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Gast

  • #31
Dann haben die Menschen damals der Evolution wohl ein Schnippchen geschlagen. Wenn die Folsäure wirklich nicht durch normale Ernährung auch in der Schwangerschaft bereitgestellt werden kann, dann hätte sich die Menschheit schon sehr früh durch die Evolution ausgerottet.
Gewisses Fleisch enthält hohe Anteile an Folsäure und über die Fehl- und Frühgeburten bei den Neandertalern gibt es wohl keine Studien;-)
Es ist schon lange bewiesen, dass der Körper gerade in der SS mehr Folsäure braucht, da Folsäure essentiell für eine richtige Zellteilung und -vermehrung, sowie für die Bildung der DNS-Stränge ist. Die FS fragt hier aber ganz explizit nach Erfahrungen und nicht Meinungen und es geht nicht darum, ob sie ihrem Baby mit Botox die Falten weg spritzen lassen soll, sondern um Erfahrungen von anderen Frauen. Zur Info für Dich, FS: Folsäure ist ein wasserlösliche Vitamin und wird bei Nichtgebrauch wieder ausgeschieden. Natürlich spreche ich hier von Dosierungen im Normbereich und von der WHO empfohlen. Das kannst Du aber alles selbst auch im Internet nachlesen, aber ich denke, das tust du sowieso.
Als bei mir der Kinderwunsch aufkam, hätte ich mein Baby niemals dem vollen Risiko ausgesetzt, mit einem offenen Rücken oder ohne Hirn auf die Welt zu kommen. Ich habe überhaupt nichts Negatives bei der Einnahme bemerkt, im Gegenteil!
Noch etwas Anderes dazu: Wenn im US ein offener Rücken zu sehen ist, wie sollen die Eltern dann entscheiden? Abtreiben oder nicht? Aber das wäre dann ein neuer Thread...

w/44
 
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Gast

  • #32
@ 28 Das ist viel zu einfach gedacht. Die Evolution hat keinen "master plan". Solange genug Exemplare einer Art überleben, besteht diese Art weiter. Ob es dabei 30% oder 50% "Ausschuss" gibt, ist "der Natur" völlig egal.
Die einfachste Erklärung ist meistens die richtige. Wusste Einstein schon. Sollte Folsäuremangel zu nicht lebensfähigen Kindern geführt haben, dann hätte sich dieses genetische Merkmal weniger häufig fortgepflanzt. Also: weniger Nachkommen (die sich wiederum fortpflanzen) mit diesem Merkmal. Folglich wäre es vermehrt zu Säuglingen gekommen, die resistenter gegen Folsäuremangel sind.
Es wäre lediglich möglich, dass Folsäuremangel andere vorteilhafte Merkmale hat.
Im Übrigen bin ich auch der Meinung, man sollte Folsäure zusätzlich nehmen. Ich frage mich nur, wieso hier viele Schreiber so sicher sind, dass zuviel nicht schadet.
 
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Gast

  • #33
  • #34
Ich habe bei solchen "wissenschaftlich bewiesenen" Vorzügen bestimmter Vitamine so meine Bedenken. Natürlich hat die Herstellerfirma Interesse daran, das Zeug zu verkaufen! Auch Contergan galt damals als harmlos...

Wen es heute weniger Kinder mit offenem Rücken gibt, kann das durchaus auch an den Kontrollmöglichkeiten der Schwangerschaftsuntersuchungen liegen, bei denen diese Fehlbildung erkannt wird. Meist ist dann ein Schwangerschaftsabbruch die Folge - gut für die Statistik der Herstellerfirma.

Vermutlich wird die Einnahme von Folsäure tatsächlich nicht schaden - dass sie bei Frauen nützt, die sich bewusst ernähren, glaube ich jedoch nicht.
 
