• #1

Frauenquote für Führungspositionen?

Die Forderungen gehen von variabler, gesetzlicher Frauenquote (Schröder,CDU), bis 40% (SPD). Bei der SPD- Variante frage ich mich: Gibt es so viele Frauen, die in Führungspositionen WOLLEN? Oder sind wir Frauen dermaßen Östrogen-weichgespült, dass in uns das dafür notwendige Streben nach Machtpositionen gar nicht aufkommt? Ist es Ursache oder Wirkung, dass es vorwiegend Frauen sind, die sich für einen Familienphase entscheiden?
 
  • #2
Hallo Angela, also Frauenquoten sind das allerletzte, was wir brauchen, und werden der Gleichberechtigung extrem schaden.

Ich selbst bin in einer mittleren Führugsposition und jeder weiß, dass ich das durch Leistung erreicht habe -- genau wie alle männlichen Kollegen auch. Man muss sich durchsetzen, beweisen, durchbeißen, man hat Erfolge und Rückschläge und Konkurrenz -- und genau so muss es auch sein.

In meinem Beruf gibt es deutlich weniger als 50% Frauen, eher nur 30% -- bei einer Frauenquote müssten einfach schon rein statistisch schlechte Frauen in gute Positonen kommen, damit es überhaupt aufgehen kann. Die Folge wäre dann, dass bei JEDER Frau vermutet werden würde, sie ist ja nur aufgestiegen, weil die Quote erfüllt werden musste.

Wenn Frauen für GLEICHE RECHTE kämpfen und auf der anderen Seite dann SONDERRECHTE wollen, dann haben dise Frauen einfach nichts begriffen. Das ist einfach nur dumm, egoistisch und entgegen aller Gleichberechtigungsbemühungen. Es ist wirklich zum Heulen und Kotzen, wie Politiker so dämlich sein können.

Außerdem ist es eben so, dass viele Frauen auch gar nicht in Führungspositionen wollen, sondern ganz zufrieden sind Integration in ein gutes Team, mit einer guten Balance aus Freizeit und Beruf, mit einer Vereinbarkeit von Familienleben und Berufstätigkeit. Viele wünschen gar keine 70-Stunden-Woche, Schleudersitzpositionen und solange Aufsteigen bis man der Aufgabe nicht mehr gewachsen ist -- und da bleibt man dann.

Ich kenne persönlich etliche Frauen, die bewusst und gewollt auf Beförderungen verzichtet haben. Eine von mir sehr geschätzte Ingenieurin hat zur Abteilungsleitung nein gesagt -- sie wolle Technik machen, rausfahren, ihren Traumjob ausüben, nicht aber in einem Büro sitzen und sich ausschließlich Personalführung widmen oder mit Dritten Fälle besprechen, die schief gegangen sind. Ich kann das durchaus nachvollziehen. Ein Mann hätte da niemals abgelehnt, egal ob er eigentlich die gleichen Präferenzen gehabt hätte.

Ich kenne zudem sowohl im beruflichen Umfeld als auch privat mehrere Frauen, die Beförderungen abgelehnt haben, die einen Umzug erfordert hätten. Nein, sie haben hier ihren Freundeskreis, ihren Partner, zwei von ihnen auch schon Kinder, sie hängen am Großraum, sie sind zufrieden. Warum sollen sie in eine entfernte Stadt ziehen, ihr soziales Umfeld aufgeben, ihren Freundeskreis nur noch selten sehen? Ich kann auch das sehr gut nachvollziehen. Eine sichere, angenehme Arbeitsstelle ist toll, es muss nicht immer besser und toller und anstrengender und besser bezahlt werden.

Auch mir persönlich ist die richtige Balance aus Freizeit und Beruf sehr wichtig, sowohl als Single und ganz gewiss erst recht mit Partner oder gar Familie. Ich empfehle das ausdrücklich der Mehrheit der Bevölkerung -- nur wer wirklich geeignet und willens ist, Privat- und Familienleben dem Beruf unterzuordnen, der sollte es auch tun. Und da bin ich mir sicher: Frauen wollen das viel seltener. Zu recht!
 
