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Gast

  • #1

Für die Arbeit umziehen, für den Partner nicht?!

Habe ich den Tenor richtig verstanden: Für die Karriere scheinen Umzüge, ggf. auch ins Ausland, akzeptiert und gang und gäbe zu sein. Der Lebenspartner soll bitte möglichst aus der Region kommen? (und sich gerne in den eigenen Schichtplan einfädeln...) Bei mir sind die Prioritäten eigentlich genau anders herum. bin ich antiquiert?
 
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Gast

  • #2
Ich bin für meinen Lebenspartner in ein anderes Land gezogen (Deutschland). Der kam nie nach und ließ mich auf meinen Paketen sitzen. Ich werde mir es gut überlegen, nochmal für einen Partner einen großen Umzug zu machen.

Aber wie Du ja richtig sagst, Prioritäten sind Ansichtssache.

m
 
  • #3
Naja, Ohne Arbeit kann man schlecht leben, Ohne Partner schon (wie das hier jeder eindrücklich beweisst) Sich von der Arbeitsstelle zu trennen ohne eine feste Zusage von einer anderen Arbeitstselle bedeutet sich abhängig von jemand anderen zu machen. Traditionell würden so etwas eher Frauen machen, wobei auch das bereits ausstirbt. zu jemanden zu ziehne bedeutet auch jemanden zu vertrauen, seine gewohnte Umgebung aufgeben, seinen Freundeskreis aufgeben etc..

d.h. ja. seine Arbeitsstelle udn damit die Quelle seiner existenz zu wechseln geht schneller als den Wohnort für den Partner.. (ich würd's trotzdem machen ^^)


Gruß

7E24B720 36m
 
  • #4
1. Heutzutage ist beides schwer zu finden: ein toller Partner und ein guter Job.

2. Wer wenigstens einen guten Job hat, kann doch schon aus Vernunft nicht einfach umziehen, seinen Job aufgeben und einfach mal die Daumen drücken, dass es mit der Liebe länger klappt. Das wäre doch unglaublich dumm!

3. Außerdem kann man Liebe und Partnerschaft nur erproben, wenn man zusammen wohnt und auchd en Alltag meistert, sich jeden Tag hat und schaut, ob es langweilig, kämpferisch, reibend oder erfüllend, harmonisch und liebevoll wird. Da man aber erst hinterher sagen kann, ob es klappt, aber schon vorher den Job aufgeben müsste, sitzt man beii Fernbeziehungen in einer kaum lösbaren Zwickmühle.

4. Außerdem muss man der Tatsache ins Auge sehen, dass unterschiedliche Religionen auch unterschiedliche Gewohnheiten und Kulturen mit sich bringen. Preuße vs. Bayer, Rheinländer vs. Sachse, da gibt es viel weniger Gemeinsamkeiten als wenn man innerhalb seiner Region bleibt. Gerade Alltagskultur und Dialekt schwanken doch recht stark. Es ist einfach schön, wenn einen viel verbindet und man sie einfach zuhause fühlt. Heimat ist ein Gut, dass heutzutage viel zu wenig geachtet wird.
 
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Gast

  • #5
Kenne gerade ein Bsp.: Frau in guter Position - wechselt der Liebe wegen die Stadt - und nun steht sie - nach einem Jahr - vor dem Scherbenhaufen der Beziehung und muss sich, wenn sie dort nicht bleiben will, in ihrer Region wieder einen neuen Job suchen, neue Whg. usw. ... weitere Kommentare erübrigen sich nun, oder?
 
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Gast

  • #6
Die Arbeit ernährt uns in diesen System oder Theater welches uns umgibt. Eine gute Partnerschaft funktioniert nur m.E nach, wenn man auch alleine sein kann und unabhängig ist. Beziehungen kommen und gehen im Leben.....berufliche Erfahrung macht uns jedoch "reicher".
(w/43)
 
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Gast

  • #7
Hm, dann möchte ich auch mal meinen Kommentar dazu geben...
Also, meine(m/Ende30) Situation ist Folgende: Ich wohne ich einer ostdeutschen Kleinstadt, jeweils 150 Km von den Ballungszentren entfernt (z.B. DD, B,).
Beruflich bin ich ziemlich verwurzelt durch einen guten Job, eigenes, mittelgroßes Familienunternehmen. Das kann und möchte ich auch nicht aufgeben, ich denke, sowas ist auch verständlich - schließlich verdiene ich damit einen recht guten Lebensunterhalt.
Nun bin ich hier bei EP, habe durchaus auch sehr interessante Kontakte. Aber eben leider nicht in meiner unmittelbaren Nähe. Allerdings würde ich auch nie von einer potentiellen Partnerin erwarten, dass sie ihren Job aufgibt und in mein Umfeld zieht. Zumal ja eben wie schon oben gesagt, die guten Jobs auch nicht unbedingt hinterher geworfen werden.
Ihr seht, das ist ein wirkliches Dilemma.
Letztendlich bleibt da im Fall der Fälle nur eine stark ausgeprägte Mobilität meinerseits. Ich würde gerne eine Familie gründen, aber unter den Voraussetzungen??
Und was meine Person anbetrifft bin ich wirklich auch zu sehr großen Kompromissen bereit - nur leider unrealistische Dinge sind nicht machbar!
Andererseits ist es aber auch so, wieviel wirkliches Familienleben gibt's denn heute schon noch?? Es werden doch immer mehr Menschen in das grenzenlose Mobilitätskonzept gedrückt.
Und wie #4 schon geschrieben, einfach mal Knall auf Fall wegen einer neuen Liebe den eigenen Lebensentwurf komplett umzukrempeln, das halte ich für sehr, sehr gewagt.
Hm, ich suche noch nach dem goldenen Mittelweg....
Aber ich hätte da auch gleich mal eine Frage: was ist denn für euch so an Arbeistweg (einfache Strecke) pro Tag gerade noch zumutbar bzw. akteptabel? (ich meine zeitmäßig, weil bei guter Verkehrsanbindung Kilometer ja nicht zwingend entscheidend sind).
 
