• #1

Er, mit Kind, möchte keines mehr - Trennung?

Hallo ihr Lieben,
Ich würde gerne eure Meinung wissen. Ich bin 35 Jahre alt, habe einen Mann, 41, kennengelernt, mit dem wirklich etwas schönes entstehen könnte. Eigentlich bin ich schon viel zu sehr gefühlsmäßig involviert. Es passt an so vielen Stellen. Fühlt sich gut an. Er lebt wie ich in Scheidung, hat ein dreijähriges Kind. Ich bin kinderlos.

Bisher hatte ich nie den Wunsch verspürt, Kinder zu bekommen. Es ist aber nicht so, dass ich sage: ich will keine Kinder. Ich habe dazu keine Meinung, wenn ich ehrlich bin. Ich kann jetzt nicht sagen Kinder ja oder nein. Wenns kommt, dann kommt es so. Wenn ein Arzt beispielsweise sagen würde, ich könnte keine Kinder bekommen, dann würde ich das akzeptieren. .. Ich denke seit Tagen darüber nach, kann aber keine Antwort finden. Nichtsdestotrotz muss ich mich mit der Frage beschäftigen.

Denn:lasse ich zu, dass sich etwas tiefes zwischen uns entwickelt, obwohl er mir sagte, dass die Familienplanung für ihn abgeschlossen ist? Begründung: er möchte keiner der alten Väter sein. Er wollte immer schon mit 35 Vater sein, ist es mit 37 geworden, obwohl er das auch schon spät fand. Er möchte mit mir Zusammensein, langfristig gesehen und, dass ich sein Kind kennenlerne. Wir eine Patchwork-Familie werden. Sprich: Seine Ex hat auch einen neuen Partner, der Kinder hat. Und ich dann mittendrin, ohne Kinder.

Ich fühle mich jetzt nicht in der Lage,eine Entscheidung zu treffen.

Letztendlich möchte ich nicht, dass ich in zB 2 Jahren einen Kinderwunsch verspüre (rein theoretisch geht es ja noch mit 37) und dann mich trennen muss, weil er mir von vornherein sagte, dass er mit dem Thema durch ist. Mit 35 geht man als kinderlose Frau eine neue Beziehung etwas anders an als noch mit 20. Wenn ich mich für ihn und seinen Sohn entscheide, muss ich eine wichtige Option, Kinder bekommen zu können, ja jetzt schon abschreiben. Unabhängig davon, ob ich tatsächlich noch Kinder möchte! Unabhängig davon, ob es klappen würde.Versteht ihr?

Und wenn ich sehe, wie er mit seinem Sohn spricht, so zärtlich, dann kann ich mir gut vorstellen, später mal mit ihm ein gemeinsames Kind zu haben. Im nächsten Moment will ich ihn nicht verlieren und denke mir, vielleicht ist es ja das ideale Modell für mich, eine Beziehung mit einen Mann samt Kind einzugehen, weiterhin erfolgreich im Beruf zu sein, keine Pause einlegen zu müssen, auch mal Zeit als Paar zu haben. Und dann wieder die Frage, ob ich dafür die Option,selbst Mutter zu werden, aufgeben soll???
 
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  • #2
Das ist ein ganz wichtiges Lebensthema, dem sich jede Frau stellen muß.
Wenn du bis jetzt keinen Kinderwunsch verspürt hast, dann frage ich mich, ob der "nur" wegen dieser Konstellation entsteht. Also: alle haben Kinder, haben etwas, das ich nicht habe, und deshalb fühle ich mich ... ja was eigentlich - unterlegen? Es fehlt mir etwas? Das will ich auch?
Die Entscheidung ist allein deine. Wenn er keine Kinder mehr will, ist das zu respektieren - bitte versuch nicht, ihn in ein paar Jahren "überreden" zu wollen.
Kinder zu haben, bedeutet sehr vieles. Letztendlich, am Kreis des Lebens teilzunehmen. Oder eben nicht.
Alles Gute bei deiner schwierigen Entscheidung.
 
  • #3
Frauen machen einen Fehler, ihre wichtigen Lebensentscheidungen immer wieder von einem Mann abhängig zu machen.

