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  • #1

Erwachsener Sohn meines Partners mobbt mich

Der Sohn meines Partners (30 Jahre, verheiratet, lebt in einer anderen Stadt) versucht, mich aus dem Leben seines Vaters wegzumobben. Voranzustellen ist, dass mein Partner chronisch krank ist. Im letzten Jahr, nach nur 6 Monaten Beziehung, verschlimmerte sich die Krankheit. Daraufhin haben wir uns sehr eng aneinander gehalten und seine erwachsenen Kinder hat er kaum noch beachtet.

Als mein Partner im Frühjahr verreiste, entwickelte sich kurzzeitig ein sehr gutes Verhältnis zwischen dem Sohn und mir, was ich als echte Zuneigung und Vertrauen erlebte. Die Erkrankung meines Partners verschlimmerte sich dann wieder unerwartet. Er bat mich um Hilfe (bin medizinisch aus einem Nachbarfach) und gab mich im Krankenhaus ganz selbstverständlich als Ansprechpartnerin an. Der Sohn "bombardierte" mich daraufhin mit dem Verlangen, er sei seit je her der engste Vertraute seines Vaters und wolle der Ansprechpartner im medizinischen Notfall sein. Ich bat ihn, das Problem mit seinem Vater zu besprechen. Das tat er nicht - unter Verweis auf seine Sensibilität angesichts des schlechten Befinden des Vaters - und schickte statt dessen eine "Verfügung" an die Ärzte, nach der ich keinerlei Informationen mehr erhalten solle. (Dabei hatte ich seit einem Jahr fast nichts anderes getan als seinem Vater bei der Bewältigung seiner Krankheit zu helfen, m.E. durchaus kompetent - und den Sohn zusätzlich auf seinen Wunsch hin ausführlich informiert!)
Als mein Partner die "Verfügung" mit einer mündlichen Verfügung an die Ärzte beantwortete, dass ich die alleinige Ansprechpartnerin sei, bekam ich mehrere Emails, die ich schon als hasserfüllt bezeichnen muss. Das hat mir wahnsinnig zugesetzt, da ich zu der Sorge um meinen Partner und die nötigen Aktivitäten, was Fahrten und Behandlung anbelangte, diese menschliche Enttäuschung verkraften musste. Drei Tage später sollte alles wieder gut sein und ich "dem Vater zuliebe" mit den KIndern eine harmonische Familie bilden. Das konnte ich nicht Ernst nehmen, zumal nie eine Entschuldigung kam.
Nach weiteren Bombardements von ca. 3-10 SMS und Emails pro Tag mit jeweils extrem entgegengesetztem emotionalen Inhalt brach ich zum Selbstschutz den Kontakt zum Sohn ab. Seitdem verleumdet er mich gegenüber der restlichen Familie und Freunden. Die Verwandten glauben ihm und sind inzwischen alle gegen mich (ich würde dem Vater nicht gut tun, mich nicht genug um ihn kümmern etc. dabei tue ich 24h am Tag nichts anderes....)
Zu sagen ist, dass mein Partner voll und ganz zu mir steht. Trotzdem belastet mich die Situation - und meinen Partner auch. Mein Partner rät mir, nicht von mir aus die Versöhnung zu versuchen. Aber was kann ich tun, damit der Sohn mich zumindest respektiert, mehr das Glück seines Vaters als seine eigenen Beürfnisse sieht (und sich vielleicht auch einmal in meine Lage und meine Gefühle hineinversetzt)?
Ich würde ihn verstehen, wenn er sechs oder sechzehn wäre - aber doch nicht mit 30 und einer eigenen Familie(?)
 
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  • #2
Geht es hier ums Erbe??? Es scheint viel zu holen zu sein und der Sohn sieht seine Felle davonschwimmen, wenn nur noch DU, DU, DU die alleinige Person in Vaters Vertrauen bist.

Oder er vermutet, du tust ihm nicht gut, weil du die Krankheit - durch deine Kenntnisse - auch verschlimmern könntest. Ich weiß, eine arge Beschuldigung, aber hast du darüber schon mal nachgedacht?
 