  • #3
Ich finde auch das das völliger Quatsch ist, oder wollt Ihr dass jeder von der Quotenchefin spricht? Das würde doch Eurer Leistung nicht gerecht werden, oder?

Ausnahmsweise auch mal volle Zustimmung an Fredericka, ja, ich denke auch daß die meisten Frauen einfach zu klug sind um diese obersten Ränge haben zu wollen. Ein Dax-Vorstand hat kein Privatleben, arbeitet in Grunde genommen 90% seiner wachen Zeit, keine Hobbies etc. Er arbeitet, sonst nix. Kinder gross werden sehen- vergiss es, Am Wochenende einfach mal eine tag vergammeln- vergiss es, 4 Wochen Urlaub am Stück um nach Australien zu reisen- vergiss es.

Widerspruch allerdings bei der Aussage dass ein Mann diese Beförderung nicht abgelehnt hätte- doch hätte er und zwar aus denselben Gründen. Was bringt mir ein noch besseres Gehalt oder mehr Macht wenn ich dann zu 90% Tätigkeiten ausüben muss die mir keinen Spass machen. Dafür verbringe ich zuviel Zeit im Beruf um etwas zu machen was ich nicht mag. Macht wird völlig überschätzt und Geld bringt ab einem gewissen Level auch kein Plus an Lebensqualität.
 
G

Gast

  • #4
Frauenqouten sind ganz wichtig. Denn wenn man mal genau guckt, hatten wir die ganzen letzten Jahrhunderte eine Männerquote. Nur weil ein mensch einen männlcihen Chromosemensatz hat wurde er beruflich gefördert, unterstützt und hatte die Vorteile - zum Nachteil für die ganze Gesellschaft.
Und in Norwegen sind alle Aufsichtsratsposten nach Einführung der Quote von 40 % mit Frauen besetzt und es hat für alle Vorteile - Diversity.
 
  • #5
@#2: Ok, ich formuliere um: "Wesentlich WENIGER Männer lehnen das ab als Frauen." -- und zwar beträchtlich. Ich persönlich kenne zum Beispiel keinen einzigen Fall einer ausgeschlagenen Beförderung innerhalb der Stadt und nur einen einzigen, weil der Umzug nicht gewollt war. Bei Frauen kenne ich etliche Beispiel, und das, obwohl Frauen bei uns in der Minderheit sind.
 
G

Gast

  • #6
Es ist doch ein Märchen, dass es die Leistung ist, die einen Menschen in höhere Positionen bringt. Und darum bin ich für eine Frauenquote. Ich habe die Aufstiege von Männern beobachtet - das waren nicht die Tüchtigen, sondern diejenigen, die sich am besten präsentieren konnten. Frauen glauben immer, sie müssten schön fleißig sein, dann klappt es schon mit der Beförderung. So ein Quatsch. Fleiß spielt nur zu 15 Prozent eine Rolle, der Rest sind männerkompatible Verhaltensweisen. Und genau darum bin ich (wie auch #4) für eine Frauenquote. Es ist übrigens typisch deutsch, diese Quote abzulehnen; in anderen europäischen Ländern weiß man, dass sie notwendig - und gerecht - ist.
 
  • #7
@3
Immer brav die Emma gelesen und Alice nachgeplappert? Nein, ich habe es nicht erlebt dass in irgendeiner der Firmen in denen ich tätig war Frauen anders als Männer gefördert wurden. Ich hatte Männliche und Weibliche Chefs, bin mit allen gut klargekommen, unfähige gabs auf beiden Seiten. Es gibt einfach auch Stellen, vornehmlich welche mit Internationaler Reisetätigkeit für die ich 100 Bewerbungen bekomme, davon nicht eine von einer Frau. Und das obwohl das relevante Studium zu 50% von Frauen absolviert wird und man in kaum einem Bereich schneller Karriere machen kann wenn man gut ist. Ich könnte eine Frauenquote aus Mangel an Bewerberinnen gar nicht erfüllen. Hatte auch mal versucht Innendienstlerinnen für diesen Job zu begeistern- völlig aussichtslos trotz deutlich besserer Verdienstmöglichkeiten.

