• #1

Entsteht gestörter Sex durch Missbrauch in der Kindheit?

Hallo Zusammen,

Ich hoffe, hier richtig zu sein.
Vorerst: Ich bin 29, meine Freundin 23.
Meine Freundin wurde als Kind (zwischen 7 und 10 Jahre alt) wiederholt durch ihren Großvater sexuell misshandelt.
Bis heute leidet sie darunter und ihre Sexualität ist erheblich gestört.
Sie hat schon stationären Klinikbesuch hinter sich.
Kurzum: Sie leidet u.a. an Depressionen, Angst- / Panikattacken, Vertrauensproblemen.

Generell funktioniert die Beziehung ganz gut trotz einiger Hürden, das Problem ist das Sexleben. Sex ist häufig und macht ihr auch Spaß, allerdings verrennt sie sich schnell in eine Rolle, um das "Gewohnte" beizubehalten. Liebevollen Sex auf Augenhöhe kennt sie nicht, sondern sie ist ein bisschen der unterwürfige Part. Sie möchte das ändern, weiß aber nicht so recht wie, da sie aus Angst vor dem Scheitern in alte Muster fällt. Was sie sehr belastet ist, dass sie beim Sex nicht kommen kann, das schafft sie nur bei SB oder aber sehr selten, wenn sie es sich neben mir selbst macht. Sie macht sich einerseits Gedanken darüber, dass ein Orgasmus beim Sex "normal" ist und andererseits befürchtet sie, dass ich das auf lange Sicht nicht akzeptieren kann. Zu beiden Punkten kennt sie allerdings meinen Standpunkt, dass ich nichts erwarte sondern den Sex mit ihr einfach genießen will und alles "drumrum" sich auf lange Zeit schon ergeben wird.
Einer der größten Sorgen, die sich aktuell ergeben ist ihre SB. Sie sagte mir, dass sie schon mehrfach versucht hat, liebevoll und zärtlich zu sich selbst. Allerdings scheitert sie und braucht eine Art von Selbstverletzung, um sich zumindest kurzfristig befriedigt und besser zu fühlen. Das artet schon soweit aus, dass sie sich Dinge antut, die sie noch Tage später fühlt und sieht und sich deshalb dann selbst verachtet.
Wie oben erwähnt läuft der Sex an sich gut und recht erfüllend.
Was mich allerdings ziemlich irritiert hat war der Umstand, dass sie sich nicht traut, den Sex abzubrechen, wenn es weh tut oder nicht gut funktioniert. Sie meinte sogar, sie würde mir nicht einmal sagen können, dass es weh tut. Ihr fällt es zu schwer etwas zu sagen aus Angst, dass ihre Worte nicht gehört werden. Daher fällt sie zurück in ihr altes Muster und sagt nichts, wartet ab, bis es vorbei ist und dann ists okay. Sie würde eine Art von Sicherheit verlieren und sich daraufhin sehr fragil und angreifbar fühlen.
Auch wenn sie weiß dass ich keinesfalls weitermachen würde, sollte sie "Stop" sagen, kann sie hier einfach nichts sagen im akuten Moment.

Kann hier jemand nützliche Tipps geben, wie ich / wir am Besten damit umgehen?
Sie hat vieles schon aufgegeben, dass sie bisher versucht hat und dran gescheitert ist.
Ich kann ehrlich gesagt gar nicht sagen, welche konkreten Fragen ich habe. Wenn jemand einen gewissen Erfahrungsschatz dazu hat, bitte ich um Antworten. Fragen? Fragen..

Danke schon mal!
 
  • #4
Ich würde da auch eine Sexualtherapie oder so was empfehlen. Ihr könnt euch ja mal informieren. Jedenfalls kann sie sich glücklich schätzen, einen so einfühlsamen und rücksichtsvollen Partner zu haben, finde ich toll von dir!
 
  • #5
Es ist sehr schön dass du soviel Rücksicht auf sie nimmst und es dir so wichtig ist dass sie ein möglichst gesundes Verhältnis zur eigenen Sexualität entwickeln kann. So schwere Traumatisierung durch Missbrauch im Kindesalter ist in erster Linie ein Problem das psychologisch behandelt werden muss und zwar bei einem/einer Traumatherapeut/- in oder in einer stationären Traumatherapie. Die Sexualität löst bei ihr allerlei Schuldgefühle und Trigger aus welche sie Zustände fühlen lassen wie in der Situation als die Missbräuche geschehen sind. Wenn sie dissoziiert wenn ihr beim Sex etwas weh tut dann kann sie diesen Zustand nicht willentlich überwinden und etwas tun ( Stop sagen) was in der ursprünglichen Situation existentielle Angst auslöste. Ist so eine Art " Totstellreflex". Es gibt körperorientierte Therapien ( somatic experience) und EMDR welche das Trauma versuchen ohne Konfrontation zu lösen. Ich wünsche euch alles Gute dabei die schwierige Situation zu verbessern.
 
  • #6
Liebevollen Sex auf Augenhöhe kennt sie nicht, sondern sie ist ein bisschen der unterwürfige Part.

Das empfinde ich erst mal nicht als schlimm. Es gibt bei beiden Geschlechtern Menschen, die es beim Sex gut finden, unterwürfig zu sein. Ja, es sogar einfordern.

Sie möchte das ändern, weiß aber nicht so recht wie,

Aufgrund ihrer Vergangenheit, kann ich dir nicht sagen, ob die Unterwürfigkeit Veranlagung ist oder nicht. Das gilt es erst mal herauszufinden. Ich wurde niemals sexuell missbraucht, bin beim Sex aber auch eher unterwürfig (devot). Das Devote muss demnach nicht zwangsläufig mit ihrer Vergangenheit zu tun haben.

Was sie sehr belastet ist, dass sie beim Sex nicht kommen kann, das schafft sie nur bei SB oder aber sehr selten, wenn sie es sich neben mir selbst macht. Sie macht sich einerseits Gedanken darüber, dass ein Orgasmus beim Sex "normal" ist und andererseits befürchtet sie, dass ich das auf lange Sicht nicht akzeptieren kann.

