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Lisachen

  • #1

Eine NEUE Beziehung im "Alter". Woher schöpft ihr die Energie?

Diese Frage beschäftigt mich schon sehr lange. Die Beziehungen in jungen Jahren haben eine enorme Kraft und Energie. Die körperliche und seelische Kraft, zusammen etwas zu erreichen, ist unschlagbar. Man möchte zusammen etwas aufbauen, eine Familie gründen, Kinder bekommen, beruflich einander helfen sehr weit zu kommen etc.......Im Alter hat man all diese Ziele nicht mehr. Das idyllische Familienleben hat sich als eine Selbstlüge entpuppt, die Kinder sind schon vorhanden, das Haus wurde gebaut, beruflich geht es darum das Erreichte zu behalten. Es gibt in einer neuen Beziehung im Alter nichts mehr, was man sich dran festhalten kann. Woher schöpft Ihr die Energie eine neue Beziehung aufbauen zu wollen? Geht es nur darum die Einsamkeit zu bekämpfen und somit sind die Menschen ersetzbar? Worum geht es in einer glücklichen Beziehung in "Alter". Gibt es das überhaupt?
 
  • #2
Guter interessanter Beitrag.
Zuerst mal meine Freunde, einige geschieden, genießen voll ihre Unabhängigkeit Männer und Frauen und "suchen" aktiv nicht mehr. Sie haben ihre Netzwerke und Hobbies und gut ist.

Als Dauersingle, ohne Familie im Hintergrund, geht es mir dennoch ähnlich. Ich habe alles, was ich immer wollte, eigenes Haus, Sportwagen, schöne Reisen, keine Altlasten und vor allem keinerlei finanzielle Engpässe. Dies möchte ich auch nicht ändern.

Ein Mann mit Dauerproblemen aus der Vergangenheit würde gerade noch fehlen. Sex und "begehrt werden" fehlt mir null, dazu habe ich andere Prioritäten im Leben, vor allem freue ich mich auf die Rente, da geht es erst richtig los.

Also Gejammer im Alter kenne ich zumindest nicht.
 
  • #3
Also als Lisa wirst du noch ganz viele Ideen und Ziele finden. Als Lisachen aber vielleicht eher nicht.

Bist du als Fragestellerin im Lisa-Alter? Bzw. betrifft dich die Frage jetzt oder ist sie hypothethisch, da du noch jung bist? So oder so, ein Lisachen zu sein wäre schon eine Lebensaufgabe, da raus zu kommen.

Wenn du bis ins Alter eine vielseitig interessierte und aktive Person warst und dich keine gesundheitlichen Themen einschränken, stellt sich die Frage, ob es für dich irgendwann eine Linie zwischen Vergangenheit und Zukunft gibt, die für dich alles ändert? Das Leben ist doch eine stete Fortsetzung und Weiterentwicklung.

Deine Interessen brechen doch nicht aufgrund des Alters schlagartig ab. Genau so bei einem allfälligen Partner. Wenn zwei Weltenbürger aufeinander treffen mit sprudelndem Kopf und wacher Aufmerksamkeit entstehen doch inner Kürze neue Projekte. Vielleicht müsstest du einmal dein Bild von "Leben" überdenken, es klingt recht konservativ und "abgeschaut". Famile, Haus, Karriere...

Sobald du aber deinen eigenen Weg gehst, braucht es keine von der Gesellschaft vorgegebenen Lebensthemen.
Ich selbst bin 50+, aber deine Gedanken und deine Frage sind mir sehr fremd.

Mach dich auf die Suche, du wirst bestimmt fündig werden sobald du deine Interessen entdeckst und ihnen folgst. Und dasselbe gilt für eine Partnerschaft.
 
A

Ares

  • #4
Geht es nur darum die Einsamkeit zu bekämpfen und somit sind die Menschen ersetzbar? Worum geht es in einer glücklichen Beziehung in "Alter". Gibt es das überhaupt?
Es geht genau darum, gemeinsam glücklich zu sein (nicht: zu werden!). Einsamkeit? Für mich ist es keine schöne Vorstellung, eine Beziehung zu brauchen, um nicht einsam zu sein. Und ich möchte auch keine Partnerin, die dann endlos klammert, um nicht mehr einsam zu sein. Ich kann alleine leben, aber muss es nicht.

Ich empfinde es eher als Entlastung, nicht mehr in großem Umfang Karriereziele anstreben zu müssen oder finanziell auf den Euro schauen zu müssen, um für ein Haus zu sparen. Für mich ist die Aussicht, gemeinsam das Erreichte geniessen zu können, durchaus auch reizvoll. Energie, um eine Beziehung aufzubauen? Wenn es anstrengend ist und Energie kostet, gemeinsam eine Beziehung aufzubauen, würde ich mich fragen, ob es die richtige Frau ist...
 
