• #1

Entliebt nach 15 Jahren. Wie jetzt weiter?

Hallo,

mein Freund (32) und ich (30) sind seit 15 Jahren zusammen. 2018 haben wir ein gemeinsames geplantes Kind bekommen, allerdings gab es zum Zeugungszeitpunkt (02/18) eine "Krise", die von ihm ausging. Er war sich unsicher ob er die Beziehung noch möchte, im Nachhinein betrachtet vllt nicht der ideale Zeitpunkt schwanger zu werden, aber ein Abbruch kam nicht in Frage und die Beziehung lotete sich wieder ein.
05/18, hat er bei einem Städtetrip mit seinen Kumpels entschieden ein Bordell zu besuchen. BJ ja, GV keine Ahnung. Als er mir das gestand, war ich verletzt, aber irgendwie auch nicht total am Boden. Ohne Schwangerschaft hätte ich mich vllt getrennt.

Vor einigen Wochen habe ich ihn darauf angesprochen, dass ich das Gefühl habe alle körperlichen Kontakte am Tag gehen von mir aus, bei Umarmungen wartet er darauf, dass sie vorbei ist, wir sagen uns nicht mehr "Gute Nacht" etc. Er meinte er "vergisst das einfach". Wir haben uns dann versöhnt und es pendelte sich wieder ein. Viel geändert an dem Verhalten hat sich nicht, ich habe mich bewusst zurück genommen, damit er merkt wieviel tatsächlich von mir ausgeht. Grundsätzlich fehlt mir einfach die Unbeschwertheit in unserer Beziehung, der Spaß am Miteinander. Das mag jetzt völlig idiotisch klingen, aber mir fehlt es auch mal albern zu sein, zu tanzen, dass er mich anlächelt oder umarmt. Ich bin eigentlich ein wirklich lustiger Mensch, aber das macht er halt überhaupt nicht.
Vor ca. 4 Wochen bin ich in eine depressive Phase gerutscht in der ich mein komplettes Leben in Frage gestellt habe, u.a. auch wieder die wenige Zuneigung, kaum Gespräche, das Nebeneinanderherleben. Also habe ich das Thema nochmal angesprochen. Im Laufe des Gesprächs hat er geweint und mich gefragt ob ich die Beziehung noch will und ob ich ihn noch liebe und auf beides konnte ich nur "ich weiß es nicht" antworten. Und er akzeptiert das scheinbar so. Er sagte mir er liebt mich, denn er kann und will sich mir mit niemand anderem vorstellen?! Nun sitz ich hier und quäle mich mit der Frage ob ich ihn noch liebe oder die Beziehung überhaupt noch möchte. Und ich komme mit mir selbst auf keinen grünen Zweig. Und die Beziehung pendelt sich langsam aber sicher wieder bei "okay" ein. Aber ist es das?

Ich "träume" von einem anderen Typ Mann und/oder anderen Erfahrungen. Ich habe die ersten Tage nach dem Gespräch gemerkt, dass er versucht etwas zu ändern, aber es erreicht mich nicht. Ich beginne gerade wieder mich mit dem "okay"-Zustand zu arrangieren, aber richtig fühlt sich das auch nicht an. Ich sabotiere unsere Beziehung und mich selbst, weil ich nicht weiß, was ich will. Evtl würde es ja besser werden, wenn ich mich darauf einlasse. Das ändert aber nichts an seiner emotional reservierten Art, die mich nun ja eben doch zu stören scheint.

Dass mir hier niemand sagen wird "trenn dich (nicht)!" ist mir klar, aber vllt war jemand mal in einer ähnlichen Situation und hat einen Lösungsansatz für mich.
 
  • #2
Hallo,
die Antwort hast du dir schon längst selbst gegeben: das war es nie, ist es nicht und wird es nie sein.
Das ist schmerzhaft und man muss sehr weit aus seiner Komfortzone heraus, aber was ist die Alternative? Ohne alles das, was du eigentlich willst, weitermachen "business as usual"?
Ich habs erlebt, 15 Jahre lang. Es hat mich fast "zerstört". Den Menschen, den ich eigentlich sehr mag (mich) völlig verändert. Man kann Menschen nicht ändern. Es sei denn, sie wollen das selbst.

