• #61
@NormaJean ...gut gebrüllt!
Ich selbst bin ein Scheidungskind aus den 70gern.
Da sagten auch Kinderärzte zu meiner Mutter: die ist so klein, die bekommt das gar nicht mit.

Der Sohn kann entscheiden und wer als Partnerin liebt, zwingt den Partner nicht, sich als Vater entscheiden zu müssen.

Allerdings gehört für mich auch dazu, dass es partnerschaftliche Gespräche darüber gibt.
Und wenn die FS noch nach 4 Jahren, diese "große" Frage hat...
Gab es keine offenen Gespräche mit dem Partner darüber oder die FS hat die Antworten nicht wirklich akzeptiert.
 
  • #62
Und wenn der Vater auf die Idee kommen sollte, „entweder wir beide oder niemand“, dann wird der Sohn eventuell sagen „ok, dann eben niemand“. Das wird der Vater nicht wollen, schließlich ist es sein Sohn. Das kann kein Vater wirklich wollen, und nochmal: der Sohn ist nicht verantwortlich dafür, dass seine Eltern eine Ehe in den Sand gesetzt haben. Er MUSS überhaupt niemanden akzeptieren, außer seinen Eltern.
Eine schwache Sichtweise.
Jetzt soll sich der Vater also noch vor dem Sohn dafür schuldig fühlen, dass die Ehe auseinanderging und damit das unbemühte Verhalten des Sohnes entschuldigen.
Warum „muss“ der Sohn, wenn man das schon so auffasst, dann seine Eltern „akzeptieren“? Und was bedeutet dann „akzeptieren“? Dass sie froh sein dürfen, wenn er sie überhaupt empfängt? Will ich mit jemandem Umgang, der mich - gerade noch so, zu seinen Bedingungen - „akzeptiert“?
 
  • #63
Gab es keine offenen Gespräche mit dem Partner darüber oder die FS hat die Antworten nicht wirklich akzeptiert.
Tja, das ist hier die große Frage.
Wobei ich manchmal nicht glaube, dass es dann in der Sache einen Unterschied machen würde. Ich stelle mir gerade vor, dass der Vater mit dem Sohn durchaus Gesprächsversuche angeleiert hat, aber möglicherweise ist er beim Sohn damit trotzdem abgeblitzt, man weiß es nicht. Und das würde ja trotzdem bedeuten, dass der Vater vor einer Entscheidung steht: mich wem versaut er sich es jetzt? Mit dem eigenen Sohn, oder der Partnerin. Er wird sich schon gewaltig zwischen den Stühlen empfinden, aber so eine Situation kann man halt nicht auflösen, wenn der Sohn sich dann stur stellt. Dann geht er halt alleine hin.

Ich verstehe auch die Situation der FS, ich kann nachvollziehen, dass sie sich dabei nicht gut fühlt, schließlich ist es niemals schön, bei so wichtigen Leuten aus dem Umfeld des Partners abgelehnt zu werden. Aber - gehen wir davon aus, dass der Partner schon versucht hat, dies im Sinne der FS zu klären - sie wird daran nicht wirklich viel ändern können. Denke ich mal.
 
  • #64
Eine schwache Sichtweise.
Jetzt soll sich der Vater also noch vor dem Sohn dafür schuldig fühlen, dass die Ehe auseinanderging und damit das unbemühte Verhalten des Sohnes entschuldigen.
Warum „muss“ der Sohn, wenn man das schon so auffasst, dann seine Eltern „akzeptieren“? Und was bedeutet dann „akzeptieren“? Dass sie froh sein dürfen, wenn er sie überhaupt empfängt? Will ich mit jemandem Umgang, der mich - gerade noch so, zu seinen Bedingungen - „akzeptiert“?
Na das nennt sich Verantwortung der Erwachsenen dem Kind gegenüber. Im Gegenteil, diese Sichtweise ist sogar sehr stark, es zeigt nämlich, dass das Kind (der Sohn ist ja noch nicht immer 20) sich nicht in den Sumpf der Erwachsenen reinziehen lässt. Der Sohn hat nicht darum gebeten, auf diese Welt und in diese (nunmehr getrennte) Familie geboren zu werden, und grundsätzlich ist ein Kind seinen Eltern erstmal zu gar nichts verpflichtet. Elternsein ist doch keine Tauschhandel, a la „ich wechsel dir als Kleinkind die Windel und bringe dir das Laufen bei, dafür hast du später meine neuen Partner zu akzeptieren, die ich dann nach der Trennung von deiner Mutter haben werde“. Das ist irgendwie ne komische Vorstellung von Eltern - Kind - Beziehung.
Natürlich kann man hoffen, dass die Kinder als Erwachsene ein gutes Verhältnis zu ihren Eltern haben und es nicht so stattfindet, wie es sich hier darstellt, aber das ist nun mal nicht überall der Fall.

