• #1

Fernbeziehung. Zusammenziehen, aber wie nur?

Hallo liebes Forum, meinen Freund und ich, uns trennen derzeit knapp 80 Kilometer. Wir führen also eine Fernbeziehung und das nun seit etwas über einem Jahr. Wir wollen 2021 zusammen ziehen. Finden hier aber keinen gemeinsamen Nenner. Ich bin ein Lösungsorientiert Mensch habe aber das Gefühl auf der Stelle zu treten.
Die Situation ist so, dass wir beide einen festen Job haben und dort auch wohnen. Derzeit fahren wir beide 5 min. bis zum Arbeitsplatz. Mein Freund besitzt eine Mietwohnung. Ich habe eine Eigentumswohnung gekauft. Ich habe familiär viel mitgemacht und möchte meiner Familie zur Seite stehen, daher wäre ich gerne in der Nähe meiner Familie. Er hat eher ein distanziertes Verhältnis zu seiner Familie und diese wohnt zudem in einem anderen Bundesland. Er möchte allerdings keine langen Pendelzeiten auf sich nehmen und findet in meiner Region sehr wahrscheinlich keinen Job, zudem ist er mit seinem Arbeitgeber zufrieden.
Daher habe ich einen Kompromiss vorgeschlagen und der sähe so aus, dass jeder 40 KM pendeln muss. Wir würde dann in der Mitte wohnen, allerdings fühlt sich das ehrlich gesagt auch nicht wirklich gut an. Momentan macht mich dieses Thema traurig. Wir sind beide Mitte 30 und ich würde mich gerne etwas gemeinsames aufbauen, aber ich möchte auch nicht, dass mein Partner zu weit pendeln muss oder unglücklich ist, noch weniger möchte ich allerdings, dass ich unglücklich werde ... Habt ihr Tipps. Konkrete Fragestellungen? Lösungs- oder Denkansätze für mich / uns? Ich freue mich auf Eure Antworten. Viele Grüße.
 
  • #2
Ich finde den Kompromiss mit der Mitte eine gute Lösung. Besser wäre natürlich, wenn einer von beiden den Job wechseln könnte. Bei ihm geht das offenbar nicht, ginge es bei Dir? Vermutlich wirst Du Deine Familie auch jetzt nicht täglich besuchen, vielleicht ist da ein Kompromiss möglich?
 
  • #3
Also ehrlich gesagt würde ich nach etwas über einem Jahr nicht meinen Job kündigen um mit einer anderen Person zusammen zu ziehen. Da würde ich erst mal schauen wie die Beziehung sich weiter entwickelt. Ich kann mir gut vorstellen dass Dein Freund Dich genauer kennen lernen möchte. Du führst gleich drei Gründe an warum Du nicht umziehen willst. Bei Deinem Freund lediglich nur einen, der aber enormes Gewicht hat. Einen Job wo alles passt, findet man so nicht, in Deiner Region anscheinend noch weniger. Bitte denke auch mal daran das er nicht unbedingt der Familienmensch ist, der Deine Familie so toll findet um sie unbedingt öfters sehen zu wollen. Evtl. ist ihm das auch alles einfach zu Spießig und zu festgefahren mit Deiner Eigentumswohnung usw. Das sind so Gedanken die mir zu Deinem Thread einfallen.
 
  • #4
Wie groß ist denn deine Eigentumswohnung? Wohnst du selbst drin? Könnte er mit dazu ziehen? Musst du sie abzahlen? Könntest du sie vermieten, wenn du in die Mitte zögest? Kannst du dir den Kredit plus eine weitere Miete leisten?

Mitte hört sich zwar immer fair an, aber unter Umständen sind dann beide unzufrieden. Dann hättet ihr beide einen längeren Weg und wäret weiter weg von Freunden. Würdest du denn bei ihm einen Job finden? Welche Stadt ist schöner und bietet mehr Möglichkeiten?

Ansonsten: Mein Professor und seine Ehefrau leben seit Jahren in zwei Städten, weil sie eine Professur in einer anderen Stadt hat. Der gemeinsame Sohn wohnt bei ihm, sie besuchen sich wöchentlich. Eine andere Dozentin pendelte wöchentlich(!) zwischen Italien und Berlin, Mann und Kinder leben in Italien, Job ist in Berlin gewesen. Ist alles möglich, aber natürlich nicht schön.
w25
 
  • #5
ich würde mich gerne etwas gemeinsames aufbauen
Nach deinem Post habe ich den Eindruck, dass dieser Satz oben für dein Problem steht. Du würdest gerne etwas Gemeinsames aufbauen, er würde sich noch Zeit lassen, stimmt's? Ihr kennt euch ein Jahr, warum so eilig?

