• #1

Freund (35) verhält sich wie ein Kind oder bin ich zu streng?

Hallo,

ich hätte gerne eine kurze Einschätzung zu folgendem Sachverhalt: Treffe mich seit einigen Monaten mit einem Mann. Wir verstehen wir uns sehr gut, aber mich beschleicht immer mehr das Gefühl, dass er sich manchmal wie ein Kind/Teenie verhält.

Oftmals übernimmt er keine Verantwortung für sein Handeln oder seine Charaktereigenschaften. Dann heißt es ich mache XY, weil mir in der Kindheit Z passiert ist. Er ist auch in Therapie, weil seine Kindheit nicht sehr schön war, aber meiner Meinung nach darf man seine Kindheit nicht immer heranziehen, sondern sollte Verantwortung für sein eigenes Handeln übernehmen.

Er ist sehr Lustorientiert. Ich kriege nicht mit das er in irgendeiner Hinsicht auf langfristige Ziele hinarbeitet. Er ist auch der Meinung, dass man sich mit der Arbeit selbstverwirklichen muss und das kein Mensch Arbeit machen sollte die keinen Spaß macht. Momentan ist er arbeitslos und lebt vom Staat. Seiner Meinung nach bildet er sich weiter und bemüht sich Schritte zurück in einen Job zu machen. Aber ich sehe Bücher lesen, 2 Seminartage und 2 Bewerbungen im Monat nicht als große Bemühung an.

Essen, Schoppen, Sport, Freizeit und Sex spielen eine große Rolle in seinem Leben. An Familie gründen oder sparen denkt er eher nicht. Er ist sogar noch so flexibel, dass er letztens daran gedacht hat auszuwandern. Oft trifft er sich mit Bekannten die gerne mal 15 Jahre jünger sind als er. Ich bin auch um einige Jahre jünger als er.

Das hört sich jetzt alles sehr negativ an, aber natürlich hat er auch seine schönen Seiten! Generell lebt er einfach „the good life“. Ohne jegliche Verantwortung und Verpflichtungen. Er macht einfach das was ihm Freude bereitet. Aber mich stört das irgendwie sehr? Vielleicht bin ich auch neidisch? Weil ich oft hart arbeite für langfristige Ziele, aber andererseits würde mich sein Leben (höchstwahrscheinlich) mit Mitte 30 nicht langfristig glücklich machen.
 
  • #2
Ganz einfache Antwort:

Überleg dir, ob du damit leben kannst, oder nicht. Wenn nicht, dann trenn dich, denn man kann keinen Mann ändern. Von Liebe lese ich übrigens nicht viel bei dir...(?)

Ich leb auch ziemlich anders als die Masse und arbeite nicht viel, aber ich krieg nix von Staat sondern hab Wohnung und bissl Kohle geerbt und das verursacht bei anderen auch nicht immer Mit-Freude...Und paar meiner Bekannten können sich trotz Arbeit manches nicht leisten, was ich mir halt leiste. Und wenns nur oft Essengehen ist.

Er ist nicht der richtige Mann für dich! Du brauchst jemanden der was Zukunftsplanung etc angeht so ist wie du. Du bist jung. Vorschlag: Geniess die Zeit mit ihm noch ein bisschen, wenn du willst, aber OHNE ihn ändern zu wollen. Nimm ihn an wie er ist, solange ihr zusammen seid! Und wenn es dir zuviel wird, trenn dich.

w35
 
  • #3
Letztlich musst Du überlegen, ob er längerfristig zu Dir passt. Ich denke schon, dass Du ein sehr „strenges“ Weltbild hast im Vergleich zu ihm. Vermutlich bist Du ihm auf Dauer dann zu „spiessig“. „Verantwortung für Charaktereigenschaften“ habe ich noch nie gehört...
 
  • #4
Liebe Kukk,
wenn der Mann spaßorientiert ist und sein Leben möglichst ohne Verpflichtungen und störende Anstrengungen gestaltet, dann ist das zunächst in Ordnung und eben SEINE Lebensweise. Dazu muss eine Partnerin dann eben passen ...
Ich kenne zwei so "große Jungs" über 50, die ticken auch so.
Beide haben wechselnde Beziehungen mit Frauen, die den verantwortungsvollen Part übernehmen. Diese sorgen für das geregelte Einkommen, machen die Planungen, sind die Zuverlässigen. Spaß haben die nur eine Zeitlang, glaube ich.
Für mich wäre ein so zielloser Mann nichts, so wie viele andere Menschen auch brauche ich Etappenziele, Planung, Struktur und auch Sicherheit.
Wenn Du auch so bist, dann nimm von dem Mann das Leichte als Sahnehaube und Inspiration eine Zeitlang mit.

