• #1

Fetisch - wann spricht man es an?

Guten Morgen,

"leider" habe ich einen Fetisch, den ich meiner Partnerin nicht verleugnen möchte:

Zum einen trage ich gerne ab und an die Kleidung des anderen Geschlechts, zum anderen habe ich SM-Neigungen, bei denen ich die devote Rolle einnehmen möchte.

Auch wenn beide Neigungen statistisch gar nicht mal so selten sind, fehlt mir jegliche Phantasie, wie man eine Partnerin entdecken soll, die damit umgehen kann oder idealerweise sogar Spaß daran hat. Ich möchte auch nicht, dass der Fetisch bei der Partnerschaft den Ausschlag gibt und alles beherrscht - die Beziehung und die Liebe zueinander sind das, was zählt.

In welcher Phase des Kennenlernens würdet ihr euch outen?

Vielen Dank für eure Ratschläge!
 
  • #2
Deine Wortwahl finde ich nicht gut. Du hast nicht 'leider' einen Fetisch, sondern Du hast einen Fetisch. Und wer damit nicht umgehen kann, passt nicht zu dir. Stehe zu dir und das, was Du bist!

Wie lange führt ihr schon eine Beziehung? War das schonmal ein Thema zwischen euch? Ich würde es wirklich direkt ansprechen. So kann sie entscheiden, ob sie damit umgehen kann oder nicht.

Mein Freund hat auch einen Fetisch, den er mir relativ früh 'gestanden' hat. Erst konnte ich wenig damit anfangen aber heute ist das ganz normal für mich und in unsere Beziehung integriert.

Es wird immer wieder Leute geben, die damit nicht umgehen können. Aber das ist ja auch nicht schlimm. Jeder hat das Recht und die Freiheit seine Bedürfnisse auszuleben (solange diese gegen keine Gesetze verstoßen oder anderen Schaden).

Viel Glück!
 
  • #3
Vllt findest du jmd bei Joyclub. Ja, sicher, vornehmlich geht es da nur um Sex, aber die ein oder andere Beziehung hat dort auch begonnen, weil dort eben offen über sexuelle Wünsche geredet wird.
 
  • #5
Ich möchte auch nicht, dass der Fetisch bei der Partnerschaft den Ausschlag gibt und alles beherrscht - die Beziehung und die Liebe zueinander sind das, was zählt.
Ich würde vermuten, dass der Fetisch schon den „Ausschlag“ geben würde, wenn du gezielt nach komplementären Neigungen suchst.
Dass du - ganz pragmatisch gesprochen - deine Auswahl damit extrem einengst, wobei mir dazu sämtliche Statistik fehlt.

Ist das Verlangen denn so stark, dass es unbedingt die Partnerin einbeziehen muss?
 
  • #7
Vllt findest du jmd bei Joyclub. Ja, sicher, vornehmlich geht es da nur um Sex, aber die ein oder andere Beziehung hat dort auch begonnen, weil dort eben offen über sexuelle Wünsche geredet wird.
Das ist eine Swingerseite. Bitte nicht verwechseln. In der SZ ist das Thema besser behandelt. Wobei ich es befremdlich finde, dass du direkt denkst es mit jmd. anderem ausleben zu wollen. Reden mit dem Partner hilft oft! 🤦‍♀️
 
  • #8
Ich glaube das dazu gibt es keine pauschale Aussage. Manche Menschen sind offen und wollen gerne vom Start weg Ehrlichkeit. Ich würde es bevorzugen, authentisch den Menschen kennen zu lernen, den ich später vor mir habe. Manche Menschen brauchen eine Zeit der Vertrauensbildung. Wenn sie sich den Menschen besser kennen gelernt haben, können sie auch mit Besonderheiten umgehen, die sie vielleicht vom Start weg abgelehnt hätten. Wenn es dir um Akzeptanz geht musst du selber gut Hinfühlen, zu welchem Typ deine potentielle Partnerin gehört. Solltest du eine Partnerin suchen, die deinen Fetisch teilt, wirst du offensiver vorgehen müssen, um die Spreu vom Weizen zu trennen. Vielleicht macht es für dich auch Sinn mal auf spezialisierten Partnerbörsen wie etwa Gleichklang zu schauen.
 
