• #1

Gefühlschaos, Trennung

Hallo zusammen

Es ist für mich nicht einfach über eine für mich gescheiterte Beziehung zu sprechen. In dem Forum konnte ich aber verschieden sinnvolle Beiträge lesen und interessante Tipps entnehmen. Vielleicht erhalte ich noch treffende Tipps, wenn ich meinen Werdegang kurz erzähle.

Ich bin seit über 21 Jahren verheiratet und wir haben gemeinsam drei Töchter (zwischen 12 und 19 Jahren). Die Kindererziehung war nicht immer einfach da meine Frau oftmals anderer Meinung hatte und zum Teil bei wichtigen Entscheidungen selber entschied. Ihr Verhalten wirkte auf mich in extremen Streitgespräche immer wieder zynisch. Vor ein paar Jahren hatte ich eine Erschöpfungsdepression die mich sehr stark forderte. Da bemerkte ich das meine Frau grosse Mühe hatte mich in dieser schwierigen Situation zu unterstützen. Nur durch meine Aufforderungen und Bitten erhielt ich Unterstützung. Das war zusätzlich deprimierend. Seit dieser Zeit wurde mir Bewusst das die Beziehung vor allem durch mich beeinflusst wurde. Ging es mir Gut, ging es der Beziehung gut (Glaube ich jedenfalls). Hatte ich keine Kraft, ging es der Beziehung schlecht.

In der aktuellen Situation leben wir wie in einer WG im eigene Haus. Getrennte Bette und ein Hallo und Tschüss ist alles was noch übriggeblieben ist (nebst den Haushaltpflichten).

Mit der Frau habe ich auch schon über die Trennung gesprochen und Ihr ist die WG im Moment lieber.

Nun weiss ich nicht wie es weitergehen soll. Mein Gefühl sagt «auf und davon», mein Verstand sagt was passiert mit den Kindern, Haus, Unterhaltszahlung, Wohnungssuche oder doch im Haus bleiben, usw.

Was ist Eure Meinung zu der verzwickten Situation (Gefühl oder Kopf)?

Danke für Euren Input

45/m
 
  • #2
Die Ehe ist am Ende, offenbar euch beiden klar. Die Frage ist also, Trennung wann?
Stelle mit ihr neue Regeln zum Zusammenleben auf. Momentan hast du nicht die Kraft, dich zu Trennen, obwohl es vielleicht besser wäre für dich, einen klaren Schritt zu machen.
Im Endeffekt liegt die Entscheidung bei dir, abnehmen wird sie dir niemand.
 
P

Papillon

  • #3
Ich setze deine Geschichte mal fort, da ich sie von einer Person kenne die mir mal nah stand, ebenso begann. Ich schreibe Dir wie sie sich für ihn fortsetze:
Der Mann, damals 42 Jahre, entschied sich wegen der Kinder für die WG-Form mit der Ehefrau. Sex war seit Jahren Vergangenheit. Die Liebe der beiden war passé und sie lebten wie Geschwister. Nach ein paar Jahre lernte er eine neue Frau kennen und lieben, aber er schaffte es immer noch nicht wegen der Kinder und den Verpflichtungen (Kredit Haus ...) sich von Frau und Hof zu trennen. Das Drama war vorprogrammiert, als er sich nicht von der neuen Frau trennen wollte und sich ein Lügengebäude verschafffte. Es begann eine wirkliche Odyssee. Er war gefangen in zwei Welten und zerbrach daran. Er verlor den gut bezahlten Job, er verlor Frau mit Kindern und er verlor seine neu gefundene Liebe und steht vor einen Trümmerhaufen von seinem Leben und lebt seine Depression aus.
Fazit: Keine klare Entscheidung zu treffen ist nicht förderlich und bringt dich nicht weiter. Mit 45 Jahren finde ich dich persönlich zu jung um ein Gefangener der Welt/ deiner Frau zu sein.
 
  • #4
Ich schlage euch vor, eine Paartherapie zu machen, denn ihr scheint euch einander verloren zu haben und keine gemeinsame Sprache mehr zu finden.

Deine Erschöpfungsdepression kommt vermutlich daher, dass du dich verausgabt hast. Sowohl beruflich als auch vermutlich privat.
Hast du mit deiner Frau darüber gesprochen, wie du dich gefühlt hattest, als du die Depression bekamst und dass dich ihre mangelnde oder gänzlich fehlende Unterstützung sehr verletzt und noch tiefer deprimiert hatte?

