• #1

Erwachsenes Kind als Partnerersatz? Ich fühle mich übergangen und fremd

Hallo liebe Leserinnen und Leser,

Ich bin 45, w, und seit 3 Jahren mit meinem Freund zusammen (49). Wir leben ca. 60 km voneinander getrennt. Er hat eine erwachsene Tochter (26, eigene Wohnung), ich habe 2 erwachsene Kinder und noch einen 11-jährigen Sohn , der bei mir lebt.
Im Grunde mein Traum Partner, liebevoll, kommunikativ, humorvoll, meine Kinder lieben ihn.
Seit geraumer Zeit versteht er leider mein Drängen nach mehr Privatsphäre und Zweisamkeit als Angriff gegen seine Tochter und dessen Freund. Die Vater-Tochter -Schwiegersohn- Beziehung ist sehr eng, für meinen Eindruck zu eng. Es wird mehrmals täglich per Handy geschrieben, auch telefoniert und am Wochenende müssen alle unbedingt beisammen sein. Gibt es Probleme mit meinem Partner, bespricht er sich mit Tochter und Schwiegersohn, Urlaub nur mit den beiden.
Wenn ich meinen Partner damit konfrontiere, dass mir das zu viel ist, ich gern auch mal mit ihm alleine Zeit verbringen möchte, deutet er das eher als Angriff, wirft sich schützend vor die beiden und meint, ich müsse das so akzeptieren. Ich finde dieses Verhältnis eher zu extrem. Da auch unsere privaten Probleme mit den beiden besprochen werden, fühle ich mehr und mehr an den Rand getrennt. Ich mag die beiden wirklich gern, aber ist Zeit mit den/dem Partner nicht legitim und existenziell für eine funktionierende Beziehung?
Durch den frühen Verlust seiner Frau und das alleinige Großziehen der Tochter hat sicher eine ganz besondere Beziehung geschaffen.
Wo liegt aber der Toleranzbereich? Sollte ein erwachsenes Kind seine freie Zeit nicht hin und wieder auch mit Gleichaltrigen verbringen?
Ich liebe meinen Partner sehr, habe jedoch vermehrt Probleme mit dieser Enge, die unserer Partnerschaft keine Luft zum atmen lässt.
Wie kann ich verfahren, was könnt ihr mir raten? Vielen Dank für eure Antworten.
 
  • #2
Übernimmt er damit wirklich seine Rolle als Vater? Denn die besteht eigentlich darin, der Tochter zu helfen unabhängig zu werden und ohne ihn zu Recht zu kommen! Man nennt das wohl auch asexuellen Inzest.
Die Tochter erleidet dann, da die Mutter nicht vorhanden war, ein Beziehungsdefizit, denn ihr erster natürlicher Impuls, die Bewegung hin zur Mutter, ist blockiert.
In der Folge sucht die Tochter dann meist beim Vater das, was ihr bei der Mutter fehlt.

Dadurch, dass die Mutter nicht da war, erfährt auch der Vater ein Beziehungsdefizit. Ihm fehlt die Frau, denn sie ist auch für ihn im tieferen Sinne nicht erreichbar. Diese Konstellation führt dann in vielen Fällen dazu, dass sich Tochter und Vater mit ihren unerfüllten Beziehungsbedürfnissen aufeinander beziehen und beieinander zu bekommen versuchen, was sie eigentlich in der Beziehung zur Mutter suchen.
 
  • #3
Durch den frühen Verlust seiner Frau und das alleinige Großziehen der Tochter hat sicher eine ganz besondere Beziehung geschaffen.
Wo liegt aber der Toleranzbereich? Sollte ein erwachsenes Kind seine freie Zeit nicht hin und wieder auch mit Gleichaltrigen verbringen?
Den Toleranzbereich legst Du fest. Psychologisch betrachtet kannst Du dazu von emotionaler Abhängigkeit bis hin zu emotionaler Erpressung oder zu negativem Vaterkomplex googeln.
Ich kenne das Problem leider von der anderen Seite, es ist schwierig, sich von solchen Eltern abzugrenzen, sicher wollen das manche "Kinder" auch nicht.
Du hast völlig Recht, wenn Du Abgrenzung einforderst. Der Schwiegersohn sollte das auch tun...
 
  • #4
Das ist auch mir so passiert.

Mein Ex hatte damals seine Ehe gefährdet , weil er einen Kurschatten hatte. Seine damalige Ehefrau hat sich trotz Kind getrennt.

Dieser Sohn, mittlerweile 40plus war damals ca. 10 Jahre alt.
Sein Vater hat immer noch deshalb ein schlechtes Gewissen. Und deshalb steht der Sohn, mittlerweile selbst Opa, immer noch an 1. Stelle.
Blut ist dicker als Wasser, Kinder werden immer am Wichtigsten bleiben. Das bekam ich zu hören.