Norwegen ist ein sehr schlechtes Beispiel, in Skandinavien haben die Frauen selbst ein anderes Selbstverständnis, streben sehr viel mehr in diese Berufe. Aber selbst Norwegische Frauen in Führungspositionen (habe beruflich mit einigen davon zu tun) halten diese Quote für völlig kontraproduktiv- weil auch Sie nun nicht mehr primär nach Eignung einstellen können sondern auch den Proporz erfüllen müssen. Und die ungeeignetere Person, gleich welchen Geschlechtes einzustellen ist zu unser aller Schaden.

Im übrigen fühl ich mich als Mann diskriminiert, eine Männerquote gibts nämlich keine.
 
  • #8
Hier die FS:
Meine letzte Frage habe ich unklar formuliert, hier etwas deutlicher:

Ist es Ursache oder Wirkung der FEHLENDEN Frauenquote, dass es vorwiegend Frauen sind, die sich für eine Familienphase entscheiden? Schließlich wird mit dieser Entscheidung ein Aufstieg in Führungspositionen massiv erschwert.

Ich stimme Frederikas Ausführungen zu. Ich persönlich habe auf eine steile Karriere (aufgrund der beschriebenen weiblichen Gefühlswelt) sehr gerne verzichtet.
 
  • #9
@5
Oha, und welche nun genau? Richtig, Fleiss spielt nicht wirklich eine Rolle. Leistung aber schon. Ich kann für mich in Anspruch nehmen meine Karriere nur durch Leistung gemacht zu haben. Ich hatte diese Führungspositionen gar nicht angestrebt sondern meine Leistung ist aufgefallen und so konnte ich den Beförderungen und Abwerbeversuchen der Konkurrenz gar nicht aus dem Weg gehen.
 
  • #10
@#5: Du hast zum Teil recht: In sehr hohen Positionen kommt es oft weniger auf fachliche Kompetenz oder reinen Fließ an als auf das Auftreten, das Sich-Verkaufen-Können, die Eigenpräsentation.

Aber Du hast schlichtweg unrecht, wenn Du dadurch Nachteile für Frauen witterst: Eigenpräsentation ist eben das SELEKTIONSARGUMENT für Führugspositionen und genau das ist die Leistung, die man bringen muss -- egal ob als Frau oder Mann.

Frauenquote schafft Ungleichheit und Ungerechtigkeit. Sie ist genau das Gegenteil von Gleichberechtigung. Gleichberechtigung zielt darauf ab, GLEICHE Rechte für Männer und Frauen zu schaffen, nicht aber Sonderregelungen.
 
  • #11
@7/FS
Ich denke dass die persönliche Entscheidung durch eine Quote nicht beeinflusst wird. Eher durch Betreuungsmöglichkeiten für den Nachwuchs. Um mehr Frauen für solche Positionen zu interessieren bringt ein Kinderhort im Unternehmen wesentlich mehr als eine Quote. Frauen sind- aus welchen Gründen auch immer, ich vermute biologische- weniger bereit Ihren Nachwuchs nur Abends und am Wochenende zu Gesicht zu bekommen. Ist auch der Grund wieso ich keine Frauen für Jobs mit Reisetätigkeit bekomme..
 
G

Gast

  • #12
Da ist jetzt die Frage, ob der Vorteil der Diversity den Nachteil der schlechteren Frauen wieder ausgleicht oder gar übertrumpft!? Bzw. ist die Frage, ob es wirklich schlechtere Frauen dann in die Führungsetage schaffen. In einem Großunternehmen finden sich vermutlich genug qualifizierte Frauen, bei kleineren Unternehmen könnte es anders aussehen.

@5
Ein Märchen ist das nicht. Richtig ist allerdings, dass es nicht immer auf Leistung ankommt. Wenn es nicht die Tüchtigen sind, meinst Du Frederika hat es nur geschafft, weil sie sich am besten präsentieren konnte?

Nur wegen der Gerechtigkeit diese Quote einführen find ich nicht gut, denn wenn die Firma dann schlechter läuft, weil vielleicht eine unmotivierte Frau eine Führungsposition inne hat, dann ist es kontraproduktiv.