Erzähle ihr, wie du dich im Moment fühlst und erzähle ihr das du das Gefühl hast ich würde dich wie zwei Fremde nebeneinander leben. So fühlt sich das für mich an, als würden zwei Fremde sich nichts mehr zu sagen haben und doch unter dem selben Dach wohnen und dabei bist du erst 45 Jahre alt.

Mir scheint es, es gibt nichts was euch - ausser eure Kinder - verbindet. Vermutlich kommt das daher, dass all eure Wünsche und Träume in Erfüllung gegangen sind: Heirat, Haus und Kinder. Ihr habt eures gemeinsame Ziel erreicht und es geht nicht mehr weiter! Ihr beide steht an einem Wendepunkt oder zumindest du, wo eine Entscheidung ansteht, welchen Weg ihr entweder gemeinsam nehmen wollt oder du alleine.

Die Situation scheint mir sehr verworren oder besser gesagt festgefahren und ich glaube, dass euch beiden nur eine Paartherapie helfen könnte, um zur Klarheit zu gelangen.
Bitte deine Frau eine professionelle Unterstützung an und schaue, wie sie darauf reagiert.

Wenn du selbst in Behandlung warst wegen deiner Erschöpfungsdepression, so ist dir das gar nicht fremd.
 
  • #5
Wenn ihr Euch örtlich trennt habt Ihr keine WG mehr. Wenn die Trennung eh schon soweit fortgeschritten ist daß es eine WG ist - warum nutzt man dann nicht den Vorteil der WG ?

Interessanter ist doch die Frage warum es soweit kam. Ich denke der Grund ist einfach, daß jeder seine Aufgabe übernommen hat: Du verdienst das Geld, sie kümmert sich um die Kinder. Ihrer Vorstellung nach sind es abgeschlossene Bereiche: Du redest ihr bei den Kindern nicht drein, sie redet Dir im Job nicht drein und konnte Dir so auch bei Deiner Krise nicht helfen.
 
A

Arcturus

  • #6
Vor ein paar Jahren hatte ich eine Erschöpfungsdepression die mich sehr stark forderte. Da bemerkte ich das meine Frau grosse Mühe hatte mich in dieser schwierigen Situation zu unterstützen.
Grundsätzlich ist es für Angehörige verzehrend, sich um Familie und eine/n Depressive/n zu kümmern. Depressive verlangen vom gesunden Ehepartner meist mehr Kraft ab, als die Kinder. Das habe ich mit meiner Frau umgekehrt erlebt. Da erwartest Du zuviel von ihr aber:

Mit der Frau habe ich auch schon über die Trennung gesprochen und Ihr ist die WG im Moment lieber.
Warum richtest Du Dich schon wieder nach ihr?
Du hast nur diese eine Leben. Du hast artikuliert, daß Du so nicht mehr leben willst, und sie sagt: "ich aber derzeit noch" und schon knickst Du ein?
Eheberatung?
Paartherapie?
Man kann auch im gemeinsamen Haus getennt leben - obwohl, das macht ihr ja schon.

Lies mal den Thread
https://www.elitepartner.de/forum/f...ng-der-maenner-trennungsgrund-nummer-1.63713/

Ganz am Schluß wird folgendes von den Frauen präsentiert:
Naja ... Also die Beziehungen, die ich kenne, sind zwar schon so, dass die Männer das nicht mögen, aber warum gehen sie dann nicht? Manche Frauen sind unerträglich, aber die Männer bleiben und bezahlen das gemeinsame Leben. Ich habe bei vielen Männern den Eindruck, dass sie sich nie auseinandersetzen damit, was Partnerschaft für sie bedeutet. Dh. sie gehen von dem Gehorsam der Mutter gegenüber über in den Gehorsam gegenüber der Frau, ohne sich zu emanzipieren und emotional abzunabeln. Dh. eben nicht geliebt zu werden, wenn sie nicht Männchen machen wollen, aber gleichzeitig auch Verantwortung zu übernehmen, wenn sie der Frau sagen, sie möge umziehen wegen der eigenen Karriere oder wenn Kinder da sind.
Vielleicht solltest Du im Interesse des eigenen Wohlergehens mehr auf die Meinungen von erfahrenen Frauen hören.

