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Gast

  • #1

Fernbeziehung ab wann zusammen ziehen?

Wir beide mitte 50 führen eine Fernbeziehung.über 300 km, seit einem dreiviertel Jahr. Natürlich kommt jetzt auch das Thema: zusammenziehen. Ich kann beruflich von meinem Heimatort nicht weg, außerdem wohnt auch noch mein Vater mit im Haus. Bei meinem Partner ginge es berufl. evtl. aber er müßte sein Haus dann aufgeben, vermieten möchte er es nicht. Das macht mir alles ein bisschen Sorge, was ist wenn es nicht klappt, dann hat er wegen mir alles aufgegeben. Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Wie lange sollte man zusammen sein bevor man zusammen zieht?
 
  • #2
Ein Haus aufzugeben, ohne zu wissen, ob das Zusammenwohnen klappen wird, ist gar nicht empfehlenswert, man könnte schon sagen töricht. Das soll er auf keinen Fall amchen. Notfalls einfach mal ein halbes Jahr leerstehen lassen, meistens findet sich so schnell sowieso kein Käufer und man hat noch den Weg zurück offen.

Zweitens erscheint es mir extrem ungünstig, dass Du noch mit Deinem Vater zusammenwohnst. Bei einem Mann mit seiner Mutter würden alle aufschreien... mir ist es in beiden Richtungen unverständlich. Wie wollt Ihr so endlich mal nur ein Pärchen sein und machen was ihr wollt im Haus? Wie soll sich ein Mann in einem fremden Haus zuhause fühlen, wenn dann auch noch der Vater dort wohnt? Sorry, das ist einfach eine absurde Situation, die man niemandem empfehlen kann.

Wenn schon, dann sucht Euch eine neue, gemeinsame Bleibe, die Euch beiden gefällt und die sich für beide wie das eigene, gemeinsame Zuhause anfühlt.

Die Entscheidung für oder gegen Zusammenziehen sollte auf jeden Fall (!) erst dann erfolgen, wenn die Partnerschaft die Differenzierungsphase überstanden hat. Während der Verliebtheits- und Differenzierungsphase ist der absolut falsche Moment für solche weitreichenden Entscheidungen. Ein Dreivierteljahr erscheint in diesem Kontext eher knapp. Macht mehrmals längere Urlaub zusammen, stellt Euch Euren Freundeskreisen detailliert vor und versucht, möglichst viele Facetten des anderen zu ergründen.

Lies mal diesen Thread zum Thema:

http://www.elitepartner.de/forum/was-geschieht-in-der-sog-differenzierungsphase.html
 
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Gast

  • #3
Mein Mann und ich, wir sind vor 3 Jahren zusammengezogen; damals kannten wir uns noch keine 4 Monate. Ich hatte meine Wohnung gekündigt. Wir waren nicht zusammen verreist, jedenfalls nicht länger. Inzwischen sind wir verheiratet.

Ihr seid Mitte 50, dein Vater wohnt mir dir zusammen im Haus. Er ist vermutlich nicht mehr der Jüngste, wenn ich dein Alter bedenke. Wohnt er im Haus oder in derselben Wohnung wie du? Führt ihr einen gemeinsamen Haushalt? Kennen und verstehen dein Vater und dein Partner sich?

Der Rat, sich eine gemeinsame neue Bleibe zu suchen, ohne deinen Vater, dem dann nur noch das Seniorenheim bliebe, ist extrem kalt und herzlos. Da kriege ich eine Gänsehaut. Lebst du gerne mit deinem Vater zusammen und er mit dir? Wie ist euer Verhältnis zueinander? Es will sich mir nicht erschließen, was daran absurd sein soll, wenn jemand in deinem Alter mit einem betagten Elternteil unter einem Dach wohnt. Das ist eigentlich das Normale und alles andere als absurd, außer im Mittel- und Nordeuropa des 21. Jahrhunderts. Du verdienst allen Respekt für deinen Einsatz für deinen Vater. Obendrein beweist du Fürsorglichkeit und Verantwortungsbewusstsein mit deinem Verhalten. Ein so liebevolles Verhalten spricht sehr für dich als Partnerin, als Lebensgefährtin.

Das einzige aus meiner Sicht Richtige an Frederikas Rat: Dein Partner sollte, falls er zu dir zieht, sein Haus nicht voreilig veräußern, sondern erstmal ein halbes Jahr abwarten. Auch um zu sehen, wie es mit euch Dreien klappt, mit ihm, mit dir und mit deinem Vater.
 
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Gast

  • #4
Ich würde auch empfehlen, er soll sein Haus eine Weile leerstehen lassen. Zusammenziehen auf Probe sozusagen. Dann kann er immernoch endgültig entscheiden. Bei dir bleiben oder zurück.

Was Du für ihn und letztlich auch für dich selbst tun kannst, ist einzig, sei ganz offen und ehrlich zu dir selbst und ihm gegenüber, was deine Gefühle und Bedürfnisse anbetrifft. Dann hast Du dir, falls es nicht gutgeht, nichts, aber auch rein Garnichts, vorzuwerfen. Das bedeutet auch, während dieser Probezeit nichts hinunterzuschlucken oder übermäßig Rücksicht zu nehmen. Nur so könnt ihr herausfinden, ob es wirklich auch länger Bestand haben kann.

