• #1

Frau mit bewegter Vergangenheit, gibt es eine Zukunft?

Seit einiger Zeit führe ich eine Beziehung mit einer Frau, die eine sehr bewegte Vergangenheit hat. Wir sind offen und ehrlich miteinander, reden über alles. Das Wissen, was ich jetzt habe, bereitet mir jedoch Angst.

Sie hat häufig die Partner gewechselt, hatte viele ONS (um ihr Ego zu pushen) und in der Vergangenheit auch Probleme mit Drogen. Die Suchtproblematik ist soweit gelöst und sie erzählt mir auch, und zeigt es mir, dass sie mich wirklich liebt. Irgendwie sagt mir mein Bauch jedoch, dass sie genau das meinen Vorgängern auch gesagt hat. Sie sagt, sie sei angekommen und hätte noch nie so geliebt, sich so geliebt gefühlt. Ich habe sie offen darauf angesprochen, ob sie mich liebt oder die Projektion, die Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft. Immer wieder versichert sie mir, dass sie mich liebt.

Wir verbringen viele schöne Stunden zusammen und ich bin auch regelmäßig über Nacht bei ihr. Ich genieße die Zeit, sie tut mir gut. Aber irgendwie habe ich Angst davor, dass sie sich nicht geändert hat und wieder zu dem wird, was sie einmal war. Können sich Menschen wirklich grundlegend ändern?
 
  • #2
Pauschal würd ich sagen "Nein, Menschen können sich nicht grundlegend ändern".

Wenn man aber davon ausgehen kann, dass ihre Ego-ONS und die Drogenproblematik dazu da waren, eine Frau zu verbergen, die Angst vor Verletzlichkeit hat, dann würde ich "Ja" sagen.

Du hast sie als die "krasse" Frau kennengelernt, von der Du hier berichtest. Doch sie war vorher eine andere, vielleicht weichere Frau.

Es ist nicht Deine Aufgabe, sie zu heilen. Das kann sie nur selbst. Alles, was Du tun kannst, ist, solange an ihrer Seite zu sein und sie zu lieben, wie sie ist, wie DU es aushältst.

Liebe besteht aus Kompromissen - aber nicht denen zwischen zwei Partnern, sondern dem, was Du bereit bist, an Vorstellungen aufzugeben.

Es gibt ein ebenso einfaches wie hartes Sprichwort:

Es ist nicht wichtig, ob sie nur so tut oder wirklich so ist.
Es ist auch nicht wichtig, ob sie es nicht ändern kann oder nicht ändern will.
Wichtig ist nur, ob du so, wie es JETZT ist, die nächsten 10 Jahre weitermachen kannst.

Wenn ja, dann halte an Deinem Vertrauen in Dich fest. Sei Du der Mann, den sie lieben könnte. Guck, ob Du ihre Verhaltensweisen als "das gehört zu ihr" annehmen kannst, oder ob ihr Verhalten Grenzen in Dir berührt, die Du niemals berührt sehen wolltest.

Menschen begleiten sich immer nur ein Stück. Wie bei einer Zugfahrt. Manchmal dauert diese Fahrt 5 Minuten, manchmal viele Jahre, manchmal für immer. Jeder Mensch, der im Abteil des anderen Platz nehmen darf, berührt einen und wird zurückberührt. Wenn DU nicht der Mann für "bis ans Ende unserer Tage" bist, dann ist es so.

Das sagt sich von außen so leicht *urgs* Dabei liebe ich, wenn ich liebe, auch mit aller Sehnsucht und Not und mit Schmerz und Furcht und verwechsel dabei Liebe mit allem anderen... Bin froh, dass ich mich gerade "hier draußen" befinde und hoffe, dass ich mich, wenn ich mich hoffentlich bald wieder "drinnen" aufhalte, an diese Worte hier erinner .
 
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  • #3
Grundsätzlich kann die Antwort auf diese Frage genau eine Person geben: Du selbst.
Das Risiko, ob sie Dir eine Geschichte erzählt, oder ob Du der erste bist, bei dem sie sich so aufgehoben fühlt, dass sie ihre "Vergangenheit" beendet, musst Du letztlich einschätzen. Da hilft die Frage hier wenig, denn hier kennt sie niemand persönlich. Letztlich muss Dein "Bauch" entscheiden.
 
  • #4
Bei dieser Frau schrillen alle Alarmglocken. Mit ihr wirst du auf Dauer in einer festen Partnerschaft nicht glücklich. Allein die Tatsache, dass sie grundsätzlich Männer benötigt um ihr Ego zu polieren sagt doch schon alles. Ein solcher gestörter Charakterzug ist angeboren, den legt man niemals wirklich ab, der ruht zur Zeit vermutlich nur. Ist bei euch die erste Verliebtheit verschwunden wette ich sie verfällt wieder in das alte Muster. Pusht du sie nicht mehr, geht der Ego-Trip eben mit Mr. Neu von vorne los.