Und ganz wichtig: Du bestimmst mit Deinen Entscheidungen die Richtung Deines Lebens. Wenn Du erkannt hast, was Dir nicht gut tut und trotzdem (aus Vernunftgründen) bleibst, so ist einhellige Meinung vieler Forenbeiträge, daß Deine Klagen dann unberechtigt, weil selbst zugelassen sind.
 
  • #7
Du hast ziemlich langatmig dargelegt, dass ihr Euch nicht wirklich liebt. Vor allem liebt Deine Frau Dich offensichtlich nicht.Kenne ich.

Im Grunde ist diese Situation in langjährigen Ehen die Regel, die immerfortwährende Liebe ohne Anstregung ist die Ausnahme.

Der tiefere Grund liegt oft darin, das die meisten Frauen, aber auch viele Männe,r langfristige Entscheidungen, wie Heirat, von ihrer Persönlichkeitsstruktur her gar nicht nicht treffen können.

Keine Sorge, ist nichts Neues, gab's immer schon. Massenhaft

Hier im Forum gibt man sich auch gerne der Illusion hin, die Gefühle füreindander müssten immer toll sein.

In Wirklichkeit nehmen wir aber selbst willentlich starken Einfluss auf unsere Gefühle; hat auch viel mit Disziplin zu tun.

Ist Deine Frau denn noch attraktiv, oder hat sie sich gehen lassen? Trägt sie sexy Unterwäsche? Ist sie gut im Bett? Wenn ja, dann führe Deine Frau aus , heize die Leidenschaft wieder an.

Ich gebe aber zu, wenn keine Leidenschaft mehr entfacht weden kann (natürlich mit Sex) , dann würde ich mir auch überlegen, ob ich noch die 6-8 Jahre bis zur Erachsenereife der jüngsten Tochter durchhalte......
Eure 12-jährige Tochen wird leiden müssen. Die Schwester meiner Partnerin hat sich von der Scheidung der Eltern (da war sie 14) nie wieder erholt und kann kein wirklich normales Leben führen.
 
  • #8
Lieber FS,
leider viel zu wenige Informationen, um Dir was sinnvolles dazu sagen zu können.
- Ist Deine Frau berufstätig? Wenn ja, in welchem Umfang? Kann sie von dem Geld leben, welches sie verdient und teilweise ebenfalls für den Unterhalt Eurer Kinder aufkommen?
- Was ist mit den Kindern? Ist die 19-jährige bereits in der Ausbildung oder ist erkennbar, dass alls 3 eine lange Ausbildung mit Studium machen werden?
- Hatte Deine Frau lange berufliche Auszeiten während der Ehe, d.h. macht der Versorgungsausgleich Dich zu einem Renter am Existenzminimum und ist die Trennung Dir das wert?

Berechne mit einem Brutto-/Nettorechner und geänderter Steuerklasse Dein neues Nettoeinkommen und dann schau in die Düsseldorfer Tabelle, wie hoch Dein Selbstbehalt ist, wie hoch Unterhaltszahlungen an die Kinder sind. Weil die wenigsten Männer für 3 Kinder den vollen Unterhalt zahlen können, stellt sich die Frage nach dem Trennungsunterhalt für Deine Frau eher nicht. Willst und kannst Du von dem Selbstbehalt leben und das bis die Kinder ihre Ausbildung abgeschlossen haben?
Und wenn Du mangels Einkommen nicht den vollen Unterhalt zahlen kannst, welchen Einfluss hat das auf das Verhältnis zwischen den Kindern und Dir? Wie stehst Du dazu? Das sind die Fragen, die Du Dir stellen musst.

Was ist Dir lieber: Geldmangel noch auf lange Zeit und vermutlich bis an Dein Lebensende oder so weitermachen? Das ist eine Frage der persönlichen Prioritäten. Wenn Deine Frau Dir das Zusammenleben schwer macht, würde ich die Lebensqualität wählen und den damit verbundenen Geldmangel, weil sich das auf Dauer besser aushalten lässt als eine schlechte WG - gerade im Alter.
Schau' in die Düsseldorfer Tabelle. Dann weißt Du, wie Dein Selbstbehalt entsprechend Deinem Einkommen ist und wieviel Unterhalt Du für Deine 3 Kinder zahlen musst. Die wenigsten Männer sind finanziell in der Lage für 3 Heranwachsende den vollen Unterhalt zu zahlen
 
  • #9
Es wäre interessant, die Version deiner Frau zu hören.

