den Partner einrichten, Musik oä kann man über Kopfhörer hören.
Selbst mit einem Keyboard kann man Klavierspielen - leisr, mit Kopfhörer.

Geh du zuerst ins Bad, bereite du das Frühstück, geh zum Bäcker oder joggen, bis sie ausgeschlafen hat. Da ist locker 1 h rum.

Auch Mann kann doch die Frau mit bei der Hausarbeit einbeziehen.

Angefangen vom gemeinensamen Einkaufengehen, übers gemeinsame Kochen. Mal den Spüli mit ausräumen lassen oder beim Bettenbeziehen helfen /helfen lassen, die trockene Wäsche zusammenlegen.
Je nachdem bei wem ihr gerade seid. Frauen sind doch allgemein hilfsbereit.

Ansonsten halte dir doch ein zwei Tage für dich frei, wo du zum Sport oä gehst.
Mein Partner ist auch immer mit bei mir. Aber wenn er was zu tun hat, erledigt er das dann eben erst, ehe er dann abends zu mir kommt.

Oder ich geh mal allein inlinerfahren oder was besorgen, erledige Artztermine oä und bin dann eben mal eine Weile nicht da.

Man man.... man kanns auch kompliziert machen.

Ihr müsst einfach zu einem echten WIR finden.
 
  • #11
Das ist vollständig ok. Kennst Du die Phasen in denen Beziehungen entstehen?

Der erste Hormonrausch ist weg. Jetzt langsam siehst Du Unterschiede, vielleicht auch Eigenschaften an ihr, die Dich stören. Knutschend auf der Couch ist ganz schön, aber nicht das ganze Leben lang. Igendwann ist auch wieder das Klavier oder ein Buch fast genauso schön.
Der Alltag beginnt. Wohnung aufräumen, mit anderen Freunden telefonieren.

Jetzt wird sich zeigen, ob es nur für Verliebtheit gereicht hat, oder ob ihr beide sagt, dass es für ein gemeinsames Leben passt und zum gemeinsamen Leben gehört der Alltag.

Nach dem Feststellen der Unterschiede und Makel, endet es, oder es geht weiter mit dem Verhandeln. Darin handelt ihr beide aus, wie ihr es handhaben wollt.
 
  • #12
Aber irgendwann ist genug gegessen, gespielt und gesagt.
Und sonst macht ihr nichts? Zusammen einkaufen, Kochen, Filme, Kino, Theater, Spazieren, Joggen, Fitness, Therme, Wandern, Radtour, Freunde und Familie treffen usw.
Geht im Moment nicht alles, aber das ist ja erst seit drei Monaten so.
Hängt ihr echt nur zu Hause rum? Da würde mir auch langweilig werden...
Es wurde ja schon mehrfach gesagt, lasst euch mindestens 1-2 Tage Freiraum, an denen jeder für sich etwas macht. Wenn man ganz zusammen wohnt, macht ja auch mal jeder was für sich. Mein letzter Freund ist auch relativ schnell jedes Wochenende bei mir eingezogen, so dass wir schnell dazu übergegangen sind, dass ich ab und zu auch mal ein paar Stunden was allein gemacht habe und er dann bei mir allein war und sich mit seinen Sachen beschäftigt hat. In einer Beziehung würde ich denjenigen dann nicht so sehr als Gast betrachten und erwarte, wenn er halb bei mir wohnt, dass er z.B. nach dem Essen auch beim Aufräumen hilft.
Grundsätzlich kann ich das Problem aber gut nachvollziehen, nach so langer Zeit Single sein fällt es nicht leicht, ständig jemanden um sich zu haben, so verliebt man auch ist.
 
  • #13
Ich kenne dieses Gefühl sehr gut und kann aus meiner eigenen Erfahrung heraus sagen, dass es nicht unbedingt ein Zeichen dafür sein muss, dass ihr nicht zusammenpasst. Mir ging es lange Zeit auch so: Wenn ich am Wochenende die Entscheidung treffen musste, ob ich es bei meinem Freund verbringe oder daheim bleibe, um Hausarbeit, Wäsche und Einkäufe zu erledigen, fiel mir die Entscheidung meistens sehr leicht – gerade im ersten Jahr, wo man sehr verliebt ist.