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Gast

  • #8
@FS: JA!!
Bin für meinen Mann aus Berlin in kleine Stadt umgezogen.Job und Freundeskreis aufgegeben und Hausmami gespielt - so wie er es wollte und mir eingeredet wurde, dass ich das doch auch so will.

Er hat mich stehen gelassen nach 15Jahren Ehe wegen anderen Frauen.

Mache ich nie wieder für einen Partner, denn letztendlich kann ich mich nur auf mich selber verlassen.
Heute Liebe schwören, morgen "verstoßen"
Bin jetzt froh, dass ich wirklich guten Job wieder gefunden habe - den würde ich NIEMALS für einen MANN aufgeben, warumm denn auch. Da habe ich nichts davon, außer Genörgele.
Nein Danke
 
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  • #9
Du hast völlig recht, der Job ist heutzutage wichtiger geworden als die Partnerschaft, das Hauptproblem für die Beziehung. m
 
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Gast

  • #10
@7: Das ist wirklich fürchterlich - aber 15 Jahre Ehe - das ist auch was. Also so ganz umsonst sehe ich das nicht. Eine Ehe ist natürlich keine Garantie, dass es "für immer" ist. Wenn ihr z.B. Kinder bekommen hättet - dann hättest Du deinen Job doch wahrscheinlich auch aufgegeben, oder? Ich habe beispielsweise meinen Job an den Nagel gehängt wie meine Kleine geboren wurde. Weil es einfach nicht ging - ein Job wo man pendeln muß und ab und an auf Geschäftsreise ist mit einem kleinen Baby oder später Kleinkind....ein NoGo. Ich habe mich dann umorganisiert - und einen Job angenommen, der sich mit Kind, Haus vereinbaren läßt.
Aber grundsätzlich: ich würde auch niemals meine Sicherheit aufgeben (z.B. mein Haus usw.) wegen einer Beziehung. Egal wie toll es wäre....es ist nun mal so...Beziehungen kommen und gehen im Leben (auch wenn wir das selber nicht so wollen). Am besten immer eigenständig und unabhängig bleiben - das ist heute mein Motto. Sonst könnte man mal dastehen und plötzlich "mittellos".
 
  • #11
@#6:
So einfach läßt sich das nicht sagen mit dem Arbeitsweg. Es kommt auch darauf an, wie lange man arbeitet.

Mich selbst kostet mein Weg zur Arbeit etwa 30-45 Minuten (Auto, je nach Verkehr) oder etwa 1-1,5 Stunden (Bahn, mit Fußweg zum Bahnhof) für die einfache Strecke - ich ziehe also das Auto vor... Einige meiner Kollegen benötigen tatsächlich die 1,5 Stunden oder länger für den einfachen Weg.

Jetzt kommt es darauf an, ob man 7,5-8 Stunden arbeitet, vielleicht sogar 10, oder gar als Führungskraft wenn die gesetzlichen Regelungen nicht greifen noch länger.

Arbeitet man etwa regelmäßig 12 Stunden/Tag und benötigt 1,5 Stunden für den einfachen Weg besteht das Leben effektiv nur noch aus Arbeiten, Fahren, Essen und Schlafen.

Man muss also die individuelle Situation betrachten und selbst sehen ob es passt. Mir persönlich wären 12 Stunden (inklusive Mittagspause) oder mehr auf Dauer zu viel - und für eine Beziehung tendenziell schädlich. In Zeiträumen mit besonderer Arbeitsbelastung kann ich das aber akzeptieren.

Entsprechend könnte ich mir auch vorstellen innerhalb eines begrenzten Gebiets für einen Partner umzuziehen. aber wie die meisten Vorredner es schon ausgedrückt haben wäre ich vermutlich nicht bereit, in eine gänzlich andere Region zu ziehen.
 
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Gast

  • #12
Wäre es so einfach, wo anders einen guten Job zu finden, wären die Menschen da sicher offener. Aber ohne Arbeit lässt es sich halt schwer leben - ohne einen Partner aber schon.