Viele Frauen können allein durch Sex nicht kommen und benötigen die eigenhändige klitorale Stimulation.

Was mich allerdings ziemlich irritiert hat war der Umstand, dass sie sich nicht traut, den Sex abzubrechen, wenn es weh tut oder nicht gut funktioniert. Sie meinte sogar, sie würde mir nicht einmal sagen können, dass es weh tut.

Ok, das ist ein Problem und muss auch für dich sehr schwierig sein. Das Fallen-lassen- können ist so ziemlich das Wichtigste, was es beim Sex gibt.

Das artet schon soweit aus, dass sie sich Dinge antut, die sie noch Tage später fühlt und sieht und sich deshalb dann selbst verachtet.

Heißt das, dass es sie vielleicht doch nicht stört, wenn du ihr beim Sex wehtust? Einerseits / braucht genießt sie den Schmerz bei der Selbstbefriedigung, um zu kommen. Andererseits stört es sie, dass sie den Sex bei Schmerz nicht abbrechen kann. Kann es sein, dass sie nicht abbrechen WILL, weil sie beim Sex Schmerzen braucht und sich im Nachhinein dafür schämt?
 
  • #7
Und Du bist ein einfühlsamer Mann, das könnte schon werden.
Das sehe ich auch so, sie hat großes Glück, an dich geraten zu sein, lieber FS!

Du schreibst zwar, dass sie weder mit dir noch ohne dich eine Therapie beginnen möchte. Das ändert sich vielleicht mit der Zeit und auch hier hat @ErwinM recht: es sollte eine Frau sein, die ihr hilft. Damit nicht die grauenvolle »Mann-Erfahrung«, die sie mit ihrem Großvater erlebt hat, nach oben gespült wird.

Ansonsten können wir dir, lieber FS, kaum Ratschläge geben, die über deine rücksichtsvolle Vorgehensweise hinaus zeigen. Sprich viel mit deiner Freundin, lass sie deine Zuneigung spüren ... aber das machst du ohnehin schon - also alles richtig! Ich drücke euch sehr die Daumen!
 
B

Blume94

Gast
  • #8
Hallo Zusammen,

Ich hoffe, hier richtig zu sein.
Vorerst: Ich bin 29, meine Freundin 23.
Meine Freundin wurde als Kind (zwischen 7 und 10 Jahre alt) wiederholt durch ihren Großvater sexuell misshandelt.
Bis heute leidet sie darunter und ihre Sexualität ist erheblich gestört.
Sie hat schon stationären Klinikbesuch hinter sich.
Kurzum: Sie leidet u.a. an Depressionen, Angst- / Panikattacken, Vertrauensproblemen.

Generell funktioniert die Beziehung ganz gut trotz einiger Hürden, das Problem ist das Sexleben. Sex ist häufig und macht ihr auch Spaß, allerdings verrennt sie sich schnell in eine Rolle, um das "Gewohnte" beizubehalten. Liebevollen Sex auf Augenhöhe kennt sie nicht, sondern sie ist ein bisschen der unterwürfige Part.
Das artet schon soweit aus, dass sie sich Dinge antut, die sie noch Tage später fühlt und sieht und sich deshalb dann selbst verachtet.
Was mich allerdings ziemlich irritiert hat war der Umstand, dass sie sich nicht traut, den Sex abzubrechen, wenn es weh tut oder nicht gut funktioniert. Sie meinte sogar, sie würde mir nicht einmal sagen können, dass es weh tut. Ihr fällt es zu schwer etwas zu sagen aus Angst, dass ihre Worte nicht gehört werden. Daher fällt sie zurück in ihr altes Muster und sagt nichts, wartet ab,

Kann hier jemand nützliche Tipps geben, wie ich / wir am Besten damit umgehen?

Danke schon mal!

Ich kann etwas aus Erfahrung sprechen, allerdings ist es bei mir nicht so krass wie bei ihr, ich kann sexuell ganz uneingeschränkt agieren. Ich trenne strickt: zwischen dem was man selber möchte und dem was mit einem gegen den eigenen Willen getan wird.
Es tut mir so leid was deiner Freundin passiert ist und finde es großartig, dass du sie unterstützt. Es ist schwer den Schritt zu wagen Hilfe von außerhalb zu holen, aber es ist sinnvoll und wichtig.
Deine Freundin schätzt sich nicht selbst, sie fühlt sich wertlos, sie ist vielleicht in Trance, ständig am grübeln, diese Erinnerungen gehen nicht weg.
Ich erwische mich manchmal auch dabei und würde mir am liebsten Leid zufügen (Rasierklinge/ Gürtel etc.) wie früher, aber ich mache es nicht, es gibt so viele liebe Menschen die mich schätzen und brauchen, nur das gerät in Vergessenheit wenn man so sehr mit sich selbst beschäftigt ist. Kein normaler Mensch kann es verstehen, wenn man sich selber nicht mehr fühlt, wenn man gar nichts mehr fühlt, leere und dann verletzt man sich um sich wieder zu spüren oder um sich selber zu bestrafen. Vielleicht gibt sie sich dem Grund für das erlebte. Wenn du sie beim Sex verletzt erinnert sie sich und ist in Trance, sie kann nix dagegen tun, sie ist hilflos so wie früher und kennt keinen Ausweg, deshalb lässt die es über sich ergehen so wie früher. Schau mal, das Erlebnis liegt so lange zurück, sie kommt immer noch nicht zurecht und irgendwann wird sie keinen anderen Ausweg sehen...X Sie braucht dringend Hilfe.
 
  • #9
Da gibts ganz viele Sachen, die unterbewusst laufen. Würde mich an ohrer Stelle um mehre Coachings mit Psych-K bemühen und auch mit Meditation arbeiten nach Dr. Joe Dispenza, um das Gewünschte manifestieren zu können. Geht alles nicht von Heute auf Morgen, erscheint mir aber sinnvoll. Googel beides mal und befasse dich damit.

LG
 
  • #10
Wie oben erwähnt läuft der Sex an sich gut und recht erfüllend.
und
Was mich allerdings ziemlich irritiert hat war der Umstand, dass sie sich nicht traut, den Sex abzubrechen, wenn es weh tut oder nicht gut funktioniert.

