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  • #1

Ein Kind trotz Depressionen?

Hallo zusammen,

ich habe seit Anfang 20 leider immer wieder (mittelschwere) Depressions-Episoden. Jedoch beabsichtige ich über kurz oder lang mit meinem Partner auch Kinder zu bekommen. Allerdings habe ich, anlässlich momentaner depressiven Episode, so meine Zweifel ob ich den Kinderwunsch in meiner "Verfassung" realisieren sollte / könnte.
Medikamente (Antidepressiva) nehme ich auch.

Wie ist eure Meinung dazu, bzw. kennt ihr jemanden persönlich meine Lage?

w (26)
 
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  • #2
Liebe FS
Ich bewundere Deine Offenheit und wie du mit dem Problem umgehst.

Wenn du die Situationen, welche sich ergeben könnten mit Kindern mit deinem Partner gut besprichst und er sich ganz darauf einlässt und es ihm klar ist, dass er evtl. "in düsteren Zeiten" noch mehr Verantwortung für das Kind übernehmen müsste, dann würde ich es sicher wagen.

Viel Glück
 
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  • #3
Liebe FS,

du hast diese Depressionen episodenweise?
Und man kann nichts dagegen tun und du hast das nicht richtig im Griff?

Ich weiß zwar nicht, wie sich das persönlich bei dir auswirkt, aber ich habe eine Mutte rmit Depressionen, möglicherweise auch mit einer weiteren psychischen Krankheit.

Es mag zwar theoretisch jedem vergönnt sein, Kinder in die Welt zu setzen - auch psychisch Kranken oder Geistigbehinderten.
Aber rückblickend würde ich sagen: Das verantwortungsbewußteste ihrerseits was sie hätte machen können wäre eine Abtreibung gewesen oder mich zur Adoption freizugeben. Oder gar nicht erst entstehen lassen.

Ein Kind ist auch keine willkommene Alltagsablenkung und Ausgleich für den Job.
Es dient auch nicht zu Selbstverwirklichungszwecken und schon gar nicht um eigene Ehen zu reparieren oder um das zu erreichen was man selbst nicht hinbekommen hat.

Aus Kinderwunsch=Wunschkind wird man noch lange keine gute Mutter, die einem das geben kann, was man wirklich zur Entwicklung benötigt.

Das Schicksal als "Kind gestörter Eltern"
Man ist als Kind selbst permanent in irgendeiner Form benachtteiligt und überlastet. Sei es, weil man als Kind mehr "Verantwortung" verspürt bzw. übertragen bekommt und für die mitdenkt, weil man der Wunscherfüller der Eltern ist, was sitzen muss, weil man anderern
gegenüber ein Außenseiter ist (die haben alle keine Probleme und so peinliche Eltern/Familienverhältnisse und verstehen einen auch nicht).
Der eigene Wille hängt immer mit von außen ab.

Überleg dir gut, warum du ein Kind willst und ob du dem wirklich gerecht werden kannst mit dem, was es über verschiedene Entwicklungsphasen hin benötigt und nicht etwa das Kind auch nur von sich selbst auf die Idee kommen muss, Verantwortung für die Eltern übernehmen zu müssen.


w/34
 
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  • #4
Versuche lieber psychisch stabil zu werden, den Kinderwunsch solltest du dir erst dann erfüllen, du hast noch einige Jahre Zeit dafür.
Im übrigen sollte man in der Schwangerschaft keine Antidepressiva einnehmen, das könnte dem Kind schaden. Und eine Schwangerschaft stellt auch für eine gesunde Frau enorme Anforderungen an die seelische Stabilität, allein durch den veränderten Hormonhaushalt. Gerade Beginn der Schwangerschaft ist schwierig, und nach der Geburt wird es nochmal heftig.
 
  • #5
Kleine Anmerkung:

Gestern gab es eine Reportage auf 3sat ("Heile Dich selbst!", zu finden in der Mediathek), in der es auch am Rande um die Auswirkungen von depressiven Müttern auf ihre Kinder ging, vor allem in der Schwangerschaft.

"...akute psychische Belastungen die Immunfunktion beeinträchtigen und sogar schwere Erkrankungen hervorrufen..." auch beim Kind!
 
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  • #6
Ich weiß zwar nicht, wie sich das persönlich bei dir auswirkt, aber ich habe eine Mutte rmit Depressionen, möglicherweise auch mit einer weiteren psychischen Krankheit.

Es mag zwar theoretisch jedem vergönnt sein, Kinder in die Welt zu setzen - auch psychisch Kranken oder Geistigbehinderten.
Aber rückblickend würde ich sagen: Das verantwortungsbewußteste ihrerseits was sie hätte machen können wäre eine Abtreibung gewesen oder mich zur Adoption freizugeben. Oder gar nicht erst entstehen lassen.



w/34

Ich selbst bin auch mit einer depressiven Mutter aufgewachsen, die meist mit sich selbst beschäftigt war, weil es ihr meistens "heute nicht gut" ging.
Darum kann ich das meiste von dem, was du schreibst bestätigen.

Den zitierten Satz jedoch nicht. Ich bin froh, dass es mich gibt, auch wenn andere Kinder in besseren Verhältnissen und mit richtiger Mutterliebe aufgewachsen sind. Ich hatte einen Vater und Großeltern, die ich sehr geliebt habe und ich hatte Freiräume, die andere Kinder nicht hatten.

m/43
 
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  • #7
FS

Episodenweise, da es auch mal Wochen/wenige Monate gibt, in denen es mir besser/gut geht und ich Freude, Elan und Lebenslust verspüre wie ein 'gesunder' Mensch.
Soweit ich weiss ist das aber meistens so, dass Depressionen Episodenweise auftreten. (Falls es falsch ist, lasse ich mich gerne belehren, ich bin kein Psychologe.)