Aber gerade, wenn sich dann einiges angestaut hatte, habe ich mich zunehmend unruhig und rastlos gefühlt. Ich hatte ein schlechtes Gewissen oder habe mich geärgert, dass ich in der Zeit bei ihm in seinem Haushalt mithelfe, aber der in meiner Wohnung immer liegen bleibt. Derselbe Zwiespalt wie bei dir: Einerseits genießt man die gemeinsame Zeit und möchte gern viel davon haben. Andererseits kann man, gerade wenn man der Gast ist, nicht mal eben für eine Stunde seinen eigenen Kram erledigen, wenn man ständig aus dem Koffer lebt.

Wir haben das Problem nicht durch dauerhaftes LAT oder sich-seltener-treffen gelöst, sondern im Gegenteil durch zusammenziehen in eine neue, gemeinsame Wohnung. So hat nicht nur jeder sein Zeug vor Ort und fühlt sich gleichermaßen zuhause. Man spart bei einer gemeinsamen Haushaltsführung statt zweier einzelner auch enorm viel Zeit und Geld – Ressourcen, die dann wiederum ohne "Einbußen" in die bewusste "Quality Time" miteinander fließen können. Wobei selbst Aktivitäten wie Einkaufen und Wäsche machen zusammen Spaß machen können, wenn man sich gut versteht. ;)

Allerdings waren wir uns in anderen Aspekten ähnlicher als ihr beide. Zum Beispiel haben wir uns in derselben Musikszene kennengelernt (mit der für uns auch eine gewisse ähnliche Denkhaltung und Lebenseinstellung einhergeht) und schlafen beide gerne lange aus. Wie schwer diese Faktoren im Zusammenleben ins Gewicht fallen, wenn sie nicht übereinstimmen, kann ich also nicht beurteilen. Allerdings haben die anderen ForistInnen hierfür schon gute Lösungsansätze genannt, die sich sicher umsetzen lassen, sofern alles andere zwischen euch passt.

W, 27
 
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  • #14
Naja das Problem ist, dass ihr den anderen nicht Alltagspartner seht, sondern eher als Gast.
Kenne ich. Der Gast ist und bleibt etwas besonderes und wird niemals Alltag.

Das ist insbesondere ein Problem wenn es keine echten gemeinsamen Ziele wie z.B. Familiengründung oder ein gemeinsames intensives Hobbie gibt. Solche Aktivitäten helfen beim Übergang in einen gemeinsamen Alltag.

Zusammenziehen würde diese Alltag erzwingen. Das Ergebnis wäre ein Überwinden dieser Hürde oder das Beenden einer dann doch unpassenden Beziehung.

Ich laboriere im Moment an einer ähnlichen Fragestellung.

Sie hat tatsächlich langfristige Ziele, relativ bald weniger städtisch mehr ländlich leben und ein geerbtes Haus sanieren/modernisieren. Ein Projekt an dem sie eher zögerlich/ängstlich dran ist.

Ich sehe eher Konfliktpotential in einem Einstieg meinerseits in dieses Projekt. Ich würde einiges anders und schneller anpacken als sie aber es ist nicht meins also ist Zurückhaltung angesagt. Dies reduziert aber meine Bereitschaft sie diesbezüglich überhaupt zu unterstützen.

Ihr für ihr Projekt Zeit einzuräumen und nicht herum zu jammern wenn sie deswegen keine Zeit für mich hat ist übrigens nicht das Problem. Das Problem ist ihr hilfesuchendes Jammern ohne wirklichen Willen Ratschläge anzunehmen. Das ist kein unbekanntes Phänomen. Fast alle Menschen agieren in diversen Situationen so. Aber trotz dieser Erkenntnis bringt es mich auf Distanz.

Insgesamt ein schwieriger Balanceakt.
 
  • #15
Erstmal ist es doch gut, dass du das Problem erkennst und daran arbeiten willst.

