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Gast

  • #1

Es gehören immer zwei dazu

Wie geht ihr mit diesem Spruch nach einer Trennung um, wenn ihr wisst, dass der Partner der Auslöser war. Sein Verhalten zur Trennung geführt hat?

Ich bin immer kurz davor den Leuten dann zu erzählen, wie mein Ex zu mir war. Aber eigentlich will ich ja auch keine schmutzige Wäsche waschen. Und ich weiß auch, dass die Leute ihn alle kennen.

>Mod. korrigiert<
 
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Gast

  • #2
Haha, ich weiß genau, was du meinst.
Nein, es hat keinen Zweck, jedem auf die Nase zu binden, dass er halt ein Scheusal, ein Egoist oder was auch immer ist, mit dem niemand es auf Dauer aushält. Jemand, der vor ihm kuscht und ihn kritiklos anhimmelt, hält es ja vielleicht auch aus, also würde das nicht mal stimmen.

Ich sage immer: Ich habe mich sehr bemüht, aber es ging einfach nicht mehr. Das muss reichen. Details kennen nur meine besten Freundinnen.
 
  • #3
Ist nur ein dummer Spruch um als gehender oder fremdgehender kein ganz so schlechtes Gewissen haben zu müssen.

Sicherlich trifft es auf einen Teil der Trennungen zu, aber mal ganz sicher nicht wenn sich zum Beispiel eine mishandelte Frau endlich befreit oder sich jemand trotz "guter Ehe" mit anderen vergnügt. Der Spruch "Es liegt nicht an Dir" stimmt eben oft.

Lass Dir einfach keinen Schuh anziehen der Dir nicht passt.
 
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Gast

  • #4
Liebe FS,

warum willst du Leuten immer erzählen, was wirklich los war? Was bringt es dir? Fragen die Leute so viel nach bei dir?

Musst du dich rechtfertigen? Fehlen dir gute Argumente, um solche Frage nicht zu viel und nicht zu wenig zu sagen?

w 49
 
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Gast

  • #5
Liebe FS,

ich verstehe was Du meinst! Ich vermute, Du bist "frisch" getrennt (worden)? Das tut weh!

Wer sowas in der noch frischen Trennungsphase zu Dir sagt ist entweder strohdumm oder hat kein Herz im Leib oder meint es nicht gut mit Dir. Pfeif drauf. Lass jetzt nur Dinge zu, Dir Dir möglichst gut tun. Alle(s ) andere(n) meiden!

Dieser Spruch "es gehören immer 2 dazu", der Dich momentan verletzt wird sich Dir erschließen, wenn genügend Distanz entstanden ist, Du in der Lage bist die Trennung zu akzeptieren, noch besser, eines Tages froh und dankbar zu sein, dass diese Beziehung vorbei ist. Verstehen wirst Du dann, dass Du ein Teil dieser Beziehung warst und vllt. hast Dinge mit Dir geschen lassen, die Dir nicht gut getan haben, die Dich nicht glücklich gemacht haben. Dein Anteil z.B. war, zu lange geblieben und nicht rechtzeitig gegangen zu sein.

Ist jetzt eine schwere und anstrengende Zeit für Dich. Aber das geht vorüber. Es kommen auch wieder bessere und leichtere Tage ... und bis dahin sorge gut für Dich selbst!

Liebe Grüße.
 
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Gast

  • #6
Dass immer zwei dazu gehörten, stimmt insofern, dass wenn einer etwas falsch macht, der andere automatisch dann auch prompt falsch reagiert. Ja, es gehören immer zwei dazu. Weil beide sich am Ende irgendwie falsch verhalten. Der eine läuft weg, reagiert falsch oder oder. Der andere tut dann nichts, ist auch überfordert, macht garantiert auch nicht das richtige. Irgendwie kommt irgendwann ein Punkt, an dem einfach vieles falsch läuft. Dann lieber Abstand und Zeit = Pause!
Ganz zurückziehen und möglichst nichts mehr tun (dann kann man nichts falsches tun). Zu gegebener Zeit (3 - 4 Monate) Kontakt aufnehmen und schauen, ob alles wirklich so schlimm war.
Nein, Du hast Wut. Mach also nichts, vieles sieht man später mit ganz anderen Augen und der schlimmste Streit erscheint viel harmloser. Im ersten Moment sind die Gemüter so erhitzt, alo mach bitte nichts. Schau wie Du es in ein paar Monaten siehst! Manchmal gibts gerade dann doch noch ein zurück ;-). Akzeptiere dass Ihr jetzt Abstand braucht - man sieht später vieles gelassener - vielleicht sieht ich er dann, was er alles falsch gemacht hat (und was er fuern Dummkopf war).
Es ist nicht gut, nach einer Trennung zu handeln. Erst mal Abstand! Man muss erst wieder klar denken können und das dauert. Oft ist dann das Problem gar nicht mehr so schlimm und man kann sich nun doch noch mal ganz vernünftig unterhalten (und vielleicht sogar wieder annähern)...
 
