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Gast

  • #1

Es war doch alles gut! ???

Hallo Ihr Lieben,
Mit meinem Partner war ich 19 Monate zusammen - gestern habe ich die Beziehung beendet. Mein Partner und ich führten eine sehr gute Beziehung. Wir konnten über alles reden, gingen offen miteinander um, akzeptierten den Anderen so wie er war und hatten wirklich sehr guten Sex. Es mangelte uns an nichts. So glaubte ich zumindest. Wir tauschten ständig SMS aus und telefonierten bestimmt 3 - 5 mal täglich. Es war eine ganz besondere Nähe zwischen uns. Wir konnten uns nichts vormachen - spürten beim anderen ganz kleine Veränderungen. Wir hatten uns häufig über unsere Vorstellungen einer Beziehung ausgetauscht. Waren beide gebrannte Kinder. Er seit 5 Jahren getrennt und geschieden und ich nach 13 Jahren Beziehung.Wir wollten die Fehler der Vergangenheit nicht mehr machen und immer offen und ehrlich sein. Wenn etwas nicht stimmte, wollten wir es sofort ansprechen, um dieses Schweigen in der Partnerschaft zu vermeiden.
Bis vor 4 Wochen war also alles super. Er kam dann von einem Workshop wieder und berichtete mir, dass er eine Frau getroffen habe, mit der ich sich irgendwie "seelenverwandt" fühle. Aha, dachte ich - ich neige nicht zur Eifersucht, aber dieses Wort "seelenverwandt" machte mich unruhig. Es hat den touch eines "Rosamunde Pilcher" Romans. Nach dem Motto: und plötzlich stand sie vor mir, ich konnte nichts machen. Habe keine Verantwortung für mein Handeln, denn es wird ja irgendwie von oben gelenkt. Es war ihm wichtig, mir das mitzuteilen, weil er ehrlich zu mir sein wollte. Nun ja. Es habe aber nichts mit uns zu tun. Ich solle ihm vertrauen. Nach anfänglichen Unbehagen tat ich das aber tatsächlich wieder. Ich vertraute ihm. Denn warum sollte er zu einer anderen Frau gehen? Wir hatten doch eine super Beziehung. Sie ist 37 Jahre, glücklich verheiratet (lebt seit 15 Jahren in dieser Beziehung) und möchte Kinder. Er ist 51, hat bereits einen erwachsenen Sohn und muss alle 3 Monate zur Krebsuntersuchung, weil man bei ihm vor einem Jahr Blasenkrebs diagnostiziert hatte (was damals für mich sehr schwer war und mich an meine Verlustängste herangebracht hatte). Also... wie sollte das zusammen passen. Zumal wir uns damals lange über das Thema "Einmischen in die Ehe" und "Beziehung niemals einfach aufgeben" unterhalten haben. Rational (und irgendwie auch emotional) sprach also nichts für diese Beziehung. Lange Rede kurzer Sinn: Er begab sich - mit dem Vorwand "es sei ja nur eine Seelenverwandschaft" - immer tiefer in diese Beziehung hinein. Ich war mittlerweile völlig aus dem Fokus gefallen, so dass ich mir das nicht länger antun wollte und gestern den Schlußstrich gezogen habe.
Die Frage: Wie kann einem soetwas passieren, wenn man doch glücklich in seiner Beziehung ist, schwirrt mir immerzu im Kopf herum. Ich kann es einfach nicht verstehen. Finde das Verhalten - von Beiden - ganz verantwortungslos. Jetzt bin ich verletzt. Die nächste Verletzung ist absehbar. Das wird der Mann sein, der irgendwann bestimmt etwas bemerken sollte.
 
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  • #2
Die nächste Verletzung ist absehbar. Das wird der Mann sein, der irgendwann bestimmt etwas bemerken sollte.
Das verstehe ich jetzt nicht. Du hattest das Pech, auf jemanden zu treffen, der nicht treu sein kann, ja und? Damit ist die "ganz besondere Nähe" doch Geschichte?! Hüte Dich davor, diese Erfahrung auf den nächsten Mann in Deinem Leben zu projizieren, er kann nichts dafür.
 