Deine Beschreibung passt ein wenig zum "Peter-Pan-Syndrom".

Als fester Partner geht seine Freiheit irgendwann zu Deinen Lasten.
 
  • #5
Im Grunde kann man die Menschen grob in Grillen und Ameisen einteilen und im Grunde passen sie nicht zusammen.

Lies die Fabel durch und Du wirst verstehen - jeder Typ hat seine Berechtigung und es gibt auch "gemischte" Paare, die gut harmonieren. Mich persönlich würde eine Grille auf Dauer wahnsinnig machen, aber das muss jeder/jede selbst entscheiden.
 
  • #6
Liebe @Kukk

dein Freund ist kein traumatisierter Mann, sondern ein Traumtänzer!
Wohin möchte er denn bitteschön auswandern ohne einen Cent in der Tasche oder nennenswerte berufliche Qualifikation?
Er hat Recht, der Job sollte einen größtenteils schon Freude bereiten.
Oft muss man dafür jedoch auch in Vorleistung gehen.
Stichwort: Ausbildung

An welche Art von Arbeit würde er denn Spaß empfinden? An Shopping?
Na, dann kann er ja mal die Verkäufer in seinen Lieblingsläden fragen, ob sie täglich Spaß bei der Arbeit haben ....
Sorry, aber für mich klingt das eher nach einer -Null-Bock-Einstellung- auf ganzer Linie!

Ganz ehrlich: Vergiss diesen "Pflegefall", denn er wird immer mehr Zeit in Ausreden investieren, anstatt in Eure gemeinsame Zukunft.

Alles Gute.
W, 26
 
  • #7
Solche Männer gibt es zu genüge und ich schwöre dir: geändert bekommst du diese Spezies nie.
Wenn du noch sehr jung bist: hab doch einfach ein wenig Spaß.
Aber komme bloß nicht auf die Idee, dich fest zu binden. Denn solche Männer rauben einen Schlussendlich den letzten Nerv
 
  • #8
Liebe Kukk

Dass eure Lebensstile und Temperamente auf Dauer inkompatibel wären, sieht man aus kilometerweiter Entfernung. Du magst ihn trotzdem.
Die Lösung würde wohl möglicherweise darin bestehen, dass du eine Entscheidung fällst, ob du das Hier und Jetzt mit ihm geniessen und eine Weile mit ihm verbringen magst. Obwohl er vermutlich nicht der Mann ist, mit dem sich eine Familie gründen lässt etc. Oder ob du etwas Langfristigeres suchen willst und den Kennenlernprozess ergo beenden möchtest.
Ich stimme mit @Dakshina voll überein, dass die dümmste Variante wäre, bei ihm zu bleiben in der Hoffnung, ihn "erwachsener" zu machen oder zielstrebiger. Gehe davon aus, dass er so ist wie er ist und keine Hilfe von dir benötigt, doch noch anders zu werden.
 
  • #9
Von Liebe lese ich übrigens nicht viel bei dir...(?)
w35

Sorry, die Beiden kennen sich viel zu kurz, um hier von Liebe reden zu können!

Liebe FS,

dat wird nix. Du bist nicht zu streng, er scheint nach deiner Beschreibung eine infantile Persönlichkeit zu sein.

Warum triffst du dich weiter mit so einem Menschen/Mann, der ganz anders ist als du? Der Reiz des Anderssein?

Wenn du der Typ dafür bist, geniesse den Sex, der ist bei solchen Männern oft ganz gut, aber an eine verantwortungsvolle Beziehungsgestaltung durch so einen Mann kannst du vergessen.

Denke immer daran, so verantwortungslos wie er mit sich selber umgeht, wird er über kurz oder lang auch mit dir umgehen, falls er es nicht schon macht.

W Ü55
 
  • #10
Momentan ist er arbeitslos und lebt vom Staat. Seiner Meinung nach bildet er sich weiter und bemüht sich Schritte zurück in einen Job zu machen. Aber ich sehe Bücher lesen, 2 Seminartage und 2 Bewerbungen im Monat nicht als große Bemühung an.
Absolutes Nogo. Wenn jemand unverschuldet arbeitslos wird kein Thema. Das kann natürlich jedem mal passieren. Wenn beispielsweise die Firma pleite ist oder durch Krankheit.

Es kann aber nicht sein nur weil man faul oder sich zu fein ist zu arbeiten. Dac sollte man demjenigen sämtliche Bezüge streichen. 2 Bewegungen pro Monat ist ja wohl ein Witz.

Mach aber nicht den Fehler, dass du ihn finanziell unterstützt. So jemand begreift es nur dann wenn ihm der Geldhahn zugedreht wird.

