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Gast

  • #1

Familenplanung trotz Fernbeziehung?

Hallo!

Was denkt ihr darüber?

Mein Freund u ich leben aus beruflichen und privaten Gründen (noch) in verschiedenen Städten und sind vorerst daran gebunden bzw. hätte jeder momentan Nachteile, wenn er seinen Ort aufgeben würde, ich z.B. bin durch den öffentl. Dienst nicht ganz so flexibel versetzbar, er findet nicht ohne weiteres in meiner Nähe eine adäquate Stelle. Wir sind beide Mitte 30 und möchten auch zusammenbleiben. Wir wünschen uns zusammen Kinder, am liebsten zwei. Die Frage ist nun, beginnt man jetzt damit, das umzusetzen, trotz der räumlichen Trennung und Wochenendbeziehung? Man wird ja nicht jünger und irgendwann läuft die Uhr. Oder wartet man noch? Oder sollte doch einer nachgeben und zum anderen ziehen, auch auf Kosten des Jobs etc.?
 
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Gast

  • #2
Ich, w24, finde das irgendwie leichtsinnig. Wie könnt ihr in einer Beziehung, die komplett alltags-unerprobt ist, an Kinder denken? Sucht eine Möglichkeit zusammenzuziehen, lebt das 1-2 Jahre und dann könnt ihr immernoch eine Familie gründen. Alles andere finde ich persönlich komplett hirnrissig.
 
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Gast

  • #3
Niemals!
Erstmal eine Weile das Zusammenwohnen testen, dann an Familiengründung denken.
Ja, da wird wohl einer von euch einen Kompromiss eingehen müssen.
Falls keiner dazu bereit ist, dann lasst es lieber.
 
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Gast

  • #4
Ich meine, man sollte mind. ein Jahr das Zusammenleben geprobt haben bevor man sich auf das Abentheuer Familie einlässt.

w30 verheiratet, ein Kind
 
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Gast

  • #5
Die richtige Frage lautet: Ist es ok für dich alleinerziehend zu sein?

2 Menschen, 2 Jobs, 2 Wohnsitze in 2 Städten, und dein Partner besucht dich und eure Kinder nur am WE. In deinem Job wirst du die nächsten Jahre pausieren müssen, und Unterstützung vom Mann kannst du weder während der Schwangerschaft, noch bei der Erziehung, und auch nicht im Alltag erwarten.

Wenn du damit gut leben kannst, ist alles bestens.

m
 
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Gast

  • #6
Du musst Dir die Fragen stellen,
- ob Du ein Familienleben willst und dafür einer beruflich was riskieren muss,
- ob Du quasi alleinerziehend leben willst mit Fernbeziehung (wird eine kostspielige Angelegenheit)
- ob Du auf familienfreundlichere Bedingungen wartest und riskierst, dass es mit der Schwangerschaft nichts mehr wird. Jünger werdet Ihr nicht und revidieren lässt sich diese Entscheidung dann irgendwann nicht mehr. das kann eine sehr traurige Angelegenheit werden, für den Rest Deines Lebens.
 
  • #7
Ich habe das Modell Fernbeziehung mit 4 gemeinsamen Kindern 16 Jahre von 18 verheirateten gelebt, da mein Ex im Ausland arbeiten wollte, wir uns dort aber nicht wohlfühlten. Gescheitert ist unsere Ehe nicht an der Entfernung, sondern aufgrund unterschiedlicher Werte, Neigungen und Lebensziele.
Wenn ihr mit der Entfernung klarkommt - im verliebten Modus war das für meinen Ex und mich immer körperlich-emotional hart, aber das ist es ja schon, bevor Kinder da sind- und Du selbstständig genug bist, den Alltag mit Kindern allein zu organisieren, spricht aus meiner Sicht nichts dagegen.
 
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Gast

  • #8
Wer auf ideale Bedingungen wartet, wartet meist ein Leben lang. Mit Mitte 30 habt ihr keine Zeit zu verlieren. Mein Mann und ich haben auch eine Fernbeziehung gehabt und geheiratet, obwohl wir vorher noch nie zusammen gelebt hatten. Ich war auch Mitte 30. Kurz darauf wurde ich schwanger. Ich habe meine Wohnung aufgegeben und bin zu ihm gezogen für das Jahr Elternzeit. Währenddessen hat mein Mann einen Job in meiner Stadt gefunden und ist vor mir dorthin gezogen, ich kam dann mit der Kleinen nach. Einfach war es nicht, aber es hat sich gelohnt.

