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  • #1

Erfahrung im Umgang mit Alkoholproblemen? Bitte um Rat!

Hallo an alle, die Erfahrungen haben, was Alkoholprobleme bei sich oder dem Partner bedeuten. [...]

Vor Weihnachten hatte ich hier schonmal gefragt unter
https://www.elitepartner.de/forum/1-date-ist-die-reaktion-auf-alkohol-normal-24256.html,
wie Eure Einschätzung ist. Die Antworten haben mir wirklich sehr geholfen, nicht gleich den Mann auszusortieren, sondern nochmal zu sehen, was los ist. Nun bin ich schlauer und bitte um Hilfe bei der richtigen Einschätzung der Situation und den Möglichkeiten.

Folgendes hat sich herausgestellt:
Der Mann (Mitte 50), den ich kennengelernt habe, arbeitet seit Jahr und Tag ca. 50-60 Stunden in der Woche in sehr verantwortungsvoller/beladener Position. Das funktioniert und er hat dabei (noch?) keine Ausfälle. Dazu gehörte es seit jeher, bei Geschäftsessen auch zu trinken. Er sagt, dass er das immer gut vertragen hat (?!?). Vor 1,5 Jahren gab es dann das Ende einer mehrjährigen Beziehung und von da an, abends nach der Arbeit oder am Wochenende beim Weggehen, zunehmend zu viel Alkohol. Er kann offensichtlich nicht mehr nach einem oder einen zweiten Glas aufhören, sondern trinkt bis er Probleme hat, gerade zu laufen, spricht aber noch unauffällig.

So, jetzt die Situation: Mir gefällt er sehr gut (abgesehen natürlich von dem Alkoholproblem). Er möchte mich am liebsten gestern als Partnerin haben. Meine Beobachtungen zu seinem Trinkverhalten habe ich klar angesprochen und auch, dass ich keine Beziehung mit einem Mann mit Alkoholporblemen eingehen kann und mich schon gleich gar nicht von einem alkoholisierten Mann anfassen lassen würde.

Seine Reaktion war, dass er sofort einräumte, dass er einen verantwortungslosen Umgang mit Alkohol hat und weiß, dass das so nicht geht. Dass er eine sehr schlechte Phase (nach der Trennung kamen noch ein paar Belastungen hinzu) hatte und meint, die sei jetzt vorbei. Nun möchte er mich gerne als Partnerin, will sich auch "Trinkbedingungen" diktieren lassen und glaubt, dass es gemeinsam mit mir besser geht, dass er das Problem in den Griff bekommt.

Selbst habe ich keine Erfahrung mit Alkoholproblemen, trinke bei Gelegenheit selbst mal ein Glas Wein oder Sekt, sonst aber nichts.

Wie schätzt ihr das ein?
Geht das ohne professionelle Hilfe überhaupt, ist er noch auf der Seite, wo er sich aus eigenem Antrieb steuern kann?
Welcher Weg ist gangbar?
Macht das Sinn, dass ich darüber nachdenke, mit ihm so eine Beziehung anzufangen, kann das die entscheidende Motivation sein, oder gilt die knallharte Regel, erst Problem lösen und zwar allein, dann eventuell Beziehung, weil alles andere kontraproduktiv ist?

Ich bin über hilfreiche Antworten sehr dankbar.
 
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  • #2
Ich war 15 Jahre mit einem Alkoholiker verheiratet, habe seine Versprechen und ab und an trockenen Phasen mitgemacht.
Dein Freund weiss selber, dass er Alkoholiker ist, ansonsten würde er alles bis zum St.-Nimmerleinstag abstreiten.
Trotzdem ist er clever und versucht Dich auf diese Tour einzuwickeln (mit Dir wird alles gut, Mutter Teresa).
Mein Rat: Lass' Dich nicht drauf ein, Du ziehst den Kürzeren!
 
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  • #3
Ein Alkoholiker ist süchtig, d.h., er kann seinen Konsum nicht selbst kontrollieren, auch wenn er dies glaubt. Typisch ist, dass er Ausreden für seinen Alkoholkonsum vorgibt. Ein Alkoholiker hat immer einen Grund, die Arbeit, die Ehe, der Fußballverein, das Wetter, was auch immer. Und er sagt immer, dass er aufhören kann.
Andere Menschen haben auch Probleme und trinken nicht.
Meine Freundin ist mit einem Alkoholiker verheiratet und mein Ex war auch sehr stark gefährdet.
Sei vorsichtig und lass dich nicht blenden.
Hast du ein Helfersyndrom? Wenn ja, dann geh die Beziehung ein, aber mache dich schon jetzt auf schwere Zeiten gefasst. Spätestens bei der ersten Beziehungskrise wird er wieder zur Flasche greifen. Und glaube mir, DU kannst ihm nicht helfen. ER muss es tun und muss sich professionelle Hilfe holen. Der Mann meiner Freundin ist seit 8 Jahren trockener Alkoholiker und er kann inzwischen darüber sprechen. Sie gehen seither regelmäßig beide zu einer Selbsthilfegruppe und sagen, dass das für sie sehr wichtig sei. Er hatte übrigens 3 Rückfälle.
Nur, damit du siehst, dass es nicht so einfach ist. Bei einem Alkoholiker darf es absolut keinen Alkohol mehr geben, auch der Partner sollte da mitmachen, also nix von wegen mal ein Glas Sekt.
 