Man kann auch nicht immer den Job machen den man will.
 
  • #11
M.E. geht eine Beziehung, solange Sie nicht zusammen wohnen und solange Sie ihn auch nicht finanziell unterstützen. Beides sollten Sie unbedingt unterlassen - kann nicht gut gehen.
 
  • #12
Eins musst Du Dir klarmachen: Einen Partner zu "erziehen" aus einer Mutterrolle heraus, also wenn Du in allen charakterlichen Reifepunkten ihm überlegen bist, klappt nicht und Du holst Dir einen Klotz am Bein ins Leben. Es wird meist gedacht, dass es "aus Liebe" noch was wird, dass der unreife Partner sich ändert, aber es ist verlorene Lebensenergie. Man kann sich den anderen nicht hinbiegen, auch nicht für "sein Bestes".

Reifegradmäßig sollte das schon ausgeglichen sein, sonst hat nur einer die Verantwortung für alles. Und "das Kind" liebt dann aber auch nicht aus Dankbarkeit seinen Elternrollenspieler, es ist einfach nur abhängig. Falls ihm das auffällt, könnte es anfangen, den Partner zu sabotieren, weil der es ja so in der Hand hat mit allem und vielleicht sogar anfängt, Druck auszuüben.

Dann heißt es ich mache XY, weil mir in der Kindheit Z passiert ist. Er ist auch in Therapie, weil seine Kindheit nicht sehr schön war, aber meiner Meinung nach darf man seine Kindheit nicht immer heranziehen, sondern sollte Verantwortung für sein eigenes Handeln übernehmen.
Kommt vielleicht noch bei ihm. Jetzt holt er erstmal nach, was er in der Kindheit nicht hatte - Leute, die für ihn gut sorgen und ihm eine sorglose Zeit bereiten. Ist dann eben so. Nur musst Du das ja nicht mitmachen, wenn Dir nach einem Mann und Partner ist und nicht nach einem erwachsenen Spielkind. Denn Du wirst in jedem Fall auch die Verantwortung aufgebürdet bekommen, wenn sein inneres Programm "ich bin jetzt Kind und das ist gut so" in irgendeiner Situation greift. ALLE anderen sind die Erwachsenen. Nur seine viel jüngeren Freunde nicht, die genauso ticken oder es nicht durchschauen, dass sie ausgenutzt werden könnten und eigentlich was ganz anderes unter mitmenschlichen Beziehungen verstehen. Von daher:
Wundert mich nicht.
Er ist sogar noch so flexibel, dass er letztens daran gedacht hat auszuwandern.
Kein Gedanke an Dich dabei? Du bist mit einem Menschen zusammen, der nur an sich denkt. Der keine Planung für die Zukunft macht und andere heranzieht, für ihn zu sorgen.
Vielleicht bin ich auch neidisch? Weil ich oft hart arbeite für langfristige Ziele, aber andererseits würde mich sein Leben (höchstwahrscheinlich) mit Mitte 30 nicht langfristig glücklich machen.
Ich denke nicht, dass Du neidisch bist. Wenn Du hart für Deine Ziele arbeitest, kennst Du a) den Erfolg, den man danach hat und das gute Gefühl dabei, b) die Unabhängigkeit von anderen und die Eigenverantwortung.
In meiner Welt ist Unabhängigkeit das Beste.
 
  • #13
aber meiner Meinung nach darf man seine Kindheit nicht immer heranziehen, sondern sollte Verantwortung für sein eigenes Handeln übernehmen.
Meiner Meinung nach unterstellst du ihm, dass er das als Ausrede vorschiebt, anstatt als Erklärung für sein Handeln. Tatsächlich ist es aber so, dass Traumatisierungen sich sehr lange in sämtlichen Lebenslagen zeigen.
Die selbstständige Gestaltung seines Lebens fällt ihm schwer. Ich finde das weist schon auf Spätfolgen einer Traumatisierung hin. Vermutlich ist ihm das auch höchst bewusst.

Seiner Meinung nach bildet er sich weiter und bemüht sich Schritte zurück in einen Job zu machen.
Dieses Bemühen solltest du nicht kleinreden, sondern ihn bestärken.
Ein/e Partner/in der/die noch draufhaut, in einer Lebensituation die ohnehin schwierig ist, kann keiner brauchen. Vermutlich betrachtet er seine Lage selbst schon als Hoffnungslos genug.