Ich war über 20 Jahre mit ihm zusammen und wurde immer auf Distanz gehalten.
Ja, und dann gab es einen Mann für mich, der vernünftig mit seinen Kindern umgeht.
Ich habe auch erwachsene Kinder, die ich liebe. Aber sowas wie einen kinderfixierten Überpapa brauche ich nicht noch mal.
 
  • #5
Eine Partnerschaft sollte ein starkes WIR Gefühl beeinhalten, ein Team- oder Zusammengehörigkeitsgefühl, eine ganz besondere Stellung im Leben des anderen haben.
Was normal ist oder nicht, definieren nur die Betroffenen. Für deinen Freund, seine Tochter und deren Mann ist das so normal, wie sie es machen. Für dich ist es nicht normal. Du versuchst jetzt die "richtige" Lösung zu finden, die Gerechtigkeit, sozusagen. Die gibt es aber nicht, mit rechthaben wollen kommst du hier nicht weiter. Es gibt keine Wahrheit, nur individuelle Wahrnehmungen.
Jetzt liegen eure beiden Wahrheiten eben recht weit auseinander. Wenn Verhandlungen zu keinem Kompromiß führen, dann fällt mir dazu auch nix mehr ein.
Außer: mich würds auch unendlich nerven. Meine Theorie: er hat die Mutter verlassen und agiert aus schlechtem Gewissen der Tochter gegenüber. Loslassen, und das wäre seine eigentliche Aufgabe als Vater, ist anders.
 
  • #6
Ich finde, die Bindung an ihren Vater ist zwar eng, aber nicht unbedingt ungesund. Ich telefoniere auch täglich mit meinen Eltern, trotz eigener Wohnung und vielen Kilometern Distanz, und ich habe noch beide Elternteile. Und wenn ich unterwegs ein Plakat zu einem Konzert sehe, das den beiden gefallen könnte, schreibe ich ihnen auch untertags.
Die Tochter deines Freundes hat nur noch einen Vater, selbstverständlich ist ihre Beziehung da innig und herzlich.

Dein Sticheln im Sinne der Frage "sollte sie nicht hin und wieder mehr Zeit mit Gleichaltrigen verbringen?" finde ich auch meinungsmachend und in eine bestimmte Richtung lenkend. Die junge Frau hat ja eine eigene Wohnung, schmeißt ihren eigenen Haushalt, und hat einen Lebensgefährten; sie sitzt nicht bei Papi daheim im Kinderzimmer, liest Mädchenmagazine und hatte noch nie eine Beziehung.

Gerade in Zeiten, in denen die Eltern über 50-60 sind, häufen sich in meinem Umfeld bereits vereinzelt die ersten Krebserkrankungen bei den Eltern meiner Freunde, die ersten leichten Herzinfarkte. Man sollte dankbar dafür sein, dass die eigenen Eltern noch gesund und verschont geblieben sind, und die Zeit mit ihnen genießen, solange man das noch kann.

Klar ist eure 60km-Distanz da ein ungünstiger Faktor. Das wusstest du aber vorher bereits.

Ich frage mich immer wieder, wieso Menschen sehenden Auges in Konstellationen gehen, die sie dann später doch zu ändern versuchen. Du wusstest, worauf du dich einlässt - gekauft wie besehen.

Du schreibst, dein Partner ist "humorvoll, liebevoll, kommunikativ"- Glückwunsch, das können die wenigsten behaupten! Eruiere mal, was dir eigentlich fehlt, und wieso du trotz all dieser tollen Eigenschaften deines Freundes nun Abneigung gegen die Tochter entwickelst. Ist es, weil du nach 3 Jahren Beziehung ein Gefühl des Leerlaufs hast und gerne den nächsten Schritt, z.B. zusammenziehen, machen möchtest? Oder etwas Anderes verstecktes?
Projiziere deinen Frust nicht auf die Tochter. Es ist ein natürliches Bedürfnis, vom Vater geliebt zu werden. Vor allem, wenn man die Mutter verloren hat.