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Gast

  • #7
Die Aussage stimmt: es gibt einen, der was missliebiges tut und einen, der sich das ewig und 3 Tage bieten lässt, statt frühzeitig die Grenzen aufzuzeigen.
Das habe ich irgendwann sogar mal meiner Therapeutin sagen müssen, als sie sich über ein geschildetertes, sehr übergriffiges Verhalten meines damaligen "Noch"-Mannes äußerte. Mienen Eigenanteil habe ich früher erkannt, als die Therapeutin.

Erst wenn Du Dienen Anteil am Geschehen erkennst, kannst Du verhindern, dass Dir das wieder passiert und vor allen Dingen abschließen, mit der alten Beziehung. Wenn Du andere involvierst und Dich immer wieder in den ewig gleichen Schilderungen drehst, aktualisierst Du das stetig und bringst es nie zu Ende - schade um die wertvolle Lebenszeit. Schreib' in dem Nachbarthread "5 Dinge, die ich an ihm hasste" - das ist anonym und hilft ungemein, Klarheit und Abstand zu gewinnen.
 
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Gast

  • #8
Nirgends sonst ist mir dieser Umgang Außenstehender mit deviantem Verhalten ("es gehören immer zwei dazu") im Zwischenmenschlichen bekannt. Wie sich dieser Schwachsinn epidemisch ausbreiten konnte ist mir ein Rätsel.

M48
 
  • #9
Erst wenn Du Dienen Anteil am Geschehen erkennst, kannst Du verhindern, dass Dir das wieder passiert und vor allen Dingen abschließen, mit der alten Beziehung.
SO gesehen, und nur so gesehen ist der Spruch richtig. Aber nicht im Sinne wie er landläufig gebracht wird. Landläufig geht man ja davon aus dass wenn zum Beispiel jemand fremdgeht der Betrogene irgendwas "falsch" gemacht haben muss. Und das ist keineswegs immer der Fall.

In meinem Beispiel war mein Anteil daran einfach dass ich nicht erkannt hatte dass Sie mich eben nur mochte, aber nie wirklich liebte. Dass ich mich im laufe der Jahre zu sehr habe verbiegen lassen. Aber ich habe Sie nie schlecht behandelt, immer Wert geschätzt, nie bedrängt, nie einsame Entscheidungen getroffen, immer meinen Teil im Haushalt gemacht oder was man sonst noch gerne als Trennungsgrund anführt.

Diese Erkenntnisse sind in der Tat wichtig- einfach um nicht wieder dieselben Fehler nur mit einer anderen Frau zu machen.

Daher liebe FS- die Selbstreflektion hilft Dir, die Plattitüden des Umfelds nicht.
 
  • #10
Dieser Spruch ist schon wahr. Einer betrügt jahrelang, der andere macht das jahrelang mit. Das versuche ich gerade einer Freundin zu erklären, die über das Verhältnis ihres Mannes Bescheid weiß. Ich kann ihr Gejammer nicht mehr hören, sie soll die Konsequenzen ziehen. w51
 
  • #11
In meinem Beispiel war mein Anteil daran einfach dass ich nicht erkannt hatte dass Sie mich eben nur mochte, aber nie wirklich liebte. Dass ich mich im laufe der Jahre zu sehr habe verbiegen lassen. Aber ich habe Sie nie schlecht behandelt, immer Wert geschätzt, nie bedrängt, nie einsame Entscheidungen getroffen, immer meinen Teil im Haushalt gemacht oder was man sonst noch gerne als Trennungsgrund anführt. .
In dem Club war ich auch lange, viel zu lange (nicht fremdgegangen, nicht geliebt, keine für Mann verständlichen begründungen und verbiegen lassen, bis zur fast völligen Selbstaufgabe - nicht wieder) aber Entscheidungen habe ich durchaus selbst getroffen, treffen müssen, was ich auch aufgrund meiner Selbstständigkeit weiterhin tun werde. Und als ich den elfer (selbst aufgebaut) nach einem Jahr und ein bissi Spass mit Gewinn wieder verkaufte, verstummte auch da der Unmut.
 
