• #1

Eure Gedanken über die Rolle des Berufs während der Partnersuche?

Hallo liebe Foristen!
Mich beschäftigt die folgende Fragestellung: Welche Rolle spielt eigentlich der Beruf in der Partnerschaft und insbesondere deren Anbahnung?
Ich bemerke beim Querlesen der vielen Beiträge hier, aber auch bei meinen persönlichen (Dating)-Kontakten, dass der Beruf stets sehr schnell Thema wird. Oft noch bevor es um, aus meiner Sicht, wichtigere Details, wie persönliche Stärken, Schwächen und Ansichten, unmittelbar zur Person geht. Mir drängt sich da der Gedanke auf, dass der potentielle Partner anhand seines Berufs, einem Gütesiegel gleichkommend, schnell und ohne Aufwand eingeschätzt werden soll. Das liegt mir quer im Magen. Zumindest empfinde ich es als problematisch den Beruf als repräsentativ für Eigenschaften der Person zu betrachten, die für mich in einer Partnerschaft tatsächlich eine Rolle spielen. Eine gewisse Aussagekraft, die ich vor allem bei sozialen und handwerklichen Berufen sehe, ist sicherlich vorhanden. Trotzdem interessiert mich daran eher das „Warum“ als das „Was“, so empfände ich es als deutlich spannender den Beruf erst später im Laufe der Anbahnung zu erfahren. Ähnlich verhält es sich mit Hobbys. Wenn ich nach den tieferen Beweggründen frage, weichen die Frauen mit denen ich spreche schnell aus. Nun ist es aber auch so, dass das Profil ohne griffige Jobbezeichnung und Verschleierung des Status’ spürbar weniger Interesse weckt. Daher spielt das im Allgemeinen, wenig überraschend, doch eine gewichtige Rolle. Habe nur ich damit ein Problem? Mich interessieren nun eure Ansichten dazu: Ist euch der Beruf des Gegenübers beim Kennenlernen wichtig? Warum? Hatte die Art des Berufs direkte zwischenmenschliche Auswirkungen auf eure bisherigen Beziehungen?
 
  • #2
Zumindest empfinde ich es als problematisch den Beruf als repräsentativ für Eigenschaften der Person zu betrachten, die für mich in einer Partnerschaft tatsächlich eine Rolle spielen.

Der Beruf sagt viel über einen Menschen aus. Welche Laufbahn er hinter sich, was seine mutmaßlich prägenden Alltagserfahrungen sind, seinen sozio-ökonomischen Status. Das sind schon zentrale Informationen beim Kennenlernen. Von daher ist es nicht verwunderlich, wenn zügig die Frage danach aufkommt.

In der Wahrnehmung der Franzosen ist der Beruf derart eng mit dem Leben, der Lebensprägung verknüpft, dass die Frage danach wie folgt lautet:

Qu'est-ce que tu fais dans la vie?
(Was machst du im Leben?)
 
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  • #3
Ich denke, da hat jeder so seine Erfahrungen, auch wenn es ein nicht wirklich aussagekräftiges Klischee ist.

Natürlich kann der Beruf etwas über die Zeiten der Arbeit (z. B. Schichtdienst) oder über die Bildung aussagen, aber ich finde es schwierig, das zu pauschalisieren. In der Tendenz sind Naturwissenschaftler und Sozialwissenschaftler vermutlich verschieden, aber eben nur in der Tendenz...
 
