• #1

Fernbeziehung - verlange ich zuviel ?

Hallo,

mein Freund und ich sind bald 5 Jahre zusammen. In der Anfangszeit hat er immer davon gesprochen, dass er hierher zieht ( wir wohnen rund 100 km auseinander ) . Letztes Jahr fing er dann damit irgendwann an zu sagen, er weiß nicht wie es weitergeht. Anfang des Jahres kam dann keine Antwort / Reaktion von ihm mehr auf meine Frage, wie es mit uns weitergeht, einfach Schweigen. Ich habe ihm damals gesagt er solle sich mal drüber Gedanken machen. Dann habe ich das Thema monatelang nicht mehr aufgenommen. Nun ( ca. 4 / 5 Monate später ) habe ich ihn wieder gefragt wie er sich die Zukunft vorstellt. Wieder keine Antworten nur Schweigen im Walde, kein Satz zu dem Thema. Ich weiß überhaupt nicht woran ich bei ihm bin.

Er ist selbstständig als Installateur und würde auch hier Arbeit finden ( und bei einer Strecke könnte man es ja auch so machen, dass er trotzdem noch seine Kunden dort betreut ). Ich werde den Betrieb von meinen Eltern übernehmen. Nun bin ich 36 Jahre, und will eigentlich mehr als eine Wochenendbeziehung, will auch vielleicht noch ein Kind und gegen Heiraten hätte ich auch nichts. Ist es wirklich zuviel verlangt, nach 5 Jahren mal zu einem Entschluss zu kommen, wie man sich die Zukunft vorstellt ??
 
  • #2
Na, meiner hat wenigstens gesagt, dass er in seinem Dorf angewachsen ist. Ähnliche Strecke, auch selbständig in einem Handwerksberuf.
Ganz ehrlich, ich sehe da keine Zukunft für euch.
Du hast das Thema offenbar schon mehrfach angesprochen, und Schweigen als Reaktion ist jetzt nicht wirklich eine begeisterte Zustimmung zu deinen Plänen und Vorschlägen.
Du bist auch wirklich gerade in einer schlechten Position. Wenn du weiter nachbohrst, wird er das als "Druck ausüben" auffassen, und ist weg. Wenn du nichts tust, wird er dich weiter mit der Antwort hinhalten.
Für ihn ist ja offenbar alles bestens. Er ist sich deiner sicher, und muss ja keine Entscheidung treffen.
 
  • #3
st es wirklich zuviel verlangt, nach 5 Jahren mal zu einem Entschluss zu kommen, wie man sich die Zukunft vorstellt ??
Nein, ist es ganz sicher nicht. Du bist Standort gebunden. Wie ist seine Ausgangslage? Hat er auch Mitarbeiter, oder arbeitet er alleine. Im letzten Fall ist es illusorisch Kunden in 100km Entfernung zu betreuen.(Vielleicht Übergangsweise) Das ist nur rentabel, wenn die Firma größer ist.
Auf der anderen Seite, wird je nachdem, wo ihr lebt, ein guter Installatuer ,momentan wenig Schwierigkeiten haben, Aufträge zu bekommen. Aber klar, dazu braucht es Bereitschaft von seiner Seite aus. Denn wo ein Wille, da ein Weg!
Es bleibt Dir nur eines: Du solltest auf ein Gespräch beharren. Wenn er zu feige dazu ist, sich klar zu positionieren, dann weißt Du auch woran Du bist.
Denn wenn Du noch Kinder möchtest, dann läuft die Uhr....
 
  • #4
Nun bin ich 36 Jahre, und will eigentlich mehr als eine Wochenendbeziehung, will auch vielleicht noch ein Kind und gegen Heiraten hätte ich auch nichts. Ist es wirklich zuviel verlangt, nach 5 Jahren mal zu einem Entschluss zu kommen, wie man sich die Zukunft vorstellt ??
Nein, das ist nicht zuviel verlangt. Nach 5 Jahren und in Deinem Alter solltest Du entscheiden, was Du willst und nicht auf ihn warten. er kann oder will nicht - vermutlich wegen Deines Familienwunsches.