Ich bin etwas sprachlos. Deine Freundin ist hochtraumatisiert und überhaupt nicht in der Lage Sex auf "normalem" Niveau zu haben.

Den Rest Deines Textes zerpflücke ich gar nicht, versuche gar nicht irgendwie damit umzugehen sondern lass sie um Himmels willen in Ruhe was Sex betrifft. Solange sie nicht wahrscheinlich lange lange Jahre richtig therapiert wird macht Ihr im Moment beide alles nur noch schlimmer.

Ehrlich junger Mann, mir wäre einfach die Gefahr zu groß, dass Ihr mit Eurem Amateurrumdoktorn mehr kaputt macht als alles andere. Ich würde Sagen lass die Finder von ihr.


w/36
 
  • #11
Hallo, das ist eine traurige Geschichte. Aber Deine Freundin hat wirklich Glück, einen so einfühlsamen Freund wie Dich zu haben. Es ist schon mal sehr heilsam, dass sie offen mit Dir reden kann und Du für sie da bist.

Was sie erlebt hat, ist ein Entwicklungstrauma. Besonders schlimm ist sowas, wenn es dauerhaft ist und durch eine nahe stehende Person passiert. Weil ein Kind dann zerrissen wird zwischen der Liebe zu der Bezugsperson einerseits und andererseits der Angst durch die Bedrohung, die von der geliebten Person ausgeht. Das kann oft nur durch Spaltung bewältigt werden. So wie Du schreibst, klingt es, als würde sie in eine Art "Totstellreflex" verfallen beim Sex. Eventuell dissoziiert sie dabei auch. Sie scheint auch ein Problem mit Ich-Grenzen und Grenzsetzung zu haben.

Sucht einen körperorientiert arbeitenden Therapeuten, der sich mit Entwicklungstraumata auskennt (Somatic Experiencing nach Peter Levine ist so weit ich weiß da weniger geeignet, weil es da eher um einmalige Schocktraumata geht, z.B. einen Unfall, und dass die im Trauma eingefrorenen Emotionen/Energien wieder zu Fließen gebracht werden).

Bei einem Menschen, der durch Missbrauch traumatisiert wurde, muss der Therapeut sehr empathisch sein. Wenn er zu schnell vorgeht, könnte es zu Re-Traumatisierung kommen. Vermutlich muss auch an ihrer Bindungsdynamik gearbeitet werden zwischen Kontakt und Kontaktabbruch. Dazu benötigt der Therapeut viel Erfahrung und ein feines Gespür.

Nochmal zur psychologischen Methode: kognitive Verhaltenstherapie und Psychoanalyse können da m.M. nach NICHT helfen. Achtet unbedingt darauf, zu einem körperorientiert arbeitenden Therapeuten zu gehen. Denn mit Veränderung der Denkmuster kommt sie nicht weiter. Hier geht es um ein tief in den Körper eingetretenes Trauma. Kontakt, Resonanz, Empathie, langsame Titration. So ein Therapeut wäre hilfreich. Bei einem Sexualtherapeut müsstet Ihr auch hinterfragen, ob er sich auch mit Entwicklungstraumata auskennt (wenn nicht, dann weiter suchen).
 
  • #12
Kann hier jemand nützliche Tipps geben, wie ich / wir am Besten damit umgehen?
Ich finde es gut, dass du mehr zum Thema wissen willst. Allerdings ist mir etwas unwohl, wenn Menschen so detailliert über die Probleme anderer schreiben. Vielleicht hättest du ein paar Details weglassen können?
Tipps habe ich aber auch. Ich habe im Erwachsenenalter was Doofes erlebt und kenne das auch, dass ich beim Sex manchmal dissoziere und in eine unterwürfige Rolle falle, in der ich nicht mehr "nein" sagen kann und im Wesentlichen alles erdulde.
Es klingt für mich, als ob auch deine Freundin beim Sex manchmal dissoziert, sich nicht mehr spürt und innerlich wie blockiert und gelähmt ist. Allerdings scheint ihr das auch noch häufiger zu passieren, als nur beim Sex (Stichwort Selbstverletzung, um sich zu spüren). Daher wäre es vielleicht noch gut, dass sie besser erkennen lernt, wodurch sie in solche Zustände gerät und was sie ggf. wieder heraus holt.
Sex-Tipp:
Statt darauf zu warten, dass deine Freundin etwas sagt wie "stop" etc., könntest du zwischendurch aktiv nachfragen, wie es ihr geht. Vor allem, wenn du nicht ganz sicher bist. "Gefällt dir das?.. sollen wir weiter machen.. oder brauchst du eine Pause?..".
Bei mir ist es so, dass ich in einem solchen "Zustand" kaum mehr die Fähigkeit habe, irgend etwas zu sagen. Wenn dann also Stille herrscht, wäre das auch eine Antwort, die übersetzt bedeutet, dass es mir überhaupt nicht mehr gut geht.
Mit meinem Ex-Freund hatte ich dies besprochen und das hat dann auch einmal geholfen. So etwas bildet viel Vertrauen und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass man lockerer wird mit der Zeit.
An alle die das lesen und sich ärgern, wenn man als Frau nicht "reifer" ist und selbst was sagt: Mir ist bewusst, dass man dem anderen etwas zumutet, wenn man so ein Problem hat! Bei mir hat Therapie nicht so viel gebracht bzw. ich bin nach wie vor nicht fähig, aus einem solchen Zustand so einfach aufzutauchen. Es geht schon, aber es dauert einige Minuten und das ist beim Sex trotzdem sehr lange. Wer das nicht kennt, kann das wohl nicht nachvollziehen.
Was ich inzwischen besser kann ist, vorherzusehen, wann ich in dieses Muster fallen könnte. Oder im Nachhinein darüber zu sprechen, warum mir das passiert ist.
Wenn jemand einen gewissen Erfahrungsschatz dazu hat, bitte ich um Antworten. Fragen? Fragen..
Was ich auch noch sagen wollte.. man kann Veränderungsprozesse bei einem anderen Menschen nicht erzwingen.
Du musst auch schauen, dass du psychisch gesund bleibst und nicht in eine Rolle gerätst, die dir schadet.
Wenn sie lediglich zu sehr Angst vor einem Sexualtherapeuten hat, aber grundsätzlich bereit wäre, an dem Problem etwas zu machen.. es gibt gute Bücher, Youtube Videos, etc. zum Thema Trauma, Dissoziation etc. Mit diesem Problem ist sie nicht alleine.
 