  • #4
Mir drängt sich da der Gedanke auf, dass der potentielle Partner anhand seines Berufs, einem Gütesiegel gleichkommend, schnell und ohne Aufwand eingeschätzt werden soll. Das liegt mir quer im Magen.
Das ist so, nach dem Motto, zeige mir deine Freunde und sage mir, was du machst und ich sage dir, wer du bist!
Frauen interessieren sich weitaus mehr für den Beruf (EK - Einschätzung vorab!) des Mannes als umgekehrt, mich interessiert ausschließlich die rationale und emotionale Persönlichkeit (Charakter!) im Gesamtpaket!
Zumindest empfinde ich es als problematisch den Beruf als repräsentativ für Eigenschaften der Person zu betrachten, die für mich in einer Partnerschaft tatsächlich eine Rolle spielen.
Guter Tipp: lass dich doch auf solche Frauen gar nicht drauf ein, sie selektieren sich somit selbst, das ist gut so!
Trotzdem interessiert mich daran eher das „Warum“ als das „Was“, so empfände ich es als deutlich spannender den Beruf erst später im Laufe der Anbahnung zu erfahren.
Die allermeisten Frauen wollen das gleich zu Beginn wissen, um dich gleich zu Beginn entsprechend einzuschätzen!
Wenn ich nach den tieferen Beweggründen frage, weichen die Frauen mit denen ich spreche schnell aus. Nun ist es aber auch so, dass das Profil ohne griffige Jobbezeichnung und Verschleierung des Status’ spürbar weniger Interesse weckt. Daher spielt das im Allgemeinen, wenig überraschend, doch eine gewichtige Rolle.
Lass dich doch auf solche Themen nicht darauf ein!
Habe nur ich damit ein Problem? Mich interessieren nun eure Ansichten dazu: Ist euch der Beruf des Gegenübers beim Kennenlernen wichtig? Warum? Hatte die Art des Berufs direkte zwischenmenschliche Auswirkungen auf eure bisherigen Beziehungen?
Das nützt dir gar nichts, was die Leute dir sagen, es geht einzig um dich!
 
  • #5
Der Beruf sagt nichts aus über den Charakter. Und ist auch kein Gütesignal. Auch Treueverhaltnisse sind nicht repräsentativ für den Charakter. Die sind sogar äußerst unwichtig. Was zählt ist die Sympathie beim Kennenlernen.

Ich gehöre auch zu der Fraktion, die es interessanter findet den Beruf erst später zu erfahren.

Den enizigen Fall den es gibt, bei dem man den Beruf schon weiß ist, wenn beide beim gleichen Arbeitgeber arbeiten.
 
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  • #6
Mich interessieren nun eure Ansichten dazu: Ist euch der Beruf des Gegenübers beim Kennenlernen wichtig? Warum? Hatte die Art des Berufs direkte zwischenmenschliche Auswirkungen auf eure bisherigen Beziehungen?
Für mich ist die Frage nach Beruf und Hobbies einerseits eine Einstiegsfrage - oberflächlich. Aber vielleicht erfährt man da ja dann Gemeinsamkeiten, die zu einem interessantem Gespräch führen...
Desweiteren, man ist nun man den Grossteil des Tages im Job, daher ist das ein elementarer Teil von uns selbst.
Und last but not least, @Andreas1965 hats ja bereits so schön gesagt, gibt es mir natürlich gewisse Informationen über Bildungsstand und Lebenslauf, finanziellen Stand usw.
Natürlich kann man die Menschen nicht über einen Kamm scheren, aber ich habe eben schon gemerkt, dass ähnliche Ausbildungs- und Berufswege doch zu mir passen.
Leider, zB auch schon einige Beispiele gehabt mit Männern, die zB nicht studiert haben, und sich dadurch minderwertig fühlten, tausend Ausreden erfanden warum nicht (was mir egal ist) oder im schlimmsten Fall “stichelten”.
 
  • #7
Schon alleine der Unterschied, ob man einen Beruf oder einen Job hat kann bezeichnend sein.

Arzt wird kaum jemand, der kein Interesse an diesem Beruf hat. Dazu dauert das Studium zu lange. Handwerker mit nur Daumen - geht auch nicht. Börsenmakler ohne Interesse für Börsengeschäfte . Bibliothekar, aber keine Bücher mögen ?

Der Beruf als Teil der Person und in Bezug auf ihre Persönlichkeit gesehen - eine erste Einschätzung wird durch das Wissen um den Beruf durchaus unterstützt. Natürlich nur bis zu einem bestimmten Alter - Pensionär sagt nicht mehr wirklich viel aus.

Insofern - irgendwo musst du mit dem Kennenlernen beginnen - es gibt auch andere Kriterien, aber der Beruf ist immerhin das, was du einige Stunden pro Tag machst.
 