Tja und was heißt, „sich schuldig fühlen“: alles im Leben hat Konsequenzen. Auch eine Trennung vom Partner. Vor allem wenn Kinder dazwischen stehen. Das ist ganz nüchtern und sachlich betrachtet, den Schuldbegriff hast du grade hineingebracht. Ich nenne es eher „Verantwortlichkeiten“. Die lagen bei beiden Elternteilen und nicht beim Trennungskind.
 
  • #65
Dann soll der Vater den Geburtstag noch einmal mit ihm und mit der aktuellen Freundin feiern. Ich denke hier macht Ihr euch zu viel Gedanken und vor allem, eine Frage an FS: Ist der Sohn auch auf die Geburtstagsfeier in deiner Familie eingeladen? Hast Du jemals ihm in der letzten Jahren zum Geburtstag, Weihnachten, Abitur, konfi etc. pp. gratuliert?
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #66
Jetzt soll sich der Vater also noch vor dem Sohn dafür schuldig fühlen, dass die Ehe auseinanderging und damit das unbemühte Verhalten des Sohnes entschuldigen.
Warum „muss“ der Sohn, wenn man das schon so auffasst, dann seine Eltern „akzeptieren“?
Muss er ja nicht. Er tut es einfach und das sind wie selbstverständlich seine biologischen Eltern. Er muss sich mit niemanden befassen, der sonst hinzukommt.

Sein Vater kann bei ja anderer Gelegenheit nochmal einen Kontakt zu seiner neuen Frau (also der Themenstellerin) herstellen, wenn sie das unbedingt will.

Bei dieser Feier hier ist er aber soweit erkennbar wirklich nur als Vater da und auch nur so gewünscht.
Wie der Vater diese Möglichkeit nutzt, ist seine Sache.

Einfach die neue Lebenpartnerin mitbringen, geht jedenfalls nicht, er hätte maximal fragen können, ob er sie mitbringen darf.

Aber war ihm ihr Wunsch an der Familie teilzuhaben denn so wichtig ? Und wenn es ihm nicht wichtig ist, muss er dann eine schlechter Partner sein, auch wenn sie gerne Familienanschluss hätte ?

Hier wird wiederum versucht, über scheinbare Selbstverständlichkeit einen einseitigen Wunsch zu realisieren, anstatt den Wunsch wirklich auf den Tisch zu bringen und darum sich auch zu bemühen.

Ich glaube ein Muster im Forum zu erkennen:
Bestimmte Menschen versuchen ihre Wünsche durchzusetzen, indem sie sie als Selbstverständlichkeiten deklarieren und einfach unterschieben.
Ganz nach dem Motto:
Man müsse das schon wissen und wer das nicht beachtet, handelt böse und benachteiligend.

Das sehe ich nicht so.
Man muss für seine Wünsche einstehen, darf nichts voraussetzen.
 
  • #67
@NormaJean ich kenne es auch nur: offen!
Zwar habe ich länger gewartet, meine Kinder einem Mann vorzustellen aber dann war es leicht. Und umgekehrt war es bei meinem Exfreund genauso.

Allerdings kann man nicht erwarten, dass es alle für normal halten, was für einen selbst normal ist.

Ich fände es auch sehr schade, anstelle der FS...mir wäre jedoch am Wichtigsten, dass mein Partner da seine Bemühungen gezeigt hätte.
Einfach nur mal wortlos mit den Schultern geguckt wäre mir zu wenig.
Hat er sich da engagiert und Sohn will einfach nicht, dann wäre es so und ich würde nicht zerren.
 
  • #68
Er hat mich nie mit einbezogen, mein Wunsch, mal etwas gemeinsam, ungezwungen zu unternehmen, schon vor Jahren, vielleicht auch mit meinen Kindern gemeinsam, wurde von ihm nicht aufgegriffen.
Ist Dein Freund/Partner denn überhaupt schon geschieden von seiner Ex!?🤔 Falls nicht, und wenn seine Ex noch keinen neuen Mann an ihrer Seite hat, hat sie und ihre Kinder vielleicht noch nicht wirklich mit der Sache abgeschlossen und sie (die Ex) zieht es durchaus in Betracht, dass ihr Ex, also Dein Partner, und sie irgendwann wieder vereint sind. Daher wirst Du auch komplett abgelehnt und nicht integriert in die Familie! Aber Du hast natürlich mehr Detailwissen als ich😉
 
  • #69
Das ist eine gute Frage.
Hat die Mutter denn einen neuen Partner?
Wenn ja, war der beim Geburtstag dabei ?
Wenn ihr Partner nicht dabei war, war halt nur die Kernfamilie erwünscht.