  • #13
Sex ist häufig und macht ihr auch Spaß, allerdings verrennt sie sich schnell in eine Rolle, um das "Gewohnte" beizubehalten. Liebevollen Sex auf Augenhöhe kennt sie nicht, sondern sie ist ein bisschen der unterwürfige Part. Sie möchte das ändern, weiß aber nicht so recht wie, da sie aus Angst vor dem Scheitern in alte Muster fällt.
Ich lese da doch nicht gerade untypisches weibliches Sexualverhalten. Du scheinst nicht viel Erfahrung zu haben, bzw. nur mit besonders aktiven Frauen.

Kann es sein, dass ihr (DU) da an passiven Verhaltensweisen Deiner Freundin herumdoktern willst, die vielleicht mit dem Mißbrauch für diese Frau gar nicht so viel zutun haben, bzw. wenn überhaupt, viel indirekter ?

Wie z.B. @godot auch, habe ich die Erfahrung gemacht, dass die meisten Frauen überhaupt ein eher passives Sexualverhalten haben. Sie wollen sich gerne "beim Sex fallen lassen", was unter dem Strich meistens heißt, dass sie selbst quasi nicht viel machen wollen, sondern "geführt" werden. Sie sind dann zwar keine "warme Leiche" und wechseln durchaus mal die Position, aber das war's dann meist auch schon.

Männliche Sexualität ist ihnen eher egal, bzw., wenn er gekommen ist (was sie am Abspritzen festmachen) wird er schon sein Spaß gehabt haben.
Für den Mann der nicht immer nur selbst alles ansagen will, ist das (je nach Typ) auf Dauer etwas langweilig. Ich habe mich deswegen mal getrennt.

Insofern würde ich an Deiner Stelle nicht so viel auf den Mißbrauch schieben, sondern versuchen, gemeinsam etwas aktiver beim Sex zu werden.
Versucht mal ganz allgemein herauszufinden, was sie anmacht, wann sie richtig geil wird und sei nicht enttäuscht, wenn sie da wieder auf Deine Geilheit abhebt. Da hilft nur etwas Geduld.
 
  • #14
nsofern würde ich an Deiner Stelle nicht so viel auf den Mißbrauch schieben, sondern versuchen, gemeinsam etwas aktiver beim Sex zu werden.
mit Verlaub, wenn du keine Erfahrung zu solch einem Thema hast, ist es besser, solche Tipps nicht zu bringen.
Du verwechselst hier etwas ganz stark, und das ist gefährlich. Ja, solche "devoten" Frauen mag es geben, aber sämtliche Symptome der beschriebenen Frau weisen auf Traumatisierung hin. Und da es ja auch einen erkennbaren Grund gibt, scheint die Lage recht klar.
Eine devote Frau schämt sich danach nicht für ihre Praktiken, sagt, sie habe ein Problem und ich denke, auch wenige verletzen sich selbst so stark.
Männliche Sexualität ist ihnen eher egal, bzw., wenn er gekommen ist (was sie am Abspritzen festmachen) wird er schon sein Spaß gehabt haben.
und hierzu noch: es gibt Frauen, vor allem Missbrauchsopfer, die haben Sex leider nie anders kennen gelernt. Die denken, "nur " dafür sind sie gut genug.
Daher fällt sie zurück in ihr altes Muster und sagt nichts, wartet ab, bis es vorbei ist und dann ists okay.
Das ist, wie viele schon beschrieben haben, ein häufiges Muster, Totstellreflex, Dissoziation. Du siehst, wie viele Menschen dir hier schnell antworten, es ist ein weit verbreitetes Thema, über das viel zu wenig geredet wird. Aus dem Grund würde ich auch sagen, sei mit dem "vielen Sex" lieber vorsichtig. Es kann sehr gut sein, dass sie "hypersexuell" ist auf Grund der Traumatisierung. Auch das wird du häufig in Beschreibungen finden. Ich kann es psychologisch nicht erklären, aber manchmal neigen Missbrauchsopfer zu sehr übersexualisiertem Verhalten, wahrscheinlich, weil dass eine Art der Überkompensation ist. Nur so haben sie dem Täter gefallen?.
QUOTE="stopthebreak, post: 1182414, member: 39060"]Was sie sehr belastet ist, dass sie beim Sex nicht kommen kann, das schafft sie nur bei SB oder aber sehr selten, wenn sie es sich neben mir selbst macht.[/QUOTE]
Das kann auch dadurch begründet sein, dass sie sich nicht fallen lassen, kann, dissoziiert, immer in Hab-Acht ist. Aber generell ist es nicht ungewöhnlich, wenn eine Frau beim Sex keinen Orgasmus hat. Sie darf sich da nicht zusätzlich unter Druck setzen.
Ich denke auch, dass eine Therapie das einzig hilfreiche ist. Ich habe kürzlich von Tantra-Therapien und sogenannten Yoni Massagen gehört, die auch sehr hilfreich sein können, um sich und singen Körper besser kennen zu lernen. Aber das muss dann wirklich wirklich passen.
 
  • #15
Ich bin etwas sprachlos. Deine Freundin ist hochtraumatisiert und überhaupt nicht in der Lage Sex auf "normalem" Niveau zu haben.

Ja, das habe ich auch gedacht. Ich finde es eine sehr schwierige Frage und ich finde es schwierig zu antworten. Hilfe sehe ich in so schweren Fällen nur mit professioneller Unterstützung. Das will sie nicht und das macht die Lage kompliziert.