Ihr labiler Charakter zeigt sich weiter in der (ehemaligen) Drogensucht. Ist die wirklich durch oder sagt sie es nur? Man kann viel erzählen wenn der Tag lang ist. Vermutlich glaubt sie selbst an das was sie sagt, auch wenn es frei erfunden ist. Ich bezeichne mich als starken Charakter. Bis heute weder Drogen-, noch Medikamentenabhängig und bis heute Nichtraucherin. Wenn ich nicht will, dann will ich nicht. Nur weil es andere Menschen neben mir tun muss ich nicht auch damit anfangen.

Sie kommt mir vor wie ein Chamäleon. Passt sich dem aktuellen Opfer so an wie sie es gerade braucht. Taktik und Kalkül um an ihr Ziel zu kommen. Das bezeichne ich aber nicht als clever, sondern ist in meinen Augen lediglich ein weiteres Indiz für ihren gestörten Kopf.

Deshalb, zieh' die Notbremse und zwar so schnell wie möglich. Lass sie laufen, dein Bauchgefühl trügt dich nämlich nicht!
 
  • #5
Hier der FS:

Danke für die ersten Antworten. Ich lerne diese Frau nach und nach besser kennen. Stabilität ist mir sehr wichtig in einer Beziehung, dass es keine Garantie gibt, weiß ich natürlich.

Sie scheint Probleme mit ihrem Selbstwertgefühl gehabt zu haben, auch heute ist diesbezüglich nicht alles in Ordnung. Vergangene Beziehungen hat sie häufig aus Angst vor Selbstverletzung beendet, ohne Ankündigung und Aussprache. Beruflich hat sie sich die eine oder andere Affäre geleistet. Alles vor meiner Zeit und damit auch nicht meine Angelegenheit.

Aber, ich möchte ungern der Nächste sein, der sich in ihr verliert. Ich möchte eine stabile und schöne Partnerschaft aufbauen und weiß derzeit nicht, ob das mit ihr möglich ist.
 
  • #6
Sie sagt, sie sei angekommen und hätte noch nie so geliebt, sich so geliebt gefühlt.
Ist die Dame Ü30?
Das ist ein klassischer Satz solcher Frauen, wenn die Attraktivität nachlässt.
Eine promiske Frau ist für eine ernsthafte Beziehung ein enormes Risiko. Statistiken zeigen hier ganz eindeutig einen Zusammenhang zwischen Anzahl der Sexpartner und der Stabilität einer Beziehung. Hinzu kommt die Gefahr von Krankheiten und die seelische Belastung als Folge der psychischen Instabilität dieser Frau.

FS, ihre Instinkite / Bauchgefühl irren nicht. Solche Damen sind nichts für lange Beziehungen. Die Vergangenheit ist der beste Indikator für den zukünftigen Verlauf.
 
  • #7
Bewegte Vergangenheit? Gibts den Ausdruck überhaupt noch? Ich mußte jedenfalls herzlich lachen.
Ich vermute, man kann Drogenvergangenheit nachhaltig hinter sich lassen, und ONS braucht man auch nicht, wenn der Sex mit dem Partner gut ist.
Würdest du diese Dinge "vermuten" wenn sie sie dir nicht erzählt hätte?
Wenn du allerdings ihre Vergangenheit nicht verkraften kannst und - berechtigte oder unberechtigte - Zweifel entwickelst, dann seid ihr nicht füreinander richtig.
Ob sie rückfällig wird oder nicht, kann sie dir erst am Sterbebett beantworten.
 
  • #8
Ja auch Frau kann sich ändern wenn sie es denn will und bereit dazu ist.

Ich hatte auch eine "Wilde Phase", sie hat mehrere Jahre gedauert. Dann habe ich meinen jetzigen Partner kennengelernt, ich habe mit/durch ihn gelernt was eine gute und stabile Partnerschaft sein kann, werde geliebt ohne viel geben zu müssen.

Wenn du allerdings Zweifel hast, wird sie das gewiss spüren und wieder in alte Muster fallen, man(n) muss nur oft genug seine Zweifel und Ängste äußern und sie werden wahr. ..
 
  • #9
Aber irgendwie habe ich Angst davor, dass sie sich nicht geändert hat und wieder zu dem wird, was sie einmal war.
Rational gesehen hätte ich auch diese Angst, genauso rational gesehen ist die eigene Angst aber das eigene Problem. Ähnlich wie bei übertriebener, unbegründeter Eifersucht.
Allerdings: Was war sie denn einmal? Klingt so, als ob sie ein Monster gewesen wäre oder eine drogenabhängige Prostituierte.