Wenn seine Tochter, sogar deine eigenen Kinder, diesen Mann lieben, überlege, was bei dir los ist, dass du so unzufrieden bist. Die Tochter scheint ja auch nicht gegen dich zu intrigieren oder dich schlecht zu behandeln, oder?
W, 25
 
  • #7
Puh, das klingt heftig. Ich finde, du hast völlig Recht: Zeit mit dem Partner allein verbringen zu wollen (mal Urlaub und mal Wochenende) ist völlig legitim, alles andere irgendwie gestört. Dein Partner tut seiner Tochter keinen Gefallen damit, dass er sie als Partnerin benutzt (hat) - auch wenn die Situation, die dazu geführt hat, dies vielleicht auf den ersten Blick als tröstliche Lösung erscheinen ließ. Interessant, dass der Mann der Tochter da mitmacht! Frage ist, wie lange noch - was dieselbe Frage wäre, die ich dir stellen würde. Ich meine, dass du bisher alles getan hast, was du tun konntest. Du hast ihn darauf angesprochen, du hast ihm gesagt, was du brauchst. Mehr geht eigentlich nicht. Du könntest ihm vielleicht einmal deutlich sagen, dass die Zeit mit ihm allein sehr wichtig ist für dich - du es dir, wenn du diese nicht bekommst, überlegen musst, ob du unter den Umständen dauerhaft mit ihm zusammen bleiben kannst. Vielleicht bewegt sich etwas. Wenn du ihm wichtig bist, sollte es das auch tun. Wenn sich nichts bewegt, musst du in dich horchen, ob du so trotzdem glücklich sein kannst in der Partnerschaft. Aber du würdest hier ja nicht so schreiben, wenn dem so wäre...
 
  • #8
Sprich das doch mal bei dem Schwiegersohn an. Vielleicht geht es ihm genauso und er würde auch gerne Zeit mit seiner Frau ohne den Schwiegervater verbringen.

Dein Freund bekäme dann nicht von dir gesagt, dass er seine Tochter nicht sehen darf (überspitzt formuliert), sondern seine Tochter und sein Schwiegersohn haben an diesem Wochenende halt schon was vor und er kann die Zeit mit dir verbringen ohne das Gefühl zu haben, er vernachlässigt sein Kind.
 
  • #9
Ich finde, die Bindung an ihren Vater ist zwar eng, aber nicht unbedingt ungesund.
Aha. Urlaub NUR mit der Tochter. Beziehungsprobleme werden mit der Tochter besprochen. Jedes Wochenende mit Tochter. Toll.

Liebe FS, Du hast den Mann so akzeptiert. Ich finde es völlig schräg, was er treibt, und wäre garantiert nach spätestens einem halben Jahr weg gewesen. Er braucht das so und er will das so. Garantiert wird er Nichts ändern, lieber auf Dich verzichten. Deine Entscheidung.
 
  • #10
Ich frage mich immer wieder, wieso Menschen sehenden Auges in Konstellationen gehen, die sie dann später doch zu ändern versuchen. Du wusstest, worauf du dich einlässt - gekauft wie besehen.

Du schreibst, dein Partner ist "humorvoll, liebevoll, kommunikativ"- Glückwunsch, das können die wenigsten behaupten! Eruiere mal, was dir eigentlich fehlt, und wieso du trotz all dieser tollen Eigenschaften deines Freundes nun Abneigung gegen die Tochter entwickelst. Ist es, weil du nach 3 Jahren Beziehung ein Gefühl des Leerlaufs hast und gerne den nächsten Schritt, z.B. zusammenziehen, machen möchtest? Oder etwas Anderes verstecktes?

W, 25
Kann ich so nicht sehen, dass das Verhältnis "gesund" ist.
Es ist ein Unterschied, ob man taglich kommuniziert per whats app oder ob man jedes WE bei Papa sitzen muss?
Ich hätte keine Lust auf einen Freund, der kein Wochenende alleine mit mir verbringen will... ich will am WE meinen Freund für mich ALLEINE - klar auch mal mit Familie, aber nicht immer.
Sie hat keine Abneigung gegen die Tochter, sondern möchte mehr ZWeisamkeit. Und was heißt hier, sie hat das schon vorher gewisst?
Eine Beziehung entwickelt sich und irgendwann muss klar sein, dass die Freundin die Frau an seiner Seite ist und kein Amuse gueule als nette Unterhalterin und Betthäschen.
Und natürlich kann man nach 3 Jahren auch mal über den nächsten Schritt nachdenken. Ja!
Es geht auch nicht darum, mit der Tochter zu konkurrieren - das tust Du unbewusst mit der FS... es gibt keine Konkurrenz zwischen den beiden, aber es ist ein ganz natürliches und verständliches Bedürfnis, dass sie ihren Partner am WE für sich haben will, alleine sein, alleine frühstücken, alleine mit ihm einen WE-Ausflug machen, zu zweit zum Essen gehen oder sich mit gemeinsamen Freunden treffen - OHNE Tochter und Freund.

Würde ihm das sagen, dass Du auch die Frau an seiner Seite sein willst und nicht nur die WE-Maus.

