• #31
Was soll ich bloß tun? Ich könnte gerade echt nur noch heulen....
Mal alle deine Gedanken und Vermutungen weg gelassen, woran es liegen könnte und wer sie nun wie rücksichtslos und verständnislos verhält.
Wenn Du die pure Anwesenheit deines Freund nicht mehr erträgst, heißt das doch, trotz alle guten und vermuteten Schlussfolgerungen und Gründe, du willst ihn nicht sehen und um dich haben, reagierst ablehnend und mit hohem Stresslevel auf ihn.
Ich denke, ihr seid beide nicht einfache Charaktere und nun wohnt ihr beide zusammen, keiner kann räumlich aus- oder zurückweichen, sondern nur verbal sich zurückziehen und da fühlst Du dich einerseits als Unterlegene, dem nicht gewachsen zu sein, als schlagfertig zu reagieren, es nicht an dich ranzulassen, sprich Dir ein dickeres Fell zuzulegen und nicht wirklich alles persönlich zu nehmen.
Dies ist leicht gesagt, als getan.
Als erstes du bist ihm und seinen Launen nicht ausgeliefert, du bist eine Persönlichkeit und du tust in erster Linie was dir gut tut und dich stabilisiert, erst danach kommen die Launen und Wünsche der anderen, hier deines Freundes.
Wenn du etwas akustisch nicht verstanden hast und du weißt er reagiert aggressiv darauf, dann lass seine Erzählung an dir vorüberziehen. Wenn er - wie oben jemand vermutete - nuschelt, undeutlich spricht oder du schwerhörig bist bzw. er, wie bei @Vikky lärmend und auf räumlicher Entfernung, mit dir sprechen will, dann sprich es genau an: dass er bitte langsamer und deutlicher mit dir reden möchte, oder später unter vier Augen in einer ruhigen Minute, oder nicht wenn Du oder er von den Gedanken oder eurer Tätigkeit im Moment abgelenkt seid, nicht reden mit der Bohrmaschine im Hintergrund oder über 2-3 Zimmer hinweg.
Auch fühlst Du Ärger, dann schaue genau darauf, wann du ärgerlich wirst, schon in der Lauerstellung und Erwartung, er wird schon schroff reagieren, dann gehe zuvor aus der Situation (Briefkasten, Müll wegbringen, Toilette, eine Runde um den Block, Kurzeinkauf im Supermarkt) und nutze die Zeit dich zu beruhigen und zu entspannen, denn er hat da noch gar nichts zu dir gesagt. Wenn er etwas zu dir sagt, schroff und ungehalten, dass schaue dir an, warum du ärgerlich wirst, aus dem Gefühl er ist ungeduldig, hat kein Verständnis, nicht dich nicht ernst, wertet dich ab, übertritt deine Grenzen? Und dann reagiere, entweder direkt, du möchtest nicht, dass er so mit dir redet.
Ich denke, wie die meisten, ihr passt nicht zusammen, weil du ihn in deiner jetzigen Verfassung nicht zu händeln weißt, denn dann würdest Du auf ihn einen positiven und beruhigenden Einfluss haben, dir geht es im Moment (oder schon länger) nicht gut und deshalb schaukeln sich die Gespräche zunehmend hoch und eskalieren.
Im Grunde müsstest Du seine auffälliges Verhalten mögen, um dauerhaft mit ihm Zusammenleben zu können, wenn Du ihn schon unausstehlich und unerträglich empfindest, bedeutet das Trennung.
 
  • #32
Btw: nahezu jeder Mann wird dir auf die Frage in erstauntem Ton " wieso bist du schon da?" mit "soll ich wieder gehen?!" antworten.
Meiner nicht. :D Der fängt dann an, in übertriebenem Tonfall Loriot zu zitieren ("Ich wohne hier!" - "Aber doch nicht jetzt, um diese Zeit!") und dann müssen wir beide direkt lachen.

Das nächste Mal vielleicht mit: "hey, das ist ja schön, dass du schon da bist. Hattest früher Feierabend? " reagieren.
Aber ich weiß natürlich, was du meinst, und finde das einen guten Rat an die FS.