  • #4
Fahr mit ihm in Urlaub - und zwar in den Iran. Da kriegst keinen Alkohol und wenn er das macht für 2 wochen und durchhält schafft er es danach auch, nur noch in Maßen. Wenn er es nicht macht vergiß ihn.
 
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  • #5
hallo
ich kann dir nur aus meiner eigen erfahrung sagen. er muß es für sich ändern, nicht für dich.er muß sich selbst soviel wert sein.
aber wenn er es will dann kann er das .mein ex partner hatte ein sehr großes alkoholproblem und er hat es geschafft.
wichtig ist für dich das du nach deinem gefühl handelst. nimm ihm aber nicht die verantwortung ab denn es ist seine.

alles gute
 
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  • #6
Auch wenn mein Verstand sagt, lass es! Wie oft trifft man jemanden, den man gut findet!

Schaue einfach noch genauer hin!!! Viel, viel Glück!!!

Ich kenne Deine Gedanken, und denke es gibt geistige Krankheiten, die man nicht so leicht erkennt, die aber anerkannt sind. Hier ist es eine Schwäche, die hoffentlich überwunden werden kann.

Alkohol ist ein Problem, ein greifbares!!!!
 
  • #7
So ein Verhalten und so eine Einstellung gehen gar nicht.
Jeder Mensch muss sich selber im Griff haben, ohne auf andere angewiesen zu sein. Er will dich schon von Anfang an sozusagen zur Co-Abhängigen machen.
Was ist, wenn man wieder zu viel säuft? Dann macht er dir Szenen, bekommt Ausraster etc. Und was ist, wenn er doch nicht vom Alkohol befreit wird? Bist da dann "schuld"? Lauter Fragen ....
Nein - Finger weg von einem Alkoholiker.
 
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  • #8
Hi, ich habe gerade genau das hinter mir, hätte ich vorher gewusst, dass der Mann den ich liebe (auch gut gehendes Unternehmen, Geschäft läuft... etc.. Alkoholproblem nicht sofort ersichtlich) Alkoholiker ist und welche Probleme und Schmerzen auf mich zukommmen, ich wäre so weit wie möglich gerannt. Am Anfang wird alles versprochen, alles ist wunderbar, er reisst sich sogar am Anfang zusammen, das wird dann zunehmend weniger, Lügen, Versteckspiele, Aggressionen, du kannst eigentlich alles nachlesen. Es läuft nach Schema F und im Grunde verlängerst Du sein Leiden, unterstützt ihn in seiner Sucht. Es hilft (auch wenn nicht so 'viel' getrunken wird und andere vielleich noch mehr trinken wie es scheint) nur der knallharte Entzug mit professioneller Hilfe. Als Partnerin kannst du eh nicht helfen, Du solltest zusehen dass Du nicht von IHM abhängig wirst. Das grösste Problem. Und: Alkoholiker können wahnsinnig gut reden und überzeugen, das haben sie einfach raus. Ist überlebenswichtig für sie damit sie nicht alleine dastehen. Meiner hat auch, was die Exbeziehungen anging, das Blaue vom Himmel heruntergeleongen. Nicht aus böser Absicht, sondern weil er einfach krank ist.
 
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  • #9
Liebe FS,

ich war mit einem alkoholkranken Mann verheiratet.
Mit den gemachten Erfahrungen würde ich heute sagen:
Der Wunsch, abstinent zu leben, muss von ihm selber kommen und er muss sich alleine um die Umsetzung kümmern (keine Diktate Deinerseits). Anders wird es wohl kaum funktionieren. Ggf. benötigt er fachliche Unterstützung, die anonymen Alkoholiker wäre sicher eine gute Adresse (auch für Angehörige).
Ich würde keine Beziehung mehr mit einem alkoholkranken (bzw. suchtkranken) Mann beginnen. Das mag sehr hart klingen, aber ein zweites Mal und mit heutigem wissen möchte ich mir das nicht antun.

Pass' auf Dich auf, bleib' auf jeden Fall von ihm unabhängig (vor allem emotional). Wenn Du unbedingt möchtest, halte losen Kontakt und schau' Dir über die Zeit an, wie sein Alkoholproblem sich entwickelt ...

Viel Glück.
 
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  • #10
Er kann sein Trinkverhalten nicht mehr steuern, wie du schreibst ("kann nicht mehr aufhören"). Das heißt relativ klar, dass er ernsthaft Alkoholiker ist!
Es ist auch fraglich, ob das "zu viel" wirklich erst nach der letzten Trennung begonnen hat. Möglicherweise neigt er schon viel länger zum Alkoholismus.
Der Mann arbeitet 50-60 Stunden seit Jahr und Tag.

Wenn du mich fragst, führt der Mann insgesamt ein destruktives Leben! Er ist Mitte 50. Wie lange soll denn das noch so weitergehen? Viel Zeit bleibt da nicht für eine Beziehung, oder? Das alles insgesamt würde mich persönlich abtörnen!

Eine Sucht ist immer im Zusammenhang mit dem sonstigen Leben zu sehen. Die Sucht aufzugeben gelingt in der Regel nur, wenn sich im gesamten Leben gravierend etwas ändert.
Eine neue Liebe kann sicher ein starkes Motiv sein und womöglich schafft er es ja aus diesem Grund eine Weile, den Alkoholkonsum auf eine normales Maß zu reduzieren.
Aber in jeder Beziehung kommen irgendwann weniger rosige Zeiten und zusammen mit der Arbeitsbelastung wird jeder Suchtgefährdete dann wieder rückfällig werden! Das ist nur eine Frage der Zeit.