  • #8
Zumindest empfinde ich es als problematisch den Beruf als repräsentativ für Eigenschaften der Person zu betrachten, die für mich in einer Partnerschaft tatsächlich eine Rolle spielen.
Ich finde das überhaupt nicht problematisch. Ich habe alle Eigenschaften, die man bei einem IT-Nerd vermutet und oh Wunder, ich war IT-Nerd.
Mein Mann hat alle Eigenschaften, die man idealerweise bei einem Arzt vermutet - wen wundert es, dass er sich für den Arztberuf entschieden hat.

Problematisch finde ich, wenn man in einem Beruf verharrt, den man nicht mag und für den man die benötigten Eigenschaften nicht hat. Und genau das sagt doch sehr viel über die persönlichen und auch partnerschaftsrelevante Eigenschaften aus: unflexibel, risikoscheu, unreflektiert ....

Ich habe einen Berufswechsel hinter mir: von der Geisteswissenschaftlerin zur Informatikerin. Als Geisteswissenschaftlerin hätte ich gut an der Uni arbeiten könne, wäre dafür sehr geeignet gewesen. Da waren aber alle Jobs schon von den Ex-68er an den vielen neu gegründeten Unis besetzt.

Mir bleiben nur Arbeitsplätze im direkten Menschenkontakt und dafür bin ich persönlich nicht geeignet. Ich habe es noch nichtmal schlecht gemacht (Top Arbeitszeugnisse), aber es war nciht meins.

aus meiner Sicht, wichtigere Details, wie persönliche Stärken, Schwächen und Ansichten, unmittelbar zur Person geht.
Mein Berufsweg zeigt alles das für den, der es versteht.

Hatte die Art des Berufs direkte zwischenmenschliche Auswirkungen auf eure bisherigen Beziehungen?
Selbstverständlich. Es geht ja nicht nur um den Beruf, sondern auch um die berufliche Laufbahn.
Mein Exmann stand mit Anfang 30 da, wo für ihn bereits mit 16 (Ausbildung) absehbar war, dass er da mal stehen wird und so war er auch in yeinen Eigenschaften - entwicklunsunfähig/-willig.

Ich habe in der gleichen Lebenszeit einen ganz anderen Weg zurückgelegt, 2 Studiengänge abgeschlossen (2. Studium parallel zum Vollzeitjob), mehrere Wohnortwechsel über 100te km, mehrere AG-Wechsel um mich sukzesssive beruflich zu verbessern.

Frauen interessieren sich weitaus mehr für den Beruf (EK - Einschätzung vorab!) des Mannes als umgekehrt
Ach hör doch auf mit dem ewig gleichen Sermon. Sei Dir sicher, Männer sind keinen Deut anders, wenn sie aufhören mit den Eiern zu denken und den Kopf benutzen (müssen).

Guck mal nach den Kriterien der Männer, wenn sie eine Plünderungsscheidung hinter sich haben und von etwas mehr leben wollen als vom Selbstbehalt. dann soll die beruflich erfolgreiche Frau her, die ihm die Komfortzone finanziert und an den Vater-WE die Kinder auf ihre Kosten bespasst, damit er endlich mal Freizeit hat.
 
  • #9
Der Beruf ist genauso wichtig wie das Erscheinungsbild. Der Beruf, den ein Mensch ausübt, sagt viel über ihn aus. Ist er/sie beamtet und hat gerne ein vorausplanbares, sicheres Leben, ist er sie selbständig und lebt völlig eigenverantwortlich, Künstler, Ingenieurin, Arzt oder Managerin? Das ist wichtig, auch im Zusammenleben. Lebenskünstler, Frugalist, Privatier, ob männlich oder weiblich. Du siehst, nur ein hübsches Lächeln reicht nicht. Der Beruf sagt viel über den Menschen aus.
 
  • #10
Für mich hat der Beruf des (neuen) Partners immer eine Rolle gespielt: schließlich verbringt er fast seine halbe Lebenszeit in diesem - und das prägt, egal wie man es dreht oder wendet.

Schließlich will ich mit meinem künftigen Partner nicht nur schönen, liebevollen Sex haben oder neben ihm stumm durch die Landschaft pilgern, ich möchte, dass wir darüber hinaus anregende Gespräche führen, gemeinsam Kultur genießen, einen Freundeskreis mit ähnlichen Interessen finden und befriedigende Zeit miteinander verbringen.

