• #61
Im Spanischen Kulturraum nimmt die Frau generell nicht den Namen des Mannes an, sondern hängt ihn mit einem "de" an (nur wenn sie das will).
Die Kinder tragen den ersten Nachnamen des Vaters (Müller) und der Mutter (Meier), z.B. Müller Meier, wenn sie einen Schulz heiraten sind sie Müller Meier de Schulz, aber bei ihren Kindern fällt dann trotzdem der Name der Großmutter weg. Müller Obermeier. Oder so ähnlich.
Was da zu bedauern bleibt - und sicher von so mancher stolzen spanischen Familie betrauert wird - ist dass ein Name ausstirbt, wenn es nur eine Tochter gibt, die Kinder bekommt.
 
  • #62
Es ist halt die Frage, inwieweit das überhaupt noch eine wirklich freie Entscheidung ist, wenn eine Frau sich für den Nachnamen des Mannes als Familiennamen/ Ehenamen entscheidet. Manche sind sicher noch stark von der traditionellen Erziehung her beeinflusst, vielleicht mehr als ihnen bewusst ist, und andere weniger. Auf jeden Fall ist es ein wichtiger Teil der Identität, wie man heißt. Und es ist schon eine gesellschaftspolitische Sache letzten Endes. Da zählt nicht nur was die Einzelne macht, sondern man muss schon hinsehen was die Mehrheit macht und aus welchen Gründen.
Traditionen sind ja nun wirklich nicht immer etwas Gutes. Es ist noch nicht lange her, da hat stets der älteste Sohn alles geerbt (als "Stammhalter"!) und die Töchter haben nichts geerbt, weil sie ja eh heiraten und "unter die Haube kommen". -- Der springende Punkt ist doch, eine Frau sollte niemals ihren Nachnamen aufgeben, nur weil sie der weibliche Part des Paares ist. - Falls sie den Nachnamen des Mannes annimmt, dann sollte das immer aus anderen Gründen geschehen.
 
  • #63
Mich persönlich hat es insofern betroffen, als meine Mutter eben auch so gewählt hat (Automatismus, "Das ist halt so Brauch") und ich jetzt den Namen meines Vaters tragen muss, statt ihren Geburtsnamen, der mir aus sehr vielen persönlichen Gründen lieber wäre.
...
Du hättest ganz legal die Möglichkeit, Dir einen Künstlernamen zuzulegen. Sogar Conchita dürftest Du Dich nennen, wenn es Dir besser gefällt.
Und wegen dieses Problems machst Du so ein Fass auf? Und unterstellst Frauen, die das anders sehen, sie seien (sinngemäß) von vorgestern und hätten das nur noch nicht durchschaut?
 
A

Ares

  • #64
Genau. Diese Bedeutung ordnet also ein Mann seinem Familiennamen zu.
Genau. Ein Mann seinem Familiennamen. Eine individuelle Entscheidung. So, wie manche Frauen sich trennen, wenn nicht nach x Jahren ein Heiratsantrag auf dem Tisch liegt. Einfach eine klare Sichtweise. Was ist daran falsch?
Ich würde meinen Namen nicht abgeben. Wenn beide ihren Namen behalten, bin ich dafür offen. Abgesehen davon, dass ich beim "Kulturgut" Heirat sowieso meine Bedenken habe.

Es geht um einen Kulturbruch. Aehnlich wenn Mütter ihre Kinder in die Tageskrippe gehen, um arbeiten zu gehen. Das sind Verstöße gegen althergebrachte Rollenvorstellungen. Jeder der durch die Veränderung Privilegien aufgeben soll, wird die Veränderung ablehnen.
Ja, das mag sein. Wir leben in einer Gesellschaft, in der manche Dinge Tradition sind. Das bedeutet nicht, dass man nicht dagegen verstoßen kann, aber auch nicht, dass man es tun muss.
Es gibt ja auch 90% der Frauen, die den Namen des Mannes annehmen. Sie könnten ja auch anders entscheiden. Und bei der Entscheidung, wer denn nach der Geburt zu Hause bleibt, ist es zu 90% die Frau. Meist, weil sie es so haben möchte. Und weil sie auch nicht die Last der "Ernährerrolle" haben möchte, sich oft auch nicht darum gekümmert hat, die wirklich gleichberechtigt ausfüllen zu können.
Mit Emanzipation hat das alles nichts, aber auch gar nichts zu tun. Es sind einfach individuelle Entscheidungen von Paaren.
 