Versuche nie, einen Menschen passend zu machen, such dir jemanden, der passt. Alles andere endet immer im Chaos.

Bei mir endete es durch Krebs. Die 4 Jahre Begleitung beim Sterben haben mich viel gelehrt. Man geht da natürlich nicht mehr sondern bleibt.
Aber danach gehts es aufwärts. Und wird besser.
Weil - schlimmer als "OK" gehts nicht.

Viel zu oft denken Menschen - gerade wenn noch jünger ist - "es passt schon und den Rest biege ich mir zurecht". Neeee - geht nicht.

Warum bloss ist das so schwer zu verstehen?

Liebe Grüße
 
  • #3
Ja, ich glaube Du hast Recht.

Er hat sich entliebt, genauso wie Du. Sein Geschwafel, ich nenn es mal so, ist nur Zukunftsangst. Klar, dass Du deprimiert wirst bei so einem lieblosen Miteinander.

Dass der Zeitpunkt für ein gemeinsames Kind falsch war, siehst Du ja selber. Aber nun ist Kind eben da, also geht es jetzt besser an die Schadensbegrenzung.

Nimm ihm vielleicht als erstes die Angst vor der Trennung. Sprich ordnet eurer Angelegenheiten in Ruhe. Regelt Eurer Betreuungsmodell, dann wirst Du bestimmt nach gewisser Zeit wieder jemand für ein liebevolles Miteinander finden. Und er auch eine neue Frau für sich.
 
  • #4
Ich "träume" von einem anderen Typ Mann und/oder anderen Erfahrungen.
Das ist normal. Der Mensch ist nicht monogam. Von daher hat es auch gar nichts mit der dysfunktionalen Sexualität in Euerer Beziehung zu tun. Das käme andersfalls auch. Seine zunehmende Distanz und Erkaltung hat höchstwahrscheinlich den gleichen Hintergrund. Er braucht andere, neue Erfahrungen.

Wenn Ihr mit 30 schon seit 15 Jahren zusammen seid, handelt es sich um eine Kinderehe. Euer Kind ist noch sehr klein. Jetzt komplett auseinander zu gehen, wäre ein gewagter Schritt auf Basis sehr dünner Erfahrungen, so wie es schon Euere Kinderehe ist. Bei neuen Partnern kann sich alsbald das gleiche Phänomen wieder zeigen und/oder es kommen neue Störfelder hinzu.

Auch bei Paaren mit zunächst erfüllender Sexualität kommt irgendwann die Lust auf etwas Anderes. Sexualität ist ein Weg, kein Ziel. Kaum ein Mensch hat den immer gleichen Sexualpartner im Leben. Viele gehen fremd. Das Forum hier ist voll davon. Es gibt offene Beziehungen, Swinger, ...

Nehmt Euch doch mal einen Babysitter und guckt Euch die Swinger-Szene an, oder geht in eine frivole Bar oder auf eine Partnertausch-Börse online. Testet Euch erst einmal aus, bevor Ihr wieder etwas Weitreichendes in die Wege leitet.

Wenn man mit ca. 15 zusammen gefunden hat, kannte man zu diesem Zeitpunkt die eigene Sexualität allenfalls ansatzweise; die des anderen Geschlechts so gut wie gar nicht. Da ist kein Wunder, dass es sexuell nicht passt. Aber das ist verschüttete Milch. Dieser Fehler ist nicht mehr gut zu machen. Ihr müsst Stand heute möglichst sinnhaft für die Zukunft agieren.
 
  • #5
Du wirst keinen richtigen Lösungsansatz finden. Er ist scheinbar unglücklich und Du auch. Ich würde mich trennen. Seit ehrlich miteinander, jetzt könnt ihr euch noch im guten trennen und für euer Kind gemeinsam da sein. Im Grunde kann die Beziehung auch so weiterlaufen, mal schlechter, mal besser. Aber willst Du dich mit einem 'okay' abfinden? Willst Du nicht mehr von der Partnerschaft? Man hat doch noch Wünsche und Vorstellungen...
 