Ich habe sehr früh herausgefunden, dass mich mit Geisteswissenschaftlern mehr verbindet, als mit Menschen, die technisch ausgerichtet sind. Das ist weder eine Aufwertung noch eine Abwertung in eine der beiden Richtungen. Aber ein Geisteswissenschaftler wird auch mit mir mehr anfangen können als z.B. ein ITler.

Und das zählt (für mich).
 
  • #11
Wenn ich Dich kennenlernen will, dann interessiert mich, wer Du bist, wofür Du brennst, was Du machst. Beruflich, Freizeit, Hobbys.
Ob Du einen Freundeskreis hast, Familie...

Das ist Dein Leben, und macht Dich aus.

Mir persönlich war aber der reale Beruf eher nebensächlich, relevant war, ist für mich - finden wir genug Zeit für einander.

Mein jetziger Partner hat einen Beruf, der hier sicher kontrovers diskutiert werden würde.
Mir völlig egal.

W, 51
 
  • #12
Hallo @Stoiker ,
erstmal muss man ja ins Gespräch kommen und da ist Beruf und Arbeit ein gutes Thema. Nicht zu persönlich und man kann auch einiges abschätzen. Man erfährt dann ob sie mit ihrer Arbeit zufrieden ist oder nicht. Das spielt häufig mit der allgemeinen Lebenszufrieden zusammen.
Ich möchte nicht sofort über Politik sprechen. Auch nicht über meine Ängste und Sorgen. Erstmal etwas small-talk ist doch okay.
Ist euch der Beruf des Gegenübers beim Kennenlernen wichtig? Warum?
Bedingt, also mit einer Investment-Bänkerin hätte ich wohl nur wenige Gemeinsamkeiten. Künstlerin wäre auch schwierig - habe da schlecht Erfahrungen gemacht. Wenn der soziale Status einer Frau allzu hoch über mir ist - Richterin, Professorin weiss ich gleich, dass es sehr wahrscheinlich nichts wird - von ihrer Seite aus. Also warum sollte ich mich da bemühen.
Hatte die Art des Berufs direkte zwischenmenschliche Auswirkungen auf eure bisherigen Beziehungen?
Ich war mal mit einer Gärtnerin zusammen, die hatte oft schmutzige Hände. Zur Zeit flirte ich gerne mal mit einer Fischverkäuferin (Selbstständig - Wochenmarkt). Da habe ich mich schon gefragt ob sie nach dem Duschen noch riecht, bzw. ob ich mich an den Geruch gewöhnen kann. Mit der Frau vom Blumenstand kann ich nicht so gut flieten.

Okay, dass waren nun Beispiele aus meiner Lebenswelt und aus dem realen Leben. Vielleicht hilft es dir trotzdem. Guckmal aus deinem Elfenbeinturm heraus. Ich habe kurz in deinen anderen thread reingelesen. Flirte doch einfach mal mit der Verkäuferin in deiner Biobäckerei. Es muss nicht immer online-dating sein.
 
  • #13
Daher spielt das im Allgemeinen, wenig überraschend, doch eine gewichtige Rolle. Habe nur ich damit ein Problem?
Nein, mir ging es genauso. Aus verschiedenen Gründen. Erstens weil bei bekannten Berufen, fast sichtbar beim Gegenüber die Schublade auf und zu ging..
Dann weil ein längeres Gespräch über den Beruf des Mannes und mir folgte. Für die meisten ist der Beruf eben auch nicht das lustigste und entspannendste Thema. Dann wundern sich ernsthaft beide! nach dem Date (indem schön bewerbungsmäßig, Vitae, Lebenslauf abgefragt wurde..) warum das Date so öde war.
Meine Empfehlung. Erstes Date: Spaß haben. Wenn viel gelacht wurde ist eine Basis da.
dass der potentielle Partner anhand seines Berufs, einem Gütesiegel
Naja gewisse Rückschlüsse gibt es schon. Auf Gehalt, auf Ehrgeiz, auf Elternhaus ( bzw Unterstützung von der Seite). Finde allerdings auch, dass ohne das der Beruf vertaten wird, im Gespräch genug über den anderen zu erfahren ist.
Ist euch der Beruf des Gegenübers beim Kennenlernen wichtig?
Irgendwann dann schon. Immerhin ist der potentielle Partner da viele Stunden gebunden. Und wichtige Frage: bringt der Beruf Frust oder Freude fürs Gegenüber
Hatte die Art des Berufs direkte zwischenmenschliche Auswirkungen auf eure bisherigen Beziehungen?
Ja klar. Die Arbeitszeiten sowieso, dann Dienstreisen (Innland/ Ausland). Partner hat vertrauliche Details in der Arbeit. Ist kaputt und fertig, darf nichts erzählen.
 