Und dann würde ich 2 Wochen Sendepause einlegen, damit er mal in sich gehen kann, um zu überlegen, was er will.
Wenn mehr Zweisamkeit so schwer für ihn durchsetzbar und unvorstellbar ist, dann lass es! Dann kann seine Liebe ja nicht so groß sein.
Und DU bist seine Freundin und nicht seine Therapeutin.
Du hast auch Bedürfnisse und in einer Beziehung müssen beide Rücksicht nehmen und die Wünsche des Anderen hören.
Nicht nur einer!
 
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  • #11
Psychologisch betrachtet kannst Du dazu von emotionaler Abhängigkeit bis hin zu emotionaler Erpressung oder zu negativem Vaterkomplex googeln.
Was hier an psychologischen Begriffen auch noch passt und Wert wäre mal gegoogelt zu werden ist "Parentifizierung". Grob: Rollenumkehrung in dem Sinne, dass die Tochter Elternfunktionen für den Vater übernimmt. Sie kümmert sich um seine (Beziehungs-!) Probleme, nicht er sich selbst um seine. Führt bei Kindern häufig zu co-abhängigen Beziehungsmustern. Sie hat sich (innerlich, nicht räumlich) noch nicht gelöst und "darf" es auch nicht, denn er entlässt sie ja nicht. Finde ich sehr problematisch, aber man kann vermutlich wenig machen, wenn es aus seiner Sicht keinen Leidensdruck gibt, die Bereitschaft fehlt, sich mit so etwas auseinanderzusetzen und er in den Widerstand geht. Du kannst es ja aber versuchen. Wünsche dir Glück und Erfolg.
 
  • #12
Also nur im Grunde, zu mehr reicht es eben nicht!
Bei einem Traumpartner stimmt eben alles, braucht man sich selbst nicht unterdrücken, nicht verbiegen und der Traumpartner lässt einen nicht leiden und verletzt einen auch nicht!
Seit geraumer Zeit versteht er leider mein Drängen nach mehr Privatsphäre und Zweisamkeit als Angriff gegen seine Tochter und dessen Freund. Die Vater-Tochter -Schwiegersohn- Beziehung ist sehr eng, für meinen Eindruck zu eng. Es wird mehrmals täglich per Handy geschrieben, auch telefoniert und am Wochenende müssen alle unbedingt beisammen sein. Gibt es Probleme mit meinem Partner, bespricht er sich mit Tochter und Schwiegersohn, Urlaub nur mit den beiden.
Das geht für mich nicht, ich würde das so nicht weiter mitmachen, denn dir tut er wirklich nicht gut! Hatte auch mal eine solche Freundin, die sich genau so verhielt, es gab für mich nur eines: Trennung mit permanentem Kontaktabbruch! Mein ganzes Verständnis mit viel reden halfen nicht! Ihr waren Ihre erwachsene Kinder viel wichtiger als meine Person!
 
  • #13
habe jedoch vermehrt Probleme mit dieser Enge, die unserer Partnerschaft keine Luft zum atmen lässt.
Wie kann ich verfahren, was könnt ihr mir raten?
Dieses Thema mit keine Luft zum atmen haben ist asbach uralt, verbieg dich bitte nicht!
Es hört sich für mich so an, als ob du dich total verbiegst und gar nicht auf dich achtest. Du scheinst alles nach ihm auszurichten, was dir nur weh tut und du es später als verplemperte Zeit erkennen wirst. Wie er sich dir gegenüber verhält geht einfach schlicht nicht, deshalb solltest du Konsequenzen ankündigen, die mit Trennung enden werden, alles andere ist wischiwaschi, was er eh nicht für ernst nimmt, dich quasi lächerlich für seine Tochter und Schwiegersohn hinstellt.
Versuch mehr auf dich zu hören - auf dein Bauchgefühl. das trügt nie. Gebe dich selber nicht auf und begebe dich nicht in seine negative Machtabhängigkeit, die du nicht möchtest. du bist ein freier und eigenständiger Mensch und brauchst einen dir nahen, vertrauensvollen und echten Partner als Mann, der näher bei dir ist als seine erwachsene Tochter und sein Schwiegersohn für ihn, ganz einfach. Wenn du nicht weiterhin leiden möchtest, dann treffe dafür die für dich richtige Entscheidung, ansonsten musst du halt das Leiden aushalten, was ich persönlich niemals tun würde und ich auch nicht empfehlen kann! Das Leben ist zu kurz, um solche energieabziehende Lebensweisen hinzunehmen, es gibt noch viele andere Männer, die sich positiv dir gegenüber verhalten. Alles Gute für dich!
 