Ich bin nicht so sicher, ob ich Menschen bewundern soll, die sich darauf einlassen und sich letztlich auch einen Teil ihres eigenen unbeschwerten Lebens nehmen. Die Partnerin des FS hat schwerwiegende Probleme, die sich in allen möglichen Bereichen auswirken werden, ein ganzes Leben lang. Die einzige Empfehlung, die mir dazu einfällt ist, das zu therapieren, wobei ich mich nicht damit auskenne, wie. Sonst ist das Leben ziemlich eingeschränkt, eine Familie nur schwer möglich, das Problem wird weitergetragen.

Vielleicht hilft es, wenn sich der FS seinerseits mal mit einem Therapeuten darüber unterhält?
 
  • #16
Ich lese da doch nicht gerade untypisches weibliches Sexualverhalten.
Insofern würde ich an Deiner Stelle nicht so viel auf den Mißbrauch schieben, sondern versuchen, gemeinsam etwas aktiver beim Sex zu werden.
Versucht mal ganz allgemein herauszufinden, was sie anmacht, wann sie richtig geil wird und sei nicht enttäuscht, wenn sie da wieder auf Deine Geilheit abhebt. Da hilft nur etwas Geduld.

Wow! Also da liegst Du total daneben. Diese Frau ist traumatisiert! Oder was denkst Du denn, wenn ein Kind jahrelang von Ihrem Großvater missbraucht wird! Das ist kein normales passives Verhalten! Der Ratschlag aktiver zu werden, ist total daneben bei einem traumatisierten Menschen.

Wenn ich überlege, so eine Frau würde an Dich geraten und Du würdest so mit ihrer sowieso schon geschundenen Seele umgehen, das würde ihr sowas von schaden.

Also sorry, ich will hier nicht Dich verurteilen. Aber in dem Forum will ich hier ganz deutlich sagen, dass solche Aussagen wie von Dir in so einem Fall absolut unangebracht sind.
 
  • #17
Ich finde das sehr schwierig. Wenn sie weiter Sex hat, obwohl ihr was nicht gefällt und sie aus Dissoziation heraus nichts sagen kann, vertieft sie ja wieder ihr Muster.
Wenn sie sich auch keiner Frau als Therapeutin öffnen kann, noch schwieriger. Du kannst auch nicht ihr Therapeut sein.
Spürst du denn, wenn sie beim Sex abtaucht, energetisch meine ich.
Dann solltet ihr vielleicht auch Stellungen wählen, wo ihr Blickkontakt haben könntet.. Wenn sie beim Sex nicht sagen kann, dass es ihr schlecht geht, vielleicht ein nonverbales Zeichen einführen, ein Griff an deinen Oberarm oder so etwas. Es ist ihr wohl peinlich Schwäche einzugestehen. Aber selbst im SM ist Einvernehmlichkeit geboten, sobald es einem nicht gefällt, ist jederzeitiges Aussteigen möglich.
Das hat nichts mit stark oder schwach zu tun.
Des weiteren ist eine Körpertherspeutin eine Möglichkeit, oder eine Osteopathin. Da muss sie auch nicht reden. Da geht es um achtsame Körperberührung, Körperwahrnehmung, Energien. Viele Leute haben bei osteopathischen Behandlungen Gefühlsausbrüche, weil das so tief geht. Die kommen und gehen, etwas hat sich gelöst.
Das wichtigste noch, die Berührungen sind ohne sexuelle Absicht.
Sie kann dadurch erfahren, dass eine Berührung absichtslos und ohne Sex erfolgen kann. Wichtig wäre auch aus meiner Sicht, dass ihr auch kuschelt ohne sexuelle Schwingungen.
 
  • #18
und hierzu noch: es gibt Frauen, vor allem Missbrauchsopfer, die haben Sex leider nie anders kennen gelernt. Die denken, "nur " dafür sind sie gut genug.
Grund genug für den FS, diesen Punkt auch im Auge zu behalten.
Ja, solche "devoten" Frauen mag es geben, aber sämtliche Symptome der beschriebenen Frau weisen auf Traumatisierung hin. Und da es ja auch einen erkennbaren Grund gibt, scheint die Lage recht klar.
Eine devote Frau schämt sich danach nicht für ihre Praktiken, sagt, sie habe ein Problem und ich denke, auch wenige verletzen sich selbst so stark.
Ich stimme durchaus zu, dass die Freundin des FS schnellstmöglich eine Therapie zur Aufarbeitung des Mißbrauchs machen soll.
Auch eine Sexualtherapie ist sicherlich sinnvoll. Ich wünsche ihr jede erdenkliche Hilfe dazu.

Ich habe mich aber in meinem Kommentar vor allem mit dem FS beschäftigt, denn ich habe aber nach wie vor das Gefühl, dass sein Grundproblem
Liebevollen Sex auf Augenhöhe kennt sie nicht, sondern sie ist ein bisschen der unterwürfige Part.
schon auch etwas mit seinen etwas sehr optimistisch ausgelegten Rollenbildern zu tun hat.
Er soll eben auch im Falle einer für die Frau ganz erfolgreichen Therapie im direkten Sinn seiner Frage keine Wunderdinge erwarten.

Kann so sehr gut sein, dass sie beim Sex eben doch auch immer etwas passiv bleibt, einfach weil das eben auch ihr Naturell ist. das wollte ich ihm sagen.
 
  • #19
Wer sich nicht professionell und kompetent helfen lässt, der muss halt mit dem Problem weiterleben! Außenstehend würde ich sagen, dass das Problem noch nicht groß genug ist, wenn man sich nicht helfen lässt!

Das kann nur jemand schreiben, der von Trauma absolut keine Ahnung hat und nur seine eigene Welt und Wahrnehmung als Maßstab nimmt.

Es gibt einige Traumafolgestörungen, wo die Betroffenen ein sehr eingeschränktes Leben führen mit hohem Leidensdruck, aber die so erstarrt sind oder voller Angst. Ein Trauma schützt einerseits den Menschen vor unerträglichem Leid und andererseits schränkt es die Lebensqualität ein. Betroffene haben Angst, dass ihnen ihr "Schutzschild" weggenommen wird. Und das ist nicht ganz unbegründet. Denn wenn ein Therapeut nicht vorsichtig genug ran geht (man nennt das Titration), dann kommt es zu einem Flashback und Re-Traumatisierung.