Auch ich hatte einen schwachen, depressiven Mann.
Auch ich mußte mich um alles allein kümmern.
Auch mein Ex war enttäuscht, dass ich mich, wenn es ihm schlecht ging, nicht auch noch um ihn kümmerte.
Auch ich entschied vieles allein, weil er sich nicht zu Entscheidungen durchringen konnte, oft nicht mal zu einem Gespräch zur Entscheidungsfindung bereit war.
Auch ich hatte dann ganz sicher einen Ton am Leib, den er anderen als zynisch beschrieb.
Auch ich hatte in fortgeschrittenem Stadium der Zerrüttung keinen Drang mehr nach Gemeinsamkeit und es gab neben getrennten Betten auch allerhöchstens ein Hallo und Tschüß.
Was denn auch sonst, wenn man so enttäuscht worden ist ?

Ich habe nicht so lange an der Beziehung festgehalten, sondern mich getrennt. Danach wurde alles leichter.

Die Analogie ist Spekulation, falls es bei dir ganz anders ist, bitte ich um Verzeihung.

Mit drei Kindern war deine Frau ganz sicher genügend gefordert ( vielleicht heute noch, je nachdem, wie anstrengend die Kinder sind ).
Hast du sie denn genügend unterstützt ?
Hast du ihr den Rücken freigehalten ?
Konnte sie am Abend ausruhen, wenn du von der Arbeit gekommen bist ?
Der Alltag mit drei Kindern muß extrem anstrengend und gleichzeitig sehr langweilig und eintönig sein. Ich hatte nur ein Kind, aber die Tage, die ich mit ihm verbrachte, machten mich sehr viel mehr fertig als meine Erwerbsarbeit. Und das ganze mal drei !

Wenn ich mir vorstelle, dass sie sich dann auch noch um dich kümmern sollte, wenn es dir schlecht ging, kann ich gut verstehen, dass das nicht leistbar war.
Sie hat einen starken Mann gebraucht, der sich um sie und die Kinder kümmert, nicht umgekehrt.

Ich hatte das Glück, dass ich das ganze Geld verdiente, die ganze Haus- und Kindarbeit machte und mir die Wohnung gehörte.
Als mein Ex weg war, hinterließ er keine Lücke.
Bei euch würde es anders sein.
Blöde Situation. Trennung wäre sicher besser, aber wenn ihr euch das nicht leisten könnt / wollt, müßt ihr eben zusammen wohnen bleiben.
Für mich wäre das nichts....

w 48
 
  • #10
Vor ein paar Jahren hatte ich eine Erschöpfungsdepression die mich sehr stark forderte. Da bemerkte ich das meine Frau grosse Mühe hatte mich in dieser schwierigen Situation zu unterstützen.
Du bist Mitte 40. Vor ein paar Jahren waren Deine Kinder wesentlich jünger. Es ist mir ein wenig ein Rätsel, wie Du nur auf die Idee kommen kannst, dass Deine Frau Dich noch hätte unterstützen sollen, wenn sie sich um 3 Kinder bzw. Jugendliche kümmern muss, sowie vermutlich noch Teilzeit berufstätig ist. Dann rutscht sie auch in die Erschöpfungsdepression und wem ist damit geholfen.

ie Kindererziehung war nicht immer einfach da meine Frau oftmals anderer Meinung hatte und zum Teil bei wichtigen Entscheidungen selber entschied.
Nun zeichen sich Depressive selten dadurch aus, tatkräftig und entscheidungsfähig zu sein. Vermutlich war das bei ihr also ein Muss.
Wenn vor einigen Jahren bei Dir eine Erschöpfungsdepression diagnostiziert wurde (mit Mitte 30?), dann warst Du Jahre davor schon psychisch massiv angeschlagen und zuhause wenig brauchbar, wenn Du Dich parallel durch den Job kämpftest. Bis zur Diagnose braucht es ca. 7 Jahre. Klartext, Deine Frau hatte ungefahr kurz nach der Geburt des 2. Kindes einen depressiven Mann am Hals.

Ihr Verhalten wirkte auf mich in extremen Streitgespräche immer wieder zynisch.
Solche Aussagen bezweifel' ich immer sehr stark, wenn sie von psychisch Kranken kommen. Hohe Verletzbarkeit gehört zur Kernsyptomatik und verzerren die Sicht.
Vielleicht solltest Du Dich nicht nur im Selbstmitleid suhlen, sondern auch mal darauf schauen, was Du ihr mit Deiner schwachen Psyche an Leistung abverlangt hast. Das vergessen die meisten Depressiven gern. Ihnen wird in Therapien beigebracht auf sich zu achten, der andere dabei gern komplett vergessen, d.h. die persönliche Weiterentwicklung ist sehr schmalspurig - siehe Parallelthread.