Der Mann hat Recht. Er wollte bis 37 Vater werden und er hat das so gemacht. Er hat ausgesorgt und was ist mit dir? Ich glaube, dein Partner würde das so verstehen, wenn du dir einen Mann suchst, der ebenso scharf auf Kinder ist. Ihm ist nur wichtig, dass er eben KEINES mehr bekommt, weil es in sein Lebensplan nicht reinpasst und er das so NICHT will. Männer sind da sehr felsenfest und unbeugsam.

Wenn ein Mann etwas machen will, macht er es. Er käme niemals auf die Idee, seine Partnerin zu fragen.
Frauen sind in dem Punkt zu labil: Will der Mann nicht, passen sie sich an und heulen später über ihr Unglück.

Fazit ist, du kannst keinen Plan im Leben (ich will, ich will vielleicht doch nicht?! Was jetzt?!). Werde dir erstmal ganz schnell klar, was du willst: Du willst ein Kind! Unterdrücke das nicht. Der Wunsch ist schon irgendwie halb da und auch die Zukunftsängste ohne Kind. Dein Partner bietet dir keine Sicherheit. Er kann und wird vielleicht in 7 Jahren wieder weg sein. Fakt ist, dein Leben wird in 5 oder 10 Jahren nicht so aussehen wie heute. Leute fallen weg und neue Leute kommen wieder ... Wichtig ist, ob du dann auch ohne Kind und ohne Partner glücklich bist.
 
  • #4
Also ich würde mir da nicht so einen Druck machen! lebe doch einfach!
Du bist verliebt und du magst den mann und kannst dir ein Leben mit ihm vorstellen.Also tu das.
ER will keine weiteren Kinder, Du momentan auch nicht unbedingt, bist Dir aber nicht 100% sicher.
menschen verändern sich aber innerhalb einer Beziehung. Man kann nie zu 100% etwas versprechen und das würde ich ihm genau so sagen.
Sag. dass du mit ihm zusammen sein willst und dass Du nicht unbedingt ein Kind willst.
Dass sich das ändern kann, weiß doch jeder!
Aber wie oft lernt man überhaupt einen Menschen kennen, mit dem man zusammen leben will?
Und ein bisschen hast du ja auch ein Kind, wenn du mit ihm zusammen bist. Also ein ganz kinderloses Leben wird es nicht sein.
Aber falls du doch noch irgendwann einen unumstößlichen Kinderwunsch hast, kannst du dir dann ja immer noch Gedanken machen. So weit vorausplanen kannst du einfach nicht.
Lebe das Leben mit ihm und sei verliebt und genieße es. Wer weiß schon, was in 5 Jahren ist?
 
  • #5
Für mich liest sich das so, als ob du deinen hypothetischen Kinderwunsch für wichtiger halten würdest als den tatsächlichen eines möglichen Partners. Damit nimmst du dir raus, was du deinem Partner "vorwirfst". Solange du noch gar nicht weißt, ob du überhaupt Kinder willst, solltest auch nicht eure Beziehung vom Kinderwunsch deines/und jedes weiteren möglichen Partners abhängig zu machen.

Alle Überlegungen inwiefern er in deinen Augen ein guter Vater deines Kindes wäre sind in Anbetracht der Tatsache, dass er kein weiteres Kind will komplett hinfällig. Also höre in deinem eigenen und auch seinem Interesse auf, dir phantastische Szenarien auszumahlen.

Entscheide du dich erstmal endgültig, ob du oder ob du kein Kind willst. Danach behalte deinen (ohne Kinderwunsch) oder suche dir einen Partner mit Kinderwunsch.
Und versuche bloß nicht deinen Partner umzustimmen, oder "aus Versehen" schwanger zu werden. Das geht früher oder später nach hinten los.

m37
 
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  • #6
Für mich steht fest, dass ich in einer neuen Beziehung keine Kinder will. Eben solche Entscheidung hat auch dein Freund getroffen, und es gleich zu Anfang kommuniziert...
so schwer die Entscheidung nun für dich ist - es liegt an dir diese zu treffen. Wenn du dich gegen diesen Mann entscheidest, weill du ggf. noch Kinder haben willst wirst du beim nächsten Mann vor der gleichen Entscheidung stehen - was sagst du jemandem, der unbedingt Kinder will?
Mit 20 kann man diese Frage vielleicht noch aufschieben... mit 35 sollte man sie für sich so langsam beantwortet haben.
 
