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  • #61
Mal abgesehen davon, dass die von manchen geforderte absolute Treue wider der menschlichen Natur ist, gibt es doch allerhand praktische Probleme.

Wie sollte man denn z.B. damit umgehen, wenn der eine Ehepartner den anderen am ausgestreckten Arm verhungern lässt. Das kann für sich genommen ja auch schon verletzend sein, es kann sogar die Qualität von Gewalt sein. Da könnte man sich schöne Fälle ausdenken.

Ich glaube, die Idee ist wenig durchdacht. Wäre es denn z.B. möglich, dass jemand aus Notwehr ehebricht, weil er oder sie es einfach nicht mehr aushält? Und müsste man nicht umgekehrt auch sicherstellen, dass der Anspruch auf Vollziehung der Ehe vollstreckt werden kann? Und wie bringt man das in Einklang mit dem Verbot von Vergewaltigung, wenn der andere einfach nicht will? Und wie sähe es aus mit der Versuchsstrafbarkeit? Wann genau finge denn der Ehebruch an?

Si tacuisses, kann ich da zu manchen Mitdiskutanten nur sagen.
 
G

Gast

  • #62
@54
Ich glaube das wäre der einzige Grund für mich zu heiraten.

m30
 
  • #63
@#61
Weil Du im Falle des Ehebruchs bestraft wirst? Na, dann herzlichen Glückwunsch an Deine Zukünftige!
 
  • #64
@60
wie geschrieben bin ich auch dagegen menschliches mit Strafe zu belegen. Aber Deine Argumentation ist leider recht sonderbar.

Aus Notwehr ehebrechen? Au Mann, wie das denn? Wenn ich derart unter Druck stehe, wenn ichs nicht mehr aushalte dann geh ich- aber komplett und nicht in ein anderes Bett um dann wieder zurückzukehren.

Und Nein, Treue ist keineswegs wider die menschliche Natur. Man wird nicht als Betrüger geboren.

@all. Meiner Erfahrung nach straft Fremdgeher irgendwann das Leben sowieso. Ich hab noch keinen gesehen der damit wirklich glücklich geworden wäre.
 
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Gast

  • #65
@60
Notwehr zu vögeln hab ich noch nie gehört, sowas gibts doch nicht. Was hält er/sie denn nicht mehr aus? Kein Sex, dann reicht doch auch Selbstbefriedigung.
 
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Gast

  • #66
hier nochmal #54
auch ich war immer treu in meinen Beziehungen und wenn ich heirateten würde, dann auch mit der festen Absicht treu zu sein. Das haben sich sicherlich Tausende geschworen, doch konnten sie es nicht einhalten. Der Mensch ist bei allen guten Absichtserklärungen letztlich nur ein Mensch und nicht unfehlbar.
 
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Gast

  • #67
Mein Eindruck ist, dass einige Foristen übersehen, dass es Alternativen zum Fremdgehen/Ehebruch gibt (die somit keine Bestrafung nach sich ziehen würden):

Alternative 1: ggf. versuchen die Probleme innerhalb der Ehe zu lösen, statt einfach mit einem anderen Partner/einer anderen Partnerin die Ehe zu brechen

Alternative 2: sich trennen und nach einem anderen Partner/einer anderen Partnerin Ausschau halten

Alternative 3: vertraglich eine "offene Ehe" vereinbaren, dann weiß jeder der beiden Beteiligten woran er/sie ist und kann sich darauf einstellen bzw. ggf. Vorsichtsmaßnahmen was die Gesunderhaltung etc. angeht treffen (und wer weiß, vielleicht würden manche die Eheschließung dann doch lieber unterlassen ;-) )

Gegenwärtig ist die Situation so, dass der/die Ehebrecher/in/Fremdgänger/in für sich selbst Privilegien in Anspruch nimmt, die dem Ehepartner nicht zugestanden werden, der Ehepartner einem erheblichen Gesundheitsrisiko ausgesetzt wird, das Vertrauen, das ein liebender Mensch entgegenbringt, mißbraucht wird, der Ehebrecher/die Ehebrecherin "alles" haben will (warmes Nestchen/goldene Kreditkarte, Sex mit Dritten) u.v.m..

w/48
 
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Gast

  • #68
also ich hätte nichts gegen geldstrafen bei ehebruch
dass ladendiebstahl schlimmer ist, kann ich nicht so recht einsehen
m34
 
  • #69
@#63
Gottlob ist Ehebruch nicht strafbar. Aber wäre es so, wie manche hier fordern, wäre es mein Job, mir solche Gedanken zu machen. Natürlich ist das abwegig. Aber Ehebruch zu bestrafen, ist aus meiner Sicht ebenso abwegig.