W, 28
 
  • #34
allerdings hat sie durch das Medikament eine teils depressive Phase, wie sie selber sagt.
Offensichtlich nicht nur depressiv sondern stimmungsschwankend zwischen Tränen und Wut. Das macht es für das Gegenüber viel schwerer damit umzugehen.

Nehmen wir mal an, er ist kommunikativ wirklich schwierig. dann fehlen ihm umso mehr die Skills, mit den aktuellen Veränderungen/Schwankungen der FS umzugehen.

Wenn ich von der Arbeit früher nach Hause käme und der andere mir zeigen würde, dass ich dort nicht erwünscht bin, dann wäre ich aber auch leicht verschnupft.

Der dargestellte Gesprächsverlauf zu dem Thema zeigt, dass sie hätte wissen müssen, dass er an dem Tag früher kommt (irgendwas hatte er vor). Sonst hätte er nicht gesagt:
ganz schroff „Na was hab ich denn heute noch vor?“.
Sie sagt, sie fragt normal. Hmm, kann sie ihr eigenes Verhalten wirklich richtig einschätzen? Scheint mir nicht so mit ihren Stimmungsschwankungen.
Ich werde bei unverhofft früherem Auftauchen auch eher positiv begrüßt - nicht normal bis ablehnend.

Sie schreibt „er ist mal lieb, nett und dann wiederum was von tickender Zeitbombe“.
Warum ist sie dann mit ihm zusammen? Ist es nicht wahrscheinlicher, dass sie das wegen ihrer medikamentenbedingten "Sensibilität" nur so wahrnimmt?
Sie schreibt, dass der Stress erst seit dem Zusammenzug so ist, nicht aber seit wann sie zusammengezogen sind - etwa seit ca. 7 Monaten, seit sie die Medikamente nimmt.
Vorher haben sie offensichtlich bereits weitgehend zusammengewohnt - in der alten Wohnung von einem von ihnen und da lief es gut. Da scheint mir der Zusammenzug in einer neuen Wohnung nicht die Ursache für das Problem zu sein.

mit Geld hat das wirklich nichts zu tun, das kannst du damit nicht aufrechterhalten und so bezahlen wollen!
Nee, aber guckt Dir doch an, wie es bei vielen jungen Leuten läuft: sie haben Romantikkino im Kopf. Da wird viel Geld (mehr als man sich leisten kann und oft genug auf Pump) in die erste eigenen Wohnung gesteckt, muss ja alles supadupa für die Inszenierung der großen Liebe sein - dank Insta.
Oft hat man ja auch einen Mietvertrag mit einer Mindestlaufzeit abgeschlossen und sich natürlich für eine Wohnung entschieden, die einer allein nicht finanzieren kann.

Dann glauben sie, sich nicht trennen zu können, weil sie nicht wissen, wie sie das alles finanziell hinkriegen sollen :
- eigene Wohnung mieten, Kaution und Umzug zahlen
- Ratenanteil für die Möbel abstottern
- dem Partner eine Mietbeteiligung für die gemeinsame Wohnung die nächsten 2 Jahre zahlen, weil laut Mietverrtag dazu verpflichtet.
 
  • #35
Zu lieb, obwohl solche verletzenden Sätze fliegen?

Ich sehe nicht, dass du "zu lieb" bist.

Viel wichtiger ist allerdings, warum du ihn zu Hause nicht ertragen kannst.
Hast du selbst das Gefühl, es hängt mit dem Medikament zusammen oder war die Dynamik in den ersten fünf Monaten der Beziehung ähnlich?
Was glaubst du, passt da genau nicht und könnt ihr miteinander reden über diese Entwicklung?
Also den Satz hab ich nur gesagt, weil wieder so eine schroffe Antwort auf eine belanglose Frage kam.

