• #31
Soll ich mich für oder gegen die große Liebe meines Lebens entscheiden?
Wenn man sich auf eine "Beziehung" mit jemandem einlässt, der einem in regelmäßigen Abständen über einen längeren Zeitraum deutlich zu verstehen gibt, dass er einen nicht liebt, man sich deshalb regelmäßig verletzt fühlt, aber trotzdem immer weitere Verletzungen zulässt, deshalb stark leidet und verständlicherweise Verlustängste entwickelt - wie kann man bei einer derart einseitigen "Liebe" überhaupt von "großer Liebe seines Lebens" sprechen? Sparsamer geht es ja gar nicht mehr...
Mich würde interessieren, wie Du denn dann erst eine beidseitige, erfüllende und richtig glücklich-machende Liebe bezeichnest? Oder existiert die in Deiner Vorstellung gar nicht?
Auf das Wunder einer Transformation von einseitiger in beidseitige Liebe über so einen langen Zeitraum und unter den Umständen würde ich nicht hoffen. Tut mir leid, aber für mich liest sich das wie ein selbst produziertes Drama, das vermeidbar wäre, wenn nicht jegliche Einsicht in selbst-verletzendes Verhalten und destruktive Beziehungsmuster fehlen würde.
 
  • #32
Ich kann schon verstehen, dass Frau da den Glauben an die männliche Hälfte der Menschheit verliert. Allerdings habe ich den Eindruck, er will eigentlich "nur" seinen Wunsch (Sex plus Freundschaft) erfüllen/erfüllt bekommen. Er hat ein paar Mal mehr oder minder halbherzig versucht, auch ihren zu erfüllen (Nur geht Liebe eben nicht auf Befehl oder Knopfdruck). Er hat ihr etliche Male immerhin offen gesagt, dass er sie nicht liebt und sie konnte trotzdem nicht von ihm lassen.
Alles schön und gut aber für einer der angeblich nur Freundschaft + will (was für ein unmöglicher Begriff) hat er sich verdammt lange mit ihr getroffen - 4 Monate ohne Sex!
Nicht nur das. Sie schreibt:
1 Monat später habe ich das Thema nochmal angesprochen. Er sagte "ich liebe dich nicht." Er hat immer jede freie Minute mit mir verbracht, hat mir das Gefühl gegeben, ich würde ihm sehr viel bedeuten. Ich hätte niemals erwartet, dass er mich nicht liebt. Er wollte mich nicht verlieren und ich ihn sowieso nicht.
Wenn das nicht schizophren ist, dann weiss ich auch nicht weiter! Verbringt ein Mann jede freie Minute mit einer Frau, die er nicht liebt und ihr das sogar sagt?

Da passt doch das Gesagte und das Verhalten gar nicht überein. Wenn ich selbst jemanden nicht liebe, keine Gefühle habe, dann brauche ich ihn auch gar nicht zu treffen. Dann suche ich mir einen anderen Mann. Und Sex habe ich sowieso nicht mit ihm.

@maje dein Kandidat ist reif für die Psychiatrie. Mache ihn aufmerksam auf sein wiedersprüchliches Verhalten. Frag ihn einfach, warum er ein - mit Verlaub - solcher Idiot ist, sich das anzutun und sich mit einer Frau zu "quälen", die er nicht liebt? Frage ihn das wirklich. Da wird er Augen machen über deine Frage. Sag ihm auch: "Suche dir doch eine neue Frau, die du auch mit dem Herzen lieben kannst."
 
  • #33
Sorry aber die Männer sind fast alle gestört - wir erfahren das hier jeden Tag durch die Fragen und auch die Antworten der Frauen.
Also langsam kann ich - als Frau! - dieses ständige Geschimpfe auf die "gestörten Männer" nicht mehr hören.

Wir lesen hier auch immer wieder von Frauen, die sich nicht entscheiden können; Männer hinhalten, als Notnagel und Lückenbüßer benutzen. Und auch in meinem privaten Umfeld habe ich schon weibliche Verhaltensweisen/Beziehungsmuster beobachtet, über die ich nur den Kopf schüttelt konnte.

Vielleicht unterscheidet sich die genaue Ausprägung zwischen den Geschlechtern - ich denke, Männer heucheln eher Gefühle, um Sex zu bekommen und Frauen sexuelle Anziehung, um an Gefühle (emotionale Unterstützung, Nähe) zu kommen.

Aber Fakt ist: beide Geschlechter lügen, taktieren, heucheln und benutzen - und zwar nicht zu knapp! Die Wurzel allen Übels ist hierbei m.E. die noch immer latent bestehende Stigmatisierung des Single-Daseins. Für viele Menschen gleicht Partnerlosigkeit, die länger als ein paar Monate anhält, scheinbar einem absoluten Supergau. Also wird alles getan, um diesen "unwürdigen Zustand" zu vermeiden bzw. schnellstmöglich zu beenden.

Ich habe mittlerweile den Verdacht, dass nur bei einem geringen Prozentsatz aller Beziehungen beide zu Beginn aufrichtig verliebt sind; vom Nachlassen der Gefühle bei längerer Beziehungsdauer ganz zu schweigen.

Die Foristtinne hier werden es so hinstellen, dass der Mann die FS sehr böse hinhält, sie ausnutzt (womit?) .
Ich glaube aber, er ist eine arme Wurst, die sich ständig maximalen Stress antut um mit der FS rumzuliebeln, weil er keine guten Alternativen hat.
Das Eine schließt das Andere doch nicht aus. Niemand ist gezwungen, aus Mangel an Alternativen andere zu benutzen.