Lass mich raten: DU trittst auf der Stelle, nicht ER. Wenn er es mit dem Zusammenziehen und Familie gründen so eilig hätte wie du, bräuchtest du die Frage nicht in einem anonymen Forum zu stellen, sondern ihr würdet gemeinsam euer weiteres Vorgehen planen.

Und wenn 83 dein Geburtsjahr ist, sollte ihm eigentlich auch klar sein, dass du nicht mehr ewig Zeit hast. Vielleicht verplemperst du deine Zeit mit dem falschen Mann?
 
  • #6
Ich finde deine Idee mit auf der Hälfte was gemeinsames suchen ganz gut. 80 Kilometer ist ja nicht soooo weit weg und 40 für jeden ist doch machbar. Die Wohnung dann erstmal vermieten und wenn das mit euch nicht klappen sollte, kannst du noch immer zurück und hast nicht alles aufgegeben.
Ein gemeinsamer Alltag ist nochmal etwas anderes als sich nur mal hier und da zu sehen. Wenn man zusammen wohnt kann man sich schon mal „auf den Sack“ gehen.
So bist du deiner Familie nicht ganz so fern, jeder kann seinen Job behalten und wenn es dann richtig gut mit euch läuft könnt ihr nochmal überlegen ob nicht doch jemand seinen Job aufgibt und dann komplett in die ein oder andere Richtung gezogen wird (eigene Wohnung, Haus was auch immer).

W 26
 
  • #7
Derzeit fahren wir beide 5 min. bis zum Arbeitsplatz.
Ist mir erst jetzt beim zweiten Lesen aufgefallen: Ihr FAHRT beide 5 Minuten zum Arbeitsplatz? Mit dem Auto? Wo gibt's denn so was, bis das Auto gestartet/Fahrrad gesattelt ist, wäre ich zu Fuß schneller bei der Arbeit.

Um es in die Perspektive zu setzen: Hier in Berlin sind Arbeitswege von 40+ Minuten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln normal, also eure momentane Situation ist schon ein großer Luxus. Da ich keine Autofahrerin und gerade zu faul zum Rechnen bin: Wie lange würde denn euer Arbeitsweg dauern, wenn ihr pendeln würdet bzw. einer von euch? Von welcher Zeit sprechen wir? Wäre es ein nerviger oder bequemer Weg? Muss es mit dem Auto sein oder kann man auch bequem Bus oder Bahn fahren? Dabei kann man lesen, Podcasts hören, in Foren schreiben oder Kochrezepte googeln.

Und müsst ihr morgens zur gleichen Uhrzeit bei der Arbeit sein oder einer früher und einer später?
 
  • #8
Noch eine Anmerkung: Nach nur einem Jahr würde ich auch noch nicht gleich zusammenziehen, und erst recht nicht meinen guten Job kündigen, den ich mag. So was ist ein großer Schritt. Du könntest das Pendeln ja mal probieren, dir mal ein Köfferchen packen, für zwei, drei oder mehr Wochen am Stück bei ihm einziehen und täglich von ihm aus zur Arbeit fahren, dann siehst du, wie es ist. Ein weiterer Vorteil wäre, dass ihr so mal den normalen Alltag miteinander kennenlernt und dann besser abschätzen könnt, wie gut ihr euch wirklich versteht, denn es war ja immer eine Fernbeziehung, also wisst ihr gar nicht, wie das echte Zusammenleben wäre.

Wie oft und lange und wann seht ihr euch denn momentan immer so?
 
  • #9
Ist mir erst jetzt beim zweiten Lesen aufgefallen: Ihr FAHRT beide 5 Minuten zum Arbeitsplatz? Mit dem Auto? Wo gibt's denn so was, bis das Auto gestartet/Fahrrad gesattelt ist, wäre ich zu Fuß schneller bei der Arbeit.
5 Minuten Autofahrt im Ortsgebiet sind etwa 3 km, wenn es keine Ampeln oder keinen Stau gibt. Das Fahrrad ist ständig gesattelt und das Auto braucht auch keine längere Vorwärmphase. Und nicht jeder läuft im Sprint wie der Weltmeister zur Arbeit. Also kann ich die Fahrt gut verstehen. Gut, ich mache solche Strecken mit dem Rad, wenn ich nichts Größeres zu transportieren habe.
Aber die 5 Minuten sind wahrscheinlich nur die übliche Floskel, soll heißen, sie haben einen zeitlich kurzen Arbeitsweg.
ErwinM, 51
 