Und je nachdem, wo dann der potentielle Traumpartner wohnt, lässt sich gar nicht für beide in der Region ein passenden Job finden.

Da ist doch der Wunsch ganz natürlich, dass der Partner schon da ist, wo man lebt?

Nicht jeder möchte eine Fernbeziehung haben und kaum ein Mensch zieht doch schon nach 2-3 Monaten Beziehung für einen neuen Partner in eine andere Stadt. Bei mir ginge das schon allein wegen einer antiquitiert ewig langen Kündigungsfrist schon gar nicht.

w/32
 
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Gast

  • #13
Ha, ich bin mal anderer Meinung als Frederika! :)

Ich finde ihren Punkt #4 persoenlich nicht zutreffend. Meine, eine Frau, die noch in ihrer Geburtsgegend wohnt, waere schon deutlich benachteiligt.

Auch bei Freunden ist das so: Mobilitaet ist eben positiv korreliert mit einer Offenheit fuer Neues, und einer geistigen Flexibilitaet, und auch dem Mut, Dinge abzubrechen und sich auf ein Wagnis einzulassen. Menschen, die ihr Leben an einem Ort verbracht haben, haben oft diese Qualitaeten nicht so sehr (das ist pauschal, als eine bestenfalls statistisch wahre Aussage, das ist mir klar). Und ich muss in der Tat in meinem grossen Bekanntenkreis suchen, um Leute zu finden, die an meinen Stationen jeweils aus der Region kamen. Ehrlich gesagt habe ich etwa auch mehr Freunde in Singapur oder in Kanada als in meiner Geburtsstadt.

Also: Der Abstand oder die Verschiedenheit kann auch eine positive Qualitaet haben.

Alles wird gut. :)
J
 
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  • #14
Neben den schon ausführlich vorgebrachten Argumenten, dass Job wichtiger ist, als Partnerschaft etc. habe ich auch einfach keine Lust, in manchen Gegenden zu leben. Ich bin in einer Stadt und Gegend, in der ich mich pudelwohl fühle und würde für keinen Partner der Welt, für keinen Job in der Welt und für auch sonst nichts ins tiefere Süddeutschland ziehen! Klingt etwas krass, aber ich bin in Deutschland schon durch einige Bundesländer getobt und bin nun in meiner Heimat angekommen und will hier bleiben. Falls ich arbeitslos würde, wäre ich natürlich zu Kompromissen bereit, aber sicher nicht zu jedem...
Da könnte ich mir eher vorstellen, ins Ausland zu gehen, z.B. Skandinavien, Schottland, Irland, Island, aber das ist für mich Jobtechnisch schwierig, weil ich mit meinen Kenntnisses da nichts anfangen könnte...
 
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Gast

  • #15
Hallo #2 Frederika, Du hast das sehr schön beschrieben und ich sehe in Deinen Ausführungen nicht den Widerspruch, den #12 anführt.

Natürlich kann man im Ausland gute Freunde haben, die man z.B. auf seinem beruflichen Weg kennen- und schätzen gelernt hat. Ich selbst hatte Studienkollegen aus Thailand und Burundi. Es ist aber immer noch etwas anderes, in Singapur eine nette Freundin zu haben oder mit einer Frau aus Singapur mit kulturellen und sprachlichen Hindernissen in Deutschland in einer Beziehung zusammenzuleben oder hier alles auszugeben und ihretwegen nach Singapur zu ziehen.

Meine starke berufliche Mobilität (7 berufsbedingte Umzüge) hat mir eben keine neuen ECHTEN Freunde in der Fremde gebracht, sondern im Gegenteil dafür gesorgt, dass auch der Kontakt zu den Freunden und zur eigenen Familie in der Heimat nachgelassen und teilweise völlig eingeschlafen ist. Auch meinen Kindern tat ich damit absolut keinen Gefallen, denn bei aller Offenheit für neue Kontakte, man muss erst einmal in bestehende Cliquen aufgenommen werden oder sich in einer neuen Schule zurechtfinden. Am besten funktioniert da natürlich noch Einsamer sucht Einsame.... aber ob doppeleinsam so der Hit ist?

Wer wie ich bereits seine erste Ehe hinter sich hat, hat es eben auch schon durch, dass er oder seine Angetraute der Liebe wegen umgezogen ist. Das ist zwar auch ein Neuanfang, aber man wächst im Laufe der Liebesbeziehung hinein und in den allermeisten Fällen spielt sich dieser "Lebenswandel" im Umkreis von von 50 km ab..

Nach meiner Ehe hatte ich eine erste Beziehung "Kölsches Platt" gegen "Westböhmisches Bayerisch" in der ich nach neun Wochen als Alleinerziehender mit zwei schulpflichtigen Kindern aus der Eigentumswohnung bereits zu ihr ziehen sollte...... beruflich wäre das für mich machbar gewesen, aber dennoch war es das Ende dieser Liebesbeziehung, NIEMALS.

Seitdem lebe ich auch wieder relativ erfolgreich nach dem Motto: "Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liebt so nah" ... oder so ähnlich ;-)

M/46