  • #6
Lieben Dank für eure Antworten und Ratschläge. Für eine offene Beziehung, Swinger o.ä. sind wir nicht der Typ, ich zumindest nicht.
Es fällt mir einfach unfassbar schwer einen Schlussstrich zu ziehen, aus Angst vor der falschen Entscheidung, vor der Veränderung. Wir werden immer Teil unseres Lebens bleiben, schon wegen unseres Sohnes, das macht es mir irgendwie leichter mich mit der möglichen Trennungssituation abzufinden.
Mir tut es einfach um uns Leid, aber wenn ich mir überlege jetzt so den Rest meines Lebens zu verbringen, kriege ich Bauchschmerzen.
Andererseits gebe ich auch sicher etwas auf, was andere mit Kusshand nehmen würden.
Es ist unglaublich schwer.
 
  • #7
Liebe Te,
manchmal geht eine Liebe, das passiert und ich sehe da keine Schuld bei dir noch bei ihm!

Ich lese Unglück und zwar bei euch beiden.
Der Wunsch nach dem Vergangenen, dass ist menschlich.
15 Jahre sind eine lange Zeit, da fällt eine Trennung natürlich schwer, das Eingestehen der Situation- ich kann das vollkommen nachvollziehen.

Noch scheint ihr ein gutes Verhältnis zu haben, ihr redet, lasst nicht zu das selbiges durch die Situation auf Dauer zerstört wird!

Es ist hart, aber ich sehe nur die Trennung als Chance für beide wieder glücklich zu werden.
Ihr habt ein gemeinsames Kind, grade deswegen sollte die freundschaftliche Basis erhalten werden!

Wünsche euch viel Kraft!
 
  • #8
Lieben Dank für eure Antworten und Ratschläge. Für eine offene Beziehung, Swinger o.ä. sind wir nicht der Typ, ich zumindest nicht.
Es fällt mir einfach unfassbar schwer einen Schlussstrich zu ziehen, aus Angst vor der falschen Entscheidung, vor der Veränderung. Wir werden immer Teil unseres Lebens bleiben, schon wegen unseres Sohnes, das macht es mir irgendwie leichter mich mit der möglichen Trennungssituation abzufinden.
Mir tut es einfach um uns Leid, aber wenn ich mir überlege jetzt so den Rest meines Lebens zu verbringen, kriege ich Bauchschmerzen.
Andererseits gebe ich auch sicher etwas auf, was andere mit Kusshand nehmen würden.
Es ist unglaublich schwer.
Die Angst vor der Veränderung verstehe ich, das lähmt euch aber.
Wenn ich meine Angst vor Veränderung nicht überwunden hätte, wäre ich noch immer in einer zerstörerischen Ehe, die mir jegliche Freude am Leben genommen hat.
 
  • #9
Bedeutet er dir denn als Mensch noch immer sehr viel? Ich meine, findest du, dass er ein guter, lieber, wunderbarer Mensch ist? Es hört sich durchaus so an, als würdest du ihn noch gern haben, das macht es ja so schwierig. Bevor ihr euch endgültig trennt, könntet ihr ja z.B. eine Paartherapie versuchen oder einfach mal Abwechslung in euren Alltag bringen. Ihr könntet z.B. mal getrennt Urlaub machen, sodass ihr euch die Möglichkeit gebt, das Alleinsein zu erleben und euch vielleicht zu vermissen, ihr könntet neue Freizeitaktivitäten ausprobieren und mal irgendwas Verrücktes machen, zusammen in den Klettergarten gehen oder romantisch schick essen gehen etc. Vielleicht findet ihr dann etwas wieder, das verloren gegangen ist, oder entdeckt etwas Neues. Wenn du wirklich nicht mehr willst, ist es halt so, dann lieber Ende mit Schrecken als Schrecken ohne Ende. Aber ihr könntet auch versuchen, euch neu in einander zu verlieben. Aber dazu müsstet ihr was verändern.
 
