• #31
Ich denke, eins der haupt Probleme in unserer Gesellschaft ist, es wird eine Priorität im Leben erwartet. Wenn ein Paar ein Kind bekommt, ist es immer noch Standard, dass die Frau für das Kind verantwortlich ist und der Mann sich damit ab und zu beschäftigt. Ich habe ein paar Frauen beobachtet, die vor der Geburt des Kindes etwas anderes geredet und behauptet haben, als danach. Die Liebe zum Kind ist erst wirklich da, wenn das Kind da ist und viele Mütter die vorher geplant haben, gleich nach der Geburt ruck zuck zuarbeiten, haben für sich festgestellt, für sie selber ist die Trennung vom Kind fast genauso dramatisch, wie es angeblich für das Kind ist. Daher kommt auch wahrscheinlich dieser Vorwurf und Unverständnis für die Mütter, die gleich arbeiten gehen. Klar Neid wird auch dabei sein, vor allem nach ein paar Jahren der Kinderbetreuung, weil die Kariere und der vielleicht gute Job vor dem Kind flöten gegangen ist.

Ich kenne auch Frauen, die ihre berufliche Zukunft um das Kind planen, die keine große Kariere machen wollen. Aber selbst das ist oft nicht leicht, in einigen Berufen, da kann man nicht immer eine Person gebrauchen, die jeden zweiten Tag brüllt, das kann ich nicht machen, das geht nicht, wer holt mein Kind ab. Oder mein Kind ist krank, ich kann nicht kommen. Oder das Frauen mit Kindern die Erwartungshaltung haben, sie haben ein Kind, da müssen die Kollegin Rücksicht nehmen. Bei Männern sind diese Probleme kaum vorhanden, wenn sie ein Kind haben, dann kümmert sich die Frau um die kleinen und großen Probleme, die das Kind betreffen.

Ich denke und bin der Meinung, wenn ein Kind da ist, dann muss Beruflich, von einem der beiden Partner oder besser von beiden zurückgesteckt werden. Kinder brauchen eine Person zu der sie eine Beziehung aufbauen können. Wenn das Kind von vorne nach hinten geschubst wird, damit man dem Job gerecht wird, dann ist das nicht gut für die Entwicklung des Kindes.

Was mich persönlich viel mehr stört, ist die Selbstverständlichkeit der Rollenverteilung, in unserer Gesellschaft. Ich streite es auch nicht ab, ich habe zum Teil auch dieses Denken, vielleicht ist es wirklich auch etwas Genetisch bedingt k.A.

Ich finde es auch etwas nervig, wenn Frauen mehr oder weniger (alleine) versuchen Kind und Kariere zu vereinbaren, der Partner, also der Vater, wird da sehr oft außen vor gehalten oder die Männer winden sich auch gerne aus diese Verantwortung raus. Da dieses unter einen Hut bringen von Kind und Kariere oder sagen wir Beruf, nicht leicht ist, müssen sehr oft die Kollegen als Puffer herhalten und Verständnis für die betroffene Frau haben. Mich als Frau nervt viel mehr das an Müttern die arbeiten. Weil die nicht geschaffte Arbeit von Müttern bleibt mehr an Frauen hängen als an Männern. Und Frauen, die kurz nach der Geburt ihres Kindes arbeiten, die verlangen sehr viel Verständnis für ihre Situation. Und die Frauen suchen die Hilfe nicht wirklich beim Partner oder anderen Männern...
 
G

Gast

  • #32
Wenn ich als Frau schon Angst habe, dass mir nach der Geburt die Decke auf den Kopf fällt, weil ich einige Monate nicht berufstätig bin, dann empfehle ich ernsthaft, sich kein Kind anzuschaffen. Denn es wird, bis das Kind 18 wird, noch oft Situationen geben, wo die Mutter in vielerlei Hinsicht zurückstecken muss. Wer das nicht will oder kann, sollte auf ein Kind verzichten.
Das kann man so eben nicht sagen. Ich kenne Mütter, denen mit einem Baby langweilig war. Deshalb wurden sie trotzdem später, in der Pubertät, zu verständnisvollen und tollen Müttern. Eine "gute Mutter" zu sein, trägt nicht die Voraussetzung, mit einem Baby zuhause sitzen zu wollen. Manche können mit den einen, andere mit anderen Situationen besser umgehen. Genauso können Mütter, die sich nichts schöneres vorstellen können, als ein Baby zu versorgen, später mit den Problemen der Heranwachsenden maßlos überfordert sein. In solchen Debatten herrscht oft eine recht eindimensionale Sicht auf das, was gute Erziehung oder gute Elternschaft bedeutet.

Und perfekt muss keine Mutter sein. Auch ihre eigenen Wünsche sind wichtig. Es ist immer ein Kompromiss.
 