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Gast

  • #35
Die einfachste Erklärung ist meistens die richtige. Wusste Einstein schon. Sollte Folsäuremangel zu nicht lebensfähigen Kindern geführt haben, dann hätte sich dieses genetische Merkmal weniger häufig fortgepflanzt. Also: weniger Nachkommen (die sich wiederum fortpflanzen) mit diesem Merkmal. Folglich wäre es vermehrt zu Säuglingen gekommen, die resistenter gegen Folsäuremangel sind.
Es wäre lediglich möglich, dass Folsäuremangel andere vorteilhafte Merkmale hat.
Im Übrigen bin ich auch der Meinung, man sollte Folsäure zusätzlich nehmen. Ich frage mich nur, wieso hier viele Schreiber so sicher sind, dass zuviel nicht schadet.
Entschuldigung, wir haben uns zwar meilenweit von der Ausgangsfrage entfernt, aber diesen Post muss ich einfach kommentieren...

Es geht hier nicht um zu viel Folsäure, sondern um die Substituierung von Folsäure bei wissenschaftlich belegtem Mehrbedarf, sprich Schwangerschaft. Wenn die FS bis jetzt alle Beiträge gelesen hat, ist ihre Frage mehr als beantwortet, auf alle Fälle habe ich hier von niemandem gelesen, dem die zusätzliche Einnahme von Folsäure Schwierigkeiten bereitet hätte.
Was den genetischen Exkurs angeht: Nicht jedes Kind, dass während einer SS nicht genügend mit Folsäure versorgt wurde, hat zwangsläufig einen offenen Rücken oder sonstige Beschwerden, genau so wenig, wie jedes Kind mit genügend Folsäurezufuhr KEINEN offenen Rücken hat, aber die Inzidenzrate ist deutlich niedriger. In diesem Sinne hat die Folsäuresensibilität eines Menschen nicht direkt mit Genetik zu tun.
 
  • #36
Im Übrigen bin ich auch der Meinung, man sollte Folsäure zusätzlich nehmen. Ich frage mich nur, wieso hier viele Schreiber so sicher sind, dass zuviel nicht schadet
Der Frage bin ich damals in der dritten Schwangerschaft auch nachgegangen, hatte recherchiert und eine Studie gefunden, die beschrieb, dass Menschen, bei denen man wusste, dass sie Epileptiker waren, ab einer Dosis von 1000 µg häufiger, aber nicht heftiger, Anfälle zeigten als zuvor, bei Nicht-Epileptikern gab es keine Änderung. Die Studien zur Schwangerschaft waren eindeutig. Bei einer Dosis von 800 µg sind keine Nebenwirkungen aufgefallen, und das, obwohl es jetzt schon lange üblich ist, Folsäure bei Kinderwunsch zu schlucken. Studien zu höheren (Missbrauchs-) Dosierungen gibt es nicht, deshalb wird Folsäure in Deutschland im Gegensatz zu anderen Ländern auch nicht dem Mehl zugesetzt.

Ich hätte mir die entsprechenden vermeidbaren Schmerzen, die Behinderung und den möglichen Tod bei einem meiner vier Kinder nie verzeihen können, hatte damals ein wahnsinnig schlechtes Gewissen, dass ich mir die Tabletten bei meinem ersten Kind von einer unfähigen Apothekergehilfin, die mit dem Bestellsystem nicht zurechtgekommen war, ausschwatzen hatte lassen. Allerdings war meine damalige Ärztin auch verschlafen genug, um mir die Tabletten gar nicht zu verschreiben. Es wurde trotzdem alles gut ;-)
 
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  • #37
Das passiert eben mit vielen Giftstoffen. Aber die Unschädlichkeit eines Stoffes dadurch zu belegen, dass er im Urin ausgeschieden wird, das ist schon eine zumindestens für mich völlig neue Theorie.
Ähm, ich weiss jetzt nicht, ob Du mich richtig verstanden hast. Ich habe nur geschrieben, dass zu viel Folsäure "ungebraucht" wieder ausgeschieden wird, das Risiko für eine Überdosierung also sehr viel kleiner ist als z.B. bei fettlöslichen Vitaminen wie A, D, E und K, die sich im Körper, im Fettgewebe genauer gesagt, einlagern können. Was das mit Giftstoffen zu tun hat, verstehe ich nicht ganz.
 