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  • #3
Liebe Fragestellerin, hast du zusammen mit deinem Partner schon überlegt, ob der Sohn eine Borderline-Störung hat? Zweitens - wenn ihr beide nicht verheiratet seid, warum verlobt ihr euch dann nicht? Dann hast du einen Status. Und Drittens - dei nPartner kann dich in einer notariellen Erklärung als Beauftragte für Entscheidungen bei medizinischen Fragen einsetzen. Viertens - dein Partner kann die ärzte informieren, dass Kontaktversuche seines Sohnes abgeblockt werden sollen.
viel Erfolg - W
 
  • #4
Der Sohn hat offensichtlich Angst um sein Erbe.
 
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  • #5
Ich glaube eher was anderes. Der Sohn findet das Verhältnis Patient-Arzt unprofessionell, tatsächlich wäre er ja auch als Verwandter derjenige der informiert wird. Normalerweise bekommen nicht verwandte ja gar keine Auskunft. Oder um auf den Punkt zu kommen, was ich früher nie glauben konnte, aber es kommt einfach oft vor: Der Sohn hat Sorge, dass du dich ranwirfst und ihm sein Erbe schmälerst, gar streitig machst. Nicht wenige bauen drauf wenn sie sich mit Reihenhaus, etc. übernommen haben dann mit dem Erbe zu renovieren oder abzuzahlen. Vielleicht hat er sich auch eingebildet wir toll er sich kümmert und was er alles im Griff hat und gegen dich als Ärztin wird er nicht ankommen können und bildet sich ein Abhängigkeitsverhältnis ein. Er scheint seinen Vater wohl doch nicht so sicher in der Tasche zu haben, oder zu kennen, wie er geglaubt hat. Gerade mit 30 und deutlich älter benehmen sich erwachsenen "Kinder" gerne so. Wenn ihnen jemand an das Portemonnaie geht, dass ihnen eh überhaupt nicht gehört und vielleicht auch sowieso vorher vom Pflegeheim gefressen wird, werden sie giftig und panisch ud verwechseln mal zum Kuchen alle paar Wochen kommen mit Unterstützung. Mit dem was in Krankenhäusern dazu heute so läuft werde auch ich inzwischen immer penetranter und strenger, wenn meine 90-jährige Oma mit Privatversicherung mal wieder ohne wirklich zielführende Therapie wochenlang dabehalten, ausgeplündert wird und von jedem der sich befugt wird ausgepresst wird ob sie denn alleine lebt ... Vielleicht strahlt auch dieser immer schlechter werden Ruf der Krankenhausärzte auf dich ab ohne das du was dafür kannst.
 
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  • #6
Der Sohn hat garantiert Angst um sein Erbe. Als Mensch darfst Du seinem Vater die Wäsche machen oder den Brei füttern - solange das kostenlos bleibt wirst Du geduldet. Der Sohn meines Ex war auch materiell orientiert, ich kenne solche charakterlich ekelhaften Exemplare also auch.
 
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  • #7
Ich habe auch die starke Vermutung, dass es hier ums Erbe geht. Mit 30 ist das nämlich solangsam Gesprächsthema. Ich hätte auch leicht Schiss, wenn da plötzlich ein neuer Partner ist, und alles was meinen Eltern gehörte (Haus, Geld, Sparbücher) an einen neuen fremden Partner übergehen würde. Ich denke, jeder andere, der in der Lage des 30 jährigen Sohneswäre, wäre da leicht gekränkt oder fassungslos.

Ich kenne mich mit Erbschaften nicht sonderlich gut aus, aber ich weiß nicht, ob es Sinn der Sache ist, wenn der neue unverheiratete Partner alles bekommen würde und sich davon ein schönes neues unproblematisches Leben darf. Ich wäre wohl auch stinkesauer als Sohn!
 
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  • #8
Daraufhin haben wir uns sehr eng aneinander gehalten und seine erwachsenen Kinder hat er kaum noch beachtet.

... hatte ich seit einem Jahr fast nichts anderes getan als seinem Vater bei der Bewältigung seiner Krankheit zu helfen, m.E. durchaus kompetent -

... brach ich zum Selbstschutz den Kontakt zum Sohn ab. Seitdem verleumdet er mich gegenüber der restlichen Familie und Freunden. Die Verwandten glauben ihm und sind inzwischen alle gegen mich (ich würde dem Vater nicht gut tun, mich nicht genug um ihn kümmern etc. dabei tue ich 24h am Tag nichts anderes....)

