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Gast

  • #1

Eine Lehrerin stellte fest, dass die heutigen Schulkinder im allgemeinen "blöder als früher" sind.

Besagte Pädagogin ist Anfang 60. Vermutlich verglich sie die heutigen Kids mit den Kindern und Jugendlichen aus den 70er Jahren, die nicht unter dem starken Einfluss der Mediengesellschaft aufwuchsen. Ich bin der Meinung, dass Kinder nicht grundsätzlich schlechter, blöder oder weniger neugierig als damals sind, daher hat sich nach dieser Aussage schon Widerstand in mir geregt... Wie seht Ihr das?
 
  • #2
ich hab das schon von vielen lehrern, eltern, großeltern, firmenchefs udg.. gehört und ich glaub das auch.

Von generation zu generation haben die vor immer weniger respekt und tun was sie wollen, ihre perspektiven gefallen ihnen nicht... wozu da noch lernen.

erst letzte woche hatte mein trainer einen dieser sorte in seiner stunde an einer schule, er arbeitet seit 15 jahren mit kindern und ist einer der sich pädagogisch ständig weiterbildet, was auch notwendig ist wenn man selbstverteidigung unterrichtet.
Ab und zu muss er demontrieren wie gut es wirkt wenn man etwas unerwartetes tut zb.: stop schreien und dazu vordert er immer einen auf ihn zu schlagen, dass hat er sicher schon mit 200 schülern gemacht mit erfolg. Letzte woche dann war es so weit, nach dem er das großmaul schon erkannt hatte und ihm 3 mal darauf hingewiesen hat, er möge nicht zu fest schlagen um sich selbst nicht zu verletzen, hat der junge, was gegen jeden gesunden instinkt ist, so fest zugeschlagen, dass ihm sein arm gebrochen ist.

da kann mir keiner erklären, dass sowas nichts mit dummheit zu tun hat, vorallem normalerweise schlägt, man schon aus respekt nicht aus leibeskräften zu.
 
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Gast

  • #3
Ich würde sagen, den Kindern heute wird es zu leicht gemacht. Deshalb denken sie, sie müssen den Ehrgeiz nicht entwickeln, besser zu sein. Erst wenn das mal im Kopf drin ist, dann kommen auch gute Leistungen.Und leider werden die Kids oftmals von den Eltern sofort in Schutz genommen, bevor sie wirklich mal etwas leisten müssen/sollen. Da sind dann aus Sicht der Eltern gerne die Lehrer schuld.
Ich bin da recht konservativ eingestellt und fordere mein Kind, in Leistung, Respekt vor dem anderen und auch im Miteinander. Ich kann die Lehrerin verstehen und gebe zu, ich habe da eher mit den teils laschen Eltern ein Problem.
 
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  • #4
Auch ich (56) bin Lehrerin an einer Grundschule und stelle natürlich auch fest, dass sich die Schulleistungen der Kinder, im Gegensatz zu früher, verändert haben. Allerdings kann ich kaum glauben, dass die Kollegin von "blöder" gesprochen hat. (Oder etwa doch??)
Folgendes ist auffällig:
Wenn Eltern sich um die Freizeitgestaltung ihrer Kinder kümmern und die Auswahl der Fernsehsendungen beeinflussen, können die Schüler sogar ein ungeheueres Allgemeinwissen vorweisen und sind dann alles andere als "böd"! Im Gegenteil, ich staune manchmal nur noch! Die Kleinen sind natürlich "neugierig" und wissen über vieles genauestens Bescheid, was sie voller Wissenshunger in irgendwelchen guten Kindersendungen erfahren haben.Da sind sie den Kids von 1970 sogar ein ganzes Stück voraus!
Allerdings stelle auch ich fest,dass schulische Leistungen, die Konzentration und Ausdauer erfordern, für manche der heutigen Kinder viel schwieriger zu erbringen sind als früher. Da kommt es nicht selten vor, dass die Kleinen länger vor dem Fernseher sitzen als in der Schule, und oft haben deren eigene Eltern keinen blassen Schimmer, mit welchen Computerspielen sich ihre Wonneproppen stundenlang beschäftigen. Kein Wunder also, wenn sie da in der Schule nicht nicht mehr konzentrieren können und versagen!
Diese Aufzählung der Einflüsse für die schulischen Leistungen ist natürlich lange noch nicht vollständig! Auch in der Schule selbst ist noch viel zu wenig getan worden, um der veränderten Lebenssituation der Familien gerecht zu werden.
Aber vielleicht erklärt das etwas die, sicherlich im Frust geäußerte, Aussage der Lehrerin?!
 