Meint ihr nicht, dass eine solche Quote die Geburtenrate weiter nach unten befördern würde? Dann müssten wir mehr qualifizierte Immigranten ins Land holen, weil wir noch weniger Nachwuchs hätten.
 
  • #13
@#7: Sicherlich würde es mit Frauenquote mehr Frauen in Führungspositionen geben -- logischerweise. Es würden aber höchstwahrscheinlich Quotefrauen nachrücken, die diese Positionen nur bekleiden, weil sie Frauen sind und nicht weil sie vergleichbare Leistung bringen.

Umgekehrt würden sich aber kein einziger Mann zusätzlich für Familienleben entscheiden. Diese Entscheidung fällt gar nicht bei den Führungspositionen, um die es geht.
 
G

Gast

  • #14
Hier ein Auschnitt aus dem neuesten Artikel aus der FAZ

„Seit den siebziger Jahren sind Hürden für den Aufstieg der Frauen nicht mehr sichtbar“, sagt der Wirtschaftshistoriker Ulrich Pfister von der Universität Münster. „So gerät ihre Existenz zur Glaubensfrage, und die Debatte um Chancengleichheit wird persönlicher und ideologischer.“ Das erleichtert es den Parteien im Feminismusstreit, die Position zu halten.

Pfister zählt übrigens zu den Anhängern der Theorie, dass rechtliche und ökonomische Strukturen die Frauen bremsen. „Mit Verlaub“, sagt der gebürtige Schweizer sanft: „So feige können deutsche Frauen doch gar nicht sein, dass sie so umfassend unterrepräsentiert sind.“ Steuerliche Fehlanreize, mangelnde Kinderbetreuung, tief verwurzelte Rollenbilder und Vorurteile, zählt Pfister als Hindernisse auf.
 
G

Gast

  • #15
Ich arbeit in der Bauwirtschaft!
Frauenquote? Undenkbar!
Von mir aus könnten viel mehr Frauen in Führungspositionen in der Bauwirtschaft sein!
Nur möchte das komischerweise so gut wie keine Frau!
Warum das so ist, hm, darüber wundere ich mich ehrlich gesagt auch...
Vielleicht haben die meisten aber auch kein Interesse an einem anspruchsvollen Bauingenieurstudium o.ä., wer weiß...
 
G

Gast

  • #16
Es gibt eine Diplomarbeit zu der Frage: Was machen eigentlich Vorstände so den ganzen Tag.
Einige Dax-Vorstände haben ihren Terminkalender rausgerückt. Ergebnis: Im Schnitt eine
65-Stunden Woche. Viel unterwegs sein, viel reden, viel repräsentieren.
 
G

Gast

  • #17
Liebe FS,

Du fragst: " Ist es Ursache oder Wirkung der FEHLENDEN Frauenquote, dass es vorwiegend Frauen sind, die sich für eine Familienphase entscheiden?"

Die Antwort ist banal: Es hat schlicht nichts miteinander zu tun.

Es sind die Frauen, die mit hoher Stimme "Neeiiin, wie süüüüß" rufen, wenn sie sich über einen Kinderwagen beugen. Es sind die Säuglinge, die hohe Stimmen hören können, die tieferen der Männer aber fast gar nicht.

DAS hat mit der Entscheidung für die Familienphase zu tun.
 
  • #18
@#16:
Ich glaube selbst auch nicht, dass die fehlende Frauenquote allein Schuld ist an der Tatsache, dass wir gerade mal 2 % Frauen in den Chefetagen haben.
Dein Beispiel mit der Stimme ist ja auch nur ein einziges Puzzleteilchen aus der Gefühlswelt und den Instinkten, das die Mutterschaft automatisch mit sich bringt.
 
G

Gast

  • #19
Liebe FS,

mit den 2% beziehst Du Dich auf die absoluten Top-Positionen in den sehr großen Unternehmen.
Führungspositionen gibt es aber auch in sehr viel kleineren Unternehmen und auch schon weit unterhalb des Spitzenmanagements, nämlich spätestens ab der Abteilungsleiterebene.