Hier war das selbe Problem zu Beginn Thema, was aber definitiv hauptsächlich an mir lag. Ich kann mich in anderer Leute Wohnung nie ganz zu Hause fühlen. Egal wie meine Beziehung zu denjenigen ist. Andersrum gehts mir dann ebenfalls wie euch. Da ist jemand bei mir und ich kann ihn nicht alleine lassen.

Und jetzt kommt unsere Lösung.
Wir sind dann sehr schnell zusammen gezogen.
Da gab es kein Gast und Gastgeber Gefühl mehr UND wir haben uns direkt eine sehr große Wohnung genommen. 5 Zimmer. 3 dienen uns gemeinsam und jeder hat SEINS. Und wenn da die Tür zu ist, dann wird geklopft und man kann auch ruhig mal sagen: Nein, ich möchte jetzt hier für mich sein. Es wird auch in des anderen Zimmer nicht rein gegangen, wenn derjenige nicht da ist. Sitzt einer im Wohnzimmer kann sich der andere dazu setzen oder geht in sein Zimmer. Je nach Stimmung.
Hier erledige ich den Haushalt und dabei sitzt mein Partner auch nicht im Weg, sondern zieht sich zurück, weil er mich sonst stört.

Bei uns hat das zusammen ziehen also alles rund um verbessert.
In dieser Wohnsituation kann sich der Partner sogar Gäste einladen, wenn der andere eigentlich keine Lust hat und man tritt sich nicht auf die Füße.

Alles Gute von einer W30
 
  • #16
Mir geht es ähnlich, auch wenn wir nur eine LAT Beziehung haben. Wenn mein Partner bei mir ist, bei ihm in der kleinen Wohnung ist es schwieriger, außerdem hab ich Hund, Garten und Kind Zuhause.
Irgendwie habe ich immer das Gefühl, ich müsste mich um ihn kümmern, sitze gefühlt sinnlos herum, obwohl ich hundert Ideen habe, was ich erledigen will, auch auftanken kann ich eher alleine.
Mein Schatz macht nach Feierabend normalerweise nichts, nur Fußball schauen oder Metal hören.
Womit wir schon beim nächsten Thema wären. Metal macht mich auf Dauer aggro, auch politisch sind wir nicht auf einer Wellenlänge.
Hatte zwischendurch wirklich schon die Beziehung beendet, weil ich das Gefühl hatte, ich werde erdrückt.
Nach gemeinsamen Urlaub brauche ich dringend einen Tag zum auftanken und das bitte alleine.
Nur Herumsitzen macht mich verrückt.
Mittlerweile, nach Beziehung-Neustart mache ich klare Ansagen. "Wir könnten was im Garten machen, oder? Auf geht's "
Wenn ich nicht schiebe, passiert NICHTS.
Wenn er nicht will, kann er ja sitzen bleiben.
Genauso schalte ich auf "normale " Musik um, wenn es mir nicht passt.
Wahrscheinlich sind wir generell nicht besonders kompatibel.
Aber es gibt Lokomotiven und Waggons, hat letzthin jemand gesagt.
Und mein Freund gibt zu, dass er das Schieben braucht.
Ich bin ein sehr unabhängiger Typ, mein Freund braucht eher einen Animateur.
Mir war noch nie im Leben alleine langweilig, zu zweit schon eher!
 
  • #17
Ich sehe da zwei Varianten. Entweder ihr seht euch ganz gezielt einzelne Tage mal nicht, damit ihr Luft habt oder aber ihr zieht zusammen.
 
  • #18
Das nennt man Beziehungspflege. Statt sich dem eigenen Leben zu widmen, widmet man 4-7 Stunden täglich der Beziehungspflege. Gerade Männer sagen doch, dass Liebe nur über langfristige Freundschaft wächst.

Tut mir leid, aber diese Beziehung ist zum Scheitern verdammt, denn man kann nur glücklich sein, wenn man authentisch sein kann/darf. Du musst dich verstellen und jetzt geht dir die Puste aus.