Ich denke, dass die Depressionen Folge meiner früheren Essstörung (bulimische Anorexie) sind, die ich jedoch soweit gut im Griff habe. Laut Frauenärztin habe ich auch keine Folgeschäden, die eine Schwangerschaft beeinträchtigen / ausschliessen würden.

Aufgrund dieser Geschichte bin ich seit Jahren schon in ambulanter Behandlung (als Antwort auf die Aussage, ich solle mir erstmal helfen lassen und dann weiter sehen).

Weiterhin bin ich für Antworten/Kommentare dankbar
 
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  • #8
Den zitierten Satz jedoch nicht. Ich bin froh, dass es mich gibt, auch wenn andere Kinder in besseren Verhältnissen und mit richtiger Mutterliebe aufgewachsen sind. Ich hatte einen Vater und Großeltern, die ich sehr geliebt habe und ich hatte Freiräume, die andere Kinder nicht hatten.

m/43

Hallo.
Hier die Nr.2

Da magst du recht haben. Es muss nicht zwangsweise dramatisch verlaufen - wie gut, wenn man stattdessen einen ausgleichenden Vater hat oder bei den Großeltern aufwachsen kann.
Sicherlich bekommt man auch mehr Freiräume als Ausgleich. Aber was nutzt es - die Belastung ist dennoch da. Mit dem Plus an Freiraum zur Kompensation kann man meistens nicht mehr anfangen.


Meistens ist es so,
dass dort wo schwierige Umstände herrschen auch noch wensentlich mehr Probleme vorhanden sind außer "der Mutter geht es gerade nicht so gut", die das zwangsläufig nach sich zieht. Die trägt man als Kind auch mit sich rum. Für die ist man auch mitverantwortlich, wenn das Umfeld nicht intakt ist.
Es kann nicht Sinn sein, dass man Kinder in die Welt setzt mit dem Hintergrund "wenigstens stimmt das andere Umfeld, dann geb ich es doch dahin ab". "Da kann jemand anderes zusätzlich einspringen und mich ausgleichen - jetzt habe ich ein besseres Gewissen".
Außerdem tun das die Eltern nicht von sich aus, wenn das Problem wirklich bei Ihnen liegt - da muss man sich was eingestehen.

Es hat schon seinen Grund, warum man Kinder aus gestörten Verhältnissen besser in eine Pflegefamilie gibt bzw. das Jugendamt eingreift. Meistens ist es bis dahin aber ein langer Leidensweg für alle Beteiligten.
Es kann auch nicht sein, dass der Kinderpsychiater Dauerbegleiter ist, weil sich einer oder zwei irgendwann mal jemand einen Kinderwunsch erfüllen wollte.

Das gehört das zum Leben dazu, das brauche ich, da kann ich zeigen, dass ich was drauf habe/ da braucht mich jemand und ich bin ein guter Mensch/ Kinder machen einen glücklich/ das bringe ich dahin, wo ich es nicht hingeschafft habe/ dem gebe ihm das was mir immer gefehlt hat/, da habe ich immer Unterhaltung und jemanden der mich liebt/ man mir dankbar (schon alleine deshalb weil ich die Mama bin und das gemacht habe), denn Leben ist ja sooooo was wertvolles/ ..... und was es da noch so alles für komische Hintergedanken gibt, die man sich davon verspricht.

Ne, also wenn die psychischen Verhältnisse nicht stimmen, da sage ich heute eindeutig besser Abtreibung oder zur Adoption freigeben.
Ersteres und letzteres ist nicht ideal - am besten von vorne rein drauf verzichten. Dem Kind zuliebe.
Außerdem ist die "Mutter" dann auch weniger belastet.

Nur mal folgender Gedankengang:
Was ist, wenn es mir nicht gut geht (weil ich psychisch angeschlagen bin), meine Ehe hängt am seidenen Faden weil es dauernd Stress gibt (weil es mir nicht gut geht) und das Kind hat/macht mir auch noch Probleme (ups, das ist gar kein Musterkind), gerade deshalb weil es mir nicht gut geht?
 
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  • #9
@ FS, zu Posting Nr.6 (hier noch mal Gast 2)


Ich bin sicherlich kein Fachmann, ich habe mich nur ein wenig mit diesem Thema auseinander gesetzt.

Also - je nach Ausprägung bei dir:
Bist du manisch-depressiv?
Ich kann dazu nur eines sagen: Als Kind braucht man Geborgenheit und ein stabildes Umfeld, innerhalb dessen man sich orientieren kann und auch Grenzen erkennen kann (letzteres mal soviel zum Thema "zusätzliche Freiräume als Ausgleich")
Die Bezugspersonen sollten die Geborgenheit und das stabile Umfeld geben können.
Eine Mutter, die man nicht einschätzen kann, weil sie heute so ist und morgen anders kann das nicht bieten. Im Gegenteil - man läuft sogar Gefahr, dass man selbst ein völlig verzerrtes Weltbild bekommt.

Bezugspersonen (die Mutter ist eine ganz wichtige) sollte ein Gespür dafür haben, worauf es im Leben ankommt und was das Kind zur gesunden Entwicklung an Bedürfnissen hat.
Bei gestörten Eltern ist es eher so rum: Die wissen, was sie für Bedürfnisse haben und was sie wollen, und versuchen die am Kind zu befriedigen. Das Kind bleibt dabei auf der Strecke.

Was ist der Hintergrund deiner Esstörungen?
Häufig sind das krankhafte Ehrgeizigkeiten mit Forderung an sich selbst (irgendwas erreichen wollen), Kontrollzwang, Gemochtwerdenwollen und/oder Gut aussehen wollen.