Ich bin selbst eine arme Wurst, die wenig Alternativen hat (nicht die Männer bekommt, die sie wirklich will). Deshalb nehme ich mir noch lange nicht einen der Männer, die ich nicht wirklich will, als Notnagel und Lückenbüßer.
 
  • #34
Frage zu deinen 5 "gescheiterten" Beziehungen. Woran sind die "gescheitert"? Immer an was anderem oder letztlich immer an ähnlichen Dingen? und darf ich fragen, wie alt ihr beide seid?

m/43
Meine ersten beiden Beziehungen sind gescheitert, weil die beiden Kandidaten mich betrogen haben. Die dritte Beziehung scheiterte, da beide nachdem die rosarote Brille abgesetzt war, gemerkt haben, dass wir zu verschieden sind. Das waren aber keine Beziehungen von langer Dauer, max.1 Jahr. Es hat einfach nicht gepasst. Beziehung Nr.4 ging zu Ende, weil mein Partner ein Workaholic war und wir kaum Zeit miteinander verbracht haben. Die letzte Beziehung scheiterte nach 4 Jahren, weil mein Partner noch was erleben wollte und ich da nicht mehr rein gepasst habe.

Mit meinem jetzigen Freund passt abgesehen von der mangelnden Liebe alles - wir verstehen uns sehr gut, das zwischenmenschliche passt, wir harmonieren miteinander, sind füreinander da, sind auf einer wellenlänge, verbringen immer noch jede freie Minute miteinander, er meldet sich täglich mehrfach bei mir, wir planen gemeinsame Urlaube usw. Er sagt auch, dass er sich vorstellen kann, dass wir zusammen eine Zukunft aufbauen können. Deswegen kann ich nicht verstehen, dass er mich nicht liebt. Wobei ich dazu sagen muss,dass er auch gesagt hat, dass es nie eine Garantie für ein ewiges zusammenbleiben gibt. Ich habe zuvor noch nie so geliebt, das ist das erste mal wo ich für mich persönlich sagen kann, das ist liebe von ganzem Herzen, für diesen Mann würde ich alles tun. In den anderen Beziehungen hat das nicht so gepasst. Er sagt er empfindet viel für mich, nur nicht die tiefe, innige liebe, die er bei seinen exfreundinnen verspürt hat. Seine längste Beziehung mit einer Frau, die er sehr geliebt hat, endete nach 1,5 Jahren, weil er keine Gefühle mehr für sie hatte und gemerkt hat, dass es nicht passt. Er meint, er fühle sich teilweise von mir unter Druck gesetzt, da meine Zukunftspläne für ihn noch nicht umsetzbar sind und ich ihm gesagt habe, dass ich in 5 Jahren schon gern ein kind möchte.

Ich bin 27, er ist 26 - ja, wir sind noch sehr jung..
 
  • #35
Wir lesen hier auch immer wieder von Frauen, die sich nicht entscheiden können; Männer hinhalten, als Notnagel und Lückenbüßer benutzen. Und auch in meinem privaten Umfeld habe ich schon weibliche Verhaltensweisen/Beziehungsmuster beobachtet, über die ich nur den Kopf schüttelt konnte.

Vielleicht unterscheidet sich die genaue Ausprägung zwischen den Geschlechtern - ich denke, Männer heucheln eher Gefühle, um Sex zu bekommen und Frauen sexuelle Anziehung, um an Gefühle (emotionale Unterstützung, Nähe) zu kommen.
Dass auch Frauen manchmal nicht wissen, was sie wollen und einen Mann hinhalten habe ich nie in Abrede gestellt doch prozentualmässig, verhalten sich die Frauen viel seltener so. Ich kenne/kannte persönlich keine Frau, die nicht heiraten und Kinder haben möchte/wollte. Schon die kleinen Mädchen spielen mit den Puppen Hochzeit. Und das ist kein angezogenes Verhalten.

Oh nein, ich glaube nicht, dass Frauen tatsächlich Sex einsetzen, um einen Mann an sich zu binden. Wenn dann sind das nur in meinen Augen Einzellfälle und leicht daran erkennbar, wenn eine sehr junge, hübsche Frau, sich einen viel älteren vollhabenden Mann geangelt hat, der ihr Vater sein könnte. Meistens sind das auch Frauen, welche keine gute Ausbildung haben oder auch aus einem Ostblockstaat kommen. Die gut ausgebildeten und wirtschaftlich unabhängigen Westeuropäerinnen haben das gar nicht nötig.

Ansonsten ist nämlich das Gegenteil der Fall: die allermeisten Frauen haben Sex, wenn sie für den Mann bereits Gefühle entwickelt haben, wenn sie ihn interessant und attraktiv finden
und sein Wesen mögen. Gefühle können Männer vorheucheln, weil Männer triebhafter sind und ihren Trieb ausleben wollen.

Und die Frau hat ein kostbares Gut, welches die Männer wollen: die weibliche Sexualität an die sie nicht einfach so ran kommen ausser sie zahlen eine Prostituierte für diese Dienste. Dass sie Sex und Liebe gut trennen können (natürlich gibt es auch solche, die es nicht können) zeigt die Statistik, weil Millionen von Männern jeden Tag zu Prostituierten gehen.

Wie viele Frauen gehen schon zu einem Callboy?

Er verhält sich als ihr fester Partner ihr gegenüber und behauptet pausenlos er würde sie nicht lieben! Das ist doch wirklich krank!
 