Aber was kann ich tun, damit der Sohn mich zumindest respektiert, mehr das Glück seines Vaters als seine eigenen Beürfnisse sieht (und sich vielleicht auch einmal in meine Lage und meine Gefühle hineinversetzt)?

Liebe FS
Dein Einsatz in allen Ehren, aber für mich lesen sich einzelne Abschnitte so, als ob Du Deinen Partner als Besitz ansehen würdest. Da bist Du, 24 Stunden, nonstop Du. Dein Partner beachtet seine erwachsenen Kinder kaum noch (was auch einen 30-jährigen SOHN zutiefst verletzen kann!) und Du lässt Dich ganz selbstverständlich im Krankenhaus als Ansprechperson angeben. Als der Sohn darum gebeten hat, das zu ändern, hättest DU doch mit Deinem Partner sprechen können. Man kann im Krankenhaus mehrere Ansprechpersonen angeben, kein Problem. Gnädigerweise hast Du den Sohn jeweils informiert...Hast Du mal darüber nachgedacht, wie sich der Sohn fühlen muss, seit sein Vater Dich kennen gelernt hat? Offenbar hatten die beiden ein gutes Verhältnis bis Du aufgetaucht bist und alles an Dich gerissen hast, egal, ob krank oder nicht. Es hat niemand von Dir verlangt, dass Du Dich selber aufopferst! Du erwartest, dass der Sohn das Glück seines Vaters, welches DU definierst, im Sinn hat und sich in Dich hinein versetzt...Etwas viel verlangt, finde ich.
Dein Partner scheint mir keiner zu sein, der sich hinstellt und die Kommunikation sucht, dabei wäre das SEINE Aufgabe. Du solltest ihn zu einem reifen, erwachsenen Verhalten ermutigen und nicht seine "Anwältin" spielen.
Was das Erben angeht...Genau betrachtet könnte man auch Dir Erbschleicherei unterstellen, nicht?
 
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  • #9
Ja da gehts ums Erbe. Charmant, wenn der Sohn so offensichtlich dahinter her ist.
Vielleicht kann sich dein Partner in dieser Hinsicht äußern und vorsorglich ein Testament machen. Ich gehe sogar noch weiter: ihr solltet außerdem heiraten, egal wie alt ihr seid. Dann sind die Fronten klar. Falls nicht, bitte verfalle nicht in den Wahn dich aus dem Testament ausschließen zu lassen. Du hast es verdient, bedacht zu werden.
Es ist schauderhaft, wenn man ohnedies so belastet ist und gezwungen wird an sowas denken zu müssen.
 
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  • #10
Wenn sich eine neue Frau so ins Leben meines Vaters drängen und ihn schon fast annektieren würde, hätte ich eher die Befürchtung, sie sei auf das Geld meines Vaters aus. (Wobei mir das egal wäre) Zudem könnte der Sohn um einen Erbvorbezug bitten, falls er so Angst hätte, etwas zu verlieren.
Es würde mir unglaublich weh tun, einfach so in die zweite Reihe verwiesen zu werden. Es hat niemand von der FS verlangt, sich so auf zu opfern, Liebe hin oder her. Sie darf daher auch keinerlei Ansprüche stellen, auch nicht emotional. Wer weiss, ob der Sohn nicht auch gerne etwas für seinen Vater tun würde? Bei mir wäre es so. Meiner Ansicht nach hätte hier der Vater/Partner die Pflicht, mit beiden Parteien eine Lösung zu finden, aber es kommt mir so vor, als ob er Angst hätte, seine "Pflegerin" (Entschuldigung für den Ausdruck) zu verlieren.
Ich bin die Partnerin genau so eines Sohnes, mit dem Unterschied, dass der Vater seine Partnerin nach einem Jahr geheiratet hat, 2 Jahre nach dem Tod der Mutter, und ihr lebenslanges Wohnrecht in dem Haus versprochen hat, welches sein Sohn einmal erben wird...

w, 45
 
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  • #11
Liebe Fragestellerin, hast du zusammen mit deinem Partner schon überlegt, ob der Sohn eine Borderline-Störung hat? Zweitens - wenn ihr beide nicht verheiratet seid, warum verlobt ihr euch dann nicht? Dann hast du einen Status. Und Drittens - dei nPartner kann dich in einer notariellen Erklärung als Beauftragte für Entscheidungen bei medizinischen Fragen einsetzen. Viertens - dein Partner kann die ärzte informieren, dass Kontaktversuche seines Sohnes abgeblockt werden sollen.
viel Erfolg - W

Gute Tipps und ich frage mich, warum das der Vater nicht längst gemacht hat, bzw. seinem Sohn einfach Einhalt geboten hat, mir der Frau so umzugehen.

