• #1

Ende der Romantik oder höchster Level der Intimität?

Liebes Forum,

angestoßen durch eine recht unterhaltsame Diskussion in meinem Freundeskreis möchte ich gerne folgendes Thema eröffnen: Wie offen geht ihr mit Körperfunktionen und Körperpflege in der Beziehung um?

In der besagten Diskussion haben sich im Prinzip zwei Fronten herauskristallisiert: Die eine betrachtete es als No-Go, z.B. im Beisein des anderen im Badezimmer das kleine oder große Geschäft zu verrichten, den Partner bei Körperpflegeaktivitäten wie Zehennägel schneiden zu beobachten oder sich gegenseitig Pickel auszudrücken. Das sei ekelhaft und ein Killer für jegliche Romantik und sexuelle Anziehungskraft.

Die andere Fraktion argumentierte, nur, wer den Partner/die Partnerin mit allen Seiten (und dazu würden eben auch Körperfunktionen etc. gehören) kenne und akzeptiere, könne das höchstmögliche Level an Intimität erreichen. Außerdem seien Aktivitäten wie zum Beispiel Pickel ausdrücken das menschliche Äquivalent zum Lausen unter Affen und würden nicht nur der Körperpflege dienen, sondern auch die Bindung stärken und die Beziehung vertiefen.

Wie seht ihr das?

W, 27
 
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  • #2
Ich gehöre zur einen Fraktion. Ich hatte noch nie das Bedürfnis, Beziehungen durch gegenseitiges Ausdrücken von Pickeln zu vertiefen.
 
  • #3
Eine sehr kuriose Fragestellung – vor allem der Schimpansenvergleich. Fehlt nur noch, dass der Mann sein Revier mit Urin markiert.

Ich würde mal sagen: Vertrauen und Vertiefung in der Beziehung erzeugen nicht gemeinsame WC-Abenteuer, sondern Sensibilität, Zuhörenkönnen, Verständnis-Aufbringen. Daraus kann dann eine echte Beziehung erwachsen. Zudem muss doch auch nicht jede Situation in einer Paar-Konstellation als erotisch erlebt werden, so eine Beziehung funktioniert doch in Alltagssiutationen am allerwenigsten über sexuelle Anziehung.
Besser allerdings als dem anderen beim Pinkeln zuzuschauen oder ihm die Pickel auszudrücken ist doch, dass Mann oder Frau auch mal den Kopf an die Schulter des Partners/der Partnerin lehnen können und sich gegenseitig Geborgenheit und Verständnis stiften.
 
  • #4
Ich denke, da ist jeder anders gestrickt und wichtig ist nur, dass der Partner das genauso sieht. Da gibt es kein richtig oder falsch.
Ich bin wohl irgendwo in der Mitte. ich habe mir als Kind jeglichen Ekel mit Absicht abtrainiert (vor allem vor jeglichen Insekten, Würmern, aber auch Fäkalien oder Blut), ich wollte damals eher jungenhaft sein und "tough" und neige immernoch zum Augenrollen, wenn Frauen bei einer Ratte kreischen oder sich vor irgendwas so extrem ekeln. (Dass man mit manchen Sachen aufgrund von Krankheiten usw. vorsichtig umgehen muss, hat damit nichts zu tun.) Daher ist mir völlig klar, wie die menschlichen Ausscheidungen funktionieren oder habe auch kein Problem damit, meinem Partner ein pickelig eingewachsenes Haar am Rücken zu entfernen. Allerdings geh ich gern ungestört "groß" auf die Toilette und mein Partner auch. Das muss aber jedes Paar irgendwie für sich selbst rausfinden, wo da die Grenze liegt. Gerade bei einigen Männern kann ich mir schon vorstellen, dass sie die Frau gern als reizendes luftiges Wesen begreifen möchten und sowas dann dem sexuellen Image der Partnerin schadet (gibt's sicher auch andersrum). Es gibt ja auch einige Männer, denen nach dem Miterleben der Geburt die Frau nicht mehr als sexuelles Wesen erscheint.

w, 36
 
  • #5
Ich gehöre der Fraktion 1 an. Die Verrichtung der Notdurft zu beobachten, wäre für mich absolut ekelhaft. Zehennägel schneiden wäre noch tolerabel, muss ich aber auch nicht sehen. Das macht man in einer ruhigen Minute besser alleine. Beim Pickel ausdrücken wäre ich behilflich, wenn dieser auf dem Rücken ist.