In beiden Fällen ist der Frauenanteil wesentlich höher.

Die 2% stellen also eine wesentlich verkürzte Sichtweise dar.
 
G

Gast

  • #20
Früher habe ich Quoten auch als unnötig erachtet, aber ich bin einen sehr harten Weg gegangen.
Ich bin als Frau im Vorstand tätig und spreche mich heute ganz klar für Frauenquoten aus, um leistungsfähigen Frauen das zu ersparen, was ich lange erfahren habe. und es hat sich nichts geändert.

Die Benachteiligung von Frauen auf dem Weg in Spitzenpositionen ist sehr deutlich.
Der Widerstand männlicher Vorgsetzter und fehlendes Mentoring auf dem beschwerlichen Karriereweg ist einer der wesentlichen Gründe dafür - aus meiner Erfahrung -, dass Frauen es mehrfach schwerer haben, in TOP-Positionen zu gelangen.
Ich musste extreme Rückschläge erdulden und an mir sind, trotz besserer Qualifikation und meiner fachlichen Kompetenz über Jahre viele Männer vorbei gezogen, die den klassischen Bonus der Männerloyalität genießen konnten, der Frauen verwehrt bleibt. Mit Hilfe meiner Leistungen wurden einige Männer Chefs, während mir jahrelang nur die undankbare "2.Reihe" ermöglicht wurde.

Es ist für beide Geschlechter schwer, TOP-Positionen zu erreichen. Auch gute Männer scheitern an den besseren Beziehungen von schlechter qualifizierten Kollegen. Leistung ist es fast nie!

Was aber ehrgeizigen Frauen wie mir dann aber doch verwehrt bleibt, war das außerdienstliche Karriereportal, das ehrgeizige männliche Networker alle zu nutzen wissen. Die abendlichen kollegialen Runden, in denen ein Vorgesetzter mal mit seinem Lieblingsadlatus essen geht. Mir ist es nicht nur einmal passiert, dass ein vertrauliches Karriereförderungsgespräch sehr anzüglich endete und damit auch klar war, hier gibt es zukünftig keine weiteren Chancen mehr. Wenn ein TOP-Vorgesetzter einem männlichen Nachgeordneten das DU anbietet, ist das vielleicht der Anfang einer lohnenden Freundschaft, passiert das einer Frau, muss Frau sich Gedanken über Jobwechsel machen, weil er womöglich andere Intentionen hat, als Karriereförderung. Zweimal in meiner Karriere stand auf einem Kongress nachts plötzlich ein Vorgesetzter vor meinem Hotelzimmertür. Das hat immer mir geschadet, nie dem Mann, denn Abweisungen ziehen immer männliche Zickereien nach sich.

Ob es mal der lokale Rotare ist, der Frauen als Mitglieder ablehnt, oder sogar ein Golfplatz, der Frauen von Businesstreffen ausschließt oder der Managersegelturn, bei dem man als einzige Frau in Führungsposition sehr freundlich um Verständnis gebeten wird.

Man darf nicht unterschätzen, welche Bedeutung persönliches Vertrauen, Loyalität und Sympathie für die Besetzungen bestimmter Positionen haben, die ein Spitzenkarrieresprungbrett sind.

Und wie ich es dann doch geschafft habe?
Am Ende eines harten, langen Kampfes und unermüdlicher Ausdauer gab den Ausschlag tatsächlich nicht meine Leistung, sondern vielmehr unerwarteter Zufall.
Ich war in stellvertretender Position eines Vorstands tätig. Irgendwann wußten alle, wer eigentlich alle Entscheidungen im Hintergrund trifft und alle Maßnahmen aktiv duchsetzt. Dennoch hätte ich es in meiner Branche nie geschafft, da für den Durchbruch der "gläsernen Decke" auf den Thron die Beziehungen fehlten. Ich musste irgendwann einsehen, dass es für Frauen ohne familiären Hintergund keine realistische Chance geben könnte und hatte mich auch schon damit abgefunden. Auch, weil ich von Headhuntern mehrfach den Hinweis hinter vorgehaltener Hand bekam, mich nicht offiziell auf eine Stelle zu bewerben, da auf jeden Fall der Auftraggeber nur einen Mann auf die Position setzen würde.

