• #1

Er hat mich angelogen, sich entschuldigt aber ich kann nicht loslassen

Liebe Community!

Wie geht es euch damit, wenn ihr angelogen wurdet? Fällt es euch leicht zu verzeihen?

Ich habe momentan das Problem, dass mich immer wieder zwei drei kleine Lügen meines Partners in der Vergangenheit beschäftigen und ich das Thema nicht einfach mal gut sein lassen kann...

Wie geht ihr mit sowas um?
Wir haben schon oft darüber gesprochen und er hat sich mehrmals bei mir entschuldigt.

Dennoch fällt es mir sehr schwer das alte Thema von uns gut sein zu lassen. Manchmal kommt da einfach noch die Verletztheit hoch sowie Wut, obwohl es jetzt seit Monaten wirklich sehr gut läuft und wir auch unsere gemeinsame Zukunft am planen.
 
  • #2
Es wäre sinnvoll wenn du es etwas genauer beschreiben würdest. Es kommt doch darauf an um welche Lüge es sich handelt. Bei einer richtig fetten Lüge wäre ich auch richtig enttäuscht und wütend.
 
  • #3
Ich fange mal mit einem Beispiel an...
Wir hatten uns gerade gesagt, dass wir uns ineinander verliebt haben und einige Tage später hatte er was mit einem anderen Mädel, was er mir zunächst nicht sagte. Er war im Urlaub mit seinen Jungs. Als er zurück kam, fragte ich ob da etwas lief im Urlaub, er verneinte es. Einige Tage später, nachdem wir dann auch offiziell zusammen waren, gestand er mir, dass er eine andere geküsst hätte, jedoch sei es nur ein flüchtiger Kuss gewesen und er versprach mir, dass das die Wahrheit ist. Das Thema ließ mich allerdings nicht los, also fragte ich in den kommenden Tagen öfter wieder nach und er meinte irgendwann dass ich mich da unnötig reinsteigern würde. Nochmal 1-2 Wochen später, nachdem ich ihn wieder fragte, gestand er mir, dass es nicht nur ein flüchtiger Kuss war, sondern doch schon richtig „rumgemacht“. Er hätte es jedoch schnell bereut und das beendet. Sein Argument, weshalb er es mir nicht direkt sagte, war, dass er Angst hatte, dass ich dann die Beziehung mit ihm überhaupt nicht eingegangen wäre... und naja so das übliche von wegen er war sehr betrunken und offiziell wären wir ja nicht zusammen gewesen. Ich war sehr verletzt, einfach weil er mich trotz dass er sah wie viele Gedanken ich mir machte, mich weitere Wochen anlog.
 
  • #4
zwei drei kleine Lügen meines Partners in der Vergangenheit beschäftigen und ich das Thema nicht einfach mal gut sein lassen kann

Also generell, wenn man ein Thema für sich nicht gut sein kann man , dann sind es für einen selbst keine kleinen Lügen, sondern essentielle.
Der Maßstab, was große oder kleine, verzeihliche Lügen sind ,,setzt man ganz alleine.

Als kleine Lügen empfinde ich persönlich nun diese Beispiele nicht.
Ganz im Gegenteil.

Jetzt bin ich ,,was Vertrauen angeht, empfindlich, ich könnte es nicht mehr .
Und Vertrauen ist für mich eine unverzichtbare Basis einer Partnerschaft.

Dumm gelaufen, aber meine Gefühle würde es zum Erlöschen bringen.
Ich würde es abschließen.