  • #9
Sie sollte es zumindest wissen und tolerieren. Sonst hätte ich ständig das Gefühl sie zu hintergehen, ein Doppelleben zu führen.
Bei Frauenkleidern verstehe ich das, aber wie meinst Du "Doppelleben" im Hinblick auf devote Neigungen? Ich denke, ich würde beides frühzeitig ansprechen, wenn es Dir wichtig ist und vielleicht auch in einschlägigen Börsen nach einer Partnerin suchen.
 
  • #10
Aus Erfahrung kann ich dir da leider keinen Rat geben.
Ich denke, einfach um nicht beim Kennenlernen des tollsten Menschen der Welt, der dann vor dem Fetisch reisaus nimmt, zu viel Zeit zu vergeuden, würde ich es direkt am Anfang Kommunizieren, beim Online-Dating am besten irgendwo im Profil, dass man jemanden sucht, der fetischtolerant ist.
 
  • #11
Sie sollte es zumindest wissen und tolerieren. Sonst hätte ich ständig das Gefühl sie zu hintergehen, ein Doppelleben zu führen.
Wie hast du es damit denn in früheren Beziehungen gehalten? Ist dir eine „normale“ männliche Rolle in der Sexualität möglich bzw macht sie dir ebenfalls Spaß?

Ich denke, dass viele Menschen irgendwelche leicht perversen Fantasien haben, die sie nicht (aktiv) mit den Partnern teilen, weil sie damit aus dem Raster fallen. Abwägen von Vor- und Nachteilen?

Ein Bekannter hat zB (auch) homosexuelle Neigungen, die er nicht auslebt. Andere wären mal auf einen Dreier neugierig. Manche teilen das ihren Partnern mit, andere verschweigen das lieber…
 
  • #12
Ich würde offen darüber reden und schauen, ob deine Vorlieben für deine Freundin komplett befremdlich sind oder ob sie etwas daran findet und zB Spaß daran entdeckt, dich zu dominieren. Vielleicht findet ihr auch einen Mittelweg.

Als ich sehr sehr jung war (17/18) hatte ich einen Partner, der sowohl auf Füße stand (sie küssen, zu ihrem Anblick masturbieren, mit den Füßen einen runtergeholt bekommen) als auch dominiert werden wollte.

Mit den Füßen konnte ich ihm helfen. Nachvollziehen konnte ich diesen Fetisch zwar nicht, aber akzeptieren. Hat mich nicht gestört, ihn auch nicht unattraktiv gemacht für mich und ich wurde durch dieses spezielle Training sehr "fußfertig" 😆.

Das mit der Dominanz war schwierig für mich, zumal er 17 Jahre älter war als ich und eine Respektsperson für mich (Karatelehrer); ich konnte ihn nicht erniedrigen, das widerspricht meinem Naturell. Hier machte ich ihm den Vorschlag, dass er hin und wieder zu einer Domina geht. Und mit mir nicht darüber redet. Keine Prostituierte, kein Anfassen, kein Sex, sondern eine unabhängige, selbstständige, selbstbestimmte Domina, die ihn auspeitscht und beschimpft, wie er es mag, ohne dass er sie anfassen darf (das hätte ich nicht toleriert). Ich wollte mit dieser Neigung in Ruhe gelassen werden. Ob er es tat - keine Ahnung, das war nie wieder Thema.

Nun weiß ich nicht wie tolerant deine Freundin ist und wie wichtig dir die Erfüllung deiner Phantasien ist. Würdest du auf deine Vorlieben verzichten für diese Frau? Das mit der Frauenkleidung kannst du ja unabhängig von ihr ausleben. Darüber mit ihr reden würde ich trotzdem, damit du authentisch für sie bleibst und kein Mann mit 2 Gesichtern oder Doppelleben, so dass sie nicht aus allen Wolken fällt, sollte sie dich mal im Kleid ertappen.

Alles Gute dir!