Das könnte ich gut verstehen.
 
  • #70
Das würde ich von jedem Freund erwarten, dass er mich zusammen mit Freundin einlädt und sich keine Einzelbesuche, zumindest nicht immer und grundsätzlich, ausbedingt.
Erwarten kannst du natürlich viel. Aber wenn derartige Besuche in Quälerei für alle Beteiligten ausarten, weil man sich aus irgendeinem Grund nicht riechen kann, verzichtest wahrscheinlich sogar du irgendwann freiwillig darauf.

Und genau das ist Schwäche - solchen Egoismus zu akzeptieren, um den Kontakt nicht zu gefährden.
Und ja, es ist Mainstream, Kinder zu gnadenlosen Egoisten zu erziehen.
Es gibt ganz andere Punkte, an denen Kinder zu Egoisten erzogen werden. Dieser gehört meines Erachtens nicht dazu. Der Sohn hatte eine Familie und die gehört für ihn zu ihm. Nicht irgendwelche Neuhinzukömmlinge.
Meine (erwachsenen) Kinder lieben meinen Partner auch nicht alle abgöttisch. Das sei ihnen unbenommen.
Wir können damit leben und ich darf sie trotzdem lieben und mit ihnen im Zweifel auch allein feiern.

Mit meinen (erwachsenen) Stiefsöhnen habe ich übrigens auch noch nie gemeinsam Geburtstag gefeiert und bin da auch nicht traurig drüber. Denen bin ich herzlich gleichgültig und das ist auch okay so.
Wenn ich könnte, würde ich selbst die Geburtstagsfeiern der Schwiegereltern meiden. Aber damit wäre mein Partner nicht einverstanden ... Dafür muss er auch mit zu meinen Eltern :D.

Ich finde, an der Stelle merkt man ganz deutlich, dass du selbst keine Kinder hast. Du würdest dich gnadenlos in eine Familie hineindrängeln.
 
  • #71
Ich finde, an der Stelle merkt man ganz deutlich, dass du selbst keine Kinder hast. Du würdest dich gnadenlos in eine Familie hineindrängeln
Obwohl ich das ja auch verstehe, ohne Kinder. Hat vielleicht eher was damit zu tun, wie man sich in fremde Situationen einfühlen kann? Oder wie sehr man sich an die eigene Teenagerzeit erinnern kann?
Ich denke, früher hätte ich auch rigoroser reagiert bei sowas; aber seit ich eben die Familienprobleme bei vielen Leuten mitbekommen habe und auch mit befreundeten Psychologen darüber geredet habe, ist mir klar geworden, dass es nicht nur schwarz und weiß gibt und man nicht immer alles durchsetzen kann in einem System, was man selbst gern hätte. Den Kontakt zu erzwingen oder vom anderen zu fordern, ihn abzubrechen - das sollte immer das letzte Mittel sein. Das wird hier immer sehr schnell verlangt. Dass ist mir mittlerweile eine zu ich-zentrieret Vorstellung, gerade in Familien. Man muss sich auch mal reinversetzen, warum andere bestimmte Dinge nicht wollen.
 
  • #72
Ich kann dich als Partnerin verstehen ich kann aber genau so gut deinen Partner und seinen Sohn verstehen.

Ich verstehe das du dich ausgeschlossen fühlst zumal dein Partner anscheinend bei Familien feiern von deiner Seite immer dabei ist und auch vollkommen scheint.


Nun hast du den Sohn deines Partners in vier Jahren dreimal gesehen. Du hast versucht mit ihm ins Gespräch zu kommen. Er wollte/oder konnte (Stichwort über den eigenen Schatten springen) keine Beziehung zu dir aufbauen.

Er will dich einfach nicht dabei haben. Vieleicht aus Prinzip weil du auch nach vier Jahren immer noch die neue seines Vater bist . Oder weil er dich einfach nicht leiden mag 🤷‍♂️ oder aus welchen Gründen auch immer .
Soll dein Partner jetzt mit der Brechstange dafür sorgen das du mit darfst. Ob wohl du zumindest vom Sohn ein unerwünschter Gast wärst.

Davon abgesehen wie andere schon geschrieben haben hätte ich absolut keine Lust mit der ex Partnerin und den ex Schwiegereltern des Partner's an einem Tisch zu sitzen und gegenseitig einen auf zuckersüß zutun Während hinter den Kulissen die Säbel Rasseln.

Da würde ich eher drei Kreuz zeichnen machen das ich da nicht mit muss in die schlangengrube. Da würde ich z.b es mir lieber mit einer Tasse Tee und guten Buch zuhause gemütlich machen.