A

Ares

  • #65
Manche sind sicher noch stark von der traditionellen Erziehung her beeinflusst, vielleicht mehr als ihnen bewusst ist, und andere weniger.
Ein schönes Beispiel. Erziehung wird zum größten Teil von Frauen geleistet. Offensichtlich so, dass sich die Traditionen nicht verändern. Warum?
Eine gute Gelegenheit, die Gleichberechtigung voranzutreiben. Jungs sollten Kochen lernen, Mädchen die Bedeutung einer erfüllenden Berufstätigkeit verstehen. Da versagen die Mütter fast auf der ganzen Linie. Auch hier kann man ja immer wieder von Frauen lesen, die auch in der heutigen Zeit noch auf der traditionellen Rollenverteilung bestehen und dann nach 20 Jahren Ehe auf die Nase fallen.
Das ganze Gleichberechtigungsgefasel findet bei vielen Frauen schnell ein Ende, wenn es darum geht, dass auch sie dann etwas an ihrem Rollenbild ändern müssten. Karriere? Job, mit dem eine Familie ernährt werden kann? Kinder in die Krippe? Viel zu oft sparen sich Frauen das und schaffen nicht mal die Voraussetzungen. Und da ist meist nicht der Mann beteiligt.

Ja dann wählt die Frau, aber aus welchen Alternativen, das hat ja Ares in #49 gut aufgezeigt. Dass ist dann keine freie Wahl mehr.
Du liest selektiert.
Meine Antwort bezog sich auf Tomyis Voraussetzung, dass der Mann (individuell) grundsätzlich seinen Namen nicht ändern möchte. Dann bleiben genau diese Möglichkeiten. Abgesehen davon, dass beide keine freie Wahl haben, wenn der oder die andere eine abweichende Meinung hat. Das Ergebnis nennt man "Kompromiss". Warum sind denn 90% der Frauen mindestens in den ersten Jahren zu Hause? Weil das "immer" die Männer so wollen?
 
  • #66
Übrigens interessant, ich habe vor einer Weile mal einen englischen Artikel über eine TV-Serie gelesen. Hauptdarsteller dieser Serie ist ein Schauspieler, der eine noch viel bekanntere Schauspielerin vor nicht allzu langer Zeit geheiratet hat. Im Artikel bzw. der Überschrift wurde dieser nun etwas reißerisch als "Mr. Vorname/Nachname der Frau" bezeichnet, wie es in solchen englischsprachigen Artikeln übrigens üblich ist - nur halt umgekehrt, dass die Frau als "Mrs. Vorname/Nachname des Mannes" betont wird. Unter dem Artikel eine Flut von wütenden Kommentaren (hier sogar fast nur von Männern). Was das solle, er sei eine selbstständige Person, nicht von seiner Frau abhängig, es sei "unnatürlich" (sind Namen das nicht immer?). Bei Frauen sei es ok, das sei Tradition. Aber hier läge eindeutig Sexismus gegen den Mann vor.

Ist also interessant, dass diese Gruppe von Männern anscheinend eine gewisse Abhängigkeit und Unterordnung mit der Namenswahl assoziiert. Und ich denke diese Denkweise wird sich nicht auf diese Männer beschränken (die Briten sind jetzt kulturell auch nicht so weit von uns weg, was das angeht).
 
  • #67
Entscheidend ist, dass du die Wahl hast, und nicht, welche Wahl andere Menschen treffen.
Du kannst heute glücklicherweise wählen, ob du eine Frau oder einen Mann heiratest - du hast die Wahl, das so zu tun wie du dich fühlst. Mit dem Namen ist es auch so - es ist ein Gefühl, das hat man und das ergibt einen Wunsch. Vermutlich ist das Thema "Namenswahl" bei den meisten Menschen nicht ganz oben auf der Prioritätenliste, aber Fakt ist, dass jeder die Wahl hat. Das ist wichtig. Und falls sich dein/e Partner/in weigert und ihr dieses einfache Problem micht bewältigen könnt, dann wäre zu überlegen, ob eine Ehe für euch überhaupt sinnvoll ist...
 