  • #36
@maje: Für mich ergibt sich das Bild, daß du felsenfest überzeugt bist, er sei "der richtige", vor allem weil du mit ihm intensivere Gefühle verbindest als mit jedem früheren Partner. Und daß du es gerade deshalb irgendwie "erzwingen" willst. Das ist verständlich. Aber zwecklos.

Bei ihm ist es gerade andersrum: Er hat früher bei einer Partnerin wesentlich mehr empfunden und das ist ihm bewusst. Möglicherweise bedeutest du ihm wirklich viel und er ist gern mit dir zusammen. Es könnte durchaus sein, dass er dich auch furchtbar gern genauso lieben würde wie du ihn. Nur, dass er dann immer wieder feststellt, dass es trotz aller Anstrengung leider nicht „auf Befehl“ funktioniert und er dich eben nicht ähnlich will wie du ihn.

Für Außenstehende wirkt das natürlich dann schnell mal schizophren. Ihm hier per se gleich niedere Motive zu unterstellen, wie es einige Vorredner getan haben, halte ich aber ohne nähere Kenntnis des Mannes für voreilig und unfair.

Zitat von maje:
Er sagt auch, dass er sich vorstellen kann, dass wir zusammen eine Zukunft aufbauen können. Deswegen kann ich nicht verstehen, dass er mich nicht liebt. Wobei ich dazu sagen muss,dass er auch gesagt hat, dass es nie eine Garantie für ein ewiges zusammenbleiben gibt.
Natürlich gibt es für nichts im Leben Garantien. Dass er darauf explizit hinweist, zeigt einmal mehr, dass er an eine dauerhafte Beziehung mit dir nicht wirklich glaubt. Seine Aussage ist etwas für seine eigene Gewissensberuhigung, wenn es später - vorhersehbar - nicht klappt. Dann wird er dir und vor allem sich selbst immer sagen können: "siehst du, ich hab es ihr doch damals schon gesagt, dass ich für ewiges Zusammenbleiben nicht garantieren kann..."

Glaub ihm mal, dass er dich nicht liebt, denn das zieht sich wie ein roter Faden durch alle deine Schilderungen seiner Aussagen. Und wenn das so ist, dann ist es schwer zu verstehen, dass er tatsächlich eine gemeinsame Zukunft für euch beide sieht. Sieht er aus meiner Sicht auch nicht. ("Vorstellen" kann man sich übrigens fast alles - das ist eine sehr bequem-schwammige Aussage, die letztlich gar nichts bedeutet.)

Unabhängig von seiner Motivlage (ob ehrliches, aber unsinniges Bemühen oder kalkulierendes HInhalten oder schizophrenes hin und her) kann das meines Erachtens nicht funktionieren zwischen euch, jedenfalls nicht als Liebesbeziehung - so traurig das für dich erst mal ist. Liebe lässt sich nicht erzwingen und leider auch nicht herbeiwünschen.
 
  • #37
Gefühle können Männer vorheucheln, weil Männer triebhafter sind und ihren Trieb ausleben wollen.
Das sehe ich anders. Ich glaube, Männer heucheln Gefühle, wenn sie spüren, dass die Frau "anfällig" dafür ist und das braucht. Von daher finde ich den Freund der FS gar nicht so unmöglich, wie ihn hier einige sehen. Liebe ist ja immer Definitionssache und er ist der FS gegenüber ehrlich in dem, wie er fühlt und zwar ohne sie schlecht zu behandeln. Er ist erst 26 und muss sich da vielleicht erst noch finden. Seine längste Beziehung dauerte 1,5 Jahre, dann von "tiefer Liebe" zu sprechen halte ich für etwas überzogen. Eine wirklich tiefe Liebe entwickelt sich meiner Meinung nach über die Jahre, indem man gute und schwierige Phasen übersteht. Ich weiß nicht, warum es sich die FS so schwer macht. Wenn er ihr das Gefühl gibt, hinter ihr zu stehen und beständig Nähe sucht, warum macht sie es sich wegen der "fehlenden Liebe" so schwer? In so jungen Jahren und nach so kurzer Zeit schon Druck aufzubauen bzgl. Kindern und Zukunft halte ich für kontraproduktiv. Wenn sich beide wohl fühlen in der Beziehung, dann würde ich zum jetztigen Zeitpunkt die angeblich fehlende Liebe nicht thematisieren, einfach im Hier und Jetzt bleiben und es genießen. Und wenn das für die FS aufgrund ihrer Persönlichkeit nicht möglich ist, dann muss sie sich trennen.
 
  • #38
Bei ihm ist es gerade andersrum: Er hat früher bei einer Partnerin wesentlich mehr empfunden und das ist ihm bewusst. Möglicherweise bedeutest du ihm wirklich viel und er ist gern mit dir zusammen. Es könnte durchaus sein, dass er dich auch furchtbar gern genauso lieben würde wie du ihn. Nur, dass er dann immer wieder feststellt, dass es trotz aller Anstrengung leider nicht „auf Befehl“ funktioniert und er dich eben nicht ähnlich will wie du ihn.
...
Natürlich gibt es für nichts im Leben Garantien. Dass er darauf explizit hinweist, zeigt einmal mehr, dass er an eine dauerhafte Beziehung mit dir nicht wirklich glaubt. Seine Aussage ist etwas für seine eigene Gewissensberuhigung, wenn es später - vorhersehbar - nicht klappt.
Gerade weil auch seine Beziehungen gescheitert sind, glaubt er vermutlich nicht, dass es funktionieren kann. Dass er selbst die anderen Frauen mehr liebte als sie ihn und dass er sich bei ihnen mehr Mühe gab, weiss nur er selbst und niemand sonst. Was stimmt können wir nicht wissen. Es kann sogar sein, dass er einen unsicheren Bindungsstil hat, statt einen sicheren und sich bei jeder Frau so verhält (was viel wahrscheinlicher ist), weil die Bindungstile sich bereits in der Kindheit und Jugend festigen aber nicht notwendigerweise unabänderlich sind - wie man aus der Bindungsforschung kennt.