  • #14
Definiere doch einfach für Dich, welche Eigenschaften DIR in einer Partnerschaft wichtig sind und alles wird gut, unabhängig von dem beruflichen Status, wenn Dir das nicht wichtig ist. Ich habe schon häufiger gehört, dass Männern der berufliche Erfolg/Ansehen der Frau nicht wichtig sei und dafür andere Skills in den Vordergrund rücken würden😂Lustigerweise sind es dann gerade ganz oft die Männer, die sich darüber beschweren, dass „Frauen“ (natürlich in der Verallgemeinerung) ganz häufig dem Beruf des Mannes (er muss natürlich erfolgreich sein), einen hohen Stellenwert einräumen ... Ja, was denn nun? Äh, sorry, da beißt sich die Katze doch in den Schwanz, oder? Keine Ahnung, wie man das Offensichtliche nicht sehen möchte (kann).
Für mich ist Beruf Berufung. Ich könnte niemals mit jemandem zusammensein, der einfach nur arbeitet für das Einkommen. Dafür bin ich selbst viel zu involviert in meinem Beruf. Die Wahl des Berufes und „Qu‘est-ce que tu fais dans ta vie“ ist für mich viel zu wichtig, um sie nicht ganz schnell und zügig abzuklären, wenn ich etwas Ernsthaftes suche.
Ich habe Respekt vor Menschen, die für etwas brennen, das ist aber unabhängig von der monetären Situation. Nichtsdestotrotz sollte ein erwachsener Mensch in der Lage sein, sich zu ernähren. Ich wäre auch heute nicht mehr bereit, Abstriche an meinem Lebensumfeld zu machen und da wird dann die Luft auch eher dünner ... vielleicht hast Du eben mit solchen Frauen die Erfahrungen machen dürfen, die sich nicht monetär schlechter stellen möchten, weil sie viel geleistet haben in ihrem Leben. Ich persönlich finde es mehr als legitim, den beruflichen Kontext abzuklären.
 
  • #15
Mir ist der Beruf egal, Hauptsache er hat einen und kann damit sein Leben inkl. Urlaub (kein Luxus) bestreiten. Ferne und nähere Länder zu bereisen ist mir wichtig.
Handwerker waren immer fleißig und sehr solide. Ein CEO einer renomierten Firma (auch öffentl. bekannt) eröffnete mir nach dem 2. Treffen, dass er kein Single sondern Witwer sei. Seine Frau sei vor 2 Monaten (!) verstorben. Er habe sie aber sowieso betrogen und sie seien nicht mehr richtig zusammen gewesen.....
Ich recherchierte im Internet und es stimmte (bei seinem Namen erschien ihre Todesanzeige in der Suche jedoch nicht).
Mein Fazit: Lieber ein solider Beruf als iwelche CEOs oder Privatiers! :)
 
  • #16
Ganz praktisches Beispiel - ich traf mal einen Mann, der dann länger über seine Arbeit redete.
Nicht Beruf, sondern Arbeit.
Mies, schlecht bezahlt, doofer Chef, blöde Kollegen, dumme Kunden, alles Sch... , man kann aber nichts ändern.

Wunderst Du Dich, dass das Date nicht lange war und es keine Wiederholung gab?

Ich habe wenig Respekt bei Menschen, die sich über alles beschweren, rum lamentieren, aber dann nichts ändern.
Ein Job mag nicht prickelnd sein, oft genug ist es Broterwerb, das ist ok. Aber dann braucht man es nicht groß thematisieren und sich beklagen. Und dass alles Sch... ist? Dass alle im Umfeld Sch... sind?