Hat die ex Frau denn inzwischen auch einen neuen Partner? Wenn ja ist der denn eingeladen?

Wie ist den das Verhältnis und Kontakt von dir zu den Eltern deines Partners .


Ich glaube du nimmst das zu persönlich was ich einerseits verstehen kann. Aber man kann nicht immer gemocht werden. Deswegen ich handhabe das inzwischen so wenn ich merke nach mehreren Anstrengungen da kommt nichs von der anderen Seite oder sogar Ablehnung.
Mach ich die Tür zu, es liegt dann an der anderen Seite falls wirklich gewünscht die Tür wieder von sich aus zu öffnen.

Wenn dich das aber so beschäftigt hast du denn mit deinem Partner mal ein ernsthaftes Gespräch darüber gesucht?
 
  • #73
Die ex Familie will die neue Freundin des Vaters nicht dabei haben. Soll der Vater deswegen auf den Geburtstag seines Sohnes verzichten?
Wenn er die FS sonst zu anderen Feierlichkeiten, zu den Freunden, den Schwiegereltern mitnimmt sehe ich da überhaupt kein Problem.
Seine ex Familie ist seine Vergangenheit und die ex Familie wünscht sich keine Anteilnahme der neuen Frau.
Die FE wusste, dass ihr Partner eine ex-familie hat, dass er ggf zu Festen eingeladen wird. Nur weil sie ein offener Mensch ist, der damit kein Problem hat, heißt lange nicht, dass andere Menschen genauso offen sein müssen.
Nur weil die Fs die neue Freundin des Vaters ist, heisst es nicht, dass sich die ganze Familie dem Wunsch der FS unterordnen muss, oder dass der Vater auf den Geburtstag verzichten soll.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #74
Seine ex Familie ist seine Vergangenheit und die ex Familie wünscht sich keine Anteilnahme der neuen Frau.
Das ist eben der Punkt. Geht man davon aus, dass die Familie zB 30% der „Beschäftigung“ oder „Aufmerksamkeit“ eines Menschen ausmacht, dann nochmal Arbeit, ganz eigene Hobbys etc dazukommen, muss sich ein neuer Partner ernsthaft fragen, ob er sich mit dem „Rest“ begnügen kann, wenn er von diesem emotional besonders wichtigen(!) Teil komplett und diskussionslos ausgeschlossen bleibt.

Ganz davon zu schweigen, dass ein neuer Familienkreis eigentlich eine Bereicherung des eigenen Lebens darstellen könnte oder sollte. Dass das Thema Familie bei vielen so negativ besetzt ist, ändert an diesem grundsätzlichen Anspruch nichts. Ähnlich wäre es, sich mit einem in sich gekehrten Workaholic zusammenzutun (im Gegensatz zu jemandem, der einen Beruf ausübt, über den auch der Partner interessante Menschen und Themen kennenlernt).
 
  • #75
@Verwirrt1111

sowie es die TE beschreibt ist das in diesem Fall nicht. Er hat keine 30% woher auch immer diese Zahl kommt. Die ist wohl eher im unteren einstelligen Prozentbereich.
Bei dem Geburtstag war der Tenor ausserdem, dass der Sohn zu einem späteren Zeitpunkt seine Oma und Tante väterlicherseits einladen wollte. Wäre es nicht toll gewesen, wenn der Vater DANN gesagt hätte ...dann feiern wir den Gebi in dieser Konstellation (mit mir) ???
Der Vater hat da nichts zu melden. Zudem schein der junge Mann etwas schwierig zu sein, ein normaler 20 Jähriger freut sich über alle Gäste, die das Portemonnaie aufmachen. Je mehr desto besser.
 
  • #76
Leider beantwortet FS keine Fragen mehr. Es wäre natürlich schön, wenn alle sich gegenseitig lieb hätten, wenn jede Begegnung als eine Bereicherung gesehen werden könnte. Es wäre schön die neue Frau mit offenen Armen in Kreis der Familie zu integrieren. Ja das wäre schön aber wer macht das? Wer hat diese Größe und Selbstlosigkeit und macht freiwillig so etwas mit?

Würdest Du lieber @Verwirrt1111 mit dem neuen Mann deiner Ex-Frau gerne Geburtstag deines Kindes zu feiern?
 
  • #77
sowie es die TE beschreibt ist das in diesem Fall nicht. Er hat keine 30% woher auch immer diese Zahl kommt. Die ist wohl eher im unteren einstelligen Prozentbereich.
Sie schreibt nur, dass er seine Exfamilie komplett exklusiv für sich behält und darüber nicht diskutiert. Dass Kinder und sonstige Familienangehörige als Lebensbestandteil wichtig sind, ist immer noch der Normalzustand. Ich hatte geschrieben „zB 30%“, weil es sicher mehr oder weniger sein können. Für viele Mütter sind es sicher deutlich mehr.
 