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Gast

  • #5
Ich denke die wahre "Versager"Generation sind wir Eltern und Erwachsene. Es gibt das Wort Respekt nicht mehr. Die Lehrer am Privatgymnasium meiner Kinder sind schwammige, hilflose Kreaturen, die sichs dann mit schweren Schularbeiten an den Kindern auslassen. Also nicht die Kinder sind dummer, wir sind zu dumm zum Führen. Überangebot, Überverwöhnen, Überschlechtesgewissenhaben... Ich bin nicht für die Prügelstrafe, aber mehr Macht den Lehrern, sie müssen die Probleme in der Schule lösen, in der Stunde, im Moment. Und nicht durch stundenlange Diskussionen. Die Kinder wollen Grenzen. Sie brauchen einen Rahmen, in dem sie sich bewegen können.
 
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  • #6
@4 Ja genau das ist auch meine Meinung!!!!!
 
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  • #7
sie sind nicht blöder. nur verblödeter.
 
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  • #8
lasst uns um das alte preußen trauern....

deutschland ist dem untergang geweiht.
 
  • #9
Zunächst stimme ich #6 zu. Vielleicht sollte man auch nicht blöder sagen, sondern dekadent. Dekadenz heißt für mich kultureller, sozialer Niedergang.
 
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Gast

  • #10
Zuerstmal zu mir:
Ich bin seit Januar Referendarin an einer beruflichen Schule.

Die heuteigen Schüler haben teilweise sehr wenig Respekt vor anderen. Und auch der Umgangston lässt sehr zu wünschen übrig!

Also ich muss sagen, im Vergleich zu den heutigen Schülern war ich (und meine Mitschüler) ja richtig brave Lämchen!

Blöd würde ich die Schüler allerdings nicht bezeichnen. In vielen Dingen kennen die sich sehr gut aus. Aber ihre Stärken und Interessen liegen leider selten im schulischen Bereich.

Und es ist sehr sehr schwer die Schüler im Unterricht zur mitarbeit zu motivieren.
 
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  • #11
Die Renaissance war zum Beispiel eine typische Dekadenzbewegung sondersgleichen und hat eine Menge an Talenten und Genies in den Wissenschaften, Künsten und der Politik hervorgebracht wie keine andere Zeit davor und danach. Die "Gesundheits"- und "Sozialpolitik" Luthers Protestantismus brachte sie zum jähen Ende. Auch die Weimarer Republik war eine große Hochzeit der Dekadenz. Von Befürwortern der "Gesundheit" und im Namen der "kulturellen Erneuerung" wurde sie beseitigt. In bezug auf die deutschen Verhältnisse zwischen 1933 und 1945 spricht man daher sehr treffend vom Zivilisationsbruch. Es gibt immer wieder Leute, die das nie und niemals begreifen werden.
Die Dekadenz ist in zivilisatorischer Hinsicht immer eine kulturelle Hochzeit. Mitternacht ist auch Mittag (Nietzsche). Begriffe wie Hochkultur oder Niedergang sind konservative Bildungsmythen. Es lebe die Dekadenz!

Und natürlich gehört zum Verfall (Dekadenz) auch der Verfall der Autorität. Das hat negative wie positive Folgen in allen gesellschaftlichen Bereichen, so auch im Unterrichtswesen. Außerdem ist Autorität ein zweischneidiger Begriff. Kann sowohl moralische als auch fachliche Autorität meinen. Somit ist es etwas anderes Autorität zu haben als Autorität zu sein.
 