W37
 
  • #13
Ich denke dass es, wenn du auf jemanden triffst der damit umgehen kann, relativ egal ist wann du es sagst.

Man sollte sich schon vorher persönlich kennen - sich mögen und Nähe aufbauen wollen, vielleicht auch schon gemeinsame Nähe erlebt haben, das auf jeden Fall, dann aber relativ zügig. Es gibt sicher auch Menschen die nie über sowas nachgedacht hätten, aber für jemanden den sie mögen vielleicht offen wären sich damit auseinanderzusetzen oder es zumindest zu probieren.

Und wenn jemand damit gar nicht um kann, wird er oder sie es auch nach einem Jahr / zwei Jahren Beziehung nicht können, dann tut es beiden Seiten umso mehr weh.

Im Profil finde ich sowas zu intim, es sei denn es ist ein Profil bei JoyClub.
 
  • #14
Guten Morgen,

"leider" habe ich einen Fetisch, den ich meiner Partnerin nicht verleugnen möchte:

Zum einen trage ich gerne ab und an die Kleidung des anderen Geschlechts, zum anderen habe ich SM-Neigungen, bei denen ich die devote Rolle einnehmen möchte.

Auch wenn beide Neigungen statistisch gar nicht mal so selten sind, fehlt mir jegliche Phantasie, wie man eine Partnerin entdecken soll, die damit umgehen kann oder idealerweise sogar Spaß daran hat. Ich möchte auch nicht, dass der Fetisch bei der Partnerschaft den Ausschlag gibt und alles beherrscht - die Beziehung und die Liebe zueinander sind das, was zählt.

In welcher Phase des Kennenlernens würdet ihr euch outen?

Vielen Dank für eure Ratschläge!
Also du hast aktuell keine Partnerin und denkst theoretisch darüber nach?

Eine Frage wäre, welche Rolle dieser Fetisch oder diese Fetische in deinem Leben spielen. Ein "nice to have" oder "must have"? Wie oft magst du das ausleben und wie aktiv soll die Partnerin dabei sein, soll sie sich auch dafür begeistern oder das nur gelegentlich tolerieren? Zum Beispiel mit der Kleidung des anderen Geschlechts -- du alleine, du mit ihr beim Sex oder du in einem Club mit anderen? etc.

Ein Freund von mir ist mit einer Normalo-/Vanilla-Frau verheiratet, die er sehr liebt und mit der er konventionellen Blümchensex hat und auch mag, hat aber seit seiner Jugend diverse krasse Fetische und ist auch bisexuell, trifft sich halt gelegentlich zusätzlich mit anderen Männern und Frauen und lässt sich dann so richtig fesseln, knechten und auspeitschen und benutzt mit denen seine ganze riesige Spielzeugsammlung, er trennt diese Seite von seiner Hauptbeziehung, wo er sie nicht ausleben kann.

Also möchtest du, dass diese Seite von deiner Partnerin toleriert wird, oder soll deine Partnerin das passende Gegenstück sein und mitmachen? Das ist ja schon ein gewisser Unterschied. Und die Frage ist eben, wie oft und wie wichtig.
w27
 
  • #15
Genau - ich bin nach zweijähriger Beziehungspause wieder bereit für eine neue Partnerschaft, also sozusagen auf der Suche.

In den bisherigen Beziehungen war es so, dass ich in Bezug auf meine SM-Neigung geoutet war und eigentlich jede Partnerin auch Spaß dran hatte (wobei wir da nicht über besonders abgefahrene Praktiken sprechen).

Die Frauenkleidung hatte ich hingegen nicht ansprechen können, das konnte ich nur im Geheimen ausleben, mit ständig schlechtem Gewissen.

Für eine neue Partnerschaft ist mir vor allem wichtig, dass sie meine Neigungen kennt. Wenn sie daran Gefallen findet, umso schöner. Aber es wäre auch nicht schlimm, wenn es lediglich toleriert wird.

Was ich ausdrücklich nicht möchte, ist diese Neigungen mit anderen Frauen auszuleben und vor meiner Partnerin geheim zu halten. Da bin ich sehr monogam veranlagt. Clubs und einschlägige Partys sind auch nicht mein Ding.