Eigentlich nicht. Ich denke, dass es gerade darin liegt, dass wir beide Stress haben. Die Wohnung ist noch nicht komplett fertig. Wir müssen teilweise aus Kisten erstmal leben, obwohl wir beide sehr Ordnungsaffin sind. Vielleicht liegt es daran. Denn noch vor paar Wochen war alle super. Wir haben uns sehr gut verstanden.
Er kennt ja sein Problem. Er weiß wie gesagt, wie schwierig er ist. Das muss ich ihm gar nicht sagen, aber eine Lösung fällt mir nicht ein. Etwas womit wir beide klarkommen. Was soll ich ihm vorschlagen? Wie können wir daran arbeiten?
 
  • #36
Das denke ich auch. Da bist du zu „lieb“ für.
Hab das gleiche bei meinem Mann, er hat mir was gesagt, ich hab es falsch verstanden und ich frage nochmal nach und er wird direkt frech und schreit rum. Er muss sich zu sehr zurück nehmen um es zu unterbinden, er ist einfach so, entweder man akzeptiert das oder zieht die Reißleine.
Ich kann in aller Regel gut Kontra geben ist trotzdem nicht so toll sich gegenseitig anzugehen, weil sich das dann noch weiter hochschaukelt und ausartet, also besser die Klappe halten und versuchen ruhig zu bleiben.
Bin selber sehr temperamentvoll in gewissen Punkten und brauche einen Ruhepol der mich runter bringt 🙈

Aber ich glaube mehrere Paare haben so eine Art der Kommunikation, unsere Nachbarn auch, was man so mitbekommt, die schreien sich auch an 🙈 „wo hast du denn jetzt denn Splitt hingekippt, man kannst du mal zuhören, ich hab dir doch gesagt nicht dahin!“ und das so dass es die ganze Nachbarschaft hören kann.

Man darf bei manchen Menschen nicht das falsche sagen, dann gibts direkt ne freche Antwort.
Ich denke dein Freund hat das so drinne, der merkt das selber vermutlich gar nicht mehr.
Mein Mann hat auch schon gesagt, wie ich überhaupt mit ihm zusammen sein kann, wie er zu mir ist (so wie er rumschreit), tut ihm sehr leid aber er kann nicht anders, sowas nervt ihn einfach.

Lebt euch ein und sprich nochmal mit ihm, vllt kann er mal bewusst darauf achten wie er dir antwortet, ich denke er merkt es selber nicht wie schroff er zu dir ist, bevor du ausziehst.

W 27
Wie gehst du damit um? Ich lass mir sowas echt nicht gerne gefallen und werde dadurch super wütend und zicke ihn dadurch an. Manchmal schlucke ich es einfach runter um keinen Streit zu verursachen, aber es nervt halt total. Habt ihr eine Lösung gefunden, wie ihr beide damit umgehen könnt?
Mein Vater ist auch so ein Mensch....
 
  • #38
Geh zum Arzt, schildere ihm das Problem und frag nach einem Alternativmedikament - gibt es meistens. Wenn Du GKV-versichert bist, dann wird meistens nur der Wirkstoff verordnet und Du kriegst das Medikament, mit dessen Hersteller Deine Krankenkasse einen Rabattvertrag hat. Hast Du solche schlimmen Nebenwirkungen, dann kann Dein Arzt Dir ein von ihm gewähltes, verträglicheres Medikament per "aut idem"-Verordnung verschreiben.
Das würde ich sofort als erstes probieren. Ich hatte selber noch ganz andere Probleme mit Medikamenten und glücklicherweise einen unterstützenden Arzt, der keinen Konflikt mit der Krankenkasse scheute.

Alternative: kümmere Dich um eine Psychotherapie bevor sich das Problem verfestigt und Du anfängst Dinge in Trümmer zu legen, die Du garnicht zerlegen willst.

Dein Freund scheint kein ganz einfacher Typ zu sein und Du kannst nicht so gut mit ihm kommunizieren, wie Du glaubst. Da braucht es auf Deiner Seite eine gewisse Robustheit, die du nicht hast, wenn die Pillen Dir den Boden unter den Füßen wegziehen.
Anhand Deines geschilderten Dialoges finde ich aber, dass die Aggression von Dir ausgeht, nicht von ihm und da steht man vor der Frage: falsche Selbstsicht oder kannst Du Dich generell nicht gut ausdrücken?