Können sich Menschen wirklich grundlegend ändern?
Menschen können sich entwickeln, reifer werden und alles mögliche. Das gilt für die Frau genauso wie für dich. Beide können ihre Moralvorstellungen anpassen. Anpassung ist überlebensnotwendig. Survival of the fittest und so.

So richtig wissen wirst du es erst bei oder nach der ersten Beziehungskrise, also wenn man sich richtig gestritten hat. Denke ich jedenfalls. So viel Ahnung habe ich auch nicht. Aber ´mal als extrem: Wenn sie dir nach einem Streit ein Selfie schickt, wo sie einen anderen Typen küsst, weißt du, dass sie sich nicht geändert hat.

Von den Persönlichkeiten her seit ihr natürlich schon sehr verschieden. Könnte sein, dass sie mit ihrer früheren Persönlichkeit auch sehr kaputte Typen angezogen hat und keinen Bock mehr darauf hat und du bist für sie attraktiv und normal und hast Zukunftspotenzial. Weiß man alles nicht. Wäre natürlich besser, wenn du selbst auch eine bewegte Vergangenheit hättest und gleichzeitig jetzt der zuverlässige Typ für die Zukunft bist. Du kannst deine Vergangenheit nicht ändern und ihre auch nicht, dir aber darüber im klaren sein, dass du mt einer Frau zusammen bist, die früher eine "bitch" war und dass die bitches wenn sie älter werden auch irgendwann "ankommen" möchten, wie es so schön heißt.
 
  • #10
Ach je, lieber FS... ich dachte schon, was kommt denn jetzt "bewegte Vergangenheit"... ich vermutete zuerst, dass sie jahrelang auf den Strich gegangen sei, in der Gosse war, mit irgendwelchen Mafiosi oder Rockern abgehangen, (okay) Drogen eingeschmissen, vielleicht noch abgetrieben hat, usw.

Aber letztendlich besteht die "bewegte Vergangenheit" ja NUR daraus, dass sie:

- (viele) ONS hatte -> die sie heute nicht mehr hat
- ein Drogenproblem hatte -> dass sie ganz offensichtlich nicht mehr hat

Ich verstehe von daher Dein "Problem" nicht, und denke, wenn man keine Probleme hat, sucht man sich notfalls welche... ? Zumal die Frau Dir ja scheinbar glaubhaft versichert, dass sie Dich liebt...

ONS haben heutzutage wohl mehr Menschen als diejenigen, die keine ONS haben... das gehört ja beinahe schon "zum guten Ton" der heutigen Dekadenz. Verschleiß von Sexualpartnern. Also, da steht sie wirklich nicht alleine... Und die meisten beenden dies wohl, wenn sie einen festen Partner haben, den sie lieben.

Tja, und die Drogensucht ist ja wohl auch passé...

Klar können Menschen sich ändern, das haben ja auch schon Abermillionen Menschen getan und tun es jeden Tag... und jetzt? Lieben Gruß
 
  • #11
Seit einiger Zeit führe ich eine Beziehung mit einer Frau, die eine sehr bewegte Vergangenheit hat. Wir sind offen und ehrlich miteinander, reden über alles. Das Wissen, was ich jetzt habe, bereitet mir jedoch Angst.
Sieh es mal so: Der Fehler, den diese Frau gemacht hat, besteht nicht in ihrer Vergangenheit, sondern darin, dass sie Dich eingeweiht hat. Das ist aber auch ein großer Vertrauensbeweis. Du kannst nie wissen, wie die Zukunft sein wird, mit keinem Partner. Brave Frauen bekommen plötzlich das Bedürfnis, sich auszutoben. Stille Wasser sind tief und lügen und betrügen usw. Immerhin weißt Du, woran Du bist, und "austoben" will sie sich gewiss nicht mehr. Du kannst einfach nur versuchen zu vertrauen und die Dinge laufen lassen. Ich gehe mal davon aus, dass Deine neue Partnerin große Sehnsucht nach Verlässlichkeit und Stabilität hat. Es ist an Dir, ihr dies zu geben.
 
  • #12
Ich möchte eine stabile und schöne Partnerschaft aufbauen und weiß derzeit nicht, ob das mit ihr möglich ist.
Wenn du selbst stabil bist und dieses Ziel hast, könnte ihr das helfen es auch zu leben.
Offenbar war ihr früheres Leben zu bewegt und sie hatte keinen Ruhepol. Man kann sich durchaus ändern und weiterentwickeln. Die Gefahr eines Rückfalles bei ähnlichen Schwierigkeiten wie früher besteht sicherlich. In dem Fall müsste sie bis dahin neue Bewältigungsstrategien entwickelt und erlernt haben. Hat sie diesbezüglich therapeutische Hilfe in Anspruch genommen?