  • #5
Ich gehöre zwar nicht zu der von dir angesprochenen Altersgruppe und mein Leben ist auch noch ganz und gar "unfertig" (immer noch Studentin mit Nebenjob, keine Kinder...), aber dennoch kann ich mir hier eine Antwort nicht verkneifen.

Man geht doch eine Beziehung nicht ein, um irgendwelche Ziele zu erreichen, irgendeinen Plan zu verwirklichen. Okay, vielleicht tun das andere Leute, aber mir ist diese Herangehensweise fremd. Ich habe überhaupt keinen "Plan" in dem Sinne für mein Leben. Es gibt ein paar Dinge, die ich gern erleben würde, aber dazu brauche ich keinen Mann an meiner Seite.

Für eine Paarbeziehung gibt es in meinen Augen nur einen einzigen Anreiz: den Partner selbst. Wenn mich ein Mensch so sehr begeistert und anzieht (körperlich und seelisch), dass ich ohne seine Nähe nicht sein will, wenn ich mich verliebe, dann will ich eine feste Beziehung. Und sowas kann einem theoretisch in jedem Lebensalter passieren, denke ich. Praktisch ist es sicher in der Jugend leichter - aber das liegt m.E. nicht daran, dass später alle denkbaren "Ziele" abgearbeitet sind und es keine äußeren Anreize für Beziehung mehr gibt, sondern daran, dass es zu einer gewissen Abstumpfung kommen kann. Viele verlieren den Lebenshunger, können sich für nichts und niemanden mehr begeistern, weil sie alles schon gesehen zu haben glauben. Man trägt alte Verletzungen mit sich rum und verliert außerdem körperlich an Attraktivität, ebenso die potenziellen Partner.

Aber ich habe auch immer wieder erlebt, dass es durchaus attraktive Persönlichkeiten auch im reiferen Alter gibt, das lässt hoffen.

Zurzeit denke ich verstärkt über das Kinderthema nach - aber auch Kinderwunsch wäre für mich keine Motivation, eine Beziehung einzugehen, wenn die oben erwähnte Begeisterung für das Gegenüber nicht gegeben ist. Eher würde ich über alternative Wege wie Samenspende, Co-Parenting etc. nachdenken.

Beziehung verliert im Alter an Attraktivität, wenn man den Wunsch danach an Äußerlichkeiten festmacht. Aber wenn der Beziehungswunsch in erster Linie durch die Sehnsucht nach Nähe, Verbundenheit und bereicherndem Austausch motiviert ist, wüsste ich nicht, warum er im höheren Alter verschwinden sollte.
 
  • #6
Liebe FS,
ich schöpfe meine Kraft vorerst aus dem Glauben an die Liebe.
Für mich bedeutet die Beziehung mit einem Menschen, mit dem ich zusammen unser Leben als *WIR* gestalten möchte, als bereichernd. Ich mag das Pendant *Mann* als Ergänzung zu mir *Frau*, ich mag das Zeigen und Entdecken von mir und das Entdecken des Anderen, innerhalb einer Liebesbeziehung. Ich mag das Gestalten unserer Lebensgemeinschaft und die Energie, die Freude, die Bewältigung unserer Widrigkeiten. Ich mag das Geben und Nehmen, ich mag den Kontrast, das Reiben. Ich mag die individuellen Freiräume mit dem Bewußtsein, sie teilen zu können und zu leben.
Ich mag einfach die Anwesenheit Mann, die Nähe und alles, was dazugehört. Das kann ich nicht durch materielle Dinge und Status ersetzen und kompensieren und möchte es auch nicht. Ich fühle mich auch ohne Mann in mir ruhend und zufrieden, ausgefüllt und glücklich. Ich möchte das aber teilen und mich schenken ( das soll nicht heißen, dass ich mich opfere).
 
  • #7
Ich brauche zzt keine Energie. ..
Wenn man sich verliebt und nicht verbiegt, kommt die Energie von alleine!
Im Alter sollte man die Energiefresser erkennen, auch in/an sich selbst.
 
  • #8
Eine gute Beziehung verbraucht keine Energie, sondern gibt nur. Das also ist schon mal ein Denkfehler von dir.
Tatsächlich fällt aber im Alter sehr viel an Gemeinsamkeiten weg; kein gemeinsamen Kinder, kein Hausbau, kein Aufbau eines gemeinsamen Lebens, keine finanziellen Gemeinsamkeiten. Ich sehe das durchaus so, daß dieser fehlende Druck natürlich auch nicht weiter zusammenschweißt. Beziehungen in diesem Alter sind eben ohne Druck - es geht nur noch um gemeinsamen Geniessen, sich eine schöne Zeit machen. Das kann sich durchaus als dauerhaft erweisen, muß aber nicht.
 