Zudem ist Musik ein zeitintensives Hobby, wo man, wenn man gut sein will, 10 Stunden am Tag üben muss.

Überlege dir, ob du für eine Beziehung jetzt nicht schon zu "alt" bist. Tendenziell möchte man mit dem Verliebtsein und Herumgammeln und Herumturteln mit über 30 Jahren dann auch mal Schluß machen, um seine eigenen Träume zu verwirklichen. Man möchte einen "festen" Paltz und Ruhe einkehren lassen.

Es fängt schon an beim Aufstehen, denn sie läuft morgens langsam auf Betriebstemperatur, ich bin meist 5 Minuten nach dem Aufwachen fit.
Ja, dann sage ihr das direkt. Ich stehe schon vor 5 Uhr auf. Mich würde das nerven und auf Dauer auch meine Energie beeinflussen.
Warum muss man denn zusammenwohnen, wenn man so unterschiedlich ist und sein eigenes Ding machen will?



Es ist nicht so, dass wir uns nichts zu sagen hätten, haben wir genug und tauschen uns auch über alles aus, wir haben tollen Sex und lachen viel, wir essen täglich zusammen und spielen Spiele zu zweit.
Aber irgendwann ist genug gegessen, gespielt und gesagt.
Tja, deswegen bekommt man Kinder, um mal ein Level weiter zu gehen im Leben und seine Zeit nicht totzuschlagen mit Spielen und Reisen. Ich hab doch keinen Bock auf Brettspiele als erwachsener Mensch?!? Und toller Sex ist halt meist nur eine Affäre.
Überlege dir mal, was du willst!

7 Jahre Singlesein verdammt dich meiner Prognose nach zum Alleinsein.
Es ist nicht abzustreiten, dass das Leben alleine schöner ist, wenn man kreativ ist.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #19
Du stehst nicht zu deinen Grenzen...Ich habe nicht mal in meiner Ehe permanent aufeinander gehockt.

Ich interpretiere hier nicht mal rein, dass ihr nicht zusammen passt aber nicht vernünftig miteinander redet.
Und würdest Du ihr nach einem Jahr so gegenübertreten wie uns, dann kann es sich für sie anfühlen, wie eine negative Veränderung.

Was ist dabei noch das Bad zu putzen?
Mal miteinander zu schweigen...einer mit Buch und einer mit Kopfhörer auf
Und das man sich am Anfang gerne viel sieht ist normal aber Jahr auf Hobby etc verzichten oder Freunde....ist doch nicht gesund

Das Gespräch wie gesagt, solltest Du mit Vorsicht führen, damit es nicht ablehnend rüber kommt...
Und nicht bei der Musik anfangen...da würde ich eher Kopfhörer kaufen.
Aber mal sagen: ich weiß nicht was ich tun soll, Du bist mein Gast aber unten stapelt sich die Wäsche
Ich hätte sowieso freiwillig angefangen zu kochen und helfen etc, wenn ich jeden Abend da bin.

Oder das Du je nach Hobby mal wieder Sport brauchst, ein Freund angerufen hat etc.

Für mich die normalste Sachen der Welt

Und genauso seh es auch....
 
  • #20
Wir wohnen getrennt, aber sehen uns fast täglich und schlafen fast immer beeinander..... Ich "kann" in ihrer Gegenwart nicht die Dinge machen, die ich spontan gerne machen würde..... Wer weiß guten Rat?
Lieber FS,
es gibt nur zwei Möglichkeiten:
1. das "Gast"denkenaufgeben und eine richtige Beziehung führen. Dazu gehört, sich in seinem Zuhause auch in der gegenwart des anderen wohlzufühlen und seinen Dingen nachgehen, also Hausputz gemeinsam machen.
2. weniger Zeit miteinander verbringen, um die benötigten Freiräume zu haben.
 
  • #21
Also ich finde, dein Problem liesse sich doch eigentlich einfach lösen. Verbringt einfach weniger Zeit zusammen. Zum Beispiel „nur“ noch drei oder vier Abende pro Woche. Dann hättet ihr beide Zeit für euch. Ich habe meinen Freund auch nicht öfter gesehen, bevor wir zusammengezogen sind. Es ist doch normal, Freiraum zu brauchen.
 