  • #10
Ich sage auch: Trennt euch. Ihr habt den "Vorteil" (ja, doofes Wort hier), dass ihr BEIDE merkt, dass eure Beziehung zu Ende ist. Also geht Trennung auch freundschaftlich, niemand bleibt mit Groll zurück, ihr könnt euch auf euer Kind konzentrieren. Wenn erst einer sich fremdverliebt, kann das ganze übel werden, weil der andere dann "zurückbleibt". Aber leider warten die Leute oft, bis erst von außen eine dritte Person dazukommt.
Andererseits gebe ich auch sicher etwas auf, was andere mit Kusshand nehmen würden.
Definitiv NEIN. Keine Ahnung, ob es Menschen gibt, die in einer noch verzweifelteren Lage sind und sich nicht trauen, eine Beziehung zu beenden. Aber Du wirst schon depressiv. Und ja, denke an Dein Kind. Zwei Elternteile, die nur über sich selbst grübeln und emotional gar nicht frei und offen auf es reagieren können. Die ständig mit einer wichtigen Lebensenscheidung beschäftigt sind, statt fröhlich zusammen und ohne "komisches Gefühl" und Bedrücktheit im Elternhaus zu leben.

Es gibt auch sowas wie "Chancen zur Trennung", zeitlich gesehen. Wenn man die verschleppt, zieht sich das wieder ne Weile hin, weil man sich dann schein-zusammenrauft und vielleicht sogar noch irgendwelche verknüpfenden Dinge tut wie Hauskauf oder sowas. Auch Schwangerwerden z.B.. Keine Ahnung, aber es gibt sicher auch Kinder, die nur gezeugt wurden, weil die Beziehung auseinanderzufallen drohte.
Einfach, damit es weiter IRGENDWIE funktioniert. Und das tut es dann aber nicht. Irgendwann wird einer krank, dann kann der andere auch nicht gehen. Depressionen habt ihr euch schon vorprogrammiert.

Du musst natürlich selbst rausfinden, was Du tust. Und ich beneide Dich nicht, ich war in einer ähnlichen Lage, ohne Kind. Die Beziehung funktionierte einfach nicht mehr, Sexleben nicht kompatibel, kein möglicher gemeinsamer Lebensweg. Zum Glück war mein Ex mutig genug, die Trennung zu machen. Ich hätte noch sonstwielange dran festgehalten, weil man den anderen ja auch nicht verwunden will. Aber die Beziehung war zu dem Zeitpunkt schon ne Wunde an sich.
 
  • #11
Ihr habt ja keinen Krieg und Riesenstress zusammen. Das ist ein Riesenvorteil, denn es muss nichts übers Knie gebrochen werden. Ich würde es mit einem guten Paartherapeuten versuchen, entweder ihr findet euch wieder oder ihr könnt mit seiner Unterstützung die Entscheidung zur Trennung fällen.
 
  • #12
Andererseits gebe ich auch sicher etwas auf, was andere mit Kusshand nehmen würden.
Nein, das denke ich nicht, dass andere da tauschen wollen.
Es ist nicht schön innerhalb einer Beziehung zu verhungern.
Das macht krank, wie du nun selbst merkst.
Ich sehe es in etwa so wie Thanis. Nachdem ihr nun ein gemeinsames Kind habt, ist vor allem an dessen Wohlergehen zu denken.
Ohne Schwangerschaft hätte ich mich vllt getrennt.
Wieso wolltest du dich während der Schwangerschaft nicht trennen, jetzt nachdem das Kind da ist, schon? Das verstehe ich nicht so ganz.
Das Kind soll die emotionale Brücke sein, die niemals bricht.
Ich vermute jedoch, wenn du tatsächlich einen Absprung wagen würdest, einen neuen Partner hättest, dich frei fühlen willst, der Ex da eher als störend empfunden wird.
ich habe mich bewusst zurück genommen, damit er merkt wieviel tatsächlich von mir ausgeht.
Das ist so ein Manipulationsversuch, der unterschwellig nur noch mehr Distanz schafft. Vermutlich erdrückt ihn die dauerhafte Nähe ohnehin, so dass es ihm eine Wohltat ist.
Besser wäre gewesen, du wärst wirklich mal ein zwei Wochen in den Urlaub gefahren. Alleine ohne ihn. Mit oder ohne Kind.
Da könntest sowohl du dir klar werden, wie du es ohne ihn findest und er sich auch.
Ihr könnt euch nicht vermissen und aufeinander freuen, weil ihr ohnehin immer zusammen seid. Fast jeden Tag seit 15 Jahren. Zu viel Gewohnheit, zu viel von allem.
 