Dennoch bleibe ich dabei: wenn Du die emotionale Kälte in Eurer WG nicht aushalten kannst, so nicht leben willst, dann übernimm' Selbstverantwortung für Dein Leben und lass' Dir von ihr nicht vorgeben, dass es bei WG bleibt, weil es für sie das Günstigste ist. Wenn Du die Verantwortung bei ihr ablegst, sorgt sie für sich, nicht für Dich. Warum sollte sie, wenn es nicht zusammenpasst?
 
  • #11
Was mit Haus, Kindern etc. wird, können wir dir mangels genug Anhaltspunkten nicht sagen, dazu solltest Du dich anwaltlich mal beraten lassen.
Eine Paartherapie braucht ihr nicht, denn die ist darauf angelegt, dass ihr ein - glücklicheres - Paar werdet. Aber bie euch ist noch nicht raus, ob ihr nicht auch getrennte Wege gehen wollt.
Ihr braucht eine Mediation, die ist ergebnisoffen.
Schlage ihr keine vor, fordere ein, dass sie mit dir eine macht! Das ist sie dir und den Kindern schuldig. Und eigentlich auch sich selbst.

Und ziehe nicht aus, wenn du es noch irgendwie aushältst! Sonst könnte es in eine finanziellen Katastrophe enden, die niemandem nützt, selbst nicht denen, die das Geld bekommen.
 
  • #12
Hallo Sumi,
Ich setze die Geschichte mal anders fort, hat allerdings einen etwas anderen Start.
WG mehrjährig - psychischer Zusammenbruch - Therapie - Analysieren der Situation beide Seiten rational / wirtschaftlich / rechtlich / Kinder sowie emotional. Welche Optionen. - Entscheidung Trennung - friedlich, einvernehmlich, viele Gespräche, therapeutische Begleitung - heute gutes Verhältnis, berufliche Zusammenarbeit, Kinder haben beide Eltern, Therapie im Abschluss mit Aufarbeiten der Hintergründe hinter dem Zusammenbruch, der Burnout war nur ein Symptom für ganz etwas anderes.
Eine ganz andere Lebensqualität für beide, statt einer nicht funktionierenden Partnerschaft, die beide mehr als belastete, eine wirklich gute Freundschaft und gegenseitige Wertschätzung.
Aber es brauchte erstmal den Mut auch unangenehmenen Wahrheiten ins Auge zu schauen, den Mut für Veränderungen, für den klaren Schnitt, das Zugeständnis, sich Unterstützung zu holen, und den unbedingten beidseitigen Willen zu einer positiven Lösung. Intensive Kommunikation.
Nach vorne schauen statt gegenseitige Vorwürfe, das Thema war anfänglich tabu, weil es nur zu weiteren und neuen Verletzungen geführt hätte. Aber nach der nötigen Distanz war die Rückschau auch möglich - und eine gegenseitige Dankbarkeit. Deswegen geht auch die Freundschaft.
(Ist aber ein immens anstrengender Weg gewesen, und überhaupt nicht einfach, für beide).

Hast Du noch therapeutische Unterstützung?
Hast Du schon mal die wirtschaftlichen und rechtlichen Optionen geprüft?
Bist Du Dir selbst im klaren, was Du möchtest, was Du brauchst und was Dir gut tut?
Die Gefahr einer erneuten Erschöpfungsdepression, wenn man seine Denk- und Verhaltensmuster soweit die belastenden Lebensumstände nicht verändert, ist Dir sicherlich bekannt.

Gut überlegte, geplante Aktion statt Reaktion; und Übernahme der eigenen Verantwortlichkeiten wäre jetzt für mich in dieser Situation das Wichtigste.

Paartherapie ist auch für trennungswillige Paare möglich, muss man allerdings selbst finanzieren. Trotzdem durchaus lohnend, wenn man den passenden Therapeuten gefunden hat.
 