Du hast ein Problem mit seiner Lebensweise, schaust auf ihn herab, zeigst kein Verständnis und wünscht dir eigentlich einen ganz anderen Typ als Mann.
Das wird dieser Person vermutlich nicht gut tun.
Dann solltest du dich nach so einem erfolgsorientierten Typ Mann umsehen und nicht versuchen diesen Mann nach deinen Vorstellungen zu ändern.
Ich finde es nicht gut, dass du dich aufschwingst, ihn derart zu beurteilen.
 
  • #14
Bitte versteht mich nicht falsch. Ich denke auch das es total in Ordnung ist, dass er so ist wie er halt ist. Und ich möchte ihn auch nicht ändern!

Wir wohnen auch nicht zusammen und finanziell unterstützte ich ihn auch nicht.

Ich frage mich nur ob es gut wäre die Beziehung zu vertiefen. Ich mag ihn wirklich sehr! Nur die o.g. Verhaltensweisen provozieren mich in irgendeiner Art und Weise. Total schade, ich fände es schöner wenn ich ihm einfach „gönnen“ könnte das er so unbeschwert lebt.
 
  • #15
Ich frage mich nur ob es gut wäre die Beziehung zu vertiefen. Ich mag ihn wirklich sehr! Nur die o.g. Verhaltensweisen provozieren mich in irgendeiner Art und Weise. Total schade, ich fände es schöner wenn ich ihm einfach „gönnen“ könnte das er so unbeschwert lebt.

Liebe FS,
nein, es ist nicht gut, die Beziehung zu vertiefen. Ihr tickt zu unterschiedlich. Du wirst Dich daran nervlich nur aufraspelt und es wird zunehmend nur unangenehmer, mündet letztendlich in Trennung. Das kannst Du Dir ersparen. Nimm ihn als Pausenclown, der Dich nicht blockiert, nicht als Partner. Zu Letzerem taugt er für Dich nicht.

Anders als viele andere hier rate ich Dir nicht, die Zeit mit ihm zu geniessen und Dich später nach einem besseren Mann umzugucken. Jetzt ist Deine beste Zeit für einen guten Partner für ein gemeinsames Leben. Mit jedem Jahr, was Du mit Typen wie ihm verpkemperst, sind gute Männer in dauerhaften Beziehungen verschwunden.

Daher verschwende die beste Zeit nicht mit langfristig unpassenden Männern. Typen wie ihn findest Du zuhauf, wenn Du mit 40 allmählich aufgeben kannst, einen brauchbaren Mann für ein gemeinsames Leben zu finden.

Warum haderst Du damit, ihm sein Leben nicht "gönnen zu können"? Er ist jung, gesund, faul und lebt auf Kosten der Allgemeinheit, also auch von Deinen Steuern und Sozialversicherungsbeitraegen. Das darf Dich zu Recht sauer machen. Der Typ ist ein wehleidiger, leistungsschwacher Maulheld - so kann man es auch sehen, statt ihn zu bedauern. Willst Du so einen Mann, der auch mit 50 kein bisschen anders sein wird?
 
  • #16
Ich frage mich nur ob es gut wäre die Beziehung zu vertiefen
Hier würde ich behaupten, nein es wäre nicht gut.
Denn du wünscht dir etwas ganz anderes. Du wünscht dir einen erfolgsorientierten Typ Mann, zu dem du dann aufschauen kannst.
Das wird auf diesen Mann wohl absehbar nicht so schnell zutreffen. Weil dieser offensichtlich seinen eigenen Kampf zu kämpfen hat.
Es bringt doch nichts eine Beziehung mit jemandem einzugehen, wenn dich seine Probleme und seine Verhaltensweise provozieren.
Man sieht ja hier, wie diese völlig unbekannte Person schon beschimpft wird. Andere provoziert das, was du über die Person erzählst. Es ist in einer Partnerschaft sicher nicht zuträglich, wenn du die Person ebenfalls als "Maulhelden", "Faulpelz" usw. usf. siehst.
 
  • #17
Total schade, ich fände es schöner wenn ich ihm einfach „gönnen“ könnte das er so unbeschwert lebt.

Aber guck mal, Kukk, damit gibst du dir doch die Antwort. Du kannst es ihm nicht gönnen. Noch nicht jedenfalls. Also entweder du übst es mit ihm, andere einfach so zu nehmen wie sie sind, ist natürlich mit (so) nem Partner exponentiell schwieriger, oder du lässt es halt...auslaufen...

die o.g. Verhaltensweisen provozieren mich in irgendeiner Art und Weise.

Kann ich sehr gut verstehen. Meinen Ex hat es auch provoziert, dass ich nicht so hart arbeite wie er. Dass ich morgens manchmal auch liegenbleiben kann. Aber was soll man da machen? Letztlich hab ich mich getrennt. Er wollte mich verändern, dass ich fleißiger werde (und nicht nur das auch andere Garderobe und wat weiss ich). Wozu? Wenn ich so glücklich bin.
Du hast es jut hat er immer gesagt. Was kann ich dafür?