  • #10
Genau. Danke Erwin, so meinte ich es. Ich habe einen kurzen Anfahrtsweg und er auch. Ich kann meinen Job leider nicht ohne weiteres in eine andere Stadt legen, daher käme eben der Kompromiss mit der Hälfte in Frage sodass wir beide pendeln müssten, er möchte aber nicht länger als 30 min. pendeln und das haut nicht hin. Wenn wir uns in der Mitte treffen muss jeder ca. 50-60 min. für einen Weg zurücklegen und nein ich bin es nicht die es eilig hat, sondern mein Freund sagte mir, dass er die Wohnsituation verändern möchte. Ich sehe es aber genauso. Es ist nun alles in Ordnung, aber ich möchte auf ein gemeinsames Ziel hin arbeiten. Meine Wohnung ist groß genug für zwei Personen, er möchte aber nicht zu mir ziehen, da er dann ca. 3 Stunden täglich (1,5 Std. pro Weg) pendeln muss. Es ist einfach so richtig verzwickt....
 
  • #11
Meine Wohnung ist groß genug für zwei Personen, er möchte aber nicht zu mir ziehen, da er dann ca. 3 Stunden täglich (1,5 Std. pro Weg) pendeln muss. Es ist einfach so richtig verzwickt....
Das ist wirklich schwierig. Da er nicht will, bleibt eigentlich nur die Möglichkeit, dass du zu ihm ziehst, wenn es dir/euch wichtig ist. Kannst du keine Arbeit bei ihm oder in seiner Nähe finden? Ganz im Notfall könnte man sich umschulen oder weiterbilden, so was ist möglich, wenn man wirklich will, aber nach nur einem Jahr und ohne Sicherheit, dass es hält, würde ich das wohl nicht machen. Doch eine andere Lösung fällt mir nicht ein. Oder Teilzeit arbeiten und die Hälfte der Woche bei ihm verbringen, um mehr Zeit zusammen zu haben? Mein Partner ist auch jede zweite Woche weg, hat noch eine Zweitwohnung in einer anderen Stadt ... Hm, aber auch da scheint mir die Beziehung noch nicht "ernsthaft" genug für solche weitreichenden Entscheidungen.
 
  • #12
Meine Wohnung ist groß genug für zwei Personen, er möchte aber nicht zu mir ziehen, da er dann ca. 3 Stunden täglich (1,5 Std. pro Weg) pendeln muss. Es ist einfach so richtig verzwickt....
Ok, geh doch mal auf ihn zu, mildere seine Nachteile.
Du räumst also deine Wohnung zur Hälfte frei, verkaufst alle Möbel, die in diesen Zimmern stehen oder stellst sie zum Sperrmüll, je nachdem.
Damit auch er nur ein paar seiner Sachen entsorgen muss und mit den Sachen, die er behalten will, in leere Räume einziehen kann. Die darf er dann auch so einrichten, wie es ihm gefällt, nicht dir.

Und zum Pendeln: 3 Stunden täglich sind echt richtig viel, was ihm da an Lebenszeit verloren geht.
Du hast also drei Stunden täglich mehr als er, in denen du dann zuhause arbeitest. In drei Stunden kann man die ganze, komplette Hausarbeit, einschließlich Garten und Steuererklärung, Schornsteinfeger, Hemden zur Reinigung und Pakete zur Post bringen, Arzt- und Friseurtermine machen, Geschenke für alle, auch seine Mutter kaufen usw.
D.h., er müsste gar nichts, also wirklich null machen, auch keine richtig nervigen Sachen, weil du das ja alles machst.
Wenn du am WE den Rasen mähst, sitzt er auf der Terrasse und sieht dir dabei zu, während er den Spritz al Aperol trinkt, den du ihm hingestellt hast.

Hm, und die Hälfte der Fahrkosten, ich meine nicht nur Benzin, sondern alles, einschließlich Abschreibung, ich glaube, da geht man von 30ct /km aus, übernimmst du, richtig ?