Wenn solche Hintergründe reinspielen - die sind alle nicht förderlich für psychisch gesunde Kinder, aus denen was werden soll und die dieselben Chancen haben sollen wie Kinder nicht gestörter Eltern - vorausgesetzt, das Kind entwickelt nicht selbst "Superkräfte" und kommt alleine aus dem Schlamassel raus. Bis es soweit ist, wo man sich das nru noch wenig Auswirkungen hat weil man sich soweit abgenabelt hat, ist man meist im Erwachsenenalter, aber bis dahin wurde schon viel für den Lebensweg bestimmt.
Solche Dinge machen sich im "normalen" Alltag bemerkbar wenn der Hintergrund da ist und die kann man auch nicht einfach abstellen, selbst dann nicht wenn man darum weiß und das auf Biegen und brechen verhindern will.
Wer kein Gespür dafür hat, was andere brauchen um denen zu helfen, der macht auch auf anderem Wege alles falsch, selbst dann wenn er potentielle Fehler auf biegen und brechen vermeiden will.
(Stichwort: "ich habe Angst-Eltern")
 
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  • #10
Und noch mal Gast 2


Es soll dich jetzt nicht direkt betreffen, aber auch nur mal zur generellen Überlegung - gilt auch für andere psychisch kranke Personen:

Warum willst du in deiner Situation ein Kind?
Warum ist der Kinderwunsch evtl. besonders ausgeprägt?

Es wird ja immer gerne drauf eingegangen, ob jemand gesundheitlich in der Lage wäre für ein Kind (rein physisch) und dann kommen da so Argumente wie Medikamente in der Schwangerschaft und die können Schäden verursachen.

Gesundheit ist sicherlich wichtig, aber mit gesundheitlichen Problemen kann man u.U. noch gut leben. Dann hat man da eben eine gewisse Beeinträchtigung, die man aber im Alltag integrieren kann. Deswegen muss man nicht todkrank sein. Auch wenn die Arzt-Rennerei u.U. nervig ist.

Die andere Geschichte - bei dem ganzen Unternehmen soll ja ein selbständiger Mensch rauskommen, der im leben zurecht kommt und auch die Gene weiterträgt.

Der Ablösungsprozess zwischen Eltern und Kind ist nicht nur für die Kinder schwierig (Pubertät = schwierige Zeit), sondern auch für manche Eltern.
Gerade Eltern, die Kinder mit hohen Anforderungen, zu Selbstverwirklichungszwecken odr zum Ausgleich dessen was einem selbst fehlt in die Welt setzen (die Gefahr ist bei psychisch kranken Eltern nochmals höher),
die manipulieren ihre Kinder oft mehr als dass sie sie erziehen. (das ist unheimlich störend bei der Identitätsfindung der Kinder, und die müssen ja in ihrem eigenen Leben zurecht kommen)
Hinzu kommt noch bei gestörten Eltern oft: Die fordern vom Kind oft eine hohe Aufmerksamkeit für sich und würden die am liebsten gar nicht weggehen lassen. Das kann soweit führen, dass das Kind hinterher "lebensbehindert" ist, weil die Eltern im Grunde (selbst unbewußt) alles verhindert haben und reinpfuschen, dass die Ablösung gar nicht oder nur schwer möglich wird.
Das hat nicht nur Auswirkung auf die eigene Identität, sondern auch bei solchen Geschichten wie Partnersuche oder im Beruf und in der Arbeitswelt.
 
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  • #11
Liebe FS,

bitte bitte werde nicht schwanger. Willst du deinem Kind eine depressive Mutter vorleben? Muttersein ist ein hartes Geschäft, du weisst nie, wie später, wenn du älter wirst, deine Depressionsschübe sich entwickeln werden.

Wer regelmässig Depressionen hat, auch wenn es nur Phasen sind, ist eigentlich chronisch krank.

Du bist noch viel zu jung, um wirklich einschätzen zu können, was da auf dich zukommt.

Daher kann ich allen abratenden Hinweisen von anderen Foristen nur zustimmen.

w51, die selber Mutter ist
 
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  • #12
Liebe FS,

ich finde es sehr verantwortlich von Dir, dass Du Dir diese Frage stellst. Ich selbst bin mit einer depressiven Mutter, die ständig mit allem überfordert war, aufgewachsen. Ich selbst bin auch betroffen, die Depression zieht sich wie ein roter Faden durch die ganze Familie.

Als ich mit meiner jetzigen Frau zusammenkam, habe ich ihr von Anfang an gesagt, dass ich keine Kinder haben will, weil ich diese fürchterliche Krankheit nicht vererben mag. Da ich sehr kinderlieb bin und meine Frau auch, war das eine extrem schwierige Entscheidung, aber aus meiner Sicht war sie richtig.

Es ist auch so, dass ich in depressiven Phasen wie gelähmt bin und gar nichts auf die Reihe bekomme. Wie will man dann die Ernährung der Familie sichern?
 
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Mooseba

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  • #13
Kinder gehen immer - etwas übertrieben geschrieben. Dir wird es später erst recht nicht besser gehen, wenn du deinen Kinderwunsch jahrelang unterdrückst, bis es zu spät. Du solltest dir aber eine sinnvolle Strategie überlegen. Dazu gehört auch die Wahl eines geeigneten, hilfreichen Vaters sowie fachliche Unterstützung.
 