  • #9
Ich finde die Fragestellung irritierend. Von einer Beziehung gerade im Alter erwarte ich, dass sie Energie bringt (erfreulich ist) nicht Energie verschlingt, die aus anderen Ressourcen gespeist werden muss.

Und ja, ich würde erwarten, dass die gemeinsame Lebensplanung ist: das gemeinsame Leben zu geniessen, in allen seinem Möglichkeiten und Facetten ohne sich zu ersticken, d.h. ausreichend Freiräume für beide. Wenn das nicht möglich ist, Misstrauen und Klammern vorherrschen, dann besser keine Partnerschaft im Alter.

Geht es nur darum die Einsamkeit zu bekämpfen und somit sind die Menschen ersetzbar?
Auf garkeinen Fall. Nichts macht einsamer als mit einem Menschen zusammenzusein, an dem einem nicht gelegen ist. Er ist lediglich Zeitvertreib, weil man unfähig ist, seine Zeit erfreulicher zu verbringen. Das wäre so ziemlich das Letzte was ich im Alter bräuchte. Deswegen sind mir intensive Freundschaften auch viel wichtiger als eine Partnerschaft.
 
  • #10
Es geht nicht (mehr) um Ziele in der Partnerschaft, sondern um den Moment. Etwas gemeinsam erleben, und sich gegenseitig reflektieren.

Schon die Anwesenheit eines Partners, und der beiderseitige Austausch (verbal und non-verbal) ist eine große Bereicherung für Beide. In jedem Alter.

Dafür also einen passenden Partner finden, und mit ihm zusammen eine erfüllte Beziehung zu gestalten. Der Wunsch und die Sehnsucht danach ist die Energie, um dieses Ziel zu erreichen.

Auch in jungen Jahren sollte eher der Moment zählen, als die Ziele in einer Partnerschaft. Es geht z.B. nicht um das Ziel, zwei Kinder zu haben. Sondern um den Moment, sein Leben zusammen mit Kindern erleben zu können.

Man sollte in einer Beziehung nicht soviele Ziele definieren. Weil sonst Alles sich danach richtet, diese Ziele zu erreichen. Aber dabei wird der Moment vernachlässigt. Bis die Beziehung ggf. anstrengend und eintönig wird. Weil es nur um die Ziele geht.

Am Ende des Lebens: Alle Ziele erreicht - aber keine Zeit mehr, den Moment zu genießen. Und die erreichten Ziele muß man auch zurück lassen.Also: "Lebe den Moment"
 
L

Lisachen

  • #11
Danke für eure Beiträge. Erst möchte ich etwas zu meinem Namen sagen, Ich liebe die Serie "Simpsons" und ich liebe Lisa Simpson. Es geht soweit, dass wir immer in der Küche ein Bild dieser Familie aufgehängt haben und ich nenne manchmal meine Tochter liebevoll Lisachen, also regt euch bitte nicht so auf über meinen Benutzername. So blöd und klein bin ich gar nicht und Lisa Simpson ist eigentlich ein sehr kluges Mädchen.....
Nun zurück zur Frage. Natürlich ist am Anfang die Liebe aber jede Liebe braucht eine gesunde Entwicklung, muss wachsen um lebendig zu bleiben, im jungen Jahren wächst die Beziehung durch gemeinsame Ziele, die Mann und Frau haben, Sie lieben sich und es geht soweit, dass sie sich sogar für immer aneinander binden wollen, durch Kinder oder durch ein gemeinsames Haus und ähnliches. Es geht nicht um Status sondern darum zusammen etwas aufbauen zu wollen. Im Alter bist du so zu sagen wieder wie Teenager, lebst in deinem eigenen Haus, hast dein eigenes Umfeld, man findet vielleicht hier und da Menschen, die zu dir passen könnten aber wohin möchte man eigentlich zusammengehen, was möchte man zusammen erleben oder erreichen? Ich habe zwar tausende Ideen, die ich verwirklichen möchte aber ich habe sogar die Befürchtung, dass diese Ideen die Männer abschreckt. Sie wollen keine Frau, die noch sich verwirklichen möchte. Ins Kino kann ich auch alleine gehen. Irgendwie ist mir SEX und wandern einfach zu wenig. Das ist nichts besonderes und wird auf Dauer für beide Seiten langweilig deshalb die Frage, woher die Energie kommen soll, um so eine Partnerschaft lebendig zu halten.
 