Ich würde mir alle Mails ausdrucken und mich an einen Anwalt wenden und mich beraten lassen.

PS. Zum Mobben gehören immer zwei!

w
 
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  • #12
Dein Partner klammert sich an Dich und verschlimmert damit die Situation. Mach ihm klar, dass er auch seinen Kindern Zeit widmen muss. Er soll mit dem Sohn sprechen und ihm sagen, er müsse sich keine Sorgen machen, weder wegen Erbe noch dass er nicht mehr geliebt würde. Er sei einfach froh, eine neue Partnerin zu haben und habe es vielleicht ein wenig übertrieben mit der Aufmerksamkeitsverteilung.
Der Mann muss klar sagen, dass jetzt Ruhe in die Familie einkehren muss.
Und Du tust danach am besten als ob nie etwas passiert sei.
Am Ende seines Lebens wird Dein Partner auf sein Leben zurückschauen und falls es jetzt zum Bruch mit Sohn/Familie kommt, wirst Du diejenige sein, die er dafür verantwortlich macht.
Hinterfrage auch Dein Helfersyndrom etwas. Frau, 48
 
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  • #13
Es wäre interessant, das Ganze mal aus der Sicht des Sohnes zu sehen, bevor ihm hier eine eventuelle Borderlinestörung (so ein Quatsch!) unterstellt wird.

Liebe FS
Hast du Dich auch schon mal in die Lage des Sohnes Deines Partners versetzt? Hältst Du Dein Verhalten für absolut fehlerlos? 100%? Wenn der Sohn so sensibel ist, wie er von sich selber sagt, könnte sein jetziges Handeln auch Ausdruck von absoluter Hilflosigkeit sein und ein indirekter Ruf nach Aufmerksamkeit von Seiten seines Vaters.
 
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  • #14
Hier schreibt die FS. Vielen Dank für die vielen Einschätzungen. Ich bin überrascht, wie viele davon ich als unmittelbar zutreffend empfunden habe.
1) Es ist "etwas zu holen". Also sehen die Kinder "ihre Felle davonschwimmen". Gleichzeitig bin ich diejenige, die ihnen das "Ihnen Zustehende" wegzunehmen droht. Beide Kinder (27 und 30) haben keine feste Arbeit. Der Sohn hat schon Verschiedenes ausprobiert, fasst aber nirgendwo Fuss (siehe Punkt 2); die Tochter will Künstlerin werden und arbeitet nicht für Geld. Ich habe meinem Partner vorgeschlagen, einen notariellen Erbverzicht aufzusetzen (brauche das Geld nicht), aber ihm ist es sehr wichtig, mir etwas zu geben.
2) Der Sohn hat ein psychisches Problem, was möglicherweise in Richtung Borderline geht. Er schreibt generell sehr viele Emails und SMS am tag an sehr viele Empfänger, in denen er seine jeweiligen Stimmunglagen (oft witzig, oft hilfeschreiend, mit Videos) kommuniziert. ob es die jeweiligen Empfänger nun gerade interessiert oder nicht: Man ist gezwungen, ihn ständig wahrzunehmen. (Ich würde das nicht mit einem so ablehnenden Unterton formulieren, wenn es nicht so und gegen mich eskaliert wäre wie zum Schluss.)
3) Der Sohn hat sein Verhältnis zum Vater wohl zuvor als sehr innig erlebt und spricht immer noch von "unserer Familie" (inkl. seiner Mutter). Da bin ich natürlich ein Eindringling. Die beiden früheren Freundinnen des Vaters hätten sich "in die Familie integriert". Ich habe tatsächlich am Anfang wohl den Fehler gemacht, dass ich die Kinder zwar kennenlernen wollte, sie aber nicht als unmittelbar dazugehörig erlebt habe. Als sich dann die Krankheit meines Partners verschlimmerte, waren wir beide davon emotional so absorbiert, dass wir das Befinden der Kinder nicht gesehen haben. Die Ex-Frau hat mich jetzt - obwohl ich sie nicht kannte - auf dem Krankenhausflur angeschrien "warum hältst Du seit Monaten die Kinder von ihm fern". Obwohl ich seit Januar versucht habe, zu vermitteln und ihn zum Kontakt mit den Kindern zu ermutigen. (Da sieht man, was die Kinder an die Mutter kommuniziert haben.) Der Sohn hat dann das Krankenhauszimmer mit alten Familienfotos und Kinderzeichnungen ausgeschmückt - ein Foto von mir war natürlich nicht dabei. In der Wohnung des Vaters hat er auf dem PC einen Bildschirmschoner installiert, der ihn, seine Frau, den Vater und dessen vorige Freundin zeigt. Die Botschaft ist klar - nachvollziehbar, und doch wahnsinnig verletzend für mich (wie gesagt, er ist nicht sechs Jahre alt...)
4) Ja, wir wollen jetzt heiraten. ich habe aber Angst, dass dann alles noch mehr eskaliert. Wann sollen wir es den Kindern sagen?
5) Ja, am besten wäre es, der Vater würde mit dem Sohn reden. (Hatte mich sogar einmal deswegen mit der Ex-Frau getroffen, um zu überlegen, was der Vater tun könne, um dem Sohn zu helfen.) Hat er auch versucht - Hauptsymptom seiner Krankheit ist aber eine Sprachstörung, weshalb er sich nicht gut ausdrücken kann. Er sagt jetzt: "Kommt Zeit, kommt Rat."
 