"Wenn es nicht klappt, dann hat er für mich alles aufgegeben"

Dessen wird er sich bewusst sein, er ist sicher auch keine 18 mehr. Sollte er sich nach reiflicher Überlegung (nach einer Weile Zusammenleben auf Probe) dazu entscheiden, sein Haus zu verkaufen, dann ist es seine Entscheidung. Er muss dann auch mit allen Konsequenzen dafür einstehen und das wird ihm auch klar sein.

w39
 
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Gast

  • #5
Es ist gruselig, wie schnell hier ein Mensch (lt. 1) beiseitegeschoben wird. Da braucht man sich über die zunehmende soziale Kälte in der Gesellschaft nicht mehr wundern.
(Persönlich würde ich auch bei einem Mann mit seiner alten Mutter nicht 'aufschreien' - wenn ich meinen Partner liebe, gehören auch seine Eltern mit dazu)


Fragestellerin, in einem Haus, wo auch Dein Vater sein 'Reich' hat, läßt es sich prima mit einem Partner leben. Jemand, der zuvor seine alten Eltern abschieben würde, wäre für mich menschlich und als Partner ein absolutes no-go.

Eine Schwierigkeit bleibt immer noch - selbst wenn Dein Partner sein Haus erst einmal leer stehen läßt und zu Dir zieht, müßte er einen neuen Arbeitsplatz finden und seinen alten kündigen .... Habt Ihr da schon Eure Fühler ausgestreckt?
Sollte es mit Euch beiden nicht klappen, würde er bei Dir in der Gegend bleiben wollen - denn mit einem erneuten Umzug müßte dann wieder eine neue Arbeitsstelle gesucht werden..?

Viel Glück für Euch!
 
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Gast

  • #6
Stimme #4 voll zu! Es ist gruselig, wie schnell hier ein Mensch (lt. 1) beiseitegeschoben wird. Da braucht man sich über die zunehmende soziale Kälte in der Gesellschaft nicht mehr wundern.
(Persönlich würde ich auch bei einem Mann mit seiner alten Mutter nicht 'aufschreien' - wenn ich meinen Partner liebe, gehören auch seine Eltern mit dazu)


Fragestellerin, in einem Haus, wo auch Dein Vater sein 'Reich' hat, läßt es sich prima mit einem Partner leben. Jemand, der zuvor seine alten Eltern abschieben würde, wäre für mich menschlich und als Partner ein absolutes no-go.

Liebe ist nunmal keine Kopfsache, sondern hat vielmehr mit Bauchgefühl (innere Stimme) zu tun!

Nach 6 Monaten Fernbeziehung ca. 600 km ein Weg bin ich ohne zögern und ohne irgendwelche komischen Gedanken und unnötigen Ängste zu meiner Liebsten mit 2 Kinder in ihr Haus gezogen, ihre Eltern lebten auch noch in diesem Haus.
Habe mein Haus verkauft, alles aufgegeben und neu gestartet, würde das sofort wieder machen. Wir sind jetzt schon über 3 Jahre glücklich zusammen. Wer nur Bedenken im Kopf hat und 1000 Fragen hat, der soll es bitte nicht tun! m53
 
  • #7
Lieber FS
ich habe mich naturgemäss auch sehr mit dieser Frage befasst. Ich denke ein dreivierteljahr ist für eine solche Entscheidung doch etwas zu kurz. KAnn es aber verstehen wenn man diese Fahrerei nicht mehr möchte und wenn man sich schon sehr sicher ist.

Wir haben das für uns so entschieden: derjenige der einen Ortswechsel (incl. Arbeitsstellenwechsel) machen würde (wer das sein wird ist noch nicht klar) würde auf jeden Fall noch einige Zeit die Immobilie behalten. Einfach auch für das Gute Gefühl und natürlich ist es auch eine gute Altersvorsorge. Vermieten ist natürlich auch erst sinnvoll wenn z.B. die Probezeit beim neuen AG bestanden wurde.

Nur noch ein Wort zu Deinem Vater: Was für ein Blödsinn! Abschieben.... das ist nur ein Todschlagargument. Da würde ja jeder der seine Eltern verlässt um sein eigenes Leben zu leben seine Eltern "abschieben". Ich halte es für ungut wenn man auf Dauer bei seinen Eltern wohnt. Selbst wenns ein gutes Verhältnis ist, man kann eben doch kein wirklich eigenes Leben Leben. Die meisten Eltern verstehen das ganz gut und wollen das gar nicht. Der Schuh dreht sich um, Eltern die Ihre Kinder nicht loslassen wollen find ich gruselig.

Liebe #5 Würdest Du dann auch die Vollzeit-Pflegestelle für die Eltern Deines LG übernehmen? Unentgeltlich natürlich. Oder würdest Du das dann doch lieber einem Profi übergeben um Dein Leben auch leben zu können?
 
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Gast

  • #8
Menschen verlieben sich und haben dann die "rosa Brille" auf.
Die Verliebtseinsphase dauert so in etwa 6-12 Monate.
Bei einer Fernbeziehung dauert aber diese Phase länger, da man sich seltener sieht.
Also würde ich noch warten, auch wenn es schwer fällt.
Ich kenne ein glückliches Paar, die machen das schon seit 10 Jahren so.
w/43