  • #68
Einzelstück hat total Recht. Mir geht es sogar darum eine echte und nicht nur auf dem Papier eine Wahlmöglichkeit zu haben.

Da sich lediglich in Deutschland - anders als im Rest der Welt - und ohne vernünftigen Grund mehr als 90 Prozent der Frauen entscheiden, den Namen des Mannes anzunehmen, gibt es objektiv keine echte Wahlmöglichkeit zwischen der Entscheidung, seinen oder ihren Namen als Familiennamen anzunehmen.

Übrigens hat auch der Ehemann keine echte Wahlmöglichkeit, weil er ebenfalls Nachteile befürchten muss, wenn er ihren Familiennamen annimmt.
 
  • #69
Einzelstück hat total Recht. Mir geht es sogar darum eine echte und nicht nur auf dem Papier eine Wahlmöglichkeit zu haben.

Da sich lediglich in Deutschland - anders als im Rest der Welt - und ohne vernünftigen Grund mehr als 90 Prozent der Frauen entscheiden, den Namen des Mannes anzunehmen, gibt es objektiv keine echte Wahlmöglichkeit zwischen der Entscheidung, seinen oder ihren Namen als Familiennamen anzunehmen.

Übrigens hat auch der Ehemann keine echte Wahlmöglichkeit, weil er ebenfalls Nachteile befürchten muss, wenn er ihren Familiennamen annimmt.
Warum muss man sich denn für eine Entscheidung, wie den Nachname des Mannes anzunehmen, rechtfertigen? Oder warum muss es immer einen vernünftigen Grund geben? Für viele ist es wohl auch eine Gefühlssache und sie fühlen sich damit wohl. Das reicht nur komischerweise nicht.
 
A

Ares

  • #70
Da sich lediglich in Deutschland - anders als im Rest der Welt - und ohne vernünftigen Grund mehr als 90 Prozent der Frauen entscheiden, den Namen des Mannes anzunehmen, gibt es objektiv keine echte Wahlmöglichkeit zwischen der Entscheidung, seinen oder ihren Namen als Familiennamen anzunehmen.
Sehe ich nicht so. Selbst wenn 99,9% der Menschheit das so machen, kannst Du Dich objektiv und echt entscheiden, das anders zu machen. Niemand zwingt Dich, den Namen des Mannes zu nehmen. Du musst Dich mit Deinem Partner einigen, wie ihr das handhaben wollt und der Rest der Welt kann Dir eigentlich völlig egal sein, außer Du legst Wert auf Prinzipienreiterei.
Außerdem ist der "Rest der Welt", der das anders handhabt, wahrscheinlich relativ klein.

Aus männlicher Sicht fände ich es auch besser, wenn es nicht traditionell so wäre, dass der überwiegende Teil der Frauen keinen Beruf erlernt, der eine Familie ernährt. Aus meiner Sicht würde ich auch gerne drei Jahre Elternzeit nehmen und zu Hause bleiben. Auch das ist gesellschaftlich umstritten, von den meisten Frauen nicht gewünscht, oft rein finanziell nicht möglich und doch individuell realisierbar.

Die Einstellungen zu dem Thema Ehe insgesamt ändern sich langsam und jeder kann sich ja eine Partnerin oder einen Partner suchen suchen, die passen.
Was soll die Allgemeinheit formal mehr leisten, als Dir diese Möglichkeit per Gesetz einzuräumen? Meinungen und Einstellungen wirst Du nicht per Dekret ändern und das ist auch gut so.
 
  • #71
Einzelstück hat total Recht. Mir geht es sogar darum eine echte und nicht nur auf dem Papier eine Wahlmöglichkeit zu haben.

Da sich lediglich in Deutschland - anders als im Rest der Welt - und ohne vernünftigen Grund mehr als 90 Prozent der Frauen entscheiden, den Namen des Mannes anzunehmen, gibt es objektiv keine echte Wahlmöglichkeit zwischen der Entscheidung, seinen oder ihren Namen als Familiennamen anzunehmen.