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  • #15
FS Fortsetzung:

Was nicht so zutrifft: Ich habe den Vater nicht als "Besitz" annektiert. Er ist geistig nicht beeinträchtigt und auch Arzt. Wir haben uns einfach nur vor 2 Jahren auf den ersten Blick ineinander verliebt und beide gesagt, schade, dass wir uns ncht schon vor 30 Jahren getroffen haben... Es hat gehalten und übersteht alles, was bisher passiert ist, und noch mehr. Er "braucht" mich dabei aber nicht als "Pflegerin", da seine Ex-Frau, eine gelernte Krankenschwester, ihm das auch angeboten hat.

Also, Fazit: Ich kann den Sohn verstehen. Aber ich leide auch sehr darunter. Ist eher Mitleid (Borderline, krank) oder eher Wahren meiner Integrität (Anwalt) angebracht? Wie gehe ich mit dem Rest der Familie und Freunden um, denen gegenüber er mich verleumdet? (Was heißt: "Zum Mobben gehören zwei?")
 
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  • #16
Liebe FS,

wenn der Sohn bzw. beide Kinder keine Arbeit haben und somit psycho-soziale Probleme haben, dann solltest du dir überlegen, dass Kinder erst zu dem gemacht worden sind. So wie ich es verstanden habe von einem Arzt und einer Krankenschwester. Egal was dein "Partner" macht, es wird mit seinen "erwachsenen" Kindern auch in der Zukunft immer wieder Probleme geben.

Mir wäre es sehr suspekt, wenn ich einen Mann kennenlernen würde, dessen zwei Kinder zu solchen lebensuntüchtigen Menschen erzogen wurden. Das sagt nämlich auch einiges über den Mann aus. Für mich wäre so ein Mann nicht der richtige Partner.

Sich aus so einem toxischen Familienverhältnis rauszuhalten ist sehr schwer, man wird unweigerlich mit hinein gezogen, Grenzen zu ziehen ist sehr schwer, wenn die "Gegenseite" aus emotional unreifen Menschen besteht.

Du musst überlegen, welches Leben dir wichtiger ist. Mir wäre meins am wichtigsten. Pass auf, dass du kein CO-Opfer-Abhängige wirst. Ich bezweifle, dass das eine Liebe auf die Dauer aushält.

w 50
 
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  • #17

Ganz einfach liebe Fs: Du machst das Spiel mit. Ich würde auf solche Mails von einem anscheinend psychisch kranken jungen Menschen nicht reagieren. wie kann man solche Mails ernst nehmen? Welche Macht lässt du einem anscheinend psychisch kranken Menschen über dein Leben und dein Fühlen? Verständlich ist, dass so ein Verhalten einem irgendwie nahe geht.