  • #38
Ich hatte früher auch mal ein paar epileptische Anfälle und glaube daher mitreden zu können. Bei einigen an Epileptiker verabreichten Tabletten (z.B. Wirkstoff Primidon) KANN es zu Wechselwirkungen in der frühen Schwangerschaft kommen, welche durch zusätzliche Folsäuregabe reduziert werden können. Dies betrifft die Ausbildung des Neuronalrohrs (Vorläufer der Wirbelsäule und des Rückenmarks) in den ersten vier Wochen nach Zeugung.
Wenn jemand in diese Gruppe fällt, mag es sinnvoll sein, Folsäure zu nehmen. Ansonsten halten ich viel von frischer Luft und gesunder Ernährung, mehr nicht.

Bei mir wahr es so, daß ich erst nach vier Wochen bemerkte, daß ich schwanger war und der gefährliche Zeitraum war dann schon vorbei. Ich hatte keine Folsäure genommen und habe ein gesundes Kind. Natürlich hatte ich einen Feinultraschall in der 20. SSW machen lassen, der alle Sorgen ausräumte.
 
  • #39
@Constanze: Vielleicht hast Du da speziellere Kenntnisse, aber die Studie, die ich damals gefunden hatte, beschrieb, dass die einzige Personengruppe, denen überhohe Folsäuredosen leicht schadeten, eben Epileptiker wären. Dass andererseits bestimmte Medikamente gegen Epilepsie die Wahrscheinlichkeit eines Neuralrohrdefekts erhöhen, kann schon sein, keine Ahnung. Aber die von Dir dafür angegebene Gegenmaßnahme, zusätzliche Folsäure-Einnahme, ist ja das gleiche Mittel wie der Allgemeinheit empfohlen zur Senkung des Risikos eines entsprechenden Defekts.
Es bleibt schon dabei:
Nicht jedes Kind, dass während einer SS nicht genügend mit Folsäure versorgt wurde, hat zwangsläufig einen offenen Rücken oder sonstige Beschwerden, genau so wenig, wie jedes Kind mit genügend Folsäurezufuhr KEINEN offenen Rücken hat, aber die Inzidenzrate ist deutlich niedriger
In diesem Sinne waren sowohl mein Erster als auch Dein Kind eben bei den Glücklichen, die auch ohne Tabletten gesund zur Welt kamen. Aber wie kann man durch Feindiagnostik und Offenhalten der Möglichkeit einer Abtreibung wissenschaftlich eindeutig suboptimale Vorbereitung ausgleichen wollen? Das könnte ich nie vor mir rechtfertigen.
 
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Gast

  • #40
Vermutlich wird die Einnahme von Folsäure tatsächlich nicht schaden - dass sie bei Frauen nützt, die sich bewusst ernähren, glaube ich jedoch nicht.
Da sich aber viele Frauen nicht bewusst ernähren, dass sehen wir ja schon an den vielen übergewichtigen jungen Frauen und an die immer steigende Zahl von Frühchen aufgrund von dem immer mehr zunehmenden Übergewicht der Mütter, muss wahrscheinlich dann künstlich mit Folsäure usw. nachgeholfen werden.

w 49
 
  • #41
Ich bin direkt erschrocken über das blind Vertrauen gegenüber "wissenschaftlicher Untersuchungen".

Hier geht es ja nicht um ein Medikament gegen Krankheiten, bei denen Risiken in Kauf genommen werden, um Heilung zu erwirken! Nein, es ist eine Nahrungsergänzung, die bei bewusster Ernährung völlig überflüssig ist.
 
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