DAS ist ein potentieller Grund, warum ein traumatisierter Mensch sich noch keine Hilfe (oder die falsche) geholt hat. NICHT, weil der Leidensdruck nicht groß genug wäre.

Ich hoffe, mein Beitrag wird veröffentlicht, weil ich hier sehr direkt schreibe. Aber ich finde, es ist wichtig, über Trauma aufzuklären. Wie einige Beiträge hier zeigen, gibt es einige Leute, die sich damit nicht auskennen und nur von sich selbst und was sie als "normal" ansehen. Und wenn ein traumatisierter Mensch auf so jemanden trifft, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es ihm sehr schadet, weil dann auch noch das Gefühl von Scham hinzukommt, schlecht, falsch oder selbst schuld zu sein.

Also Ihr, die so schreibt, bitte haltet Euch aus Mitmenschlichkeit mit solchen Aussagen zurück. Es ist wirklich nicht angebracht!
 
  • #20
Männliche Sexualität ist ihnen eher egal, bzw., wenn er gekommen ist (was sie am Abspritzen festmachen) wird er schon sein Spaß gehabt haben.
Das ist dein persönliches Trauma mit deinen passiven Frauen und das hat hier in Bezug auf den FS gar nichts zu suchen. Du hattest anscheinend Frauen, die sich bedienen ließen wie auch immer, oder die froh waren wenn es rum war.
Der FS leidet hier ja gar nicht an der Unterwürfigkeit seiner Freundin, ich denke er genießt seine aktive Rolle sogar. Damit meine ich nicht, dass er die Dissoziation seiner Freundin genießt, aber ich vermute, dass zwischen den beiden unterschwellig eine gewisse Dynamik zum Tragen kommt und er sie dominiert, wenn vielleicht auch ungewollt. Das ist aber nur eine Vermutung.
Deshalb wäre eine Therapie für sie alleine und für beide zusammen um die Dynamik zu erkennen gut. Wenn sie aber nicht will, finde ich es schwierig, da rauszukommen. Es kann sogar sein, dass sie die Dissoziation als vertraut empfindet, und das mit sich machen lassen auch etwas in ihr befriedigt, wenn auch ungesund. Womit wir wieder beim SM Thema wären.
 
  • #21
Was erwartest du denn bitte sexuell von einem 23-jährigen Mädchen? Dass sie die Erfahrung einer 45-jährigen hat? Mach mal langsam!
 
  • #22
Sie muss eine Therapie machen.
Es gibt dazu keine Alternative.
Traumata, Selbstverletzungen, Dissoziationen. Das sind ernstzunehmende Probleme. Ein schwerer psychischer Schaden.

Du kannst etwas tun.
Verzicht auf Penetration. Nur zärtliche Intimität, Streicheln.
Sofort aufhören, wenn Du ihr Muster erlebst.

Sie meinte sogar, sie würde mir nicht einmal sagen können, dass es weh tut. Ihr fällt es zu schwer etwas zu sagen aus Angst, dass ihre Worte nicht gehört werden.

Sie kann es nicht. Das musst Du spüren und beenden.

Deswegen vorerst Konzentration auf Intimität, die nicht weh tun kann. Alles andere lassen.
Sie muss erfahren, dass Sex anders ist.

Es löst sich aber nicht von selbst.
Sie wird eine längere Traumatherapie benötigen. Das wird anstrengend, schmerzhaft.
Anders wird es nie besser, nur immer schwieriger mit zunehmender Symptomatik. Mehr Selbstverletzungen, mehr Dissoziationen, mehr Panikattacken.

M, 55
 
  • #23
Deswegen vorerst Konzentration auf Intimität, die nicht weh tun kann. Alles andere lassen.
Ich frage mich auch, was ihr macht, dass sie nicht sagen kann, wenn es ihr weh tut. -
Macht ihr bestimmte Dinge, wo Schmerz wahrscheinlich ist und nur durch enge Abstimmung zwischen den Partnern vermieden werden kann? Oder verkrampft sie schnell, dass sage ich mal eine klassische Missionarsstellung trotz ihrer Erregung Schmerzen bereitet? Du brauchst jetzt hier keine Details ausbreiten, mir ist schon klar, dass es im Eifer des Gefechts unbeabsichtigt zu Schmerzen kommen kann.
Trotzdem frage ich mich, was da abläuft.
Und ob du ihre Dissoziation mitbekommst an einer gewissen Starre, Gesichtsausdruck, Augen.
 
  • #24
Lieber FS, bitte doktore nicht zu viel selbst an der Sache herum. Deine Freundin benötigt einen erfahrenen, empathischen, körperorientiert arbeitenden Traumatherapeuten für Entwicklungstraumata, mit dem sie sich wohl fühlt und zu dem sie Vertrauen aufbauen kann. Ein Trauma ist tief im Körper manifestiert und führt dazu, dass viele Prozesse dauerhaft aus dem Gleichgewicht geraten sind (Nervensystem, Hormonsystem). Dies resultiert in den von Dir beschriebenen Komorbiditäten Depression, Angstzustände sowie Selbstverletzung (um sich zu spüren oder den hohen inneren Druck/Übererregung irgendwie abzubauen).


Nicht geeignet sind kognitive Verhaltenstherapie und Psychoanalyse. Bei Sexualtherapeuten und Tantraschulen hängt es davon ab, ob sie eine Zusatzausbildung für Traumatherapie haben. Allein die Therapie der "sexuellen Störung" ist nicht der Kern der Gesamtproblematik und wird es nicht lösen.


Noch ein Wort zu Dir. Ich finde es toll, dass Deine Freundin in Dir einen Menschen hat, der sie so sehr unterstützt und mit so viel Verständnis. Der Weg der Therapie, den sie vor sich hat, wenn sie ihn gehen will, ist nicht ganz einfach. Das Gute aber ist, dass bei traumatisierten Menschen auch fast immer eine sichere Bindung eine ganz zentrale Rolle spielt und wenn Du ihr das geben kannst, ist dies Teil der Heilung für sie! Denn sie wird erleben, dass sie einen Menschen lieben und vertrauen kann, der sie nicht ausnutzt und missbraucht. Allein das ist schon Teil der Heilung für sie! Du musst aber auch auf Dich selber acht geben, damit Du nicht co-abhängig wirst. Sonst könntet ihr Euch in Muster verwickeln.
 