  • #12
Es gibt in einer neuen Beziehung im Alter nichts mehr, was man sich dran festhalten kann. Woher schöpft Ihr die Energie eine neue Beziehung aufbauen zu wollen?
Ich fühl mich jetzt - mit 45 - einfach mal von Dir angesprochen. Der Reiz einer neuen Partnerschaft liegt für mich gerade darin, endlich das Leben geniesen zu können. Frei von der Verantwortung, daß Haus noch abarbeiten zu müssen, für die Kinder zu sorgen etc. Endlich ist man in dem Stadium angekommen, wo man mit einem Partner wirklich mal keine Sorgen und Probleme lösen muß.. Und wieso sollte man im "Alter" keine Wünsche und Ziele mehr haben? Es gibt auch noch andere Ziele als "Familie" und "Häusle bauen"... Zum Beispiel kann man sich noch eine große Reise zum Ziel machen. Gemeinsame Zukunftspläne haben nichts mit dem Alter zu tun. Oder soll man mit 50 aufm Sofa sitzen und warten bis man den Löffel abgibt?
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #13
Die Beziehungen in jungen Jahren haben eine enorme Kraft und Energie
Ich denke, die haben vor allem Erwartungen. Man hat Vorstellungen und Pläne und je nachdem, wer die Macht in der Beziehung hat, werden diese verwirklicht, es sei denn, es findet sich wirklich ein Paar zusammen, das übereinstimmt in seinen Vorstellungen, Plänen und in Sachen Kompromissbereitschaft, ohne sich zu "verleugnen".
Meist werden diese Beziehungen ja auch aufgrund von Projektionen geschlossen, und wenn die "innerlich aufgeklärt" sind, "braucht" man einen anderen Partner zum Weiterentwickeln. Falls man nun nicht mehr zusammenpasst, stagniert man, damit die Beziehung erhalten bleibt. Das staut sich irgendwo, entweder gesundheitlich oder im Warten auf den Absprung, statt zu gehen.

Bei den meisten Paaren, die ich kenne und die sich jung zusammengefunden haben, ist der Kitt die Gewohnheit. Ein Paar wirkt so, als würden sie sich wirklich lieben, die anderen ertragen eher die Macken und die Macht des Partners. Klar ist Zuneigung da, aber mein Eindruck ist, dass es einen Partnerwechsel gäbe, wenn die richtige Person kommt und man sich traut. Eine Frau sagte das mal ganz offen, dass es nur noch um das Finanzielle geht.

Es gibt in einer neuen Beziehung im Alter nichts mehr, was man sich dran festhalten kann.
Ich für mich möchte einen Partner, mit dem ich richtig Spaß haben kann. Klar wird es auch hier Kompromisse geben müssen. Aber man passt sich nicht mehr so gegen seine eigenen Bedürfnisse an und weiß auch, dass der andere das nicht tun sollte. Es muss bei beiden Offenheit und Gelassenheit da sein, einfach schauen, wie es passt und in Krisen sich von Herzen für den anderen "wiederentscheiden" und nicht dieses Zusammenbleiben, weil man Angst hat, keinen anderen mehr zu finden oder weil man zufällig zusammenwohnt und Trennung zu viel Arbeit macht.

Mein Eindruck ist, dass man in jungen Jahren nur sich und seine Vorstellungen von Partnerschaft im Kopf hat. Bei späteren Partnerschaften ist es Toleranz und wirkliche Wertschätzung, weil man sich genau ausgesucht hat, wer passt und weiß, dass der andere kein Erfüllungsgehilfe für eine Vorstellung ist, sondern ein Mensch mit eigenen Bedürfnissen, die man nicht 100% teilen muss.
Naja, so denk und wünsch ich mir das jedenfalls.
 
A

Ares

  • #14
Ich habe zwar tausende Ideen, die ich verwirklichen möchte aber ich habe sogar die Befürchtung, dass diese Ideen die Männer abschreckt. Sie wollen keine Frau, die noch sich verwirklichen möchte.
Warum? Das hängt davon ab, wie Du Dich "verwirklichst", das hatten wir ja gerade neulich mit der "Weiterentwicklung" hier.
Viele Männer wollen eine Frau, mit der sie Gemeinsamkeiten geniessen können (die sollte man natürlich haben) und die ihnen trotzdem Freiheit für ihre Ziele lässt. Warum sollte das umgekehrt nicht genauso sein?
 
  • #15
wohin möchte man eigentlich zusammengehen, was möchte man zusammen erleben oder erreichen? Ich habe zwar tausende Ideen, die ich verwirklichen möchte aber ich habe sogar die Befürchtung, dass diese Ideen die Männer abschreckt. Sie wollen keine Frau, die noch sich verwirklichen möchte.
Also wenn das ein Problem ist, sollte mann/frau es lassen...