Wenn er auch diesmal scheitert, dann ist das eine selbsterfüllende Prophezeiung, die er selber mit seiner Ambivalenz herbeigeführt hat, weil ihn vermutlich jede Frau wegen seiner Verworrenheit (statt Klarheit) früher oder später verlassen wird. Dessen ist er sich aber gar nicht bewusst.

Ich stelle ansonsten fest: dieser Mann führt bereits eine Beziehung mit @maje aber er will sie nicht als solche benennen. "Ich lebe eine Beziehung mit dir" bedeutet vermutlich für ihn "ich bin in ein enges Korset gesteckt und kann nicht frei sein und mich frei fühlen". Affäre, Freundschaft +, Beziehung, Ehe sind nur wie fest definierte Rahmen aber...was nicht in ein Fest definiertes Rahmen gehört bzw. gehören kann sind die Gefühle, die man für jemanden empfindet.

Entweder man liebt jemanden wirklich oder man liebt ihn nicht! Alles andere - Angst vor Freiheitsgefühl und Verantwortung - sind völlig andere Gefühle, die die Liebesgefühle überlägern können. Liebesgefühle für jemanden und Angst kann ein Mensch zeitgleich oder abwechselnd empfinden.
 
  • #39
Dass auch Frauen manchmal nicht wissen, was sie wollen und einen Mann hinhalten habe ich nie in Abrede gestellt doch prozentualmässig, verhalten sich die Frauen viel seltener so. Ich kenne/kannte persönlich keine Frau, die nicht heiraten und Kinder haben möchte/wollte.
Ja, aber man ist doch kein besserer Mensch, weil man sich Heirat + Kinder wünscht. Und auch diese Wünsche, v.a. den nach Kindern, kann man sich auf unlauterem Wege, also durch Lügen und Spielchen, erfüllen.

Beziehungsfähig ist es, zu wissen, was man will - und es ehrlich zu kommunizieren; sowie nur mit Menschen eine Beziehung einzugehen, die kompatible Vorstellungen haben. Wer anderen was vormacht, um sein Ziel zu erreichen - egal, ob dieses Ziel "unverbindlicher Sex" oder "Hochzeit und Kinder" heißt - der handelt unfair und stellt damit seine Beziehungsunfähigkeit unter Beweis. Unfair finde ich auch, sich wissentlich(!) jemanden zu nehmen, der eigentlich etwas anderes will als das, was man ihm bieten kann, aber aus Abhängigkeit alles mitmacht. Wie die FS.

Er verhält sich als ihr fester Partner ihr gegenüber und behauptet pausenlos er würde sie nicht lieben! Das ist doch wirklich krank!
Würde er lügen, wäre es noch schlimmer. Es ist auch nicht verboten, Beziehungen mit Menschen einzugehen, die man nicht liebt.

Dennoch ist es auch in meinen Augen großer Mist, was dieser Mann tut. Denn: die FS wünscht sich etwas anderes als das, was er ihr bieten kann. Sie möchte geliebt werden. Und das weiß dieser Mann mit Sicherheit. Ebenso dürfte ihm kaum entgangen sein, dass sie total von ihm abhängig ist und deshalb ihr Selbstschutz versagt. Sie müsste sich eigentlich aus dieser für sie unbefriedigenden Situation befreien, schafft es aber nicht. Fair wäre es, ER würde sie schützen, indem er die Beziehung konsequent beendet.

Das Gemeine hier ist, dass er ihr scheinbar die Wahl lässt - er sagt ihr: "Ich liebe dich nicht."; also weiß sie was Sache ist und kann frei entscheiden, ob sie das mitmacht. Nur hat sie diese Wahl bloß theoretisch - praktisch ist ihre Wahlfreiheit durch ihre emotionale Abhängigkeit eingeschränkt, und das weiß er mit Sicherheit!

Es ist ehrlich zu ihr - aber nicht, weil er ihr Bestes will, sondern um sich eine "weiße Weste" zu bewahren. Ich nenne sowas: Pseudo-Ehrlichkeit.
 
  • #40
Das klingt, als gäbe es genau eine "richtige" (große) Liebe, und wenn mensch das Pech hat, dass jene/r nicht genauso empfindet, kann mensch das Thema für den Rest des Lebens vergessen?
Ich habe mich nicht ganz korrekt ausgedrückt.

Ich gehe selbstverständlich davon aus, dass man mehr als eine große Liebe erleben kann.

Wenn auch häufig einer großen Liebe erst mal eine nicht ganz so große folgen wird.

Dementsprechend, liebe FS kannst du die Beziehung, weil du sehr jung bist - natürlich erst einmal laufen lassen und schauen, ob sich etwas ändert.

Aber dauerhaft solltest du nicht in etwas verharren, was die tatsächlich nicht glücklich, sondern schleichend kaputt macht.

Lies dir diese Sätze sehr gut durch. Eigentlich sollte sie jeder unglücklich Verliebte verinnerlichen:
Nicht mehr offen zu sein für andere große und nicht ganz so große Lieben, nur weil man der "einen großen Liebe des Lebens" ewig schmerzverzehrt nachhängt, ist eine selbst gewählte Entscheidung, kein Zwang und schon gar kein unabwendbares Schicksal.
Der Richtige wird auch noch kommen!
 