M, 49, übrigens
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #16
Ich würde es an deiner Stelle nicht in einer Art Offenbarungsgespräch ansprechen, sondern beim Sex zeigen, sie per Salami-Taktik hinführen.

Wenn sie völlig unerfahren mit dieser Thematik ist, würde ein offenes Gespräch sie vielleicht zu sehr abschrecken. Daher würde ich sie an deiner Stelle eher langsam hinführen.

Es kommt ja auch darauf an, wo genau deine devoten Neigungen liegen, was dir dabei gefällt, wie ausgefallen deine Wünsche sind.

So könntest du damit anfangen, ihr beim Sex zu vermitteln, dass es dir gefällt, wenn sie oben ist oder wenn sie dich fesselt oder dich verbal erniedrigt, je nachdem was du magst. Vielleicht bist du auch einfach mal spielerisch ihr Sklave. Das kann man ja auch verbal initiieren. Du wirst sehen, ob sie daran Spaß hat.

Wenn du nicht der totale Schauspieler bist, wird sie sowieso schon gemerkt haben, dass du devot bist, ich merke sowas innerhalb von zwei Minuten wenn ich mit einem Mann spreche.

Ich denke seine grundsätzliche Neigung diesbezüglich kann man nach außen hin gar nicht verbergen. Auch wenn es viele möchtegern-dominante Männer gibt... auch das merkt man sofort, wenn sie es nicht sind.

Auch was die Frauenkleider betrifft, würde ich das eher spielerisch einbringen und dir z.B einfach mal ihren BH oder Rock anhalten und fragen wie es dir steht. Du wirst an ihrer Reaktion merken, ob sie locker damit umgehen kann und offen dafür ist oder eher verhalten reagiert.

W 49
manchmal
Sklavenhalterin
 

Laleila

Cilia
  • #17
Zum einen trage ich gerne ab und an die Kleidung des anderen Geschlechts, zum anderen habe ich SM-Neigungen, bei denen ich die devote Rolle einnehmen möchte.

Auch wenn beide Neigungen statistisch gar nicht mal so selten sind, fehlt mir jegliche Phantasie, wie man eine Partnerin entdecken soll, die damit umgehen kann oder idealerweise sogar Spaß daran hat.
Sie sind vor allem bei Männern nicht selten.
Frauen haben grundsätzlich, wesentlich seltener objektbezogene sexuelle Neigungen und finden sich, wenn sie es beim Partner tolerieren, selbst nicht darin wieder.
Häufig (nicht immer) wirst Du also, tatsächlich, nur auf Toleranz hoffen können.
Ich möchte auch nicht, dass der Fetisch bei der Partnerschaft den Ausschlag gibt und alles beherrscht - die Beziehung und die Liebe zueinander sind das, was zählt.

In welcher Phase des Kennenlernens würdet ihr euch outen?
Bei Deinem Fetisch, so früh wie irgend möglich, idealerweise, nach den ersten sexuellen Begegnungen.

Noch besser aber, Du suchst in einem Bereich, in dem man diese Neigungen im Vorfeld thematisieren kann
Zum Beispiel bei Joyclub.

Das ist eine Swingerseite. Bitte nicht verwechseln.
Nein, Joy ist keine reine Swingerseite. Eher eine Casual-Datingseite, allerdings finden sich da auch häufig Paare.
 
  • #18
Mit Joyclub habe ich ehrlich gesagt schlechte Erfahrungen gemacht - die Idee hatte ich schon. Wenn man nicht auf Swingergeschichten steht, ist man schon mal in der Minderheit. Und es sind sehr viele "Verrückte" unterwegs, mit für mich zu heftigen Phantasien.
 