  • #14
Charlotte.... Falls eure Beziehung mal auseinander gehen sollte...dann wird seine Familie,in dem Fall seine Tochter ,immer noch dasein.
Ich finde es merkwürdig was man diesem Mann und seiner Tochter für Pseudokrankeiten unterstellt...nur weil sie ein enges und herzliches Familienverhältnis haben.

Was ich allerdings sehe ist das du tatsächlich ein Recht auf gemeinsame Wochenenden hast ohne seine Erwachsene Tochter und deren Mann ständig dabei zu haben. Obwohl es darauf ankommt ob du dann nicht auch deine kleine Tochter immer dabei hast... Du verstehst schon auf was ich hinaus will.

Ihr habt auch keine innige ernsthafte Beziehung solange ihr nicht gemeinsam lebt und sogar noch 60 Kilometer getrennt seit. Der Alltag bleibt auf der Strecke.Seine Tochter wird da immer greifbarer sein als Du. Auch wenn er mal Umfällt oder ins Krankenhaus muss,wird seine Tochter eher für ihn sorgen als du warscheinlich....

Vielleicht ist es Zeit ,Nägel mit Köpfen zu machen. Zieht zusammen.
Übernimm du die erste Rolle,die erste Verantwortung bei Krankheitsfall bei ihm,die Frau die jeden Tag den Alltag und Nöte mit ihm teilt. Dann sprich mit der Tochter das du gerne das Bedürfnis hast auch mal deinen Schatz für dich alleine zu haben...obwohl es sein kann,das die Tochter froh ist wenn du endlich die Hauptrolle übernehmen kannst wennsie ihn "versorgt " weiß wenn ihr zusammen lebt.
Ich konnte dir diese Antwort nur geben anhand der Infos was du geschrieben hast ,wenn da noch andere Infos kommen dann relativiert sich das oft....
 
  • #15
Hallo FS,
es gibt bei Eltern-Kinder-Beziehungen eine große Bandbreite, von sehr locker bis sehr eng. Zu eng erscheint mir hier die Bindung nicht, da die Tochter ja ein eigenes Leben hat, sie ist ausgezogen und hat einen Partner. Nach Partnerersatz hört sich das für mich nicht an sondern einfach nur nach einer engen Bindung, mit der sich die Beteiligten wohlfühlen.
Ich denke du musst das akzeptieren, denn daran ist nichts falsch oder ungesund. Indem du es in diese Ecke stellen willst, bringst du deinen Partner natürlich gegen dich auf.
Du hörst dich eifersüchtig auf die Tochter an, so als möchtest du wichtiger für deinen Partner sein als sie.
 
  • #16
Projiziere deinen Frust nicht auf die Tochter. Es ist ein natürliches Bedürfnis, vom Vater geliebt zu werden. Vor allem, wenn man die Mutter verloren hat.
Da nehme ich die FS voll in Schutz, sie projiziert gar nichts! Das Verhalten ihres Freundes ist weder gut noch positiv für eine harmonische Beziehung, soll er doch alleine bleiben oder gleich bei Tochter und Schwiegersohn in die Wohnung einziehen. Welcher Partner möchte schon das 5. Rad als Ersatzrad einer Beziehung sein? Geht gar nicht!
Es wird mehrmals täglich per Handy geschrieben, auch telefoniert und am Wochenende müssen alle unbedingt beisammen sein. Gibt es Probleme mit meinem Partner, bespricht er sich mit Tochter und Schwiegersohn, Urlaub nur mit den beiden.
Auch für die Beziehung Tochter mit Schwiegersohn, bei dem der Vater der Tochter sich so einbezieht kann nicht förderlich sein! Und es ist wohl eine andere Situation, wenn beide Elternteile noch zusammen leben! Unter Liebe verstehe ich nicht, dass Vater mit seiner Tochter und Schwiegersohn seine persönliche Angelegenheit seiner Beziehungspartnerin bespricht, wer möchte das schon?
 
  • #17
Ich würde mich an deiner Stelle zurückziehen. So eine Konstellation ist ja total übertrieben, wieso macht denn das der Freund der Tochter mit?
Und auch, dass er eure Beziehungsgeschichten mit der Tochter bespricht, ist unmöglich.
Ich hatte auch einmal einen solchen Überpapi, ich sag dir: nie wieder so was!!!!!
Zieh dich zurück, mach am Wochenende Dinge alleine, sag ihm, er soll dir sagen, wennn er alleine Zeit für dich hat, kann er sich melden. So wird er nie eine Frau dauerhaft halten können!
 