Warum kommst Du überhaupt auf die Idee, auf seine Entscheidung warten zu müssen, statt selber zu entscheiden? Du willst mal ein Unternehmen führen. Lässt Du da Kunden und Mitarbeiter entscheiden, was sie zu ihren Gunsten wollen oder entscheidest Du, was das Beste für das Unternehmen ist?
Da sollte so eine Minientscheidung für oder gegen einen entscheidungsunwilligen Mann eine Deiner leichtesten Übungen sein.
 
  • #5
Die Rahmendaten sind doch schon lange bekannt. Er ist am Ort A beruflich gebunden, Du am Ort B.

Warum willst Du daß er seine - selbst geschaffene - Existenz aufgibt und zu Dir zieht ? Warum gibst Du nicht den Betrieb Deiner Eltern auf ? Sowas kann man auch verkaufen.

Aber Du bist ihm nicht wichtig genug, damit er Opfer bringt und Du bist ihm nicht wichtig genug, damit Du Opfer bringst. Also sind die Aussichten für das Umsetzen *Deiner* Ziele (Ehe, Kinder) gering.
 
  • #7
Er hat dir non-verbal zu verstehen gegeben, dass er sich längst entscheiden hat und das schon vor 5 Jahren. Und zwar gegen alle Sachen: Zusammenziehen, umziehen, Heirat, Kinder.
Es liegt an dir, so weiter zu leben dem Frieden Willen oder den Schlussstrich zu ziehen. Er wird dir auch in 5 weiteren Jahren keine weitere Antwort geben. Aber es wird wahrscheinlich irgendwann großartig knallen bei euch, weil du um deine verlorene Zeit heulst und ihn dafür verantwortlich machst. Denn deine Zeit ist unwideruflich weg.
 
  • #8
Wäre es evtl möglich, dass ihr in einem Ort in der Mitte der Entfernung eine gemeinsame Wohnung mietet/ kauft? Dann würdet ihr beide exakt gleich viel "opfern", bzw investieren.
Vielleicht hat er die ganze Zeit zu dem Thema geschwiegen, weil ihm einfach nichts gescheites dazu eingefallen ist. Oder weil er sich partout nicht entscheiden kann.
 
  • #9
Mein Eindruck ist, dass sein Entschluss so Schritt für Schritt gefallen ist und eure Beziehung den Weg geht, den anscheinend alle FB gehen, wenn dieses Orte-Problem auftaucht. Es zieht sich noch ne Weile hin, so dass jeder genügend Zeit hat, sich langsam und ohne Schockmoment aus der Beziehung zu entfernen und dann ist man innerlich so weit, dass man ohne großen Schmerz auseinander gehen kann.
Er hat sich auch was aufgebaut und will nicht weg. (ich geh jetzt nicht davon aus, dass er ne andere Frau kennengelernt hat)
Du kriegst eine gute berufliche Chance und willst auch nicht weg. Ihr beide habt was in eurem Leben, das euch wichtig ist und das hättet ihr nicht, wenn ihr euren Wohnort verlasst.

Ist es wirklich zuviel verlangt, nach 5 Jahren mal zu einem Entschluss zu kommen, wie man sich die Zukunft vorstellt ??
Er hat ja die Arschkarte. Er muss zu Dir sagen "nein, ich komme nicht". Dann ist Schluss, wenn ich Dich mal dem Ton nach als entschlossene Person interpretiere. Oder er gibt sein geschaffenes Berufslebensfeld auf und fängt bei Null bei Dir an. Und weíl er das nicht wirklich will, wird alles, was nicht gleich viel besser ist als das, was er wehmütig zurücklässt, ein Problem sein.
Deine Parameter standen ja gleich fest: Du wirst Dich nicht bewegen. Vielleicht hat er gehofft...
 