Was willst du mit so einer Beziehung? Das will niemand.
 
  • #18
Der Typ ist ein wehleidiger, leistungsschwacher Maulheld
So ähnlich sehe ich ihn auch. Irgendwie ist er inkonsequent. Natürlich kann man unkonventionell leben, aber das sehe ich bei ihm auch nicht. Es plätschert dahin. Er brennt für nichts, er ist nicht kreativ, in welche Art und Weise auch immer. Lässt sich vom Staat durchfuttern und das war es dann.
FS, ich denke mir, Du bist deshalb mit ihm (kurzzeitig) zusammengekommen und magst ihn deshalb, damit Du ein wenig von Deiner Spießigkeit ablegst, mal die andere Seite siehst. Was er zu lasch ist, bist Du zu streng - mit Dir und der Welt.
ErwinM, 50
 
  • #19
Ja das kann ich verstehen, dass Du Dich das fragst. Warum kannst Du es ihm nicht gönnen?
Vielleicht spricht da Dein Ego. Sieh es mal so, wir sind alle auf der Suche nach irgendwas, wir brauchen Konsum, Status, Anerkennung und wollen es in unserem System zu etwas bring. Doch wozu, mit dem ganzen Konsum zerstören wir unsere Mitwelt, die meisten Jobs sind nur auf Ausbeutung angelegt, wenn man sich nicht selbst ausgebeutet, dann wird man zum Gehilfen der Ausbeutung. Hier will da anscheinend jemand nicht richtig mit machen. Gehe tiefer in Dich das ist richtig, schaue nicht so viel nach Außen, verurteile nicht sondern beobachte!
 
  • #20
Er hat Recht, der Job sollte einen größtenteils schon Freude bereiten.
Natürlich sollte einem der Job auch Freude bereiten. Da hast natürlich schon recht. Bevor man aber arbeitslos wird und Hartz bekommt dann ist es doch besser einen Job zu haben der einem nicht so Freude macht. Man kann ja immer noch nach was anderem suchen.
Anders als viele andere hier rate ich Dir nicht, die Zeit mit ihm zu geniessen und Dich später nach einem besseren Mann umzugucken. Jetzt ist Deine beste Zeit für einen guten Partner für ein gemeinsames Leben. Mit jedem Jahr, was Du mit Typen wie ihm verpkemperst, sind gute Männer in dauerhaften Beziehungen verschwunden.
Da kann ich die nur zustimmen. Außerdem ist es auch dann gemein ihm gegenüber. Er macht sich dann Hoffnungen und irgendwann trennt du dich. Dann am besten gleich eine Trennung.
 
  • #21
Total schade, ich fände es schöner wenn ich ihm einfach „gönnen“ könnte das er so unbeschwert lebt.
Hast Du dieses Problem generell mit Menschen, die staatliche Unterstützung bekommen? Glaube ich zwar nicht, aber könnte ja sein. Das sind ja keine Menschen, die glücklich in Saus und Braus leben. Die treten beim Arbeitsamt/Jobcenter an, müssen sich teilweise wie Bittsteller behandeln lassen usw.. Selbst, wenn sie dem gleichgültig gegenüberstehen, so ist dieses Leben doch ganz anders, als wenn man von Hause aus einigermaßen Geld hat und niemandem Rechenschaft ablegen muss.

Ich würde das anders sehen mit dem "Gönnen" bei ihm. Ich finde es nicht "die Norm", so sorglos in dem Alter dahinzuleben, zu konsumieren und sich keinen Kopf zu machen. Das soll nicht negativ klingen, er hat ja seine Gründe, warum das bei ihm so ist. Aber das mit Beneiden oder mit "Nichtgönnenkönnen" zu sehen, finde ich unverständlich. Willst Du tauschen? Ich denke, nicht.

Den Kontakt würde ich nicht vertiefen, wenn ich eine richtige Beziehung will. Du bist ja nicht mal wichtig, wenn er Zukunftsüberlegungen anstellt hinsichtlich auswandern. Oder hat er Dich gefragt, ob Du mitgehst? Und falls ja, ist ihm bewusst, dass Du nicht so leben willst wie er und das auch nicht könntest?
 
  • #22
Vielleicht ADHS ? ( Schau mal bei ADHSpedia..)

Und versuche diese Sorglosigkeit, Unbeschwertheit in Dir zu finden, immer die Strenge , Vernünftige zu sein macht auch keinen Spass....
 