  • #13
Nun weiss ich nicht wie es weitergehen soll. Mein Gefühl sagt «auf und davon», mein Verstand sagt was passiert mit den Kindern, Haus, Unterhaltszahlung, Wohnungssuche oder doch im Haus bleiben, usw.
Was ist Eure Meinung zu der verzwickten Situation (Gefühl oder Kopf)?
Danke für Euren Input
45/m
Wäre ich in einer solchen Situation, so würde ich gehen, keiner könnte mich halten, das ist keine Beziehung und erst recht keine Ehe! Du bist lediglich besetzt und belastet für eine glückliche Beziehung und das mit erst 45 Jahren, geht nicht! Ich handle nach Gefühl und Bauch und benütze den Kopf für die Umsetzung alles andere ist Unterdrückung in eigener Person in eigener Sache! Und eine zweckorientierte Beziehung möchte ich niemals, eine Beziehung sollte ausschließlich durch Liebe geschehen! Quäle dich nicht länger und treffe Entscheidungen, die dir gut tun! Andere nehmen auch keine Rücksicht auf dich!
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #14
Du hast möglicherweise noch immer so stark mit Dir selbst zu tun, dass Dir nicht klar ist, wie Du auf Deine Familie wirkst.

- Hast Du mal versucht, Dich in die Situation des Partners zu versetzen, der gefragt wird, ob nicht eine Trennung besser sei? - Du klingst so, als ob Du Deiner Frau eine Mitschuld an Deiner Situation und Depression gibst, getrennte Betten Dich angesichts der Lage wundern und Mithilfe im Haushalt einen Extrabonus wert wäre.
- Es wirkt auf mich nicht ehrlich, dass ausgerechnet Dein Kopf das Argument "Kinder" für ein Bleiben anführt. Es müsste das Argument des Gefühls sein - Ist es aber nicht.

Klare Entscheidungen sind für alle Beteiligten am besten. Entweder, ihr versucht, Eure Ehe wieder in Gang zu bringen, das wird - wenn überhaupt - nur mit Hilfe von außen und bei gutem Willen beider Partner möglich sein.

Oder der Zug ist schon längst abgefahren. In dem Fall ist es wichtig, der Realität ins Auge zu blicken, die innere Trennung zu akzeptieren. Dann stellt sich nur noch die Frage, ob, wann und wie ihr Euch äußerlich trennt. Schaffst Du Dir im Haus einen eigenen Bereich oder einer nimmt eine (bezahlbare) Wohnung (in der Nähe)? Wie wollt ihr die Verantwortung als Eltern wahrnehmen (emotional, materiell, haushalts- /schultechnische etc.)

Ich würde anhand Deiner Schilderung schlussfolgern, dass sich Deine Frau innerlich schon von Dir getrennt, zumindest emotional großen Abstand genommen hat. Aufgrund der Kinder und des Hauses wurde nur die äußere Trennung noch nicht vollzogen. Du klingst übrigens genauso.

Falsche Erwartungen führen bei allen Beteiligten zu Frustrationen und verstärken Depressionen. Ihr solltet also ehrlich miteinander reden. Trotz Depression trägst Du Verantwortung für andere, zumindest für Deine Kinder. Lenke Deinen Focus mal auf sie. Was denken sie über Eure Beziehung, welches Verhältnis haben sie zu Dir bzw. Du zu ihnen? Wie würden sie mit der Situation der inneren bzw. äußeren Trennung klarkommen?
 
  • #15
Zuerst einmal finde ich es gut, dass Ihr gemeinsam in Eurem Haus weiterhin lebt; das ist pragmatisch und sinnvoll. Zu schnell fasst man den spontanen Entschluss, auszuziehen...und dann hat man den Salat. Ich habe ein aktuelles Beispiel im Bekanntenkreis: Er zog spontan aus dem Haus in eine kleine "Butze", zwei studierende Söhne, Frau nie gearbeitet. Er ist mittlerweile auf Selbstbehalt (verdient gut als Beamter) und das Haus musste verkauft werden. Die Söhne wollen nichts mehr mit ihm zu tun haben und seine nach der Trennung kennengelernte Partnerin will nun aufgrund seiner prekären finanziellen Verhältnisse auch nichts mehr von ihm wissen. Mittlerweile bereut er, dass er nicht, so wie Du, erst einmal WG-mäßig mit seiner Frau im Haus geblieben ist. Daher rate ich Dir, erst einmal in Deiner WG auszuharren und die Lage ausführlich zu eruieren. Kommt Zeit, kommt Rat.....Alles Gute
 