  • #22
Zusammen einkaufen, Kochen, Filme, Kino, Theater, Spazieren, Joggen, Fitness, Therme, Wandern, Radtour, Freunde und Familie treffen usw.
Abgesehen von den Corona-Beschränkungen und einkaufen (sie hasst es) machen wir all solche schönen Aktivitäten. Man kann aber nicht jeden Tag solche Aktivitäten planen. Wir treffen auch zusammen und getrennt Freunde. Das ist alles nicht das Problem.

Ja, mit Kindern wäre es natürlich was ganz anderes, dann gibt's erstmal eh keine "Freizeit" mehr. Sie will aber keine.
Ob's durch zusammenziehen anders würde, habe ich auch schon überlegt, dann aber nur in einer großen Wohnung, wo fraglich ist, ob wir uns die leisten können. Und da habe ich Sorge was ist, wenn sich's nicht besser anfühlt. Dann hätte ich nicht mal mehr meine eigene Wohnung.

Ich bin übrigens selbständig, arbeite trotzdem nicht zu viel, aber - glücklicherweise - nach Lust und Laune. Wenn ich mal nach drei Stunden keinen Bock habe, hör ich halt auf. Wenn ich mal nach 10 Stunden noch zwei ranhängen will, mach ichs.
Das ist aber schlecht spontan möglich, wenn man "für's gemeinsame Abendessen" jeden Abend bei einem von uns verabredet ist. Ich habe nichts gegen verbindliche Planung, z.B. Theater, Kino, Freunde treffen. Aber "nur" fürs tägliche Abendessen zu zweit ist mir das zu viel "Verplanung"; ich finde es völlig ok, wenn man nicht jeden Abend zusammen isst, sondern nur jeden zweiten.

Das werde ich wohl einsehen müssen:-(((
Ich versteh einfach nicht, was es mir so schwer macht, fast unmöglich macht, morgens zu sagen: Ich will dich erst morgen wieder sehen, heute will ich auf meine Art arbeiten

Alter: Sie Mitte 30
ich: Mitte 40
8 Jahre Unterschied.
Vielen Dank für alle Antworten bis hierher!
 
  • #23
Auch wenn Du bei deiner Freundin bist, kannst Du doch etwas anderes machen, als mit ihr "rumzuhocken". Als ich und mein freund noch getrennt gewohnt haben, hat er oft etwas anderes gemacht als ich. Er wollte eine bestimmte Serie schauen, ich habe in der Zeit ein Buch gelesen. Ich habe mir einen SPA Abend gegönnt, er hat PC gespielt. Ich habe gekocht, er hat geputzt oder mal nur rumgelegen. Man kann sich doch in der Wohnung frei bewegen und eigenes Ding machen, auch wenn es nicht die eigene Wohnung ist. Und auch wenn sie bei dir ist, kann sie sich dort mit sich selber beschäftigen, ihr seid doch keine Kinder, die man dauernd bespassen muss..
 
  • #24
Hatte zwischendurch wirklich schon die Beziehung beendet, weil ich das Gefühl hatte, ich werde erdrückt.
Hat meine Liebste auch schon. Sie haben zusammen gelebt. Ein Grund warum ihren Antrag auf Zusammenziehen abgelehnt habe und auf LAT bestehe.

Nach gemeinsamen Urlaub brauche ich dringend einen Tag zum auftanken und das bitte alleine.
Geht mir genauso. Ihr auch. Sie scheint es aber nicht zu erkennen und wollte sich nach dem letzten Kurzurlaub erst nicht lösen. Ich war schon etwas genervt. Aber die Lösung kam dann von allein.