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  • #3
Das verstehe ich jetzt nicht. Du hattest das Pech, auf jemanden zu treffen, der nicht treu sein kann, ja und? Damit ist die "ganz besondere Nähe" doch Geschichte?! Hüte Dich davor, diese Erfahrung auf den nächsten Mann in Deinem Leben zu projizieren, er kann nichts dafür.
Ich glaube die FS meinte den Mann der "Seelenverwandten" nicht ihren nächsten Freund.


@FS: ich habe mir die letzten 7 Monate selbst diese Frage gestellt und habe immer noch keine Antwort, deshalb mal danke für die Frage und ich hoffe auf gute und ehrliche Antworten.
 
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  • #4
entschuldige, da habe ich mich wohl falsch ausgedrückt. Ich meinte, dass der Ehemann dieser Frau ja bis dato noch nichts weiss und der ja auch bestimmt spürt, dass sich seine Frau irgendwie geändert hat. Mein (Ex-)Partner hatte es mir ja gleich gesagt, aber SIE hatte es /und hat es bis heute ihrem Mann noch nicht berichtet. Da ja mein Ex-Partner bis gestern noch behauptete, dass sie ausschliesslich eine geistige Verbindung pflegen. Daher sagt sie ihrem Mann wohl nichts davon ... und der müsste es doch längst bemerken.

Ich hoffe, das ist jetzt verständlicher :)

[Mod.= Bitte kennzeichnen Sie Ihre Beiträge deutlich als FS. Danke!]
 
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  • #5
3-5 mal am Tag telefonieren? Ups!
Ich bin eine Frau und wenn ein Mann das bei mir tun würde, wäre er eine Klette!
Bist du eine Klette und hast es nicht gemerkt?
 
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  • #6
Es gibt zwei Möglichkeiten:
a) Dein Partner kann nicht wirklich treu sein.
b) Er war nicht wirklich glücklich mit dir oder zumindest nicht so glücklich, dass er andere Frauen nicht mehr angeschaut hätte.

So etwas passiert, so traurig wie es nun mal ist. Du musst dir keine Vorwürfe machen. Es liegt nicht in deiner Hand - du hast alles für eure Partnerschaft getan, aber Dinge entwickeln sich nun mal oft in eine unvorhersehbare Richtugn.

Dir viel Kraft!
w
 
  • #7
Schon etwas rätselhaft!...

Möglich, dass er durch die Kombi "typisches Alter" sowie die sicher sehr belastende Krebs-Diagnose, die nicht selten unerwartete Dinge mit einem macht, eine Art Anfall von midlife crisis bekommen hat.
In dem Falle neigen Menschen mitunter dazu, "noch mal alles mit zu nehmen", was sich so bietet... und das hier vielleicht für den Moment wirklich reizvoll und attraktiv erschien.

Falls Du ihn wieder haben möchtest, was anhand Deiner Schilderung ja nicht ganz fern liegt, hast Du jedenfalls alles richtig gemacht - Beziehungsabbruch und hoffentlich Kontaktsperre.
Vielleicht tobt er sich aus und muss diesem "Anfall" nachgehen, bevor auch ihm wieder klar wird, was er verloren hat...

Dir alles Gute, das ist sicher sehr schmerzhaft für Dich!...
 
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  • #8
vielen lieben Dank für Eure Antworten.
#4: :) nein, wir waren beide keine Kletten. Hatten eben nur den Drang uns häufig auszutauschen. Da wir nicht zusammen gewohnt haben, fand ich das auch nicht ungewöhnlich.

Ja, Kontakt habe ich abgebrochen und ihm auch gesagt - nachdem er den Wunsch der Freundschaft geäussert hat - dass sich das alles im Laufe der Zeit zeigen wird.