  • #78
Das ist eben der Punkt. Geht man davon aus, dass die Familie zB 30% der „Beschäftigung“ oder „Aufmerksamkeit“ eines Menschen ausmacht,
Das ist doch eine völlige Fehleinschätzung, konkret bei der FS. Der Sohn war ja von Anfang an nicht klein, sondern Teenager. Der hat ganz sicher auch mit 16 nicht 30% der Zeit seines Vaters beansprucht, das ist doch total illusorisch. Hast du so viel Zeit mit deinen Eltern verbracht in dem Alter, selbst wenn du dort gewohnt hast und sie nicht geschieden waren? Welcher 16-jährige tut das denn? Und jetzt eh nicht mehr, der Sohn ist 20, erwachsen! Da geht es ganz sicher nicht um ein Drittel der Freizeit, sondern um ganz konkrete Treffen. Klingt ja eh so, als sei der Sohn bei der Mutter geblieben und es gab kein Wechselmodell (wenn er noch daheim gewohnt hat), und selbst bei kleinen Kindern kenn ich es fast nur so, dass die Väter die dann alle zwei Wochen ein Wochenende hatten (leider!), auch da sind das niemals 30%, aber das wär auf jeden Fall für ältere Teenager nirgends so, dass die Eltern so viel Zeit für sie aufwenden, das würde mich schon sehr wundern.
 
  • #79
Ganz davon zu schweigen, dass ein neuer Familienkreis eigentlich eine Bereicherung des eigenen Lebens darstellen könnte oder sollte
Wenn man aber in der Ex Familie dann mal so gar nicht gesehen werden möchte als neue Frau, sollte man das erst mal akzeptieren und nicht glauben alle finden einen toll. Als Person ist man nicht einfach eine Bereicherung für eine andere Familie.
Das ist eben der Punkt. Geht man davon aus, dass die Familie zB 30% der „Beschäftigung“ oder „Aufmerksamkeit“ eines Menschen ausmacht, dann nochmal Arbeit, ganz eigene Hobbys etc dazukommen, muss sich ein neuer Partner ernsthaft fragen, ob er sich mit dem „Rest“ begnügen
Die sind doch schon 4 Jahre zusammen, deswegen ist die gemeinsame Zeit nicht das Thema. Die FS ist sehr gekränkt deswegen und fühlt sich gedemütigt, sie bekommt kein Fuß in die Tür der Familie.
 
  • #80
Das ist eben der Punkt. Geht man davon aus, dass die Familie zB 30% der „Beschäftigung“ oder „Aufmerksamkeit“ eines Menschen ausmacht, dann nochmal Arbeit, ganz eigene Hobbys etc dazukommen, muss sich ein neuer Partner ernsthaft fragen, ob er sich mit dem „Rest“ begnügen kann, wenn er von diesem emotional besonders wichtigen(!) Teil komplett und diskussionslos ausgeschlossen bleibt.

Emotional wichtig bedeutet keineswegs, dass der Mensch dauernd bei diesem Teil der Familie "herumgluckt". Ich sehe meine Kinder z.B. nur ein paarmal im Jahr, bin ihnen aber emotional sehr verbunden.

Ganz davon zu schweigen, dass ein neuer Familienkreis eigentlich eine Bereicherung des eigenen Lebens darstellen könnte oder sollte.

Wieso? Ich kann prima ohne neue Leute, die ich mir noch nicht einmal selbst aussuchen kann.

Dass das Thema Familie bei vielen so negativ besetzt ist, ändert an diesem grundsätzlichen Anspruch nichts. Ähnlich wäre es, sich mit einem in sich gekehrten Workaholic zusammenzutun (im Gegensatz zu jemandem, der einen Beruf ausübt, über den auch der Partner interessante Menschen und Themen kennenlernt).

Ja, dass du introvertierte Menschen kein Stück verstehst, hatten wir ja auch schon irgendwo. Ich brauch keinen Partner mit Familie oder spannender Arbeitsumgebung, um mein Leben interessanter zu machen, mein Innenleben kriegt das schon allein hin. Und mein eigenes Arbeitsleben ist auch spannend genug.
 