Kann sein, dass er das dann gar nicht sooo übel fände.
Du willst das nicht ? Weder zwei Zimmer für ihn besenrein freiräumen, noch sein all-inclusiv-Butler sein, noch ihm 220 Tage x 160 km x 30 ct /2 = 5.280 € pro Jahr geben ?
Abzüglich natürlich seiner Hälfte an den Wohnkosten, wieder mit allem, was sicher deutlich mehr sein wird ( sagen wir 2.000 € Kredit plus 500 € Nebenkosten x 12 Monate durch zwei Personen = 15.000 € pro Jahr, nur so als Größenordnung. Ok, wenn's eine billige Gegend ist, kann gut sein, du sagst ja, er findet da keine Arbeit, dann beträgt der Kredit für eine große Wohnung vielleicht nur 1.000 €, dann muss er dir nur 9.000-5.280 € pro Jahr = 310 € pro Monat geben ).

Und du könntest ihm versprechen, dass er nie oder nur zum Geburtstag mit zu deiner Familie gehen muss und die auch nur sehr selten zu euch kommt.

Was ich sagen will, gehe fair auf ihn zu, vielleicht kommt er dann doch zu dir und pendelt.
Und das mit dem Test, was oben jemand sagte, könntet ihr auch versuchen.
Macht das doch mal. Da kannst du auch sehen, wie du damit klar kommst, alles, wirklich alles zu erledigen in den drei Stunden, die er im Auto ist.
Erst hinsetzen, wenn er zur Tür reinkommt, bis dahin schuften. Jeden Tag, erst mal vielleicht vier Wochen lang.

w 53

P.S.: was ich sagen will, ich finde LAT gut.
 
  • #13
Ich sehe nur die Lösung darin, dass eine*r in Euch den Job wechselt, und dann ist das der Ort für Euch zum Wohnen.

Dass keiner Lust auf Pendeln hat, verstehe ich, dazu kann ich niemanden zwingen.
Und halbe Strecke ist die Art Kompromiss, von dem keine*r was hat.

W, 51
 
  • #14
Wir würde dann in der Mitte wohnen, allerdings fühlt sich das ehrlich gesagt auch nicht wirklich gut an.
Was würde Dir dann fehlen bzw was fühlt sich nicht gut an?
Oder möchtest Du auch nur ungern pendeln?

Du könntest Deine Wohnung vermieten, 40km näher aufrücken und er trotzdem seine Wohnung behalten. Damit könntet Ihr flexibel die Beziehung gestalten, Euch zwischendurch werktags sehen, er könnte gelegentlich pendeln (muss es aber nicht!).
Deine Familie wäre für Dich vor oder nach der Arbeit erreichbar.
Es wäre ein Stück Annäherung.

Vielleicht hast Du Deinen Kompromiss ihm gegenüber auch zu halbherzig formuliert?
"... allerdings fühlt sich das ehrlich gesagt auch nicht wirklich gut an".
Überzeugt bist Du selbst nicht davon.
 
  • #15
Der Vorschalg, sich in der Mitte etwas zu suchen, ist der Beste
Ich finde 40 km zur Arbeit völlig OK, da kann er nicht meckern.

Außerdem muss man dann zusammen etwas aufbauen.
 
  • #16
Papier ist ja geduldig. Jede Ansicht hier im Forum sollte akzeptiert sein, aber der Vorschlag die goldene Mitte wäre der goldene Mittelweg, ist einfach in diesem Beispiel nicht gut.

Warum? Weil keiner von den beiden auf sein gewohntes Leben verzichten möchte. Wenn dann noch die üblichen Dinge hinzu kommen die ein Umzug in eine neue Stadt mit sich bringen und der alte Freundeskreis, Vereine usw. in den Hintergrund treten müssen kann das ganze in diesem Fall geknickt werden.
 
  • #17
Papier ist ja geduldig. Jede Ansicht hier im Forum sollte akzeptiert sein, aber der Vorschlag die goldene Mitte wäre der goldene Mittelweg, ist einfach in diesem Beispiel nicht gut.
Ja, so klingt es hier. Bei mir ist schon eine Weile klar: beruflich bedingt ist ein Umzug kaum möglich. Entsprechend habe ich das klar in meinem Profil formuliert und das als wesentliches Kriterium genommen. Der Fehler passiert eigentlich schon früher, bei der Partnerwahl.

Wenn, wie hier, einer seine Eigentumswohnung und seine Familie nicht verlassen möchte, der andere den Job nicht wechseln kann, dann wird es schwierig. Ich stimme zu, der goldene Mittelweg ist nicht immer golden.
 
  • #18
Für mich ist das reine Abwägungssache. Wenn aufgrund eurer beruflichen und privaten Verbundenheit niemand direkt in den Ort des anderen ziehen kann, bleibt nur der Kompromiss: Eine gemeinsame Wohnung auf halber Strecke.