Natürlich hat man auch noch Pläne, wenn man älter ist! Wir (54/60) haben jeder seine eigenen spinnerten Ideen, die dann eher alleine bzw. mit anderen Menschen verfolgt werden - und auch gemeinsame.

Ja, und? Man muss - wie in jedem Lebensalter - eine Balance finden zwischen den jeweiligen Interessen, Plänen, Notwendigkeiten - und da würde ich als Frau never ever mich auch nur eine Sekunde lang verkriechen.

Die Kerle, die das verquere, sturschädelige Weib nicht ertragen können, sind ohnehin nicht die Richtigen. So what, ich würde mir doch nicht einen Mann antun, der nicht passt! Nach zwei Beziehungsversuchen, die ich komplett entnervt beenden musste, war ich extrem wählerisch geworden und hatte eigentlich nicht wirklich erwartet, dass es noch einmal richtig passen würde.

Es lohnt sich für alle Beteiligten, den eigenen Weg klar zu gehen, nur so kann mann/frau jemanden finden, mit dem das Leben wirklich reich wird.

Und nein, das ist nicht nur "das Leben genießen", sondern auch Bewältigung von Krisen, Krankheiten, richtig harten Zeiten. Wir haben schon einiges durch, das hat uns nur näher zusammen gebracht - wir werden - so hoffe ich wirklich - auch noch Anderes schaffen. Der Mann taugt dazu, ich auch.
 
  • #16
Ich empfinde es genau andersherum als du, FS. Für mich sind "Hausbau, Kinder, Karriere" kraft- und energieraubende Aufgaben, für die man überhaupt nur in jungen Jahren die Energie hat. Und weil sie so extrem anstrengend sind, lassen sie sich, selbst in jungen Jahren, viel besser mit einem Partner zusammen bewältigen.
Also nicht: "Hausbau, Kinder und Karriere" geben einem die Energie für eine Partnerschaft, so wie du es schreibst, sondern umgekehrt: eine Partnerschaft gibt einem in jungen Jahren eventuell, unter anderem, in zweiter oder dritter Linie, auch die Energie für die anstrengenden Aufgaben "Hausbau, Kinder und Karriere".
Ich habe mir meine Partner nie unter dem Gesichtspunkt: "Hausbau, Kinder, Karriere" gesucht, weil mich diese drei Dinge nie besonders gereizt haben.
Für mich war ein Partner in erster Linie immer wichtig für den Gedankenaustausch, die daraus folgende gegenseitige Bereicherung, dasselbe auf körperlicher und sinnlicher Ebene, das gemeinsame Erleben der schönen Dinge des Alltags, das gegenseitige Unterstützen bei schwierigen Dingen des Alltags … und vieles, was andere hier schon so gut aufgeschrieben haben, dass ich es nicht besser ausdrücken könnte (@Andriana, @Pia62). Diese "Gründe für einen Partner" sind im Alter doch nicht weniger da, als in jungen Jahren.
Klar, kann ich ins Kino alleine gehen, aber unendlich viel schöner ist es, mich während des Films an meinen Partner zu kuscheln und vor allem, mich nach dem Film mit meinem Partner bei einem Glas Wein darüber auszutauschen.

w50
 
  • #17
Noch mal auf deine Überschrift zurückkommend:
Eine Beziehung soll mir Energie GEBEN.
Ich will nicht mit Energie ankommen müssen, die ich in die Beziehung investieren muss. Dann bräuchte ich auch wirklich keine Beziehung.
Aber wahrscheinlich meinst du mit "Energie" eher sowas wie "Motivation", oder "Sinn".

w50
 
  • #18
Sie wollen keine Frau, die noch sich verwirklichen möchte. Ins Kino kann ich auch alleine gehen. Irgendwie ist mir SEX und wandern einfach zu wenig. Das ist nichts besonderes und wird auf Dauer für beide Seiten langweilig deshalb die Frage, woher die Energie kommen soll, um so eine Partnerschaft lebendig zu halten.
Das glaube ich nicht, bzw. glaube ich nicht, dass alle Männer so denken. Diejenigen, die ich kenne, freuen sich nämlich schon darauf, später, wenn sie im Berufsleben kürzer treten können, mehr in andere Bereiche zu investieren, das sie heute wegen Stress im Arbeitsleben und in der Kindererziehung nicht schaffen.
Jeder sollte sich überlegen, welche Ziele, Wünsche, Träume er denn noch erreichen möchte, wenn Haus + Kind + Arbeit nicht mehr 24 x 24 Stunden in Anspruch nehmen. Und so wird kein vernünftiger Mensch dir deine neuen Ideen ausreden.
Die Energie, die dir jetzt nach Scheidung mit Kindern fehlt, wird wieder kommen. Alles Schritt für Schritt. Du kannst nicht erwarten, dass alles jetzt sofort verfügbar ist.