P

Papillon

  • #18
@Serafina
Ich kann die FS schon verstehen, man will auch mal seinem Partner alleine für sich haben oder wärst Du begeistert, wenn Du mit deinem Freund in Urlaub fahren willst und jedesmal hängen seine Eltern mit dabei?! Umgekehrt ist das analog.
Und ja, ich würde auch das ein oder zwei Urlaube dulden, man ist noch nicht so eng mit dem Mann zusammen und man versteht das die Familie absolut Priorität hat besonders einer sensiblen Anfangsphase. ABER irgendwann sollte auch dann die Akzeptanz und die Bekenntnis zu der FS kommen.
In diesem Fall würde es mir persönlich zuweit gehen. Der FS bleibt nur übrig mit dem Mann Klartext zusprechen und wir können hoffen, dass er einsichtig ist. Er setzt eindeutig seine Beziehung aufs Spiel. Eventuell kann der Schwiegersohn noch Position beziehen, denn er sollte inzwischen auch genervt sein.
 
  • #19
# 4: Ja, das sehe ich genauso. Es ist immer eine Sichtweise. Mir geht es auch nicht darum, was normal ist oder eben nicht. Wer bestimmt, was normal ist?
Die Mutter ist verstorben, es war keine Trennung.
Kann aber so eine Beziehung funktionieren? Er ist glücklich so wie es ist, die Tochter und der Schwiegersohn auch. Am liebsten würden sie alle permanent zusammensein. Ich mag die beiden sehr, aber ich muss und mag nicht immer alles gemeinsam machen.
 
  • #20
# 4: Ja, das sehe ich genauso. Es ist immer eine Sichtweise. Mir geht es auch nicht darum, was normal ist oder eben nicht. Wer bestimmt, was normal ist?
Die Mutter ist verstorben, es war keine Trennung.
Kann aber so eine Beziehung funktionieren? Er ist glücklich so wie es ist, die Tochter und der Schwiegersohn auch. Am liebsten würden sie alle permanent zusammensein. Ich mag die beiden sehr, aber ich muss und mag nicht immer alles gemeinsam machen.
Die Mutter ist aber nicht gestern verstorben und er kann sie ja in seinem Herzen behalten, aber das Leben geht weiter und Du hast das Recht auf einen richtigen Partner, der Dich ganz will.
Kann so eine Beziehung funktionieren? Nur, wenn Du Dich ganz klein machst und die drei nicht störst.

Er ist glücklich so wie es ist - Du aber nicht.
Also soll er mal sehen, ob er auch ohne Dich glücklich ist.
Ich würde da keine Kompromisse machen - Sagen, was Du willst, Kontaktabbruch und wenn er sich vorstellen kann, etwas zu ändern, dann soll er Dich überzeugen. Ansonsten nicht.
Er hat sich gut so in seinem Leben eingerichtet, Platz für eine Frau und eine Beziehung sehe ich nicht. Du bist nur so ein bequemer Lückenfüller und darfst auch dabei sein... Ein WIR gibt es bei Euch nicht - und das nach 3 Jahren.
Würde ich nicht mitmachen - hätte ich früher vielleicht gemacht - als Frau neigt man ja immer dazu, für alles Verständnis zu haben - ist aber falsch, weil man dann selber ganz verschwindet und irgendwann weiß man gar nicht mehr, was man selber will, weil man immer darauf Rücksicht nimmt, was der Partner möchte.

Sag ihm ganz klar, was Du willst. Und dann verbring das WE anderweitig.
 
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  • #21
Hallo Serafina,

vielen Dank für deine umfangreiche Antwort.
Du, es ist nicht so, dass ich seine Tochter nicht mag und die Eltern-Kind Beziehung boykottieren möchte. Nein, nein, wirklich nicht. Sie ist ein liebes Mädchen und wir 4 haben auch wirklich viel Spaß. Es ist nur einfach zu viel.
Ich bin der Meinung, dass man differenzieren sollte. Wie kann unsere Beziehung wachsen, wenn wir kaum noch alleine sind? Haben nicht auch Eltern ein Recht auf privaten Spielraum?
 
  • #22
Aha. Urlaub NUR mit der Tochter. Beziehungsprobleme werden mit der Tochter besprochen. Jedes Wochenende mit Tochter. Toll.

Nicht nur mit der Tochter allein, auch mit dem Schwiegersohn und einmal auch mit mir und eins von meinen Kindern.
Das traurige ist, dass er es immer gleich als Angriff sieht, wenn ich gemeinsame Zeit wünsche.
Ich ziehe mich immer mehr zurück, in der Hoffnung, er würde es so verstehen, wie ich es auch meine.
 