M

Mooseba

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  • #14
Soweit ich weiss ist das aber meistens so, dass Depressionen Episodenweise auftreten. (Falls es falsch ist, lasse ich mich gerne belehren, ich bin kein Psychologe.)
Depressionen können völlig unterschiedlich auftreten. Es gibt sie episodenweise oder auch dauerhaft (Dysthymie), es gibt sie im Wechsel mit Manien (bipolare Störung) oder vorübergehend nach einem einschneidenden negativen Erlebnis, das nicht verarbeitet werden konnte. Oft sind auch die biochemischen Ursachen unterschiedlich. Depression ist selten gleich Depression.
Wie helfen denn die Medikamente? Einige neuere Medikamente würden auch in einer Schwangerschaft kein Problem darstellen.
 
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  • #15
Du solltest dir aber eine sinnvolle Strategie überlegen. Dazu gehört auch die Wahl eines geeigneten, hilfreichen Vaters sowie fachliche Unterstützung.

Hallo, hier noch mal Gast Nr.2

Ich will nicht generell davon abraten und ich finde den Tipp mit der sinnvollen Strategie vorher überlegen auch ganz gut. Das muss aber wirklich eine gute Strategie sein.
Allerdings: Und wenn, dann solltest du dir eine Strategie für dich überlegen, die auch ohne "hilfreichen Vater" oder "hilfreiche Eltern" funktioniert in solchen Phasen. Wie du mit dir umgehst in welchen Situationen, sodass das Kind nicht beeinträchtigt wird. Meist muss der Haushalt und die Arbeit auch noch mit einbezogen werden.
Wer auf das Umfeld baut ist schnell verlassen. Die Väter haben in der Regel anderes zu tun als sich ersatzweise statt dir um das Kind zu kümmern, es sei denn, sie sitzen den ganzen Tag daheim und haben nichts anderes zu tun. (Auch wenn vorher was anderes abgemacht war)
Ähnlich sieht es auch mit den Großeltern aus. Die spielen zwar gerne die liebe Oma und Opa und nehmen auch mal gerne zum Hüten, aber einen Dauerzustand oder Ersatzeltern wollen die meist auch nicht sein.
Falls sie doch die Ersatzeltern spielen - das hat noch ganz andere Nachteile - Stichwort: In die Erziehung und das Leben anderer reinpfuschen. Auch das ist sehr konfliktträchtig. Da erkennt man oft die eigenen Eltern nicht mehr und mit den Schwiegereltern hat man sich da auch schnell angelegt.

Also: Stelle es dir nicht zu leicht vor.
Klar - ein Kind geht immer, aber unter welchen Umständen, das ist halt die Frage und welche Folgen hat das für das Kind.
 
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  • #16
Hallo,

ich bin 41, Borderlinerin und habe meine Kinder mit Anfang 20 bekommen, in meiner schlimmsten Phase.
Ich kann sagen, dass es schwer ist, man hat nun in viel höherem Maße da zu sein, was ja in Zeiten des Rückzugs enorm schwer ist.
Allerdings- auch wenn ich noch nicht 100% in Ordnung bin- ohne meine Kinder wäre ich niemals zu dem Menschen geworden, der ich bin, ich habe mich sehr positiv weiterentwickelt.Gute Eltern sind nicht die Perfekten, gute Eltern macht aus, um seine eigenen Probleme zu wissen, sie auch zugeben zu können. und den Kindern früh genug zuzutrauen, bestimmte Probleme zu verstehen, man kann schon relativ früh mit ihnen über Verschiedenes reden, ihrem Alter gemäss.In meiner Familie wurden schreckliche Fehler begangen, unter denen ich bis heute leide. Aber im Gegensatz zu meinen Eltern nehme ich meine Kinder ernst und rede mit ihnen, erkläre mich.Auch wenn es schwer fällt, ich tu es immer wieder. Ich nehme sie für voll und akzeptiere ihre Sichtweise, auch wenn ich öfter mal kritisiert werde, ich kann das akzeptieren, denn ich wollte niemals die Gefühle meiner Kinder ignorieren , so wie meine Eltern es mit mir tun, bis heute.
Meine Kinder sind alles, was ich nicht bin: Selbstbewusst, sozial im Umgang mit anderen Menschen, gut in der Schule, etc.
Auch wenn man selber nicht alles mitbekommen hat, man kann weitergeben, was wichtig ist.

Und wenn man erst einmal dieses kleine, riesengrosse Bùndel Verantwortung im Arm hat, schafft man Unglaubliches!
Es könnte Dir sogar helfen, gesünder zu werden.

Alles, alles Gute bei der Entscheidung, hör nicht auf allzu viele "gute" Ratschläge und hab Vertrauen in Dich und Deine natürlichen Mutterinstinkte.
 
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  • #17
Nochmal die FS

Danke für eure Antworten und Anregungen.

Bezüglich 'Strategie für Notfälle' habe ich mir natürlich noch nicht konkret Gedanken gemacht. Allerdings eine gute Anregung. Bezüglich potenzieller Vater: evtl ist es ein Vorteil dass dieser schon älter ist (Mitte 40). Oder seht ihr darin mehr Nach- als Vorteile?
 
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  • #18
Die FS schreibt nichts von manisch depressiv sondern von wiederkehrenden mittelschweren depressiven Episoden. Sie wird ihre Diagnose kennen und so sollten die Foristen nichts dazukreieren oder reininterpretieren, sondern die Diagnose als gesetzt nehmen.

Liebe FS,
es hängt davon ab, wie Deine depressive Episode aussieht und welche Entwicklung sie nimmt. Werden die Episoden häufiger und schwerer oder verbessert sich über die Jahre die Situation?
Wie sieht Dein Alltag in einer Episode aus, bekommst Du Deinen Teil der Hausarbeit hin, gehst Du arbeiten?
Wenn Du das alles hinbekommst, zwar mit großer Anstrengung, aber es geht, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Du auch ein Kind gut versorgen kannst.
Wie läuft es mit der Unterstützung Deines Mannes, wenn es Dir schlecht geht? Wenn Du Dich auf ihn verlassen kannst und er selber ein Kind will, ist das eine eher günstige Situation für ein Kind.