  • #7
Hallo ihr lieben, danke für eure Antworten bisher. Es tut immer gut, neue Gedankengänge und andere zu hören.. Vielleicht bin ich auch zu verkopft? Und entscheide weniger nach dem Bauch. Aber das zu lernen...
 
  • #8
Und dann wieder die Frage, ob ich dafür die Option,selbst Mutter zu werden, aufgeben soll???
Ich würd's nicht tun.
Mir geht es sehr ähnlich wie dir, kein akuter Kinderwunsch, kein ja, kein nein. Aber ich will zumindest die Option haben. So gut kann eine Beziehung dann eben doch nicht passen, wenn man sich nicht in den grundlegenden Dingen einig ist.
Und wenn der Mann gar keine Kinder mehr möchte, dann wöllte ich auch nicht mich für sein Kind (ja, wie egoman von mir....) einschränken. Die Freiheiten eines kinderlosen Paares hast du dann auch nicht so richtig voll.
 
  • #9
Eine gut funktionierende Partnerschaft wäre mir 1000 mal wichtiger als ein Kind. Ein guter Partner bleibt, das Kind wird groß und haut ab, nimmt noch die Kohle mit und meldet sich an Weihnachten per Mail aus Australien, vorher kostet es ohnehin viel Geld und Nerven.

Was an Kindern so toll ist - mir unverständlich.
Die süssen Kleinen werden groß und nicht alle sind der Segen der Familie, die FS sollte mal weitblickend sein.

Wenn ein Mann passt und kein Kind will und ich mich wohl fühle, stelle ich so einen Glückfall nicht wegen eines Kinderwunsches infrage, niemals.
Natürlich kann die FS sich trennen und von irgendwem ein Kind machen lassen und dann?
 
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  • #10
Und dann wieder die Frage, ob ich dafür die Option,selbst Mutter zu werden, aufgeben soll???
Du sollst nicht SEINETWEGEN die Option, selbst Mutter zu werden, aufgeben. Sondern dir klar werden, was du willst. Jetzt wäre ein guter Zeitpunkt, dich dem Thema zu widmen.
Wenn ich mich für ihn und seinen Sohn entscheide, muss ich eine wichtige Option, Kinder bekommen zu können, ja jetzt schon abschreiben. Unabhängig davon, ob ich tatsächlich noch Kinder möchte! Unabhängig davon, ob es klappen würde.Versteht ihr?
Eine Option offenhalten, nur um sich ja nicht festlegen zu müssen, ist kein guter Plan. Es geht nicht ohne deine eigene Haltung zum Thema, sonst wirst du ihm eines Tages Vorwürfe machen.
 
  • #11
Und wenn ich sehe, wie er mit seinem Sohn spricht, so zärtlich, dann kann ich mir gut vorstellen, später mal mit ihm ein gemeinsames Kind zu haben. Im nächsten Moment will ich ihn nicht verlieren und denke mir, vielleicht ist es ja das ideale Modell für mich, eine Beziehung mit einen Mann samt Kind einzugehen, weiterhin erfolgreich im Beruf zu sein, keine Pause einlegen zu müssen, auch mal Zeit als Paar zu haben. Und dann wieder die Frage, ob ich dafür die Option,selbst Mutter zu werden, aufgeben soll???
Ich denke, mit 35 sollte eine Frau doch wissen, ob sie Kinder möchte oder nicht.
Es sollte dir klar sein , das du mit diesem Mann keine gemeinsamen Kinder haben wirst.
Vielleicht ist es einfach nur die Eifersucht, welche du verspürst, wenn er mit seinen Kindern zusammen ist, auf das gemeinsame, was ihn mit seiner Ex verbindet und was du nicht haben kannst.
War bei mir damals anfangs genau so. Und das, obwohl ich sicher war, keine Kinder zu wollen.
Das hat sich aber gelegt, weil ich seinen Kindern eine gute Freundin geworden bin und mich sozusagen ein bischen als "Mutter" fühlen konnte.
Denke darüber nach, ob es für dich nicht auch zutreffen könnte.
 