W,49
 
  • #5
Das Thema hat mich zeitweise sehr beschäftigt.
Ich wurde häufig belogen von Männern. Nicht nur von Partnern sondern auch von männlichen Familienmitgliedern.
Es lief immer nach folgendem Schema ab: das Gegenüber verhielt sich inkorrekt (Betrug, finanzielle Mauschelei, o.a.). Und da jeder der mich kennt weiss, dass ich in der Lage und stark genug bin zu gehen wenn ich schlecht behandelt werde, wurde aus Verlustangst gelogen. Das wiederum spürte ich da ich ein gutes Gefühl habe für sowas. Früher oder später hatte ich dann auch entsprechend Informationen.
Und bin dann auch gegangen.
Aber nicht wegen des Vorkommnisses..mit mir kann man über vieles reden..sondern wegen des Vertrauensbruch durch die Luege. Die Männer hatten also dadurch genau das Gegenteil erreicht von dem was sie wollten, nämlich mich halten. Traurig eigentlich. Und dumm.
Ich glaube so n Muster entsteht oft in der Kindheit: Luegen um Strafe zu vermeiden. Schade.

Hoer mal in Dich rein ob Du Deinem Freund vertraut in wichtigen Belangen. Wenn nicht macht es wenig Sinn.
 
  • #6
Es geht nicht darum, DASS man sich entschuldigt, sondern WIE. Ob man aufrichtig und eingesehen hat, dass man Mist gebaut hat und dafür Verantwortung übernimmt. Oder versucht man das herunterzuspielen- es war nichts, das hat keine Bedeutung, sie hat mich verführt, stell dich nicht so an usw. Ich denke, bei dir ist das zweite Variante. Dein Freund nimmt dich nicht ernst, will sich nicht mit deinen Sorgen und Ängsten auseinandersetzen uns vor allem mit seinem Verhalten . Natürlich gibst du keine Ruhe- für dich ist die Sache noch nicht vorbei, da kein zufriedenstellender Ergebnis. Ihr habt es verdrängt, aber nicht gelöst.
 
  • #7
Nee, mit dem Mann würde ich nicht mehr zusammensein wollen. Das sind Lügen, die was verschleiern sollten, was für mich ein Ausschlusskriterium ist, wenn es nicht vorher vereinbart war, dass jeder mit anderen auch sexuelle Kontakte haben kann.
Und dann auch noch diese Salamitaktik.
Vielleicht hat er sich geändert, keine Ahnung. Aber ich hätte am Anfang nach dem Erfahren seines Fremdküssens Schluss gemacht, weil jemand, der behauptet, in mich verliebt zu sein, in meiner Vorstellung keine Lust hat, sich mit anderen Frauen sexuell zu befassen. Ich geh da von mir aus. Für mich wäre jeder andere Mann sexuell "kalter Kaffee", wenn ich verliebt bin.

Sein Argument, weshalb er es mir nicht direkt sagte, war, dass er Angst hatte, dass ich dann die Beziehung mit ihm überhaupt nicht eingegangen wäre... und naja so das übliche von wegen er war sehr betrunken und offiziell wären wir ja nicht zusammen gewesen
Ich denke, ihr hattet euch gerade gesagt, dass ihr verliebt seid?
Klingt für mich eher nach Nochmal-Krachen-Lassen, bevor man ins Treuejoch der Ehe/festen Beziehung "muss".
Wie dem auch sei, das ist das eine, die Lügerei ist das andere. Dass er verliebt war, würde ich auch nicht mehr glauben können.
Alles finde ich so problematisch, dass ich die Lust drauf verlieren würde.
 
  • #8
Vielen Dank für die bisherigen Antworten!

Dass mir jetzt schon zwei Leute raten, es sein zu lassen, damit habe ich wirklich nicht gerechnet. Bisher haben viele meiner Freunde eher so darauf reagiert, dass ich diejenige sei, die total übertreibt und aus einer Mücke einen Elefanten macht...

Lionne69, da hast du wohl vollkommen Recht, dass man sich diese Maßstäbe selbst setzt - das war mir noch gar nicht richtig bewusst.