Ich hatte eine chronisch schwer depressive Mutter mit aggressiven Anteilen und keinen unterstützenden Vater. Meine Kindheit war die Hölle - ständige Überforderung, um schon als Grundschülerin die Mutter aus ihrer Verantwortung zu entlassen, ihr alles abzunehmen, nach außen die Situation zu kaschieren, Beschämung über die Situation, keine Zuneigung bekommen. Wie schon oben beschrieben, auch für mich wäre es besser gewesen, nicht geboren zu sein.

Nun bin ich selber chronisch schwer depressiv, keine Episoden sondern Dauerzustand, leider mit ungünstigem Verlauf, dass es mit zunehmendem Alter schlimmer wird. Jetzt ist es gut, dass ich keine Kinder habe, weil ich das nicht schaffen und sie unglücklich machen würde. Aber ich habe alte Fotos, die mich in guten Phasen zeigen, mit Nichten und Neffen, mit meinem Hund - von denen ich sehr viel Zuneigung bekam. Heute kann ich mich nicht mehr daran erinnern, aber auf den Fotos sehe ich glücklich aus. Vielleicht hätte ein Kind den Verlauf verändert. Das weiß ich nicht - mir war das Risiko zu groß, denn ich hatte auch keinen hilfreichen Partner.

Schau' auf Deine Rahmenbedingungen,s.o. Sind sie eher günstig, dann spricht nichts gegen ein Kind. Trotzdem solltest Du Dich von Deinem Psychiater beraten lassen. Der kennt Dich, den Krankheitsverlauf, hat seine Prognose und kann Dir auch sagen, ob Du die Medikamente in der Schwangerschaft nehmen sollst. In solchen Dingen solltest Du ihm vertrauen oder Dir einen andreen Arzt suchen.

Das Leben ist ein Risiko.
- Kann sein, dass Du dem Kind die genetische Disposition an Depresssion zu erkranken vererbst, es muss nicht daran erkranken, wenn es günstige Lebensumstände hat
- Kann sein. dass die Hormonschwankungen in der Schwangerschaft heftige depressive Schübe auslösen, kann sein, dass es genau umgekehrt ist
- Kann sein, dass Dein Leben mit Kind Dich sehr anstrengt und überfordert
- Kann sein, dass ein Kind Dich so glücklich werden lässt, dass die Depression keine Chance mehr hat.
 
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  • #19
Bezüglich potenzieller Vater: evtl ist es ein Vorteil dass dieser schon älter ist (Mitte 40). Oder seht ihr darin mehr Nach- als Vorteile?

Also ich sehe folgendes Problem beim Alter des Partners:
"über Kurz oder Lang" heißt wohld ie nächsten 2-5 Jahre.
Dein Partner ist da dann Ende40/Anfang 50.
Wenn das Kind 20 ist, ist dein Partner Ende60/Anfang70
Will er sich in dem Alter wirklich mit einem Heranwachsenden/Teenie rumschlagen?
Ist das für das Kind nicht furchtbar peinlich, so einen alten Vater zu haben?

Mal abgesehen davon - euer Altersunterschied ist schon ziemlich groß.
Wenn man böse will, könnte man sogar sagen, er könnte dein Vater sein.
Gut überlegen - gibt es bei dir vielleicht diesen Hintergrund, der da mit reinspielen könnte?
(Auch hier überlegen, ob die Partnerwahl nicht möglicherweise auch nur eine Kompensation derselben Ursachen sind, die bei dir zur Esstörung und Depression geführt haben)
Wie kommt eine junge Frau wie du gerade zu so einem älteren Herren?
(Überleg dir auch mal seine Ursachen: Ist er geschieden oder hat sonstige Probleme, dass er nicht bei einer gleichaltrigen ist, und du glaubst deine Liebe kann alles heilen?)
Falls man sowas mit ja beantworten kann, dann würden mir noch mehr Gründe gegen ein Kind einfallen.


Von Vorteil ist natürlich, dass er sich bereits beruflich etabliert hat.
Aber ist er denn auch "junggeblieben" oder bedeutet Kinder in seinem Fall für ihn eher "ich könnte im Leben was verpasst haben", "vorher war ich nicht reif genug dafür" usw.
Auch mit einem falschen Partner kann man die Probleme noch verschlimmern.
Wichtig ist natürlich eher, dass es zwischen euch harmoniert und der Alltag gut läuft - aber nicht, weil man selber noch auf Wolke 7 schwebt und man das eigentlich noch gar nicht beurteilen kann. Ich denke, da sollte man sich schon länger kennen und in dem Fall besonders gut, wenn es da schon vorab viele Fragezeichen bezüglich der eigenen Psyche geben könnte.


Alles nur Überlegungspunkte.

#2
 
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  • #20
Bezüglich potenzieller Vater: evtl ist es ein Vorteil dass dieser schon älter ist (Mitte 40). Oder seht ihr darin mehr Nach- als Vorteile?

Das sehe ich nicht als Vorteil, viele Männer in dem Alter wollen ihre Ruhe und sind wenig belastbar, dazu gibt es mir sehr zu denken, dass du einen Freund hast, der 20zig Jahre älter ist und der so spät Vater werden soll, wenn die Kinder ABI machen, ist der schon fast Rentner. Es ist nicht immer von Vorteil, wenn der Mann sooo viel älter ist.