Und, dass jeder Mensch als Betrüger auf die Welt kommt, habe ich auch nicht gesagt, Kalle. Ich sagte lediglich, dass Monogamie nicht unbedingt genuin menschlich ist, sondern eher eine "Errungenschaft" unserer westlichen Zivilisation. Biologisch determiniert sind wir dazu aber nicht.

@#64
Natürlich gibt es das nicht, aber es gibt ja eben auch keine Strafe für Ehebruch. Und Selbstbefriedigung ist nicht das gleiche, wie der Vollzug der Ehe, jedenfalls nach meinem Verständnis.
 
  • #70
Noch ein Nachtrag @#63: Ehebruch heißt nicht zwangsläufig, dass ich wieder zu meinem Ehepartner zurückkehre, nachdem ich irgendwem anderes nachgestiegen bin. Wenn Du gehst, begehst Du auch Ehebruch.
 
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Gast

  • #71
Ehebruch sollte bestraft werden, weil Ehebruch der "kälteste Betrug" ist- viel schlimmer als wenn man z.B. seinen Geschäftspartner beklaut oder sonstigen Leuten ins Gesicht lügt.
Ehebruch gefährdet massiv die seelische Gesundheit des Partners, der sich einem anvertraut hat- der ganz "nackt" ist und ohne Schutz.
Jeder Ehepartner möchte und wünscht, dass sein/e Angetraute/r geöffnet ist für ihn.
Jemand der fremdgehen möchte, MUSS den Ehepartner vor dem Fremdgehen informieren, damit dieser sich schützen kann und ZUMACHEN kann. Wer das nicht tut, und fremdgeht
und danach sogar dann nochmal mit dem ahnungslosen Partner verkehrt, hat meiner Meinung nach kriminelleste Energien.
 
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Gast

  • #72
zur Kostenfrage:
wir alle tragen übrigens die Kosten, wenn die Partner bei einer Trennung Hilfe vom Amt brauchen. Nicht jeder finanziert mal eben zwei Wohnungen, Unterhalt, etc.
Mal ganz abgesehen von Neuanschaffungen, Schulden, Psychotherapien. Woher kommt wohl das Wohngeld, Unterhaltsvorschuss (von welchem Geld soll es der am Limit lebende Unterhaltspflichtige zurückzahlen), Arbeitslosengeld etc.?
Richtig, Deutschland Deine Steuerzahler.
 
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Gast

  • #73
@71
Tja, und da hätten wir doch einen Schuldigen, der den Zahlemann/frau machen kann: der Fremdgeher. Warum soll die Allgemeinheit die Kosten für Fremdgehen tragen?
 
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Gast

  • #74
Ich bin dafür, dass Menschen ihre zwischenmenschlichen Beziehungen auch in Zukunft größtenteils selbst regeln- wie unselbstständig wollen wir denn noch werden?
Abgesehen davon finde ich es weltfremd zu glauben oder zu behaupten, dass "der Fremdgeher" eine glückliche Beziehung zerstört. Zu einer Beziehung gehören zwei und wenn einer davon soweit ist mit einem fremden ins Bett zu steigen dann hat der Partner seinen Teil dazu beigetragen, ob er das nun einsehen will oder nicht. Diese Opferhaltung ist in einer Zeit wo Selbstreflextion jedem Erwachsenen ein Begriff sein sollte, traurig, wenn man darüber hinaus aber nun auch noch Geldstrafen fordert schlicht weltfremd und maßlos überzogen. Waswenn "der Fremdgeher" die Trennung gar nicht will? Soll dann der andere zahlen weil er die Beziehung mutwillig beendet obwohl der Partner bereit ist an der Beziehung zu arbeiten?Wo soll denn das bitte hingehen- als nächstes kann ich jemanden verklagen weil er mir nen Korb gegeben hat, ich versetzt wurde oder mich jemand auf der Straße blöd von der Seite anmacht.
 