  • #23
Ich finde es merkwürdig was man diesem Mann und seiner Tochter für Pseudokrankeiten unterstellt...nur weil sie ein enges und herzliches Familienverhältnis haben.
Das bezieht sich vermutlich auf meinen Post - und schreibe dir, @Melodie, also mal direkt : um eine Diagnose (ob nun pseudo oder nicht sei mal dahingestellt) ging es mir nicht. Dazu bin ich nicht befähigt, schon gar nicht auf der Basis eines einzigen und dazu schriftlichen Beitrags in einem online Forum. Allerdings weiß ich, wovon ich spreche, wenn ich mit so Begriffen komme, denn ich habe ähnliche, wenn auch etwas anders gelagerte Erfahrungen gemacht als Tochter (Mutter jung gestorben als ich 12 war). Wichtig war mir, die FS darin zu bestärken, dass etwas im familiären Beziehungsgefüge nicht in Ordnung ist, wenn die Tochter für die Beziehungsprobleme des Vaters zuständig ist und nicht das Paar allein (das sich ja dann Hilfe holen kann, aber eben nicht bei den Kindern). Unter dem genannten Stichwort kann man man sich informieren, wie so etwas in anderen Familien aussieht und wie es Leuten damit gehen kann, auch, was für Lösungsansätze es gibt.

Merkwürdig finde ich hingegen, dass du vorschlägst, Charlotte solle die Probleme jetzt mit der Tochter klären (anstatt mit ihm direkt). Oder ihr gar rätst zusammen zu ziehen, wenn sie es doch noch nicht mal geschafft hat, ihn dazu zu bewegen, mit ihr allein in den Urlaub zu fahren. So etwas müsste man doch zunächst hinbekommen, bevor man einen solchen Schritt wagt bzw vorschlägt?

Ok aber so sind die Sichtweisen verschiedenen - und das ist ja das Tolle an dem Forum hier, dass man sie in so intensiver, facettenreicher, und wie ich finde auch oft super kompetenter Form bekommen kann...
 
  • #25
@Serafina

Eventuell kann der Schwiegersohn noch Position beziehen, denn er sollte inzwischen auch genervt sein.
NEIN, alle Beteiligten finden das super so. Der coole Vater und Schwiegervater.
Mein Partner versteht nicht, dass mir diese innige Beziehung zu viel sein könnte. Und das unsere privaten Probleme mit Tochter und Schwiegersohn besprochen werden, kann doch nicht gesund sein. Wenn ich dann am WE dort bin, fühlt sich das so fremd an, wenn alle Beteiligten über unsere Differenzen Bescheid wissen. Dann ziehe ich mich lieber zurück.
 
  • #26
Die Mutter ist verstorben, es war keine Trennung.
Könnte es einen Grund haben, dass Du das im Eingangsposting nicht so eindeutig geschrieben hast, sondern eine nebulöse "Verlust seiner Frau" Formel verwendetest?

Ich vermute mal, dass seine Familie und die Bindungen darin ganz normal sind, aber Du eben andere Lebenserfahrungen gemacht hast und normalen Leuten nicht klar kommst. Du hast auch nichts über den Vater Deiner Kinder und die Beziehung Deiner Kinder zu ihm, geschrieben. Wir wissen nicht einmal, ob Du mit dem Vater deiner Kinder verheiratet warst und wann und wie er sich verabschiedete.

Dir muß klar sein, dass sich die Familienstrukturen Deines Freundes ...dadurch, dass er keinen eigeninduzierten Anteil daran, hat, dass seine Familie in dem Sinne auch "kaputt" ist ...vollkommen von von Verhältnissen unterscheiden, wo die Leute die Bindungen innerhalb ihrer Familie selber gegen die Wand gefahren haben!

Es ist glasklar, dass sie sich die Zeitdauer, die z.B. der Vater Deiner Kinder mit Deinen Kindern verbringt, um eine Zahl mit vielen Nullen von der Zeitdauer unterschiedet, die Dein Freund mit seiner Tochter verbringt.Da liegen Dimensionen dazwischen!!!

V.m46
 
  • #27
Du, es ist nicht so, dass ich seine Tochter nicht mag und die Eltern-Kind Beziehung boykottieren möchte. Nein, nein, wirklich nicht. Sie ist ein liebes Mädchen und wir 4 haben auch wirklich viel Spaß. Es ist nur einfach zu viel.
Ich bin der Meinung, dass man differenzieren sollte. Wie kann unsere Beziehung wachsen, wenn wir kaum noch alleine sind? Haben nicht auch Eltern ein Recht auf privaten Spielraum?
Du scheinst mir sehr wackelig auf deinen eigenen Beinen (bezügl. Selbstwert, Selbstachtung, Selbstewusstsein, Selbstvertrauen) zu stehen, da du viel zu viel Rücksicht auf andere Leute nimmst, statt auf dich selbst! Du wirst dich erst dann ändern, wenn es wirklich zu viel geworden ist, anscheinend ist dieser Punkt bei dir noch nicht erreicht! Was mir noch auffällt: wie so viele Leute sich nicht getrauen offen mit dem Partner zu sprechen, deine Bedenken solltest du viel besser mit diesem Mann besprechen, als nur hier unterschiedliche Meinungen zu lesen, die dich alleine nicht weiterbringen, eher umgekehrt! Denn liest du hier ein paar Antworten, dass du zu empfindsam bist, so wirst du dir selbst sagen, dass du ja froh sein kannst, so einen Mann überhaupt an deiner Seite zu haben, wie negativ und wie deprimierend! Lass dich also von anderen nicht verunsichern und gehe deinen persönlichen Weg, der gut für dich ist und nur du ihn kennen kannst!
 