Überlege mal, ob der dich vielleicht nicht als Freundin genommen hast, weil du jung, unbedarft und auch schwach bist, mit deinen immer wieder kommenden psychischen Problemen, die bei dir ja familiär bedingt sind. Das Risiko, dass dein Kind später deine Veranlagung erbt, dazu den schon älteren Vater, der dann vielleicht überfordert ist, neeejunge Frau, überlege dir das wirklich sehr gut, mit dem Kinder bekommen.

Es sei denn, du hast ein wirklich sehr gutes stabiles Elternhaus, was ich bei deiner Vorgeschichte nicht glaube und hast dazu sehr lange Jahre eine Familienhelferin, die dich in allen Fragen des Kindes gut zur Seite steht.

Ich bleibe dabei, gute Bedingungen bringst du nicht mit.
w50
 
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  • #21
Depression warum? Verlorener Liebe? Missbrauch? Arbeitslosigkeit und Burn Out? Durch Krankheit? Alkohol? Sucht? Gibt ja Tausend Dinge, warum man eine Depression bekommen kann.

Eine Depression bedeutet, man ist nicht mehr belastbar und in Alltagssituationen schnell überfordert, außerdem überträgst du deine negative Einstellung auch auf dein Kind. Ja, deswegen würde ich mir das schon überlegen.

Ein Single-Mann mit Mitte 40 hat mit der Kinderzeugung längst abgeschlossen. Also hoffnungslos. Was anderes, wenn man schon 10 Jahre in der Beziehung ist und nochmal ein Kind nachschieben möchte. Auch wäre so ein alter Mann keine vernünftige Basis für dich. Evtl. würde er dich in deinem jungen Alter gar nicht verstehen oder ernst nehmen und deine Krankheit belächeln.
 
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  • #22
Hallo FS,
Depressionen sind bei verschiedenen Menschen verschieden. Hier beschränke ich mich auf die chronischen Depressionen - auch die sind bei verschiedenen Menschen verschieden. Es gibt Menschen die dauern die gleiche "Antriebslosigkeit" erleben, es gibt Menschen, die immer wieder langsam in eine depressive Episode reinrutschen und es gibt menschen - die von heute auf morgen in einer depressiven Episode stecken. Ich spreche ausdrucklich nicht von bipolaren Störunge nsondern von "reinen" Depressionen.

Hast du dich umfassend über deine Depressionen und ihre jeweiligen Auslöser / lebensgeschichtlichen Auslöser informiert ? Tante Google hilft gerne - aber sie muss mit den richtigen Worten gefüttert werden, und das kann eine gewisse Kreativität / Kompetenz erfordern.
Wenn du gerne liest bist du auch im Vorteil - es gibt ein gutes Buch "Depression ist keine Krankheit"
Hauptinhalt - Der Depressive erleidet immer wieder Depressionen, weil er nur eine einzige Möglichkeit sieht sich an die Welt anzupassen - leider sieht er die falsche Möglichkeit. Autor habe ich im Moment nicht im Kopf.

Hast du von stationären / ambulenten Therapeuten schon gute Informationen erhalten ?

Ich selbst hatte Jahrzehntelang schwere Depressionen. Ich weiss nicht wie oft ich allen meinen Therapeuten gesagt habe, dass ich vielleicht / möglicherweise / unter Umständen hochbegabt bin.
Keiner hat mir schüchternem Kind zugehört. Die Depressionen blieben trotz schwerer Medikamente und langfristiger Therapien. Dann habe ich zufällig suchend zwei verdammt Gute Bücher über Hochbegabung und die Auswirkungen gefunden und mich gefunden und meine Depressionen waren von gestern auf vorgestern weg- Sind seit jetzt 5 Jahren weg.

Also Depression ist ein weites Feld.

So wie du in dem Post rüberkommst erscheinst du mir nicht als ein Mensch, dem das Etikett Depressionen zu Recht augeklebt wurde. Du hast Ziele. Du bist nicht egozentrisch-egoistisch sondern distanziert, denkst nach, gehst in Gespräche. So ein Forum wie hier ist eine der wenigen Möglichkeiten offen zu redne, weil alle anonym bleiben. Du lebst eine Partnerschaft - das ist Depressiven oft nicht möglich. Depression ist eine Dioagnose - gut und wichtig für die Abrechnung.

W
 
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  • #23
Nochmal die FS

Bezüglich potenzieller Vater: evtl ist es ein Vorteil dass dieser schon älter ist (Mitte 40). Oder seht ihr darin mehr Nach- als Vorteile?

Es wäre ein großer Vorteil, wenn ihr euch schon etwas länger kennt und der Mann auch schon die schwierigen Phasen mit durchgestanden hat und genug Ressourcen hat, sowohl nervlich als auch zeitlich und finanziell.

Meine ex-Frau ist psychisch krank und war zwei Jahre depressiv und wir haben ein Kind zusammen. Ich sage nur wie es bei mir war, deine Situation kann ich nicht einschätzen. Ein Kind bedeutet ja nunmal schon per se eine Verantwortung und ein mehr an Arbeit. Meine ex-Frau war schon immer psychisch etwas indisponiert und so war die Aufgabenverteilung immer schon etwas mehr zu meinen Lasten. Als dann die Krankheit richtig heftig ausbrach hatte ich dann zwei Pflegefälle: Kind und Frau. Nicht nur dass die Mutter bzgl. der Betreuung des Kindes ausfiel, brauchte sie selbst ja auch Betreuung, Zuwendung, Pflege. Hinzu kam bei mir, dass ich als gesunder Elternteil gerne die Defizite der Mutter etwas ausgleichen wollte und trotz der schwierigen Situation auch Fröhlichkeit und Leichtigkeit mit dem Kind haben wollte. Praktisch also bspw. so: Wenn die kranke Frau schon ihre Zeit im abgedunkelten Raum liegend oder sitzend und grübelnd verbringen möchte, dann soll im Rest der Wohnung aber depressionsfreie Zone sein. Das ging aber kaum, weil das Kind sehr feine Antennen für die Mama hatte und sagte:"Psst, nicht so laut, die Mama schläft!". Bei uns kam erschwerend hinzu, dass bei uns keine Großeltern geholfen haben, bei mir weil keine da sind und bei meiner ex-Frau weil die selbe bzw. ähnliche Krankheitsproblematiken vorliegen.