Überlege, ob und wie sehr du dich mit ihr wohl fühlst. Sind es echte innere Alarmglocken oder nur die nörgelnde Vernunft, die die Stimmung trübt?

Dürfen wir außerdem erfahren, wie alt diese Frau ist?
 
  • #13
Sie sagt, sie sei angekommen und hätte noch nie so geliebt, sich so geliebt gefühlt.
Sagen kann man viel, solange der Tag hell ist, ich in meiner Person, mit meiner Erfahrung, werde garantiert mit einer Frau mit einer solchen Vergangenheit nicht zusammen gehen, die Wahrscheinlichkeit, den Partner ganz schnell auszuwechseln ist deshalb wesentlich größer!
Aber irgendwie habe ich Angst davor, dass sie sich nicht geändert hat und wieder zu dem wird, was sie einmal war. Können sich Menschen wirklich grundlegend ändern?
Deine Angst ist berechtigt, hätte ich auch! Ich glaube, dass zu 99% die Menschen sich nicht grundlegend ändern, auf dieses Risiko würde ich mich nicht einlassen!
 
  • #14
Dann lieber Fragesteller bin ich sehr skeptisch. Sie scheint einen ambivalent unsicheren Bindungsstil zu haben. Das sind unsichere Beziehungskandidaten. Nicht weil sie nicht wollen, sondern weil sie nicht können. Nach vielen Verletzungen und Enttäuschungen werden Menschen so, vor allem, wenn diese in der frühen Kindheit stattgefunden haben.

Wer sich je mit dem Buch "Lob des Sexismus" beschäftigt hat, in dem der Autor den Frauentyp beschreibt, der für langfristige und schöne Beziehungen geeignet ist, wird Deine Ausführungen sehr interessant finden.

Ich rate immer dazu, die zurückliegende Beziehungsbiographie sowie die Herkunftsfamilie näher anzusehen. Und mir scheint, dort liegt auch der Hase begraben. Positiv jedoch finde ich, dass sie sich Dich ausgesucht hat. Denn Du hast vermutlich einen sicheren Bindungsstil. Das wäre ein Indiz dafür, dass sie auf einen guten Weg ist.

Wie lange seid Ihr schon zusammen? Was hat sie denn in der Zwischenzeit getan bzw. geändert, was darauf hindeuten könnte, dass nun wirklich eine Änderung stattgefunden hat? Eine Therapie vielleicht? Wie alt ist sie denn?
 
  • #15
Ich denke, der Mensch ist prinzipiell schon wandlungsfähig und in der Lage sich zu ändern, umso mehr, wenn er tiefe Krisen durchleben musste. Ich verstehe deine Bedenken und Ängste, aber ich verstehe nicht, warum sie nicht dein Vertrauen verdient hat bis zum Beweis des Gegenteils? Es geht ja nicht darum, blind an sie zu glauben. Aber unterschätze auch nicht, dass du ihr sowohl helfen als auch sie schwächen kannst mit deinem Verhalten ihr gegenüber. Ob sie "rückfällig" wird, kann dir keiner hier sagen, sicher auch kein Therapeut, Psychiater oder sonst wer. Das kann und wird dir nur die Zukunft zeigen. Die Entscheidung, ob du dieses Risiko eingehen möchtest, ob es dir das wert ist, kannst nur du allein treffen.
Im übrigen gefällt mir der beitrag des Seestrumes dazu sehr.

m/43
 
G

grünewelle

  • #16
Mit ihr wirst du auf Dauer in einer festen Partnerschaft nicht glücklich. Allein die Tatsache, dass sie grundsätzlich Männer benötigt um ihr Ego zu polieren sagt doch schon alles. Ein solcher gestörter Charakterzug ist angeboren, den legt man niemals wirklich ab, der ruht zur Zeit vermutlich nur.
Heftiger Tobak. Sehr heftig. Wir kennen die Frau überhaupt nicht und dann wird so geurteilt.
Die Frau offenbart sich, vertraut ihrem Gegenüber ihre Vergangenheit an und erntet....sowas. Na danke. Ich behalte meine kleinen und großen Geheimnisse lieber für mich, aber das war´s dann auch mit der Offenheit und dem Vertrauen in einer Beziehung, die kann so nicht stattfinden sondern nur in einer offenen, empathischen Atmosphäre.
Insofern ist meine Antwort....lass sie gehen. Selbst wenn sich jemand grundlegend ändern kann, was selbstverständlich möglich ist, dann braucht der gewiss nicht solches Misstrauen in der Beziehung sondern eher Stabilität, Offenheit und Vertrauen, um die Veränderung stabil werden zu lassen.
Ich würde mich an Stelle der Frau fragen, ob Du der richtige Partner wärest bei so viel Misstrauen. Es gibt immer zwei Seiten.
W
 