E

Elissa

  • #12
Ein guter Partner bleibt, das Kind wird groß und haut ab,
Eben, ein guter Partner bleibt. Das kann man bei der Konstellation, wie die FS sie schildert noch gar nicht sagen. Sie kennt ihn noch nicht lange. Er lebt noch in Scheidung. Das kann sich hinziehen. Außerdem hat er ein noch ziemlich kleines Kind (3 Jahre), hat also schon eine Beziehung kurz nach der Geburt des Kindes (schließlich trennt man sich nicht sooo plötzlich) an die Wand gefahren (ok, ich weiß schon, dazu gehören immer zwei, aber beteiligt war er auch irgendwie daran).
Seine Ex würde bei dem Spruch "ein guter Partner bleibt" wohl nur müde lächeln. Ihr Mann ist eben nicht geblieben. Ihr Kind (also das, was Familie überhaupt erst ausmacht) hat sie aber noch. Und wie Herakles das schildert, so negativ nehme ich das Verhältnis zwischen Eltern und ihren (erwachsenen) Kindern nicht wahr. Natürlich bleiben nicht alle in ihrem Heimatdorf, das geht bei vielen beruflich auch gar nicht. Aber in meinem Umfeld leben die meisten erwachsenen Kinder noch im Umkreis der Eltern und sehen diese auch regelmäßig. Nur eine Postkarte/ oder ein Anruf zu Weihnachten, das kenne ich nur bei völlig verkorksten Eltern/Kind-Beziehungen. Der Regelfall ist das nicht.
 
  • #13
Eine völlig klare Lage: er sagt eindeutig, dass er keine Kinder mehr möchte. Wenn Du also die Option auf Kinder offenhalten möchtest, suche Dir einen anderen Partner (der wiederum von Dir vielleicht erwartet, dass Du Kinder möchtest, Deine mal-so-mal-so-Haltung wird kaum ein Mann akzeptieren).
Sonst ahne ich schon die Frage, die Du hier in 3 Jahren stellst, das Wehklagen, dass er Deinen Kinderwunsch nicht akzeptiert und die allgemeine Zustimmung der Frauen hier, dass es ja gar nicht sein kann, dass Du Deinen völlig natürlichen Kinderwunsch nicht erfüllt bekommst, weil der böse Mann das verhindern möchte. Auch dazu kommt beinahe wöchentlich ein Beitrag.
Klare Kommunikation und klare Lebensvorstellungen helfen. Was kann der Mann dafür, wenn Du heute eindeutig keine Kinder möchtest, aber diese Meinung dann im zarten Alter von knapp 40 irgendwann drehst?
 
  • #14
Du sagst du willst den Mann nicht verlieren! Du kannst mit ihm jetzt eine feste Beziehung eingehen und bewusst auf ein Kind verzichten!

Hast du aber eine Garantie, dass ihr beide alt werden könntet zusammen quasi als eine Art Belohnung von ihm, weil du auf ein Kind verzichtet hast? Woher weisst du, dass er dich nicht in 6 Jahren verlässt und dann deine Zeit knapp wird, einen Mann zu finden und mit ihm doch ein Kind zu bekommen?

Könntest du mit dieser Option leben, mit ihm eine Beziehung führen ohne Garantie, dass sie für immer hält und du ohne Mann und Kind da stehst? Wenn du diese Frage mit ja beantworten kannst und es dir auch nichts ausmachen würde, doch kein Kind mehr zu bekommen, dann nichts als ran an die Beziehung!

Bedenke nur etwas: nur der Tod ist uns allen garantiert, sonst nichts anderes!
 
  • #15
Liebe FS,
ich kann dich sehr gut verstehen. Deine Einstellung, wie du sie beschreibst finde ich absolut nachvollziehbar.
Es ist schwierig sich vor Beginn bzw. am Anfang einer Beziehung mit so einem Statement des Partners auseinander setzen zu müssen. Irgendwie nimmt es der Beziehung von vornherein die Option, sich diesbezüglich miteinander entwickeln zu können.

Wenn du dich jetzt nicht dazu in der Lage fühlst diese Entscheidung zu treffen, dann triff sie auch nicht!
Sprich mit deinem Partner und sag ihm einfach genau das was du auch hier geschrieben hast.
Vielleicht findet ihr gemeinsam einen Weg - ich würde es dir wünschen.