Insgesamt möchte ich damit aber möglichst wenig bis nichts zu tun haben.
 
  • #6
Ich gehöre auch zur ersten Fraktion.

Ich empfinde das andere nicht als Intimität, sondern als Distanzlosigkeit, bis hin zu Desinteresse am Partner als Sexualpartner. Für mich ist es das gleiche wie das sich-gehen-lassen, sich keine Mühe mehr für den Partner geben, um für ihn ansprechend auszusehen.

Wie wenn man sich jeden Tag schminkt, schick macht fürs Büro und am Wochenende ungeschminkt und mit zotteligen Haaren in der fleckigen Jogginghose zu Hause "entspannt".

Das ist für mich auch ein Ausdruck der Wertschätzung dem Partner gegenüber.

Ich denke gerade diese Art der "Intimität" führt zu einem Zuviel an Nähe, wodurch jeglicher Zauber entschwindet.

Ich denke manche Dinge sollten lieber der Fantasie vorbehalten bleiben oder in der Wahrnehmung nicht real existieren, wie z.b. Pickel ausdrücken.

Unabhängig davon möchte ich bei jeglichen Besorgung im Bad allein sein, ich fühle mich sonst gestört.
 
  • #7
Muhahaha, Lausen unter Affen ... Ich würde sagen, das machen die nur, weil sie nicht zum Coiffeur gehen können, der das für sie übernimmt. Oder weil sie Läuse auch kulinarisch interessant finden? Egal.

Ich gehöre der ersten Fraktion an: NoGo. Aber: Das bedeutet nicht, dass im Extremfall das NoGo weiter gilt, also falls ich mal beim Wischen helfen müsste aus irgendwelchen Gründen.
Es geht um die Einstellung an sich: Lass ich allem freien Lauf und finde alles normal vor dem anderen oder bleibt die innere Distanz auch im Extremfall gewahrt, dass ihm das immer noch unangenehm ist, wenn der andere was mitbekommt, und wenn der Extremfall vorüber ist, wird die normale Distanz wieder hergestellt. Es macht einen gewaltigen Unterschied, ob jemand vor dem anderen einen fahren lässt, als sei es wie sich am Knie kratzen, oder ob es aus Versehen passiert und ihm unangenehm ist.

Ich hätte auch kein Problem damit, mich auf seinen Wunsch hin mal um einen Pickel zu kümmern, wenn der Partner es nicht schafft. Das ist für mich was ganz anderes, als über den Tisch wie selbstverständlich angerülpst zu werden usw.. Ich finde nichts an meinem Partner eklig, aber für den Umgang miteinander und für gewissen intime Aktivitäten, die man gut allein erledigen kann, finde ich Distanz notwendig und gewissen Benimmregeln finde ich auch unerlässlich, um den anderen sexy finden zu können.
 
  • #8
Also ich finde manche Dinge brauch man seinem Partner nicht zeigen, können erspart bleiben.
Fußnägel schneiden, Kacki machen etc. finde ich sollte jeder für sich alleine machen, genauso Pickel ausdrücken o.ä. das sollte man ohnehin nicht tun.

Mir war und ist es schon unangenehm, dass mein Mann mir dabei helfen musste mich zu waschen (den Rücken) nach der Geburt unseres Sohnes und nach einer OP diese Woche. Er weigert sich noch mir die Haare zu waschen, aber ich kann einfach nicht eine Woche ohne Haare waschen ausharren 😆 da fühle ich mich unwohl. Auch die Thrombosespritze musste er mir in den Oberschenkel geben (das kann ich selber nicht).

Mein Mann hat mir schon die Haare geflochten, das kann er sehr gut. 🙂

Ich würde mich auch nicht von meinem Mann rasieren lassen, fänd ich komisch/unangenehm. Das soll jeder für sich machen.
 
  • #9
Also ich glaube kaum, dass die Fraktion 2 damit aktives Notdurft beobachten gemeint hat. Ich stell mir darunter eher eine Situation vor wie, meine Frau ist halt gerade unter der Dusche, ich muss schnell los zur Arbeit und kann nicht warten und geh halt dann kurz (klein!) nebenbei aufs Klo... da seh ich jetzt eigentlich kein Problem in vertrauensvollen Beziehungen. Und gegenseitig Pickel ausdrücken da, wo der andere nicht dran kommt, ist für mich schon irgendwie ein Liebesbeweis, weils was mit umeinander kümmern zu tun hat bzw. den anderen vielleicht sogar von Schmerz befreien.
Und einem kleinen Kind wischt man doch auch den Po ab oder entfernt eine Zecke. Sowas ist nicht unbedingt die schönste Art der Beschäftigung, klar, aber manchmal halt notwendig und jetzt keineswegs so superabstoßend für mich, sondern eher normal.