"Wir könnten was im Garten machen, oder? Auf geht's "
Nun das hätte meine Liebste auch gern im Garten ihres teils lehrstehenden, teils vermieteten, teils renovierungsbedürftigen Hauses. Ich fremdel damit allerdings und begrenze meinen Support. Die Mieteinnahmen, Steuereinsparungen sind ihre. Genau wie die Investitionen und Arbeit. Entscheiden tut sie bzw. eben nicht. Erben wird es ihre Nichte. Ich sehe da keinen Anlass selbst übermäßig viel beizutragen.

Die letzte Frau die mir dazu Anweisungen gegeben hat, hat dann, meinen Garten von mir zum Eheende übertragen bekommen.

Wenn ich nicht schiebe, passiert NICHTS.
...
Und mein Freund gibt zu, dass er das Schieben braucht.
Ich bin ein sehr unabhängiger Typ, mein Freund braucht eher einen Animateur.
Mir war noch nie im Leben alleine langweilig, zu zweit schon eher!
Meine Liebste ist gleichfalls ein unabhängiger Typ. Kam allein hervorragend klar. Sie hatte immer passende Mentoren. Ältere Freundinnen oder Männer.

Nun Urlaube, Ausflüge, Wanderungen, Radtouren und nur bis Corona mögliche Freizeitaktivitäten, selbst die meisten Paarverabredungen, auch mal als Spieleabend, organisiere ich. Ich strecke auch soweit notwendig das Geld bei Buchungen oder Kartenkauf vor. Wenn aufwendig gekocht wird, mach ich das.

Sie muss dann nicht geschoben werden aber nimmt diesen Service gerne an, zumal ich darauf achte wie ihre übrigen Zeitpläne sind.

Sieht man von IHREM Haus ab bekommt sie auch Unterstützung wie z.B., dass ich mit ihr Videokonferenzen geübt habe, Hardware einrichten, Blumen gießen während ihrer Reha, Besuche am Sterbebett ihres Vaters, ihres Cousins ...

Die Paarung Animateur und Konsument dürfte nicht selten sein. Aber manche Konsumenten halten sich selbst für Animateure.

Ich höre übrigens auch laute Musik und spiele Computerspiele und stapel Romanhefte. Kommt bei Frauen meist nicht so gut an.
 
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  • #25
Bei mir ist mal eine Beziehung genau daran gescheitert: Am Gast sein. 200 km Entfernung, also haben wir die Wochenenden miteinander verbracht. Wir haben gemeinsame Freizeitaktivitäten gemacht, Ausflüge, Einkaufen, Kochen, mal Gartenarbeit. Aber ich konnte bei ihm nicht mal eben eine Freundin treffen, er bei mir keinen Kumpel. Ich konnte bei ihm nicht Klamotten nähen, er hatte bei mir keine Band zum Proben. Es war also "Freizeitbeziehung", am Wochenende zuviel, unter der Woche manchmal zu wenig.
Zusammenziehen wollte er nicht wirklich (schlechte Erfahrung). Mir hat Alltag gefehlt und das eigene Leben am Wochenende. "Zu Gast sein" fühlte sich irgendwann falsch an.
 
  • #26
Ob's durch zusammenziehen anders würde, habe ich auch schon überlegt, dann aber nur in einer großen Wohnung, wo fraglich ist, ob wir uns die leisten können. Und da habe ich Sorge was ist, wenn sich's nicht besser anfühlt. Dann hätte ich nicht mal mehr meine eigene
Jetzt zahlt ihr doch für zwei Wohnungen auch Miete? Warum kann man sich dann keine gemeinsame größere leisten? Das erschließt sich mir nicht ganz.

Du sprichst nur davon, dass sie keine Kinder möchte. Möchtest du denn welche? Normalerweise liest man das ja eher andersherum. Mit Mitte 40 solltest du dich mal entscheiden und ggf eine Partnerin suchen, die auch welche möchte. Sonst bereust du das vielleicht später.
 
  • #27
Wir wohnen getrennt, aber sehen uns fast täglich und schlafen fast immer beeinander.
Selten ist ein Problem schneller zu lösen gewesen.
Es gibt nun ab jetzt mindestens zwei bis drei Abende ab denen ihr euch nicht trefft.
So simple.
Du wirst nicht drum rum kommen ihr in einen Gespräch deine Wahrnehmung mitteilen zu müssen.