  • #17
Zitat von Leopardin:
Allein die Tatsache, dass sie grundsätzlich Männer benötigt um ihr Ego zu polieren sagt doch schon alles. Ein solcher gestörter Charakterzug ist angeboren, den legt man niemals wirklich ab, der ruht zur Zeit vermutlich nur. ...
Nicht jeder, der lange kaum Selbstwert hatte und dazu noch Drogen nahm, kriegt die Kurve, schon klar. Aber es per se auszuschließen? Als wenn es nicht jede Menge prominenter und weniger prominenter Gegenbeispiele geben würde, von Menschen, die es tatsächlich geschafft haben?

Und die Männersucht als "angeborene und quasi irreparable Charakterstörung" zu bezeichnen - was zum Henker ist das denn für eine krude Theorie??

Es ist doch nun wirklich weit verbreitet, den eigenen Selbstwert von der Bestätigung/Zuwendung des Partners abhängig zu machen - in mehr oder minder starker Ausprägung. Hinter zig Fragen in diesem Forum verbergen sich solche Dynamiken. Auch alles hoffnungslose Fälle?

Zitat von Leopardin:
Ihr labiler Charakter zeigt sich weiter in der (ehemaligen) Drogensucht. Ist die wirklich durch oder sagt sie es nur? Man kann viel erzählen wenn der Tag lang ist.
Vermutlich glaubt sie selbst an das was sie sagt, auch wenn es frei erfunden ist. Ich bezeichne mich als starken Charakter. Bis heute weder Drogen-, noch Medikamentenabhängig und bis heute Nichtraucherin. Wenn ich nicht will, dann will ich nicht.
Jede Menge Projektionen auf die unbekannte Frau, viel Abwertung, nebst einer großen Prise Arroganz.

Vielleicht hast du ja - um mal deine Theorie aufzugreifen - einfach nur das Glück gehabt, dass dir bestimmte "Charakterstörungen" nicht von Mama und Papa in die Wiege gelegt wurden, sondern stattdessen halt "Charakterstärke"?

Ich halte gewiss nichts davon, den Menschen nur als Opfer seiner Umstände zu sehen - jeder ist selbstverständlich zugleich auch Mit-Schöpfer derselben und hat gewisse Entscheidungsfreiheiten, den einen oder anderen Weg zu wählen. Aber bei weitem nicht alles unterliegt unserer Kontrolle. Gerade bestimmte Vorkommnisse in der Kindheit können Mensch auf eine bestimmte Bahn bringen, egal, ob er/sie das gerne so hätte oder nicht. Bei Einstellungen á la: "mir würde xyz nie passieren..." fällt mir unwillkürlich das gute indianische Sprichwort mit den fremden Mokassins ein, in denen jemand vor der Urteilsverkündung erst einmal gelaufen sein sollte.

m/43
 
  • #18
Ich finde, du kannst es wagen. Sie tut dir gut, das ist doch jetzt erst mal das wichtigste. Ob sie nun die Frau ist, mit der du alt wirst, musst du ja jetzt noch nicht entscheiden. Lass es doch einfach locker angehen und sieh, wie es sich entwickelt. Sei auf der Hut, was ihre Labilität und ihren ehemaligen Drogenkonsum betrifft. Wenn du merkst, dass du dich doch getäuscht hast, kannst du immer noch die Notbremse ziehen. Aber doch nicht in vorauseilendem Gehorsam.
Liebe, genieße - alles Weitere wird sich zeigen.
 
  • #19
Früher hätte ich gesagt: mein Gott, Junge, genieß was du hast, statt alles zu zerdenken.

Aus heutiger Sicht kann ich deine Bedenken verstehen. Ich habe schon viel mit psychisch labilen Menschen zu tun gehabt. Und gerade bei den Frauen war es wirklich auffällig, dass sie so gut wie NIE Single waren.

Dieser Typ Frau findet oft wie ferngesteuert ein gleichermaßen verkorkstes männliches Pendant. Der niedrige Selbstwert und das Bedürfnis nach Bestätigung machen sie zur leichten Beute für Blender und Psychopathen, die eine Frau "auf Händen tragen", um sie dann umso tiefer abstürzen zu lassen.