Ich erinnere mich auch noch gerne an meine Großtante, die 80jährig im Altersheim nach dem Tod ihres Mannes und dem Tod ihres Lebensgefährten danach noch einen Freund gefunden hat. Was sie alles gemacht haben, weiss ich nicht. Ich habe sie nur mal Händchenhaltend auf einer Parkbank "inflagranti" erwischt (sollte wohl keiner wissen, das sie einen Freund hat).
 
  • #19
Sie wollen keine Frau, die noch sich verwirklichen möchte.
Wie kommst du auf das? Ich vermute daß ein älterer Mann, genauso wie ich, einen Partner sehr spannend finden würde, der neugierig und lebendig ist und mein Leben durch interessante Aktivitäten bereichern kann.
Lisachen, jetzt mach dir doch keine Gedanken über sowas. Du bist noch lang nicht so weit, weder vom Alter, noch mental. Du brauchst noch Erholungszeit, gib die dir doch bitte.
Allein daß du auf die Idee kommst, eine Beziehung würde Energie kosten, zeigt, dass du deine schlechten Erfahrung noch lang nicht hinter dir gelassen hast.
 
  • #20
Man möchte zusammen etwas aufbauen, eine Familie gründen, Kinder bekommen, beruflich einander helfen sehr weit zu kommen etc.......Im Alter hat man all diese Ziele nicht mehr.
Das was du da nennst waren nie meine Ziele. Demnach habe ich nie geheiratet, keine Kinder und auch kein Haus (Allerdings werde ich wohl so ich den meine Mutter überlebe. mal ein Haus erben). Meine berufliche Karriere ist eher eine Achterbahn: lange Student, in einem Start-up-Unternehmen nach ganz oben aufgestiegen, eigenes Unterhehmen, Pleite, schlechte Jobs, Arbeitslosigkeit, Umschulung, nochmal Arbeitslosigkeit und nun eine Arbeit die mir gefällt, aber sicher alles andere als ein Top-Job ist.
Fs du setzt hier für viele Menschen völlig falsche Ausgangspositionen. Ich glaube sogar, dass der Lebensweg den du beschreibst und als normal (Standard) ansiehst doch eher von einer Minderheit von Männer und Frauen so gegangen wird.
Ach ja, ich erwarte von einer Beziehung heute mit 53, das Gleiche wie ich mit 25 wollte: Eine gute Zeit und gegenseitige Unterstützung.
 
G

Ga_ui

  • #21
Du siehst das zu negativ. Energie in jungen Jahren in Beziehungen vergeudet man falsch! Entweder an eine Liebe, die einen nicht richtig will oder man investiert mehr als gut für einen ist und nimmt dadurch fast immer extrem hohe Verluste in Kauf (Zeit, Geld, Materielles). Überlege doch mal bitte zurück, auf welche falschen Illusionen und Traumschlösser solche jungen Lieben aufgebaut sind!

Im Alter reguliert sich das. Man "opfert" sich nicht mehr für unsinnige Sachen auf.
Ich würde es nicht als "Liebe im Alter" bezeichnen, sondern als "reife Liebe". Man ist bei sich angekommen. Man liebt (hoffentlich) in erster Linie sich und sein Leben und dann kann man auch eine reife, beständige Liebe mit jemand anderem lieben.

Wenn du dich so leer im Alter fühlst, dann hast du es verpasst (wie viele), in erster Linie mal darüber nachzudenken, was Liebe überhaupt ist. Liebe fängt bei dir und für dich an!
 
  • #22
Du scheinst ganz feste Vorstellungen davon zu haben, wie etwas laufen soll. Musst du wirklich alles verwirklichen, was du dir vorstellst? Oder kannst du dir vorstellen, dich mit einem neuen Partner als Paar neu zu entdecken? Vielleicht musst und willst du dann gar nicht mehr alles verwirklichen. Die Energie, gemeinsam neue Ziele (die du ja selber auch zu haben scheinst) anzugehen (was man als Paar für sich definiert), entwickelt sich von selbst.

Du scheinst eine innere Haltung zu haben, wonach kein Mann deinen Ansprüchen gerecht werden kann. Dies wird solange für dich stimmen, solange du das glaubst. Da könntest du ansetzen, denn dem wird nicht so sein. Du musst dich vielleicht für neue Erfahrungen öffnen (wenn du soweit bist) und auch ggf. loslassen von festen Vorstellungen.
 