M51
 
  • #10
Übrigens, noch als Ergänzung: meine Schwester ist Krankenschwester und somit absolut abgehärtet, was den Umgang mit Körperfunktionen und -pflege angeht. Da gibt's dann auch privat keinerlei Scham- oder Ekelgefühle. Sie und ihr Partner scherzen sogar darüber, auch wenn der Rest der Familie dann manchmal etwas peinlich berührt ist. Ihrer Beziehung tut es auf jeden Fall keinen Abbruch.
 
  • #11
Grds Team A. Aber nach einigen Jahren Beziehung wird man wohl entspannter. Gut so.

Gerade wenn der Mann bei der Geburt dabei war, verschiebt sich die Schamgrenze.

Und Pickel ausdrücken macht Spaß 😅
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #12
Ich finde das auch ein Nogo. Vor allem die Notdurft zu verrichten während ich gerade im Bad bin. Das würde ich persönlich auch nicht machen. Nägel schneiden oder Pickel ausdrücken geht gerade noch. Ansonsten Nogo.
 
  • #13
Lustige Frage. Zum Thema Toilettengang: Das große Geschäft möchte ich immer und ausschließlich verrichten, wenn ich alleine im Raum bin. Beim kleinen Geschäft bin ich nicht so zimperlich. Das kann ich auch, wenn der Partner sich nebenbei rasiert oder duscht. Das riecht nicht, man sieht auch nichts. Stört mich also nicht.
 
  • #14
Die eine betrachtete es als No-Go, z.B. im Beisein des anderen im Badezimmer das kleine oder große Geschäft zu verrichten, den Partner bei Körperpflegeaktivitäten wie Zehennägel schneiden zu beobachten oder sich gegenseitig Pickel auszudrücken.
Ich möchte so nicht gesehen werden. Schon gar nicht von einem Menschen, der mir etwas bedeutet und dem ich auch gern etwas bedeuten wollte. Das ist mein ganz natürliches Schamgefühl. Man muss nicht jede Intimität preisgeben.

Ich schrieb neulich von verschiedenen Krankenhausaufenthalten im Zusammenhang mit einer schlimmen Armverletzung. Da man Patienten heute auch nach stundenlanen OP's am liebsten so schnell wie möglich aus dem Bett holen möchte, kommt es immer wieder vor, dass diese kollabieren. Das passierte auch mir, ich war fast 2 Tage bettlägerig und musste mich mit Bettpfanne rumquälen. Als ich das erste Mal wieder aufstand, um mit Unterstützung einer Schwester zur Toilette zu gehen - stand diese in der offenen Tür und sah mir dabei die ganze Zeit zu (!) In dieser extremen Ausnahmesituationen hat man schon mal so ein LmaA-Gefühl, aber im selben Moment dachte ich: So fühlt sich das wohl an, wenn man seine Rechte verliert.
Also - freiwillig sieht mich keiner so.

Da bleibe ich lieber "romantisch". :)
 
  • #15
Ich gehöre der Fraktion „Lord und Lady De winter“ an.

Der Lord wohnt im Westflügel, (wenn er schnarcht….) Die Lady wohnt im Ostflügel, (weil sie die Morgensonne liebt…) Jeder hat sein eigenes Bad, die Zimmer verbindet ein „Geheimgang“ und die Körperpflege macht jeder schön für sich allein……

(Das ist mein romantische Ideal).

Ausnahme wäre, er dürfte mir die Haare waschen…. ☺

Intimität würde ich lieber durch das gegenseitige Vorlesen erotischer Geschichten erreichen, und verklemmt bin ich nicht.

Ich habe mal für die Bekannte einer Bekannten die zahme Hausratte gehütet, als die Besitzerin ins Krankenhaus musste. Das Tierchen war anhänglich, kuschelte gern, kroch nach kurzer Zeit unter meinen weiten Pullover, rappelte dort ein bisschen umher, mal gucke das Schnäuzchen aus meinem Ärmel, mal der Schwanz. Sie war schön warm und schlief irgendwann einfach ein. Und ich habe mich lange nicht bewegt, weil ich sie nicht wecken wollte.