  • #41
Wenn du dich selbst liebst solltest du es beenden. Tut zwar weh, aber die Zeit heilt alle Wunden und du bist offen dafür, den richtigen zu finden.
 
  • #42
Es ist eine interessante Frage, ob man lieber mit seiner großen Liebe leben möchte, die nicht in gleicher Weise zurückliebt oder ob man weitersuchen soll mit der Folge, jemanden zu finden, dessen große Liebe man ist, den man aber nicht in gleicher Weise zurücklieben kann, weil man ja den anderen liebt.
Ja, das ist schon ein Thema für sich. Diese Frage habe ich mir auch schon gestellt, weil ich mindestens eine Frau kenne, die den Mann mehr liebt als er sie, wenn man mal so frei ist, die Beziehung zu interpretieren. Weil der Mann aber auch schon heftig mit mir geflirtet hat, ist mein Eindruck, dass er sich nur nicht traut zu gehen oder aber durch seinen Job andere Möglichkeiten hätte, mit Frauen was anzufangen, ohne dass sie was merkt. Ich schätze ihn gar nicht so ein, weil sein Elternhaus auch recht solide ist und er noch Werte vermittelt bekam. Aber sie liebt ihn eindeutig mehr, kümmert sich mehr um ihn und die Beziehung und muss sich seinen Bedürfnissen anpassen, dh. z.B. er unternimmt mit seinen Kumpels lieber was als mit ihr. Sie ist eher wie eine Mutter, was bestimmte Dinge angeht, wo man Nachsicht haben muss. Ich hatte das mal für die ideale Beziehung gehalten und den Mann für einen der Besten, die man kriegen könnte (wenn jetzt zusätzlich Anziehung bestünde).

Ich kenne auch zwei Männer, die Frauen haben, die sie anhimmeln. Die Männer sind die völligen Egoisten und ziehen ihr Ding durch, egal, ob die Frau damit klarkommt oder nicht (und es sind Kinder da). Dann wird halt getrennt gewohnt, weil der Mann in seinem alten Beruf zu wenig Geltung bekam. Er entscheidet das allein. Beides heftige Fremdflirter mit Bereitschaft zu mehr. Würden aber sicher niemals die Frau verlassen und kuschen auch, wenn sie sich aufregt wegen irgendwas.

Für mich kommt es weder in Frage mit jemandem zusammen zu sein, der mich nicht genauso unglaublich toll findet, wie ich ihn. Wenn es keinen Mann gibt, so what. Besser allein, als so eine Beziehungsbettlerin. Mit einem Mann, den ich nicht liebe, wüsste ich jetzt auch keinen Grund zusammen zu sein.

Ich glaube, die Menschen, die den Partner mehr lieben und das wissen, sind entweder gleichzeitig sehr leidensfähig und sehr weise, weil sie merken, dass der andere nur unreif ist und irgendwie meinen zu wissen, dass derjenige IRGENDWANN den Wert des Partners erkennt, oder aber sie halten krampfhaft an ihrem Traumschloss, das sie Beziehung nennen, fest.
 
  • #43
Für mich kommt es weder in Frage mit jemandem zusammen zu sein, der mich nicht genauso unglaublich toll findet, wie ich ihn. Wenn es keinen Mann gibt, so what. Besser allein, als so eine Beziehungsbettlerin. Mit einem Mann, den ich nicht liebe, wüsste ich jetzt auch keinen Grund zusammen zu sein.
Naja, wenn man sich lieben lässt, wird das Ego gestreichelt, Vorteile einer Partnerschaft werden verwirklicht. Gleichzeitig hat man natürlich immer ein bißchen ein schlechtes Gewissen, weil man den Partner nicht so liebt wie es sein sollte, fühlt sich immer in der Bringschuld.

Wenn man selbst derjenige ist, der mehr liebt, hängt es stark von der Persönlichkeit des Partners ab, wie sich das anfühlt. Das Ego wird nicht gestreichelt, aber ich denke nicht alle Männer nutzen das Ungleichgewicht so brutal aus wie in den von dir beschriebenen Fällen.

Ich denke also, du hast Recht: Wer lieber liebt, ist entweder sehr reif, weise und in sich ruhend oder ein abhängiger Mensch.

Und am Schönsten und Gesündesten ist es natürlich, wenn die Gefühle in etwa gleich bzw. alternierend ungleich sind.
 
  • #44
Naja, wenn man sich lieben lässt, wird das Ego gestreichelt, Vorteile einer Partnerschaft werden verwirklicht.
Das bringt mich zu der Frage, ob es wirklich ist, dass man "sich lieben lässt", dh. das auch spürt und sieht, oder ob es nur als Huldigung hingenommen wird und damit eine Narzissmussache wird. Vielleicht auch bequem, bis einer kommt, der einen umhaut. Ich glaube, das ist der Haken an der Sache, dass man, wenn man nicht so geliebt wird, immer denkt, der andere kann sofort abspringen und sucht eigentlich was anderes. Deswegen wollen ja viele Frauen auch nicht den ersten Schritt machen, finde ich auch nicht so unklug. Allerdings hängt das nun wirklich vom Charakter ab, ob es dann der Loser wird in der Beziehung, weil er zuerst "ich liebe dich" gesagt hat. Und wenn alle so denken, gibt es nur noch "Patts".