Eine "bewegte" Vergangheit würde ich nicht per se negativ bewerten. Ich finde es nicht schlimm, wenn Menschen sich ausprobieren. Es ist auch normal, dass Beziehungen scheitern. Wenn man merkt, es passt nicht, bin ich auch dafür, schnell einen Schlussstrich zu ziehen. LANGE Beziehungen in der Vergangenheit sind keineswegs ein Garant für besondere Stabilität oder exorbitante Beziehungsfähigkeit! Vielmehr steckt dahinter oft übergroße Duldsamkeit und/oder Unfähigkeit zum Alleinsein.

Nein, wichtig wären für mich nicht Anzahl und Dauer der Beziehungen. Sondern, ob die Betreffende zwischendrin mal länger als ein paar Wochen solo war. Und, ob die Beziehungen immer nach demselben verkorksten Muster abliefen oder eine Weiterentwicklung zu erkennen war.

Dass Menschen sich weiterentwickeln können, denke ich schon. Muster allerdings nicht nur zu erkennen, sondern tatsächlich zu durchbrechen, ist eine langwierige und anstrengende Aufgabe. Und: nach einer bestimmten Anzahl von unreflektierten Wiederholungen der immergleichen Muster würden mir Zweifel kommen an der Lernfähigkeit der betreffenden Person.

Damit will ich nicht sagen, dass du sofort Schluss machen sollst ... aber du solltest dein Bauchgefühl auch nicht unterdrücken, wenn es sich meldet. Stutzig würde auch mich gerade dieser Satz machen:

Sie sagt, sie sei angekommen und hätte noch nie so geliebt, sich so geliebt gefühlt.
Dieses "ich hab noch nie so geliebt" klingt für mich immer wie aus einem schlechten Schnulzenfilm. Bei einem Mann, der sowas von sich gibt, wäre ich hochgradig misstrauisch.

Und "ankommen", hm...das klingt für mich, als wärst du für sie der sichere Zufluchtsort. Jetzt findet sie das toll, weil sie erschöpft ist nach all den Turbulenzen, die sie hinter sich hat. Die Frage ist, ob es ihr im sicheren Hafen nicht irgendwann fad wird.
 
  • #20
Ich habe sie offen darauf angesprochen, ob sie mich liebt oder die Projektion, die Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft. Immer wieder versichert sie mir, dass sie mich liebt.
Deine Frage ist sinnlos. Was soll sie darauf antworten?
Wie soll ein Mensch auch sagen: Nee, ich liebe nur die Projektion.
Das weiß er doch gar nicht.

Wir verbringen viele schöne Stunden zusammen und ich bin auch regelmäßig über Nacht bei ihr. Ich genieße die Zeit, sie tut mir gut.
Das finde ich das Ausschlaggebende. Dann genieß es und hirne es nicht tot, oder trenn Dich gleich.

Aber irgendwie habe ich Angst davor, dass sie sich nicht geändert hat und wieder zu dem wird, was sie einmal war.
Dann ist das so. Damit musst Du leben und vertrauen oder schlussmachen aufgrund Deines Misstrauens oder Bauchgefühls. Vielleicht hast Du ja recht. Dann bist Du um eine Erfahrung reicher und lässt Dich gar nicht auf solche Frauen ein das nächste Mal. Aber jetzt alles absichern zu wollen, indem man den Partner dauernd löchert, dass er nun endlich das Misstrauen bestätigen soll, steuert genau darauf hin, dass sie es Dir beweist, weil sie spürt, dass Du sie für das hältst, was Du ablehnst und nicht aus Deinen Vorurteilen rauskommst. Am Ende macht man aufgrund des ewigen Misstrauens genau wieder das, weil man merkt, dass es gar keinen Sinn hat zu signalisieren, dass man sich geändert hat.
Mag zwar dumm sein, aber schädigt beide.

Natürlich kann es sein, dass sie sich nicht geändert hat. Das könnte man sehen am Unterschied zwischen: Lügt, statt Probleme anzusprechen, holt sich Bestätigung von anderern Männern, oder ist offen, spricht Beziehungsprobleme an, gewinnt Bestätigung aus sich heraus.

Wenn Du so misstrauisch bist, hat es keinen Sinn. Dann mach lieber gleich Schluss, als das noch ewig hinzuziehen und zu zweifeln. Bringt weder Dir noch ihr was, weil sie jemand braucht, der ihr vertraut oder den Mut oder die Naivität hat, sich darauf einzulassen, falls sie sich nicht geändert hat. Und Du brauchst offensichtlich eine andere Art Freundin. Was mich zu der Frage bringt, warum Du überhaupt Dich eingelassen hast. Falls es Retter-Spielen oder eigene Minderwertigkeitskomplexe sind oder die Suche nach Drama oder Sex im Leben, weil man so angepasst und konservativ ist, versuche, das für Dich aufzuarbeiten und nimm Dir eine Freundin, die dieses Misstrauen nicht in Dir erzeugt.
 