Alkoholismus ist eine extrem hartnäckige Sucht. Je älter jemand ist, desto unwahrscheinlicher ist es leider, dass er nochmal dauerhaft davon wegkommt. Die meisten schaffen es wirklich nur mit einem ganz starken Willen und wenn sie selbst ganz bewusst davon wegkommen wollen. Das bedeutet, wie hinlänglich bekannt ist, nie wieder Alkohol zu sich zu nehmen! Für viele ist das eben unvorstellbar, weil Alkohol in unserer Kultur und Gesellschaft so selbstverständlich dazugehört.

Ich glaube allerdings nicht, dass der Alkoholkonsum bei Alkoholikern unbedingt immer mehr gesteigert wird und sie irgendwann quasi nur noch betrunken sind. Viele leben auf demselben Alkoholkonsum-Niveau über viele Jahre, Jahrzehnte oder ein Leben lang. Nicht jede Ehe geht deshalb in die Brüche, nicht jedes Leben scheitert zwingend daran.
Du allein musst wissen, ob du das gelegentliche bzw. regelmäßige Über-den-Durst-trinken bei deinem Partner tolerieren könntest! Dass er vom Alkoholmissbrauch für immer wegkommt, halte ich, ehrlich gesagt, für ziemlich unwahrscheinlich!

w45
 
  • #11
Liebe FS-in,

Ich rate dir so schnell es geht, den Kontakt zu diesem Mann zu beenden, egal wie sehr er dir gefällt. Auch ich hatte einen Partner auf einer Singlebörse kennengelernt, der - wie ich im Laufe der Zeit feststellte - ein Alkoholproblem hatte, da er bis 1,5 L Bier pro Abend trank. Ich beendete die Beziehung nach ca. 10 Monaten, denn ich als Rollstuhlfahrerin hatte keine Lust mir noch zusätzliche Probleme und Belastungen aufzubürden. Mein Leben - der mit dem Handicap nicht immer einfach ist - meistere ich wunderbar selber und genau das erwarte ich von einem erwachsenen Mann: seinen Stress, seine Ängste oder depressive Verstimmungen nicht mit Suchtmitteln zu behandeln und sein Leben souverän in Griff zu haben. Sehr oft hinter dem Alkoholismus verstecken sich andere seelische Probleme.

Was dir bei der definitiven Entscheidung helfen könnte ist, wenn du nicht Co-abhängig werden möchtest, dich an die Selbsthilfegruppe für Angehörige von alkoholabhängigen Menschen zu wenden. In DE und der CH gibt es viele regionale Selbsthilfegruppen die Al-Anon heissen. Hier der Link: http://www.al-anon.de/online/online.htm. Du könntest dich per Mail in eine Gruppe anmelden und wenigsten einmal hingehen und aus erster Hand erfahren, wie das Leben mit einem alkoholabhängigen Menschen ist.

Es könnte sich bei ihm auch um Druck und Versagensängste handeln gerade aufgrund seiner sehr verantwortungsvollen beruflichen Stellung und deshalb trinkt er regelmässig und übermässig. Äthanol (Alkohol) hat eine beruhigende und angstlösende Wirkung und wird von den Männern oft in Selbstmedikation konsumiert. Es kommt zu einer Toleranzbildung und er wird mit der Zeit noch mehr trinken, um den gleichen Effekt zu erzielen. Ohne fachliche Hilfe wird er die Sucht nicht überwinden!

Einzig was du tun könntest ist, ihn zu bieten bzw. ihm zu empfehlen, sich fachliche Hilfe bei einem Psychiater zu holen. Denke unbedingt daran: Du kannst ihn nicht von dieser legalen Droge befreien. Das muss er selber wollen und entschlossen sein, eine Therapie zu machen.

Viel Glück!
 
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  • #12
Liebe Fragestellerin,

1. Wenn du ihn noch nicht so lange kennst, versuche dich zu trennen. Du wirst ihm nämlich nicht helfen können, auch wenn du noch so sehr möchtest. Er wird Phasen haben, wo er ganz stolz ist, weniger oder sogar nichts getrunken zu haben und fällt dann wieder zurück. Er wird dir versichern, daß er alles dafür tut, nicht mehr zu trinken und fällt doch wieder zurück.
Das war die Erfahrung die ich gemacht habe mit einem Alkoholiker. Ich habe mich rechtzeitig getrennt. Und meine Vermutung, daß alles so bleiben wird, hatte sich in den späteren Jahren bestätigt, in denen wir unregelmässig freundschaftlichen Kontakt hatten. Ich habe den Kontakt dann irgendwann völlig abgebrochen.

2. Wenn du unbedingt mit ihm zusammenbleiben möchtest, suche dir eine Selbsthilfegruppe, in der du für dich sorgst - nicht für ihn. Das muß nicht unbedingt die vorgenannte sein, es gibt auch noch andere, nicht-überregionale. Erkundige dich. "Anonym" ist sowieso meist nur zeitlich begrenzt, denn irgendwann bleibt das Problem für niemanden mehr unsichtbar, der mit Euch bekannt ist. Es geht hier nur darum, daß sich deine Co-Abhängigkeit in Grenzen hält bzw. nicht auftritt. Es geht nicht darum, dein evtl. Helfersyndrom zu befriedigen.