Alles Gute
w (36)
 
  • #16
Das sehr ich komplett anders als @Herakles:

ein Mann kommt und geht in Deinem Leben, Dein Kind bleibt Dir ein Leben lang als Dein Kind erhalten.

Die Natur hat es so angelegt, dass die Liebe und Bindung zwischen Mutter und Kind wesentlich stärker ist als zwischen Mann und Frau.

Alles andere hört sich nach Abhängigkeit und zwanghaftes Nicht-Allein-Sein-Können an. Das ist dann auch keine "Liebe" zum Mann, sondern ein kühles Kalkül. Finde ich ganz schrecklich!
 
  • #17
Wenn du einen Kinderwunsch deinerseits nicht 100%ig ausschließen kannst trenn dich von ihm, du wirst ihm sonst irgendwann das Leben zur Hölle machen, oder deins, aber am ehesten beide.
M32
 
  • #18
Ihr wisst beide nicht, wohin ihr euch entwickelt. Du könntest feststellen, dass du das Stiefmutterdasein sehr genießt, aber trotzdem kein Baby 24 Stunden um dich haben wollen würdest. Oder dein Mann ändert seine Meinung und hätte doch gerne ein Geschwisterchen für sein Kind.
 
  • #19
Vielen Dank. Ich bin wirklich froh, dass ihr so viel schriebt und so viele verschiedene Gedabken äußert.

Wenn ich ihm sage, dass ich jetzt keine Entscheidung treffen will, oder kann, wird er es tun. Schon alleine um sich zu schützen, wie er sagte. Er hat, so sagt er, Angst davor, dass wir uns richtig arg lieben und ich dann erst später entscheide , ob ich mit diesen Gegebenheiten klar komm , im Zweifel sage ich "nein" und dann tut es umso mehr weh...ich will gar nicht so verbissen daran gehen, sondern einfach schauen, wohin der Weg führt. Aber er will eine Entscheidung...
 
  • #20
Da gibt es ja ein echtes Dilemma. Er sagt: kein weiteres Kind mit DIR, eins von einer anderen reicht - und du sagst: so genau weiß ich es nicht, ob ich eins will, aber wenn ich dich mit deinem sehe, das von der anderen Frau, möchte ich es nicht ausschließen mit DIR...

Klingt für mich etwas eifersüchtig und auch nach Konkurrenz. Kann mich irren, aber der Gedanke kam mir beim Lesen. Horch doch mal in dich hinein, ob da was dran sein könnte. Ganz oft ist ein Kinderwunsch ein Wunsch nach etwas, das einem psychisch fehlt. Um ein Kind, das nur für sich existieren darf und keine weitere Funktion erfüllen soll, geht es ganz oft nicht!

Dass man mit Mitte dreißig wissen sollte, ob man ein Kind will, finde ich nicht. Ich finde, man kann das auch auf sich zukommen lassen - idealerweise bekommt man eines, wenn alles stimmt. Beziehung gefestigt, beide möchten eins, beide mit sich im Reinen, und das Kind muss nicht irgendeine Funktion erfüllen. Und so etwas kann man nicht direkt planen - da finde ich die offene Haltung der FS sehr gut. Aber sie passt nicht zur rigorosen Haltung des Partners.

Dass diese Konstellation zum Problem wird, ist ausgemachte Sache, denn hier zu posten bedeutet doch, dass es eigentlich schon eins ist.

Der Mann hat ja nun keinen weiteren Kinderwunsch, aber wenn er einen hätte, wäre ich auch vorsichtig, denn lange hat er es mit seiner Ex und dem Kleinkind ja nicht ausgehalten! Alles Gute dir.
 