  • #23
Hallo @Kukk

so wie du den Mann beschreibst, ist er ein Taugenichts. Natürlich sollte man einen Job haben der Einem Spaß macht, sich jedoch dann auf die faule Haut zu legen gar nichts zu tun und zu warten, bis ein netter Personaler an der Haustür klingelt und DAS Job-Angebot macht (so klingt es für mich) ist wohl nicht der richtige Weg. Zumal Lücken im Lebenslauf immer sehr unvorteilhaft sind.

Du schreibst wenig Liebevolles über ihn,deshalb rate ich dir, einmal in dich zu gehen und dich zu fragen, ob du dir überhaupt grundsätzlich eine längerfristige Partnerschaft mit ihm vorstellen kannst. "Erziehen" kannst du ihn nicht.
Du bist noch jung. Möchtest du wirklich die besten Jahre deines Lebens an jemanden wie ihn verschwenden?
 
  • #24
Aber das mit Beneiden oder mit "Nichtgönnenkönnen" zu sehen, finde ich unverständlich. Willst Du tauschen? Ich denke, nicht.

Liebe TE
das stört mich dabei und zeigt auch deutlich wie seine Einstellung dazu ist. Was gibt es an einem Menschen, der ein schlimmes Kindheitstrauma, keine Zukunftsperspektive, kein Geld hat und noch nicht mal seine Zeit so frei einteilen kann wie er will bloss zu beneiden?

Ganz im Gegenteil, ich finde das sehr bedauernswert und würde ihm wünschen, dass er wieder ins Leben findet.

Er ist auch der Meinung, dass man sich mit der Arbeit selbstverwirklichen muss und das kein Mensch Arbeit machen sollte die keinen Spaß macht.

Auf soetwas reagiere ich etwas allergisch, ist es meist ein Ausdruck von Faulheit aber oft auch ein Zeichen, dass der Mensch nicht viel kann. Es reicht noch nicht mal zum Regaleinräumen.

w/36
 
  • #25
Ich würde das anders sehen mit dem "Gönnen" bei ihm. Ich finde es nicht "die Norm", so sorglos in dem Alter dahinzuleben, zu konsumieren und sich keinen Kopf zu machen.

Ich habe eine Reihe Männer kennengelernt, bei denen Spaß im Vordergrund steht. Was soll „die Norm“ sein? Es nützt ja auch wenig, danach zu schauen, ob sich die Mehrheit so oder so verhält.
Die Frage kann doch nicht sein, ob es in Ordnung ist, dass die das so machen, wenn wir das mit der Allgemeinheit mal außen vor lassen.

Die Frage ist doch, passt das in die Vorstellungen und die Lebensplanung der FS. Das tut es offenbar nicht. Und ich lese dann das, was in dem Fall oft passiert. Die Frau überlegt nicht ob, sondern wie sie sich anpassen und darüber hinweg sehen kann. Oder aber möchte die Hoffnung bestätigt bekommen, dass er sich wegen ihr oder durch sie so ändern lassen wird, wie sie sich das vorstellt. Der Traum vom Obdachlosen, aus dem sie dann den erfolgreichen Geschäftsführer macht, mit dem sie ein glückliches Leben verbringt.

Die FS ist vermutlich mindestens Anfang 30 und wird früher oder später Familie wollen. Sie wird ihn dann in ein paar Jahren zum Zusammenziehen und zu Kindern überreden, natürlich ohne dass sie das so sieht. In spätestens 10 Jahren scheitert das dann doch endgültig.

Ich bringe wenig Verständnis auf, warum man sich mit Männern zusammentut, die eine andere Lebensvorstellung haben oder aber die eigene Lebensvorstellung wegen psychischer Defizite potentiell nicht mit tragen können, wenn man das klar sieht.
Aus meiner Sicht aber eine Frage der Passung und nicht einer falschen Lebensplanung auf einer der beiden Seiten.
 
  • #26
Tatsächlich ist es aber so, dass Traumatisierungen sich sehr lange in sämtlichen Lebenslagen zeigen.
Die selbstständige Gestaltung seines Lebens fällt ihm schwer. Ich finde das weist schon auf Spätfolgen einer Traumatisierung hin. Vermutlich ist ihm das auch höchst bewusst.

Die FS schreibt nichts von Traumatisierung sondern, dass er "keine sehr schöne" Kindheit hatte und sich nun selber genehmigt, das nachzuholen, was er glaubt, vermisst zu haben.

Entschuldige, aber wer hatte denn schon dauerhaft eine "sehr schöne" Kindheit? Hier solltemal der Massstab der Normalität aka "gut ist gut genug" angelegt werden.
"Keine sehr schöne Kindheit" trifft auf ca. 1/3 der Gesamtbevölkerung zu. Sollen die sich nun alle in die Hängematte legen, mit der Flagge "traumatisiert" zudecken und der Rest soll sie lebenslang alimentieren?