3. Helfen kann er sich nur selber durch den absoluten Willen, "trocken" zu werden. Den Willen muß er für sich haben, nicht für dich. Bei den allermeisten ist es so, daß sie wirklich erst von allen Mitmenschen bzw. der Familie fallengelassen werden müssen, bevor sie diese Einsicht haben und zum Entzug gehen. Sehr schmerzlich, mitanzusehen, aber es ist die einzige "Hilfe". Erst dann wird ihnen die Dringlichkeit eines Entzugs bewusst. Sehr schwierig natürlich, wenn er im Kollegenkreis immer wieder in Situationen kommt, wo er animiert wird. Trotzdem muß er selber damit umgehen können wollen, nicht du. Bei vielen muß erst etwas passieren (wirklich schlimmer Unfall o. ä.), bevor die Einsicht da ist.

4. Ein Alkoholiker, der alle Jahre aus "freiwilliger Einsicht" zur Entzugskur geht, wird danach mit ziemlicher Sicherheit wieder anfangen zu trinken. Auch die Regelmässigkeit der Inanspruchnahme einer Kur ist so eine Art Sucht: Die ""Sucht", sich ein "gutes Gewissen" zu machen und anderen "zu beweisen", daß der Wille ja da ist. Das funktioniert leider nicht dauerhaft.

Wenn du kannst, trenne dich. Dein Leiden wegen der Trennung wird kürzer sein als dein Leiden während seiner evtl. halbherzigen und vorgetäuschten Versuche, sich zu ändern.

Etwas anderes wäre es natürlich, wenn sich ein Alkoholproblem erst während einer Beziehung entwickelt. Aber das ist ja bei Euch nicht so.

Viel Glück und wenig Leid bei deiner Entscheidung.
 
  • #13
Das Wichtigste: Daß der Betroffene von seinem Alkoholproblem weg kommen will.

Ein langer Bekannter (verheiratet) trank immer nur abends Alkohol. Oft soviel, bis er so betäubt war, daß er kaum noch sprechen und weiter trinken konnte. Auch sein Gang wurde schwerfällig. Alkohol = sein "Betäubungsmittel".
Trotzdem konnte er tagsüber arbeiten gehen. (Handwerker, Straßenbau)

Nach 15 Jahren wurde bemerkt, daß er auch bereits morgends trank. Sozialpädagogen beurteilten ihn wegen seinem Alkoholkosum für arbeitsunfähig. Seitdem ist er arbeitslos.
Seine Ehefrau ist damit überfordert, und selber schwer krank und arbeitsunfähig. Sie trinkt keinen Alkohol, dafür starke Raucherin, starkes Übergewicht, Diabetes, Wasser in den Beinen, usw.

"Trinkbedingungen": Er soll es schaffen, daß er nicht mehr täglich Alkohol trinkt. Dann, daß er nicht mehr regelmäßig trinkt. Und das in einem vorher genau bestimmten Zeitraum. Und nicht auf "morgen" verschieben. Schafft er das nicht, dann braucht er m.E. professionelle Hilfe und Entzugstherapie.

Ein anderer Bekannter (aktuell Ende 50, Single) war beruflich in hoher Stellung (EDV-Fachmann), als ihn nach 25 Jahren seine Ehefrau verließ. Das traf ihn so schwer, daß er zum schweren Alkoholiker wurde, seinen Job aufgab oder verlor, auch sonst gesundheitlich sehr angeschlagen. Vor ca. vier Jahren schaffte er erfolgreich eine proff. Entziehung, gleich beim ersten Mal. Seitdem "trocken". Aber gesundheitlich erwerbsunfähig geworden (Herz-Probleme, etc.) .

Er ist ein herzensguter Mensch, sieht auch gut aus. Man sieht ihm nicht an, wie es ihm geht, und was er alles durchgemacht hat. Eben "zu gut für diese Welt" besonders wenn sie hart und schwer wird. Erst diese Woche rief er mich wieder an.

@FS: Du könntest es schaffen, mit diesem Mann. Aber wahrscheinlich nicht alleine.
Alkohol kann ein schweres Suchtmittel werden, wo man dann Profis für dessen Bekämpfung braucht.
Bei Geschäftsessen selber auf Alkohol verzichten, z.B. Traubensaft im Glas, statt Wein. Sonst Gefahr des Rückfalles. (z.B. heimlich mit dem Kellner absprechen)
Über die Ursachen seines Alkoholkonsums klar werden - ist es z.B. der Stress im Beruf ?

Wie schwer das ist, zeigt die Statistik. Nach dem Alkoholentzug, wird die Hälfte rückfällig. d.h. Manche brauchen die Entzugstherapie mehrmals, bis sie davon los kommen.
 