  • #25
(Sexueller) Missbrauch in der Kindheit ist Ursache vieler psychischer Erkrankungen, auch Persönlichkeitsstörungen mit selbstverletzendem Verhalten, sind oft die Folge. Ihre persönlichen Grenzen wurden übertreten und sie stand als Kind dem Täter hilflos und ohnmächtig gegenüber. Kinder können ohne Erwachsene nicht überleben. Diese Urangst, verloren und auf sich gestellt zu sein, wenn zum Täter NEIN gesagt wird, "zwingen" das Kind, den Missbrauch zu erdulden.
Selbstverletzendes Verhalten kann auch bedeuten, sexuelle Praktiken als Erwachsener mitzumachen, die Schmerz und Scham verursachen. Deine Freundin hält mit diesem passiven Verhalten unbewusst an dem Trauma fest. Hätte sie genügend Selbstwirksamkeit und Selbstbewusstsein/Selbstliebe, würde sie hier STOPP sagen, auch, wenn damit die Beziehung beendet wäre.
Sie würde erkennen, dass missbräuchliche Beziehungen nicht gut tun und sich entfernen. Sehr tragisch ist auch, dass ihre eigenen Eltern sie nicht vor dem Missbrauch geschützt haben. Auch dadurch war sie ein verlassenes und ausgeliefertes Kind.
Du bist aber jemand, der empathisch sein eigenes Verhalten reflektiert und sie könnte STOPP sagen. Du würdest ihre Bedürfnisse akzeptieren und sie ja nicht fallen lassen.
Die Angst, hilflos und verlassen zu sein, ist ein großes Thema bei traumatisierten Menschen. Diese Angst hält auch im Erwachsenenalter an, obwohl sie ja nun für sich selber sorgen können und für ihre Rechte einstehen könnten.
Traumafolgestörungen zeigen sich auch nach emotionalem Missbrauch. Es gibt Untersuchungen, die sogar Bi- und Homosexualität sowie auch Hypersexualität als möglich Folge von sexuellem Missbrauch in der Kindheit belegt haben.
Würde deiner Partnerin auch zur Aufarbeitung raten mit stationärem Aufenthalt in einer auf Trauma spezialisierten Klinik. Aber.... es ist ein sehr harter, langer Weg.
Die Frage ist, wie stark ihr Alltag (Beruf, Studium, Freundschaften, Freizeit, Kontakt zu den Eltern/Großeltern) an sich durch psychische Probleme (Depressionen, innere Anspannung, Angstattacken) durch das Trauma beeinträchtigt wird.
 
  • #26
Aber ich finde, es ist wichtig, über Trauma aufzuklären. Wie einige Beiträge hier zeigen, gibt es einige Leute, die sich damit nicht auskennen und nur von sich selbst und was sie als "normal" ansehen.

Ich finde, manche Themen gehören in professionelle Hand und nicht in Laienforen. Dieses auch. Man sieht das an den doch sehr fragwürdigen Tipps, die hier so im Hausmittelchenstil gegeben werden. Ich finde das unseriös. Aus meiner Sicht kann man dem FS nur raten: professionelle Hilfe holen, die beide dabei unterstützt, mit der Situation umzugehen. Alles andere ist fahrlässiges Rumgebastel.
 
  • #27
So, an alle, die sich hier dem Thema konstruktiv widmen:
Vielen Dank!
Um Missverständnisse auszulöschen:
Ich fordere von ihr NICHTS ein, ebenso wenig will ich sie therapieren oder dergleichen.
Da sie keine Therapie will und sich aus Frustration aus früheren Partnerschaften vielem negativ gegenüber stellt, in denen ihre Partner keinerlei Rücksicht auf sie genommen haben, suche ich hier nach Antworten, wie ich ihre Situation einerseits vielleicht etwas vereinfachen kann, sie ermutigen kann, dass eine Therapie sinnvoll sein kann und sie sich selbst widmen kann.
#23:
Ich frage mich auch, was ihr macht, dass sie nicht sagen kann, wenn es ihr weh tut. -
Macht ihr bestimmte Dinge, wo Schmerz wahrscheinlich ist und nur durch enge Abstimmung zwischen den Partnern vermieden werden kann? Oder verkrampft sie schnell, dass sage ich mal eine klassische Missionarsstellung trotz ihrer Erregung Schmerzen bereitet? Du brauchst jetzt hier keine Details ausbreiten, mir ist schon klar, dass es im Eifer des Gefechts unbeabsichtigt zu Schmerzen kommen kann.
Trotzdem frage ich mich, was da abläuft.
Und ob du ihre Dissoziation mitbekommst an einer gewissen Starre, Gesichtsausdruck, Augen.
Nein, wir machen nichts, dass ihr Schmerzen bereitet. Im Gegenteil achte ich darauf, dass es nicht so weit kommt.
Diese Aussage war eher darauf bezogen, dass sie von sich aus nicht abbrechen würde, selbst wenn es schmerzen WÜRDE.
Sie gibt mir allerdings keinerlei Zeichen, weder verbal noch nonverbal, ob es ihr gerade zu viel wird oder nicht. Und das macht es schwierig für mich.
Ich muss dazu sagen, dass es nur ein Zeichen gibt, dass es mir signalisiert: Sie wird SEHR klammernd, sucht sehr viel Nähe und drückt sich dann äußerst fest an mich. Sie will dann die körperliche Nähe versuchen mit der emotionalen zu verbinden.
Allerdings kommt das sehr selten vor. Dann habe ich die Position, abzubrechen. Aber eben, dies kommt nicht häufig vor.
Es ist also kein Problem, was regelmäßig auftritt bzw. sich nur selten zeigt.