Ich kenne übrigens gleich zwei weitere Pärchen bei denen es ähnlich war wie bei uns. Es gibt eben, gerade unter Akademikern, viele Fernehen. Es erfordert viel Planung und Flexibilität, aber man bekommt das hin! Starre Regeln, wie "erstmal mindestens ein Jahr ohne Kind zusammen leben" sind in meinen Augen völliger Unsinn und schaffen nur Probleme wo keine sein müssten. Künstliche Regeln bringen keinen weiter. Mein weiss doch, ob es passt oder nicht, wenn man lange genug zusammen ist. Eine Fernbeziehung ist nicht einfach und so gesehen auch ein "Härtetest". Mein Mann und ich haben jedenfalls durch das Zusammenwohnen - noch dazu auf einmal mit Kind - keine bösen Überraschungen erlebt. Dass er Frühaufsteher und sehr ordentlich ist, während ich eher lange schlafe und auch mal fünfe grade sein lasse, das wussten wir schon vorher. Gab auch keine Probleme. Man muss sich auch mal was trauen und sich darauf verlassen, dass sich beide zusammenreißen werden und das gemeinsam möglich machen. Dieses ewige Testen und Prüfen und "mal schauen" in Beziehungen, das bringt doch nix! Entweder hopp oder topp und dann eben an der Beziehung arbeiten. Ich würde auf gar keinen Fall warten, bis ihr noch älter seid. DAS kann nämlich dann zu echten Problemen führen, wenn es nicht mehr klappt... Viel Glück, sowas ist kein Problem sondern eine Herausforderung, die man meistern kann. w 40
 
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Gast

  • #9
Das sind doch alles Fragen, die ihr nur euch selbst beantworten könnt. Ich staune immer wieder, dass Menschen gewillt sind, die Lebensmodelle anderer zu übernehmen, obwohl sie gar nicht wissen, ob diese Menschen ihnen selbst auch nur annähernd entsprechen. Aber gut, nachdem die FS das so möchte:
aus meiner Erfahrung heraus ist es absolut NICHT nötig, vor der Ehe überhaupt zusammen gelebt haben zu müssen. Ich habe geheiratet und wir hatten selbst bei der Eheschließung noch keine gemeinsame Wohnung (was die melderechtliche - Meldegesetz - Seite mit Haupt- und Nebenwohnung angeht, bekommt ihr Auskünfte bei eurer Meldebehörde). Unsere Ehe hat tatsächlich sogar 23 Jahre gehalten (ich kenne Ehen, da haben die Eheleute vorher sogar 7 Jahre so zusammen gelebt, dann geheiratet und sich nach zwei Ehejahren scheiden lassen).
Und Frau kann auch ganz gut in der Ehe und Zusammenleben verheiratet alleinerziehend mit zwei Kindern sein. Wie viele Väter gehen denn in ihrer Arbeit auf, um der Familie einen gewissen Standard zu bieten? Mehr als genug. Und da bleibt dann tatsächlich unter Woche auch keine Zeit für die Kinder. Also auch egal, ob man zusammen wohnt oder nicht.
Aber vielleicht solltet ihr beide mal eine Grundsatzdiskussion über das Thema Familie führen, denn offensichtlich ist bei euch keiner bereit, Zugeständnisse zu machen - oder wie ist die Aussage von wegen "hätte jeder davon dann Nachteile (gemeint ist wohl der Ortswechsel)..." zu verstehen?
Stichwort öffentlicher Dienst: das ist selbst von einem Bundesland in das andere möglich (spreche hier aus eigener Erfahrung). Tja und "nicht so ohne weiteres" - willkommen im Leben: manches ist eben mit einer gewissen Anstrengung verbunden. Nur wer hier schon nicht die Anstrengung bringen will sollte ernsthaft überlegen, ob er überhaupt in der Lage ist, die "Anstrengung Familie" zu meistern.
Viel Spaß beim Nachdenken - und handeln müsst ihr schon selbst, das wird euch wohl keiner abnehmen (können und wollen).
w/46