Wenn Du weißt dass du solche Stimmungsschwankungen hast und grad besonders angefasst bist, dann hilft eines: Klappe halten.


Das scheint ja öfter vorzukommen und da würde ich mir die Situation genau angucken. Kann es sein, dass Du schon in so jungen Jahren schwerhörig bist und daher öfter was nicht mitbekommst? Lass es checken.

Oder ist es wie bei mit früher: der Kerl hat ein Radio an, hantiert mit elektrischen Maschinen, befindet sich am anderen Ende des Hauses und meint, mit mir auch noch reden zu müssen. Auf die Anranzerei hatte ich keinen Bock und ich habe konsequent nicht geantwortet und nicht nachgefragt, wenn ich es nicht verstanden habe. Soll er aufhören rumzulärmen und zu mir kommen, wenn er was von mir will.


Liest Du aus ihrer Schilderung bei ihm launisches Verhalten? Ich lese das eher bei ihr.
Jemandem zu sagen, dass man ihn in der gemeinsamen Wohnung nicht haben will wenn er für sie unerwartet zu früh von der Arbeit kommt ist doch wohl ziemlich daneben.
Ich habe diesen Satz nur gesagt, weil auf eine banale Frage so eine schroffe Antwort kam. Da kommt ungewollt die Wut in mir hoch. Meine Frage war überhaupt nicht böse gemeint und ich hab sie wirklich normal gestellt.

Es ist so wie du es mir geschildert hast. Er ist am anderen andere der Wohnung, hat Essen im Mund oder irgendetwas anderes übertönt seinen Satz. Daher verstehe ich akustisch etwas nicht.

Alternativen gibt es für das Medikament leider nicht.

Therapie mache ich bereits.
 
  • #39
Ich finde es auch unter aller Kanone wie dich dein Freund behandelt. In einer gewissen Weise kann ich ihn allerdings auch verstehen. Gerade das Beispiel das ich zitiere.

Wie oft kommt das vor, dass du ihn akustisch nicht verstehst? Natürlich kann das mal vorkommen, dass man mal nichts verstehst. Wenn das allerdings öfter vorkommt kann das ganz schön nervig sein wenn man sich ständig wiederholen muss. Redet er undeutlich? Dann kann ich dich natürlich verstehen.
Er redet manchmal wirklich undeutlich. Nuschelt vor sich hin oder ist am anderen Ende der Wohnung. Die Freundin von seinem Vater hat genau das selbe Problem mit dem Freund (also sein Vater).
 
  • #40
  • #41
Bisschen denkt man ja dann schon, du hast dir so jemanden ausgesucht, weil du das so kennst... ich hab mir auch jemanden wie meinen Vater gesucht, aber mein Vater hat halt keine solchen Verhaltensweisen...
Ich wage mal zu behaupten, dass er sich nicht wirklich grundlegend ändern wird können. Ich mein, vielleicht mit Therapie oder Coaching oder so.. aber grundsätzlich wird so ein Verhalten in Beziehungen mit der Zeit eher schlimmer als besser. Hier wurde ja schon gesagt, was einen am Anfang stört, wird oft der Trennungsgrund. Man sollte immer davon ausgehen, dass die Schwächen des anderen bleiben und er sich nicht um 180° ändert oder ändern kann, selbst wenn er das möchte. Es gibt Schwächen, mit denen kann man leben, mit anderen nicht. Wenn er einen hohen Leidensdruck hätte, hätte er sich ja schon mal drum gekümmert, dass er das in Angriff nimmt. Hat er aber nicht. Es tut ihm leid, aber es ist nicht so, dass er das total schlimm findet, nehme ich mal an.
Ich hätte auch keine Lust, als Partnerin dann immer wie auf Eiern zu gehen und alles mit Humor abfedern zu müssen, wenn der andere so reagiert. Das würde ich auch nicht einsehen, warum dann alles an mir hängen soll. Wenn mir jemand immer wieder so genervt kommt (z.B. wenn ich was nicht verstehe) und mit den Augen rollt, dann reagiere ich irgendwann richtig aggressiv, da springe ich echt drauf an, weil ich das so unverschämt und respektlos finde. Die meisten Leute sind aber eben nicht so, nach meiner Erfahrung.
Wenn ihr es ändern wollt, müssten schon beide daran arbeiten bzw. "üben".
 