  • #13
Nein, das denke ich nicht, dass andere da tauschen wollen.
Es ist nicht schön innerhalb einer Beziehung zu verhungern.
Das macht krank, wie du nun selbst merkst.
Ich sehe es in etwa so wie Thanis. Nachdem ihr nun ein gemeinsames Kind habt, ist vor allem an dessen Wohlergehen zu denken.

Wieso wolltest du dich während der Schwangerschaft nicht trennen, jetzt nachdem das Kind da ist, schon? Das verstehe ich nicht so ganz.
Das Kind soll die emotionale Brücke sein, die niemals bricht.
Ich vermute jedoch, wenn du tatsächlich einen Absprung wagen würdest, einen neuen Partner hättest, dich frei fühlen willst, der Ex da eher als störend empfunden wird.

Das ist so ein Manipulationsversuch, der unterschwellig nur noch mehr Distanz schafft. Vermutlich erdrückt ihn die dauerhafte Nähe ohnehin, so dass es ihm eine Wohltat ist.
Besser wäre gewesen, du wärst wirklich mal ein zwei Wochen in den Urlaub gefahren. Alleine ohne ihn. Mit oder ohne Kind.
Da könntest sowohl du dir klar werden, wie du es ohne ihn findest und er sich auch.
Ihr könnt euch nicht vermissen und aufeinander freuen, weil ihr ohnehin immer zusammen seid. Fast jeden Tag seit 15 Jahren. Zu viel Gewohnheit, zu viel von allem.
Hi!
Ich möchte mich gern nochmal dazu melden. Das mit dem "etwas aufgeben, was andere gern hätten" war auf unser Leben generell bezogen. Wir haben eine schöne Wohnung, kommen finanziell gut aus etc. Auch unsere Beziehung ist ja per se nicht schlecht, nur glaube ich, dass es einfach nicht mehr passt. Wir haben auch kein mega kaltes Verhältnis, es ist einfach eher freundschaftlich.

Während der Schwangerschaft wollte ich mich nicht trennen, da meine Gefühle einfach noch anders waren und da eben unser Kind unterwegs war. Er hat sich für die Sache auch ausgiebig und glaubhaft entschuldigt. Dennoch wäre das ohne Schwangerschaft und Kind für mich vllt doch noh eher ein No-Go gewesen. Es waren schwere Wochen, aber wir haben es irgendwie dadurch geschafft.

Ich möchte ihn unter keinen Umständen in meinem Leben missen, aber ich habe das Gefühl wir sind einfach nur noch ein gutes Eltern-, aber kein Liebespaar. Und ich glaube, dass er das ganz insgeheim genauso sieht. Er sagte zwar mal, wenn er es nicht wollte, wäre er nicht mehr hier (also in der Beziehung), aber ich sehe ja nun selbst wie schwierig das Loslassen und "Aufgeben" ist.
Ich denke ich werde in den nächsten Wochen nochmal ein ruhiges Gespräch unter vier Augen suchen und genau herausfinden wie er dazu steht. Und dann müssen wir weitersehen.
 
  • #14
Ihr seid sehr jung zusammengekommen. Man verändert sich in den 20ern doch noch sehr stark, und häufig geht es da auch auseinander, weil jeder doch eine andere Art Partner braucht, als er sich als Teenager gesucht hat. Manche haben Glück und entwickeln sich in die gleiche Richtung. Aber das klingt bei euch nicht so. Die Krise während der Schwangerschaft hat da vielleicht noch einen Riss mehr hinzugefügt (mich hätte das auch sehr verletzt, vor allem in dieser Situation). Aber so ein liebloser Umgang miteinander, und dann für den Rest des Lebens, nur weil man ein Kind hat - das würde ich auch nicht aushalten. Das Kind merkt es auch genau, wenn die Eltern sich nicht mehr lieben, keinen Spaß miteinander haben.
Ihr müsst die Trennung ja wirklich nicht übers Knie brechen, vielleicht wäre eine Eheberatung ja wirklich nochmal sinnvoll, selbst, wenn ihr auseinandergehen solltet. Ihr seid beide nicht mehr glücklich. Ich würde eher zur Trennung raten, aber lasst euch Zeit bei der Entscheidung und macht das in eurem Tempo miteinander klar, wenn es so sein sollte.