Also Ihr, die so schreibt, bitte haltet Euch aus Mitmenschlichkeit mit solchen Aussagen zurück. Es ist wirklich nicht angebracht!
Danke! Ich bin erschrocken über soviele geistigen Tiefflug einiger Beiträge hier, deren Verfasser wohl nichts anderes zu tun haben, als ihre intolerante Sicht noch provokant zur Schau zu stellen.
 
B

Blume94

Gast
  • #28
Ich frage mich auch, was ihr macht, dass sie nicht sagen kann, wenn es ihr weh tut. -
Macht ihr bestimmte Dinge, wo Schmerz wahrscheinlich ist und nur durch enge Abstimmung zwischen den Partnern vermieden werden kann? Oder verkrampft sie schnell, dass sage ich mal eine klassische Missionarsstellung trotz ihrer Erregung Schmerzen bereitet? Du brauchst jetzt hier keine Details ausbreiten, mir ist schon klar, dass es im Eifer des Gefechts unbeabsichtigt zu Schmerzen kommen kann.

Ich sehe das auch so wie @Aries man sollte viel vorsichtiger miteinander sein.
Wenn er Spaß hat heißt das noch lange nicht, dass sie genauso Spaß hat und nach dem was oben geschrieben steht, gefällt es ihr nicht und die kann alleine nichts daran ändern.

Man kann sich schon verletzten (wenn es zu tief wird kann es ihr wehtun und wenn man abrutscht ihm zB.)
Der FS weiß nicht wie es in seiner Freundin aussieht. Vielleicht lässt sie es einfach über sich ergehen, ist in Trance, so wie früher und selbst wenn sie was dagegen machen will, sie kann nicht, sie ist starr. Sie möchte verdrängen und sich nicht damit beschäftigen. Sie spürt sich selber nicht und gibt sich vllt die Schuld und dann sieht sie keinen Ausweg mehr und verletzt sich selber, danach geht es ihr wieder besser. Es ist viel zu viel Zeit vergangen, sie kann sich selbst niemals alleine helfen, sie braucht professionelle Hilfe, dort kann man ihr nicht das erlebte weglöschen, aber man kann ihr dabei helfen damit umzugehen, dass sie sich in allen anderen Lebensbereichen gut durchschlagen kann und endlich Leben kann, ohne in ihrer schlimmen Vergangenheit gefangen zu bleiben!

Es muss nur ein weiteres schlimmes Erlebnis hinzukommen was alles in den Abgrund reißt. Irgendwann kann der Körper/ Psyche nicht mehr und man sieht keinen anderen Ausweg..
 
  • #29
Grund genug für den FS, diesen Punkt auch im Auge zu behalten.

Ich stimme durchaus zu, dass die Freundin des FS schnellstmöglich eine Therapie zur Aufarbeitung des Mißbrauchs machen soll.
Auch eine Sexualtherapie ist sicherlich sinnvoll. Ich wünsche ihr jede erdenkliche Hilfe dazu.

Ich habe mich aber in meinem Kommentar vor allem mit dem FS beschäftigt, denn ich habe aber nach wie vor das Gefühl, dass sein Grundproblem

schon auch etwas mit seinen etwas sehr optimistisch ausgelegten Rollenbildern zu tun hat.
Er soll eben auch im Falle einer für die Frau ganz erfolgreichen Therapie im direkten Sinn seiner Frage keine Wunderdinge erwarten.

Kann so sehr gut sein, dass sie beim Sex eben doch auch immer etwas passiv bleibt, einfach weil das eben auch ihr Naturell ist. das wollte ich ihm sagen.

Wie hier schon andere gesagt haben: normal passive Frauen schämen sich nicht danach; normal passive Frauen sagen Stopp wenn es wehtut und neigen auch nicht zu selbstverletzendem Verhalten. Daher sind die Tipps für den FS von dir leider total am Thema vorbei. Das erkenne sogar ich ohne psychologische Ausbildung. Alles, was ich über Trauma durch Missbrauch weiß, ist so ziemlich das, was der FS beschreibt und das wird durch solche Tipps nicht anders werden. Gleiches gilt für @Lea80 und @Mann54. Bei Menschen ohne Trauma mag das ja stimmen, aber wenn alles darauf hindeutet, dass das Verhalten mit dem Missbrauch zu tun hat, dann wird das wohl die Ursache sein und nicht normale sexuelle Vorlieben oder Unerfahrenheit. Wenn sie unerfahren wäre, würde sie sich doch trauen, Stopp zu sagen, wenn der Freund das schon für Okay befindet. Und wenn sie Schmerz toll fände an sich, dann würde sie das doch nicht als Problem äußern, dass sie eben nicht Stopp sagen kann. Das ist doch unsinnig.

W, 36
 
  • #30
Nicht geeignet sind kognitive Verhaltenstherapie und Psychoanalyse. Bei Sexualtherapeuten und Tantraschulen hängt es davon ab, ob sie eine Zusatzausbildung für Traumatherapie haben. Allein die Therapie der "sexuellen Störung" ist nicht der Kern der Gesamtproblematik und wird es nicht lösen.
Ich finde, das kann man nicht so pauschal sagen.
Es braucht vor allem eine einfühlsame und integre Fachperson, die sich mit dem Thema auskennt und auch die Grenzen ihrer Arbeit kennt. Habe schon ziemlich creepy Leute in der Tantra-Szene und Co. gesehen. Weil eben dort auch teilweise die Menschen Traumata erlebt haben, schlecht mit Grenzen sind, hypersexualisiert sind, fokussiert auf dieses Lebensthema.
Psychotherapeuten haben eine lange Ausbildung und eine strenge Berufsordnung. Zudem gibt es sehr klare Grenzen, was ein Psychotherapeut darf und was nicht. Das würde mir als deutlich sicherer erscheinen.
Aber letztlich will ich keinen "Methoden-Streit" anzetteln. Die Persönlichkeit ist das Wichtigste. Und jede Therapie kann auch unerwünschte Nebenwirkungen haben. Und letztlich sollten nicht wir uns über die besten Optionen Gedanken machen, sondern die Freundin des FS.
 
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