G

Gast

  • #33
Verstehe ich nicht ganz? Warum sollte ICH eine andere Frau kritisieren, weil sie vielleicht früh Kinder bekommen will und heiraten will - während ich das alles nicht will? Ich empfinde es schön, wenn eine Frau im Gegensatz zu mir 10 Kinder bekommt und ein Familienmensch wird und daheim bleibt, so stirbt die Menschheit wenigstens nicht ganz aus, während ich mich gegen das alles entscheide und lieber beruflich Karriere mache.

Vorurteile tun weh! Man sollte nicht jeden in einen Topf schmeißen.
 
G

Gast

  • #34
Das ist doch nichts als Neid und Eifersucht auf die berufstätige Mutter. Das sollte man nicht so ernst nehmen. Um die Kinder geht es solchen Frauen doch garantiert nicht. Ich denke, ein Großteil davon hat ausschließlich das Wohl der eigenen Kinder im Kopf.
 
G

Gast

  • #35
Wenn ich als Frau schon Angst habe, dass mir nach der Geburt die Decke auf den Kopf fällt, weil ich einige Monate nicht berufstätig bin, dann empfehle ich ernsthaft, sich kein Kind anzuschaffen. Denn es wird, bis das Kind 18 wird, noch oft Situationen geben, wo die Mutter in vielerlei Hinsicht zurückstecken muss. Wer das nicht will oder kann, sollte auf ein Kind verzichten.

w
Für mich klingt das schlicht nach tumben Sexismus!

Wie lange ist denn Ihr Vater nach Ihrer Geburt zuhause geblieben? Gar nicht! Tja, da hatten Sie aber Glück, dass der Herr gar nicht erst auf den unsinnigen Gedanken gekommen ist, dass sich nur Kinder "anschaffen" sollte, wer seinen Beruf gering schätzt!
 
G

Gast

  • #36
Das ist doch nichts als Neid und Eifersucht auf die berufstätige Mutter. Das sollte man nicht so ernst nehmen. Um die Kinder geht es solchen Frauen doch garantiert nicht. Ich denke, ein Großteil davon hat ausschließlich das Wohl der eigenen Kinder im Kopf.
Nö, ist es nicht. Ich kenne einige Frauen, die verbeamtet sind und 1-2 Jahre nach der Geburt daheim bleiben. Und ja, die mögen ihren Job sehr, gönnen sich aber die Zeit mit Kind. Können dann wieder einsteigen. Generell habe ich auch folgende Beobachtung gemacht: Wer es sich finanziell erlauben kann, bleibt eher mal daheim und schämt sich nicht für das ,Nur'-Muttersein.
Tut mir wirklich sehr leid für dich, wenn du deinen Wert nur über den Beruf definierst.
 
G

Gast

  • #37
Nö, ist es nicht. Ich kenne einige Frauen, die verbeamtet sind und 1-2 Jahre nach der Geburt daheim bleiben. Und ja, die mögen ihren Job sehr, gönnen sich aber die Zeit mit Kind. Können dann wieder einsteigen. Generell habe ich auch folgende Beobachtung gemacht: Wer es sich finanziell erlauben kann, bleibt eher mal daheim und schämt sich nicht für das ,Nur'-Muttersein.
Tut mir wirklich sehr leid für dich, wenn du deinen Wert nur über den Beruf definierst.
Das können sich aber nicht alle leisten, und manche wollen es nicht. Warum sollte einem etwas leid tun, was Menschen aus freien Stücken entscheiden? Mir tut es höchstens leid, wenn Menschen ihren Wert so sehr über ihre Kinder definieren, dass sie herausstellen müssen, was sie angeblich besser machen als andere. Hier mündet die übermäßige Zeit für die Erziehung darin, andere runterzumachen. Das haben viele Mütter, die noch andere Prioritäten und Leidenschaften in ihrem Leben haben, schlicht nicht nötig.

Natürlich muss man sich nicht über das "Nur-Muttersein" schämen. Mir ist es egal, ob Mütter nur zuhause sitzen. Nur, wenn das dazu führt, dass ihre Hauptbeschäftigung darin besteht, mit anderen Müttern eine Art "Konkurrenzkampf" auszutragen, und Eltern, die ganz offen damit umgehen, ihrem Kind nicht alles perfekt zu machen, das Recht, ein Kind zu bekommen absprechen wollen, dann finde ich es bedenklich und würde dazu raten, sich mit ernsteren Problemen der Welt zu beschäftigen.
 
  • #38
Hier in Mexiko müssen die Frauen zweieinhalb Monate nach Entbindung wieder arbeiten gehen. Gesetzlich vorgeschrieben. Da stellt sich eine solche Frage überhaupt nicht.
Das ist eine Gesellschaftsmoral, die man sich aneignet. Ich selbst kann mir beispielsweise auch nicht vorstellen, meinen Säugling in eine Grippe zu geben, da ich der Ansicht bin, dass Kinder die ersten 1-3 Jahre einen Elternteil mehrere Stunden am Tag um sich haben sollten. Das allerdings ist immer auch eine Frage des Geldes, weswegen ich niemanden verurteile, der arbeiten gehen muss und dies auch tut.