Viel Glück

PS wie wäre es mir gar keiner Musik hören?
Praktiziere ich schon seit Jahren erfolgreich.
 
  • #28
Ich habe das gleiche Problem wie der FS.
Ich habe dieses Problem, seit ich denken kann, das war schon in der Kindheit so, daß ich vollends entnervt war, wenn man mein Zimmer betrat.

Heute, als Erwachsene, ist es mir unmöglich, allein zwei Nächte am WE mit einem Mann zu verbringen.
Ich hätte am liebsten es so, daß man sich am Sa paar Stunden sieht und er dann wieder in seine Wohnung fährt.
Freitag und Sonntag brauche ich für mich.
Weihnachten brauche ich für mich, Pfingsten etc....Sylvester will ich auch in Ruhe nachdenken können.

Sprich, ich bräuchte nur sehr sehr wenig Kontakt und Begegnung.
Ab und zu einen langen Spaziergang, der schon mal mind. 8 h dauern kann, sind für mich ein hochgradiger Genuß, auch wenn der Mann nicht allzu wissend oder belesen ist, ich kann die Unterhaltung über andere Ding des alltäglichen Lebens leicht führen, sodaß der Mann sich wohlfühlt.

Aber in meiner Wohnung angekommen, drehe ich fast durch, da ich dann nicht alleine sein kann.
Ich hasse es, zusammen zu übernachten. Frühs bin ich wach und kann mich dann in meiner Wohnung nicht bewegen wie ich will.
Das nervt mich sosehr, daß ich schlimme Aggressionen entwickle.

Nach dem Sex habe ich auch keinen anderen Wunsch, als dass der Mann am besten sofort aufbricht und zu sich fährt.
Sinnloses Gefahre zur Mutter eines Mannes mache ich nicht mit.
Das Gerede halte ich keine 20 min durch. Mir dröhnt der Schädel von diesem Gequatsche, welches nichts anderes als Nonsens ist, Schubidu..

Da gesellschaftspolitisch, kulturell/literarisch und naturwissenschaftlich interessierte Männer im Erwachsenenalter kaum noch zu daten sind, ist es ein so gut wie aussichtsloses Unterfangen, einen solchen Mann irgendwo aufzutreiben, der gleichzeitig unverheiratet und kinderlos ist.

Mit dem Pöbel ist es mal ganz lustig, aber sehr anstrengend und auf Dauer zum Scheitern verurteilt.
1 Jahr Pille schlucken, danach hole ich dann keine neue mehr, weil ich die aktuell bestehende Liaison wieder auslaufen lasse.
Ich will dann wieder mein Leben zurück, UNGESTÖRT Oper hören, Vorträge abscannen und mich in literarischen Ergüssen wälzen während ich am Tisch Kunsthandwerk fabriziere oder die Wohnung putze.

Was bin ich froh, wenn ich dann wieder meine vollständige Ruhe habe.
Sexuell wird nur deshalb agiert, zeitlich begrenzt, um nicht zu verkauzen, schließlich leben wir in einer Informationsgesellschaft und in keiner Wissensgesellschaft. Der Handy-Diktator und das TV Gerät ist der Masse bester Freund.

Was soll man da noch erwarten.
Die Welt ist verloren, und wir alle mit ihr.
 
  • #29
Euer Glück ist ja, dass es keine Entfernung ist, bei der es nur entweder-oder gibt. Ihr wohnt so nah, dass ihr euch nach Lust und Laune sehen könnt.

Das Doofe mit diesem Nahe-beieinander-Wohnen ist vielleicht aber auch, dass man sagen könnte "wenn ich gewusst hätte, dass du heute Klavier üben willst, hätte ich ja mal zu Hause bleiben können und mein Buch weiterlesen". Aber ich würde es trotzdem versuchen, mal drüber zu reden. Ich meine auch, wie sollte es sonst funktionieren mit zwei Leuten? Wenn man auch mal "nebeneinander" lebt und irgendwas tut, was einem wichtig ist, kann doch der andere im Netz surfen, lesen einen Film sehen. Nur, so lange ihr nicht zusammen wohnt, wird sich vielleicht immer die Frage stellen "was soll ich hier, wenn du sowieso was anderes machst".