  • #42
Er kennt ja sein Problem. Er weiß wie gesagt, wie schwierig er ist. Das muss ich ihm gar nicht sagen, aber eine Lösung fällt mir nicht ein. Etwas womit wir beide klarkommen. Was soll ich ihm vorschlagen?

Er ist schon groß und soll sich selber um eine Lösung kümmern, um zu einem sozial verträglicheren Verhalten zu kommen. Hör bloss auf, ihm die Mami zu machen, die das für ihn löst.

Dir hilft mentale Robustheit, die Du Dir selber aneignen musst und ein gewisses Set an standardisierten Reaktionen, also solche Dinge wie: wenn Du merkst dass Dein Nervenkostüm dünn ist, dann garnichts sagen. Ansonsten hilft ein klares "Stopp, so nicht mit mir".

s.o. Jeder für sich. Im Zweifelsfall musst Du ihm die rote Lampe zeigen ala "wenn das so weitergeht und Du Dich nicht änderst, dann endet unsere Gemeinsamkeit in absehbarer Zeit".

Super. Nimm als erwachsene Frau niemals einen Mann mit Verhaltensweisen, die Dich schon bei Deinem Vater gestört haben. Den Fehler habe ich in Deinem Alter auch gemacht, weil ich so ein "daneben Verhalten" kannte und nicht so schlimm fand. Mit den Jahren ging es dann aber garnicht mehr.

Wenn er das in kurzer Zeit nicht ablegt, dann trenn Dich von ihm, weil er sich nicht ändern kann.

... Daher verstehe ich akustisch etwas nicht..... Er redet manchmal wirklich undeutlich. Nuschelt vor sich hin oder ist am anderen Ende der Wohnung.
Dann gewöhn Dir an, weniger neugierig zu sein und nicht nachzufragen. Soll er seine grauen Zellen in Bewegung setzen und selber feststellen, dass Kommunikation so nicht geht.
Ich habe solche Situationen irgendwann souverän gehandelt als "wenn ihm nicht wert ist, dass ich ihn verstehe, dann kann mir nicht wichtig sein, was er da zum Besten gibt" - Klartext: ignorieren. Und wenn er dann laut wird, ihn noch ganz gelassen einnorden, was er sich rausnimmt, Dich anzuschreien.

Wenn Du Dir viel gefallen lässt und Dir dann unvermittelt das Blech wegfliegt weil überstrapaziert, dann ändert er sein Verhalten nicht. Niedrigschwellige Intervention ist das funktionierende Geheimnis der Veränderung der Kommmunikation zwischen euch.
 
  • #43
Ich habe die ganze Diskussion nicht gelesen, nur den Ausgangsbeitrag. Was mir dazu einfällt:

Ich beobachte immer wieder, wie Frauen auf Bindung und Intensivierung derselben drängen. Dazu gehört auch, zusammen zu ziehen. Realisieren sich ihre Bindungserwartungen, werden sie nicht glücklich. Im Gegenteil, sie bedauern plötzlich das Maß an Bindung, das sich nun realisiert hat.

Ich glaube, sie folgen dabei einer verinnerlichten gesellschaftlichen Rollenerwartung, welche ihre wahren Neigungen und Bedürfnisse überdeckten bis zu dem Zeitpunkt, in dem sie sich realisieren. Ist diese Lebenssituation manifest, wird ihnen plötzlich bewusst, das gar nicht gewollt zu haben.

Die wahre, authenische Bindungsneigung der Frauen ist demnach genauso gering wie die der Männer. Frauen folgen nur mehr Normen und verwechseln sie häufiger mit ihren wahren Neigungen.
 