  • #81
Würdest Du lieber @Verwirrt1111 mit dem neuen Mann deiner Ex-Frau gerne Geburtstag deines Kindes zu feiern?
So ähnlich mache ich das, ja, witzig, nett, kein Problem. Interessante Begegnungen, irgendwie ja auch kein Wunder, dass man sich ähnlich ist, dass die Ex (oder die aktuelle Partnerin, wenn es um ihren Ex geht), keine Vollpfosten gewählt hat oder hatte.
Die sind doch schon 4 Jahre zusammen, deswegen ist die gemeinsame Zeit nicht das Thema
Es geht bei so etwas nicht nur um Zeit, sondern auch um „Aufmerksamkeit“, „Energie“, „Gedanken“, „Themen“ usw
Teenager. Der hat ganz sicher auch mit 16 nicht 30% der Zeit seines Vaters beansprucht, das ist doch total illusorisch
Das Thema ist inzwischen abstrakt geworden, die TS sagt sowieso nichts mehr. Typischerweise kümmert sich die Mutter mehr, so what.
Es geht darum, ob eine Nichteinbeziehung des neuen Partners in die Familie (oder noch abstrakter, die eigenen Kreise) akzeptabel ist. Eventuell mit der Ausrede, diese Kreise wollten das nicht.
Ja, dass du introvertierte Menschen kein Stück verstehst, hatten wir ja auch schon irgendwo
Als Generalabsolution für unbemühtes Verhalten in einer Beziehung (in diesem Fall Sohn-Vater) finde ich diese Selbstdiagnose schwierig, ja. Wenn irgendwelche Bemühungen verlangt werden, wenn man sich mal zu einem Treffen aufraffen müsste, obwohl man nicht die allergrößte Lust darauf hat - „Sorry, introvert“.
 
  • #82
Als Generalabsolution für unbemühtes Verhalten in einer Beziehung (in diesem Fall Sohn-Vater) finde ich diese Selbstdiagnose schwierig, ja. Wenn irgendwelche Bemühungen verlangt werden, wenn man sich mal zu einem Treffen aufraffen müsste, obwohl man nicht die allergrößte Lust darauf hat - „Sorry, introvert“.

Du redest von "Bereicherung". Fremde Menschen sind für mich nicht per se eine Bereicherung, wenn mich nicht irgendetwas mit ihnen verbindet. Und mit diesem "Etwas" meine ich nicht meinen Partner.
Warum soll ich mich zu einem Treffen "aufraffen" müssen? Das mach ich vielleicht für meine Eltern, aber warum für im Grunde Fremde?

Ich weiß nicht, wie der Sohn tickt. Aber ich bin ein Mensch, der an Stelle der FS gar kein weitergehendes Interesse an dieser anderen Familie hätte. Ich wüsste auch nicht, was es der Beziehung zu meinem Partner gutes tun sollte. Ansonsten ist er ja da. Die paar Besuche im Jahr werden wohl kaum Wochen an Paarzeit wegfressen. Und dass er Tag und Nacht an seinen Sohn denkt anstatt seine Partnerin, kann ich mir kaum vorstellen.

"Introvertiert" bedeutet übrigens nicht "stoffelig" oder "menschenfeindlich" zu sein. Ich suche mir nur die Menschen, mit denen ich privat zu tun haben möchte, sehr gut aus, da ich nicht mit unendlich vielen Kontakten umgehen kann. Das ist nicht fies oder stoffelig, (zu) viele Menschen sind anstrengend. Und ich kann sie mir schon auf der Arbeit nicht aussuchen.
 
  • #83
So ähnlich mache ich das, ja, witzig, nett, kein Problem. Interessante Begegnungen, irgendwie ja auch kein Wunder, dass man sich ähnlich ist, dass die Ex (oder die aktuelle Partnerin, wenn es um ihren Ex geht), keine Vollpfosten gewählt hat oder hatte.
Vielleicht habt Ihr euch einvernehmlich getrennt und keine hat warmgewechselt, keine Affären etc. pp.? Vielleicht habt Ihr festgestellt, dass Ihr euch nicht mehr liebt und habt euch getrennt?
Ich denke die Art der Trennung ist entscheidend wie es weitergeht. Wenn man sich im Guten trennt und beide wieder verpartnert sind, dann können sich auch weiterhin als Freunde und Bereicherung sehen aber wenn jemand seine Familie verlassen hat, weil er etwas besseres passenderes gefunden hat, dann kann auch keine Freundschaft erwarten.
 