Diese beiden Männer, die sich anhimmeln lassen, wirken zwar so, als wären sie auch sehr aufmerksam, aber da sie Gefühle (oder co-narzisstisches Verhalten? Wer liebt, liebt auch sich selbst und lässt sich so eine Beziehung vielleicht gar nicht gefallen?) nutzen, um sich sicher und toll zu fühlen, habe ich irgendwie nicht den Eindruck, dass es sich dabei um Liebesempfinden handelt. Ich kannte mal einen, der stolz erzählte, dass sich seine Freundin wegen ihm umbringen wollte, weil er Schluss gemacht hat. Der Selbstmordversuch war nun kein wirklicher, aber seine Reaktion war bezeichnend.
 
  • #45
Er sagte "ich liebe dich nicht." [...] Kann man lernen jemanden zu lieben?
Hallo Maje,

das ist eine große Frage, die mich auch in verschiedenen Schattierungen, in verschiedenen Positionen sehr beschäftigt hat.

Inzwischen ist meine Überzeugung, dass diese klare Ansage "ich liebe dich nicht" meistens sehr bewusst gemacht wird. Sie will nicht sagen, dass sich die-/derjenige seiner/ihrer Gefühle nicht sicher ist, sondern sie meint "ich weiß, wie sich Liebe bei mir in einer vergleichbaren Situation anfühlt, wie sie sich anfühlen müsste, du bist es aber nicht, mach dir also keine Hoffnung, du wirst sonst verletzt werden. Wir können Freunde, Sexpartner usw. sein, aber nicht mehr".

Diese Ansage wird gemacht, damit der/die andere die Konsequenzen ergreifen kann und die Beziehung entweder an der Stelle beendet, oder sie unter diesen neuen Vorzeichen weiterführt, auf eigenes Risiko. Es liegt in der Natur der Sache, dass der verliebte Partner diesen Sachverhalt eher nicht wahrhaben will, sich trotzdem Hoffnung auf einen "Wechsel der Gefühle" beim anderen macht.

Man muss aber davon ausgehen, dass die Ansage von jemandem kommt, der sich so gut kennt, dass er für eine zukünftige Entwicklung, für einen Lernvorgang, keine echte Chance sieht, sonst hätte er diese starke Ansage zu diesem Zeitpunkt einfach nicht gemacht.

manchmal
 
  • #46
Sorry, liebe FS, aber nach fünf gescheiterten Beziehungen wird dies die sechste sein.

Ich schreibe dies hier öfter, die Frauen lernen einfach nichts aus Enttäuschungen, sie fahren immer wieder die gleiche Schiene, Anhänglichkeit, Selbstaufgabe, Druck machen, Bedürftigkeit, ihn als das beste sehen was das Leben zu bieten hat.....

Das Beste was das Leben zu bieten hat ist allerdings kein Kerl, sondern der innere Frieden mit sich und durch sich selbst, arbeite daran und lass mal für ne Weile die Partnersuche, täte Dir gut.

Von soviel Hickhack brauchst Du mal ne Pause.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #47
Inzwischen ist meine Überzeugung, dass diese klare Ansage "ich liebe dich nicht" meistens sehr bewusst gemacht wird. Sie will nicht sagen, dass sich die-/derjenige seiner/ihrer Gefühle nicht sicher ist, sondern sie meint "ich weiß, wie sich Liebe bei mir in einer vergleichbaren Situation anfühlt, wie sie sich anfühlen müsste, du bist es aber nicht, mach dir also keine Hoffnung, du wirst sonst verletzt werden. Wir können Freunde, Sexpartner usw. sein, aber nicht mehr".

Diese Ansage wird gemacht, damit der/die andere die Konsequenzen ergreifen kann und die Beziehung entweder an der Stelle beendet, oder sie unter diesen neuen Vorzeichen weiterführt, auf eigenes Risiko. Es liegt in der Natur der Sache, dass der verliebte Partner diesen Sachverhalt eher nicht wahrhaben will, sich trotzdem Hoffnung auf einen "Wechsel der Gefühle" beim anderen macht.
Ich glaube diese Aussage wird gar nicht so bewusst gesagt, wie es aussieht. Sie ist eine Reaktion auf Ängste und zwar auf Bindungsängste. Wenn man Angst hat die Freiheit zu verlieren, eingeengt zu werden, dass ihm die Luft zum Atmen weggenommen wird und sagt man aus Angst alles auch; "Ich liebe dich nicht". Das ist eine Schutzreaktion von ihm und nichts weiter - davon bin ich überzeugt.

Sie hat ja schon zweimal die Konsequenz gezogen und die Beziehung beendet aber er hat sich wieder bei ihr gemeldet und um eine erneute Chance gebettelt. Warum, wenn er sie nicht liebt? Er müsste unendlich froh sein, dass sie die Beziehung beendet hat und sich eine andere Frau suchen.

Es gibt doch ein Spruch der besagt: "wie sehr man einen Menschen liebte, erkennt man erst dann wenn man ihn verloren hat". Er sagt zwar immer und bestätigt, er würde sie nicht lieben aber verhält sich als einer der eine Frau liebt verbringt jede freie Minute mit ihr.

Männer, die eine Frau nicht lieben, suchen sich eine andere auch parallel zu dieser einen. Verbringen nicht jede freie Minute mit ihr.
Nicht nur @maje will und braucht ihn, sondern er auch sie, mit dem Unterschied, dass ihm
die Angst vor Nähe immer wieder dazwischen funkt und er sich mit "ich liebe dich nicht distanziert." Männer würden niemals zugeben, dass sie eine Frau brauchen, sie zeigen demonstrativ eine Pseudo-Unabhängigkeit.

Solange das Angstgefühl die Liebe überlagert kann ein Mann seine Liebesgefühle für sie gar nicht spüren.
 