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Gast

  • #75
@73
Wenn Du meinst, dass der Betrogene seinen Teil zum Fremdgehen beigetragen hat, dann stimmt das nicht. Es werden Leute betrogen, die NICHTS dafür können. Hinzu kommt, dass der Fremdgeher sich vorher auch trennen kann. Wo ist das Problem, alle Gründe für "Ich kann mich nicht trennen." sind vorgeschobene Gründe.

Was heißt er ist bereit an der Beziehung zu arbeiten? Fremdgehen gehört bestimmt nicht zur Arbeit hinzu und ist kontraproduktiv (vorher). Warum war der Fremdgeher nicht vorher bereit daran zu arbeiten? Man kann ja wohl kaum verlangen, wenn der eine Partner an der Beziehung arbeiten will, dass der andere dann sagt "Okay, wenn du daran arbeiten willst, dann muss ich meinen Wunsch zurückstellen und lebe weiterhin mit dir zusammen, obwohl ich das gar nicht möchte."

Was wenn der Fremdgeher die Trennung nicht will? Pech gehabt, der Betrogene wollte auch nicht hintergangen werden.

Verklagen wegen Korb, ist natürlich mit einander zu vergleichen (Ironie)
 
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Gast

  • #76
@#74
Was heißt denn nichts dafür können? Offensichtlich fühlte sich der Fremdgeher so unwohl in seiner Beziehung, dass er tat was er tat. Dass da der Partner so unschuldig ist, ist doch sehr stark zu bezweifeln. Ist das eine glückliche Beziehung wenn mindestens ein Partner nicht mehr das Gefühl hat über seine Wünsche sprechen zu können? Haben nicht beide Partner "Schuld" daran, dass eine Partnerschaft so ist wie sie ist. Selbst wenn einer nichts getan hat so ist es doch diese Untätigkeit die die Beziehung mitgeformt hat. Wie viele Frauen und Männer sehen weg wenn sie betrogen werden, ertragen still weil sie die Beziehung retten wollen- wie hat sich da die Kommunikation vorher gestaltet wenn schon bei so schweren Beziehungsproblemen der Mund nicht aufgemacht wird.
Und wie wäre es mit Geldstrafen wenn ein Partner kein Kind möchte obwohl er zu Anfang meinte er wolle eines? Ist das nicht auch arge Täuschung? Und was wenn er sich als unfruchtbar herausstellt? Rückgaberecht weil beschädigt geliefert? Was wenn sich ein Partner sexuell verweigert? Ist erfüllte Sexualität einklagbar? Und was wenn jemand fremdgeht nachdem er sich erfolglos um sexuellen Kontakt mit dem Partner bemüht hat? Wo ist da die Bereitschaft des anderen an der Beziehung zu arbeiten? Das kann man sich doch von alleine denken, dass wenn mein Partner einen offensichtlichen Drang nach Sex hat er sich den woanders holen wird wenn ich das nicht biete. Wenn es ihm nicht gefällt dann soll er offen und ehrlich gehen? Ohja, das ist beliebt: Nichts zu der Lösung beitragen, sturr aussitzen und dann wenn der andere nen Fehler macht nach Geldstrafen schreien. Da wird die eigene Unbeweglichkeit zur Jungfrau Maria erklärt.

Es bleibt dabei, zu einer Beziehung gehören zwei und wer den Partner vor Gericht für seine Verantwortung grade stehen lassen will sollte sich gleich mit auf die Anklagebank setzen und seinen eigenen Verantwortungsbereich durchleuchten lassen.
Hier geht es doch nur um Rache, um verletzte Eitelkeit und nicht um Recht oder Unrecht.
Man will den anderen bluten sehen, will die Aufmerksamkeit und dass einem der Staat nen Opferorden überreicht und über den Kopf streichelt. Oder ist es nur Geldgier die einem da treibt?

Was ist das überhaupt für eine Absicht seelischen Schmerz mit Geld stillen zu wollen? Wenn denn schon, dann wird nich Geld gegeben sondern Gutscheine für nen Psychologen- na da schaun wir mal wie viele "Opfer" klagen wenns nichts "Vernünftiges" zu holen gibt.
 