Wenn ein Freund wirklich zu dir hält, würde ich mit ihm gemeinsam "Gegenmassnahmen" besprechen und einleiten. Ansonsten würde ich die Mails in einem Ordner abspeichern und aufheben, falls es doch mal zu gerichtlichen Prozessen usw. kommen sollte, dann bist du abgesichert.

Gab es irgendwelche Gegenmails deinerseits, wo du entsprechend dir verbeten hast, dass er dir solche Mails schickt und du notfalls anwältliche Beratung einleiten wirst, wenn er damit nicht aufhört? Notfalls kannst du auch zur Polizei gehen, wenn die Mails eine bedrohende, nötigende und stalkende Art haben. Manchmal hilft nur solche harten Massnahmen.

Ist dein Freund so ein Weichei, dass er seinem Sohn nicht die Leviten liest? Hat er anscheinend früher schon nicht gemacht. Nicht umsonst ist der Sohn und auch die Tochter so geworden.

w
 
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  • #18
Die FS:

An Gast #15:
Danke, Dein Beitrag spricht viel in mir an. Der Arzt und die Krankenschwester haben sich vor 23 Jahren getrennt (Kinder 4 und 7 Jahre alt). Die Kinder sind bei der mutter aufgewachsen und haben bestimmte Wochenenden und die Ferien mit dem Vater verbracht. Die Tochter sagte mir einmal, sie und ihr Bruder haben sich immer von beiden Eltern sehr geliebt gefühlt.
Nach meiner Wahrnehmung haben zumindest Mutter und Sohn die Trennung nicht wirklich verarbeitet (beide waren/sind in psychiatrischer Behandlung); und die Tochter vergöttert ihren Vater und hatte mit 27 noch nie einen Freund. Ja, das Familie nverhältnis ist toxisch. Ich sagte zu meinem Partner schon mal: "In Deiner Familie steckt irgendwie ein emotionaler Krebs; und vielleicht ist der bei Dir im Kopf gewachsen" (Hirntumor)

An Gast #11:
Ja, ich habe auch das Gefühl, er klammert sich an mich - obwohl wir, als wir uns vor 2 Jahren kennenlernten, beide (äußerlich) sehr unabhängig waren - 10 Jahre allein gelebt, ausgefülltes Leben im Beruf und mit Hobbies, mein Partner fährt (fuhr?) jeden Sommer mehrere Monate allein mit seiner Yacht auf See. Er sagte, er habe sich in mich verliebt, weil ich "einfach gut drauf" sei. (Meine Familie ist sozusagen stinknormal, Eltern mehr als 50 Jahre verheiratet, gutes Verhältnis zu Geschwistern und Neffen).

Kann es sein, dass er über mich versucht, seiner "toxischen" Familie zu entfliehen? Wenn ja: Soll ich das unterstützen, oder eher ihn motivieren, den Kontakt zu verbessern?
 
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  • #19
Kann es sein, dass er über mich versucht, seiner "toxischen" Familie zu entfliehen? Wenn ja: Soll ich das unterstützen, oder eher ihn motivieren, den Kontakt zu verbessern?

Liebe FS, warum machst du dir ständige um IHN Gedanken? Dazu fährt er noch monatelang mit der Yacht weg, bist du dabei, immer?

Hältst du dich für so kompetent, einem schwerkranken Mann helfen zu müssen, neben seiner Krankheit, dem Kontakt zu seiner toxischen Familie zu entfliehen? Wenn er das früher nicht alleine hinbekommen hat, dann wirst du ihm jetzt dazu schwer verhelfen können. Ist es deine Aufgabe, so einem Menschen helfen zu müssen?

Wo bleibst du bei der ganzen Geschichte und warum ist dir nie der Gedanke gekommen, warum du dich an so einen Problembeladenen Mann bindest, anstatt an einen, der aus so normalen Verhältnisse wie du herstammt?? Ist es sein Status als Arzt und seine Yacht, oder was?