  • #19
Mit Joyclub habe ich ehrlich gesagt schlechte Erfahrungen gemacht - die Idee hatte ich schon. Wenn man nicht auf Swingergeschichten steht, ist man schon mal in der Minderheit. Und es sind sehr viele "Verrückte" unterwegs, mit für mich zu heftigen Phantasien.
Vielleicht solltest Du dort nicht unbedingt im Hardcore bdsm Bereich suchen. Man kann dort ja im Profil sehr genau angeben, was man will und was die eigenen Vorlieben sind. Wenn du nur erste Erfahrungen sammeln willst und keinen Hardcore bdsm suchst, solltest du das vielleicht ganz genauso deutlich reinschreiben. Ich denke es gibt viele Leute, die neugierig sind und eben auch -so wie du - nicht gleich alles hardcore wollen.

Meine Erfahrung dort ist, dass die meisten Leute grundsätzlich sehr offen gegenüber allen sexuellen Erfahrungen sind.

Ich habe dort schon einige coole Leute kennengelernt, Männer wie Frauen.
Wenn es mit deiner Bekanntschaft nicht klappt, würde ich dir durchaus auch den JC dafür empfehlen.
 
  • #20
Das ist eine Swingerseite. Bitte nicht verwechseln. In der SZ ist das Thema besser behandelt. Wobei ich es befremdlich finde, dass du direkt denkst es mit jmd. anderem ausleben zu wollen. Reden mit dem Partner hilft oft! 🤦‍♀️

Ich denke das doch nicht!? Der TE überlegt, WO er jmd kennenlernen kann. Er hat bis dato noch keine Partnerin!

Und JC ist sicher keine reine Swingerseite, da bist du ungenügend informiert.
 
  • #21
Das ist eine Swingerseite. Bitte nicht verwechseln. In der SZ ist das Thema besser behandelt. Wobei ich es befremdlich finde, dass du direkt denkst es mit jmd. anderem ausleben zu wollen. Reden mit dem Partner hilft oft! 🤦‍♀️

Ich denke das doch nicht!? Der TE überlegt, WO er jmd kennenlernen kann. Er hat bis dato noch keine Partnerin!

Und JC ist sicher keine reine Swingerseite, da bist du ungenügend informiert.

Nachtrag @Queequeg: wieso sollte er in der SZ besser aufgehoben sein? Er sucht doch keine Sklavin? (Es ist hauptsächlich ein BDSM Forum, weiß nicht, was sein Fetisch mit BDSM zu tun hat)
 
  • #22
Es ist wohl auch eine Frage der Ausprägung

Die Frau, die gerne in seinem T Shirt schläft, dürfte kein Problem bekommen. Der Mann, der sie auch mal oben haben will auch nicht.

Willst du allerdings deine Fetische sehr deutlich ausleben, dann muss die Frau frühzeitig davon wissen. Nicht jede Frau mag Domina spielen - nicht jede Frau will mit einer Drag Queen zusammen sein.

Prinzipiell hast du - je nach Ausprägung - 2 Möglichkeiten:

In der entsprechenden Szene zu suchen - und dann eben auch auf Menschen zu treffen, die deutlich extremer als du aufgestellt sind oder eben nur diesen Fetisch ausleben wollen.
Oder du suchst bei den Normalos - die dann eben teilweise deine Wünsche ablehnen.

Als Single kannst du beide Wege zur gleichen Zeit gehen. Einer Frau, die mit Fetisch eher wenig bis keine Erfahrung hat, solltest du frühzeitig sagen, was du dir vorstellst.
 
  • #23
Ich bin seit langem in der Fetischszene aktiv und kann dir meine Beobachtungen berichten:

- Die überwältigende Mehrheit führt eine Vanilla-Beziehung mit der Partnerin/dem Partner und lebt den Fetisch mit oder ohne deren Wissen anderswo aus. Oder sie leben nur den Fetisch mit wechselnden Partnern und haben keine Beziehung.

- Manche unterdrücken den Fetisch um ihre Beziehung nicht zu gefähren. Das sind in der Regel auf Dauer unglückliche und unzufriedene Gesellen.

- In einigen Fällen, die ich kenne, sind aus Spielbeziehungen schöne Beziehungen entstanden. Voraussetzung dafür: Sympathie und Kompatibilität (Humor, miteinander reden können, Charakter, Interessen) müssen zwingend von Anfang an vorhanden sein.