Selbst Zähne putzen müsste jetzt nicht nebeneinander sein, obwohl Doppel-Waschbecken jetzt "in" sind, aber ich würde es notfalls tolerieren.

Sollte ich jemals durch die Macht eines bösen Zaubers :) mit meinem Menschen, Mann, Partner Rambo-mäßig in den Amazonas-Dschungel verschlagen werden, hätte ich auch kein Problem, dem Leidensgenossen Blutegel dort rauszuziehen, wo es nötig wäre oder mir mit einer Machete den Weg freizuhacken.

Aber „Große Geschäfte“ im Séparée mit Porzellantron? NO NO!

„Großen Geschäften“ möchte ich nur beiwohnen, wenn sie in einem tollen Restaurant stattfinden und mit dem Klingen von Champagnergläsern enden.
 
  • #16
Ich habe in meinem Haus 4 Bäder?
Warum wohl?
Das hat nichts mit Intimität zu tun.
Hier geht es nicht mehr um duschen oder waschen.
Ich bin ein sehr intellektueller Typ und brauche bei anderen Dingen meine schöpferische Ruhe 🥳
Ende der Romantik
M49
 
  • #17
Außerdem seien Aktivitäten wie zum Beispiel Pickel ausdrücken das menschliche Äquivalent zum Lausen unter Affen und würden nicht nur der Körperpflege dienen, sondern auch die Bindung stärken und die Beziehung vertiefen.
Ich lass mir manchmal den Rücken kratzen, dann fang ich an zu stöhnen und sage:" Ein stück tiefer, etwas mehr nach links, jetzt weiter nach oben." Und dann schüttel ich mich wohlig, zählt das auch dazu? Alternativ könnte ich mir die Massagebürste nehmen oder mich am Türrahmen schubbeln.

Ich habe mal für die Bekannte einer Bekannten die zahme Hausratte gehütet, als die Besitzerin ins Krankenhaus musste.
Ratten sind sehr reinliche Tiere und stinken im Gegansatz zu manch anderem Nager nicht. Ansonsten stimme ich Dir zu.

Selbst in meiner gemieteten Wohnung in der ich wirklich lange gelebt habe, mitten in der City, neben Box-Club und Dance-Club voll im Brennpunkt, habe ich ein Gäste-WC gehabt. Da würd ich eher die Küche verkleinern als das es kein Extra-Klo geben würde. Nur meine Idee, wegen dem Abflussrohr und den Wasseranschlüssen, bin ja kein Handwerker.

Aber bei manchen anderen Sachen bin ich nicht so pingelig. Wir waschen beide Wäsche, da erwarte ich schon, dass er bei meinen Höschen oder Socken keinen Anfall kriegt, seine nehme ich doch auch mit und steck die in die Waschmaschine. Ja, es gibt Grenzen, die einfach bei anderen ganz anders sind. Muss man gegenseitig mit klar kommen oder auch nicht.

Aber zusammen aufs Klo gehen, soweit sind wir noch nicht. Ich finde es auch sehr angenehm, darüber überhaupt nicht reden zu müssen. Ich schnapp mir die Zeitung und brauch nichts zu sagen.
 
  • #18
Hallo _snowwhite_,
ich gehöre zur Fraktion 1. Wenn ich im Bad bin, hat dort niemand etwas zu suchen. Das gilt auch dann, wenn ich mir nur die Hände wasche. Gemeinsame Badnutzung oder auch nur kurz reingucken und beispielsweise eine Frage stellen geht für mich gar nicht. Natürlich würde ich auch niemals ein Bad betreten, wenn es besetzt ist.
LG w/53
 
  • #19
Hallo
Ich gehöre offenbar eher zur Kategorie tja... irgendwie dazwischen.
Auf Toilette gehen neben Partner finde ich sehr schräg und vermeide es auch.
Allerdings hatten wir auch schon Szenen wo wir uns da das Bad geteilt haben, weil wir ein Kleinkind haben und nur ein Bad. Da ergibt sich das leider manchmal unfreiwillig.
Pickel ausdrücken finde ich super ekelhaft und hab ich mir bisher weder vom Partner machen lassen, noch mache ich es bei irgendjemanden freiwillig.
Allerdings rasieren und Fingernägel schneiden finde ich sehr harmlos.. stört mich nicht das nebeneinander im Bad zu erledigen.
Haare waschen oder sich gegenseitig in der Dusche oder in der Wanne abzu schrubben finde ich sogar richtig schön.
Ehrlich gesagt finde ich dennoch das es sich auf die Sexualität null auswirkt ob wir gemeinsam Bad sind oder nicht.
Ebenso finden ich auch nicht, dass es die Intimität steigert sich bei der Körperpflege zu sehen.