  • #84
Die Vergangenheit nimmt keine 30% ein, es ist nur ein kleiner Teil und es sind die obligatorischen Termine, die der Vater wahrnehmen muss. Wenn er die FS sonst zu anderen Terminen, Festen mitnimmt dann bekennt er sich zu ihr.
Es ist die ex Familie, die sich zu der FS nicht bekennt. Völlig verständlich. Der Vater hat da null zu sagen.
Es wäre was anderes, wenn der Mann die FS überall ausgeschlossen hätte, Feierlichkeiten, seine Eltern, seine Freunde. Das macht er nicht.
Also kann er doch seinem Sohn ein Gefallen tun. Mich wundert es, dass sich die FS so aufdrängen will, es ist doch klar, dass sie dort unerwünscht ist. Will sie dem jungen Mann seinen Geburtstag kaputt machen, nur um ihren Willen zu bekommen?
Die Beziehung kann nicht so schlecht sein, wenn die beiden vier Jahren zusammen sind.
 
  • #85
Als Generalabsolution für unbemühtes Verhalten in einer Beziehung (in diesem Fall Sohn-Vater) finde ich diese Selbstdiagnose schwierig, ja. Wenn irgendwelche Bemühungen verlangt werden, wenn man sich mal zu einem Treffen aufraffen müsste, obwohl man nicht die allergrößte Lust darauf hat - „Sorry, introvert“.
Das ist alles individuell sehr schwierig und nicht pauschal zu händeln.

Meine Mutter hatte mehr Beziehungen als ich Finger und Zehen habe und trotzdem fand ich den einen oder anderen nett und sympathisch. Mich kotzte aber meine Mutter an.

Das finde ich hier wahrscheinlich, der Junge will seinen Vater nicht, er darf mal mit an der Tafel sitzen, dann ist das Thema durch.

Ich kenne das wirklich von anderen, ist das Verhältnis gut, wird auch ein Partner eher aufgenommen.
 
  • #86
Jetzt soll sich der Vater also noch vor dem Sohn dafür schuldig fühlen, dass die Ehe auseinanderging und damit das unbemühte Verhalten des Sohnes entschuldigen.
Nein, muss er nicht. Er muss nur damit leben, dass sein Sohn ihm und seinem neuen Leben gegenüber die gleiche Haltung zeigt. Und damit bleibt die FS außen vor.
Sie bleibt ja nicht nur beim "Kindergeburtstag" außen vor, sondern immer. Und da ist es doch wohl eher unwahrscheinlich, dass der Sohn dafür die Ursache ist. Viel wahrscheinlicher ist: der Partner der FS will sie nicht dabei haben und bemüht sich nicht um ihre Einführung in seine Familie.

Nach 4 Jahren unverändertem Status quo sollte sie aufhören, sich an jedem Einzelfall abzuarbeiten, sondern den Istzustand akzeptieren oder die ungleiche Beziehung aufgeben, weil sie sich davon zu sehr belastet fühlt. Ändern wird sich daran nichts mehr.
 
  • #87
Warum soll ich mich zu einem Treffen "aufraffen" müssen? Das mach ich vielleicht für meine Eltern, aber warum für im Grunde Fremde?
Weil es Menschen gibt, denen solche äußeren Zeichen wichtig sind, und weil du Ihnen etwas zuliebe tun willst? Ich sehe das ähnlich wie zB Blumen mitbringen. Mir sagen Schnittblumen überhaupt nichts, ich selbst freue mich nicht über einen Strauß und finde das Geld dafür einfach hinausgeworfen. ABER ich weiß, ob sich meine Partnerin ehrlich über so ein Geschenk freut. Vielleicht freut sie sich ja gerade darüber, weil es nicht „typisch“ für mich ist.
 
  • #88
Weil es Menschen gibt, denen solche äußeren Zeichen wichtig sind, und weil du Ihnen etwas zuliebe tun willst?

Eine nette Geste, die einen nichts kostet, ist etwas völlig anderes als etwas tun zu müssen, das einem schwer fällt.

Ich sage doch, du verstehst es nicht. Extravertierheit und Introvertiertheit sind keine "Diagnosen", es sind Seins-Zustände. ich kann nicht heute das eine und morgen das andere sein, wie es anderen passt.

Und selbstverständlich hat ein Mensch das Recht, seinen Geburtstag so zu feiern, wie er das möchte und nicht, wie andere das wollen. Es ist schließlich SEIN Geburtstag. Es ist SEIN Ehrentag. Nicht der der FS. Die kann an ihrem Geburtstag einladen, wen SIE möchte. Auch den jungen Mann. Wenn er dann nicht kommt, hat sie was zu meckern. So nicht.
 