Für mich ist das auf jeden Fall völlig rätselhaft, da er mir auch noch am Telefon versicherte - als ich die Beziehung dann beendet habe, weil seine Gedanken nur noch um diese Frau kreisten - dass ihm nichts gefehlt hat und er unsere Beziehung als absolut super empfunden hat.

Er sagte, er hoffe, er könne mir eines Tages die Antwort geben und wir Beide könnten dann drüber lachen. Naja ...

Für mich ist es schlimm, da es dieses "Fremdverlieben" wenn man in einer glücklichen Bezieung lebt in meiner Wahrnehmung in einer "reifen" Beziehung nicht gibt. Eine gefestigte Persönlichkeit sollte doch wissen, dass solche "himmelgegebenen" Gefühle eine Idealisierung der anderen Person darstellen und das dann meistens in einem Desaster endet. Von dem Leid, welches man anrichtet ganz zu schweigen. Und sein Spruch war stets: Sei dir immer der Konsequenzen Deines Handelns bewusst. Das habe ich jetzt komplett vermisst. Einfach rein ins Gefühl ... egal was daraus wird ... fühlt sich eben toll an ... das enttäuscht mich so sehr :-( Habe ich mich so in ihm getäuscht? Ich habe sogar gespürt, als er vom Workshop nach Hause kam und wir miteinander geschlafen haben, dass sich etwas in ihm verändert hatte. Eine Millisekunde war das. Es fühlte sich an, als ob es irgendwie intensiver war. Auch unser Gespräch am nächsten Tag (als er mir dann das mit dieser Seelenverwandten nahelegte) war von einer solchen Nähe geprägt. Es gibt keine Kongruenz zwischen meinem Gefühl und seinem jetzigen Verhalten ... und das macht mich kirre :-(
 
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  • #9
Welche Art von Workshop hat Dein Mann denn besucht? War es etwas Esoterisches oder Therapeutisches?
In der Esoterik ist der Begriff der "Seelenverwandtschaft" immer ein guter Deckmantel für unverantwortliches Ausbrechen aus einer eigentlich guten Beziehung. Jeder entdeckt dann plötzlich "sein wahres Ich" und stellt fest, dass er bisher nur auf "Sparflamme" gelebt und geliebt hat etc.

Ich hasse dieses Unwort "Seelenverwandtschaft" zutiefst, da es viele Partnerschaften verhindert oder gar zerstört. (Ich war 25 Jahre lang selbst in der esoterischen Szene unterwegs und weiß, wovon ich spreche).
Ich glaube, Du mußt Dir gar nichts vorwerfen. Möglicherweise hat die Krankheit Deines Mannes ihn geöffnet für allerhand esoterisches Denken. Bei mir war es damals ähnlich. Man denkt plötzlich über die eigene Endlichkeit nach, den Sinn des Lebens etc. Ich habe unzählige Workshops besucht, sehr nette Menschen kennengelernt, die jedes Husten eines Flohs als einen "Fingerzeig von oben" sahen. Völliger Quatsch natürlich, aber leider nicht harmlos, sondern im Endeffekt äußerst zerstörerisch.

Wenn es noch eine Chance gibt, ihn zurückzugewinnen, dann finde heraus, was er denkt. Sollte es esoterisches Blabla sein, dann kontere mit sachlichen Gegenargumenten, um ihn von diesem Irrweg (denn es ist ein Irrweg) zurückzuholen. Esoteriker = Egozentriker. Der Wahn der "Selbstfindung" zerstört bestehende Bindungen (bestes Beispiel: Dein Mann und seine verheiratete "Seelenverwandte") und führt früher oder später in die totale Sackgasse. w46
 
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  • #10
Ganz locker, c' est la vie, das Leben geht weiter: carpe diem! Du denkst zu viel über Motive nach, wobei das Motiv die Lebendigkeit des Lebens ist, und nicht die ratio legis. Wie wir ja alle wissen seit den Toten Hosen: Männer sind Schw...e! :)
 