  • #28
Haben nicht auch Eltern ein Recht auf privaten Spielraum?
Na klar, aber dein Freund will das doch gar nicht.
Du sagst, dass alle drei damit glücklich sind, so wie es ist ( falls das so stimmt. Bei dem Schwiegersohn wäre ich mir da auch nicht so sicher, aber der ist ohnehin nur eine Randfigur ).
Ich fürchte daher, du mußt dich damit arrangieren oder gehen.

Krankhaft finde ich das übrigens auch nicht.
Ok, ein bißchen ungewöhnlich vielleicht...wenn man in Deutschland lebt. In Italien ist das ein sehr normales und übliches Verhalten.

Noch was Klitzekleines: die Tochter ist kein Mädchen, sondern eine erwachsene Frau.
In diesem Alter wohnte ich allein, hatte mein erstes Diplom und ein Jahr später mein Kind.
Ein Mädchen war ich zehn Jahre vorher.
Versuche vielleicht mal, sie als gleichberechtigte Frau / Freundin zu sehen.
Ich fände es toll, ein neue Freundin zu bekommen.
Du könntest versuchen, zu sehen, dass du etwas, eine Freundin, dazubekommen, nicht so sehr, dass sie dir etwas, einen Teil deines Freundes, wegnimmt.

w 48
 
  • #29
Ich vermute mal, dass seine Familie und die Bindungen darin ganz normal sind, aber Du eben andere Lebenserfahrungen gemacht hast und normalen Leuten nicht klar kommst. Du hast auch nichts über den Vater Deiner Kinder und die Beziehung Deiner Kinder zu ihm, geschrieben. Wir wissen nicht einmal, ob Du mit dem Vater deiner Kinder verheiratet warst und wann und wie er sich verabschiedete.
Das spielt hinsichtlich meines Anliegens auch keine Rolle. Ob ich verheiratet war oder nicht ändert doch nichts an der Empfindung, das 5.Rad am Wagen zu sein und ein permanentes Beisammensein mit seiner erwachsenen Tochter und dem Schwiegersohn als Beziehungskiller empfinde!!!
Im Übrigen fand ich den gewählten Terminus "Verlust seiner Frau" als eindeutig.
 
  • #30
Charlotte.... Ich finde es fühlt sich in deinem Fall nicht richtig an wenn du in seine Nähe ziehst. Ausser wenn du es sowieso gemacht hättest aus beruflichen oder ähnlichen Gründen. Aber nur um näher zu sein glaube ich das sich rein gar nichts für dich ändern wird.
Ein Zusammenziehen hingegen, ist meiner Meinung etwas vollkommen anderes.
Verbindlicheres. Mehr Zugehörigkeit.

Kann es sein das dort der Hase im Pfeffer liegt ?
Er bezieht dich zwar ein in sein Familienleben, was sehr löblich ist.
Aber er meidet quasi das Paar -Leben mit dir.
Habt ihr ausreichend Zeit eurer Sexualität zu zelebrieren? Musst natürlich nicht antworten, nur dir selbst beantworten.

Charlotte, ich kann dich absolut verstehen was deine Bedürfnisse ihm gegenüber angeht. Aber wie ich es in meinem ersten Post schon angedeutet habe ist seine Tochter der Halt den er braucht.

Den Halt will er aber offensichtlich nicht von dir. Weil er dich auf Abstand hält und dich mehr wie eine Familienfreundin einbezieht aber weniger als Geliebte.

Ich kann es nicht belegen warum,einfach weil es hier wirklich nur meine Intuition ist...aber ich meine das hier nur eine klare Handlung hilft.Zusammenziehen,was er nicht will,also dich nicht wirklich will,was er durch sein verhalten zeigt..... oder überlege dir ob du auf Kumpelschaft verzichtest und nicht doch einer etwas mehr Paar bezogene Beziehung finden und ausleben möchtest.
 
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