  • #89
Weil es Menschen gibt, denen solche äußeren Zeichen wichtig sind, und weil du Ihnen etwas zuliebe tun willst? Ich sehe das ähnlich wie zB Blumen mitbringen. Mir sagen Schnittblumen überhaupt nichts, ich selbst freue mich nicht über einen Strauß und finde das Geld dafür einfach hinausgeworfen. ABER ich weiß, ob sich meine Partnerin ehrlich über so ein Geschenk freut. Vielleicht freut sie sich ja gerade darüber, weil es nicht „typisch“ für mich ist.
Du machst ja etwas für Menschen, die du magst. Und einen Strauß Blumen kaufen ist was anderes, als zum eigenen Geburtstag jemanden einladen, den man vielleicht nicht mag oder jedenfalls nicht kennt. Ich finde es unangenehm, Leute zu Treffen zu zwingen, obwohl sie das nicht möchten. Ich selbst bin auch introvertiert. Auch von mir noch mal: Es bedeutet, dass man sich allein regeneriert und sich Leute genau aussucht, mit denen man Zeit verbringt. Smalltalk bringt mich um. Ich und mein Freund möchten in unserer wenigen Freizeit eben nicht noch die Zeit mit Leuten verbringen wollen, die wir nicht wirklich mögen. Das ist für uns einfach Stress, das zieht Energie. Schon gar nicht an unseren Geburtstagen würde ich sowas zulassen.
Introvertiert sein ist einfach eine Arbeits- oder eher Filterweise des Gehirn, wahrscheinlich genetisch bedingt; es wird schon bei weniger Anreizen stimuliert (filtert weniger raus) und ist dann auch schneller "überreizt". Kann man wohl schon bei einem Baby als Tendenz feststellen - häufig stellen sich Babys, die schnell und viel schreien bei Überreizung später als introvertierte Persönlichkeiten heraus. Energie zieht man häufig aus Tätigkeiten allein oder mit jemand wirklich gut vertrautem; viel Introspektion, viel Denken, weniger von außen ist nötig. Hat alles Vor- und Nachteile. Man sucht sich das also nicht aus und es ist auch nicht zu ändern und hat mit schüchtern sein oder Eigenbrötler erstmal nichts zu tun. Kann aber natürlich auch gemeinsam auftreten und zusammenhängen. Wenn es für dich ein Gewinn ist, mit vielen neuen Menschen zusammenzukommen, bist du eben extrovertiert veranlagt. Ich bin es nicht, es stresst mich. Und das ist auch nicht falsch. Es ist einfach anders. Ich finde es wichtig, dass Leute darüber Bescheid wissen, da mir auch von meiner extrovertierten Mutter als Kind immer mitgegeben wurde, ich sei irgendwie "falsch", weil sie mich nicht verstanden hat. Deshalb gerade für Eltern wichtig zu wissen, falls ihr Kind eben das Gegenteil ist. Das Buch von Susan Cain, "Still", hat mir damals extrem geholfen, mich selbst zu verstehen.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #90
Sorry, das hat doch nun wirklich gar nichts mit Extro oder Intro zu tun. Ich bin selber sehr extro, und ich würde mir auch nicht diese Situationen aufzwängen lassen. Ja, ich ziehe meine Energie aus Gesellschaft, für mich ist Kommunikation und Zusammensein mit anderen Menschen Erholung. Aber eben nur mit Menschen, die ich mag und die ich mir selbst ausgesucht habe. Auch als extro findet man Smalltalk ermüdend oder anstrengend, aber man kann ihn eben.

@Verwirrt1111 zielt ja mit seiner Blumenstrauß - Analogie darauf ab, dass der Sohn quasi seinem Vater gegenüber den symbolischen Blumenstrauß zücken sollte, in dem er dessen neue Freundin mit an seine Tafel einlädt. Quasi das Bedürfnis des Vaters stillen soll, in dem er die Frau an dessen Seite akzeptieren soll.

Und genau da setze ich an: Der Sohn ist nicht dazu da, sich um die Bedürfnisse des Vaters zu kümmern. Wenn überhaupt, dann ist es anders herum. Eltern sind für die Bedürfnisse ihrer Kinder zuständig. Ohne Gegenleistung, sonst wäre es ein Handel. Nun ist der Sohn schon erwachsen, und braucht natürlich weniger Bedürfnisbefriedungung durch den Vater, und nabelt sich ab. Und entscheidet für sich selbst, wen er in seinem Umfeld haben will.

Keine Frage, das ist ein blödes Gefühl für den Vater sowie die neue Partnerin. Kann ich nachvollziehen. Aber wenn der Vater die Partnerin sonst nirgendwo ausschließt, dann wär mir das an ihrer Stelle auch echt egal. Ist doch nur der Sohn. In den restlichen 4 Jahren tangiert das doch im Alltag gar nicht.

Ja, schön wäre es, wenn sich alle verstehen würden und locker miteinander umgehen könnten. Ist aber nicht in allen Familien so, und Grenzen muss man akzeptieren. So einfach ist das eigentlich. Man kann halt niemanden zwingen.
 
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