- Kaum Beispiele kenne ich dagegen, wo die Partnerin (in deiner Konstellation) eigenen Geschmack am Fetisch gefunden hat. Ein Fußfetisch, harmlose Fesselspiele oder ein paar Klapse auf den Po werden von vielen Frauen noch gerade so akzeptiert. Ein devoter Mann in Frauenkleidern wird von den meisten lächerlich gefunden.

Als Mann (und Sub) arbeitet leider auch die Zeit gegen dich. Du kennst den deutlichen Männerüberschuss im Fetischbereich. Noch dazu gibt es nur sehr sehr wenige echt dominante oder dafür offene Frauen. Für Fetischaffine Frauen spielt das Alter kaum eine Rolle, aber als Mann wird es ab 40 immer schwerer, noch jemanden ohne finanzielle Interessen zu finden.

Ich würde dir raten, zu überlegen, in welchen Bereichen du sowohl bei deiner zukünftigen Freundin als auch deinem Fetisch Kompromisse machen kannst. Sei aber ehrlich zu dir selbst, wie wichtig der Fetisch für dich und dein Leben ist. Ansprechen würde ich es spätestens beim 3. Date und NICHT erst nach dem Sex oder wenn schon Gefühle im Spiel sind.
 
  • #24
Für eine neue Partnerschaft ist mir vor allem wichtig, dass sie meine Neigungen kennt. Wenn sie daran Gefallen findet, umso schöner
Ich würde es sicher nicht beim 1. Date ansprechen.
Jedoch, wenn man sich langsam kennenlernt, spricht man in der Regel auch über sexuelle Vorlieben und Tabus. Das ist dann der "richtige" Zeitpunkt. Also irgendwann vor oder nach dem ersten Sex.

Es gibt genug soziale Netzwerken, bei der sich Leute über ihre Neigungen kennenlernen. Da können sicher auch Beziehungen daraus entstehen.
 
  • #25
Kaum Beispiele kenne ich dagegen, wo die Partnerin (in deiner Konstellation) eigenen Geschmack am Fetisch gefunden hat. Ein Fußfetisch, harmlose Fesselspiele oder ein paar Klapse auf den Po werden von vielen Frauen noch gerade so akzeptiert. Ein devoter Mann in Frauenkleidern wird von den meisten lächerlich gefunden.
Das finde ich sehr realistisch eingeschätzt. Man muss einfach abwägen, ob einem diese Sache letztlich wichtiger ist als die Aussicht auf eine Beziehung.

Eine ganz andere Frage dürfte sein, ob es ÜBERHAUPT Beispiele gibt, wo solche „Rollenspiele“ in einer stabilen Beziehung dauerhaft ausgelebt werden und ihren Reiz behalten. Ob da nicht IMMER der Aspekt des „Verbotenen“ oder „Nicht-Alltagskompatiblen“ dazugehört?
 
  • #26
Eine ganz andere Frage dürfte sein, ob es ÜBERHAUPT Beispiele gibt, wo solche „Rollenspiele“ in einer stabilen Beziehung dauerhaft ausgelebt werden und ihren Reiz behalten. Ob da nicht IMMER der Aspekt des „Verbotenen“ oder „Nicht-Alltagskompatiblen“ dazugehört?
Der Reiz des Verbotenen ist nicht zwingender Bestandteil von jedem Fetisch. Problem ist eher nicht, dass der Reiz des Fetisch schwindet, sondern dass Fetische meist nach Steigerung verlangen und immer extremer werden. Das funktioniert nur, wenn beide Partner darauf stehen. Eine Frau, die sich der Liebe wegen mit einem Mann im Büstenhalter abfindet, könnte zum Beispiel spätestens dann überfordert sein, wenn er plötzlich auch noch mit einem Umschnalldildo penetriert werden will.

Dafür ermöglichen solche Spielarten eine sehr tiefe Intimität, es gibt also wirklich sehr schöne Fetischbeziehungen.

"Abwägen was wichtiger ist" ist schwer, weil der Fetisch meistens ein wichtiger Teil der Persönlichkeit ist und nicht dauerhaft unterdrückt werden kann (ich rede nicht vob Fantasien wie "Ich hätte gerne mal einen Dreier", sondern echten Fetischen). Wie stark ausgeprägt das beim FS ist weiß ich nicht, aber aufgeben will er ihn ja anscheinend nicht.
 