  • #44
Ich habe diesen Satz nur gesagt, weil auf eine banale Frage so eine schroffe Antwort kam. Da kommt ungewollt die Wut in mir hoch. Meine Frage war überhaupt nicht böse gemeint und ich hab sie wirklich normal gestellt.

Es ist so wie du es mir geschildert hast. Er ist am anderen andere der Wohnung, hat Essen im Mund oder irgendetwas anderes übertönt seinen Satz. Daher verstehe ich akustisch etwas nicht.
Ja, da hast du dir wirklich jemanden geangelt, der schwierig ist und obendrein die Regeln der Kommunikation nicht verstanden oder gelernt hat.

Am anderen Ende der Wohnung mit jemanden zu reden zu versuchen ist eine Unart.
Zu nuscheln ist eine Unart.
Mit offenem Mund beim Essen zu reden ist eine Unart.

So jemand, der sich oft nicht darum bemüht, dafür zu sorgen, dass man oder ich ihn auch verstehen kann, verdient meine Anstrengungen nicht. Ich schalte meine Ohren da entweder auf Durchzug oder teile ihm deutlich mit, dass er so nicht mit mir zu reden braucht. Ich teile auch meinen Parteien auf der Arbeit am Telefon mit, wenn sie mit mir mit vielen Nebengeräuschen telefonieren wollen. "Tut mir leid, aber so kann ich Ihnen nicht helfen. Wenn es ruhig ist, dann können Sie mich gerne wieder anrufen." Dann hab ich aufgelegt. Denn sonst kommen da nur Missverständnisse raus oder noch blödere Situationen.

Und wenn der dann auch noch patzig darauf reagiert, dann kann ich den erst recht nicht ernst nehmen. Für gutes, gelingendes Kommunizieren kann man schon viel selbst sorgen - da überlegt man sich das was, wann, wo und wie vorher und regt sich nicht auf, weil der andere nicht verstanden hat. Was soll das Gemecker denn bringen? Man macht dann doch nur miese Stimmung.

Man lernt doch schon in der Kindheit und Jugend, wie man kommuniziert - wer kennt da nicht die Mahnreden der Mama oder Oma? Sprich nicht mit vollem Mund! Komm her, wenn du reden willst! Ich versteh dein Nuscheln nicht - red deutlich!
 
  • #45
Er kennt ja sein Problem. Er weiß wie gesagt, wie schwierig er ist.
Ich finde ihr seid beide schwierig. Jeder kämpft an seiner Front und hofft das es besser wird wenn der andere sich bloß bessern würde. Allerdings finde ich das Du das schlimmere Problem hast. Mit Medikamenten undTherapie, kann das mehr als anstrengend sein. Was wäre momentan für Dich gut. Da würde ich mal nachfühlen. Auch wenn Du lieber wieder Single wärest, weil es besser für Dich ist, mach es.
 
  • #46
Das muss ich ihm gar nicht sagen, aber eine Lösung fällt mir nicht ein. Etwas womit wir beide klarkommen. Was soll ich ihm vorschlagen? Wie können wir daran arbeiten?
Man könnte daran sicherlich "arbeiten", aber dann müsste es auch das eigentliche Problem der Beziehung dann schon sein.

In Eurem Falle sind diese Dinge aber sehr sicher erst der Auftakt zu weiteren, viel entscheidenderen Problemen.
Deswegen gebe ich Dir hier jetzt keine Ratschlag.

Ich finde, Du solltest das in dieser Phase nicht "passend machen" wollen. Das musst Du auch nicht, denn ihr seid noch jung.

Es wäre besser, wenn Du Dir jemanden suchst, mit dem diese Probleme in dieser Phase gar nicht erst auftauchen, der also charakterlich von Dir noch nicht als "schwierig" beurteilt wird.

Glaub mir, ist besser für Dich.
 