Kann aber sein, dass mein Welt-Bild da eh ganz anders ist, da ich täglich Patienten halb nackt im Flügelhemd sehe...auch mit nackten Geschlechtsteilen. Das löst werder unangenehme noch angenehme Gefühle aus.
Es ist einfach so.
 
  • #20
Da ich in der Beziehungzeit mit meinem Expartner auch mal seine Wäsche mit in die Maschine gefüllt habe, wenn er dringend etwas brauchte, hat es mich gegraust, dass in seiner Unterwäsche nach exzessiven Laufeinheiten oft "Bremsspuren" waren .Ob das durch die Anstrengung oder Pausen im Gebüsch kam, wollte ich dann gar nicht mehr so genau wissen.
Er war ansonsten immer sehr gepflegt, aber die 69er Stellung mochte ich dann noch weniger als vorher. Selbst bin ich auch sehr auf meine Intimsphäre bedacht. Manche Frauen schicken ja ihre Männer zum Tamponkaufen oder pinkeln nach einer Schwangerschaft, wo es oft dringend war, weiterhin bei offener Badtür und in Anwesenheit anderer.
Ich finde, nicht alles, was natürlich ist, ist auch schön( ohne dass man sich dafür schämen müsste.)
  1. Warum zB gibt es immer noch so viele explizierte Filmszenen mit Pinkel-Gesprächen von Männern auf dem Klo? Wäh;) Die Tür zu zeigen und das Gespräch zu hören wäre doch genug....
 
  • #21
Ich mache mir keine Gedanken über ein solches Thema. Hier reicht ein Gspüri und Kommunikation- kein Tag ist gleich wie ein anderer, also geht es auch hier mal so, mal so.
Nur bei Wc, es ist im Badzimmer, gilt die Regel bitte draußen warten und auch warten bis der Platz dafür frei ist.
 
  • #22
Ich denke gerade diese Art der "Intimität" führt zu einem Zuviel an Nähe, wodurch jeglicher Zauber entschwindet.

Ich denke manche Dinge sollten lieber der Fantasie vorbehalten bleiben oder in der Wahrnehmung nicht real existieren, wie z.b. Pickel ausdrücken.

Unabhängig davon möchte ich bei jeglichen Besorgung im Bad allein sein, ich fühle mich sonst gestört.

Auf den Punkt gebracht.
Ich will es nicht mitbekommen und ich tue es nicht. Das ist distanlos,da ginge Für mich die Ersten flöten

Und was ich anstelle, um gepflegt zu sein, kann er sich denken, wenn er in die Schränke schaut er benutzt die Schränke auch...

Es gab man einen Trend, direkt ans Schalfzimmer quasi offen das Bad zu integrieren.
Und dann stelle ich Nr das Pärchen vor... Einer schon Richtig Phantasie und der andere erledigt erstmal sein Geschäft, inkl. Geräusche, Gerüche,,quasi im gleichen Raum

Der Beginn einer phänomenalen Erotikszene.

W,50
 
  • #23
Im Beisein des anderen ein Ei zu legen, das finde ich wirklich unpassend. Andererseits finde ich es nicht besonders peinlich, wenn mal Geräusche durch die wc Tür dringen. Ein wenig locker machen sollte man sich schon bei solchen Dingen, aber die Tür gehört für mich dsbei geschlossen. Übrigens finde ich es auch nicht schlimm, wenn man Luft ablassen muss wenn der Partner dabei ist. Andererseits ekelt mich Rülpsen sehr an. Ebenso Pickel. Nie im Leben würde ich jemand anderem einen ausdrücken, auch nicht dem Partner. Würg. Es scheint, als wären die Geschmäcker da wirklich sehr verschieden.
 