Übrigens hat auch der Ehemann keine echte Wahlmöglichkeit, weil er ebenfalls Nachteile befürchten muss, wenn er ihren Familiennamen annimmt.
Das stimmt einfach nicht.
1. Auch in anderen Ländern nehmen Frauen den Namen des Mannes an. "Lediglich in Deutschland" ist einfach gesagt falsch!
In den USA (und anscheinend auch in England) gibt es eine "Ms. John Miller" In Deutschlanf wird keine Frau mit "Fr. Hans Müller" benannt. Also sind wir Deutschen da doch schon weiter.
2. Wir haben eine Wahlmöglichkeit. Wenn du schreibst, wir hätten sie nicht, dann lügst du.
3. Nein, ein Mann muss (ebenso wie die Frau) keine Nachteile befürchten. Nenn mir nur einen einzigen Nachteil. Es gibt ihn nicht. Gut,wenn er ihn befürchtet, dann ist das so, aber dann ist es nur seine eigene Angst im Kopf und nichts Reales.
Er wird nicht entlassen, er hat keinen Karriereknick, er muss nicht mehr Steuern zahlen. Nichts. Mag sein, dass ein paar seiner Freunde witzeln, aber da muss er sich eben emanzipieren oder andere Freunde suchen.
Warum auch sollte der Mann Nachteile haben. Es stimmt einfach nicht, das läuft nur in deinem Kopf so ab.
Ich kenne einige Männer mit den Nachnamen der Frauen und kein Einziger hatte einen Nachteil.
Und ebenso hat auch eine Frau keinen Nachteil, wenn sie den Namen des Mannes annimmt. Und nein, sie muss auch keine Angst haben, dass sie unterdrückt und ausgebeutet wird.
Es hat absolut NICHTS mit Emanzipation zu tun. Wir leben im Jahr 2016!!
 
  • #72
Erstaunlich, wie die FS hier von manchen angegangen wird, wo doch dieses Thema angeblich so ganz und gar belanglos ist.

Ich verdrehe als Frau selbst oft die Augen über feministische Debatten und habe das Gefühl, dass da viele Probleme erst herbeigeredet werden. Das Thema "Namenswahl" finde ich so nebensächlich aber nicht. Immerhin ist der Name ein wichtiger Teil der Identität eines Menschen und insofern ist es in meinen Augen keine bedeutungslose Kleinigkeit, diesen aufzugeben.

Ich denke, in der Bereitschaft vieler Frauen, den Namen des Mannes anzunehmen, spiegelt sich die typisch weibliche Haltung zu Beziehungen wider. Frauen neigen dazu, sich über Beziehungen zu definieren; ihren Selbstwert davon abhängig zu machen, ob sie einen Partner haben. Sie betrachten ihr "Ich" oft als derart unbedeutend, dass sie 1. verzweifelt nach der "Vervollständigung" durch einen Mann streben und 2. für diesen auch ganz viel von ihrem unbedeutenden "Ich" aufzugeben bereit sind - Hobbies, (Karriere-)Pläne oder eben den Nachnamen.

Vielleicht unterscheiden sich Menschen (Frauen) darin, welche Bedeutung sie dem Namens als identitätsstiftendem Merkmal zumessen. Diese mag auch davon abhängen, wie häufig der Name vorkommt. Ein Lieschen Müller hat vielleicht nicht das Gefühl, dass ihr Name besonders viel mit ihr als Person zu tun hat - heißen ja schließlich viele so. Ich schreibe jedoch aus der Position einer Frau, deren Name in Deutschland sehr selten ist. Zumindest in Deutschland bin ich durch diesen Namen vermutlich eindeutig zu identifizieren und insofern ist er für mich nicht irgendein unbedeutendes Merkmal. Ja, ich würde etwas aufgeben mit diesem Namen!
 
  • #73
Oder warum muss es immer einen vernünftigen Grund geben? Für viele ist es wohl auch eine Gefühlssache und sie fühlen sich damit wohl.
Ok, dann sollte man halt nach den Hintergründen fragen, warum gerade Frauen dieses gute Gefühl haben. Vermutlich weil es gesellschaftlich so vorgegeben ist. Und dann sind wir ja eigentlich wieder bei der Frage nach den vernünftigen Gründen.
 