  • #47
Ja, da hast du dir wirklich jemanden geangelt, der schwierig ist und obendrein die Regeln der Kommunikation nicht verstanden oder gelernt hat.
Genau deshalb passt es nicht und wird auch bei einseitigen Anstrengungen niemals passen können, eine Frage des Charakters und die beiden Charakteren sind eben nicht kompatibel, so einfach ist das, jede andere Erklärung, ist nur programmiertes schönreden und unter den Teppich kehren, das ist normal Ausrede, und so weiter und so fort!
 
  • #48
Wie oft kommt das vor, dass du ihn akustisch nicht verstehst? Natürlich kann das mal vorkommen, dass man mal nichts verstehst. Wenn das allerdings öfter vorkommt kann das ganz schön nervig sein wenn man sich ständig wiederholen muss. Redet er undeutlich? Dann kann ich dich natürlich verstehen.
Also mal ganz ehrlich, hier mal ein Schwank aus meinem Leben:

Ich höre links ca. 35% weniger als rechts. Das liegt daran, dass ich ein Musiker-Ohr hab, sprich, bei einem unserer Auftritte stand ich als E - Gitarristin zu nah an der völlig übersteuerten Anlage auf der engen Bühne, und schwupp, da war er, der Gehörschaden. Nun ist er da, und geht nicht mehr weg. Mein Ohrenarzt meinte damals, dass es für ein Hörgerät noch zu wenig Differenz zum anderen Ohr sei, und man könne versuchen, sich auf eigene Kosten (100€ pro Stück) Kortisonspritzen ins Ohr zu jagen, mit einer Besserungswahrscheinlichkeit von 30 %.
Meinen Mann verstehe ich auch manchmal nicht, vor allem nicht, wenn er nuschelt. Muss ich mich von ihm deswegen dumm angehen lassen, nur weil er sich wiederholen muss? Vor allem, was soll das bringen? Der Zustand wird sich nicht mehr ändern, er wird damit leben müssen, manchmal die Dinge dreimal sagen zu müssen, bis ich ihn höre. Schließlich hat er ja auch ein Interesse daran, mit mir zu kommunizieren. Dies muss ich ihm gegenüber übrigens auch manchmal, ganz ohne, dass er einen Hörschaden hat.
Manchmal frage ich mich, warum sich die Menschen wegen solchen Lappalien nicht beherrschen können. Was soll denn sowas? Man sucht sich doch nicht einen Rollstuhlfahrer als Partner und ist dann genervt, dass der nicht mit joggen gehen kann? Wieso kannst du, lieber @Jochen1 die FS nur dann verstehen, wenn er undeutlich spricht, wenn sie aber ein ernsthaftes Hörproblem hätte (wovon sie gar nichts sagte), dann nicht? Ist hier irgendwie verkehrte Welt, oder Gegenteiltag, oder wieso macht man Leute mit einer Sinnesstörung dafür verantwortlich, dass es einen nervt, wenn man sich wiederholen muss? Was ist denn das für ein Benehmen und für eine Einstellung? Ich glaube, das hast du nicht ernst gemeint.
 
  • #49
Manchmal frage ich mich, warum sich die Menschen wegen solchen Lappalien nicht beherrschen können. Was soll denn sowas? Man sucht sich doch nicht einen Rollstuhlfahrer als Partner und ist dann genervt, dass der nicht mit joggen gehen kann?
Das ist doch ein ganz deutliches Zeichen und Signal, dass die beiden nicht passen, dass sie eben charakterlich nicht zusammen harmonieren. Wenn die Leute, die Partnerauswahl genauso gründlich und einfühlend machen würden, wie sie sich für den Urlaub entscheiden und einsetzen oder die Hochzeit nach bestimmten Kriterien durchführen, dann würde der Partner garantiert besser harmonieren und besser passen! Punkt!
 