  • #10
Hallo Melanie,

ich kann hier nur Lily321 zustimmen. Von so einem Menschen, den Du hier beschreibst, wirst Du keine Entscheidung für oder gegen etwas bekommen. Und meine Frage hinterher: Was willst Du mit so einem? Sorry, aber respektloser kann man nicht mit Menschen umgehen als sie zu ignorieren, so wie er es mit Dir macht! Das ist ja widerlich. Er könnte Dir genauso gut ins Gesicht schlagen, so viel Respekt hat dieser Mann vor Dir, das nimmt sich nichts. Auch wenn ich eigentlich keine psychologischen Begriffe mag, aber dieser Mensch begegnet Dir hochgradig passiv-aggressiv! Was ist das denn bitte, einen auf taubstumm machen?? Ist das ein kleiner verhaltensgestörter Bub oder ein erwachsener Mann? Ich hoffe, Du kommst nicht ernsthaft auf die Idee, Dich von "so was" (sorry, anders kann man das ja kaum umschreiben...) schwängern zu lassen... Die berufliche Konstellation wäre für mich das geringste Problem, aber ein Lebenspartner, der nicht mit mir spricht... ? NEVER! Schieß diesen gestörten Vogel in den Wind, ehrlich... Kann man einen Menschen, der einen so mies behandelt wirklich lieben?? Verstehe ich nicht... Lieben Gruß
 
  • #11
Hallo, liebe Melanie,
er schweigt auf Deine Frage, weil er keine Antwort geben kann. Jetzt geht es um das Eingemachte. Ich kenne diesen Zeitpunkt bei Fernbeziehungen sehr gut, zugrunde liegt eigentlich die Frage, ob man überhaupt! noch zusammen wohnen möchte. Ich hatte z.B. diesen Wunsch, er anfangs auch, dann war irgendwann einmal klar, dass er seine Stadt nicht verlassen kann bzw. eigentlich will. Dann ging ich auf Wohnungssuche in seiner Stadt und - es kam der Knall! Absolute Panik bei ihm! War gut so, denn es stellte sich raus, dass er das Zusammenziehen ad acta gelegt hatte und es so schön fand, wie es war.
Versuche doch, die Grundeinstellung bei ihm zu klären. Frag ihn nicht so allgemein: wie stellst Du Dir das vor? Sondern frage ihn, ob er es gut fände, wenn Du zu ihm ziehen würdest. Wenn er freudig reagiert, könnt Ihr die Umsetzung besprechen, ob nicht doch die Mitte gut wäre und Beide ein Stück aufeinander zugehen.
Ich habe den Verdacht, dass er gar nicht mehr will. Und das würde ich erstmal an Deiner Stelle klären. Einer muss sich jetzt bewegen, sonst hängt ihr noch in Jahren darin rum.
 
  • #12
Hallo Melanie
Es hört sich nicht so an, wie wenn eure Kommunikation funktionieren würde. Er scheint mir der grosse Schweiger zu sein, speziell bei brenzligen Fragen, vielleicht auch wenn es um die Gefühle geht. So gesehen, scheint ihr beide nicht gut zusammen zu passen. Also würde ich grosse Skepsis haben, ob du mit so einem Mann Kinder haben wolltest/solltest. Es wirkt so, als ob ihr noch gewohnheitsmässig eine Beziehung führt. Auf der anderen Seite ist es natürlich ein No-Go, zu so zentralen direkten Fragen über Monate einfach nichts zu sagen. Daher würde ich nochmals ein Gespräch mit ihm führen, jedoch nicht mit der Pistole auf der Brust, ob er jetzt zu dir zieht. Sondern eher allgemein auf der Gefühlsschiene, wie er zu dir steht, ob er sich unabhängig vom Wohnort nicht auch wünschen würde, dass ihr heiratet und zusammenzieht. Seine Reaktion darauf wird dir ganz bestimmt zeigen, wie es weiter geht. Und den Spruch, von wegen, er müsse es sich überlegen, zieht nicht mehr, denn er hatte monatelang Zeit dazu. Also wenn im Gespräch nicht überzeugend rüberkommt, dass er dich liebt und er nun die Fernbeziehung zugunsten einem gemeinsamen Haushalt ändern möchte, dann kannst du die Beziehung guten Gewissens beenden. Alles andere würde dir nur grosse Probleme eintragen.
 
  • #13
Nicht jeder betrachtet es als sein Lebensziel, zu heiraten und Kinder zu bekommen. Selbiges gilt für das Thema der gemeinsamen Wohnung. Vielleicht gehört er auch zu diesen Personen und ihm gefällt die aktuelle Situation, so wie sie ist.
 
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