G

Ga_ui

  • #23
Im Alter hat man all diese Ziele nicht mehr. Das idyllische Familienleben hat sich als eine Selbstlüge entpuppt, die Kinder sind schon vorhanden, das Haus wurde gebaut, beruflich geht es darum das Erreichte zu behalten.
Das halte ich doch für ein Vorurteil. Was ist "Alter"? Ich hoffe jetzt mal nicht 30-50?!
Was denkst du, wieviele 55 jährige plötzlich erkennen, dass sie doch noch gerne ihr erstes Kind hätten? Zumindest Männer! Dann geht die Suche nach einem 10-20 Jahre jüngeren Partner los!

Und wenn dann ein Partner dann noch einige Jahre jünger ist, muss man sich wieder diesem jungen Zeitgeist anpassen. Die Sorgen sind doch alle die Selben! Ich glaube nicht, dass es Zufriedenheit und Ruhe im Alter gibt. Es wird auch nichts leichter oder einfacher.
Wer erreicht den heute beruflich noch wirklich was im Alter?
Es geht ja dann auch wieder im Alter los mit Zweitjob finden, weil Verdienst und Rente nicht reicht!
Zu meinen, mit 40 fährt man dann einen Mercedes, hätten wohl viele gerne, aber die meisten fahren meiner Beobachtung nach mit 50 auch noch mit einer Schrottkarre herum.
Ich kenne so viele, die mit 30, 40 wieder zurück zu Mama gehen nach der ersten Ehe. Zwischen 40 und 50 werden die Eltern dann pflegebedürftig und man zieht wieder in sein Kinderzimmer.

Ich weiß nicht, wo du lebst, aber das ist doch überall Dauerzustand, wie ich ihn sehe.
Die Leute sind auch mit 50 genauso auf der Suche nach einer jungen, frischen Liebe, wie vor 20 Jahren. Dieser Antrieb geht wohl nie verloren und ist ja auch gut so. Man hat nie alles erreicht im Leben.
 
L

Lisachen

  • #24
Danke für Eure Beiträge. Vieles kann ich verstehen und nachvollziehen. Ja Pia du hast recht, die Liebe ist die Antwort und die Liebe kennt keinen Alter und ja Lily, du hast wie immer recht, ich mag dein gnadenloses ungeschminktes Urteil über die Welt und Menschen. Ich bin wahrscheinlich noch nicht so weit. Ich befinde mich im Moment in einem komischen Zustand. Die Vergangenheit ist vorbei und ich habe im diesem Jahr, das fast zu Ende neigt, sehr viel Abstand nehmen können. Die Zukunft ist ungewiss und ich fühle mich wie im Vakuum schwebend in einer neuen Dimension zwischen Raum und Zeit, wo die Vergangenheit schon längst vorbei ist und die Zukunft noch nicht da ist...... Es ist schwer sich von alten Vorstellungen zu lösen und sich für das Ungewisse zu öffnen. Dennoch, ich mochte mein Leben, wie es war. Ich sehe es auch nicht als Vergeudung meiner Zeit. Letztendlich bin ich ein Lebewesen und Lebewesen pflanzen sich fort und bauen für ihr Kinder ein Heim alle Lebewesen machen das, ich sehe darin nichts außergewöhnliches.....
Camilles Oma finde ich cool, so möchte ich auch alt werden. Das hat mir doch ein wenig Hoffnung gegeben.
Euch allen wünsche ich eine schöne Zeit und einen guten Rutsch ins neue Jahr.
 
  • #25
Die Zukunft ist ungewiss und ich fühle mich wie im Vakuum schwebend in einer neuen Dimension zwischen Raum und Zeit, wo die Vergangenheit schon längst vorbei ist und die Zukunft noch nicht da ist...
So ergeht es wohl vielen, die sich an einem Umbruch oder einer gravierenden Veränderung in ihrer Leben befinden.

Ich plädiere zur Zeit für einen gesunden Egoismus. Frei von Altlasten, vergangenen Vorstellungen und Wünschen kann ich nun Dinge umsetzen und realisieren, an die ich in jungen Jahren weder gedacht habe noch diese hätte umsetzen können.

Diese Freiheit möchte ich dann mit einer Partnerin teilen. Wege, die man gemeinsam gehen möchte, gemeinsam gehen und Wege, die man nicht gemeinsam gehen möchte, getrennt gehen. Da hätte und habe ich auch noch 1000 Ideen. Warum sollte mir da eine Frau mit selbigen eigenen Ideen nicht recht sein? Ich finde erst recht und gerade im Alter.
 
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  • #26
Hä? Also wenn du dich in erster Linie als Lebewesen, dass sich fortpflanzt ansiehst, bleiben dir ja im Alter nur noch die Enkel.
Im Moment gibt's ja in deinem Leben ja noch nicht mal Platz für einen Mann für Sex und Wandern, da dein ExMann bei dir immer noch rumschleicht...
 