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  • #14
Ich war wie die Frau in Antwort 8 mit einem Alkoholiker verheiratet.Es gab lange trockene Phasen, es gab nach beruflichen,privaten Schwierigkeiten Rückfälle.Es war eine CoAbhängigkeit da,von meiner Seite, das heisst: ich bin süchtig gewesen ,so jemand zu helfen.Ich hatte in dieser Ehe keinen anderen Lebensinhalt als die Sucht dieses Mannes, und das Überleben der Familie alleine zu tragen ,wirtschaftlich.
Es sind grausame Zeiten, die da vorkommen : meine Therapeutin,Freunde, meine Eltern haben mich unterstützt mich zu trennen. -Meine Krankheit war dabei , das ganz lang geheim zu halten, zu verdrängen, als es nicht mehr ging, nicht weggehen wollen , Co Abhängigkeit.
Auch da findet man allein nicht heraus, das geht nur mit Therapie über Jahre, Verhaltenspsychotherapie.
Ich kenne wenige Alkoholiker, die es geschafft haben , aber es gibt sie, zum Glück. Diese Menschen sind krank, sie müssen ermutigt werden Hilfe zu suchen-tun müssen sie es selbst: professionelle Hilfe annehmen!
In einem Fall ist der Mann Jahrzehnte trockener Alkoholiker und sehr stabil.Eine Frau aus dem Bekanntenkreis auch.
Ich bin sehr spät lang nach der Scheidung, mit der Angehörigengruppe der anonymen Alkoholiker in Kontakt gewesen, als mein schon geschiedener Mann nach 2 Jahren Abwesenheit aus meiner Stadt hierher zurückkam. Ich bekam damals grosse Angst. Erst da war für mich klar, nachdem ich 2 Jahre normal leben konnte-wie hart die Zeit mit ihm gewesen war.
Die Gruppe der Angehörigen von Alkoholikern gibt es in jeder Stadt, man kann ohne Anmeldung zu Ihren Treffen gehen, das rate ich sofort zu tun!
w51
 
  • #15
Grundsätzlich finde ich es gut, um eine Liebe zu kämpfen, heutzutage wird immer viel zu schnell aussotiert wegen Kleinigkeiten oder sich getrennt wegen Nichtigkeiten. Ich finde es gut, dass du um ihn kämpfen möchtest und ihm helfen möchtest. Aber bei seinem Alkoholproblem sehe ich wirklich sehr schwere Zeiten auf dich zukommen!! Ich persönlich würde mittlerweile von Menschen mit Alkoholproblemen und Menschen mit psychischen Störungen die Finger lassen, da ergreife ich ganz schnell die Flucht, denn wie meine Vorredner schon schrieben, DU kannst ihm nicht helfen, dass muss ER in Angriff nehmen.
 
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  • #16
Ich bin eine Frau und Alkoholikerin. Früher habe ich nie getrunken und vor 4 Jahren ging es los. Einfach nur so...es wurde immer mehr, mittlerweile bis zu 2 Flaschen Wein am Abend.
Ich bin keine, die durch die Gegend torkelt und im Lotterlook rumläuft. Nein, man merkt es mir nicht an.
Ich selber werde, wenn ich zuviel habe, etwas angriffslustiger.
Früher habe ich gesagt: Wenn mein Freund weg ist, und ich einen neuen habe, der besser auf mich eingehen kann, dann höre ich auf.
Nein...ich trinke weiter..das meiste wenn mein neuer Freund nicht da ist.
Also bitte: Damit aufhören zu wollen, kann nur vom Betreffenden selber kommen.
Andere Personen ändern meistens gar nichts.
Aber erinnerst du dich an mein Posting damals: Der Mann hat vorher schon bis an seinen Pegel getrunken!!!!!
Und-ich hatte Recht.
 
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  • #17
Es stimmt nicht, dass man auf Führungsetagen Alkohol trinken muss. Gute Geschäftsbeziehungen erarbeitet man sich durch Integrität, Einsatz und gute Ergebnisse, nicht durch Anbiederung. Beim Empfang reicht ein simples "für mich bitte kein Alkohol", bei Geschäftsessen bestellt man sich selbstbewusst Wasser. Man macht noch nicht mal den Versuch das zu Erklären. Und falls jemand unsensibles nachfragt, dann hat man sich mit "guter Vorsatz fürs neue Jahr" oder "ich will abnehmen" plausible Antworten vorab zurechtgelegt.

Wenn es die Führungsetage eines Konzerns unter amerikanischer Führung ist, dann herscht dort garantiert eine "no drugs policy" die von allen ernst genommen wird. Selbst der CEO von Intel Paul Otellini feiert das vergangene Rekordquartal mit seinen Mitarbeitern mit Traubensaft ohne Alkohol. Been there, seen that. Keine Ausreden!

w/38
 
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  • #18
ich selbst trinke in Maßen (wegen meiner französischen Wurzeln 1 - 2 Gläser Wein täglich zum Essen) habe aber durchaus Erfahrungen mit echten Alkoholikern und Alkoholikerinnen im familiären und beruflichen Umfeld.
Gleich eins Vorneweg: Alkoholiker leiden an einer Krankheit - Sprüche der Neunmalklugen wie "jeder muss sich selbst im Griff haben" etc sind arrogant, zeugen von mangelnder Bildung und sind obendrein kontraproduktiv - solche Leute jammern erfahrungsgemäß am lautesten wenn sie selbst von Schicksalsschlägen und Erkrankungen betroffen sind. Aus dem Teufelskreis herauszukommen klappt meiner Erfahrung nach nur mit professioneller Hilfe. Ob Mann/ Frau das mitmacht hängt wesentlich von der Intensität und Dauer der Beziehung ab. Eins muss aber klar sein: der Verzicht auf Alkohol gilt nach einem erfolgreichen Entzug nicht nur für den Betroffenen sondern auch für den Partner und situationsbeding für andere Familienangehörige und Freunde - ansonsten ist die Rückfallgefahr riesig.
 