Aber dann starb völlig unerwartet "mein" vorgesetzes Vorstandsmitglied. Und nach längerer Bedenkzeit entschloss sich dann der AR, mir als Frau, entgegen einiger konservativer Vorbehalte, diese Chance doch einzuräumen. Über eine Bewerbung hätte ich ehrlich gesagt nie diese Stelle bekommen, obwohl ich über eine doppelakademische Ausbildung verfüge und beide Studiengänge parallel abgeschlossen habe, was keiner meiner männlichen Kollegen in gleicher Position nachweisen kann.
 
G

Gast

  • #21
Frauenquoten sind Frauenfeindlich und das ist noch vorsichtig ausgedrückt.
Wenn es eine Frauenquote gäbe wären alle Frauen in Top Positionen plötzlich nur noch Quotenfrauen, damit würden alle Frauen die es selbst geschafft haben herabgesetzt werden.
Und um den ganzen noch die Krone aufzusetzen wird in vielen Firmen folgendes passieren:
Es werden neue Toppositionen geschaffen die absolut ohne Bedeutung sind die dann mit Frauen besetzt werden nur um die Quote zu erfüllen. Diese Frauen sind dann einfach nur da, nicht mehr als eine hübsche Begleitung die man mit auf eine Feier o.ä. mit nimmt um sie vorzuzeigen und jede Frau die ein Topposition anstrebt wird dann am Ende im Zweifel genau so etwas bekommen, egal wie sehr sie sich anstrengt denn schließlich wurden diese Positionen nur geschaffen um eben von Frauen besetzt zu werden.
Aber für jede Frau die sich gerne demütigen lässt und die kein Selbstwertgefühl hat ist eine Frauenquote natürlich eine tolle Sache.
 
G

Gast

  • #22
@19
Das ist ein hervorragender Beitrag, der allen, die hier so naiv von Gleichberechtigung und der Überflüssigkeit (oder sogar Ungerechtigkeit) von Frauenquoten sprechen, die Augen öffnen sollte. Auch im aktuellen SPIEGEL sind all die Stimmen derer zu finden, die früher gegen die Frauenquote waren und sie heute - nach vielen herben Erfahrungen, die denen in diesem Bericht ähneln - befürworten. Dass es kaum Frauen in deutschen Vorstandsetagen gibt, muss ja einen Grund haben. Geringere Leistungsbereitschaft kann es ja nicht sein.
 
  • #23
@#20: Genau so wird es kommen. Widerlich und abstoßend.

Frauenquoten sind frauenfeindlich.
Sonderrechte sind das Gegenteil von Gleichberechtigung.

Ich möchte niemals eine Quotenfrau sein, denn dann würden alle sagen, egal was man erreicht, "ja, bist ja die Quotenfrau". Wie grausig wäre das!
 
G

Gast

  • #24
Ich denke, es ist ein bischen von beidem:

Objektiv sollte natürlich Leistung zählen - und zwar immer und ausnahmslos. Dieses Leistungsmodell als effektivstmögliches könnte durch Quoten nur an Qualität reduziert werden. Weder Frauen- noch Männerquoten (diese z.B. in der Pädagogik für Jüngere und Nichtabiturienten) wären in irgend einer Weise positiv.

Dem gegenüber stehen Erfahrungsberichte wie #19, die insgesamt vielleicht nichtmal so selten sind. Gewachsene Strukturen sind oft träge, weshalb es für mich zumindest nachvollziehbar ist, wenn gewohnt mit bewährt verwechselt wird. Zumal ohne die berühmten Beziehungen keiner, gleich welchen Geschlechts, nennenswert auf Vorschusslorbeeren zurückgreifen kann. Ein bischen kann ich auch den Vorbehalt gegenüber weiblichen Kollegen nachempfinden, da ich mit diesen zwangsweise anders umgehen muss. Eine zufällige Berührung oder ein falsches Wort gegenüber einem Mann ist in der Regel ohne Bedeutung. Freizeittreffen führen zu Gerüchten etc. Bei Frauen muss ich "darauf auch noch achten". Ob ich das will, steht auf einem anderen Blatt. Zu verdanken habe ich es den Männern, die mit schlechtem Beispiel voran gingen und gehen.