w, 36
 
  • #15
er kann und will sich mir mit niemand anderem vorstellen?!
Liebe FS,
das hat ja nun garnichts mit Liebe zu tun, sondern eher mit einer ganz erheblichen geistigen Trägheit und Besitzansprüchen. Von dem, was er sich nicht vorstellen kann oder aus guten Gründen nicht will (Unterhaltspflichten, höhere Kosten für eigenen Haushalt, mehr Aufwand für eigenen Haushalt), solltest Du Dich nicht lenken lassen.

Ich "träume" von einem anderen Typ Mann .... er versucht etwas zu ändern, aber es erreicht mich nicht.... richtig fühlt sich das auch nicht an.
Dann lass es, wenn es sich für Dich nicht richtig anfühlt. Er hat Dich wiederholt mehrfach enttäuscht und Du hast zu recht das Verttrauen in ihn verloren. Daher kannst Du Dich nicht mehr richtig auf ihn einlassen und mit Engagement die Beziehung neu gestalten. Erst Recht nicht, wenn von ihm ausser Pattexhaltung (aneinander unengagiert kleben bleiben und selbstmitleidig weinen) nichts kommt.

Beende das Engagement in einer zähen Beziehung ohne Vertrauen in eine gemeinsame Zukunft und schaff Raum sowie Gelgenheiten für Deine Träume.
Ihr müsst halt lernen trotzdem Eltern zu sein und das funktioniert bei vielen anderen auch.

Es fällt mir einfach unfassbar schwer einen Schlussstrich zu ziehen, aus Angst vor der falschen Entscheidung...... wenn ich mir überlege jetzt so den Rest meines Lebens zu verbringen, kriege ich Bauchschmerzen.
Du wirst Dich entscheiden müssen,
- an seiner Seite ängstlich kleben zu bleiben und ständig mit Depressionen zu kämpfen zu haben, weil Du so eigentlich nicht leben kannst.
Den Weg habe ich genommen und er endete nach 25 Jahren trotzdem in einer Scheidung und jahrelanger schwerer Depression. Hätte ich es gewusst, wäre ich 20 Jahre eher gegangen.
- oder ins Risiko zu gehen (Veränderung/Ungewissheit). da gibt es keine Garantie, dass es so wird, wie Du jetzt glaubst, aber Du hast anders als in der Verharrung Möglichkeiten.
Das mache ich seit meiner Scheidung und es geht mir gut damit, zumal es der einzige Weg war, aus der Depression (die mich fast mein Leben gekostet hätte) herauszukommen.

Das ist kein Grund zusammenzubleiben.
Ihr hasst euch nicht und habt somit beide ausreichend Zeeit für jeden eine genauso schöne Wohnung für ein neues Leben zu finden. Anders ist nicht schlechter.

Allein wohnen, grad wenn beide noch Platz für ein Kind brauchen ist teuerer als zusammenzuleben.
Auch das kann kein Kriterium sein, wenn das Zusammenleben (mehr Nähe ertragen müssen als Du willst) Dich krank macht.
Spätestens wenn Du mit einer Depression monatelang im Krankengeld bist und danach evtl. nur mit geringer Teilzeit arbeiten kannst, ist der finanzielle Vorteil obsolet.
 
  • #16
Das wird nur noch so lange laufen bis entweder Du oder (wahrscheinlicher) er eine neue Liebe gefunden haben. Danach wird eine Trennung unangenehmer, komplizierter und möglicherweise hässlich, weil der eine mehr zu verlieren hat als der andere - und eine weitere Person involviert ist. Ihr funktioniert als Eltern anscheinend gut. Dies solltet Ihr weiter so halten, aber außerhalb einer Beziehung.
 