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  • #19
@FS
Ich kann mich den Ausführungen von Gast Nr. 1 nur anschließen.
War auch mit einer Alkoholikerin verheiratet- ein sehr schwieriges, konfliktbeladenes Verhältnis.

Ich würde Ihnen empfehlen, die Sache nochmal ernsthaft zu überdenken, ob eine trennung nicht doch in Ihrem eigenen Interesse ist.

m,50
 
  • #20
Fahr mit ihm in Urlaub - und zwar in den Iran. Da kriegst keinen Alkohol und wenn er das macht für 2 wochen und durchhält schafft er es danach auch, nur noch in Maßen. Wenn er es nicht macht vergiß ihn.

Sorry, aber selten so viel Unsinn in so wenigen Worten gelesen.

Ein Süchtiger wird niemals in Maßen trinken können. Jeder Tropfen bringt ihn wieder drauf. Für jede Sucht gilt: NULL von der Suchtsubstanz; hier eben vom Alkohol.

Der Mann ist süchtig und wird es sein Leben lang bleiben! Das Einzige, was er werden kann, ist ein trockener Alkoholiker. Aber das wird er niemals auf die Art und Weise, wie er das der FS schmackhaft machen will. Er muss sich dazu bekennen; er muss sich für sich selbst ändern und er muss eine Therapie machen (keine ambulante).

Dieser Mann zeigt alle Verhaltensweisen eines extrem abhängigen Alkoholikers:
Entschuldigungen, Erklärungen, nicht einhaltbare Versprechungen, Charme (haben fast alle, wemn sie gerade mal klar denken können) usw. usw. - nur er selbst hat keinen Anteil an seinem Status...

@ FS:
Du hängst schon viel zu tief drin. Wer so denkt und handelt, ist schon ziemlich weit in der Coabhängigkeit. Du wirst jeden Hinweis, der dich darin unterstützt, ihm zu helfen, hier dankbar annehmen und alle, die dich warnen, als empathielos oder sonst etwas verwerfen.

Es ist auch hier absolut nicht die geeignete Plattform für dein Problem. Es gibt eine Menge guter, sachlicher Foren im Netz, wo du mit Betroffenen und/oder Familienmitgliedern von Alkoholikern in Kontakt treten kannst.

Ganz wichtig: Informiere dich bei einem Facharzt für Suchtkrankheiten. Auch sonst findest du im Netz vielfach bessere Literatur zum Thema, als hier.

Ob du dir das alles antun möchtest, hängt von deiner Bedürftigkeit, deinem Leidenswillen und deiner Leidensfähigkeit ab. Es würde in eurer Partnerchaft für lange, lange Zeit nichts Wichtigeres als seine Sucht geben. Für ihn bist du z. Zt. schlicht und einfach ein Rettungsring, den er zu erreichen versucht. - Aber DU wirst ihm nicht helfen können; das kann nur er selbst!

Der Anfang geht so: "Ich bin Alkoholiker!" - vor Zuhörern und zeitgleich mit einer medizinisch betreuten Therapie! Wer das nicht schafft, wird niemals trocken werden!
 
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  • #21
Er will sich die Trinkbedigungen DIKTIEREN lassen??? - Alkoholentzug und kontrolliertes Trinken schließen einander aus!
Jemandem, der das nicht begreift, ist nicht zu helfen.

Willst Du Dich als Partnerin in die Rolle der ständig kontrollierenden drängen lassen? Das geht nicht. Nur er allein kann sein Problem in den Griff bekommen!
Da bei ihm auch öfter Geschäftsessen anstehen, muß er eine ziemliche Stärke beweisen, abstinent zu bleiben.
Nie, auch nach Jahren nicht, kannst Du sicher sein, dass er nicht in einer für ihn belastenden Situation rückfällig wird.
Du handelst Dir eine Menge Kummer und Stress ein, wenn Du die Partnerin dieses Mannes wirst, Eure Beziehung würde daran zerbrechen, dass er ständig Kontrolle braucht.

Da ich jahrelang in der Betreuung Alkoholkranker gearbeitet habe, weiß ich ganz genau, wovon ich rede.
 
  • #22
Liebe FS, bereits in deinem Letzten Thread zu diesem Thema war ich in Sorge um dich.

Wer nicht weiß, wie Alkoholiker ticken, ist freilich unsicher bei diesem Thema und glaubt alles, was der geliebte Mann sagt. Ich selbst hatte im allengsten Freundeskreis eine gesamte Familie seelisch vor die Hunde gehen sehen, weil der Vater/Ehemann Alkoholiker war. WAR! - er ist daran elend zugrunde gegangen.

Dein Partner findet für sich 100 Ausreden, um die übermäßige Trinkerei zu erklären. Alles Quatsch! "Probleme" finden sich für einen Alkoholiker immer, und die Vorstellung, zu zweit hätte er sich besser im Griff, ist Augenauswischerei. Ein Alkoholiker kann niemals kontrolliert trinken!
Wie auch im Letzten Thread kann ich dir nur raten: Rette dich und vertiefe diese verhängnisvolle Beziehung nicht!
 