Ich will aber nicht so tun, als ob ein Kind nur Arbeit und Probleme bedeutet, im Gegenteil. Aber ein Kind ist immer da und - so ging es mir jedenfalls - steht immer an erster Stelle mit seinen Bedürfnissen und seiner Hilfsbedürftigkeit. Wenn es Hunger hat, muss man Essen zubereiten, wenn es Zuwendung einfordert - und das tut es fast immer - kann man nicht sagen "mir geht´s grad nicht so gut". Meine ex-Frau fand es in ihrer langen, schwierigen Phase immer ganz schlimm, dass von ihr erwartet würde, sie müsse funktionieren. Ich weiss nicht, was sie mit ihrem Psychiater und Psychologen so besprochen hat, nach meinem Eindruck haben die sie in dem Glauben bestärkt, dass ihre Sichtweise richtig ist und sie nicht zu funktionieren brauche sondern erstmal auf ihre eigenen Bedürfnisse schauen müsse, anders ging es wahrscheinlich nicht.

Ein Fazit erspare ich mir. Ich kann nur sagen, dass ich weit über die Grenzen der Belastbarkeit hinausgegangen bin und funktioniert habe und alles dafür tue, dass es dem Kind gut geht.

m, 41
 
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  • #24
die FS:

Mein Freund hatte bereits Familie. Aber er ist offen für ein weiteres Kind, denn von seiner "alten" Familie hat er leider nichts mehr wie er bedauert.

Er ist toll, er geht sehr lieb mit mir um, auch wenn ich schlechte Tage habe.

Die Beziehung zu meiner Familie ist eher schwierig aus verschiedenen Gründen. Ich habe 3 Geschwister (29, 23, 20), aber jeder "macht sein Ding", da gibt es kaum Zusammenhalt oder Unterstützung. Mit meiner Mutter ist es sehr schwer. Meiner Meinung nach ist sie psychisch auch nicht ganz gesund. Mein Vater, der eigtl. der Ruhepol und vielleicht der Zusammenhalt in der Familie war, ist vor 1 Jahr verstorben. Danach "zerschlug" sich alles so ziemlich.

Aber ich möchte auch nicht auf die Hilfe meiner Familie angewiesen sein.
Meine Vorstellung ist/war es, mit meinem Partner eine eigene Familie aufzubauen und diese auch alleine bzw. zu zweit zu managen.
 
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  • #25
EinenFreundin leidet unter einer bipolaren Störung, ist gut auf ihre Medikamente eingestellt und ging lang zur Therapie. Ihre Tochter ist nun 2 und meine Freundin ist eine gute Mutter. Ich meine dass das Kind ihre Krankheit positiv beeinflußt hat. Sie konnte halt nicht stillen, da sie weiter die Medikamente nehmen musste. Das macht aber nichts, andere Mütter können oder wollen das auch nicht und die Kinder kommen damit gut klar.
 
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  • #26
Mein Vater war im Rentenalter, als ich Abitur machte, aber er war ungewöhnlich fit und hat sich nach seiner Berentung erstmal selbständig gemacht und diesen sehr anspruchsvollen Job auch bis Mitte 80 ausgeübt, er war Arzt. - Eine dermaßen stabile Gesundheit dürfte aber die absolute Ausnahme sein, weshalb ich bei der Planung eher von dem Normalfall ausgehen würde, nachdem ein Mensch mit 65 schon ziemlich "verbraucht" sein dürfte.

Ich bin jetzt 55, zwar gesund, würde mir aber nie im Leben in diesem Alter noch Kinder "antun", obwohl dies noch ginge, weil meine Frau viel jünger ist. Kinder wollen eine aktiven Vater haben, der mit ihnen Fussball spielen kann und einen kindlichen Spaß an gemeinsamen Unternehmungen entwickelt.

Das wäre die eine Hypothek, die Eure Familie tragen müsste, die andere ist natürlich Deine Depression. Hierzu schreibst Du nicht viel, etwa ob sie mit Medikamenten sicher abgefedert werden kann, denn Medikamente wirken auch nicht immer.