G

Gast

  • #77
@74
Du bezweifelst zwar, dass der andere Partner unschuldig ist, aber soetwas gibt es. Ja, dem ist nicht immer so, trotzdem ist es einfach nur mies, wenn man fremdgeht, was nicht sein muss.

Nein, es ist keine glückliche Beziehung mehr und DANN muss man handeln und da ist fremdgehen sicher der falsche Weg. Also wer hat etwas falsch gemacht? Der Fremdgeher. Selbst wenn der Betrogene den Mund nicht aufgemacht hat, ist es kein Grund fremdzugehen. Außerdem scheint eher der Fremdgeher den Mund nicht aufzumachen, denn sonst hätte er Schluss gemacht. Wenn jemand still schweigend das Fremdgehen so hinnimmt, dann kann er das gerne tun. Wenn nicht => Geld her. Warum sollte es bei so einem Fall um Rache gehen und bei einem Autodiebstahl nicht bzw. um Recht und Unrecht? Wenn der Fremdgeher denkt, dass der Partner nicht genug an der Partnerschaft arbeitet (nicht bereit Sex zu haben) kann er doch bevor er Sex mit jemanden anderen hat Schluss machen. Nein, dann kann man sich nicht denken, dass sich der Partner den Sex wo anders holt, schließlich denkt man ja auch, dass einem der Partner nicht weh tun möchte und denkt, dass er auch Selbstbefriedigung machen kann. Was heißt nichts dazu beitragen? Der Fremdgeher ist doch derjenige der den Mund nicht aufbekommt. Wenn er gesagt hätte "Gibst Du mir den Sex nicht, dann hol ich mir den woanders." würde wahrscheinlich der andere Partner Schluss machen.

Es bleibt dabei, auch wenn zu einer Beziehung zwei gehören, hat es der potentielle Fremdgeher selbst in der Hand Schluss zu machen oder nicht mit anderen zu schlafen. Gutschein kommt aufs Gleiche raus, denn der muss ja erstmal bezahlt werden.
 
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Gast

  • #78
@74 Nachtrag

Die alleinige Schuld bei einer Fremdgeherin liegt z.B. vor wenn der Partner fragt ob alles in Orndung sei und die Frau mit "ja" antwortet. Der Mann möchte gerne Sex, sie lehnt aber ab, weil sie die Kraft braucht für den Liebhaber, der mit ihr SM macht. Sie traut sich nicht ihre Neigung dem Partner mitzuteilen. Also liegt die alleinige Schuld bei der Fremdgeherin. Ebenso würde die Schuld bei der Fremdgeherin liegen, wenn der Mann zwar von ihrer Neigung wüsste, er aber daran keinen Spaß findet. Wenn die Frau SM wichtiger ansieht als die Treue zu ihrem Mann müsste sie die Beziehung beenden, denn Treue wird von dem Mann erwartet und das kann sie ihm nicht geben.
 
  • #79
@73
Lehrmeinung der Psychologen: Fremdgehen hat meist nichts mit unzufriedenheit in der Beziehung zu tun sondern mit dem Geltungsbedürfnis des Fremdgehers. Es geht um Selbstbstätigung, auch wenns in der eigenen Beziehung genügend davon gibt. Daher ist die "Schuld" in der Tat eher beim Fremdgänger zu suchen.

@69
Also, nee. Wenn ich erst gehe und dann eine neue Liebe finde ist es kein Ehebruch. Aber es ist ein guter Faktor der auch gegen eine Bestrafung spricht: Wer definiert das wann es Ehebruch ist und wann nicht?

Auch dass wir biologisch nicht zur Treue derminiert sind ist eine gern gebrauchte Ausrede, stimmt aber dennoch nicht. Die menschliche Spezies ist durchaus in der Anlage treu weils Wettbewerbsvorteile gebracht hat. Der Nachwuchs ist vergleichsweise lange auf den Schutz der Eltern angewiesen und da sichert es die Überlebensfähigkeit der Spezies wenns Familienverbände gibt. Lebenslang war halt früher nicht so lange wie Heute. Die Menopause haben in der Steinzeit nicht allzuviele Frauen erlebt.
 
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