Für mich ist es schwierig, abzuschätzen, wie weit der Zwiespalt aus freiwilligem Verzicht zu Gunsten z.B. der Familie und echten, geschlechtsspezifischen Hürden das ideale Verhältnis verzerrt. Nach allem, was ich bislang gelesen, gehört und erlebt habe, behaupte ich, dass in den meisten Berufen Frauen immernoch unterrepresäntiert wären, ganz freiwillig. In für Frauen attraktiven Feldern wären bestimmt auch über 50% denkbar. Zu glauben, die prozentuale Quote an Bewerberinnen über jede "Führungsebene", den Qualifikationsdurchchnitt, persönlichen Zielen, Berufsfeldern und innerbetrieblichen Sympathien (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) mit einer pauschalen Quote für alle erschlagen zu können, beweist nur eins: In der Politik muss man nicht sonderlich kompetent sein, um wichtig genug zu werden, dass man Vorschläge machen darf.
 
G

Gast

  • #25
@#19

Das glaube ich dir unbesehen. Allerdings ist da ein Problem. Du führst alles auf dein Geschlecht zurück, es gibt aber mindestens genauso viele Männer, die in diesem Seilschaftenspiel hinten runter fallen und übergangen werden, weil sie zwar bestens qualifiziert sind, aber eben nicht in die Machtzirkel einbezogen werden.

Es kommt so, wie es #20 beschreibt. Das gibt es jetzt schon oft, wenn die Frau im größeren Familienunternehmen einbezogen werden soll.

Was mich immer am meisten irritiert ist, dass heutige Abschlusszahlen an den Universitäten herangezogen werden, um zu belegen, dass zu wenig Frauen in Top-Position sind, als dort sein müssten. Davon ab, dass Abschlussanteile in der Uni wenig über den Anteil unter den Arbeitnehmern aussagt, bei Frauen sind es bei Weitem weniger, weil sie die Option auf Kinder & Familie als "Hausfrau" haben, sind für die Besetzung der Vorstände heute die Ausbildungszahlen von vor 30-40 Jahren relevant. Die sahen ganz anders aus.

Wer Frauenquoten aus diesen Gründen befürwortet soll einmal folgende Frage beantworten:

Unter den selbständigen Unternehmern machen die Frauen nur ein Bruchteil aus. Sie arbeiten als Selbständige im Schnitt knapp 40 Wochenarbeitsstunden, während es bei Männern über 60 sind. Welche '"gläserne Decke" hält denn Frauen vom selbständigen Unternehmertum ab? Welche "gläserne Decke" verhindert, dass sie ihre Unternehmung mit vollem Arbeitseinsatz wie Männer betreiben?

Welche "gläserne Decke" hält Frauen eigentlich davon ab bahnbrechende Erfindungen zu tätigen und damit erfolgreich zu werden? Merkwürdiger Weise ist unter den Selfmade-Milliardären keine einzige Frau, die mit eigener Idee und eigener Hände (oder besser Kopf) Arbeit dorthin gelangt ist. Wo sind die Microsoft, Google, Oracle, Facebook, Dell, Amazon, Ebay usw. usf. Gründerinnen in den letzten 1-2 Jahrzehnten? Wo sind die innovativen Ingenieurinnen, die mit ausserordentlichen, neuen Produkten den Weltmarkt erobern?

Ganz offensichtlich besteht hier doch ein erheblicher Unterschied zwischen Mann und Frau.

Als Mann und Unternehmer schätze ich Frauen übrigens sehr, sie sind in einigen Gebieten den Männern durchaus überlegen. Das sind allerdings nicht die Bereiche, in denen das Unternehmen strategisch voran gebracht wird, wo Innovation und freies Denken ausserhalb von Schemen gebraucht wird, hier Punkten ganz klar die männlichen Kollegen.