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  • #27
Ich möchte gerne die Frage aus der Sicht einer Frau beantworten, die zwei Kinder einer Mutter mit einer mittelgradigen depressiven Episode, bei sich hat. Die Kinder leben seit 8 Jahren bei mir und natürlich ihrem leiblichen Vater.
Der Mutter wurde im Zuge der Scheidung das Sorgerecht entzogen, (3 Gutachten, alle das gleiche Ergebnis: Mutter ist erziehungsunfähig) nachdem sie durch ihre Erkrankung mehrfach Suizidversuche vor den Kindern unternommen hat und viele Therapien und auch Zwangseinweisungen hatte. Sie hat es einfach nicht geschafft, aufzuhören, den Kindern eine Schuld an ihren Krankheiten zuzuweisen. Sie hat die Kinder und den Mann geschlagen, traktiert, die Wohnung demoliert und alle verbal fertig gemacht, weil sie einfach überfordert war. Beides (Kinder und Krankheiten) hat sie nicht auf die Reihe gekriegt, obwohl der Vater/Mann ihr zur Seite gestanden und zu hause fast alles gemacht hat.
Beide Kinder haben einen Knacks weg, das jüngere Kind ist sehr schwierig. Ich will es mal vorsichtig sagen: Es ist ein Kind, das uns wirklich keine Freude macht. Depressiv, verhaltensasozial sind nur die eine Seite. Durch die ersten zehn Jahre bei der Mutter hat er viel zu viel von der Erkrankung mitbekommen. Das Kind ist in sich gekehrt, redet fast nie, hat fast immer schlechte Laune und ist so egozentrisch, das es weh tut. Das andere Kind hat alles besser verkraftet, ist auch optimistisch und kommuniziert sehr gut. Aber das ist oft nur die Oberfläche. Wenn das Kind dann mal seine Probleme auspackt, wird sehr schnell klar, das beide Kinder ihre Vergangenheit nicht einfach hinter sich lassen und abschütteln können. Die Jahre mit den Kindern waren schwer, aber wir haben unser Bestes getan ud beide haben gute Berufsausbildungen und kommen mittlerweile gut im Leben zurecht. Das eine Kind etwas lauter und fröhlicher, das andere Kind leise und in sich gekehrt. ABER: JETZT kommen sie zurecht. Die Mutter hat die Kinder noch nie besucht,Briefe oder Telefonate gab es seit 5 Jahren nicht mehr. Sie ist gekränkt, das die Kinder sie nicht brauchen. Das kann und will sie ihnen nicht verzeihen.Sie ist bis heute krank, immer schubweise, soweit wir wissen, war sie seit 6 Jahren nicht mehr in Therapie, sie verweigert alles.
Ich denke, das sich einiges vererben kann, wenn ein Elternteil so krank ist. Vieles macht aber auch das Umfeld aus, in dem sie aufwachsen. Das mußt Du wissen, eine Depression kann Kindern das Leben zur Hölle machen. Nicht jedes Kind hat dann das Glück, in einer Zweitfamilie doch noch Halt und Kraft zu finden.
 
G

Gast

Gast
  • #28
Aber ich möchte auch nicht auf die Hilfe meiner Familie angewiesen sein.
Meine Vorstellung ist/war es, mit meinem Partner eine eigene Familie aufzubauen und diese auch alleine bzw. zu zweit zu managen.

Liebe FS, wie willst du eine gesunde Familie aufbauen, wenn du selber keine gesunde Familie hattest?

Du kannst dich nicht mal alleine managen, sondern brauchst dazu einen 20zig Jahre älteren Ersatz-Vater-Freund?

Junge Frau, wach auf, lass dich doch von einer prof. Fachkraft beraten, die deine Diagnose richtig kennt, deinen Lebensweg kennt und sie/er wird es richtig beurteilen können, ob es für dich gut wäre, ein Kind zu bekommen.

Mir wird beim Lesen deiner Zeilen richtig schlecht, weil es so naiv klingt, was du da schreibst. Du bist nicht gesund, dass ist Fakt und wer nicht gesund ist, ist den Belastungen einer Schwangerschaft, einer Geburt, eines Babys wenig gewachsen, dann wieder berufstatig sein, gehst du überhaupt einer regelmässigen Berufstätigkeit nach?, dazu kommt, dass die Veranlagung der psychischen Probleme bei dir vererbar ist. Willst du, dass es deinem Kind später genauso geht wie dir?

Du hast so wenig gute Bedingungen für das psychisch gesunde Leben eines Kindes.

Warum bist du so uneinsichtig?

w51
 
M

Mooseba

Gast
  • #29
dazu kommt, dass die Veranlagung der psychischen Probleme bei dir vererbar ist. Willst du, dass es deinem Kind später genauso geht wie dir?
Jetzt ist aber mal gut. Man sollte schon wissen, worüber man schreibt. Sollen wir jetzt bestimmte Erkrankungen ausrotten, in dem bestimmte Menschen auf ihre Fortpflanzung verzichten sollen? Was glaubst du eigentlich, welche Veranlagungen du in dir trägst und bereits weitergegeben hast? Davon abgesehen wird oftmals bei der Vererbung eine Generation übersprungen - ich bin meinem Großvater ähnlicher als meinem Vater.
Bald kann sich wahrscheinlich jeder zu einem bezahlbaren Preis sein Erbgut analysieren lassen (http://www.faz.net/aktuell/wissen/mensch-gene/gentests-in-mir-wohnt-ein-neandertaler-12769536.html?printPagedArticle=true). Denkt ihr, die Wahrscheinlichkeit (die an sich nicht viel aussagt) einer schlimmen Erkrankung und somit die Vererbbarkeit ist bei allen möglichen Erkrankungen stets sehr gering bei irgendeinem Menschen? Was machen wir dann mit den Ergebnissen solcher Gentests, wenn jeder seinen eigenen in den Händen hält? Fortpflanzungsverweigerung?
Ich teile deine Bedenken durchaus, #27, aber dieser Punkt zeugt ausnahmsweise nicht von Weitblick. Sorry.

(m,31)
 
G

Gast

Gast
  • #30
Ja, ich gehöre auch zu der Sorte Mensch, die viel vererbt bekommen hat, u.a. auch den Hang zu psychischen Krankheiten. Und ja, das war auch ein Grund, auf eigene Kinder zu verzichten. Das und der Umstand, dass es mir seit Jahren psychisch immer schlechter geht. Wenn auch nur das geringste Risiko besteht, einem Kind wissentlich eine schwere Erkrankung auf zu bürden, lass ich es sein. Dazu kommt noch, dass gerade bei Depressionen Kinder immer darunter leiden, wenn ein Elternteil davon betroffen ist.

w, 41
 
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