  • #48
Zitat von Mandoline:
Sie hat ja schon zweimal ...die Beziehung beendet aber er hat sich wieder bei ihr gemeldet und um eine erneute Chance gebettelt. Warum, wenn er sie nicht liebt?
Vielleicht aus emotionaler/seelischer Abhängigkeit?
Zitat von Mandoline:
"wie sehr man einen Menschen liebte, erkennt man erst dann wenn man ihn verloren hat".
Das mag zwar sein. Allerdings ist es völlig normal, dass man einen Menschen, mit dem man lange Zeit zusammen war, vermisst nach einer Trennung. Und je intensiver ("jede freie Minute") um so stärker vermisst man denjenigen in der Regel auch. Nur leider bedeutet "jemanden stark vermissen", sein Fehlen zu spüren, noch lange nicht, dass man ihn tatsächich liebt bzw. geliebt hat.
Zitat von Mandoline:
Nicht nur @maje will und braucht ihn, sondern er auch sie,... Männer würden niemals zugeben, dass sie eine Frau brauchen, sie zeigen demonstrativ eine Pseudo-Unabhängigkeit.
Dummerwiese ist "brauchen" erstmal nur ein Ausdruck von Abhängigkeit. Mir ist durchaus bewusst, dass es im realen Leben kaum eine Liebesbeziehung gibt, in der es nicht auch das Element des "brauchens" gibt. Gleichwohl steht brauchen in erster Line für Abhängigkeit und Bedürftigkeit, nicht so sehr für lieben.
Zitat von Mandoline:
Männer, die eine Frau nicht lieben, suchen sich eine andere auch parallel zu dieser einen. Verbringen nicht jede freie Minute mit ihr.
Ist das wirklich so? Es kann eine Indikation sein, aber als Beweis für "er liebt dich, auch wenn er selber nicht weiß" würde ich das nun nicht unbedingt werten. Und warum verbingt er jede freie Minute mit wenn er tatsächlich Angst vor dem eingeengt sein hätte? Das passt doch gar nicht zusammen!
Ich finde zu sagen, "ich liebe dich nicht", ist sehr schwer, gerade wenn man viel Sympathie für eine Frau empfindet und gern Zeit mit ihr verbringt. Es ist schließlich eine sehr starke Zurückweisung.
Zitat von Mandoline:
Solange das Angstgefühl die Liebe überlagert kann ein Mann seine Liebesgefühle für sie gar nicht spüren.
Das kann durchaus sein - völlig ausschießen würde ich das auch nicht. Aber letztlich kann nur der Mann mit Gewissheit sagen, ob er sie liebt oder nicht und bislang sagte er etliche Male "nein". Irgendwann sollte man einem erwachsenen Menschen vielleicht auch einfach mal zugestehen, das er weiß, was er sagt und ihn beim Wort nehmen? Statt zu raten und sein "Nein" irgendwie in ein"Ja" umzudeuten.
m/43
 
  • #49
Vielleicht aus emotionaler/seelischer Abhängigkeit?
Das mag zwar sein. Allerdings ist es völlig normal, dass man einen Menschen, mit dem man lange Zeit zusammen war, vermisst nach einer Trennung. Und je intensiver ("jede freie Minute") um so stärker vermisst man denjenigen in der Regel auch.
"Wir alle Menschen sind voneinander in irgend einer Weise abhängig" - waren die Worte eines Psychiaters, weil wir soziale Wesen sind und keine isolierte Individuen und wir brauchen andere Menschen, um uns wohl zu fühlen und auch intime Liebesbeziehungen davon sind wir abhängig. Warum Abhängigkeit immer per se schlecht gemacht wird, ist mir ein Rätsel? Es geht um konstruktive oder destruktive Abhängigkeit!
So wie ein Kind seine Mutter und Vater braucht, um sich glücklich zu fühlen, so brauchen doch erwachsene Menschen andere, um sich wohl und glücklich zu fühlen, sofern sie sich gegenseitig bereichern. Denn wer geniesst nicht die Nähe, die Berührungen, Zärtlichkeit und die Sexualität mit jemand anderen? Und wem tut das nicht gut? Das ist eine positive Abhängigkeit für das Wohlbefinden.
Ich finde zu sagen, "ich liebe dich nicht", ist sehr schwer, gerade wenn man viel Sympathie für eine Frau empfindet und gern Zeit mit ihr verbringt. Es ist schließlich eine sehr starke Zurückweisung.
Wenn er sie zuerst oder mehrmals zurückweist, warum meldet er sich trotzdem wieder? Das ist eben das schizophrene dran! Wenn ich in einen Mann nicht verliebt bin und ihn nur sympathisch finde, suche mir jemand anderes für Partnerschaft und Sexualität. Viell. sagte er allen Frauen bis dato "ich liebe dich nicht" aber verhällt sich paradox und verbringt mit ihnen viel Zeit.

@maje kann das widersprüchliche Verhalten logischerweise nicht verstehen, denn sie wundert sich, warum ein Mann, der sie nicht liebt mit ihr jede freie Minute verbringt? "Such dir doch eine Frau zum Verlieben" - würde ich einem solchen Mann sagen.

Spürt man nicht auch so, ob jemand jemanden liebt auch ohne darüber zu sprechen? Als ich 2014 einen Mann kennen und lieben gelernt habe und ihm das auch einmal sagte, hat er das nie mit Worten selbst erwidert aber ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, dass er mich ebenfalls liebte. Erst als die Ärzte einige Monate später die tödliche Krankheit diagnostizierten sagte er mir, vermutlich ahnend um sein Ende: "ich habe dich geliebt."
 