  • #27
Es gibt in einer neuen Beziehung im Alter nichts mehr, was man sich dran festhalten kann. Woher schöpft Ihr die Energie eine neue Beziehung aufbauen zu wollen? Geht es nur darum die Einsamkeit zu bekämpfen und somit sind die Menschen ersetzbar? Worum geht es in einer glücklichen Beziehung in "Alter". Gibt es das überhaupt?
Dein Beitrag ist für mich einfach sehr oberflächlich, denn ich sehe keine Unterschiede in der Tiefe nur an der Oberfläche, die mit materiellen Dingen ausgestattet ist. Ich habe heute viel mehr Energien als in jungen Jahren und ich hätte niemals Probleme mit Einsamkeit als Single mit mir, da liegt sehr wahrscheinlich die Ursache deiner Fragestellung begründet!
 
  • #28
Es ist schwer sich von alten Vorstellungen zu lösen und sich für das Ungewisse zu öffnen.
Danke für die Blumen.
Ich denke, oftmals ist es die schwierigste Aufgabe, sich von den Vorstellungen zu lösen, wie das Leben zu sein hat. "So habe ich mir das aber nicht vorgestellt." "So war es nicht vorgesehen."
Das sind die Prägungen der Kindheit, und ich wage jetzt mal ganz kühn zu behaupten, daß die Tatsache, daß die nicht eingetreten sind, ein ganz starker Hinweis darauf sind, daß deine wirkliche Natur noch nicht zum Vorschein gekommen ist, aber ---- durch die Umstände eben - muss!
Wir entkommen unserem Karma eben nicht. Oder wie Hermann Hesse sagt: der wahre Beruf des Menschen ist, zu sich selbst zu kommen. Schönes Motto, wie ich finde.
 
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  • #29
Es ist schwer sich von alten Vorstellungen zu lösen und sich für das Ungewisse zu öffnen.
Ja, das ist, wie Lily321 schon geschrieben hat, das Schwierigste. Man muss erst einmal sich selber, seiner Denke, seiner festgefahrenen Haltungen auf die Schliche kommen. Versuche dich selber zu beobachten, deine Haltung/Handlung in Frage zu stellen, dir Alternativen zu deiner Haltung/Handlung zu überlegen. Dann kommst du dir allmählich auf die Schliche und wirst gleichzeitig auch alternative Handlungsmöglichkeiten für dich entdecken können. Vielleicht entdeckst du dann auch, dass eine alternative Handlungsweise für dich zukünftig interessanter ist als deiner bisherige Haltung - und damit öffnest du dich für neue Erfahrungen. Auch wenn es sich jetzt sehr locker liest, ist es harte Arbeit und eine sehr lange Arbeit an sich selbst.
 
  • #30
Die Frage finde ich sehr berechtigt und wichtig. Anders als die viele Foristen hier schreiben, beobachte ich bei Paaren und Singles Mitte 40 bis Mitte 50 Sinnkrisen. Alles was Lisachen hier vorbrachte, beschäftigt ganz viele Leute in diesem Alter. Nach dem Motto "der Weg ist das Ziel" und das Ziel ist erreicht. Hausbau/ Wohnungseinrichtung ist ohnehin abgeschlossen und die Kids sind nun auch selbstständig oder schon lange aus dem Haus. Und was nun?

Da gehen viele Ehen/ Paarbeziehungen in die Brüche. Und Paare, die sich in diesem Alter finden, haben es auch nicht leicht mit dem Zusammenleben und -bleiben. Da lebt das Motorradfahren wieder auf, die Frauen treffen sich zum Quatschen und Kurzreisen machen - Aber gerade als Paar müssen sich viele neu finden.

Für mich als derzeitiger vollberufstätiger Singlemama ist das keine Frage, ich genieße es seit einem Jahr in vollen Zügen, dass meine Tochter mit 15 so selbstständig ist und ich endlich wieder Zeit für meine Hobbies habe: Sport (Läufe, Triathlon), Musik/ Konzerte, aber auch mehr Zeit zum Freunde treffen, Kurzreisen machen, Billardspielen und Lisachen... Wandern;o) Ist übrigens überhaupt nicht langweilig in einer sportlichen Gruppe. Ich plane, nächstes Jahr die Alpen zu Fuß zu überqueren oder mit dem Rad.

Wenn ich irgendwann mal nicht mehr arbeiten muss und trotz Freundetreffen und Hobbies noch Zeit bleibt, würde ich gern ehrenamtlich arbeiten, insbesondere mit Kindern - Von kochen und Hausaufgabenbetreuung bis zum Gitarrenunterricht kann ich mir vieles vorstellen.