  • #74
Aus männlicher Sicht fände ich es auch besser, wenn es nicht traditionell so wäre, dass der überwiegende Teil der Frauen keinen Beruf erlernt, der eine Familie ernährt.
Dann kämpfe dafür, dass man in jedem Beruf genug verdient, um eine Familie zu ernähren. Und nicht nur in denen, in denen man mit Zahlen, aber um Himmels Willen nicht mit Menschen zu tun hat.

Ich möchte mal sehen, was du sagst, wenn es keine Verkäuferinnen, Alten- und Krankenpflegerinnen, Friseurinnen, keine Physio- und Ergotherapeutinnen, keine Logopädinnen uvm mehr gibt, weil sie alle einen Beruf erlernen, mit dem man eine Familie ernähren kann.

Ich hätte gern in meinem Beruf gearbeitet, weil ich ihn mag. Was kann ich dafür, dass die Gesellschaft den Beruf des Buchhändlers mehr oder weniger als Hobby betrachtet?
 
  • #75
Aus männlicher Sicht fände ich es auch besser, wenn es nicht traditionell so wäre, dass der überwiegende Teil der Frauen keinen Beruf erlernt, der eine Familie ernährt.
Dann versteh ich eigentlich gar nicht, warum du nicht meiner (unserer) Meinung bist. Ich fände es halt besser, wenn mehr Frauen (und auch Männer) über deine genannten Themen und auch die Namenswahl einmal tiefgründiger nachdenken würden, bevor sie so "rein gefühlsmäßig" (mehrheitsfähig) handeln. Hier fordert ja niemand ein Gesetz, das Männer dazu zwingt, den Namen der Frau anzunehmen.
 
  • #76
Wir nehmen halt überwiegend oft die Position ein, die von uns erwartet wird. Eine gesetzliche Gleichberechtigung haben wir, deswegen brauchen wir "nur" noch mehr tatsächliche Gleichstellung. Damit meine ich übrigens keineswegs, dass dies nur für Frauen gilt. Ich meine rein rechtlich haben Mann und Frau, die das gemeinsame Sorgerecht haben, auch die gleiche Chance, z.B. das alleinige Sorgerecht zu bekommen. In der Praxis wird es Vätern aber sehr viel schwerer gemacht als Frauen. Das meine ich mit fairer Gleichstellung (bevor jetzt alle Anti-Feministen gleich mit "Gleichmacherei" um die Ecke kommen..)
 
  • #77
Ok, dann sollte man halt nach den Hintergründen fragen, warum gerade Frauen dieses gute Gefühl haben. Vermutlich weil es gesellschaftlich so vorgegeben ist. Und dann sind wir ja eigentlich wieder bei der Frage nach den vernünftigen Gründen.
Ich denke da unterscheiden sich einfach Frauen und Männer. Ich bin ziemlich emotional und entscheide viel aus dem Bauch raus, mein Mann Pragmatiker, analysiert und entscheidet viel mit dem Kopf. Generell sind zumindest in meinem Freundeskreis eher die Männer Kopfmenschen. Da spielt der Name einfach keine wirkliche Rolle, während die Frauen einen gemeinsamen Familiennamen als romantisch und verbindend empfinden.

Ich glaube da kommt man schwer auf einen gemeinsamen Nenner. Es gibt Frauen die identifizieren sich über ihren Namen und andere geben ihn gerne auf. Ich kenne auch keinen Mann der den Namen seiner Frau angenommen hat, aber einige Paare die ihren Namen beide behalten haben. Damit haben anscheinend wenige Männer Probleme. Das ist doch dann die beste Lösung für alle Frauen, die an ihrem Namen hängen.
 
  • #78
Wir nehmen halt überwiegend oft die Position ein, die von uns erwartet wird.
Daran ist man aber auch selber Schuld und niemand anderes. Niemand zwingt einen ja dazu oder? Wenn z.B. die Gesellschaft erwartet, dass ich im Jenner in die Donau springe, dann bin ich ja selber schuld, wenn ich mir eine Erkältung hole und nicht die Gesellschaft.:)

Wenn ich nicht bereit bin den Namen des anderen anzunehmen, dann gibt es nun einmal 2 Varianten. Jeder behält seinen eigenen Namen oder man heiratet einfach nicht.
Die Schuld immer auf die anderen zu schieben, ist wohl die einfachste und bequemste Art und Weise und davor schützt auch keine Justiz einen, wenn man dieses Gedankengut hat.
Eventuell ist ja dieses Thema wieder der Unterschied zw. RL und einen Forum. Im RL habe ich noch keinen kennengelernt, der sich so aufregte wie die FS. Wahrscheinlich verkompliziert man es hier mehr, als es die Realität erfordert.