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  • #20
An Gast #18:

Mir schien (und scheint) er ebenso "normal" wie ich (auch seine Eltern waren bis zum Tod zusammen). Ich habe das gleiche Freiheitsbefürfnis und hatte mich letztes Jahr für einen dreimonatigen Forschungsaufenthalt in Neuseeland beworben. Status habe ich selbst (bin Professorin) und auch ein eigenes Boot (beim Segeln haben wir uns kennen gelernt). Die zeitweilige Trennung fanden wir gut, haben geskypt und uns nacheinander gesehnt und jeder hat viel erlebt und dann freute man sich um so mehr aufeinander.
Erst seit ca. 1 Jahr, als seine Krankheit schlimmer wurde und seine Familie mich zu bekämpfen bzw. sich ambivalent zu verhalten begann, wurde es problematisch. Zur Zeit kann er nicht viel machen wegen seiner Symtomatik und ich hatte 4 Wochen Urlaub (wollten da eigentlich zusammen segeln, wovon sich Sohn auch ausgeschlossen fühlt...) - darauf bezog sich das "24h-am-Tag-kümmern". Jetzt versuchen wir beide wieder unabhängiger voneinander zu werden (war 1 Woche zum Kongress in den USA, aber da fiel er psychisch in ein Loch :-(

Ja, vielleicht habe ich ein Helfersyndrom? Ich merke jedenfalls, dass es mir wesentlich sinnhafter erscheint, für einen geliebten Menschen etwas tun zu können, als Forschungsarbeiten zu machen...

Du hast Recht, sein Verhältnis zu seinen Kindern ist seine Sache. (Der Sohn warf mir zwischenzeitlich vor, ich motiviere seinen Vater zu wenig zum Kontakt; deshalb habe ich das versucht) - es geht mir halt sehr darum, dass alle mich mögen. Das ist mein Fehler, ich weiß...
 
  • #21
Ich habe das Ganze jetzt quer gelesen und meine Assoziation ist, dass bei "toxischen" Familienverhältnissen alle ihren Anteil haben daran, dass es so fürchterlich werden konnte - durch Handeln und Unterlassen.

Ich maße mir kein Urteil an aus der Distanz, dazu ist die Sache zu komplex.

Aber an Deiner Stelle würde ich einmal fünf Schritte zurücktreten und die Rolle und das Verhalten aller Beteiligten ansehen - bevor Du Dich mit Haut und Haaren in eine solche Geschichte stürzt. Viel Glück.
 
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  • #22
Sei froh, dass Dein Partner zu Dir steht. In der Erziehung des Sohnes scheint einiges schief gegangen zu sein. Ich habe Grundschulkinder erlebt, die die neue Partnerin des Vaters vorurteilsfrei und liebevoll angenommen haben und unreife verwöhnte Abiturienten, die dem Vater sein Glück nicht gönnten und versucht haben, die Frau aus dem Leben des Vaters zu kicken - sehr oft angestachelt von ihrer Mutter. Bei Licht betrachtet ging es tatsächlich nur um Geldgier des Kindes. Das sind dann die gleichen Exemplare, die für ihren Vater keinen Finger krümmen würden, wenn es ihm einmal schlecht ginge. Wer solche Kinder hat, braucht keine Feinde mehr.
 
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  • #23
Hui, da kommt ja immer mehr Schwieriges ans Tageslicht...Du scheinst ja auf einem brodelnden Vulkan zu sitzen! Da ist offenbar wirklich sehr vieles falsch gelaufen in den letzten 23 Jahren (hat Dein Partner versucht, etwas an der ungesunden Situation zu ändern?) und ich finde das Forum mittlerweile keine gute Sache mehr für Dich. Ich weiss, das geht mich nichts an, aber ich würde das an anderer Stelle besprechen.
Mein einziger Tipp: Lass Dich nicht zur Sprecherin, Anwältin oder Vertreterin Deines Partners machen und versuche nicht, auf eigene Faust zu vermitteln. Das kann nur zu einer Katastrophe führen, an der Du dann schlussendlich, laut seiner Kernfamilie auch noch Schuld bist!
Arme Kinder......
 
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  • #24
Du musst mit diesem Sohn eine Mediation machen!
Oder, wenn das geht, auch mit dem kranken Vater/Freund.
Ein Erbvertrag als Lösung sollte vll. Ruhe und Vertrauen schaffen. Wie imemr der aussieht, den müsste man ja erst aushandeln.
 