  • #16
Lieber FS, ich empfände das zusammen wohnen bleiben als zermürbend. Interessant finde ich aufgrund der schwierigen finanziellen Lage und die Lebensqualität der Kinder das sogenannte Cocooning. Man würde nebenbei ein kleines, möbliertes Zimmer ggf in der Nähe nehmen. Dort wechselt man sich dann mit der Frau im Austausch ggf ab. Einer bei den Kids im Haus, einer im Zimmerchen. Manche tun es wöchentlich. Manche in eigenen Rhythmen, weil die Frau sich z. B. mehr um die Kinder kümmert. Arbeitszeit ggf anpassen. Finanziell hätte man das geringere Übel von beiden. Es müsste ein gemeinsames Konto geben, von dem die Kosten abgehen für Wohnraum und Kids. Jeder hat noch ein kleines Taschengeld für die eigene Versorgung in der Wohnung. Im Haus isst man ja mit den Kids. Am besten wäre eine Putzfrau, die immer klar Schiff macht vorm Wechsel. Und einen genauen Plan für sonstige Arbeit am Haus. So hat man kein "ich muss Deinen Dreck wegputzen" und "alles bleibt an mir hängen". Beide hätten viel von den Kids, die nicht das dauernde Gewechsel und, wie ich mir vorstellen kann, eine gute psychische Ausgangssituation zur Verarbeitung. Immer ist eine der Bezugspersonen da. Neue Partner haben in Wohnung und Haus nichts verloren. Das sind "Schutzräume". Hat jemand einen neuen Partner, kann er natürlich auch in der kinderfreien Zeit zu dem. Und man könnte vereinbaren, dass man sich einmal im Jahr zusammen setzt, ob alles so bleiben soll, um auch die Möglichkeit zu geben, die Vereinbarung aufzukündigen. Gerade wenn die Kids irgendwann "flügge" sind und das Haus verkauft werden kann.
Alles Liebe
W43
 
A

Ares

  • #17
Für beide eine schwierige Situation.

Der Knackpunkt dürfte aus meiner Sicht das Geld sein. Nach Düsseldorfer Tabelle bleibt Dir nach Abzug des Kindesunterhaltes etwas über die Hälfte des Nettoeinkommens. Wenn davon noch Ehegattenunterhalt zu leisten ist, bleibt der Selbstbehalt übrig. Für eine Depression dürfte das nicht gerade ein günstiger Zustand sein.
Auch wenn ich sonst eher für einen klaren Schnitt plädiere, würde ich mich hier bis zum Auszug der kleinsten Tochter mit einer WG arrangieren, wenn das für beide ok ist. Deine Frau sollte sich möglichst in der Zeit eine eigene Existenz aufbauen, Du solltest sie dabei unterstützen.
Es zeigt sich, dass eine langjährige Ehe mit drei Kindern bei Trennung auch ein Altersarmutsrisiko ist.

Ich kann die Beiträge hier nachvollziehen, dass es für die Partnerin eines depressiven Mannes nicht einfach ist, auch noch zu unterstützen, wenn sie drei Kinder hat und ja auch in einer schwierigen Situation lebt.
Wenn ihr auf eine friedliche Trennung hinarbeitet, geht es vielleicht für beide einigermaßen, wenn nicht, gibt es ein Problem...
 
  • #18
Danke für Eure vielseitigen Ratschläge und einige Fortsetzungsvarianten meiner Geschichte. Viele Euren Gedanken bestätigen mir das ein Zusammenleben in einer WG im Moment für die Kinder und die Finanzen besser ist. Die Erschöpfungsdepression konnte ich in der Zwischenzeit überwinden und eine höhere Weiterbildung erfolgreich abschliessen. Meine Frau arbeitet im Teilzeitjob was sie ein wenig unabhängiger von mir macht. Leider ist ihr Job für Sie auch nicht so befriedigend und herausfordernd. Wichtig erscheint mir das ich für die nahe Zukunft neue Ziel setze um auf andere Gedanken zu kommen. Längerfristig werde ich einen geregelte und für beide Parteien akzeptable Trennung gemeinsam planen. Für weitere Inputs zu meiner Situation bin ich Euch dankbar.
 
  • #19
Bei allem Respekt, ich finde auch du klingst nach Selbstmitleid.

Wie es weitergeht ist einfach: du verbleibst in der WG und auch verheiratet, weil du dich zu keiner Entscheidung durchringen kannst. Und es ist ja viel einfacher und bequemer so. Dann hast du irgendwann wieder Sehnsucht nach Liebe, lernst nette Frauen kennen und bist dann auch einer von jenen Männern, die noch 100 Jahre verheiratet sein wollen/müssen, wegen der Kinder, dem Haus, der Katze, dem Goldfisch oder warum auch immer. Dann klagst du, dass die Frauen dir weglaufen und dich wegen deiner Situation verurteilen und eröffnest hier einen weiteren Jammerthread zu diesem Thema.