Ich würde das mal so versuchen: "Ich fänd sehr schön, wenn du heute kommst und wir zusammen einschlafen können. Aber ich muss vorher noch xy fertig machen, also könntest du dein Strickzeug mitbringen, wenn es dir nichts ausmacht, den Abend damit zu verbringen, während ich im Nebenzimmer wühle. Oder wir sehen uns morgen."

Und dann mal gucken, was sie lieber macht - bei sich bleiben oder ihr Strickzeug mitbringen (oder im Netz surfen, ...).

Ich würde es auf jeden Fall ansprechen und drauf achten, dass es nicht so klingt, als wären Dir sie oder die Beziehung an sich zu viel.
Das wird schwierig zu sagen, dass Du gehen willst, wenn Du bisher noch einen Tag geblieben wärst. Es heißt ja: Ich wäre jetzt lieber allein. Es heißt nicht: Lass uns xyz zusammen machen, oh, wenn du nicht willst, stört es dich, wenn ich es allein mache und du machst derweil dein abc?
Sowas geht nur, wenn man zusammen wohnt und damit der "ZusammenRAHMEN" schon gegeben ist. Wenn das nicht ist, seid ihr "getrennt", sobald einer sein eigenes Ding macht und nicht ins gemeinsame Nest sondern in seins nach Hause geht.

Hast Du mal überlegt, wieviel Zeit Du der Beziehung in Deinem Leben geben willst und ob Du wirklich diese normale Zweierbeziehung leben kannst? Wenn man sich die Zeit allein einteilen konnte sieben Jahre lang, hat man sich vielleicht an vieles gewöhnt, das auf den Prüfstand muss, wenn eine Beziehung da ist. Du bist ja schon beim Putzen sehr speziell. Ich verstehe schon, dass es Dir so am meisten Spaß macht. Aber ist das wirklich ein Punkt, bei dem man sagt: Es MUSS aber so laufen, ich MUSS MEINE Musik dabei hören? Ist das besser als zusammen putzen?

Beziehungen erfordern Flexibilität und Kompromissbereitschaft. Einiges passt doch bei euch. Was spricht dagegen, es mal mit einer völlig neuen Musikrichtung zu versuchen? Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Du und sie nicht ein bisschen mal abweichen können vom eigentlichen Musikgeschmack, und irgendwas hören könntet, wo euch nach Tanzen zumute ist und das ihr ganz schön findet.
 
  • #30
Ob's durch zusammenziehen anders würde, habe ich auch schon überlegt, dann aber nur in einer großen Wohnung, wo fraglich ist, ob wir uns die leisten können. Und da habe ich Sorge was ist, wenn sich's nicht besser anfühlt. Dann hätte ich nicht mal mehr meine eigene Wohnung.
Auch ich frage mich, warum eine größere Wohnung nicht drin sein sollte, wenn ihr das zusammenlegt, was ihr jetzt einzeln zahlt. Nicht nur für die reine Miete, sondern auch für doppelte Energie- oder Internet-Verträge, Fahrtkosten zum jeweils anderen und was man sonst noch alles einsparen würde.

Die Sorge, die eigene Wohnung aufzugeben und sich auf eine neue Situation mit ungewissem Ausgang einzulassen, kenne ich nur zu gut. Ich habe damals auch sehr lange darüber nachgedacht - gerade in München überlegt man sich eine Wohnungsaufgabe wirklich doppelt und dreifach. Aber ich hatte mir einen Backup-Plan überlegt (ganz an meinen Studienort ziehen, zu dem ich aktuell nur pendle). Und ein befreundetes Pärchen von uns macht es aktuell so, dass sie während des Zusammenwohnens auf Probe ihre jetzigen Wohnungen erstmal nur untervermieten, befristet auf ein Jahr. Das nimmt den Druck raus.

W, 27