  • #21
Deine Freundin hat in der Vergangenheit bewiesen, dass sie Beziehungen beginnen kann

Kann sie "Beziehung" auch, wenn die erste Verliebtheit vorbei ist? Das ist das Thema. Will sie auch in einer Beziehung bleiben, sobald die Verliebtheit vorbei ist? Kann sie Beziehungen führen? Ist sie konfliktfähig, kann sie kommunizieren? Ist sie loyal?

Eigentlich zweifelst Du daran, dass sie "Beziehungsmaterial" ist... Ist auch eine Thema bei Euch... kann eine Beziehung mit einem Mann funktionieren, der zweifelt, dass die Frau künftig eine gute Partnerin in der Beziehung ist?
 
G

Ga_ui

  • #22
Jeder Mensch hat eine bewegte Vergangenheit hinter sich. Spätestens mit 30. Und das ist auch gut so. Nur durch Lebenserfahrung und Fehler lernt man Gutes von Schlechtem zu entscheiden. Man weiß, was man will und was garantiert nicht mehr.

Allerdings fragwürdig, warum man so etwas seinem Partner erzählen und antun muss. Ich halte nichts davon, seine Vergangenheit immer aufzurollen. Ist taktlos, nicht sehr intelligent und produziert eben das, was du jetzt hast. Tut meiner Ansicht nach instabile Persönlichkeiten oder Menschen, die gesteigerte Aufmerksamkeit brauchen. Lass mich raten, die Dame ist sehr jung?

Ich würde der Person sagen, sie soll ihre Geheimnisse für sich behalten. Nie würde ich meinem Partner von meiner Sexualität erzählen. Weil einfach nicht wichtig ist und Gedankengänge in Gang setzt, die nicht sein müssen. Man kann auch zu offen sein. Undelikate Dinge wie ONS oder Affären würde ich nicht leichtfertig über den Tisch ausbreiten.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #23
... und zeigt es mir, dass sie mich wirklich liebt. Irgendwie sagt mir mein Bauch jedoch, dass sie genau das meinen Vorgängern auch gesagt hat. Sie sagt, sie sei angekommen und hätte noch nie so geliebt, sich so geliebt gefühlt. Ich habe sie offen darauf angesprochen, ob sie mich liebt ... Immer wieder versichert sie mir, dass sie mich liebt.
Hi Jörg,

ich fände genau diese Dynamik gefährlich, dein "sich versichern wollen", dein "liebst du mich wirklich?"-Gefrage.
Damit begibst du dich - in jeder, aber ganz speziell in dieser - Beziehung in eine schwache, klammernde Position. Du signalisierst damit, dass du dir deiner selbst nicht sicher genug bist, um keine Angst zu haben, dass sie zu einem anderen weiterzieht, dass dir die Gedanken an - frühere oder zukünftige - Rivalen keine Ruhe lassen.
Gerade bei so einer "unruhigen" Frau, die sich offenbar in engen (zu engen?) Beziehungen leicht unwohl führt, ist das ein No-Go.

manchmal
 
  • #24
Ich wünsche mir sehr, dass Du ihr vertrauen kannst.

Ja, Menschen können sich doch ändern - ich habe auch eine Drogenvergangenheit hinter mir (liegt aber schon Jahre zurück) und konnte es schaffen, aus dem ganzen Sumpf herauszukommen. Ich bin stolz darauf, es geschafft zu haben und das cleane Leben ist einfach viel schöner. Neuen potenziellen Partnern erzähle ich nicht gleich davon - da würde jeder die Flucht ergreifen - was eigentlich schade ist, aber so ist die Welt - Vorurteile. Wichtig ist, was jetzt geschieht und ich finde es schade, wenn man eine PErson nach ihrer Vergangenheit analysiert.

Ich habe etwas aus mir gemacht, bin weder gewalttätig noch kriminell geworden, sehe nachwievor da Positive im Menschen, kann lieben, sexuell aktiv sein. Viele Menschen kommen nie mehr da hinaus, also sei stolz auf deine Freundin und unterstütze sie.

Mein Ex hat über solche Menschen sehr geurteilt und ich finde das nicht fair, denn jeder hat eine zweite Chance im Leben verdient. Du wirst sicher spüren, ob sie ihr Leben wirklich gepackt hat. Wenn Du sie liebst, wirst Du das sehen.
 
  • #25
Joerg ich finde die Überschrift "Bewegte Vergangenheit" schon etwas daneben. Sie hatte vor dir Sex mit anderen Männer (wie schlimm!) und sie nahm Drogen und hat es geschafft, da wieder raus zu kommen.