Die Diagnose "Traumatisierung" wird heute mit fataler Leichtfertigkeit sowohl von Laien wie auch von Profis bei relativ geringen Belastungen gestellt und die therapeutische Behandlung bewirkt dann eher eine Chronifizierung, bzw. das Ausnutzen des Sozialsystems statt eine Befähigung, mit dem Erlebten fertig zu werden und es hinter sich zu lassen. Jahre später, wenn alle Chancen auf Selbstbefaehgung vertan sind, wird dann über Chancenlosigkeit geflennt, wieder ohne sich mitt dem Eigenanteil zu befassen..

Der Patient lernt in der Therapie eher, wie er geschickt den "Trauma-Joker" zieht (um sich das Jobcentervom Hals zuhalten und nicht mehr Initiative zeigen zu müssen), statt als Erwachsener sein Leben selber gestaltet. Das kann er, denn er ist kein hilfloses Kind mehr. Das ist aber mit Anstrenung verbunden, die nicht zur bevorzugten Lustorientierung passt. Zulernen sein Leben jenseits der Lustorientierung selber gestalten zu können hat sehr heilsame Wirkung.

Meiner Meinung nach unterstellst du ihm, dass er das als Ausrede vorschiebt, anstatt als Erklärung für sein Handeln..... Dieses Bemühen solltest du nicht kleinreden, sondern ihn bestärken..... Du hast ein Problem mit seiner Lebensweise, schaust auf ihn herab, zeigst kein Verständnis....
Ich finde, Du dramatisierst. Die FS ist näher dran, sie kennt den Mann und kauft ihm wohl nicht ab, dass die Folgen seiner Kindheit so dramatisch sind, dass er sein Leben nicht auf die Reihe bekommt, denn Freizeit, shoppen, Sex und alles was sonst noch Spass macht läuft ja supergut bei ihm - passt definitiv nicht zu Traumatisierung.
 
  • #27
Dass man als Erwachsener für sich selbst sorgen kann. Aber das ist ja auch kurz gedacht, denn wenn das so ist, hat man meist immer noch Chef u/o Kunden und ist von denen abhängig. Es ist ja auch nicht immer so, dass es in der eigenen Hand liegt, ob man für sich sorgen kann oder nicht, weil der Erhalt des Arbeitsplatzes nicht nur von einem selbst abhängt.
Also sage ich mal, "die Norm" soll sein, dass man wenigstens das Gefühl hat, man hätte sein Leben und sein Auskommen einigermaßen selbst in der Hand. Das verbinde ich mit dem Gefühl, erwachsen zu sein - keine Elternfiguren, die für einen sorgen, wenn man sich ihrem Diktat unterordnet, mehr im Leben zu haben. Dass man das vielleicht beim Chef macht oder für Kunden ... nunja. Aber selbst Geld verdienen (oder eben einfach haben, ohne dass einem einer reinquatscht), ist was anderes. Es gibt auch eine Befriedigung bei manchen Arbeiten, wenn man dann das Geld dafür einstreicht (Leute, die diese Befriedigung nicht haben, entwickeln mitunter seelische Probleme).
Der Bekannte der FS hat das ja überhaupt nicht. Und daher finde ich es seltsam, ihn zu beneiden.

Ich habe eine Reihe Männer kennengelernt, bei denen Spaß im Vordergrund steht.
Das ist ja was ganz anderes, wenn der Mann sein Leben im obigen Sinne selbst in der Hand hat. Dass Männer keine Verantwortung für eine Familie übernehmen wollen oder nicht mal eine Partnerschaft wollen, sondern nur Spaß mit Frauen und ansonsten von ihrem verdienten Geld haben wollen, find ich nicht ungewöhnlich heutzutage.
Die Frau überlegt nicht ob, sondern wie sie sich anpassen und darüber hinweg sehen kann.
Genau, aber sie versucht fast immer auch, den Mann zu ändern und muss irgendwann erkennen, dass sie ihre Energie verpulvert und gehen sollte. Mitunter lernt der Mann dadurch, dass er in der nachfolgenden Beziehung irgendwas anders machen sollte.

Sie wird ihn dann in ein paar Jahren zum Zusammenziehen und zu Kindern überreden, natürlich ohne dass sie das so sieht.
Stimme ich zu. Allerdings würde ich in diesem Fall sagen "überreden WOLLEN", denn so, wie das für mich klingt, wird der Mann sich überhaupt nicht reinreden lassen. Er ist auch viel älter, daher habe ich den Verdacht, dass er sich nicht so an sie binden will, wie sie sich an ihn. Er weiß, was er will, sie irgendwo auch, aber bei ihr allein besteht die Gefahr, dass sie davon abweicht, weil er sonst so toll ist.