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  • #23
Ob er wirklich schon Alkoholiker ist und eine körperliche Abhängigkeit besteht, wissen wir nicht.
Er scheint sich der Gefahr bewusst zu sein. Richtige Alkoholiker bagatellisieren ihr Verhalten und reagieren aggressiv, wenn man sie auf ihr Trinkverhalten anspricht

Vielleicht kannst Du ihm wirklich helfen, nicht abzurutschen.
Vielleicht braucht er wirklich nur jemanden, der zu ihm sagt:
Ich finde, Du hast jetzt genug getrunken.
Vielleicht bist Du ihm wichtiger als der Alkohohol.
Vielleicht .. niemand hier kann das mit Sicherheit sagen.

Mein Freund hat meiner Meinung nach auch zu viel getrunken, als wir uns kennengelernt haben.
Darauf habe ich sehr ablehnend reagiert.
Seit wir ein Paar sind, trinkt er kaum noch etwas, weil er weiß, dass mich das ärgert und dass ich bei einer "Fahne" sofort auf Abstand gehe.
Das funktioniert aber nur, wenn - noch - keine körperliche Abhängigkeit besteht.

Viel Glück !
 
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  • #24
Da auch ich vor vielen Jahren mit einem Alkoholiker verheiratet war, riet ich dir im letzten Thread, dich nicht auf den Mann einzulassen. Ich hatte gleich gesehen, dass er über seinen Pegel hinaus getrunken hatte.
Dass der Mann behauptet, er würde mit deiner Hilfe "kontrollierter" Trinken geht gar nicht! Er macht dich zu seiner Verbündeten. Er wird es aber nicht schaffen, auch wenn er es vielleicht sogar selbst glaubt im Moment. Es sind leere Versprechungen, um dich zu halten.
Was habe ich mir in den Jahren des Abstiegs mit meinem Mann alles anhören müssen, nichts davon wurde wahr, nur alles wurde immer schlimmer. Ich ging dann zu einer Beratung. Dort sagte man mir, sie sind Co-Abhängig und müssen diesen Mann verlassen. Sie können ihm nicht helfen, nur sich selbst. Ich wollte das nicht gleich hören und ging erst, als ich wirklich total am Ende war. Heute bin ich stolz auf mich, dass ich es geschafft habe. Mein Exmann brauchte noch länger, bis er endlich trocken war. Er hatte sein Leben wieder im Griff, aber mit Ende 40 ist erst dann an Krebs gestorben. Auch eine Folge des jahrelangen Alkoholkonsums.

Lass dich nicht auf diesen Mann ein. Er wird dir kein Glück bringen!
 
  • #25
Auch in deinem letzten Tread wurde dir mehr als abgeraten dich in eine Beziehung mit einem Alkoholiker einzulassen. Wie hier zu lesen ist, hast du das ja anders verstanden. Du läufst mit offenen Augen in eine Beziehung mit einem Süchtigen, er kann und wird den Konsum nicht steuern können, du kannst ihm gar nicht helfen, entweder er begibt sich in eine professionelle Therapie oder gar nicht. Du hast ein Leben von Lug und Betrug vor dir und weißt es schon heute. Gegen jeden Rat hast du dich doch auf ihn eingelassen und wirst auch, gegen jeden Rat hier, dies weiter führen, da du glaubst, wie fast alle Frauen in deiner Lage, der Mann wird es mit deiner Hilfe in den Griff bekommen und du bist ihm wichtig genug das er es schafft. Das ist aber. Immer und in jedem Fall zum scheitern verurteilt.
 
  • #26
Er kann offensichtlich nicht mehr nach einem oder einen zweiten Glas aufhören, [...].

Damit ist eines der sechs Kritierien für ein Abhängigkeitssyndrom (drei von den sechs müssen erfüllt sein, siehe beispielsweise die Wikiepdia) klar erfüllt. Das Nicht-lallen-müssen trotz erhöhtem Konsum ist ggf. ein zweites erfülltes Syndrom. Noch eines von den restlichen vieren, beispielsweise Entzugserscheinungen, und er kann sich seine Diagnose fast selbst stellen.
Das "Alkoholproblem" ist mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit kein "Problem" mehr, sondern bereits eine Sucht, mit allen negativen Folgen.

Nun möchte er mich gerne als Partnerin, will sich auch "Trinkbedingungen" diktieren lassen und glaubt, dass es gemeinsam mit mir besser geht, dass er das Problem in den Griff bekommt.

Mit anderen Worten: "Ich habe ein Alkoholproblem und suche jetzt eine Partnerin, die es mit mir und für mich löst." --- mit Verlaub, aber das ist ein denkbar schlechter Startpunkt für eine stabile, dauerhafte Beziehung, zumal das "Problem" wohl, s.o. längst kein Problem mehr ist,sondern eine Sucht.

Er
hat eine Sucht, die nur er aktiv bekämpfen kann. Eine Beziehung mag da als stabilisierendes Element durchaus hilfreich sein, aber wenn er eine Beziehung im Grunde schon zur Voraussetzung für eine eigene aktive Auseinandersetzung mit seiner Sucht macht, dann läuft etwas grundlegend falsch. Es scheint fast so, also wolle er Dich quasi als Parnterin engagieren um seinen Kampf gegen seine Sucht zu führen.
Und das kann nicht funktionieren, er selbst muss kämpfen, er selbst muss, ggf. mit professioneller Hilfe, lernen sich "Trinkbedingungen", im Wesentlichen wohl schlichte Enthaltsamkeit, zu diktieren.
 