  • #17
Liebe @AniceBln
ich bin bestimmt nicht die Beste Ratgeberin in Beziehungsfragen und trotzdem möchte ich Dir sagen, wenn Dein Gefühl Dir sagt, es passt nicht mehr, dann ist es wohl so.

Ich selbst habe meinen Ex-Mann mit 15 kennengelernt. Wir waren 22 Jahre zusammen, davon 12 verheiratet. Ich selbst habe 5 Jahre mit mir gerungen, ob ich dem ein Ende setzen soll oder nicht. War auch depressiv (und falle auch heute noch schnell in depressive Verstimmungen) und habe mir selbst nicht getraut, meinem Gefühl. Mein Ex ging nach 7 Jahren Beziehung fremd, er zog damals ein halbes Jahr aus. Ich nahm ihn zurück. Aus heutiger Sicht sage ich, ich hätte ihn nicht mehr zurücknehmen und mich trennen sollen. Aber da waren Ängste, Angst vorm allein sein, denn ich bin ja quasi von Mutters Schoß in seine Arme und der Veränderung. Ich hab mich viel zu lange für ihn verbogen damit die Beziehung überhaupt funktionierte. Hab auf vieles Verzichtet. Zur Besinnung kam ich nach ein paar Unschönen Geschichten seinerseits, und zum Schluss einer nochmaligen Affäre. Auch hier (wir waren gerade am Hausbau) dachte ich zuerst, ok, stell dich nicht so an, was ist schon perfekt.
Aber ich war leer, ich fühlte nichts mehr, leben wie Brüderlein und Schwesterlein? Was soll das, auch er war und ist auch heute noch der Meinung er liebt mich und auch er konnte sich ein Leben ohne mich nicht vorstellen, aber wie @Vikky so schön sagte, das ist keine Liebe, sondern es ist tatsächlich Trägheit und es sind Besitzansprüche. So funktioniert keine gute Beziehung. Und ganz ehrlich, ich bin heute 40 .. wie ich finde für eine Single Frau ein schwieriges Alter. Ich wünschte mir ich wäre den Schritt viel eher gegangen und hätte nicht so lange ausgehaart.

Rede mit ihm und versucht eine gute Lösung für Euren Sohn zu finden. Aber verharre bitte nicht in dieser Situation.
Ganz liebe Grüße
 
  • #18
Ja ihr müsst mehr als ehrlich reden...wobei es schwer ist, wenn der andere abblockt
Eine Paarthrrapie kann zusammen führen oder eine gute Trennung.

Das habe ich damals verpasst und passiert ist wie so oft...einer ging fremd.
Witziger Weise der, der immer meinte er liebt mich und alles ist in Ordnung.
Ok mit kleinen Kindern, ist oft nicht die Mutter auf erotischen Pfaden unterwegs

Und das betrogen wurde und sogar über Monate...ohne wieder nicht ehrlich drüber zu reden.
Ist ein Schlag der dauerhaft ein Grundvertrauen zerstört
Sich so zu lösen ist sozusagen eine sch... Lösung

Hätte ich mir ersparen sollen
 
  • #19
ich würde euch dringend raten, eine Paarberatung zu machen, bevor ihr wirklich an eine endgültge Trennung denkt, ihr habt so viel Zeit miteinander verbracht und ihr kennt euch sehr gut, seit in früher Jugend zusammen gekommen. Werft eure Beziehung nicht einfach weg. Über 30 nach 15 Jahren Beziehung mit der Jugendliebe plötzlich Single zu sein, ist nicht leicht,- besonders nicht, wenn man überhaupt keine Erfahrung damit hat. Die teils menschenverachtenden Partnerbörsen im Internet sind mit Vorsicht zu genießen....dafür eine fundierte Partnerschaft aufgeben?
Hier weht ein kalter Wind- willige und bindungsfähige Menschen wirst du da wenige finden...es sei denn, du bist immer sehr offen in deiner Freizeit unterwegs, hast viele Hobbies und viele Bekannte/Freunde, über welche du wieder jemand Neues und Seriöses kennenlernen kannst. Ich weiß, das klingt jetzt alles recht negativ, aber ich kenne die Schattenseiten des Singleseins zu gut :)