W, 51
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #17
Der Beruf ist genauso wichtig wie das Erscheinungsbild. Der Beruf, den ein Mensch ausübt, sagt viel über ihn aus. Ist er/sie beamtet und hat gerne ein vorausplanbares, sicheres Leben, ist er sie selbständig und lebt völlig eigenverantwortlich, Künstler, Ingenieurin, Arzt oder Managerin? Das ist wichtig, auch im Zusammenleben. Lebenskünstler, Frugalist, Privatier, ob männlich oder weiblich. Du siehst, nur ein hübsches Lächeln reicht nicht. Der Beruf sagt viel über den Menschen aus.
Ja. So sehe ich das auch.

Für Frauen, die eine Familie gründen möchten, ist es wichtig zu wissen, ob er die Familie auch ernähren kann. Ob sie nach der Elternzeit direkt wieder VZ arbeiten muss usw.
 
  • #18
😂😂👍 @Vikky, genau das meinte ich. Du hast es absolut treffend auf den Punkt gebracht. Die Fähigkeit, etwas zu ändern, wenn man merkt, dass eine Stagnation eintritt, sagt natürlich viel über einen Menschen aus. Das ist großartig und zollt Respekt.
Die Art und Weise, wie im Rahmen einer Trennung umgegangen wird, wenn „die Eier“ nicht mehr im Spiel sind, ist bekannt😉
 
  • #19
Ja. So sehe ich das auch.

Für Frauen, die eine Familie gründen möchten, ist es wichtig zu wissen, ob er die Familie auch ernähren kann. Ob sie nach der Elternzeit direkt wieder VZ arbeiten muss usw.
So hab ich nun wirklich nicht gemeint. Wirklich nicht. Ich würde mich als Mann 2021 komplett veräppelt vorkommen. Man kann sich die Elternzeit prima teilen. Sogar mein Schornsteinfeger war in Elternzeit. Und die Ingenieure in der Firma meines Mannes auch.
 
  • #20
Hi,

also mir fällt gerade kein Beruf ein, dem ich bezüglich der Partnerwahl in irgend einer Weise ablehnend gegenüber stehen würde, bei einem Mann. Außer Call-Boy evtl.
Es gibt natürlich Berufe, die mehr mein Interesse an der Tätigkeit wecken, als andere.
Aber wichtig ist doch eher das ganze Auftreten der Person.
Mir liegt aber auch Statusdenken fern. Das war nie meine Denkweise. Ich definiere mich selbst auch nicht über den Beruf meines Partners.
Viel nerviger ist es doch, wenn ein Mann ständig über die Arbeit redet. Sich geradezu daran festklammert und man merkt, dass er sich sonst nicht viel mit anderen Dingen beschäftigt.
 
  • #21
Mir wäre der Beruf auch völlig unwichtig. Das einzige womit ich Probleme hätte wenn man völlig unterschiedliche Arbeitszeiten hätte und man kaum was voneinander hat.
 
  • #22
Ich unterhalte mich mit allen Menschen, die ich kenne, über ihre Tätigkeiten, einfach weil jeder was Spannendes dazu zu sagen hat. Ich könnte auch nach Hobbies fragen, aber alle haben einen aussagekräftigen Beruf, nicht alle jedoch aussagekräftige Hobbies (außer Lesen und Freunde treffen). Meinen Partner habe ich am Anfang stundenlang zu allen Details seines Berufsalltags ausgefragt und mir dann sogar eine Doku darüber angesehen, weil ich es so interessant fand. Wenn ich neue Leute kennenlerne, kommt sehr schnell die Frage, was man studiert (hat) und arbeitet. Eben weil es ein großer Bestandteil des Lebens ist. Meine eigene Tätigkeit sagt sehr viel über mich, meine Werte und Interessen aus, über mich als Persönlichkeit, und weil das, was ich mache, so unbekannt ist, muss ich es sowieso immer erklären.
Ich finde die Frage nach dem Beruf naheliegend. Man kann sich dann ein besseres Bild machen und hat gleich viele Anknüpfungspunkte und Gesprächsthemen.
w26
 