Man sollte einmal eine Umfrage veranstalten, ob die verheirateten Frauen es als frauenfeindlich betrachten, dass sie den Namen des Mannes angenommen haben. Das Ergebnis wird wohl im Nanobereich sein, da es wohl wichtiger Themen beim Thema heiraten gibt.
 
  • #79
Manchmal gibt es auch für einen persönlich sehr gute Gründe den "Mädchen"-Namen nicht behalten zu worden.

Wenn ich wirklich selbst entscheiden könnte, würde ich mir einen eigenen Nachnamen auswählen, keinen Künstlernamen, sondern einen EIGENEN. Nur ist das Procedere sehr aufwändig - habe mich informiert.
So war und ist mir der Name meines Ex lieber, den ich damals sehr bewusst angenommen habe. Oder besser gesagt, den alten Namen eben bewusst abgelegt.

Aber tatsächlich hat für mich der Name tatsächlich etwas mit Identität zu tun - und es ist für mich nicht so einfach, nicht wirklich einen Nachnamen zu haben, der meiner ist.

Nur als Symbol für gelungene Emanzipation sollte die Ablehnung des Namens des Mannes als Familienname m.E. nicht betrachtet werden.
 
  • #80
Wer sich über "Kleinigkeiten" keinen Kopf macht, darf sich nicht über Stillstand beklagen. Eine individuelle Entscheidung mag eine Kleinigkeit sein, ein gesellschaftliches Verhaltensbild über männliche und weibliche Verhaltensmuster ist es für mich nicht.
Wer in Kleinigkeiten, welche für die Beteiligten keine Rolle spielen bereits derartig die Emanzipationskeule schwingt/Klassenkämpfe führt, hat für die großen, wichtigen Themen keinen Elan mehr.
Ich finde es unfassbar intolerant und typisch für Emanzen (nicht emanzipierte Frau, weil um des Pronzips willen), dass Frauen das Recht auf persönliche Entscheidungen abgesprochen wird, nur damit dem Klassen- oder Geschlechterkampf Genüge getan wird. Willkommen in den späten 60ern, frühen 70ern.

Hingegen betrachte ich eine Frau als vollkommen emanzipiert, die ihren Namen hergibt, an dem sie ohnehin nicht hängt, zugunsten des geliebten Mannes, weil ihm die Kommunikation schwer gemacht wird, warum er denn den Namen der Frau angenommen hat. Sie nutzt die Ebtscheidungsfreiheit, die sie hat aus und entscheidet nach ihren persönlichen Prioritäten. Warum soll ich aus Prinzip eine gute Beziehung belasten, wenn mein Umfeld aus Traditionalisten besteht. Sie dürfen ihre Tradition behalten und ich meine Entscheidungsfreiheit, es mit meinem Partner auszukaspern.

Hör' auf die Frauen zu beschulmeistern, die Emanzipation persönlich in ihren Lebensbezügen für sich zufriednstellend lösen und kümmer' Dich um die großen Aufgaben: das Formular in Deiner Gemeinde.
Das zeigt doch, wo Du lebst (Provinz) - wird immer nur nachgedruckt, keiner liest es und denkt darüber nach. Da hast Du doch ein sinnvolleres Betätigungsfeld (kommunale Formulare editieren) und unter Ausschöpfung aller Rechtsmittel die Änderung durchzusetzen. Es lebe die Emanzipation und ist genau das, was eine wirklich emanzipierte Frau nicht braucht: zentnerweise Papier vernichten, Wälder abholzen und Waser verschmutzen, nur damit der Gleichberechtigung Genüge getan ist. Eine wirklich emanzipierte Frau denkt da weiter und bezieht die Auswirkungen ein, kann relativieren, erstarrt nicht in geistiger Enge.
 