Das bringt durch den sehr viel längeren Arbeitsweg und den Verlust des Umfelds für beide erstmal eine deutliche Verschlechterung der Lebensqualität mit sich. Die Kernfrage ist: Ist eure Beziehung so schön, dass sie das auf- bzw. überwiegen kann – sodass sich eurer beider Leben unterm Strich trotzdem verbessert?

Falls ja, wagt es. Bzw. probiert erstmal ein paar Monate Probewohnen in der Mitte, um sicherzugehen, dass ihr diese Art des Zusammenlebens auch im Alltag noch von Herzen wollt. Falls nein, muss es nicht bedeuten, dass eure Beziehung gescheitert ist. Es kann auch heißen, dass LAT für euch weiterhin die beste Lebensform wäre. Es ist kein schlechtes Modell – @frei ist der beste Beweis – außer, die Nachteile (Pendeln, weniger Paarzeit, Familiengründung kaum möglich) überwiegen auch hier die Vorteile eurer Beziehung. Dann wird es wirklich schwierig...

Wünsche eine gute Entscheidung!

W, 27
 
  • #19
Hey, die Problematik kenne ich aus dem Freundeskreis. Frauen haben heutzutage auch tolle Jobs, daher stellt sich die Frage des Öfteren. Es ist generell schwierig.

Zum Thema in die Mitte ziehen: Gibt es in der Mitte eine attraktive Stadt? Oder eher nur langweilige Kuhkäffer? Ich würde nur in die Mitte ziehen, wenn es dort auch ne gute Stadt gäbe. Ansonsten sitzt jeder in einem Kaff wo ihr niemanden kennt und wo Trostlosigkeit herrscht. Dann würde ich es nicht machen. Denn dann ist Unzufriedenheit vorprogrammiert.

Zum Thema Eigentumswohnung: Würde ich mir generell erst kaufen, wenn ich verheiratet bin und Kinder habe. Für die Partnersuche schränkt es meiner Meinung nach zu sehr ein. Die könntest du zur Not aber vermieten.

Nun zur zentralen Frage: Möchtest du dauerhaft bei diesem Mann bleiben und mit ihm eine Familie gründen? Hast du bereits Kinder? Möchtest du in den nächsten Jahren Kinder?

Falls du mit ihm eine Familie gründen möchtest, müsst ihr eine Lösung finden. Welche ist eigentlich egal. Dann kannst du zu ihm ziehen und erstmal pendeln. In deiner Elternzeit könnt ihr dann weitersehen. Ich habe schon viele Frauen erlebt, die wollten nie wegziehen. Als dann aber der Kinderwunsch kam, haben sie es doch gemacht.

Oder sagst du, seine Stadt ist gar keine Option für dich? Dann bleibt dir nichts anderes übrig, als in deiner Umgebung einen neuen Partner zu suchen. Meine Bekannten mit Eigentumswohnung haben sich auf die Umgebung beschränkt oder die Frau ist zu ihnen gezogen.

Ist dir deine Familie und dein Wohnort so wichtig, dass du eine erneute Partnersuche (die evtl auch länger dauert) in Kauf nimmst? Oder ist dir dein Partner wichtiger? Wenn er nicht zu dir zieht, wirst du dich entscheiden müssen. Entscheide klug!

PS: Ich persönlich würde zu ihm ziehen und eine Familie gründen. Mit Kind könnt ihr nochmal neu überlegen. Aber meine Meinung zählt hier nicht, sondern das was du willst. LG Leila (w 30 Jahre alt)
 
  • #20
Zum Thema Eigentumswohnung: Würde ich mir generell erst kaufen, wenn ich verheiratet bin und Kinder habe. Für die Partnersuche schränkt es meiner Meinung nach zu sehr ein. Die könntest du zur Not aber vermieten.
Nun, das mag ich so nicht stehen lassen.
Man kann nicht alle Zukunftspläne nur an einen evtl. irgendwann auftauchenden Partner knüpfen - und an Ende klappt es auch nicht mit Nachwuchs.
Eigene Pläne und Ziele, und ggf. findet sich dann eine Lösung.
Gerade jetzt kann es Sinn machen, lieber eine Immobilie zu finanzieren, als Miete zu zahlen.

Außerdem, je verkrampfter man sucht, desto weniger klappt es. Es macht immer Sinn, ein eigenes Leben zu planen, mit persönlichen Zielen.