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  • #11
Das klingt schon alles sehr merkwürdig.
Ich kenne eine ähnliche Geschichte, wo ein Mann plötzlich eine Seelneverwandschaft mit einer anderen Frau entdeckte udn auch sonst immer auffälliger wurde. Er war auch im Alter wir der Mann der FS.
Dort waren es die ersten Anzeichen einer Schizophrenie.
Wäre es "nur" ein gutartiger Gehirntumor oder eine Psychose gewesen, wäre es besser, so ist es für alle Beteiligten ganz schlimm.

Liebe FS, lass Dich dringend auch ärztlich beraten und versuche, deinen Mann zu (Vorsorge)Untersuchungen zu bewegen.
 
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  • #12
Manchmal ist die "Seelenverwandtschaft" auch einfach eine starke sexuelle Anziehung, die er zu dir vielleicht nicht gespürt hat, auch wenn (scheinbar) alles andere stimmte. Dann sei froh, dass es sich jetzt schon herausgestellt hat.
Ich verstehe allerdings deinen Schmerz. Tu dir viel Gutes, damit du ihn vergessen kannst.
 
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  • #13
Lass' ihm los, denn er will gehen, in die Intensität der neuen Beziehung. Diese hatte er bei Dir offensichtlich nicht. Vielleicht braucht er sie, um sich aufgrund der latenten Krankheitsbedrohung lebendig zu fühlen.
Seine Kalendersprüche der Vergangenheit, was man in Beziehungen tut oder nicht tut, sind passee. Die gelten jetzt nicht mehr, wo bei ihm der Blitz eingeschlagen hat.

Du verteufelst ihn und seine neue Beziehung und schwörst Leid herauf - alles Unfug. Mag' sein, dass es Leid gibt: für Dich und Ihren unwissenden Ehemann. Aber da ist auch ganz viel Glück ganz nahe: für ihn und seine "Seelenverwandtschaft".

Du kannst nur noch akzeptieren, dass ihm in der beziehung was gefehlt hat und das hat er jetzt bei einer anderen Frau gefunden. offensichtlich war es ihm so wichtig, dass er sogar das Risiko der Trennung eingegangen ist, obwohl die andere noch in einer Ehe lebt und für ihn nicht gewiss ist, ob sie jemals richtig zusammenkommen.
 
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  • #14
FS:
#12: Ja, ich sehe das auch zum größten Teil wie Du. Und natürlich konnte er nicht sagen, was ihm bei mir gefehlt hat, denn das hat er dann wohl erst durch die neue Frau erkannt. Schon bitter ... zumindest für mich.

Naja, wahrscheinlich war eben einfach der Zeitpunkt völlig falsch zu dem wir uns kennenlernten. Ich war nach 6 Monaten nach der Trennung meiner langjährigen Beziehung einfach noch viel zu sehr verstrickt. Da war es dann kein Wunder, dass ich gerade einen solchen Mann kennenlernen musste. Damals sagte mir schon eine "Stimme": lass die Finger von ihm. Er hat sich so bemüht ... da bin ich dann irgendwann schwach geworden und habe mich eingelassen. Ich tat mich schon sehr schwer mit seinem "Drogenkonsum" (50 Zigaretten und mind. ne Flasche Wein täglich... dass man damit irgendwann wahrscheinlich krank wird, hatte ich geahnt). In jungen Jahren hatte er härtere Drogen genommen und ist davon weg (ohne Therapie, wie er immer stolz sagte). Im Grunde hat er aber wohl nur die harten Sachen durch "weiche" substituiert. Wieso mein Herz trotzdem noch an ihm hängt ist mir schleierhaft :-(

naja, alles braucht eben seine Zeit ... und die werde ich mir wohl auch nehmen. Auch, wenn ich ihn an manchen Tagen vermisse :-(