  • #23
Hm. Bei EP war es ja lange Zeit so, dass die Berufsbezeichnung der „Name“ der Person war. Ich fand das immer etwas befremdlich, eben als würde sich ein Mensch hauptsächlich durch seinen Beruf definieren. (Jetzt wurde das ja auf den Vornamen geändert, was wieder andere Tücken hat, aber na gut.)
Ich finde aber, es war ein bisschen wie mit den Fotos: es kommt nicht nur darauf an, wie der Mann aussieht, sondern auch darauf, was für Fotos er auswählt (Qualität, Hintergrund, Tätigkeit,...). Auch bei der Berufsbezeichnung hat man oft eine Wahl - man kann sich beispielsweise als „Informatiker“ bezeichnen oder als „Geschäftsführer“ - diese Wahl sagt schon etwas über den Menschen aus.

Ich denke auch, dass der Beruf Hinweise gibt - letztlich muss man aber immer den Menschen kennenlernen. Unwichtig finde ich ihn insofern nicht, als dass man damit in der Regel recht viel Zeit verbringt. Und ich finde es schon schön, wenn jemand seinen Job gerne macht und ihn nicht nur als notwendiges Übel sieht.

Bei meinen Kontaktaufnahmen ging es aber eigentlich zu Beginn so gut wie nie um den Job. Ich finde, für das Kennenlernen eines potentiellen Partners gibt es wichtigere Themen.

Wenn man dann weitergehend Kontakt hat, bekommt man natürlich auch etwas vom Beruf des anderen mit - weil der dann ja auch von seinem Tag erzählt, und da gehört das nun mal dazu.
w45
 
  • #24
Wow, @Leni12, ich kann es nicht glauben, dass Du das Geschriebene ernst meinst. Wie alt bist Du und wo wohnst Du? Ich bin wirklich immer wieder komplett außen vor, wenn ich so etwas lese ... „Ob er eine Familie auch ernähren kann...“, bist Du in den 50ern stehengeblieben?
 
  • #25
Bei einer Anbahnung und auch in der Beziehung spielt der Beruf (für mich) keine Rolle. Es wundert mich immer, dass beim Kennenlernen immer sofort nach dem Beruf gefragt wird und es stört mich. Werde ich gleich nach meinem Beruf gefragt, fühle ich mich unwohl beim Gegenüber.
 
  • #26
Bei einer Anbahnung und auch in der Beziehung spielt der Beruf (für mich) keine Rolle. Es wundert mich immer, dass beim Kennenlernen immer sofort nach dem Beruf gefragt wird und es stört mich. Werde ich gleich nach meinem Beruf gefragt, fühle ich mich unwohl beim Gegenüber.
Warum? Magst du deinen Beruf nicht, ist er nur Broterwerb? All das sind Dinge, die für das Gegenüber interessant sind. Das sagt viel über den Menschen aus.
 
  • #27
So hab ich nun wirklich nicht gemeint. Wirklich nicht. Ich würde mich als Mann 2021 komplett veräppelt vorkommen. Man kann sich die Elternzeit prima teilen. Sogar mein Schornsteinfeger war in Elternzeit. Und die Ingenieure in der Firma meines Mannes auch.
Danke. 😊

Nun, diesen Hintergedanken einer Frau bei dieser Frage sollte ein Mann schon kommen. So selten findet er sich nicht.
Frau will Kin(der), bleibt zuhause und danach ein modifiziertes Versorgermodell.
Im örtlichen Kindergarten sind es vor allem diese Mütter mit TZ, die ihr Kind trotzdem Vollzeit abliefern, ggf. mit Anwalt drohen.
Der Gedanke des Versorgermodells ist nicht ausgestorben.

Auch wenn es auf der anderen Seite immer mehr Paare gibt, die sich das Ganze teilen, beide berufstätig bleiben - mit Reduzierungen je nach dem, aber kann dann bei beiden sein, oder bei der Mutter oder beim Vater, oder wechselnd.

Vielleicht sollte auch ein junger Mann zunehmend darauf achten, was Frau für einen Beruf hat - ob sie ggf. die Familie tragen könnte? 😉😊
Ob sie zumindest unabhängig leben kann?

W, 51
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #28
Für mich ist der Beruf ein maßgebliches Selektionskriterium, da ich nur an intelligenten, gebildeten und ehrgeizigen Partnern aus gutem Hause interessiert bin.