Die Sache ist, ich habe ihm diese Lüge verziehen, aber es folgten dann noch welche in Bezug auf eine Freundin von ihm. Hier war sein Argument auch wieder, dass er Angst hatte und nicht wollte, dass ich mich aufrege, weshalb er dann zB die Chats ihr anfing zu löschen, damit ich das gar nicht erst mitbekomme, dass die beiden Kontakt haben. Als ich vorschlug, dass ich sie einfach mal kennenlernen will, brach er den Kontakt zu ihr ab, da er darin keinen Sinn sah und sie ihm auch nicht so wichtig sei, und unsere Beziehung ihm sehr viel wichtiger wäre. Ich fand das alles irgendwie komisch, aber letztlich sagt er immer wieder, dass sie nur eine Freundin für ihn war und mehr nicht.

Ehrlichkeit steht bei mir einfach an erster Stelle, weshalb ich durchaus auch nei solchen Lügen, die anderen vielleicht als total banal vorkommen, verletzt bin.

Diese Lügerei spielte sich am Anfang unserer Beziehung ab. Seit Monaten ist nichts mehr vorgefallen und er gibt sich wirklich richtig Mühe. Nur manchmal frage ich mich eben, ob ich es ihm nicht doch zu leicht gemacht habe und mehr für meine Prinzipien hätte einstehen müssen.
 
  • #9
Ihr wart aber zu dem Zeitpunkt noch nicht zusammen oder? Ich finde, wenn man noch nicht zusammen ist, dann darf man sich auch mit anderen treffen. Denn er war da ja noch Single und es war nur die Anbahnung einer Beziehung, so wie wenn man beispielsweise verschiedene Dates mit mehreren hat, aber mit keinem zusammen ist. Man sagt das demjenigen, mit dem man dann eine Beziehung anfängt natürlich nicht, aber wenn man noch nicht zusammen ist, finde ich es nicht verwerflich, dass man auch mal wen anderen trifft.
 
  • #10
Bisher haben viele meiner Freunde eher so darauf reagiert, dass ich diejenige sei, die total übertreibt und aus einer Mücke einen Elefanten macht...
Natürlich sagen sie das. Deine Freunde denken sich auch nichts dabei, wenn er mit anderen rummacht.
Denn er war da ja noch Single und es war nur die Anbahnung einer Beziehung
Also bitte, ab wann ist man dann in einer Beziehung? Spätestens nach dem zweiten Date weiss ich, ob ich das Kennenlernen fortsetzen will. Untreue fängt im Kopf an, wenn man sich jemandem emotional zuwendet, dann hat man gar kein Bedürfnis ,sich mit anderen zu befassen. Das menschliche Gehirn hat beschränkte Konzentrationsmöglichkeit und schon bei Kleinkindern sieht man, dass mehrere Spielzeuge sie überfordern. Die heutige Einstellung- überall und nirgendwo- zeigt deutlich, warum soviele Beziehungen zerbrechen oder kurz halten. Alles grosse ADHS- Kinder, sorry.
 
  • #11
Ihr wart aber zu dem Zeitpunkt noch nicht zusammen oder? Ich finde, wenn man noch nicht zusammen ist, dann darf man sich auch mit anderen treffen. Denn er war da ja noch Single und es war nur die Anbahnung einer Beziehung, so wie wenn man beispielsweise verschiedene Dates mit mehreren hat, aber mit keinem zusammen ist. Man sagt das demjenigen, mit dem man dann eine Beziehung anfängt natürlich nicht, aber wenn man noch nicht zusammen ist, finde ich es nicht verwerflich, dass man auch mal wen anderen trifft.

Genau, wir waren da noch nicht zusammen. Allerdings wussten wir beide, dass es auf eine Beziehung hinausläuft. Er hat mir ab dem Zeitpunkt unseres Ineinander-Verliebt-Sein-Geständnisses immer geschrieben wie glücklich er ist und dass er total geflasht ist und mit mir zusammen sein möchte...