  • #24
Also beim großen Geschäft hab ich auch meine Grenzen.
Aber alles andere ist mir ziemlich schnuppe, und finde ich eigentlich relativ normal in einer Beziehung. Hab ich mit allen Partnern, die ich bisher so hatte, auch nie anders erlebt. Ich kann ja nicht immer ewig warten, bis der andere aus dem Bad raus ist.
Ich putz mir Zähne und schminke mich, während mein Mann in der Dusche steht. Wo ist das Problem? Er steht doch hinterm Vorhang.
Ich habe gerade festgestellt, dass ich Zehennägel irgendwie ekliger finde, als nebeneinander beim kleinen Geschäft beizuwohnen. Keine Ahnung warum. Aber beides sind für uns die normalsten Sachen der Welt und tun unserer Intimität keinen Abbruch.
 
  • #26
  1. Um eine andere Erfahrung einzubringen: Sowohl in meiner letzten mehrjährigen Partnerschaft als auch in meiner neuen (seit 6 Wochen zusammen) war bzw. ist es ganz natürlich, dass wir manchmal die Badezimmertür auflassen oder dass einer auf Toilette sitzt und pinkelt, während der andere sich daneben am Waschbecken die Zähne putzt. Das kommt einfach manchmal vor und ist doch wirklich nichts Schlimmes. Wir machen das nicht "absichtlich", sondern gehen im Allgemeinen schon alleine auf Toilette, aber da wir auch oft zusammen duschen und uns die Zähne putzen, kommt es eben manchmal vor, ich finde das also ganz normal; es ist Ausdruck eines vertrauten und entspannten Umgangs miteinander. Meine beste Freundin meinte mal, das Schöne an längeren und "richtigen" Beziehungen sei ja gerade, dass einem so was nicht mehr peinlich sein müsse, eben diese Lockerheit und Natürlichkeit im Umgang. Frische Beziehungen und Dates seien dagegen etwas anstrengend, weil man noch so versessen auf den guten Eindruck achte, sich öfters verstelle bzw. die Treffen "vorbereiten" müsse. Eine meinte mal hier im Forum, grundsätzlich gehe sie bei Dates zu Hause nie auf seine Toilette, sondern achte penibel darauf, ihr Geschäft vorher bei sich zu verrichten und unterdrücke den Toilettengang auch mal, erst nach vielen Monaten. So was finde ich extrem und schräg, aber das meint meine Freundin wahrscheinlich mit Verstellen bei und Vorbereiten von Dates.
W25
 
  • #27
Vielen Dank für diese vergnügliche Fragestellung und einige, sehr inspirierende Beiträge 😄
Abgesehen von den Beschaffenheiten der "Keramikabteilung" (Gästeklo vs. no) halte ich auch die Kindheitserlebnisse für nicht ganz unwesentlich. Wir waren zu viert, und gerade zu "Stosszeiten" vor Arbeits- oder Schulbeginn war es unweigerlich unvermeidbar, dass man sich mal Zähne putzte und nebendran jmd. strullern kam. Meine Mutter war auch sehr unbefangen und konnte mal barbusig durch die Wohnung laufen, wenn sie sich die Haare färbte. Im Pickelausdrücken wie Splitterziehen oder Blasen aufstechen war mein einer Bruder mit Feingefühl und Präzision der Spezialist. Kurzum, ich bin hier sehr unbefangen aufgewachsen, so dass auch landläufig unappettitliche Themen ohne weiteres Tischsujets sein konnten und sowohl ich als auch FreundInnen den anderen bei längeren Telefonaten mit aufs Klo nahmen.
Wenn jedoch ein Gegenüber oder sogar eine Gesellschaftsetikette (man denke an Japan, wo Bedürfnisanstalten mit musikalischer Untermalung jedes Geräusch übertönen) Wert auf diesbezügliche Rückzugsmöglichkeiten legt, sollte man dies respektieren. Ich weiss nicht, wieso ich gerade an "Jurassic Parc" und die Klohäuschen-Szene denken muss .... 😁
P.S., mit Sprung zur nächsten Generation: mein Sohn legt sehr grossen Wert darauf, sein "big business" bzw. sämtliche Körperpflege allein zu verrichten, und so wird er es sicher als Erwachsener auch handhaben.
Jenfalls erachte ich die Scham-/Ekelgrenzen bzw. wie weit mich jemand die Intimitätsbarrieren überschreiten lässt nicht als relevanten Gradmesser für Romantik oder erotische Anziehung.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #28
Abgesehen von den Beschaffenheiten der "Keramikabteilung" (Gästeklo vs. no) halte ich auch die Kindheitserlebnisse für nicht ganz unwesentlich. Wir waren zu viert, und gerade zu "Stosszeiten" vor Arbeits- oder Schulbeginn war es unweigerlich unvermeidbar, dass man sich mal Zähne putzte und nebendran jmd. strullern kam. Meine Mutter war auch sehr unbefangen und konnte mal barbusig durch die Wohnung laufen, wenn sie sich die Haare färbte.
  1. Dem stimme ich absolut zu. Wenn ich an meine Kindheit denke, waren wir auch oft zu zweit oder sogar zu dritt im Bad, das ist, glaube ich, normal mit Geschwistern. Wenn einer in der Wanne liegt, kann ja nicht das Bad für Ewigkeiten gesperrt sein, also da kam dann schon mal die Schwester, Freundin oder Mutter pinkeln zwischendurch, die Tür haben wir so gut wie nie abgeschlossen. So kenne ich das auch von vielen anderen. Und natürlich sind Mama oder Papa auch mal nackt oder leichtbekleidet durch die Wohnung gelaufen, zum Beispiel früh morgens vor oder nach dem Duschen oder um schnell schon mal den Wasserkocher einzuschalten in der Küche.
 