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  • #12
Wenn dieser Satz bei Erwachsenen benutzt wird - und es ist bekannt, dass bspw. die Frau fremdgepoppt hat, dann dürfte jedem Erwachsenen klar sein, wer da was verschleiert. Wird dieser Satz aber zur Manipulation der Kinder genutzt, um das eigene Fehlverhalten (der Mutter) zu verschleiern und den Vater damit schlecht zu machen - ist das eine Frechheit und eine Lüge, die manipulative Auswirkungen, aber leider nicht als seelische Grausamkeit vor Gericht zur Anklage kommt.
 
  • #13
Ich würde auch bei der Trennungsgrund nicht konkret werden. Letztendlich ist es deine persönliche Entscheidung gewesen. Du brauchst weder Unterstützer, noch Rache.

Ich würde es bei etwas belassen wie: "Am Ende ist es mir klar geworden, dass er mich nicht geliebt hat.", "Ich habe mir viel Mühe gegeben, aber es ging einfach nicht mehr.", "Ich hatte keine Hoffnung mehr, dass es besser werden könnte." etc.
 
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Gast

  • #14
Dass zu einer Trennung immer "Zwei" gehören, versteht sich ja wohl aus der Sache heraus. Was aber bei einem solchen dummen und unreflektierten Spruch eigentlich gemeint ist: immer beide haben SCHULD am Versagen der Ehe/Beziehung!
Und dagegen würde ich mich wehren, denn es gibt durchaus Trennungssituationen, die ganz allein Schuld des einen o d e r des anderen sind!
Die einzige Situation, für die der Spruch wirklich passt, ist die Zeugung eines Kindes, dazu gehören wirklich immer ZWEI !
 
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Gast

  • #15
Gast #7 bringt es auf den Punkt: "Wie sich dieser Schwachsinn epidemisch ausbreiten konnte ist mir ein Rätsel."

Mir nicht. Es ist die Verabschiedung der Begriffe "Opfer" und "Täter". Was in Beziehungen gerne unterschlagen wird, ist die Tatsache, dass es sehr wohl Opfer und Täter gibt und neben zahlreichen Übergriffen, die von seiten des Täters geschehen können, das Opfer ebenso viele Gründe haben kann, ihn nicht zu verlassen. Vielleicht gibt es Kinder, vielleicht gibt es noch etwas wie Liebe oder Leidenschaft oder beides... jedenfalls gehört der Satz mit den Zweien in der Tat in die Tonne getreten.

Liebe FS, dein Schweigen schützt ihn. Ich bin der Meinung, du hast sehr wohl das Recht, deine vergangene Ehe ins rechte Licht zu rücken. Andererseits denke ich, du kämpfst von vornherein auf verlorenem Posten, wenn dein Ex beispielsweise gut gelitten ist oder die Fähigkeit besitzt, Leute zu manipulieren.

Manchmal ist es leichter, den Bekanntenkreis und den Wohnort zu wechseln als die Meinung der Leute.
 
  • #16
Niemals würde ich in so einem Fall umziehen, nur weil der oder die Ex herumrennt und blöde Sachen erzählt. Die Zeit wird es schon zeigen, dafür muss man sich nicht rechtfertigen.
Die Vernünftigen werden das erkennen und die Unvernünftigen sollen unvernünftig bleiben. Mit denen muss man sich ja nicht abgeben
Lass ihn doch die Leute manipulieren. Wer nicht vollkommen verblödet ist, wird das schon irgendwann merken. Ich gebe zu, die wenigsten machen sich diese Mühe oder sind so clever, solche Spielchen zu durchschauen, aber irgendwann wird sich das für die Vernünftigen auch herauskristallisiert haben.
 
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Gast

  • #17
Nach meiner Beobachtung ist der Spruch 100%ig wahr. Es geht auch keinen Dritten etwas an, warum es zur Trennung gekommen ist. Derjenige, der geht, kann sich mehr oder auch weniger als der Andere um die Beziehung bemüht haben oder mehr oder weniger "falsch" gemacht haben als der Andere. Das ist aber auch egal. Es wirkt ohnehin nicht souverän, über die Beziehung und die Fehler des Anderen zu sprechen, nur selbstgerecht oder verloren und bedürftig, Der lapidare Spruch, dass man in wichtigen Fragen zu unterschiedlich gedacht hat, reicht.
 
  • #18
Dieser Spruch = Titel dieses Thread = billige Ausrede.
Die meisten Trennungen haben m.E. nur Einen der Partner als Ursache.

Vor anderen Leuten muß man sich nicht rechtfertigen. Trennungen sind Privatsache.
Vor dessen Freunden schier aussichtslos - denn es sind ja (auch) seine Freunde.