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  • #25
Auch ich habe vermutet, dass es um das Erbe geht. Meiner Meinung nach zumindest teilweise zurecht, denn alles was da ist, hat ja auch zur Hälfte der Mutter gehört.

w/51
 
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  • #26
Wieso? Wenn die Beziehung zur Mutter vor 23 Jahren auseinander gegangen ist und der Vater das Geld erst danach verdient hat?
 
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  • #28
Hier die FS:

Heute habe ich vielleicht etwas mehr kapiert: Der Sohn (400km entfernt) wollte ihn morgen besuchen kommen, hatte ihm das auf den AB gesprochen, Handy angerufen und mehrere SMS geschickt. Ich wollte nun auch wissen, was Sache ist, damit ich morgen meinen Ta planen kann. Auf Nachfrage sagte mein Partner nur resigniert "ich kann nicht mehr", obwohl sich seine Krankheit gerade günstig entwickelt und er bis 1 Stunde vorher gut drauf gewesen war. Dann wollte er zur Tagesordnung (Überweisungen) übergehen. Ich meinte, er *müsse* seinem Sohn eine Rückmeldung geben, der wisse ja gar nicht woran er sei. Er: "Ich kann das nicht." Im Gespröch kam dann heraus, dass er sowohl vom gesamten Kontaktbedürfnis des Sohnes als auch seinem Verhalten im Sommer mir gegenüber gestresst ist. Seit letztem Jahr, so mein Eindruck, hat er sich hinter mir versteckt, um den Sohn abzuwimmeln. Kein Wunder, das der denkt, es läge an mir. Ich mache das nun aber nicht mehr mit. Habe meinem Partner gesagt, auch wenn es Dich stresst neben Deiner Krankheit, Du hast nun mal diese beiden Kinder. Du musst ihnen sagen, was Du willst und was nicht, ich kann das nicht für Dich machen. Er: "Wenn ich die Kinder nicht hätte, hätte ich diesen Stress nicht." Er schrieb dem Sohn dann einen Zweizeiler, dass er zunächst keien Besuch wolle und nur ca. 1mal pro Woche Kontakt.

Gast schrieb:
"Mein einziger Tipp: Lass Dich nicht zur Sprecherin, Anwältin oder Vertreterin Deines Partners machen und versuche nicht, auf eigene Faust zu vermitteln. Das kann nur zu einer Katastrophe führen, an der Du dann schlussendlich, laut seiner Kernfamilie auch noch Schuld bist!"

Damit hast Du Recht!!! Er muss es endlich lernen, selbst Grenzen zu setzen. Ich werde es erstmal so weiter versuchen: Wenn er mir im Vertrauen sagt, was ihn belastet am Verhalten der Kinder, werde ich ihn weiter ermutigen, das den Kindern direkt mitzuteilen. Sonst wissen die ja nie, woran sie sind, und bekommen "doppelte Botschaften" (Vater sagt etwas Nettes und verhält sich dann gegensätzlich). Wenn seine Sprache besser gworden ist (macht gerade eine Reha), wäre auch eine längere Aussprache und/oder Mediation gut! So lange muss sich der Sohn jetzt eben gedulden, da kann ich auch nichts dran ändern. Was meint Ihr dazu?
 
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  • #29
Liebe FS
Ich bin "die Zitierte" :)

Beim Lesen Deines neuen Posts sind mir die Tränen gekommen...Ich denke, Dein Partner versteckt sich auch hinter seiner Krankheit und ich frage mich, ob er überhaupt an einer Mediation interessiert wäre? Es würde mich nicht wundern, wenn seine Sprache dann schlagartig wieder schlechter würde. Im Übrigen spricht nichts gegen schriftlichen Kontakt! (Oder hat er auch motorische Störungen?) Mir tut der Sohn mittlerweile sehr Leid und das Verhalten und die Aussagen Deines Partners empfinde ich als unter aller Kanone, nett ausgedrückt.
Warum sagst Du ihm nicht, wie schwierig das alles auch für Dich, als eigentlich Unbeteiligte, ist? Und dass Du in Zukunft nicht mehr sein Sprachrohr sein willst, einfach das, was Du hier geschrieben hast. Ich weiss, er hat einen Hirntumor, ist sicher auch geschwächt, aber das darf nicht als Ausrede für alles gelten, und das würde ich ihm so schnell als möglich klar machen.
Wäre es für Dich eine Erleichterung, Dich einmal mit dem Sohn unter vier Augen auszusprechen?
 
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