  • #29
.....No-Go, z.B. im Beisein des anderen im Badezimmer das kleine oder große Geschäft zu verrichten...
Anders rum wird ein Schuh draus: Wer putzt sich schon gerne die Zähne oder macht sich gemütlich in einem Raum zurecht, in dem ein anderer gerade einen ausklinkt? Das ist doch für beide Seiten ungut...oder nicht?

Wir sind zu dritt, haben zwei Badezimmer und es kann trotzdem vorkommen, dass man einen der Räume betritt und da schon jemand sitzt - oder aber dass man derjenige ist, der sitzt. Im Normalfall wird aber vor dem Eintreten an der Tür geklopft und derjenige im Raum äußert sich. Alles kein wirkliches Drama.

Und weil im Verlauf von der "Scham der nachfolgenden Generation" die Rede ist: Mein Kind (9) pflegt die Klotüre aus praktischen Erwägungen immer offen stehen zu lassen. So kann er nämlich den Flur beobachten und muss außerdem sein Hörbuch im Zimmer nicht pausieren.
 
  • #30
Wir sind zu dritt, haben zwei Badezimmer und es kann trotzdem vorkommen, dass man einen der Räume betritt und da schon jemand sitzt
Was ist mit abschließen? Ich finde 3 Personen und 2 Bäder wären durchaus dazu geeignet, wenigstens EINS mit Schlüssel auszustaffieren.
Es sei denn, man stört sich nicht dran, dann finde ich es ok. Aber ansonsten könnte ein Bad das Kind bekommen. Da kann es hingehen und niemals abschließen.

Im Normalfall wird aber vor dem Eintreten an der Tür geklopft und derjenige im Raum äußert sich.
Problem gelöst.
Mein Kind (9) pflegt die Klotüre aus praktischen Erwägungen immer offen stehen zu lassen
Es ist ein Kind, insofern ok..

Aber bei Leuten, wo nicht angeklopft wird: Was ist, wenn die Gäste haben. Müssen die dann die Tür zuhalten oder gibt es auch einen Schlüssel wenigstens zu einem Bad? Das ist ernst gemeint, weil ich in Haushalten mit Kindern schon mal meinen damaligen Partner bitten musste, dass er die Tür bei Familienfeiern bewacht. Nee, ich bin nicht verklemmt, aber habe trotzdem gern ungestörten Nierenstoffwechsel. Darmmäßig gesehen bin ich lieber wirklich zu Hause.

Was mich als kinderlose Person manchmal irritiert: Menschen mit Kindern scheinen alles möglich "normal" zu finden. Z.B., dass das kleine Kind aufs Essen für alle niest, dass sich alle Familienmitglieder Störendes wann immer aus der Nase befreien oder eben, dass ein Gast die Klotüre nicht versperren kann. Ich hatte immer den Eindruck, dass sämliche Benimmregeln weg sind, wenn Kinder da sind. Und das bleibt an Verhaltensweisen, auch wenn man den Kindern längst beigebracht haben könnte, dass nicht alle ihr Nasensekret essen wollen.
Klingt vielleicht spießig, ist aber auch nicht falscher als das andere. Und ich finde, wenn es darum geht, dass alle sich wohlfühlen, ist der mit den größten "Malessen" die Person, die die Regeln bestimmt. Ansonsten muss man ihn ja nicht einladen.