Ja, heute denke ich, dass ich vielleicht hätte Schluss machen sollen oder zumindest sagen sollen, dass ich mal einige Tage für mich brauche. Habe ich jedoch nicht. Und ich glaube das ärgert mich auch immer noch. Er ist seit unserem letzten Streit vor vier Monaten, definitiv ehrlicher zu mir. Und bemüht sich sehr um unsere Beziehung und eigentlich hab ich auch nie an seiner Liebe gezweifelt... eine gute Bekanntin von mir meinte mal, dass er sich vermutlich am Anfang einfach tollpatschig angestellt hat und es seinerseits echt nur unüberlegte Sachen waren, aber er mich nie ernsthaft hintergehen wollte, da er mich ja liebt. Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass er zuvor in einer sehr lügenreichen und meiner Meinung nach auch nicht reifen Beziehung war. Er wurde sehr oft krass hintergangen. Habe das alles gut mitbekommen, da wir während seiner damaligen Trennung beste Freunde wurden. Vielleicht war er deshalb am Anfang noch eher auf einem Ego-Trip

Ich würde einfach gerne wissen, wie ich diese Wut die ich manchmal noch habe, in den Griff bekommen kann. Es zehrt sehr an mir und er kann mir zwar immer wieder alles erzählen und mir zuhören, aber eigentlich haben wir das schon totgeredet. Nur ich tu mich schwer das endlich loszulassen.
 
  • #12
Also bitte, ab wann ist man dann in einer Beziehung? Spätestens nach dem zweiten Date weiss ich, ob ich das Kennenlernen fortsetzen will. Untreue fängt im Kopf an, wenn man sich jemandem emotional zuwendet, dann hat man gar kein Bedürfnis ,sich mit anderen zu befassen.

Ich finde, man ist erst dann in einer Beziehung, wenn man es entweder klar sagt (beide Seiten) oder wenn das ganze eine Stufe angenommen hat, bei der sich beide einig sind, dass nun eine Partnerschaft besteht und das ist für mich jenseits eines zweiten Dates, sondern nach vielen vielen Treffen. Dass Untreue im Kopf anfängt sehe ich auch nicht so. Dann wären 99% der Menschen untreu (im Kopf). Es ist völlig normal, dass man auch mal an wen anderen denkt, die Gedanken sind frei. Man kann an Menschen nicht so übertriebene moralische Anforderungen stellen, da scheitert doch nahezu jeder dran.

In Zeiten von Online-Dating ist es doch auch normal, dass man mit mehreren gleichzeitig schreibt und dass sich dann auch parallel Dates mit Männern/Frauen ergeben – wobei „Dates“ klingt immer nach sonstwas, man trifft sich halt mit mehreren, um zu sondieren, mit wem man am besten harmoniert. Daran kann ich auch nichts Verwerfliches finden und ein zweites Treffen spricht auch noch nicht für einen fortgeschrittenen Beziehungstatus.

Das menschliche Gehirn hat beschränkte Konzentrationsmöglichkeit und schon bei Kleinkindern sieht man, dass mehrere Spielzeuge sie überfordern. Die heutige Einstellung- überall und nirgendwo- zeigt deutlich, warum soviele Beziehungen zerbrechen oder kurz halten. Alles grosse ADHS- Kinder, sorry.

So beschränkt aber auch nicht. Außerdem hat ein Kleinkind noch keine exekutiven Denkfunktionen (wobei es für Kleinkinder auch gut ist, geistig gefördert zu werden und nicht immer nur dasselbe zu haben), als Erwachsener kann man eine gewisse Komplexität aber schon aushalten. Es ist zudem nicht der Sinn einer Beziehung, dass diese möglichst lange hält. Beziehungen sind kein Selbstzweck, sondern Beziehungen sind dafür da, dass man glücklich ist. Idealerweise ist man auch so schon mit sich zufrieden und die Beziehung ist dann das kleine i-Tüpfelchen, das alles noch etwas besser macht. Und wenn eine Beziehung einen nicht glücklich macht, dann ist es auch vernünftig, weiterzuziehen. Daher ist es auch sinnvoll, erstmal zu sondieren, wer wirklich zu einem passt, anstatt nach zwei Treffen schon von einer festen und verbindlichen Beziehung zu sprechen.
 
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