A

Ares

  • #81
Dann kämpfe dafür, dass man in jedem Beruf genug verdient, um eine Familie zu ernähren. ...dass die Gesellschaft den Beruf des Buchhändlers mehr oder weniger als Hobby betrachtet?
Ich habe meinen Beruf danach ausgewählt, ob ich davon leben und auch eine Familie ernähren kann. Solange viele Frauen den Beruf als "Hobby" betrachten, wird sich da gar nichts ändern. Solange genügend Frauen bereit sind, für den Mindestlohn wertvolle Arbeit zu leisten, regelt sich der Markt nicht. Ich kämpfe nicht für die Rechte anderer Menschen, ich gestalte mein Leben so, dass ich zufrieden bin.
 
A

Ares

  • #82
Ich fände es halt besser, wenn mehr Frauen (und auch Männer) über deine genannten Themen und auch die Namenswahl einmal tiefgründiger nachdenken würden, bevor sie so "rein gefühlsmäßig" (mehrheitsfähig) handeln.
Ich bin da kompletter Pragmatiker. Gesetzlich verboten ist in der Hinsicht nichts. Wenn eine Frau gefühlsmäßig einen gemeinsamen Namen haben will, der Mann aber seinen nicht ändern, weil er darauf gefühlsmäßig keinen Wert legt, warum muss dann irgendjemand außer den beiden eine "allgemeingültige" Lösung finden, wie die FS hier beklagt? Für mich: gemeinsamer Name bedeutet mein Name. Wenn die Frau ihren Namen behalten möchte, ist das selbstverständlich in Ordnung. Ich habe da schlicht keinen Regelungsbedarf. Frauenfeindlichkeit sehe ich erst Recht nicht. In den meisten Fällen ist es so, dass die Frauen unbedingt heiraten wollen. Ist das männerfeindlich?
 
  • #83
Hallo Brittain, ich will gerne eine Lanze für dich brechen, nachdem du hier als schlimme Emanze verunglimpft wirst, obwohl du lediglich eine legitime Frage gestellt hast. Ich habe vor 20 Jahren den Namen meines Mannes angenommen. Ich wollte wie er und unsere Kinder heissen, und er hätte seinen Namen niemals hergegeben (glaube ich). Der Name ist auch seit dem 15. Jhdt bekannt. Soweit, so gut. Erst später fiel mir auf, dass jede Person, die mich nach der Hochzeit kennenlernte, mir meine ersten drei wissenschaftlichen Publikationen niemals zuordnen konnte, da unter ledigen Namen verfasst. Publikationen sind aber für eine wissenschaftliche Karriere äusserst wichtig. Nun, nach der Trennung, kann ich wiederum den Namen nicht mehr ablegen, da ich unterdessen Geschäftsführerin, Verwaltungsrätin und in diversen öffentlichen Gremien bin und es sehr aufwändig wäre, all dies anzupassen. Ich werde meinen Namen sicher nicht mehr ändern, auch wenn ich nochmals heiraten sollte. Für Frauen, die voll im Berufsleben oder in der Öffentlichkeit stehen, spielt dieser Entscheid also tatsächlich eine wichtige Rolle - für Frauen, die sich mit der Hochzeit ins Familienleben zurückziehen, ist es natürlich nach wie vor passend und unproblematisch, den Namen des Mannes anzunehmen.
Was auch noch nicht thematisiert wurde: Oft ist die Frau bei einer Heirat die treibende Kraft und mag dann nicht noch Zugeständnisse dieser Art fordern.... Könnte auch ein Grund für das langsame Umdenken sein.
 
  • #84
Beispielsgespräch mit einer Bekannten über das Thema.

Sie: "Ich nehme mal seinen Namen an."
Ich: "Warum, deiner ist doch viel schöner, oder?"
Sie: "Aber ich will so heißen wie unsere (künftigen) Kinder."
Ich: "Das geht doch auch mit deinem Namen?!"
Sie: "Nee, das will mein Freund bestimmt nicht, findet er sicher unmännlich."

Ist das eine wirklich emanzipierte Entscheidung!?
 
  • #85
Für mich: gemeinsamer Name bedeutet mein Name. Wenn die Frau ihren Namen behalten möchte, ist das selbstverständlich in Ordnung. Ich habe da schlicht keinen Regelungsbedarf.
Als Einzelmeinung ja völlig in Ordnung. Aber da sehr viele Männer so denken werden (kenne ich aus meinem Umfeld), zeigt das einfach für mich, dass hier nicht gleichberechtigt gedacht wird. Auf Seiten der Frauen nicht, wie ich schon geschrieben hab. Aber auch bei den Männern nicht. Denn "entweder mein Name oder gar kein gemeinsamer" ist auch nicht unbedingt eine Einstellung, die auf Augenhöhe der Paarbeziehung abzielt, wie ich finde.
 