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Gast

  • #12
Was für ein Pädagoge, der anscheinend ob seiner eigenen Hilflosigkeit feststellt, dass die Schuld bei "verblödeten" Kindern und Jugendlichen liegen muss! Anders wäre für mich das passendere Wort, oder auch anstrengender, da nicht so leicht abzuspeisen und ruhigzustellen und häufig mit einer ordentlichen Portion an Faktenwissen, das einen in Erstaunen versetzt.
Aber ob das an den Jugendlichen liegt oder eher wohl an der Erwachsenengeneration, die diese z. T. negative Entwicklung in Form von Halbwissen und mehr Schein als Sein oder auch mangelndem Durchhaltevermögen ja durchaus miterleben konnte, wenn sie es denn wollte, ist eine Frage, die ich mir schon seit längerem stelle.
Nr. 10 : mutig, von Autorität zu sprechen, denn dieses Wort war über viele Jahre in vielen gesellschaftlichen Bereichen und natürlich auch in der Didaktik verpönt, zumindest aber negativ besetzt, eben weil es um das reine "Haben" ging.
Leider bin ich mir auch nicht unbedingt sicher, ob jeder Lehrer auf Anhieb den feinen Unterschied zwischen "haben" und "sein" erkennt. Vielleicht liegt darin auch einer der Gründe, die Schuld bei den Jugendlichen zu suchen, anstatt eigene Unzulänglichkeiten einzugestehen und sie zu reduzieren.
 
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Gast

  • #13
Der berühmte Pädagoge Suchomlinski sagte: "Wenn mein Schüler etwas nicht verstanden hat, dann bin ICH daran schuld".
"Blöder" sind nicht die Kinder geworden, sondern die Lehrer.

Diese Lehrerin hat anscheinend zu wenig Hirnstoff, um zu begreifen, dass die Hierarchie-Zeiten vorbei sind. Die Kinder werden dich heute nicht respektieren, weil du einfach Lehrer/Erwachsener bist und "es sich so gehört". Das ist heutzutage zu wenig. Du musst eine Persönlichkeit sein, die überzeugt. Und solange die Lehrer Beamten sind, können sie nicht überzeugen.
 
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Gast

  • #14
@12: Ich konnte es auch nicht glauben, dass die Lehrerin von "blöder" gesprochen hat. Das wäre eine oberflächliche Bezeichnung für ein Thema, das vielschichtig ist und auf die Schnelle gar nicht erschöpfend zu erklären ist.
Dein Beitrag aber ist ebenso oberflächlich und wenig durchdacht, so dass du dich in nichts von der besagten Lehrerin unterscheidest! Mir bleibt bei deiner "Argumentation die Spucke weg!
Angela
 
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Apollo

  • #15
Die Zeiten der Hierarchie sind nicht vorbei, weil sie noch nie vorbei waren. Zum Glück. In der Natur gibt es Hierarchie und auch in der menschlichen Gesellschaft. Hierarchie ist eine Ordnungs- und Organisationsprinzip, um Freiheit für viele und vielschichtig zu gestalten. aber von Kindern kann man nicht erwarten, daß sie dies aufgrund ihres geistigen Entwicklungsweges, den sie noch vor sich haben, begreifen. Sie müssen noch viel, viel lernen.
 
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Gast

  • #16
Man muss sich nur die Rechtschreibreform anschauen. Das ist Verblödung auf Raten!
 
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Gast

  • #17
ich schließe mich #15 an: die APPD (Anarchistische Pogo-Partei Deutschlands) fordert die Totale Rückverdummung, also wenn ich mir die Uni anschauen (Bologna) und den Lehrplan der Schulen, dann haben wird das bald erreicht. Aber die APPD ist, glaube ich, noch gar nicht in der Regierung (?).
 
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Gast

  • #18
... manchmal frage ich mich, warum sich öffentliche Gesprächskultur mittlerweile darin gefällt, die Verfasser inhaltlich eigentlich treffender Aussagen zu diffamieren, weil sie sich bei ihrer Aussage
Verbal "vergriffen" haben. Wovon will man eigentlich dabei ablenken, anstatt sich mit dem Sujet als solchem einmal auseinanderzusetzen? Oder liegt es vielleicht daran, dass man der Aussage selbst hilflos gegenübersteht und sich deshalb auf "Nebenschauplätzen" austobt?