Mir scheint als ob deine festgesetzten Vorurteile dir hier das Leben schwer machen. Du sagst, dass sie dir gut tut, also wo ist das Problem? Sie ist so ehrlich mit dir und vertraut sich dir an und du verurteilst sie innerlich dafür, jetzt stellst du sogar die Beziehung in Frage.

Kann sein dass sie dich anlügt, aber das kann immer passieren. Am Anfang einer Beziehung muss man vertrauensmäßig immer erstmal in Vorkasse gehen. Wenn du das nicht kannst dann lass es!

w(28)
 
  • #26
Hallo Jörg,

Ich nehme an, es ist die Frau, für die Du Dich aus Deiner längeren Partnerschaft getrennt hast?

Du hast Dich bewusst für sie entschieden, Du schreibst, sie tut Dir gut.
Sie hat ihre Vergangenheit, Du Deine. Bist Du mit Deiner Vergangenheit im Reinen, die alte Beziehung, die Enttäuschungen verarbeitet?

Vielleicht magst Du Dir und ihr eine Chance geben. Sie ganz entspannt und offen annehmen wie sie ist, sie nimmt Dich ja auch an. Würde auch nicht unbedingt jede Frau.

Nur ein Gedanke, sie hat vielleicht nicht nur eine "bewegte" Vergangenheit, vielleicht / fast sicher ist sie schon oft verletzt und enttäuscht worden. Oft steht hinter dem von Dir berichteten Verhalten eine eher tragische Geschichte.
Vielleicht magst Du Dir und ihr zeigen, das Beziehung auch anders geht.
Und redet miteinander, achtsam, offen, ehrlich, liebevoll.
 
  • #27
Jede/r kann hin fallen. Aber wieder aufstehen - dass ist die Kunst.

Da diese Frau das "aufstehen" anscheinend schaffte - das macht sie besonders wertvoll und interessant.

Ich glaube, wenn sie aufrichtig geliebt wird, hat sie keine Gründe mehr, um rückfällig zu werden.

"Wer von Euch ohne Fehler ist - der werfe den ersten Stein" (Keiner warf)
Jesus Christus (Bibel, Neues Testament)
 
  • #28
Arrrrgh! Hab grad auch mal deinen früherenThread aufgemacht,
Aha, die Frau, die vorher deine Affäre war, und mit der du ekektrisierenden Sex hast. Soll es bei Frauen mit bewegter Vergangenheit öfter geben, weil die wissen wie es geht.
Vielleicht graust es ihr ja, wenn du ihr von deinen früheren Bordellbesuchen erzählst. ..
 
  • #29
Wenn Du so misstrauisch bist, hat es keinen Sinn. Dann mach lieber gleich Schluss, als das noch ewig hinzuziehen und zu zweifeln.
Das finde ich auch.
Sie fühlt sich - endlich - geliebt und hofft auf eine gemeinsame Zukunft, gibt dir Sex, Liebeserklärungen und ein gutes Gefühl. Und du scheinst nur besorgt und misstrauisch. Wenn du nicht den Mut hast, es mit ihr zu versuchen, dann lass' sie gehen, bevor sie sich noch mehr in dich verliebt. Besser jetzt, als mit Zaudern und Zagen das Ganze noch hinzuziehen und dann in ein paar Monaten es mit ihr zu beenden.
Zu deiner Frage: Ich bin überzeugt, dass Menschen sich nicht grundlegend in ihrem Temperament ändern, aber dass sie wachsen können. Seine Vergangenheit legt man nicht ab, man nimmt sie mit, aber man kann daraus lernen. Es kann sein, dass jemand merkt, dass es jetzt reicht mit der Selbstzerstörung. Dass man etwas findet, was einem Halt gibt und die Drogen oder den kurzen Kick ersetzt.
Aber das ist so individuell, wie sehr man das hinbekommt, dass aus diesen Allgemeinplätzen keine Vorhersage möglich sein wird für deinen Fall. Ebenso wie man aus der Scheidungsrate von 50% ja keine Prognose für die eigene Ehe ableiten kann.
 
R

RumTaTa

  • #30
Ich verstehe auch nicht was an der Vergangenheit dieser Dame so "bewegt" gewesen sein soll. Wenn es nach der Definition des TE geht, dann müsste ja jeder Mensch, der studiert hat und mehrere Jahre in einer Großstadt gelebt hat, eine "bewegte Vergangenheit" haben.
Generell zeigt aber die Frage, meiner Meinung nach, die beiden nicht zusammen passen. Finde es auch irgendwie beschämend, dass ein erwachsener Mann so eine Frage in einem öffentlichen Forum stellt.