  • #50
Die menschliche Psyche ist das komplexeste überhaupt und ein Mensch kann gleichzeitig mehrere Gefühl empfinden, die entweder alternieren oder einmal das eine und einmal das andere vorherrscht.

Ich kann mich in einen Mann verlieben aber gleichzeitig Angst haben, eine Beziehung mit ihm einzugehen, weil gleichzeitig die Gefahr besteht, dass er mich verlässt und seelisch tief verletzt. Das führt dann zu diesem ambivalenten Verhalten dieses jungen Mannes. "Wer sich einlässt kann auch verlassen werden" und wenn er sich und auch ihr eingesteht, er würde sie lieben und sich voll und ganz - ohne ewiges Hin und Her - einlässt so könnte er verlassen werden, weil es im Leben für nichts eine Garantie gibt. Wenn er sonst immer verlassen wurde in der Vergangenheit, so könnte sich sein Verhalten heute (das Hick-hack) noch viel besser erklären.

"Angst und Sehnsucht sind siamesische Zwillinge" - stand einmal im Buch "Miteinander reden 2" von Kommunikationspsychologen Friedemann Schulz von Thun. Es geht dabei darum, dass jedes Single Sehnsucht nach einer Bindung und schöner Beziehung hat aber gleichzeitig auch die Angst spürt, dass solche Beziehungen auseinandergehen und man seelisch sehr tief leidet, so tief leidet, dass manche Menschen aus Liebeskummer Suizidversuche unternehmen, wenn sie besonders sensibel und vulnerabel sind.

Bindungsangst ist die Kehrseite der Medaille, welche Verlustangst heisst. Wenn ich jemanden liebe und er mir viel bedeutet so besteht auch das Risiko, diese Person auch leider zu verlieren. Dieses Risiko will der Mann offensichtlich nicht eingehen und deshalb behauptet, er würde sie nicht lieben aber verhält sich wie ein verliebter Mann. Sehr einleuchtend für mich. Vielleicht sollte @maje ihn darauf konkret ansprechen, ob er Angst hat, dass eine feste Beziehung scheitert und dass sie ihn verlässt?
 
  • #51
[...] Es gibt doch ein Spruch der besagt: "wie sehr man einen Menschen liebte, erkennt man erst dann wenn man ihn verloren hat".
Äh..nein, gibt es nicht...?
Was es dagegen gibt, mit schöner Regelmäßigkeit, fast schon zuverlässig und verlässlich... sind nostalgische Gefühle für den Partner, den man z.B. wegen fehlender Liebe verlassen hat. Es gibt Typen, die diesen Gefühlen ein paar mal, immer wieder nachgeben, und andere Typen, die das als unsinnig für alle Beteiligten empfinden.

[...]Männer, die eine Frau nicht lieben, suchen sich eine andere auch parallel... .
Was uns Mandoline damit sagt: "Solange er dir treu ist, mach' dir keinen Kopf über seine Liebe. Fragen brauchst du ihn nicht danach, er weiß es sowieso nicht".
Ja, das kann schon wirklich oft das beste Rezept sein, für eine bestimmte Art Frau, bei einer bestimmten Art Mann...

manchmal
 
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Äh..nein, gibt es nicht...?
Was es dagegen gibt, mit schöner Regelmäßigkeit, fast schon zuverlässig und verlässlich... sind nostalgische Gefühle für den Partner, den man z.B. wegen fehlender Liebe verlassen hat. Es gibt Typen, die diesen Gefühlen ein paar mal, immer wieder nachgeben, und andere Typen, die das als unsinnig für alle Beteiligten empfinden.
Das wirklich nostalgische Gefühle sind kann nur der Mann wissen und niemals wir. Es kann auch emotionale Abhängigkeit sein statt Nostalgie und es kann genauso gut liebe sein die ihm nicht bewusst ist und er hartnäckig leugnet.

Es ist bezeichnend in diesem Thread, dass gerade fast nur Männer sagen: er liebt dich nicht weil er am besten weiss wie sich das anfühlt. Weiss er das wirklich, wissen Männer wirklich wie sich Liebe anfühlt? Es gibt Menschen etwa ca. 10% der Bevölkerung an Alexthymie leiden (Gefühlsblindheit Menschen die ihre Gefühle nicht wahrnehmen können)
1 Monat später habe ich das Thema nochmal angesprochen. Er sagte "ich liebe dich nicht." Er hat immer jede freie Minute mit mir verbracht, hat mir das Gefühl gegeben, ich würde ihm sehr viel bedeuten.
...Er hat sich entschieden zu bleiben. Wir waren dann offiziell zusammen. Dann hat er wieder gesagt er liebt mich nicht und ist gegangen.
...Nach 2 Wochen bat er mich um eine Chance. Die fehlende Liebe stand immer noch im Raum. Wir fingen an, ab und an zu streiten. Ich wurde eifersüchtig, hatte Verlustängste. Letztlich habe ich ihm gesagt, dass ich unter der Situation leide. Er hat dann die Notbremse gezogen.
...Letzten Endes bat er dann wieder um ein Treffen. Er sagte, er wäre die ganze Zeit blockiert gewesen und hätte verkannt, dass er mich liebt und eine gemeinsame Zukunft aufbauen will und mir beweisen will, dass er es ernst meint.
Eine Tragikomödie in 4 (oder mehr?) Akten. Weglaufen, melden, weglaufen, melden. Im 4. Akt er liebt sie doch, will ihr beweisen und eine Zukunft mit ihr. Dann wieder im 5. nicht. Ich würde diesem Mann eine Ohrfeige verpassen und definitiv Schluss machen oder ihn zum Psychiater schicken.