Quote versucht gleich zu machen, was nicht gleich ist. Gleichberechtigung, gleiche Startpositionen sind gut und ein jeder kommt so weit er kann. Gleichstellung, das Nivellieren von Unterschieden, das Einbremsen der Guten im Sinne des Proporz, in vielen Teilen der Gesellschaft zu sehen (Schule z.B.), ist fatale Missinterpretation von "Gerechtigkeit".
 
M

Mooseba

  • #26
Was mich generell bei dieser Diskussion (nicht dieser Thread, sondern im Gesamten) und jetzt unabhängig von der Geschlechterfrage nervt: Dass die Führungsposition als die Spitze der Evolution bzw. die Krönung der Schöpfung angesehen wird. Strebe ich keine Führungsposition an, so habe ich auch keine Karriere gemacht und meine akademische Ausbildung nicht genutzt - dieser Eindruck wird erweckt. Geht es um Karriere, dann geht es automatisch immer um die Führungsposition. Hallo Leute? Es muss auch noch jemand was entwerfen, etwas bauen - und das kann auch Karriere und Erfüllung zugleich sein. Das Beispiel mit der Ingenieurin, die lieber bei der Technik bleibt und bewusst auf die höhere Stellung verzichtet, hat mir da sehr gefallen - diese Frau ist für mich wirklich Alpha. Mit dieser ganzen Führungspositionsdiskussion wird diesen Arbeiten der Respekt entzogen.
(m/28)
 
G

Gast

  • #27
Ich möchte durch Leistung, Fleiss und Charakter etwas erreichen und nicht, weil es vorgeschrieben ist, mir als Frau die Stelle zu geben da es bereits zu viele Männer hat.
Lächerlich

w, 38

(Kleine Firma mit Frau als Vizedirektorin (unser Direktor ist gleichzeitig Inhaber)
 
G

Gast

  • #28
Wir leben doch in einem freien System!
Jede Frau, welche es sich zutraut und den Mut hat, kann sich selbständig machen und ihre eigene Firma aufmachen.
Sie wäre dann immer die Nr.1!
Sie hätte dann auch schön die Zeit, ihren Laden zu einem soliden Mittelständler mit mehreren hundert Angestellten auszubauen! (...von mir aus auch nur mit Frauen in den Top Positionen)
Das mal als Beispiel...
Nur frage ich mich, warum gibt's davon nicht soviele positive Beispiele??
Frauenqouten sind total sinnlos, die #20 beschreibt die zu erwartenden Auswirkungen treffend! Woher wissen wir eigentlich, dass es, mit positivem Hinweis auf die Nachbarländer, nicht genau so dort ist?
Die Erfahrung von #19 mögen durchaus so gewesen sein, aber bei weitem nicht repräsentativ für die deutsche Wirtschaft!
Leistung zählt! Anderes kann sich ein solides Wirtschaftsunternehmen, zumindest im Mittelstand, gar nicht leisten!
 
  • #29
Offen gesagt hätte man bei der Einstellung der meisten Schreiber auch die alten Adelsgesetze beibehalten können - wäre ein Bauer oder Taglöhner wirklich gut gewesen, hätte er sich auch so einen Landsitz erarbeiten können.
Auch die Sklavenbefreiung war überflüssig - ein intelligenter und fleißiger Sklave hätte es auch so wie es war zu etwas gebracht.
Gleichberechtigung? Wozu brauchen wir die? Frauen, die durchsetzungsfähig sind, hätten es auch ohne geschafft.

Dieser ganze neumodische Klimbim ist, nach Meinung einiger Schreiber(bemerkenswerterweise -innen!) Unsinn!
 
G

Gast

  • #30
Mit der "Frauenqoute" will man die Frauen "Karrieregeil" machen, sie sollen so werden wie die Männer schon sind! Absoluter Quatsch! = negative Motivation!

Ich finde das toll, dass es tatsächlich Frauen gibt, die die gesamte Zeche bezahlen! Super, gefällt mir diese Einstellung! Werd ich jetzt auch mal vorschlagen und ausprobieren, hab auch den Dr.! m39