  • #86
Sie: "Nee, das will mein Freund bestimmt nicht, findet er sicher unmännlich."
Ja will er nun oder will er nicht? Was ist denn das für eine Wischi-Waschi-Aussage?

Du scheinst keine echten (emanzipatorischen) Anliegen und Herausfordrungen zu haben, wenn Du Dich mit solchem Pilli-Palle anderer Leute beschäftigst.

Und nein, das ist nicht emanzipatorisch, weil sie keinen Hintern in der Hose hat, wenn es ihr so wichtig sein sollte und Du es nicht nur versuchst ihr einzureden, eigene Entscheidungen zu treffen.
 
N

nachdenkliche

  • #87
Beispielsgespräch mit einer Bekannten über das Thema.

Sie: "Ich nehme mal seinen Namen an."
Ich: "Warum, deiner ist doch viel schöner, oder?"
Sie: "Aber ich will so heißen wie unsere (künftigen) Kinder."
Ich: "Das geht doch auch mit deinem Namen?!"
Sie: "Nee, das will mein Freund bestimmt nicht, findet er sicher unmännlich."

Ist das eine wirklich emanzipierte Entscheidung!?
Nö wahrscheinlich nicht. Aber sie ist eine erwachsene Frau und entscheidet alleine und wird dafür Verantwortung über nehmen. Kein Mann hat sie zu diesem Entschluss genötigt, sie hat ihren zukünftigen Ehemann nicht mal gefragt. Wenn sie das so will, ist das ganz alleine ihre Sache.
 
A

Ares

  • #88
Denn "entweder mein Name oder gar kein gemeinsamer" ist auch nicht unbedingt eine Einstellung, die auf Augenhöhe der Paarbeziehung abzielt, wie ich finde.
Warum? Die Lösung kann z. B. lauten "Paare auf Augenhöhe brauchen nicht zu heiraten" oder "Der Zwang zum gemeinsamen Namen ist albern". Nicht umsonst nimmt bei Frauen der Heiratswunsch rapide ab, wenn die Augenhöhe zunimmt.
Aus meiner Sicht betreibst Du hier Prinzipienreiterei. Für Dich individuell gestehe ich Dir selbstverständlich jede Entscheidung zu, was es mit Emanzipation zu tun hat, anderen Menschen vorschreiben zu wollen, wie sie das zu tun haben, ist mir schleierhaft. Das erinnert mich an die "Kampfemanzen" um Alice Schwarzer, die in den 70ern jeder Frau vorgeschrieben haben, wie sie sich zu verhalten hat. Für mich ist das engstirnig und intolerant.
 
  • #89
Bei mir stellt sich mittlerweile regelrechtes Unwohlsein ein. Warum musst Du, liebe FS, andere Frauen unbedingt missionieren in einer Angelegenheit, die letzten Endes doch stets nur zwei Personen für- und miteinander entscheiden können? Und nebenbei: Zwangsheiraten gibt es meines Wissens in Deutschland schon sehr lange nicht mehr. Wo genau ist also Dein Problem? Dass andere Menschen (für sich) anders entscheiden als Du es (für Dich) würdest?
Sorry, für mich hat Deine Argumentation und die Vehemenz Deines Vortrags (mal wieder der uralte Topos: Ergebnisgleichheit statt Chancengerechtigkeit?) etwas Totalitäres, Antifreiheitliches.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
N

nachdenkliche

  • #90
Und noch etwas, ob ich nun emanzipiert bin oder nicht, ist mir sowas von egal. Das lass ich mir auch von anderen nicht vorschreiben, denn dann hört für mich die Emanzipation eh auf. Ich bin wie ich bin! In meinen 61 Lebensjahren bin ich ganz gut klar gekommen , auch damit, dass ich damals vor vielen Jahren den Familiennamen meines Exmannes angenommen habe. Das ist mir so unwichtig!!!! Es gibt andere Probleme.