  • #21
Die Natur hat es so angelegt, dass die Liebe und Bindung zwischen Mutter und Kind wesentlich stärker ist als zwischen Mann und Frau.
Bis vor etwa hundert Jahren war die Kindersterblichkeit noch dermassen hoch, man musste viele Kinder haben und davon ausgehen, dass ein Teil davon stirbt. Es gab auch den natürlichen psychischen Schutzmechanismus, diese Verluste zu ertragen. Kinder als engstes Liebesobjekt und Erfüllung aller weiblicher Träume zu sehen, ich vermute dies gehört dem letzten und heutigen Jahrhundert an. Früher war es überlebensnotwendig, Eltern zu werden, sonst gab es keine Altersvorsorge.
Damit möchte ich einfach anmerken, dass ich nicht glaube, eine Frau ohne Kinderwunsch sei abnormal oder es sei nicht bei allen Frauen notwendig für das eigene Glück, Mutter zu werden. Wie die romantische Liebe ist auch die Mutterliebe überzogen mit Klischees und Versprechungen.
Es gibt auch Literatur hierzu, z.B. das Buch "Regretting Motherhood".
 
  • #22
Sowie es keine Garantie auf einen dauerhaften Partner geben kann, gibt es auch keine Garantie auf "gute Kinder".

Kinder können berechnend, ewig fordernd (auch im reifen Alter) ausnutzerisch und geradezu bösartig den Eltern gegenüber sein.

Der Unterschied zum Partner ist dass Kinder nunmal erzogen werden müssen, der Partner nicht, sie kosten Geld, oft ein Leben lang, wenn man Pech hat, der Partner nicht, sie machen mental lebenslang abhängig, der Partner nicht.

Somit geht die FS mit einem "guten Partner" ein wesentlich geringeres Risiko ein als mit Kind und ungewisser Zukunft für sich und das Kind.
 
  • #23
Das ist eine schwierige Situation. Einerseits denke ich, es könnte von Dir auch eine Laune sein (mir fällt gerade kein anderes Wort ein, entschuldige bitte), dass Du auf einmal ein Kind willst. Du siehst, was der Mann mit einer anderen Frau hatte und verstehst vielleicht gerade, wie toll es ist, Kinder zu haben. Aber heißt das, dass Du selber eins haben musst, wenn Du bislang nie daran gedacht hast, dass es so sein MUSS? Ist es vielleicht nur der Gedanke, etwas sehr Verbindendes zu haben mit dem Mann? Ich frage das, weil ich auch manchmal so dachte, und ich dachte auch mal ans Heiraten, bis mir aufgefallen war, dass ich das nur wollte, weil ich damit "Binden" wollte. Es fühlte sich wie "aus Liebe" an, aber es war nur "Bindenwollen", den Mann "haben" wollen. Also ein dummer Grund, weil das sowieso nicht funktioniert, dass man jemanden so gefühlsmäßig binden kann. Und bei Deinem Freund siehst Du das ja auch - die Beziehung mit der Mutter hat nicht geklappt. Ich kenne die Geschichte einer Frau, die mit einem Mann zusammen ist, der auch Kinder mit einer Ex hat. Sie möchte unbedingt selber noch welche, weil sie sieht, dass die "eine Familie" bilden, also es "echter" als Partnerschaft aussieht oder so ähnlich. Mann und Ex waren auch verheiratet. Die Beziehung fühlt sich für die Bekannte so lose an, weil der Mann weder nochmal heiraten noch weitere Kinder will. Als wäre sie nur ne Randfigur. Abgesehen davon, dass sie wirklich eine Randfigur ist, weil die Ex und die Kinder nunmal sehr das Leben ihres Freundes dominieren und sie danach kommt, denke ich aber, dass man das überhaupt nicht an Heirat oder Kindern festmachen kann, ob eine Beziehung Tiefe hat.

Andererseits - ja, was wenn der Wunsch echt ist und Du JETZT im Alter von 35, wo noch alles drin ist, so einen "Schwur" leisten sollst? Ich habe leider die Erfahrung gemacht, dass solche wesentlichen Punkte, die für einen offen sind und für den anderen nicht, zwangsläufig zum Ende der Beziehung führen und die ganze Zeit wie ein Schatten über der Beziehung liegen. Bei mir war es nun was anderes, aber ich denke gerade Kinder sind ein Thema, bei dem Einigkeit herrschen muss. Was ich immer schlecht finde, ist diese Angst: Was, wenn ich mich tiefer einlasse und du dann immer noch nicht meiner Meinung bist und wir DANN die Beziehung beenden müssen. Ich denke, man sollte sie gar nicht erst eingehen. Aber dazu muss man sich sicher sein, also würde ich mich an Deiner Stelle fragen, woher dieser Kinderwunsch wirklich kommt.