Ich bringe wenig Verständnis auf, warum man sich mit Männern zusammentut, die eine andere Lebensvorstellung haben
Wieso? Jeder sehnt sich nach Liebe, in jungen Jahren wird meist projiziert. Wenn sie sieht, dass er das Leben lockerer nimmt und selbst hier ein Defizit hat, lebt er ja "ihre dunkle Seite", sowas verbindet meist, weil man im anderen was kritisieren will, was man sich selbst nicht erlaubt.
 
  • #28
Liebe TE
das stört mich dabei und zeigt auch deutlich wie seine Einstellung dazu ist. Was gibt es an einem Menschen, der ein schlimmes Kindheitstrauma, keine Zukunftsperspektive, kein Geld hat und noch nicht mal seine Zeit so frei einteilen kann wie er will bloss zu beneiden?

Ganz im Gegenteil, ich finde das sehr bedauernswert und würde ihm wünschen, dass er wieder ins Leben findet.



Auf soetwas reagiere ich etwas allergisch, ist es meist ein Ausdruck von Faulheit aber oft auch ein Zeichen, dass der Mensch nicht viel kann. Es reicht noch nicht mal zum Regaleinräumen.

w/36

Ich bin erst mitte 20 und noch im Masterstudium. Ich verdiene mein Geld durch verschiedene Nebenjobs. Er kriegt kein Harz 4, sondern schon ein wenig mehr Geld vom Staat. Also ich habe weniger Zeit und Geld als er. Möchte aber natürlich nicht täuschen!
 
  • #29
Ich habe eine Reihe Männer kennengelernt, bei denen Spaß im Vordergrund steht. Was soll „die Norm“ sein? Es nützt ja auch wenig, danach zu schauen, ob sich die Mehrheit so oder so verhält.
Die Frage kann doch nicht sein, ob es in Ordnung ist, dass die das so machen, wenn wir das mit der Allgemeinheit mal außen vor lassen.

Die Frage ist doch, passt das in die Vorstellungen und die Lebensplanung der FS. Das tut es offenbar nicht. Und ich lese dann das, was in dem Fall oft passiert. Die Frau überlegt nicht ob, sondern wie sie sich anpassen und darüber hinweg sehen kann. Oder aber möchte die Hoffnung bestätigt bekommen, dass er sich wegen ihr oder durch sie so ändern lassen wird, wie sie sich das vorstellt. Der Traum vom Obdachlosen, aus dem sie dann den erfolgreichen Geschäftsführer macht, mit dem sie ein glückliches Leben verbringt.

Die FS ist vermutlich mindestens Anfang 30 und wird früher oder später Familie wollen. Sie wird ihn dann in ein paar Jahren zum Zusammenziehen und zu Kindern überreden, natürlich ohne dass sie das so sieht. In spätestens 10 Jahren scheitert das dann doch endgültig.

Ich bringe wenig Verständnis auf, warum man sich mit Männern zusammentut, die eine andere Lebensvorstellung haben oder aber die eigene Lebensvorstellung wegen psychischer Defizite potentiell nicht mit tragen können, wenn man das klar sieht.
Aus meiner Sicht aber eine Frage der Passung und nicht einer falschen Lebensplanung auf einer der beiden Seiten.

Familie möchte ich schon, aber nicht in naher Zukunft. Vielleicht in 7 - 10 Jahren. Aber so genau kann man das ja nicht immer planen.
 
  • #30
Entschuldige, aber wer hatte denn schon dauerhaft eine "sehr schöne" Kindheit?
Sehr viele Menschen.

Der Patient lernt in der Therapie eher, wie er geschickt den "Trauma-Joker" zieht
Diese emotional geladene und unterstellende Meinung sei dir unbenommen. Wissenschaftlich ist das nun auch nicht.
Die FS kann das ebenfalls für sich beurteilen, wie sie das sieht, nachdem die besprochene Person sich mit seinen Problemen ihr anvertraut hatte.
Dann kann sie das in deiner Art anzweifeln, dass diese Kindheit überhaupt so schlimm gewesen sein soll.
Nur sollte die FS dann von der Person Abstand nehmen, anstatt die Person in einem öffentlichen Forum derart anzuprangern, so dass diese dann noch unbekannterweise und vor allem unnötigerweise beleidigt und denunziert wird. Da habe ich ein anderes Gerechtigkeitsverständnis.
 
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