Und eine solche Person ist eben nie nur Bilanzbuchhalter, sondern Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder Controller.

Menschen, die beruflich erfolglos sind, sind für mich einfach nicht sexy!
 
  • #29
...sofort nach dem Beruf gefragt wird und es stört mich. Werde ich gleich nach meinem Beruf gefragt, fühle ich mich unwohl beim Gegenüber.
Warum stört Dich das? Ist er Dir irgendwie peinlich?

Vielleicht sollte auch ein junger Mann zunehmend darauf achten, was Frau für einen Beruf hat - ob sie ggf. die Familie tragen könnte? 😉😊
Ob sie zumindest unabhängig leben kann?
Da sind wir natürlich bei einem Aspekt, den ich heute selbstverständlich finde. Viele Frauen sind in jungen Jahren besser gebildet als Männer, ich würde jedem Paar empfehlen, auf eine berufliche Tätigkeit zu achten, die grundsätzlich unabhängig voneinander macht und an der man Freude hat. Wenn eine Frau nicht ihren Beitrag zu einer Familie leisten kann, würde ich einem jungen Mann nicht empfehlen, mit ihr eine zu gründen, anders herum genauso. Warum auch? Wer Familie will, muss die Grundlage dafür schaffen. Beruflich genauso wie mit der Bereitschaft, sich in Haushalt und Kinderversorgung mit einzubringen. Man kann das natürlich nach wie vor konservativ aufteilen, aber dann muss man eben die Folgen tragen. Und ich bin schon lange dafür, mit der Steuererklärung auch die Rente auszugleichen, damit das nicht im Nebel bleibt.

Ich muss meinen Beitrag von oben daher insofern ergänzen, als der Beruf an sich zwar weniger eine Rolle spielt, aber auch da natürlich wieder eine gewisse Augenhöhe notwendig ist, was Bildung und berufliche Tätigkeit anbelangt. Das mehr als früher, weil das mit der Gleichstellung sonst nicht funktioniert. Dafür hat der Beruf natürlich eine Aussagekraft, er liefert Anhaltspunkte für den Status.

Was mir auch gerade auffällt: berufliche Tätigkeit und Freizeit vermischen sich durch Homeoffice. Ich denke, das wird zum Teil bleiben und auch das spielt natürlich für die Lebensgestaltung eine Rolle.

Ich habe auch die generelle „Akademisierung“ nicht bedacht und gerade in Gesundheitsberufen gibt es da gerade eine Welle. Ich warte darauf, dass wir irgendwann promovierte Krankenpflegehelferin bekommen. Der reine Bachelor ist keine Akademisierung mehr. Der Master im Handwerk ist etwas anderes als der von der Uni. Auch dafür spielt der Beruf eine Rolle. Wenn alle “Akademiker“ sind, ist irgendwie keiner mehr Akademiker.

Insgesamt können Bildung, Freude an der Tätigkeit und Verdienst dadurch natürlich schon Kriterien sein, an denen man sich orientiert und ich würde das auch tun.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #30
Mir drängt sich da der Gedanke auf, dass der potentielle Partner anhand seines Berufs, einem Gütesiegel gleichkommend, schnell und ohne Aufwand eingeschätzt werden soll.
Das nennt sich soziale Homogamie.
Es ist Fakt das Partnerschaften überzufällig auch Menschen mit ähnlichem Bildungsabschluss bestehen (gibt in der Soziologie einiges an Forschung dazu).
Beziehungen basieren demnach auf harten Fakten wie Bildungsabschluss, gemeinsame Religion und im Weiteren auf gemeinsamen Immobilien.

Arzt wird kaum jemand, der kein Interesse an diesem Beruf hat. Dazu dauert das Studium zu lange. Handwerker mit nur Daumen - geht auch nicht. Börsenmakler ohne Interesse für Börsengeschäfte . Bibliothekar, aber keine Bücher mögen ?
In Deutschland ist der Beruf auch Berufung und ist daher ein zentraler Aspekt des Selbst.
(Hat sich im Zuge der Industrialisierung so ausgebildet und ist durch die protestantische Ethik gestärkt worden)
 
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