Ich kann es wirklich nicht mehr hören. Noch ein Mann, der keine Eier in der Hose hat, um sein Leben in die Hand zu nehmen und klare Schlussstriche dort zu ziehen wo sie nötig sind.

PS: deine Frau hat wichtige Entscheidungen allein getroffen und wurde zynisch? Du darfst dich fragen warum. Mich wundert es nicht.
 
A

Ares

  • #20
...ein Zusammenleben in einer WG im Moment für die Kinder und die Finanzen besser ist. ...
Aus meiner Sicht eine gute Entscheidung. So hat auch Deine Frau mehr Zeit, sich auf die Trennung vorzubereiten und ihren Job zu wechseln oder aufzustocken. Unterstütze sie so, dass sie Gelegenheit hat, in absehbarer Zeit auf eigenen Füßen zu stehen. Sie kann sich dann ja genauso weiterbilden und das Arbeitsleben ist eben nicht immer nur Vergnügen.
So gibt es insgesamt weniger Chaos. Ich wünsche Euch viel Glück.

Ich kann es wirklich nicht mehr hören. Noch ein Mann, der keine Eier in der Hose hat, um sein Leben in die Hand zu nehmen und klare Schlussstriche dort zu ziehen wo sie nötig sind.
Grundsätzlich richtig. Manchmal ist es aber einfach vernünftiger, sich erstmal nicht zu trennen. Es gibt ja, hier immer wieder zu lesen, genügend Frauen, die sich auch auf verheiratete Männer einlassen. Jedenfalls mehr als solche, die was mit einem geschiedenen Mann anfangen, der lieber als "unterhaltsgeplündert" verspottet wird.
Frauen sind da leider öfter mal ambivalent. Auf der einen Seite ist es für die Ehefrau bequemer, den Teilzeitjob zu behalten, mit Unterhalt "aufzustocken" und nicht auf eigenen Füßen zu stehen. Lernt sie einen anderen Mann kennen, legt sie natürlich Wert darauf, dass er ihr weiterhin dieses Leben bieten kann.
Leider führt die Konstellation Ehe, die der FS geführt hat, zu heftigen Problemen, wenn es schiefgeht.

Wir Männer müssten uns viel konsequenter auf die Emanzipation der Frau einlassen. In viel zu wenig Beziehungen gehen beide auf einen Teilzeitjob und vereinbaren, dass kein finanzieller Ausgleich für das jahrzehntelange Großziehen von Kindern fliesst. Wenn eine Single-Frau als AE ein Kind bekommen möchte, geht es ja auch.
 
  • #21
Manchmal ist es aber einfach vernünftiger, sich erstmal nicht zu trennen. Es gibt ja, hier immer wieder zu lesen, genügend Frauen, die sich auch auf verheiratete Männer einlassen. Jedenfalls mehr als solche, die was mit einem geschiedenen Mann anfangen, der lieber als "unterhaltsgeplündert" verspottet wird.
Vielleicht sieht man daran ja auch, wie unzufrieden die Frauen mit den noch gebundenen Männern und der Ehefrau im Hintergrund sind. Zahlreiche Klagethreads sprechen dafür.
Ich habe jedenfalls noch nie einen Mann verspottet und kenne keine Frau, die das tut. Schon gar nicht wegen Unterhaltszahlungen, die nur ihn etwas angehen. Jeder hat sein Vorleben, so lernt man die Person kennen und entscheidet ob man damit umgehen möchte oder nicht.

Die Noch-Ehefrau agiert sicher vernünftig. Sie überlegt, wie es ihr am Besten passt und zieht das durch. Und wenn sie klug ist, kassiert sie irgendwann auch die Witwenrente. Was kümmert sie eine eventuelle Next? Der FS sollte sich wirklich emanzipieren.
 
  • #22
Meinung von #12 INSPIRATIONMASTER finde ich völlig richtig!!! ....... Wenn du Ein richtiger Mann bist, kannst immer zur deinem Wort stehen... was dir Selbstbewusst und starkt ist ... du bist frei im denken, im Handeln und Entscheiden. ..
Alles gute für das neue Jahr
Gruß weiblich 43