  • #27
"Abwägen was wichtiger ist" ist schwer, weil der Fetisch meistens ein wichtiger Teil der Persönlichkeit ist und nicht dauerhaft unterdrückt werden kann (ich rede nicht vob Fantasien wie "Ich hätte gerne mal einen Dreier", sondern echten Fetischen). Wie stark ausgeprägt das beim FS ist weiß ich nicht, aber aufgeben will er ihn ja anscheinend nicht.
Es ist keine Frage des Wollens - soviel weiß ich schon. Ich habe es versucht, es kam aber immer wieder durch. Deshalb schrieb ich oben dass ich diesen Fetisch "leider" habe. Woher auch immer.

Extremer geworden ist es zum Glück nicht. Die Neigungen und Bedürfnisse sind seit ich sie habe sozusagen stabil. Und zum Glück nicht sehr extrem - vor einem Umschnalldildo würde ich ganz schnell Reißaus nehmen.

Letztlich bestätigt ihr aber meine Einschätzung, dass es verdammt schwer mit der Partnersuche wird.
 
  • #28
Es ist keine Frage des Wollens - soviel weiß ich schon. Ich habe es versucht, es kam aber immer wieder durch. Deshalb schrieb ich oben dass ich diesen Fetisch "leider" habe. Woher auch immer.
Letztlich bestätigt ihr aber meine Einschätzung, dass es verdammt schwer mit der Partnersuche wird.
@Rob Fleming
An deiner Stelle, wenn dir der Fetisch recht wichtig ist, würde ich es doch mal mit spezialisierten Online-Portalen (Joyclub...) bzw. innerhalb der Szene versuchen, die Leute dort haben ja trotzdem auch noch ein anderes Leben, genau wie du, daraus kann auch eine Beziehung werden, warum nicht? Meine homosexuellen Freunde benutzen auch alle spezielle Apps und Portale, um andere Homosexuelle kennenzulernen, oder lernen sich bei entsprechenden Treffen und innerhalb der "community" kennen, eben weil alles, was ein bisschen vom Durchschnitt abweicht, nicht so einfach zu identifizieren ist im Alltag -- wie soll man sich erkennen? Die Wahrscheinlichkeit, dass du einfach zufällig eine Person triffst und datest, die deinen Fetisch irgendwie teilt oder akzeptiert, ist eher gering, durch eine spezifische Suche lässt sich das ändern.
w27
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #29
Es ist keine Frage des Wollens - soviel weiß ich schon. Ich habe es versucht, es kam aber immer wieder durch. Deshalb schrieb ich oben dass ich diesen Fetisch "leider" habe. Woher auch immer.
Sorry, war blöd ausgedrückt ... hätte "kann" schreiben sollen.

Ich wollte auch nicht demotivierend rüberkommen, halte es aber wie @Inanna* für zielführender, jemand mit ähnlichem Fetisch für eine Beziehung zu suchen als es umgekehrt irgendwie passend machen zu wollen. Viel Glück!
 
  • #30
Nachtrag @Queequeg: wieso sollte er in der SZ besser aufgehoben sein? Er sucht doch keine Sklavin? (Es ist hauptsächlich ein BDSM Forum, weiß nicht, was sein Fetisch mit BDSM zu tun hat)
Er hat eine devote Neigung.... warum hat das nix mit BDSM zu tun.

Ich hab meinen Mann im "normalen Leben" kennengelernt und es passte einfach. Ich hab dann aber ganz ganz früh schon angedeutet, dass ich spezielle Neigungen habe. Und die Gespräche darüber ergaben sich und siehe da, es passte auch. Andernfalls wäre ich die Beziehung nicht eingegangen. Ich würde mich an deiner Stelle nicht mit einem "Tolerieren" zufrieden geben, dass macht unzufrieden. Neugier, Offenheit und Akzeptanz sowie die ehrliche Bereitschaft zum Ausprobieren sollten schon da sein.
 
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