  • #27
Alkoholiker leiden an einer Krankheit - Sprüche der Neunmalklugen wie "jeder muss sich selbst im Griff haben" etc sind arrogant, zeugen von mangelnder Bildung und sind obendrein kontraproduktiv - solche Leute jammern erfahrungsgemäß am lautesten wenn sie selbst von Schicksalsschlägen und Erkrankungen betroffen sind. Aus dem Teufelskreis herauszukommen klappt meiner Erfahrung nach nur mit professioneller Hilfe.
Sorry, wenn dich mein Posting jetzt beleidigen sollte: aber diesen Unsinn habe ich noch nie gelesen. Was glaubst du, was ich alles in meinem Leben durchmachen musste, neben meiner chronischen Erkrankung, die einen Rollstuhl notwendig machte. Das Schlimmste danach war der Tod meines Vaters mit dem ich eine enge emotionale Bindung hatte. Und andere Problemchen.
Es ist keine Entschuldigung, wegen der Schicksalsschlägen zum Alkohol zu greifen. Wenn es so wäre, dann müsste ich selber schon längstens eine Alkoholikerin oder Drogenabhängige werden. Dein Argument zählt als Antwort und als Buhlen um Verständnis nicht.

Ich bin das lebende Beispiel, dass Schicksalsschläge als auch Enttäuschungen im Liebesleben, kein Grund sind Alkohol zu trinken. Alkohol lässt das Geschehene und die daraus entstandenen Negativgefühlen nicht ungeschehen machen. Wenn ich ehrlich bin, dann machen mich solche Argumente als auch Alkoholiker selber sehr wütend! Ich habe Null Verständnis für Suchtverhalten. Es gibt andere Wege mit seelischen Problemen fertig zu werden. Wer das nicht sieht und will, verdient kein Mitleid!
 
  • #28
Liebe Mandoline.
Ich finde es schön, wie klar du dich hier ausdrückst, denn ich gebe dir vollkommen recht.
Wie du habe ich nicht das geringste Verständnis für Suchtverhalten. Es gibt - wie du schreibst - andere Wege, mit seelischen Problemen fertig zu werden.
Die Flucht in den Alkohol oder in andere Drogen verschlimmern die Probleme nur noch, denn zu den eigentlichen Problemen - sei es auf der Arbeit oder im Privatleben - kommen langsam, aber sicher die Probleme mit der Gesundheit. Kein Körper und keine Seele lässt es sich gefallen, durch Sucht zerstört zu werden.
Meine jüngere Schwester hat so ein Suchtverhalten und steht kurz vor dem Tod. Ich habe immer wieder versucht, ihr zu helfen. Im Nachhinein kann ich nur sagen: es war umsonst. Sie war bitter, keine Arbeit zu haben (sie hat ein völlig asoziales Verhalten), keinen Freundeskreis, keine gute Wohnung, kein gutes Leben - nur die Sucht half manchmal ein paar Stunden, das alles zu "verbessern". Sie hat immer allen anderen die Schuld an ihrer Misere gegeben, Einsicht in ihr Verhalten und dass SIE etwas ändern müsse, waren gar nicht vorhanden.
Nachdem ich das Jahrzehntelang mit angesehen habe, verachte ich Menschen mit Suchtverhalten. Sie haben ein selbst gebasteltes Problem!
 
  • #29
Entscheidend ist das er aufhören will, und zwar um seiner selbst willen und nicht für Dich. Alkoholiker suchen sich gerne Partner die Ihr Verhalten entschuldigen und rechtfertigen und leider fängst Du schon damit an.

...arbeitet seit Jahr und Tag ca. 50-60 Stunden in der Woche in sehr verantwortungsvoller/beladener Position. Das funktioniert und er hat dabei (noch?) keine Ausfälle. Dazu gehörte es seit jeher, bei Geschäftsessen auch zu trinken.

Das Problem ist das jeglicher sozialer Rückhalt, in der Partnerschaft, Familie und Arbeit in der Regel das Suchtverhalten konserviert, man muss sich ja nicht ändern.

Vor 1,5 Jahren gab es dann das Ende einer mehrjährigen Beziehung und von da an, abends nach der Arbeit oder am Wochenende beim Weggehen, zunehmend zu viel Alkohol.

An Deiner Stelle würde ich mich mit der besagten Person treffen.
 
  • #30
Oh, so eine Begegnung hatte ich auch mal. Allerdings war er schon jahrelang bei dem Versuch, weniger zu trinken. Was immer wieder scheiterte. Der Führerschein war immer wieder weg, irgendwie kam er doch durch den Idiotentest. Er hatte ein Heer von Ärzten und Freunden um sich herum, die aufpaßten und nun brachte er noch eine Frau, quasi als Leibgarde. Nichts für mich.
Ansonsten ein kluger, extrem gebildeter und charismatischer Mann, Chef eines mittelständischen Familienunternehmens.

In deinem Fall bietet er dir die Co-Abhängigkeit und die Verantwortung für sein Leben geradezu an. Mit gleichzeitigem Verweis, daß an seinen Problemen immer die anderen oder de Umstände schuld sind. Kannst du dir vorstellen, wie eine Beziehungskrise bei euch aussehen wird? Er säuft, weil es Probleme gibt und du bist doppelt Schuld: weil du hin nicht vom Trinken abhalten kannst und weil du ihm Pobleme bereitest. Willst du so etwas?
Findest du wirklich keinen anderen Mann?
 
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