Nun, hier bei der FS ist es ein Dilemma - und jetzt müssen beide schauen, welche Kompromisse denkbar sind.
Gibt es keinen Weg, bleibt nur die Trennung.

Und am Rand, gebunden sind beide durch die berufliche Situation, und sie auch durch das soziale Umfeld.

Ich hätte, auch ohne die Bindung durch mein Haus, hier die Gegend nicht verlassen wollen - ich mag die Gegend, den Ort, habe Sozialkontakte, die mir wichtig sind.
Ich habe für mich inzwischen genug Ortswechsel hinter mir - immer wieder neu anzufangen, neuen Freundeskreis aufzubauen ist nicht einfach.

Das Haus steht sogar bei unseren Plänen ggf. zur Disposition.

W, 51
 
  • #21
Da sieht man mal, wie unterschiedlich Distanzen wahrgenommen werden. Ich bin ländlich aufgewachsen und in unserer Region war es für die meisten ganz normal, täglich 20 - 40 Km zur Arbeit zu pendeln. Einige sind sogar 80 Km in die nächste Großstadt (ich glaube, @frei hat mal gesagt, dass sie dort wohnt 🤭) gefahren, wobei die Infrastruktur ziemlich gut war, sodass man relativ gut und verhältnismäßig schnell dorthin kam.


Ich habe familiär viel mitgemacht und möchte meiner Familie zur Seite stehen, daher wäre ich gerne in der Nähe meiner Familie.
Ich wüsste gerne, wie das konkret in der Praxis aussieht. Heißt das, deine Familie und du besucht euch täglich? Wöchentlich fände ich jetzt nicht unbedingt schwierig umzusetzen, dafür sind 80 Km doch wirklich keine Strecke.
Ein größeres Hindernis wäre wohl die Eigentumswohnung falls du sie noch abbezahlst. Hast du mal durchgerechnet, wie sich deine Kosten verändern würden, wenn du sie vermietest und woanders selbst auf Miete wohnst?


Die Kernfrage ist: Ist eure Beziehung so schön, dass sie das auf- bzw. überwiegen kann – sodass sich eurer beider Leben unterm Strich trotzdem verbessert?
Ich glaube, das ist es, was ihr für euch überlegen müsst. Wie "die ganz große Liebe" wirkt es bei euch irgendwie nicht, dazu seid ihr beide schon bei diesem verhältnismäßig kleinen Problem viel zu starr und viel zu sehr in eurer Komfortzone gefangen. Es gibt Menschen, die für die Liebe weit größere Hürden überwunden haben, die kulturelle Grenzen gesprengt und sogar Kontinente gewechselt haben.

Ansonsten könnt ihr eure derzeitige Wohnsituation vorerst so lassen und einfach mal schauen, wo sich das Ganze hin entwickelt. Vielleicht arrangiert ihr euch damit, eben nicht klassisch zusammen zu wohnen, oder es ergibt sich doch bei einem von euch noch eine andere berufliche Möglichkeit.

W, 34
 
  • #22
Man kann nicht alle Zukunftspläne nur an einen evtl. irgendwann auftauchenden Partner knüpfen - und an Ende klappt es auch nicht mit Nachwuchs.
Eigene Pläne und Ziele, und ggf. findet sich dann eine Lösung.
Gerade jetzt kann es Sinn machen, lieber eine Immobilie zu finanzieren, als Miete zu zahlen.
Sehe ich auch so. Ich finde es bei einer Frau wenig attraktiv, wenn sie mit 30 nicht wirklich im Leben steht, sondern "wartet". Aus meiner Sicht richtet man sein Leben so ein, wie man selbst es für sich haben möchte und reagiert dann flexibel, wenn sich die Lebensumstände ändern. Wenn ich im Extremfall bei den Eltern wohnen bleibe und keine Ausbildung mache, weil ich ja sowieso irgendwann heirate und der Mann sich dann kümmert, dann ist das ganze Leben nur auf "Plan A" ausgerichtet und lässt auch wenig Änderungen zu.
Die Frage ist auch, als was man eine Immobilie betrachtet. Ist es einfach ein Haufen Steine, von dem man sich ggf. auch trennen oder lösen kann, wenn es Sinn macht, oder macht es wirklich "immobil"?

Eigentlich funktioniert auch Partnersuche so nicht. Wer sich dazu vorher keine Gedanken macht, sucht und findet den Partner dann 80 km weg und steht damit vor den Problemen, die die FS gerade hat. Es ist in Ordnung, wenn man sich um die Familie kümmern möchte. Aber dann muss man eben die Beziehung danach ausrichten.