  • #50
Man lernt doch schon in der Kindheit und Jugend, wie man kommuniziert - wer kennt da nicht die Mahnreden der Mama oder Oma? Sprich nicht mit vollem Mund! Komm her, wenn du reden willst! Ich versteh dein Nuscheln nicht - red deutlich!
Der Partner verhält sich wie sein Vater und auch der Vater der FS. Also beide haben gelernt: ist normal, dass Männer sich so verhalten.
Beide Väter hat nicht interessiert was Mama/Frau zu so einem Benehmen gesagt hat (sofern sie was gesagt hat) und nun läuft es in der Folgegeneration von seiner Seite genauso. Nur die FS bekommt zunehmend ein Problem damit, weil sie anders tickt, als die Frauen der Vorgeneration und das macht Probleme.
 
  • #51
Der Partner verhält sich wie sein Vater und auch der Vater der FS. Also beide haben gelernt: ist normal, dass Männer sich so verhalten.
Beide Väter hat nicht interessiert was Mama/Frau zu so einem Benehmen gesagt hat (sofern sie was gesagt hat) und nun läuft es in der Folgegeneration von seiner Seite genauso. Nur die FS bekommt zunehmend ein Problem damit, weil sie anders tickt, als die Frauen der Vorgeneration und das macht Probleme.

Mag sein, dass er es in seiner Familie so gelernt hat - nur, wenn es die TE so stört, dann muss sie ihre Grenzen aufzeigen und konsequent sein. Daher: Ihm mitteilen, dass das so nicht geht und, wenn er das mehrmalig nicht zur Kenntnis nimmt und sein Verhalten ändert, anfangen den Mann in solchen Situationen einfach zu ignorieren. Wenn es nicht mehr erträglich ist, dann soll man sich trennen und sich jemanden anderen suchen, der ein bisschen sozialverträglicher ist.
 
  • #52
Mag sein, dass er es in seiner Familie so gelernt hat - nur, wenn es die TE so stört, dann muss sie ihre Grenzen aufzeigen und konsequent sein.
Ich denke, das ist ihr permanenter Konflikt - sie hat Probleme ihre Grenzen zu finden, weil sie das Verhalten auch über ihren eigenen Vater gewöhnt ist. Sie ist ja noch jung, d.h. der Volleinfluß des Vaters liegt noch nicht so lange zurück.
Da ist sie nun im Emanzipationsprozess und mit dessen Fortschritt ist ihre Akzeptanz für das gleichartige Verhaltens ihres Partners im freien Fall nach unten.

Der Umzug in die erste gemeinsame Wohnung ist ein entscheidender Schritt - neues Leben und wird nun vom Partner durch ein "altes" und unerwünschtes Verhalten des Vaters gestört, welches in ihrem Leben nun keinen Platz mehr haben sollte.
Bisher war das nicht so störend, weil es in getrennten Wohnungen Pausen voneinander gab - in dre gemiensamen Wohnung nicht mehr, d.h. kein Ausweichen/Abschalten möglich.

Wenn es nicht mehr erträglich ist, dann soll man sich trennen und sich jemanden anderen suchen, der ein bisschen sozialverträglicher ist.
Auf dem Weg ist sie grad, wenn sie verstanden hat, warum vorher aushaltbar war, was es jetzt nicht mehr ist.
Egal, ob ihre Stimmungsschwankungen durch Medikamente stärker sind als normalerweise - ihre Ablehnunge seines unmöglichen Verhaltens, was bei getrenntem Wohnen erträglich war wird zunehmend zum Problem.
Sie wird es ihm sagen müssen, wenn sie noch eine Chance haben wollen.
 
  • #53
Anhand Deines geschilderten Dialoges finde ich aber, dass die Aggression von Dir ausgeht, nicht von ihm und da steht man vor der Frage: falsche Selbstsicht oder kannst Du Dich generell nicht gut ausdrücken?
Das war auch mein Gedanke. Ich hätte in etwa sowas gesagt: Oh, schön, dass Du schon da bist, da können wir ja dann noch (spazieren gehen, früher essen, die Lieblingsserie gucken etc.) ist was vorgefallen in der Arbeit ?
 
  • #54
Lies Dich mal rein mit den " vier Ohren ". Google das.
Dann weisst Du warum die Kommunikation nicht mehr klappt.

Und sag auch mal ein Lob, nicht nur Kritik
 
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